Dienstag, 21. Januar 2014

"Enthüllungen" und "Trivialitäten" eine offene Erwiderung

Lieber Herr Pietro Arnese, 

Ihre im Internet erfolgte Bewertung der Mormonen lautet:

"Mormonen sind gute Menschen. Es hat keinen Sinn, die Fakten und Statistiken zu leugnen, die sie für ihren Patriotismus, ihren staatsbürgerlichen Sinn, ihren Fleiß und ihre moralische Güte auszeichnen. Sie unterstützen sich gegenseitig mit einem Hilfsprogramm, das nur selten mit anderen religiösen Gruppen verglichen werden kann. In den Vereinigten Staaten finden wir einige illustre Namen auf dem Gebiet der Politik, Wirtschaft und Sport. Als soziale Gruppe sind die Mormonen außergewöhnlich."

Ist das nur ein Freudscher Versprecher, zu sagen: “es hat keinen Sinn zu leugnen...”, oder ist es Trotz gegen Jesus?

Denn gemäß seinen Prinzipien heißt es: “An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Erntet man etwa von Dornen Trauben oder von Disteln Feigen... ein schlechter Baum kann keine guten Früchte hervorbringen … jeder Baum der keine guten Früchte hervorbringt wird umgehauen werden?”

Na ja, nachdem ich 83 wurde sehe ich nun über das meiste hinweg, was uns, in Bezug zu unserer Theologie, weiterhin an Unfug von zahllosen Angreifern unterstellt oder zugemutet wird.

Aber immerhin, Sie, lieber Herr Arnese, bemühen sich um Wahrhaftigkeit, - mein Kompliment.

Ist es nun zum Schmunzeln oder zum Stirnrunzeln, dass die eifrigsten unter den “Mormonenjägern” aus vorgeblich christlichen Reihen, zugleich effektiv die Auffälligsten unter den Ablehnern der Grundsätze Christi sind? 
In etwa 150 meiner veröffentlichten Artikel gehe ich darauf ein.

Evangelikale USA-Theologen sind geradezu besessen von der Idee sie hätten den Schlüssel zum Himmelreich und die “Mormonen” wollten ihnen diesen Schlüssel strittig machen.
Das erinnert ein wenig an Papst Julius II. der mit 60 000 Mann zur Himmelspforte zurückkommen wollte, um Petrus das Fürchten zu lehren, falls der sich weiterhin weigern sollte ihn hereinzulassen.
Die Kriterien zur “Rechtfertigung” wie sie seit Bruder Martin Luther verkündet werden, sind zwar nicht unbiblisch, aber Christus hat sie nicht formuliert.
Es ist schon kurios zu lesen, dass die Verfasser der “Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre” zahllose Male von Rechtfertigung reden, aber den Begrifff "Rechtschaffenheit" überhaupt nicht erwähnen. Jesus kommt dort nur einmal im schiefen Zusammenhang und völlig aus dem Zusammenhang gerissen, zu Wort, aber gerader diejenigen die auf diese Erklärung am heftigsten schwören verdammen die “Mormonen” am lautesten.
Nein, die modernen Resultate der Geschichtsforschung an europäischen Universitäten hat sie alle längst überholt.

Ein Beispiel:
Wie tausend andere vor Ihnen, lieber Herr Arnese, belehren Sie uns indirekt tadelnd, “Mormonen” folgten nicht dem traditionellen, - dem nicänischen - Gottesbild.
Sie verweisen wie viele andere Kritker auf Johannes 4:24 und kommentieren: "Gott ist Geist." Im griechischen Original, konstruiert sich dieser Satz, indem das Wort Geist als erste Position erscheint, das heisst, in der Reihenfolge, wo es die höchste Ordnung erhält. Vor dem Wort Gott, wird der Artikel der gestellt, welcher seine Autorität unterstreicht. Diese Schreibweise wird normalerweise von den Griechen angewendet um die Qualität von etwas zu zeigen. Unser Vers zeigt deutlich, dass Gott eine spirituelle Natur hat, und schliesst die Möglichkeit, dass Gott vielleicht keine spirituelle Natur oder Qualität hat vollkommen aus: Geist ist (der) Gott...”

Obwohl auch Sie den Eindruck zu erwecken suchen, sie hätten sich mit “mormonischer” Theologie befasst, zeigen Sie zugleich, dass sie es nur sehr, sehr oberflächlich taten. Ihr Ductus bestätigt das durchweg.
Sie beanspruchen zwar im Besitz der “richtigen Methoden der Interpretation” zu sein, und scheinen dabei nicht zu ahnen, dass ebensowohl der Inhalt, wie die Art der Durchsetzung dieses Anspruch über Athanasius, Ambrosius von Mailand, Augustinus, Cyrill von Alexandria usw. zur fast völligen Vernichtung des Urchristentums geführt hat.
Niemand vermag auch nur das kleinste Argument gegen diese bedauerliche Tatsache ins Feld zu führen.

Bücher wie “De fide” von Ambrosius an Kaiser Gratian um 374 demaskieren den Heiligen als Kriegshetzer, als Brudermörder!
Ich habe in den letzten 20 Jahren etwa 5600 Dissertationen und Fachartikel ganz oder teilweise zu diesem Thema gelesen. Das Konzentrat ist für die nicänisch-konstantinische Variante des Christentums tödlich, wenn auch nicht augenblicklich.
In der nicht nur von Ihnen gering geschätzten Zusatzschrift der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, Lehre und Bündnisse, heißt es authentisch:

Der Mensch ist Geist!” 93: 33

Die dieser Aussage vorausgehenden Verse lauten interessanterweise in völliger Übereinstimmung mit den Lehren der (gesamten) Kirche bis etwa 350:

Der Mensch war auch am Anfang (in der Präexistenz) bei Gott. Intelligenz oder das Licht der Wahrheit wurde nicht erschaffen oder gemacht, und kann tatsächlich auch gar nicht erschaffen oder gemacht werden” … 93: 29-30

(wie die Energie des Weltalls oder, wie nicht wenige Quantenphysiker zustimmend bekennen, “unser Bewusstsein!”)
Unser Ich lebt, - wir leben - laut Jesus, Petrus und Paulus während unserer Erdenlaufbahn in diesem Zelt:


Unter der Überschrift "Die Heimat bei Gott" führt Paulus aus:
" Wir wissen: Wenn das Zelt, indem wir jetzt leben, nämlich unser Körper, abgebrochen wird, hat Gott eine andere Wohnung im Himmel für uns bereitet.
Er selbst hat dafür gesorgt, und sie wird für immer Bestand haben.
Solange wir noch auf der Erde leben, fühlen wir uns bedrückt und sehnen uns nach unserer himmlischen Wohnung.
Wir müssen ja einen neuen Körper bekommen, damit wir vor Gott nicht sozusagen nackt dastehen.
Solange wir noch in diesem Körper leben, sind wir bedrückt und voll Angst."
(2. Kor. 5: 1-3)
Dieses Bild war den alten Christen sehr vertraut, das beweisen die vielen Aussagen die in der Sekundärliteratur zu finden sind.

