Montag, 1. Dezember 2014

Komplett "Vom Fisch zum Kreuz"


Gerd Skibbe
Vom Fisch zum Kreuz
Was Roms Kaiser Konstantin aus der Lehre Christi machte

„Abfall und Wiederherstellung“ im Spiegel der deutschen Fachliteratur
© 2010 Gerd Skibbe
Jede Reproduktion des Werkes oder von Teilen davon auf Papier oder in
elektronischer Form bedarf der schriftlichen Genehmigung des
Rechteinhabers
Umschlagentwurf Dr. Peter Wöllauer
Herstellung und Verlag:
Books on Demand GmbH, Norderstedt
ISBN 978-3-8423-2827-3
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der
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Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Mormonismus, die vielleicht toleranteste Religion weltweit, erscheint nicht wenigen Sektenkundlern als amerikanischer Mix und auf jeden Fall als
undeutsch. Herr Dr. Rüdiger Hauth, langjähriger Wortführer deutscher
Mormonenkritik sagt:

„Der Mormonismus ist eine amerikanische, eigenständige synkretistische Neu-
Religion, ... Der Übertritt zum Mormonentum stellt nicht nur einen
Glaubenswechsel dar, sondern bedeutet eine völlige Abkehr von der biblischen
Tradition und der christlich-ökumenischen Kirchengemeinschaft, denn der
Mormonismus repräsentiert eine ganz andere, fremdartige Welt“
 „Dialog und Apologetik“, 2001 (1)

Nun sind Rede und Erwiderung das Lebenselixier jeder Demokratie.

Da wir alle beanspruchen, Christen, Demokraten und vernünftig zu sein,
erlaube ich mir, dieses Statement des Herrn Dr. Hauth freimütig zu betrachten,
zumal sein Inhalt in ähnlicher Form in unterschiedlichen Publikationen immer
wieder auftaucht.

Es sei erlaubt zu fragen, ob
- ein Urchrist des 1., 2. oder 3. Jahrhunderts, wenn er sich in der heutigen
Kirchenwelt, z. B. auf einem evangelischen Kirchentag, einen Tag lang
umsehen könnte, eine ihm vertraute, oder aber ob er „eine ganz andere,
fremdartige Welt“ vorfinden würde?

- Ginge diese Person des Altertums in eine Kirche, eine Kathedrale, einen Dom,
würde er sich da zuhause fühlen? Oder würden ihn die Dimensionen und die
Kälte erschrecken?
Immerhin wissen wir, dass diese gewaltigen Bauwerke dem konstantinischen
Gigantismus zuzuordnen sind und nicht urkirchlichen Vorstellungen.
In Rom gab es, wie wir alle wissen, vor Konstantin, also vor 320, nicht eine
einzige christliche Kapelle oder Basilika; das haben die Grabungen ergeben.
- Altäre in einer Kirche gab es vor Konstantin ebenfalls nicht. Unser Urchrist
würde sich sehr wundern, denn „... in einer christlichen Kirche
kann es eigentlich keinen Altar geben, sondern nur einen Abendmahlstisch.“
(2)
Am 07. November 2005 berichtete der „Spiegel“ unter der Überschrift: „Älteste
christliche Kirche der Welt entdeckt?“
„Archäologen haben unter einem israelischen Gefängnis die vielleicht älteste
christliche Kirche der Welt ausgegraben. Der Fundort ist Megiddo, ...(man
fand) altgriechische Inschriften, geometrische Verzierungen, den Namen von
Jesus Christus und ein kreisförmiges Symbol mit Fischen, das Symbol der
Urchristen... Die Ausgrabungen deuteten darauf hin, dass anstelle eines in
anderen Kirchen üblichen Altars im Zentrum der Fundstelle nur ein einfacher
Tisch stand. Leah di Segni, eine Expertin von der Hebrew University in
Jerusalem, sagte, die Verwendung des Begriffs „Tisch“ anstelle von „Altar“ in
einer der Inschriften könnte dramatische Auswirkungen auf die Studien
frühchristlicher Rituale haben. Bislang sei man davon ausgegangen, dass Jesus
Christus das Abendmahl an einem Altar gefeiert habe.“
(3)