Muss ich erklären, dass das Zelt etwas anderes ist als mein ICH? Ich bin Geist, ein unsterblicher Geist und werde doch in meinem Körper erkannt.
So ist Gott und so sind wir “sein Ebenbild”.

Noch vor 140Jahren war es allgemeines Glaubensgut der Christen, zwischen sterblichem Körper und unsterblichem Geist klar zu unterscheiden.
Nein, Sie müssen mir nicht glauben und auch nicht antworten.
Hier belästige ich Sie, Herr Arnese, nicht mit Fakten, aber es ist ein Leichtes unter
ein paar unter meinen auf dieses Thema gerichteten Artikeln aufzurufen, die allesamt auf allgemein anerkannten Quellen basieren.
Die meisten unserer “Antis” reagieren selbst auf massive Gegenargumente nicht. Das Nichtreagieren ist quasi das Markenzeichen der Antimormonen.
Meine Reaktion besteht dann wiederum darin, dass ich meine Gegendarstellungen gelegentlich, wie auch in diesem Fall, umgehend ins Internet stelle.
Ich (bzw. meine Kirche) werde(n) öffentlich angegriffen und diffamiert, also bin ich moralisch im Recht meine Entgegnung ebenfalls öffentlich wie diese zu machen. 

Mir allerdings ist unter Hinweis auf “mormonisches” Kirchenrecht, strengstens untersagt ebenfalls zu diffamieren.
Hätte ich je Vergleichbares verfasst, würde ich vor die Alternative einer Wiedergutmachung oder des Ausschlusses aus der Kirche gestellt.
All das ist nicht mein Problem.

Jeder wird am großen Tag vor seinem Richter zu erscheinen, da wird es sich erweisen.

Der Widerstand den wir seit eh und je erfahren ist, - das muss ich nach einigen Jahrzehnten der Erfahrungen sagen, - tatsächlich einer schier unglaublichen Inkompetenz und oft der Arroganz, sowie in den meisten Fällen der intoleranten Denkweise unserer Glaubensgegner geschuldet.

Mein Freund Pastor Fritz Rabe ehemals St. Georg Neubrandenburg, in Mecklenburg-Vorpommern, nun im Ruhestand, schilderte mir wie er vor einigen Jahren im Zug Ohrenzeuge einer Diskussion von Mormonenkritikern wurde. Als er sich einmischte wurde er rüde angefahren, wer er sei. So und so. “Und Sie als evangelischer Pfarrer verteidigen diese Sekte?”
Nein! Nur die Wahrheit!”

Es klingt zwar gewaltig, wenn Sie lieber Artikelverfasser sagen:
Mit den richtigen Methoden der Interpretation, ergibt sich diese Besonderheit in Lukas 24:39: „Denn ein Geist hat nicht Fleisch und Knochen“, so wird die Theologie der Mormonen komplett zerstört”, aber bei näherem Hinsehen ergibt sich, dass es sich auch in diesem Fall lediglich um eine Sprechblase handelt.
Dieses Jesuszitat belegt, dass er vor seinen Jüngern in seinem Körper, - doch diesmal in seinem unsterblichen, wenn auch zunächst noch nicht verherrlichten Leib, - erschien:

Schaut her ich bin kein Geist, kein Gespenst!
Sämtliche nachfolgenden Zitate bestätigen
  • erstens, Jesus ist ein anderer als der Vater,
  • zweitens, dass sein ewiger Geist nun (nachdem er auffuhr, zu seinem Vater und dort verherrlicht wurde) immerwährend von seinem “Strahlenkleid” umgeben ist, was Johannes der Offenbarer bezeugt und weshalb Stephanus IHN zur Rechten des Vaters sitzen sah... von wo er kommen wird die Lebenden und die Toten zu richten... und zwar wird er so “erscheinen (wiederkommen) wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.”

Sie, Herr Arnese, schreiben weiter:
Mormonen bevorzugen den Begriff der Erhöhung (vor) dem der Errettung. Ihr Ziel ist die Perfektion, und ihr Glaube ist, wie Gott und die Götter selbst zu werden.”

Ich vermute, dass dies eher tadelnd gemeint ist.

O, je!, kann ich nur aufseufzen:
Da hat jemand wieder das Wichtigste übersehen, nämlich dass Jesus – und nicht die “Mormonen” gesagt hat:
Darum sollt ihr vollkommen (perfekt) sein, wie es auch euer Vater im Himmel ist!”
Natürlich ist der Prozess der “Vergottung” ein ewiger. Niemals kann jemand der aus Fleisch und Blut besteht ein Gott werden.

Übrigens die Lehre von der "Vergottung" oder Perfektion war und ist aus der Theologie zwar verdrängt worden, aber das bedeutet nicht, dass das so bleiben muss: Wir haben viele Zeugen. Hören wir:

Tuomo Mannermaa “Luther und Theosis”, Band 16 Veröffentlichungen der Luther-Akademie Ratzeburg, Helsinki/Erlangen 1990, S. 11:
Theosis als Thema der finnischen Lutherforschung…Gott wird darum Mensch, damit der Mensch Gott werde. Also wird Macht machtlos, damit die Schwachheit mächtig werde. Der Logos zieht unsere Form und Gestalt, unser Bild und Gleichnis an, damit er uns mit seinem Bilde, mit seiner Gestalt und seinem Gleichnis bekleide. Also wird die Weisheit töricht, damit die Torheit Weisheit werde, und so in allen anderen Dingen, die in Gott und in uns sind, sofern er in all dem das Unsere annimmt, um uns das Seine zu vermitteln.“

Oder A. von Harnack: “... Der Gedanke der Vergottung ist der letzte und oberste gewesen; nach Theophilius, Irenaeus, Hippolit und Origenes findet er sich bei allen Vätern der alten Kirche, bei Athanasius, bei den Kappadoziern, Appolinares, Ephraim Syrus, Epiphanius u.a.”