Verwundert würde der Urchrist weiter nachfragen:
- Christen erhalten für ihren Dienst an der Gemeinde Geld? Noch um 220
beklagte der römische Bischof Hippolyt, dass die ... Gemeinde der
Theodotianer in Rom, ihrem Bischof ein monatliches Gehalt zahlte.
Dies sei „eine gräuliche Neuerung“. (4)
- der Urchrist würde sich über die liturgische Gewandung, sogar über das
Beffchen der Pfarrer, wundern. Seine Brüder gingen nie anders gekleidet, als
der Rest der Bevölkerung, auch während der Gottesdienste. Nach Hertling
kamen liturgische Kleidungsstücke erst 589, mit dem Konzil zu Narbonne auf.
(5)
- Völlig fremd würden unserem Besucher aus dem 3. Jahrhundert die Kreuze
erscheinen.
Christen des 1.bis 4. Jahrhunderts kannten keine Kreuze, obwohl sie gewillt
waren, die Bürde Christi, oder das „Kreuz Christi“, zu tragen, nämlich als
„Lämmer in einer Welt der Wölfe“ zu leben.
Das Bischöfliche Ordinariat Regensburg, bestätigt 2010 im Internet:
„Als allgemein verbreitetes und verwendetes Symbol der Christen lässt sich das Kreuzzeichen erst in der Zeit der Völkerwanderung nach 375 n. Chr. nachweisen.“ (6)
Kreuze kannte man nur als Marterinstrumente oder als Symbole des Sieges auf
den römischen Standarten der Legionen. Da gab es sie schon 100 Jahre vor
Konstantin. Das geht u.a. aus einem Aufsatz des Felix Minucius hervor. Etwa
im Jahr 200 schrieb er: , im "Dialog Octavius", was er davon hält, das Kreuz, an
dem Jesus starb, und das Kreuz der Kaiser und ihrer Legionen miteinander in Verbindung zu bringen und beide, als Mix, zum Gegenstand auch ihrer Verehrung zu machen: „Kreuze beten wir nicht an und wünschen sie nicht. Ihr allerdings, die ihr hölzerne Götter weiht, betet vielleicht hölzerne Kreuze an als Bestandteil eurer Götter. Was sind sie denn anderes die militärischen Feldzeichen und Fahnen als vergoldete und gezierte Kreuze?
Eure (!) Siegeszeichen haben nicht bloß die Gestalt eines einfachen Kreuzes,
sondern sie erinnern auch an einen Gekreuzigten... bei euren religiösen
Gebräuchen kommt (das Kreuz) zur Verwendung.“
(7)
Der Mann, der mit dem Konzil zu Ephesus, 431 das Kreuz (bzw. die
konstantinischen Kreuzsymbole) in die Kirche trug, war Cyrill von Alexandria.
Ich wage nicht zu sagen, wer dieser Kirchenpolitiker in Wahrheit war, verweise
jedoch auf die hervorragende Inauguraldissertation von Kaplan Dr. Leonhard
Fendt.
(8) Dieser brillant diskutierende, rückhaltlos ehrliche, katholische
Geistliche Fendt, lässt am geld- und machtgierigen ‚heiligen’ Cyrill kaum ein
gutes Haar. Einige Millionen, die sein Onkel, der Patriarch Theophilos von
Alexandrien, durch Plünderung des Serapistempels gewann, - der der
Verehrung des biblischen Joseph in Ägypten diente - musste Cyrill einsetzen
um aus dem Gefängnis freizukommen, in das ihn Kaiser Theodosius II. wegen
seiner grenzenlosen Zanksucht stecken musste. Die Haare würden unserem
Gast aus der Frühzeit der Kirche zu Berge stehen, wenn er z.B. hören würde,
wie heftig sich die Patriarchen Cyrill von Alexandria und Nestorius im Jahr 431
nicht nur mit Worten bekämpften: Pelusium, ein Freund Cyrills, schrieb damals
an Cyrill: „... fälle keine Gewaltsprüche, sondern wäge in gerechtem Urteil die Gründe ab, denn viele der in Ephesus Versammelten höhnen über dich, als ob du eine Privatfeindschaft austrügest, nicht aber rechtgesinnt suchtest, was Jesu Christi ist.“
(9)
 Es ging um die Frage ob Maria die Christusgebärerin
(Christotokos) ist oder ob sie die Gottesgebärerin, (Theotokos) genannt
werden sollte, wie Cyrill meinte. Selbst wir Heutigen wären erstaunt, wenn wir
den „Gesang der Mönche“ am Kaiserpalast nach dem Bekanntwerden der
Absetzung des Nestorius hören könnten: ,,Verachtet bist du, an welchem Orte
du auch seiest; verflucht bist du vor Gott, o Jude! Der Christ ist siegreich alle
Zeit! Gebt den Juden jetzt den Juden, gebt den Verräter den Juden!"; das Volk
schrie: „Man möge Nestorius, den Juden, verbrennen.“
Nestorius verkam
danach in der ägyptischen Wüste. (10)

Was bliebe von der christlich-ökumenischen Kirchengemeinschaft übrig, wenn
eine machtvolle Hand, alle ab dem 4. Jahrhundert von Menschenhand
eingefügten Neuerungen oder Hinzufügungen fortnehmen würde? 

Es wäre eine Gemeinschaft ohne Kathedralen, Dome und Predigtkirchen, eine Kirche ohne hauptamtliche Pfarrer, in der es viele Priester gibt, alle gleichberechtigt und ohne Dienstkleidung, eine Kirche ohne Altar, ohne Kreuze und Glockenklang, eine Kirche ohne Kleinkindertaufen,ohne Taufstein.
 
Zum Glück bliebe die Lehre von Christus übrig, aber es wäre ein ganz anderer
Christus und die Lehre würde wieder leuchten.
Ginge unser Urchrist nun in eine Kapelle der Kirche Jesu Christi der Heiligen
der Letzten Tage, irgendwo, weltweit, er würde den Abendmahlstisch sehen,
das kreuz- und schmucklose Gemeindehaus, ein Lesepult. Wie in seinen Zeiten
erlebte er bei den ‚Mormonen’ eine Versammlung aller unter der Leitung eines
Bischofes und seiner beiden Ratgeber - genau so wie es früher war - und dann
die Zusammenkünfte der Ältesten- und anderer Priester-schaftskollegien, sowie
die gleichberechtigten Veranstaltungen der Frauen, Kinder, Jugendlichen in den
extra dafür vorgesehenen Zeiten. Sogar die Themen würden denen der
urchristlichen Versammlungen ähneln. Nur in Ausnahmefällen würden die
Ereignisse der Tagespolitik erwähnt werden, das immerwährende
Thema wäre ‚Freude’. „Menschen sind, dass sie Freude haben können“ sagt das Buch Mormon.
(11) Es ginge um die zeitliche und ewige Wohlfahrt aller,
die zu uns kommen, denn Jesus hat gesagt: „Kommt her zu mir, die ihr
mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“
(12)

Das so bestimmt klingende Wort „der Mormonismus (sei) eine amerikanische, eigenständige synkretistische Neu-Religion“ erweckt den Eindruck von Solidität, den Beweis bleibt Herr Dr. Hauth uns allerdings schuldig. Laut
Wörterbuch bedeutet „Synkretismus“ die Vermischung der Aspekte
unterschiedlicher Religionen um etwas Neues zu formen.

Wie lange kann beim heutigen Stand des Wissens die Behauptung aufrecht
gehalten werden, das sehr komplexe Lehrgut der Kirche Jesu Christi der
Heiligen der Letzten Tage gleiche einem Teppich oder einer Decke aus lauter
entlehnten oder gar geklauten Flicken?
Da gibt es einen Mann aus dem Altertum, Origenes (185-254), der sich mit
seinem Werk und Wissen, seit kurzem, wieder ziemlich gewichtig zu Wort
meldet. Er hat der Menschheit ein Bild von der Urkirche hinterlassen, an dem
sich alle Gemeinden jetzt und zukünftig messen lassen müssen, gerade auch die
christlich-ökumenische Kirchengemeinschaft.