Errettung, dagegen ist das Mindeste. Sie wird allen zuteil, (die sich auf Christi Gnade berufen - sola gratia -) die “Erhöhung” jedoch – Gott zu werden – das musst du dir verdienen! Da ist das Bemühen, die Anstrengung der Talenteentfaltung gefragt, wie sie Jesus forderte.
Jedes Christenkind kennt das Gleichnis des Erlösers.
Nehmt es dem, der das das eine Pfund vergrub fort... er wusste, dass ich ein harter Herr bin...”
Das Buch Mormon ist voll von Zitaten die belegen, dass Christi Errettung für ausnahmslos alle Menschen gilt. 2. Nephi 9, Alma 12, Alma Kapitel 39-42, Moroni 7 usw.
Origenes (185-254) sagte (und das ist reiner “Mormonismus”):
Alle Geschöpfe sind ganz auf Gott angewiesen, eigene Anstrengungen werden durch seine Gnade weit überwogen. Aber die Gott hat alle Regungen des freien Willens (!) von Ewigkeit vorausgesehen und eingeplant. Sie werden gerecht vergolten”
Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft 3. völlig neu bearb. Auflage 1960, Tübingen J:C:B: Mohr (Paul Siebeck)

Ihr Zitat, lieber Herr Arnese, lautet korrekterweise:

"Dieses Ziel wird mit dem größtmöglichen Nutzen verfolgt in der Zeit, die jedem Mensch auf Erden gegeben ist. Was der Mensch hier und jetzt bekommt durch seine Handlungen und guten Werken, bestimmt seinen zukünftigen Zustand.”


Das ist zutreffend. So lehrt die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.
 
Es hat allerings auch keinen Sinn, die Fakten und Statistiken zu leugnen die erkennen lassen, dass der sogeannte “Mormonismus” eine Blaupause des Originals ist.

Das ist wenigen klar. Aber wie gesagt, es hat keinen Sinn das zu leugnen.


Jedenfalls befindet sich der allgemeine Wissenstand was “Mormonismus” betrifft im Stadium der Dummheit und der Ignoranz, statt auf jenem Niveau, dass beispielsweise der evangelische finnische Theologe mit seinem Fachartikel “Joseph Smith und die Bibel” in der Theologischen Zeitschrift (109. Jahrgang Februar 1984 ISSN 0040-5671) erreichte. Da war endlich einer der eine qualifizierte Analyse gewagt hat, im Gegensatz zu den zahlreichen gelehrten Eseln die vorgeben das Buch Mormon zu kennen, aber nie unter den Deckel geschaut haben.
Räisänen hat es gewagt, - und das ehrt ihn. Er ist durch und durch evangelischer Fachmann und sagt dennoch:
Mit diesen Beispielen aus den Werken Joseph Smiths, sowie aus der neueren Literatur über den Mormonismus hoffe ich hinreichend angedeutet zu haben, dass eine ernsthafte Beschäftigung mit den Werken des Mormonismus eine lohnende Aufgabe nicht nur für den Symboliker und den Religionswissenschaftler ist, sondern auch für den Exegeten und den Systematiker. Der um Fairnis bemühte Forscher kann ihnen den Wert als in ihrer Zeit und Umgebung als sinnvole Neuinterpretation der religiösen Tradition gar nicht so leicht absprechen…“

Sie, lieber Herr, sagen kühn:

Die Lehre der "himmlischen Hochzeit" widerspricht klar dem was Christus in Matthäus 22:23-33 sagte, vor allem Vers 30: "In der Auferstehung heiraten sie nicht, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie Engel Gottes im Himmel."

Sie meinen, Ihr Schluss sei logisch?
Natürlich wird nach diesem Leben nicht mehr geheiratet. “Ihr kennt nicht die Macht Gottes!” erklärt Jesus den Fragestellern.

Nur die diesseits durch die Macht des Priestertum des Sohnes Gottes vollzogenen Ehen haben ewige Gültigkeit. Jede andere Ehe ist mit dem Tod außer Kraft.

Es bedarf einer besonderen Macht, die ausschließlich Gott verleihen kann, um irgendeine Bindung (ggf Lösung) zu “siegeln” die Ewigkeitsdauer hat.
Petrus, und nicht irgendwelchen "Standesbeamten" wurde diese Macht unter strengen Auflagen (liebst du mich?) übergeben:


Matth. 16: 19 “Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.”

Die Betonung liegt auf der “Sondervollmacht” und auf “alles!”

Sie schreiben weiter:

Auch das Prinzip der Polygamie kann in keiner Übereinstimmung mit der Schrift gemacht werden, gleichgültig ob sie praktiziert wird oder ob sie nur in der Theorie angenommen wird. Der Apostel Paulus sagt in der Tat, dass die Minister und Kirchenführer die Ehemänner einer einzigen Frau sein sollen.

(1 Timotheus 3:2, Titus 1:6)

Wussten Sie, dass das Buch Mormon Polygamie definitiv verbietet?
Wussten Sie, dass in eben diesem Zusammenhang dargelegt wird, dass nur dann, wenn Gott sie anbefiehlt “um sein Volk hervorzubringen” Mehrehen christlichen Sinn machen?
Polygamie der Urväter Abraham, Jakob, Elkana (Vater des Propheten Samuel)  u.a. wurden von Gott akzeptiert.
Sogar die echte Vielweiberei Salomos stand wenigstens in dieser Darstellung nicht in Gottes Kritik
  1. Könige 11: 9 Obwohl Salomo in Vielehe lebte, erschien ihm Gott zweimal!
    Der Tadel richtet sich darauf, dass ihn fremde Frauen zur Vernachlässigung des wahren Gottesdienstes veranlassten.
    Man hat sich wohl vorzustellen, dass der präexistente Jesus als glorreiches Geistwesen für Salomo zweimal sichtbar wurde, bevor ihn einige seiner Frauen dazu verführten (auch) andere Götter zu verehren.
Dr Langen “Die römische Kirche” 1881, im Internet vollständig abrufbar.. schreibt: Tertullian hebt hervor, dass die Katholiken das Gesetz der Monogamie nicht auf alle Christen ausdehnten, sondern nach dem Wortlaut der Pastoralbriefe auf die Hierarchie beschränkten... dass man Bigami in den Aemtern duldete, obwohl ... dies nach der Ordination an den Tag gekommen war.
Hippolyt (Bischof in Rom um 220) berichtet ausdrücklich, zu seiner Zeit, also wohl mit seiner Billigung seien zuerst Bischöfe, Priester und Diakonen, auch wenn sie mehre Male (polygam) geheiratet hätten, in ihre betreffenden Aemter eingesetzt worden waren.“

Hurerei wird im Buch Mormon immer wieder scharf verurteilt:

Weißt du nicht mein Sohn, dass dies ein Greuel in den Augen des Herrn ist, ja die greulichste aller Sünden, ausgenommen wenn unschuldiges Blut vergossen oder der Heilige Geist verleugnte wird? Denn siehe wenn du den Heiligen Geist leugnest, nachdem er einmal Platz in dir gefunden hat, und du weißt, dass du ihn leugnest, so ist dies eine Sünde die unverzeihlich ist, ja, und wenn jemand gegen das Licht und gegen die Erkenntnis , die er von Gott hat mordet, so ist es für ihn nicht leicht Vergebung zu erlangen, ja ich sage dir, mein Sohn dass es für ihn nicht leicht Vergebung zu erlangen.“ Alma 39: 4-6


Sie schreiben:

Bezugnehmend auf 1 Petrus 3:18-20 und 4:6, behaupten die Mormonen, dass die Toten Gelegenheit haben, das Evangelium zu hören. Aber in diesen Versen, ist das benutzte Verb predigen in der Vergangenheitsform; das bedeutet also nicht, dass die Toten die Predigt hören nach ihrem Tod, sondern, dass nur diejenigen die jetzt tot sind, die Botschaft Gottes gehört hatten als sie noch lebten.”