Wie wir im Folgenden sehen werden, steht die gesamte christlich-ökumenische
Kirchengemeinschaft mitsamt ihren Lehren gemessen an Origenes, auf sehr
dünnen, tönernen Füßen.
Origenes' Name wird von nun an immer wieder auftauchen. Papst Benedikt
XVI. empfahl in seiner Generalaudienz am 25. April 2007 die Rückkehr zu
Origenes: „Ich lade euch dazu ein... die Lehre dieses großen Meisters
(Origenes) im Glauben in euer Herz aufzunehmen.“
(13)
Bereits 20 Jahre vor dem origenesfreundlichen Statement des Papstes hatte
Kardinal Urs von Balthasar erklärt: „Origenes und seine Bedeutung für die
Geschichte des christlichen Denkens zu überschätzen ist kaum möglich.“
(14)
Und der katholische Historiker Ludwig Hertling, Mitglied der Gesellschaft
Jesu, machte bereits vor 60 Jahren die denkwürdige Aussage:
„Origenes hatte niemals die Absicht, von der Lehre der Kirche
abzuweichen!“
(15)
Vergleichen wir also acht der bedeutendsten Lehren der Kirche Jesu Christi der
Heiligen der Letzten Tage im Detail einerseits mit denen des Origenes, dem
anerkannten Schiedsrichter der Urkirche, und andererseits mit denen des
traditionellen Christentums. (Es gibt weitaus mehr als 16 Übereinstimmungen
zu Gunsten der zu Unrecht kritisierten Mormonen)


Quellen:
1) „Dialog und Apologetik“, 2001
2) K-P. Hertzsch, „Theologisches Lexikon", Union –Verlag, Berlin, 1977. S.13
3) Der Spiegel, 7. November 2005, S.
4) Jungklaus, Full Text of: „Die Gemeinde Hippolyts ...nach seiner Kirchenordnung
5) „Geschichte der Katholischen Kirche bis 1740“, Morus-Verlag Berlin S. 46
6) www. regensburg. de/bor page 003359.asp
7) Stemberger „2000 Jahre Christentum“, Karl Müller Verlag, Erlangen, 1990 S. 146.
8) „Die Christologie des Nestorius“ kath.theol. Fakultät der Kaiser - Wilhelm - Universität
Straßburg, 1909, Kempten, ist unter diesem Namen komplett im Internet abrufbar.
9) Christian Pesch „Nestorius als Irrlehrer“ Paderborn 1921, Verlag Schöningh
10) Leonhard Fendt, Inauguraldissertation
11) Buch Mormon 2. Nephi 2: 25
12) Matth 11: 28
13) Origenes – Leben und Werk in Benedikt XVI, Generalaudienz, Mittwoch 25. April
2007, zu finden unter www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/audiences/2007/documents/hf_benxvi_aud_20070425_ge.html
14) www.origenes.de/Kommentare
15) Geschichte der Katholischen Kirche bis 1740, Morus-Verlag, Berlin, S. 27. (mit
Imprimatur. Romae, vom 27. Nov. 1981) 


Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage lehrt deckungsgleich mit Origenes (185-254):


1.) die ewige Präexistenz aller heute lebenden Menschen

2.) die absolute Unverbrüchlichkeit des ewigen Rechtes auf Entscheidungsfreiheit jedermanns

3.) eine Mehrzahl von Göttern
4.) der Mensch kann wie Gott werden

5.) Erlösung durch das Sühnopfer Christi und durch eigene Anstrengung
6.) zuerst wurde die geistige Welt geschaffen

7.) die Notwendigkeit fortlaufender Offenbarung

8.)das Werk für die Verstorbenen und die Möglichkeit der Ewigkeit der Ehe.


Zugegeben, Angehörigen anderer Kirchen müssen solche Lehren, weil völlig unbekannt, verdächtig vorkommen. Von Origenes haben die wenigsten je gehört, denn zwischen 550 und 850 unternahm die athanasianische (katholische) Kirche alles, Werk und Wort des Origenes aufzuspüren und zu vernichten! Was Origenes festgehalten hatte, war jedoch die Basistheologie der Urkirche gewesen, denn er war der anerkannte Gelehrte seiner Zeit dem alle Bischöfe zustimmten.

Dies ist der Beweis dafür, dass die Urkirche (die "Alte Kirche") und nur die Kirche Jesu Christi der HLT wie das Original und seine Blaupause (blueprint) übereinstimmen.

1984 suchte ich etwas Besonderes zum Thema „Alte Kirche“, allerdings nichts Bestimmtes, und fuhr nach Berlin, um in der Staatsbibliothek zu arbeiten.


Am selben Tag ging ich noch in die Berliner Bibliothek. Während ich durch die Reihen der Bücherregale der Bibliothek schlenderte, fiel mein Blick auf die Bände des „Handwörterbuches für Theologie und Religionswissenschaft“. (Ein Werk das jedem Theologen geläufig ist)

Sofort kam mir der Name ‚Origenes’ in den Sinn. Ich wusste damals zwar einiges über ihn, aber nicht das, was ich nun fand.
In Origenes Büchern "über das Gebet", hatte ich keine Anhaltspunkte gefunden, die mich hätten fesseln können, einiges kam mir gar übertrieben vor. Ich hatte zu früh enttäuscht aufgegeben.
Diesmal las ich mich sofort fest.

Mein Erstaunen war unbeschreiblich. Da stand es auf der Seite 1696 Schwarz auf weiß geschrieben: Origenes sagte:
 

„alle Logika waren im Urzustand körperlose Geister und als solche Götter, die dem Logos als Trabanten anhingen... Nach dem Vorbild des Logos (Christus), der selbst das „Bild Gottes“ nach Genesis 1:26 ist, hat Gott soviele Logika [Menschenseelen G.Sk.] erschaffen, wie er mit seiner notwendig begrenzten Vorsehung regieren kann.“ (16)


Die Logika, das sind wir!



Wie ein Lichtblitz kam es zu mir. Als Mann im Alter von fast fünfundfünfzig Jahren erinnerte ich mich daran, dass die Mormonenmissionare meinem Vater eben dasselbe über unser aller Vorherdasein erklärt hatten, als ich noch ein Kind war. Ja mehr, der mir vorliegende Origenestext von F. H. Kettler, betonte fünf oder sechs zusätzliche Aspekte: Wir waren als Söhne und Töchter Gottes





„Götter-(kinder) G.Sk.), die dem Logos als Trabanten anhingen...
wir waren durch den heiligen Geist zur Einheit verbunden, und wir gaben uns mit ihm der unmittelbaren Schau des Vaters hin. Erst die Erlahmung der geistigen
Schwungkraft und Überdruss an der Gottesschau führten zum Sündenfall...“ (17)

Gerade die Formulierung, wir „erlahmten in der geistigen Schwungkraft und empfanden Überdruss an der Gottesschau“ bewegte mich ungewöhnlich.

Als Elfjähriger, im Strandsand von Zinnowitz liegend, hatte ich nämlich
hingehört, als die jungen Missionare es fast gleichlautend sagten, als
sie mit meinem Vater darüber redeten:

Mein Vater Wilhelm Skibbe, danaben mein Bruder Helmut, 1941, in Zinnowitz, links Missionar Arnold Dzierzon, ich, nur scheinbar desinteressiert, Missionar Rudolf Wächtler, der mir ein Buch Mormon mit seiner Widmung schenkte
Beide Elders sagten:
„In unserem Vorherdasein kamen wir an einem Punkt an, von dem aus kaum noch Fortschritt möglich war. Wir hatten es satt, immer nur die Herrlichkeit des Vaters zu schauen, denn noch kannten wir keine Gegensätze. Wie Kinder das Elternhaus oft erst wertschätzen, wenn sie es verloren haben, trachteten wir nach eigenen Erfahrungen.“
Das waren Aussagen, deren Deckungsgleichheit mir sofort ins Auge stach.



Gottes Anliegen ist unser persönlicher Fortschritt, unsere Entwicklung zum Guten, nicht die Frömmelei!



Aber es kam noch viel stärker.

Zahlreiche Passagen aus der Bibel und dem Buch Mormon und anderen
Schriften unserer Kirche, tauchten aus meinem Gedächtnis auf. Das Wichtigste davon möchten ich hier darbieten.

Ich las und schrieb, denn da lag in einem Fachbuch ökumenischer Christen unerwartet der komplette „Mormonismus“ vor mir.