Bitte, überlegen Sie eine Minute was dieser Unsinn den Sie da unterbreiten bedeutet! Die Konsequenzen solcher Betrachtungsweise ist mit keinem Bibelzitat zu rechtfertigen, denn Gott liebt alle Menschen und bietet ihnen dieselben Chancen. Betrachtungsweisen, die Ihren ähneln, zeichnen wenn auch ungewollt einen grausamen Gott.
Ich kann Ihnen viel erzählen, empfehle Ihnen aber das ausgezeichnete Werk des evangelischen Theologen Felix Gietenbruch “Höllenfahrt Christi und Auferstehung der Toten.” 2010, ISBN 978-3-643-80040-4
Studien zur systematischen Theologie und Ethik
Nein, Felix Gietenbruch sympathisiert nicht mit Mormonen, dennoch hat er nahezu 100 Prozent “mormonische” Positionen unterstrichen.



Freundliche Grüße



Gerd Skibbe


PS
Ihre folgende Anmerkung verrät, dass Sie niemals die Werke die Sie hier  verurteilen gelesen, geschweige denn betrachtet haben:
 
Der grundlegende Irrtum der Mormonen ist, dass sie eine Offenbarung außerhalb der Bibel akzeptieren. Die "Enthüllungen" der Lehre und Bündnisse werden jeden Leser der Bibel um ihre Bedeutungslosigkeit und Trivialität treffen, weil es sich um Kleinigkeiten, weit weg von den hohen Themen der Bibel handelt. Das Buch Mormon muss durch eine Art von „blindem Glauben" akzeptiert werden, weil weder die behauptete  Originalsprache noch ihr Inhalt durch Gelehrte als seriös und verantwortungsvoll erkannt wurde.

Montag, 20. Januar 2014

Noch nicht veraltet - eine unkommentierte Pressenotiz vom 7. Januar 2012


USA: Evangelikaler Dialog mit Mormonen


Richard J. Mouw, Präsident des einflussreichen neoevangelikalen Fuller Theological Seminary, Pasadena, Kalifornien, legte auf CNN Belief Blog seine Auffassungen über den Dialog zwischen Mormonen und Evangelikalen dar, in welchem er eine Schlüsselrolle spielt. Seit nunmehr 12 Jahren findet ein Dialog zumeist hinter verschlossenen Türen zwischen etwa ein Dutzend Evangelikaler und einer gleichen Anzahl von Mormonen statt. Der Mormone Professor Robert Millet von der Brigham Young University, einer Universität der Mormonen, ist der wichtigste Vertreter der Mormonen in diesem Dialog.

Mouw kommt zu dem Schluss: „Wir Evangelikale und unsere mormonischen Gesprächspartner stimmen in einigen wichtigen theologischen Fragen nicht überein. Aber wir haben auch erkannt, dass wir in einigen Dingen gar nicht so weit auseinanderliegen, wie wir dachten.“ Was aus Sicht Mows die Mormonen von Sekten unterscheidet, ist ihre Bereitschaft zum Dialog. Dass Mormonen an ihrer Brigham Young University Kurse über Weltreligionen anbieten sowie Dozenten beschäftigt, die Studienabschlüsse an renommierten Universitäten erlangten, ist für Mouw ein Indiz, dass Mormonen keine klassische Sekte sind wie etwa die Christliche Wissenschaft oder die Zeugen Jehova. Auch die Tatsache, dass Mormonen lobend über Billy Graham und die Katholikin Mutter Theresa sprechen und die Schriften des „evangelikalen“ Autors C. S. Lewis und des katholischen Paters Henri Nouwen lesen, zeugt für Mouw von der Tatsache, dass Mormonen integrationsfähig sind.

Auf die Frage, ob Mormonen Christen sind, antwortet Mouw, dass er „viele seiner Freunde als wahre Nachfolger des Jesus betrachtet, den er als seinen göttlichen Erlöser anbetet“, obgleich Mouw auch darauf hinweist, dass sich die Theologie der Mormonen teilweise außerhalb der historischen christlichen Lehre bewegt.

Aus Mouws Sicht sind die Mormonen „Christus-zentrierter“ als in vergangenen Zeiten. Ein Video mit einer Predigt des Mormonen Jeffrey Holland über den Kreuzestod Christi, das Mouw seinen Studenten zeigte, führte bei einer Reihe von Studenten zu der Einsicht, dass die Predigt dieses Mormonen auch von einem Evangelikalen gehalten worden sein könnte. Ferner vergleicht Mouw den Dialog mit den Mormonen mit jenem der katholischen Kirche nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil; die katholische Kirche zeigte sich nach dem Konzil offener für den Dialog mit anderen Religionen. Sekten würden sich einem solchen „selbstkritischen“ Dialog nicht stellen, so Mouw.

Schließlich appelliert er an seine Leser, die Qualitäten der Mormonen
als gute Bürger zu bedenken; ihr Handeln verdient aus Mouws Sicht, als "christlich" bezeichnet zu werden. Über den mormonischen Präsidentschaftskandidat Mitt Romney sagte Mouw, er verdiene es nach seiner Auffassung nicht, als „Sektierer“ betrachtet zu werden.

Seit 2000 fanden laut Christianity Today unter Führung von Mouw 17 Gespräche Evangelikaler mit Mormonen hinter verschlossener Tür statt, unter anderem am Wheaton College. Thomas S. Monson, Präsident der US-Mormonen, erteilte die Genehmigung für Standing Together, eine Allianz aus 90 evangelikalen Gemeinden in Utah, einer Hochburg des Mormonismus, um den Salt Lake City Tabernacle für gemeinsame Gottesdienste von Evangelikalen und Mormonen zu nutzen. Standing Together treibt seit 10 Jahren den Dialog zwischen Mormonen und Evangelikalen voran. Auch der bekannte Evangelist Nick Vujicic, der ohne Arme und Beine geboren wurde, ist diesem Dialog nicht abgeneigt. Nach einer Veranstaltung von Standing Together sprach von einer der „denkwürdigsten Abendveranstaltungen“ in seinem Dienst und „bedankte sich wärmstens bei den Führern der Kirche der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen).“

Auch Gregory Johnson, Präsident von Standing Together, bezeichnete dieses Ereignis als „historisch“. Der ehemalige Mormone Johnson, der heute den konservativen Baptisten angehört und sich für den Dialog mit Mormonen einsetzt, ist wie Mouw der Ansicht, dass es wahre Christen unter den Mormonen gibt, obgleich auch er der Lehre der Mormonen den Stempel „christliche Theologie“ nicht aufdrücken möchte. Johnson und Millet haben 58 öffentliche Diskussionen in ganz Nordamerika geführt und fördern den theologischen Dialog zwischen evangelikalen und mormonischen Studenten.