Da war sie also die typische „Mormonenlehre“ vom Vorherdasein aller Menschen (die zur Familie Adams gehören) und die Lehre von der Unantastbarkeit der Würde des Menschen.


„Mein Gott!“ rief ich spontan bei mir aus, „Joseph Smith war wirklich dein Prophet!“ Das war nämlich klar, Joseph stand kein Apparat der Gelehrsamkeit zur Seite. Niemand wusste 1830, was der Arianismus- Origenismus beinhaltete.

Er, Joseph, hatte jedoch behauptet, er habe lediglich die verlorene Lehre Christi wiederhergestellt.

Ich kannte das in den „Thomasakten“ niedergeschriebene „syrische Perlenlied“, das auch von unserem Vorherdasein und vom Zweck unserer Erdenreise spricht, nämlich, dass die himmlische Familie mich mit dem Auftrag zur Erde schickte, die im Meer verborgene Perle zu finden - das wahre Evangelium.

Allen Mut müsste ich zusammennehmen, weil ein Ungeheuer am Meeressaum wütet, das diesen Erfolg verhindern will.


Ich dachte an Sätze aus dem Nag-Hammadi-Schrifttum des 2. nachchristlichen Jahrhunderts die mit Origenes' Glauben übereinstimmen:
„Daher ist derjenige, der Erkenntnis durch Offenbarung hat, einer, der von
„oben“ stammt. Wenn man ihn ruft, hört er, antwortet er

und wendet sich zu dem, der ihn ruft,

steigt zu ihm empor und erkennt, wie man ihn ruft. Da er
Gnosis (Erkenntnis) hat, vollbringt er den Willen dessen, der ihn gerufen hat...

Wer so zur Erkenntnis gelangen wird, erkennt, woher er gekommen ist und wohin er geht.


Er erkennt wie einer, der trunken war und von seiner

Trunkenheit abließ; er brachte das Seine (wieder) in Ordnung, nachdem er zu

sich selbst zurückgekehrt war... Die wahre Gotteserkenntnis beginnt mit der Erkenntnis des Menschen als eines gottverwandten Wesens.” (18)
 Man sollte meinen die ganze Welt würde vor Freude jubeln, dass Joseph Smith verlorene Erkenntnisse, die wertvoller als Diamanten waren, wiedergefunden hatte.
Statt dessen haben sie ihn gekillt.

  

Ich dachte an das Zitat in den Sprichwörtern (der Bibel):





„Der Herr hat mich geschaffen im Anfang seiner Wege, vor seinen Werken in der Urzeit, in frühester Zeit wurde ich gebildet, am Anfang beim Ursprung der Erde. Als die Urmeere noch nicht waren, wurde ich geboren, als es die Quellen noch nicht gab, die wasserreichen. Ehe die Berge eingesenkt wurden vor den Hügeln wurde ich geboren. Noch hatte er die Erde nicht gemacht und die Fluren und alle Schollen des Festlands. Als er den Himmel baute, war ich dabei, als er den Erdkreis abmaß über den Wassern, als er droben die Wolken befestigte und die Quellen strömen ließ aus dem Urmeer, als er dem Meer seine
Satzung gab und die Wasser nicht sein Gebot übertreten durften, als er er die Fundamente der Erde abmaß, da war ich als geliebtes Kind bei ihm.“ (19)

So singen die Heiligen der Letzten Tage:

„Ich bin ein Kind von Gott, der mich zur Welt geschickt und hier mit einem ird’schen Heim und Eltern mich beglückt: Führet, leitet und begleitet, dass den Weg ich find’, lehrt mich alles das zu tun, was mich zu ihm einst führt.“ (20)



 Schon wenige Monate, nachdem diese Hymne 1957 in unseren neuen Liederbüchern erschien, wurde sie in den deutschen Versammlungen gesungen.



Frau Hildegard Albrecht, Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, spielte damals in der evangelischen Kirche in Neu-Buckow bei Rostock die Orgel und leitete den Kinderchor. Mit Einwilligung des Pfarrers studierte sie das Lied ein. Sie schilderte mir, welche Wirkung es auf die Gemeinde hatte. Bewegt vom Zauber der Wahrheit rührte es die Herzen der Gläubigen zu Tränen.


Leider ist es wahr, viele Menschen wagen erst dann Gutes gut zu nennen, wenn auch die Nachbarn es gut finden.

Viele Mitglieder unserer Kirche erlebten ähnliches wie Frau Hildegard Albrecht, nämlich, immer wenn uns gestattet wurde, am Grab von Menschen zu singen, die zwar evangelisch oder katholisch geblieben waren, uns aber nahe gestanden hatten, wenn wir das Lied sangen:


‚O mein Vater’, dessen zweiter Vers von besonderer Schönheit ist:
 „Ach, für eine weise Absicht pflanztest du mich in die Welt und versagtest mir Erinn’rung an mein frühres Lebensfeld. Doch zuweilen flüstert’s leise, ahnungsvoll im Herzen mir: „Bist ein Fremdling auf der Erde, deine Heimat ist nicht hier.“ (21)


Mit all diesem und weiterem Wissen ausgestattet traf ich mich, Jahre später,  (1993) mit Herrn Professor Zobel, einem anerkannten Theologen der Universität Greifswald, während seiner Zeit als Landtagsabgeordneter mit CDU-Mandat in Mecklenburg-Vorpommern, im Schweriner Schloss, und fragte ihn im vereinbarten Gespräch, was er von Origenes und seiner Mittelpunktlehre vom
präexistenten Dasein der Kinder Adams hält. Professor Zobel war sehrf reundlich und schüttelte den Kopf:
„Nein!“ sagte er, und schaute mich aus seinen braunen Augen ehrlich an: „das glauben wir nicht.“

Ich erwiderte:
„Aber Origenes ist doch Schiedsrichter der Urkirche gewesen! Er war die maßgebliche Instanz wenn Glaubensstreitigkeiten aufkamen. Alle Bischöfe stimmten mit ihm überein...“

Mein hochgelehrter Gesprächspartner schüttelte immer wieder den Kopf. Ich wüsste um jüdisches Schrifttum, das sich deutlich zu Gunsten dieser unserer göttlichen Herkunft ausspricht. Es erhärtet die Aussage, dass wir alle ein vorirdisches Dasein hatten.
Ich stieß immer wieder auf völliges Unverständnis.

Prof. Zobels „Nein!“, sprach Bände.

Mir war klar, dass alle Theologen seit Kaiser Justinian I. im Finstern standen. Es ergibt eine ganz andere Sicht auf die Dinge, ob man im Nebel oder bei Sonnenschein hinsieht.
Wikipedia Justinian I. (482-565) ein Originalbild in Ravenna, der Stadt, die er blutig erobern ließ und in der die urkirchlichen Tempelrituale zu sehen sind - die von den Freimaurern entlehnt wurden -.
Er war es der aus perversen Gründen, 543, mit der Ostsynode der Kirche die Lehre vom vorirdischen Dasein, mit katastrophalen Folgen verfluchte.


Mit Justinian I., in der Mitte des 6. Jahrhunderts wurde die Lehre von der Präexistenz aus dem Lehrgut der Kirche verbannt, und zwar aus politischen Erwägungen, nicht jedoch weil sie angeblich ‚re-in-karnatorische Spekulationen’ befürwortete.



Nie stand in diesem Zusammenhang die Lehre von der Reinkarnation (die Lehre von der Wiedergeburt) positive zur Diskussion. Mitunter, um verschiedene Lehr-Verurteilungen zu rechtfertigen, wird immer noch behauptet, die Kirche (d.h. Kaiser Justinian) hätte damals im Jahr 543, eben die Origeneslehre von der Reinkarnation treffen wollen, weil er sie als gefährlich falsch betrachtete. Das ist inkorrekt, sagen bedeutende Theologen der Heutzeit.
Doch „Origenes Lehre besagt:


"dass alle Lebensumstände in die wir hineingeboren werden, die Auswirkungen unseres Verhaltens vor diesem irdischen Lebens sind... damit fällt automatisch jede Seelenwanderungslehre.“ (22)


Es ist ein evangelisches Autorenteam, das diese Antwort in der Theologischen Realenzyklopädie - im Jahr 2000, erteilt.