Mouw hatte 2004 erklärt, dass Evangelikale die Lehre der Mormonen oft falsch dargestellt haben und entschuldigte sich bei den Mormonen mit den Worten: „Wir haben gegen euch gesündigt.“


 Verantwortlich für diese Seite (die gekürzt von mir, Gerd, hier erscheint und deren Hauptpunkte farblich von mir herausgehoben wurden):

Georg Walter
Flößerstr.40
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Tel: 0157-72941973
E-Mail: georgwalter77@yahoo.de



Samstag, 18. Januar 2014

(1) Friedensengel lügen nicht


„Man kann“, um mit Zille zu reden, „einen Menschen mit einer Desinformation genau so erschlagen, wie mit einer Axt!“

Soweit zu sehen ist, orientieren sich hinterwäldlerische Theologen immer noch an dem Werk des "Mormonismusexperten" G.A. Zimmer
„Unter den Mormonen in Utah“, 1907, Bertelsmann Verlag

Pfarrer Zimmer stellte fest, nachdem er sich jahrelang, seit 1902, als evangelischer Missionar in Utah intensiv umgesehen hatte: 


„Die Mormonen sind eine einzigartige Gesellschaft von frechen Gotteslästerern, dreisten Lügnern, gewissenlosen Meineidigen, Hurern und Ehebrechern, gemeinen Dieben, lauernden Mördern eine durch greuliche Eidschwüre zusammen gekittete unzertrennliche Gemeinschaft, einem Basilisken vergleichbar, wie ihn nur die Macht der Finsternis ausbrüten konnte…“ 



 Dieses „Werk“ Zimmers las ich 1945 als fünfzehnjähriger mit wachsender Spannung. Auf dem Hausboden meiner Eltern hatte ich die „verbotene Kiste“ meines Vaters gefunden und geöffnet, kurz nachdem die Rote Armee in Wolgast einmarschiert war.
Statt, wie üblich, angeln zu gehen, las ich die ganze Antimormonenliteratur die mein Vater sich wohl angeschafft hatte, als er die Lehren dieser Kirche zu untersuchen begann.
Einiges davon ist noch heute in meinem Besitz.
Wahrlich nicht der Hellste, erkannte ich dennoch sofort, dass es sich um faustdicke Zwecklügen handelte. 

Denn Vater hatte sich bereits 1932, nach langjähriger Untersuchung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage angeschlossen und mich gut unterrichtet, auch hatte ich einige  Mormonenmissionare kennengelernt.
Ich vermochte schon früh den Geist der Herzlichkeit und Aufrichtigkeit dieser jungen Männer zu fühlen. Ihre Ausstrahlung hat mich mehr beeinflusst, später meine Wahl zu treffen, als die logisch starken Argumente von denen ich zunehmend vernahm.
Es war ein Segen, dass ich souverän denken konnte, noch bevor ich sechszehn wurde. 






Nicht wenige Geistliche der Großkirchen schritten und schreiten leichtfüßig und leichtsinnig über die auch uns, vom Grundgesetz zugesagte Unantastbarkeit unserer Menschenwürde hinweg.
 Das zweite Buch, das ich in der Box meines Vaters fand war dieses:








Auch Rössle beruft sich auf Zimmer - ohne der Behauptung in eigener Initiative nachzugehen

Meine Anmerkungen schrieb ich vor vielen Jahren

Wenn Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sich auf die Zeugenaussage Pfarrers Zimmer und anderes kursierendes Material berufen, - wie das z.B. von Dr. Rüdiger Hauth verbreitete, absolut unzuverlässige! - dann bleibt das nicht folgenlos.

Im Herbst 1946 fragten mein Freund Hans Schult und ich, - interesseshalber welches Bild sich die älteren Menschen unserer Heimatsstadt von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage machten, - einen Mann um die Fünfzig, von dem wir wussten, dass er die Versammlungen der Gemeinschaftschristen besuchte. 

Als würde er zu Tode erschrocken sein hob der gute Mann beide Hände: "Um Gottes Willen die sind gefährlich!"
Ähnliches und weitaus Schlimmeres haben tausende Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage bitter erfahren.
 
Mein Freund Bruno Rohloff Neubrandenburg, gelernter Buchhändler, schloss sich 1929, aus tiefster innerer Überzeugung dieser Kirche an. (Nachdem er das Buch Mormon vom ersten bis zum letzten Satz gelesen und betrachtet hatte.) Sogleich bekam er Probleme von verschiedenen Seiten. Die aus dem Waffenarsenal der "Wahrheitsverkünder" stammenden Klischees kamen zum Vorschein.
Seine Mutter in heller Aufregung, als sie davon erfuhr, rannte zu ihrem Pastor in Pasewalk: "Was soll ich tun, mein Sohn hat sich den Mormonen angeschlossen?"
Was er ihr in etwa erwiderte geht aus dem authentischen Brief des blinden Vaters Brunos hervor:

Mein Vater links im Gespräch mit Bruno

Rechts Brunos Vater, daneben Mutter Anna, links neben ihr Bruno

Lieber Bruno,

wie wir soeben (Ende Juli 1929) erfuhren gehörst Du nun dem Mormonen Klub an, mehr als das, Du willst Dich von ihnen taufen lassen, und noch mehr, Du wünschst desselbe für Deine beiden Kinder.
Was soll ich davon denken? Hast Du den Verstand verloren? Wir können uns keineswegs Dein Verhalten erklären. Welcher Teufel hat Deine Sinne überwältigt, dass Du Dich einer teuflischen Gesellschaft anschließt?
Reicht Dir die lutherische Wahrheit nicht aus?
Willst Du damit sagen, Du hättest keine Kenntnis?
Der liebe Gott hat Dir doch einen normalen Verstand geschenkt.
Ich kann aus alledem nur schließen, dass Du Dich hier in Pasewalk als Heuchler verhalten hast.
Du erwartest von Gott Hilfe und dienst dem Teufel. Aber irre Dich nicht, Gott lässt sich nicht spotten.
Wahrlich Du solltest wissen, dass da geschrieben steht. "Wer die Seinen nicht versorgt ist ärger denn ein Heide." Hast Du gar keine Bedenken Deiner Kinder wegen? Du willst Deinen Kindern die Gnade rauben die ihnen bereits durch die heilige Taufe geschenkt wurde?
Mehr als das, willst Du einen Fluch auf Dich und Deine Familie und Deine Enkel ziehen?
... Bedenke wer den heiligen Geist empfing und dagegen sündigt kann nicht mehr erlöst werden....
Denke daran welche Herzschmerzen Du uns verursachst.
(tatsächlich starb Brunos Mutter fünf Monate später am 16. Januar 1930)
Was würde Pastor Wohlgemut dazu sagen, wenn er noch lebte?
Wird er nicht am Jüngsten Tag als Zeuge gegen Dich dastehen?
... verlasse diese Sekte!... 
Deine Eltern und Arnold (ein Bruder Brunos)

Wer sich je daran erinnern kann wie beklemmend er etwa als Passagier einer Fluglinie die Bergwelt Afghanistans empfunden hat, der weiß, dass sich in dieser Welt endloser Klüfte jeder verstecken kann.
Hier, im Schutz zahloser Höhlen und kaum zugänglicher Schleichpfade, sammelt sich ein gewaltausübendes Potential dem keiner etwas entgegen setzen kann.
Aus diesem Hinterhalt läßt der schreckliche Krake seine Fangarme unversehens vorschnellen, süchtig auf Vernichtung, süchtig auf die Allmacht als Beherrscher seines sich ausdehnenden Reviers.
Aber der Tag wird kommen! Er wird schrecklicher sein als die Zerstörungswut des Ungeheuers.

Der Tag wird aber hoffentlich auch für diejenigen kommen, die aus den Verstecken einer zerklüfteten Umwelt der zur Gleichgültigkeit neigenden Heute-Gesellschaft, ungerügt ihre schwarze Tinte gegen Gruppen, wie die "Mormonen" verspritzen.  Sie tun es, wie ich erkennen musste, um ihrer eigenen Sicherheit und Vorteile wegen. 
Opfersuchend strecken einige unter den besonders Gehässigen, ihre Krakenarme aus. Sie wollen die eliminieren die ihnen suspekt, fresswürdig oder gar gefährlich erscheinen. 
Die Gefährlichen sind selbstverständlich diejenigen, die sie als Eindringlinge betrachten.
Kraken brauchen sich nicht zu rechtfertigen.
Sie sind so.
Es ist ihr Naturell.
Protestanten jeder Spielart und aller Ränge dulden es, dass Beffchenträger und ihresgleichen immer noch ungestraft gegen erklärte Glaubensfeinde Gift  schleudern.
Stellvertretend für viele, von denen noch sehr zu reden sein wird, steht hier der Name der ehemaligen Kultusministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern Frau Regina Marquardt, ihres Zeichens evangelische Theologin. Sie gab sobald sie mit SPD Mandat im Amt war eine neue "Informationsbroschüre" heraus um Kenntnisse über Sekten und Weltanschauungsgruppen zu verbreiten.


Beachte den leicht schräg gestellten Aufdruck : "aktualisierte überarbeitete Neuauflage 95"
Als Mitglied des Jugendhilfeausschusses Neubrandenburgs mit CDU Mandat  fragte ich mich natürlich, warum nach der Herausgabe des Originals - deren Exemplare in den Ämtern noch zu Dutzenden, wenn nicht zu Hunderten herumlagen - der Landeshaushalt erneut belastet werden musste.

Schnell stellte sich heraus, dass dieselbe Broschüre die von ihrer Vorgängerin herausgegeben worden war, die "Mormonen" nicht in Betracht gezogen hatte.

Mittig angeordnet erschienen in der Neuauflage "Informationen" über die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Die Absicht war für mich klar erkennbar. Zudem war der Ehemann der Frau Ministerin Pastor in der Landeshaupstadt Schwerin.
Kurze Zeit danach ermöglichte mir ein Freund das Rundschreiben  Nr 18-95 des Landesinnenministeriums zur Kenntnis zu nehmen.

Da ich zuvor informiert wurde wie schwer es unseren Missionaren gemacht wurde in Stralsund, Schwerin, Rostock usw. Aufenthaltsgenehmigungen zu erlangen, lag auf der Hand, dass dieses Rundschreiben den Ämtern der kreisfreien Städte nahelegte die Missionarsarbeit der Kirche Jesu Christi der HLT wenn möglich zu beeinträchtigen.

Umgehend suchte ich meinen Freund, den stellvertretenden OB Neubrandenburgs, Burkhard Räuber auf und sagte ihm geradezu ich würde in der nächsten Sitzung der Stadtvertreter mein Amt mit einer Erklärung niederlegen.
Burkhard schüttelte sofort den Kopf. Ich teilte ihm mit, um was es geht.
Fest stand, dass die Neubrandenburger Presse mich bislang häufig zitiert hatte. Es würde einiges Ausehen erregen wenn ich in meiner angekündigten "persönlichen Erklärung" u.a  sagen würde:

Seit einhundert Jahren verbot niemand unseren Missionaren in Deutschland zu wirken. Jetzt mit der neuen Demokratie, nachdem wir die Diktatur der Kommunisten überwunden haben, soll meine Religion unter dem Verdacht sie wäre gefährlich unter fadenscheinigen Hinweisen verdrängt werden...

Wahr ist ich hätte meine ganze Redezeit ausgeschöpft und die Presse hätte es im wesentlichen weitergegeben. Burkhard telefonierte umgehend mit Schweriner Beamten.
Ich informierte Präsident Dieter Uchtdorf, der mir sofort seine Sympathie und seine volle Unterstützung anbot.
So fanden wir, Präs. Uchtdorf und ich, uns kurz darauf im Landesinnenministerum in Schwerin zusammen. Zwei Staatssekretäre kamen zu uns. Präsident Uchtdorf nahm die Gelegenheit wahr, etwa eine halbe Stunde lang mittels eines Bildbandes beeindruckend darzulegen was die Lehren und Absichten unserer Kirche sind.

Umgehend wurden wir unterrichtet, dass das Innenministerium das besagte Rundschreiben zurückzieht.
Dann erlebten wir, dass Frau Landes-(Kultus) Ministerin Marquardt Weisung an die Jugendämter des Landes gab die vier Seiten, Mormonen betreffend aus den Heften zu entfernen. Das war eben deshalb möglich, weil sie mittig eingeheftet worden waren und weil offensichtliche Desinformationen drin standen, auf die nicht nur ich hingewiesen hatte.
Ich wage zu bezweifeln, dass die Seitenentfernung umfassend geschah.
Immerhin erkannte ich, dass uns dieses Thema nie wieder losläßt. Und dass der Tag kommt an dem die Wahrheit sich Bahn brechen wird und zwar die Wahrheit, dass Joseph Smith nichts weiter getan hat, als mit Gottes Hilfe mehr Licht in Sachen Religion in eine zerstrittene Welt zu bringen.

Donnerstag, 16. Januar 2014

Gelegentlich frage ich mich: bin ich verrückt oder die Antis?

Wenn man fast siebzig Jahre dabei ist, dann wundert man sich nur noch selten, was Antimormonen so von sich geben können. Ich halte seit sechs Jahrzehnten dagegen, aber das kümmert unter den Hartgesottenen keinen. Sie klopfen einfach auf den ihnen hochverdächtig erscheinenden Sack. Da muss doch etwas Verrücktes drinnen oder dahinter stecken!
Diese Grundüberzeugung ist allgegenwärtig. Sie ist anscheinend unausrottbar.
Das Hauptargument unserer Antis lautet: "Es kann nicht sein, dass..." Die Folgerung lautet (logischerweise?) "einfach drauf: Augen zu und los geht es."

Ich beschrieb bereits hundert oder mehr Beispiele für nicht astreinen Journalismus und verfasste mittlerweile 200 Blogs und einige Hefte, sowie 2 Bücher zu diesem Thema.
Es ist fast immer dasselbe: 
Sie  hauen dem angeblich törichten und obendrein "bösen Buben", der sich irgendwo in seinem Versteck befindet aus hundert vorgeblich guten Gründen die ganze Hose kaputt. 

Die meisten Schläger dieser Kategorie  tun so, als handelten sie aus rein humanem Anliegen, als müssten sie die ganze Welt wachrütteln, nicht auf den "Mormonenschwindel" hereinzufallen.
Sie warnen: Diese "Utahwerber" wollen euch alle in die Falle locken.

Andererseits weiß selbst der Dümmste unter unseren Gegner, wieviele Hürden einer Mormonenmitgliedschaft vor jeder Warnung im Wege stehen:
- Striktes Verbot außerehelicher sexueller Beziehungen ist Hinderungsgrund Nummer 1
- Striktes Drogenverbot, das auch jeglichen Alkoholgenuss einschließt.
- Hürde Nummer 3 ist die mit einer zu erwerbenden Mitgliedschaft verbundene  Pflicht an diese Kirche mehr als 10 Prozent seines Einkommens abzuführen!
Das Zahlen des Zehnten ist eine niedere Form der eigentlich angestrebten Vereinigten Ordnung, die zugunsten aller gelebt werden sollte. Wobei der "Zehnte" nicht anders verwendet wird als zum Bau und Erhalt von Versammlungszentren, Tempeln und Bildungseinrichtungen. 
- 4. muss man das Unglaubliche glauben können - bis man gefunden hat, dass es eben nicht unglaubhaft ist
- Du sollst dich obendrein ehrenamtlich engagieren, was dich etwa 10 Stunden pro Woche kostet.
- Du sollst sogar Führungsausgaben übernehmen, die Daten deiner familiären Herkunft sammeln und verfolgen
- von dir wird erwartet, dass du selbstverständlich die zehn Gebote hältst.

Weit vor alledem ragt, wie ein düsteres Gebirgsmassiv, die Menge gezielter und ungezielter Desinformationen vor jedem der sich der Sache auch nur informationshalber nähern möchte.

Manchmal habe ich es satt, den von Besserwissern verbreiteten Quark unter die Lupe zu nehmen, den Leichtfertige produzieren und aufs zuvor noch lupenreine Papier klecksen lassen.

Zugegeben der Rahmen in dem meine Religion daherkommt, wirkt unglaublich schief. Aber eigentlich geht es ums Bild, jedenfalls sollte man das meinen.

Wer geht schon der Rahmen wegen in eine Gemäldegalerie?

Um es kurz zu machen:

 Sagt mir, was falsch an den sittlichen Hochzielen des sogenannten "Mormonismus" ist, oder benehmt euch, bitte, zivilisiert!


Unser 11. Glaubensartkel steht innerkirchlich auf höchstem Podest:

"Wir beanspruchen das Recht, den Allmächtigen Gott zu verehren, wie es 
uns das eigene Gewissen gebietet, und gestehen allen Menschen 
das gleiche Recht zu, mögen sie verehren, 
wie oder wo oder was sie wollen."

Wie wäre es, wenn sich unsere Feinde, zu denen auch die terroristischen Islamisten gehören, daran ein Beispiel nehmen würden?

Andererseits ist niemand wirklich Mitglied der Kirche Jesu Christi der HLT, wenn er nicht danach trachtet gemäß diesem Satz zu leben - und eigentlich kann jemand allenfalls  nur ein Namenschrist sein wenn er das Toleranzgebot mit Füßen tritt.

Warum auch die Intelligenten unter unseren Feinden sich im Namen ihrer Wahrheits- und Menschenliebe intolerant verhalten müssen, - sobald es um und gegen die "Mormonen" geht - bleibt ihr Geheimnis.

Was ist daran verkehrt mit uns zu bekennen:

"Wir glauben, dass es recht ist, ehrlich, treu, keusch, gütig und tugendhaft
 zu sein und allen Menschen Gutes zu tun; ja, wir können sagen, 
dass wir der Ermahnung des Paulus folgen – wir glauben alles, 
wir hoffen alles, wir haben viel ertragen und hoffen, 
alles ertragen zu können. Wenn es etwas Tugendhaftes oder Liebenswertes gibt, wenn etwas guten Klang hat oder lobenswert ist, so trachten wir danach." ?


Mittwoch, 15. Januar 2014

Nein, Herr Ministerpräsident Kretschmann - ich akzeptiere nicht!

Spiegel schrieb an 14. Jan. 2014:

"Stuttgart/Hamburg - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will trotz der Kritik der Landeskirchen im Südwesten das Thema sexuelle Vielfalt stärker im Unterricht verankern. ...
Kretschmann, früher selbst Lehrer für Biologie und Ethik, erinnerte daran, dass niemand wegen seiner sexuellen Orientierung diskriminiert werden dürfe. 

"Das heißt, die Menschen so zu akzeptieren, wie sie nun einmal sind in ihrer Veranlagung. Fertig. Aus. Amen." 

Kretschmann, der auch Mitglied des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken ist, sagte in Stuttgart: "Wenn Ausdrücke wie 'schwule Sau' zu den beliebtesten Schimpfwörtern auf Schulhöfen gehören, dann ist da Handlungsbedarf." Deshalb sei es richtig, die Themen Pluralität und Toleranz im Unterricht angemessen zu verankern."

Als ehemaliges Mitglied des Jugendhilfe-Ausschusses der Kreisstadt Neubrandenburg, von 1990-1998 (mit CDU-Mandat) erfuhr ich von einigen Kuriositäten. Darunter war die, dass zwei Mütter halberwachsener Kinder, nach unauffälligen Ehejahren und zum Entsetzen ihrer Freundinnen und der Ehemänner  sich plötzlich als Lesben outeten.
Das nehme ich zur Kenntnis, verurteile niemanden, doch ich kann es nicht gutheissen oder billigen. Herr Ministerpräsident Kretschmann überfordert mich wenn er an dieser Stelle Akzeptanz einfordert. (Akzeptieren kommt vom lat.  „accipere", gutheissen)
Natürlich müssen Lehrer über ausnahmslos alles was das Leben betrifft reden, aber mit Bedacht, qualifiziert und in Ehrfurcht vor dem Leben aller.
In Schulbüchern, die sich mit Ethik befassen, steht nie die letzte Weisheit geschrieben, die haben wir unter vielem tauben Gestein wie eine Goldader zu suchen und zu verfolgen.

Höchst unqualifiziert für das Lehrfach Ethik sind Lehrer die ihre Ehepartner durch Seitensprünge oder anderswie klar misshandelt haben. Sie sollten lieber den Mund halten, ehe sie sich zum Thema Sex vor Schülern belehrend äußern - es sei denn, da ist vieljähriges Gras über die Sache gewachsen.

Stellen sich nicht jedem von uns augenblicklich einige Fragen, wenn jemand reklamiert:
"Ich bin ein geborener Kleptomane,... Pyromane,... Triebtäter ... und die andern haben mich deshalb zu akzeptieren wie ich nun einmal bin! Aus und Amen?"
Der Terrorist als Sprengstoffattentäter trägt seine Veranlagung zum Fanatiker sehr wahrscheinlich bereits im Erbgut. 

Das sei miteinander nicht vergleichbar?
Im Bereich der Sexualität handele es sich um biologische Prozesse. 
Wirklich? Ist das alles?
Und die Erbinformationen die der Neigung zum Verbrechertum vorausgehen, sind sie etwa kein Teil eines biologischen Prozesses?

Mein "Nein" kommt daher, dass ich weiß: dass ich ein geborener Don Juan bin!
Es ist wohl wahr, ich begehrte nicht selten hübsche Frauen, denn so war ich nun einmal gestrickt, aber ich erlaubte mir nicht den Kopf nach ihnen umzudrehen, oder gar insgeheim einen Plan zu entwerfen. Man kann lernen sich zu disziplinieren ohne sich zu vergewaltigen, vorausgesetzt man liebt seinen Partner wirklich.

Nach fast 50 Ehejahren in erster Ehe und fast zehn in zweiter, darf ich sagen, meine beiden Frauen hätten irgendeine Entschuldigung nicht nur nicht akzeptiert. Sie hätten es für unmöglich gehalten, dass ich fähig gewesen wäre, sie zu betrügen. 
Wenn wir zu akzeptieren hätten, dass Menschen sind wie sie sind, könnten wir auf jede Erziehung pfeifen und nur noch blanke Wissensvermittlung anbieten. 
Vornean in jedem Teilabschnitt unserer Menschwerdung stand und steht die Entfaltung des Gewissens, das uns erst zu Menschen macht.
Ich habe noch zu Hitlers Zeiten gänzlich verrückte Ideen auf mich einwirken lassen müssen, die jedoch Teilen meines Naturells entsprachen und die deshalb zu schrecklichen Taten hätten führen können. Hunderttausende Offiziere und Soldaten  der Wehrmacht gehorchten einfach, weil es bei ihnen ähnlich war: der natürliche Hochmut trieb sie: "wir Deutschen sind die Größten!" Das Resultat kennen wir.

Wir haben, was wir tun und lassen, früher oder später, vor dem eigenen ICH zu verantworten. Ich weiß, zahllose Fäuste ballen sich, wenn Betroffene das hören.
Die das tun, fordern von mir, was sie nicht zu geben bereit sind: Verständnis für den Andersdenkenden.

Von der Pflicht selber kritisch und selbstkritisch nachzudenken kann kein Staatsgesetz entbinden.
Für den der seine Sinne beieinander hat, ist es verboten, andere für sich nachdenken zu lassen.

Wir haben furchtlos die Wahrheit (den "richtigen" Weg) zu suchen - unter den Umständen, dass viele Meinungsbildner "mit Autorität" lehren, es gäbe diese Wahrheit gar nicht - diese Aufgabe war, ist und bleibt unsere höchste Pflicht.

Toleranz muss zwingend gelehrt und gelebt werden.
Der Tolerante sagt: du darfst die Verbrecherlaufbahn einschlagen, jedoch den Konsequenzen entkommst du nicht, weil es Kausalität gibt.
Der Gleichgültige fordert die Konsequenzen nicht ein, denn die Gleichgültigkeit verachtet Normen.
Gleichgültigkeit wird aus Gründen der Denkfaulheit gerne als Toleranz ausgegeben. Ähnlich verrückt wäre es jedoch Gold gegen Spielgeld einzutauschen.
Toleranz zu lehren bedeutet in jedem Fall Grenzen aufzuzeigen, die die Logik gesetzt hat und die von allen Seiten Respektierung verlangen. 
Toleranz ohne Normen gibt es ebensowenig wie  heissen Schnee.
Ich mag die Schwulen nicht! Aber ich war und bin höflich zu ihnen und ehrlich freundlich. 
Für mich sind sie keine Sexualwesen sondern meine Mitmenschen, die wie ich mit ihren Leidenschaften ringen.

Nichts wirkt sich so verheerend aus, wie eine Erziehung, die keine Erziehung des Menschen zu vernunftgemäßem Handeln ist. Recht hat Rosa Luxemburg - sage ich denen die meine Denkweise hassen: 

                    "Freiheit ist immer die Freiheit des anderen!" 

Niemand ist frei, solange er Sklave seiner eigenen Leidenschaften ist.

 
PS.

Kretschmanns zweite Forderung, jegliche Art von Beschimpfungen von Mitmenschen zu unterlassen ist zwingend korrekt, denn Zivilisation endet dort, wo der Hass sich ungehindert artikulieren darf.

Hier sind Bestrafungen angesagt. 
Ich glaube nicht, dass irgendwelche Vorträge in Unterrichtsstunden zu Sachen Moral fruchten, denn die Provokateure wissen sehr wohl, dass sie Zerstörer sind.
Sie sind zu schwach sich selbst zu beherrschen. 
Der Spaß, oder die Genugtuung (die Arroganz) sich selbst beweisen zu können, nicht das letzte Glied einer Kette zu sein, steht jeder Vernunft im Weg.
Selbst wenn es sich um einen "schwulen" Mitschüler handelt der beschimpft wurde, müsste ein Jugendgericht nach einem noch zu schaffenden Paragraphen den Beleidiger zu einer echten Strafe verurteilen.

Das wird nicht geschehen. Aus tausend guten Gründen. Also werden wir irgendwann vor dem Chaos  stehen, Gefangene einer absolut lieblosen Gesellschaft zu sein, gemäß dem Gesetz, dass nach einer Anhäufung von Quantitäten der Umschlag in eine neue Qualität erfolgt
Nicht aus Respekt vor der Würde eines Strafunmündigen, sondern um dem Zeitgeist der Moderne zu gehorchen wurden Prügelstrafen abgeschafft. 

Leider!