Bruce R. McConkie, Mitglied des Rates der Zwölf der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, erklärt seine Ablehnung der Seelenwanderungslehre wie folgt:



Der Mensch ist dazu bestimmt, nur einmal geboren zu

werden, nur „ein einziges Mal zu sterben“ (Hebr 9:27), und nur einmal
Aufzuerstehen, damit er „nicht mehr sterben kann“ (Al 11:45; 12:18; LuB 63: 49) (23)


Die Seelenwanderungslehre war nie Bestandteil der Lehren der Kirche Jesu Christi.
Es gab quasi „Wanderungen“ im Vorherdasein, - an die manche Menschen sich bruchstückweise erinnern können - aber es gab diesseits keine Wiedergeburten.









Quellen:


13) Origenes – Leben und Werk in Benedikt XVI, Generalaudienz, Mittwoch 25. April 2007, zu finden unter www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/audiences/2007/documents/
hf_benxvi_aud_20070 425_ge.html7
14) www.origenes.de/Kommentare
15) Geschichte der Katholischen Kirche bis 1740, Morus-Verlag, Berlin, S. 27. (mit Imprimatur. Romae, vom 27. Nov. 1981)
(16 + 17 ) Handwörterbuches für Theologie und Religionswissenschaft“, dritte, völlig neu bearbeitete Auflage, 4. Band Kop-O, Mohr (Paul Siebeck) Tübingen, 1960 S. 1692 – 1702, Stichwort 'Origenes' 
18) K.Rudolph, “Die Gnosis”, Koehler & Amelang, Leipzig, 1977, S. 13919) Altes Testament, Sprichwörter 8:22 - 30

20) Gesangbuch Kirche Jesu Christi de Heiligen der Letzten Tage, Frankfurt am Main 1996, Nr. 202 Ich bin ein Kind von Gott
21) Gesangbuch Kirche Jesu Christi de Heiligen der Letzten Tage, Frankfurt am Main 1996, Nr. 190 O mein Vater22) Horst Robert Balz, Gerhard Krause, Gerhard Müller – Theologische Realenzyklopädie -2000 - Religion – S. 3 Google Books Result
23) Bruce R. McConkie, Mormon Doctrine, deutschsprachige Ausgabe, Band III, Bad Reichenhall 1992 S. 170

















 





 


















 













  


































"Lieber Gott, steh uns bei!"



Katholik Matussek, Vatikanstadt, veröffentlichte am 24. November 2014 den Aufsehen erregenden Artikel:  Im Vatikan geht die Angst vor der Häresie um
 

Die mehr als eine Milliarde Menschen erfassende Kirche sucht einen Ausweg aus dem Dilemma: Wie werden wir Gott und den Menschen gerecht, die ihr von den Staaten gewährtes Recht auf Scheidung ihrer gescheiterten Ehen wahrgenommen haben, und eine zweite Ehe eingingen. Im Vatikan soll entweder stärker begründet werden, dass Wiederverheiratete nicht zur Kommunion zugelassen sind oder ob sie doch dürfen…  Denn die Lehre der Kirche lautet, dass vor Gott geschlossene Ehen unauflöslich sind, eine zweite Ehe, solange der erste Partner lebt, gilt als ehebrecherisch. Deshalb ist den im Konkubinat lebenden Katholiken untersagt an der Kommunion teilzunehmen.

Einige, denen viel daran liegt, fragen jedoch, warum aber dürfen Priester im Konkubinat leben und dennoch den Kelch trinken, ihn sogar heiligen?

Das achte Buch der Apostolischen Konstitutionen schreibt: 
Der zelebrierende Priester muss vom Vorabende an geschlechtlich enthaltsam und nüchtern bleiben; hat er eine schwere Sünde auf sich, so hat er vorher zu beichten und mit allen sich zu versöhnen.“

Dabei handelt es sich lediglich um beschwichtigende Worte. Dieser Text ist biblisch unhaltbar. Wer im Konkubinat lebt, dem wird nicht der Kopf abgeschnitten, doch er darf in der Kirche Christi nicht amtieren. Punktum. Die Antwort mit der Versöhnung ist eine Ausrede. Aus dem Kontext heiliger Schiften geht hervor, dass unbereute Übertretungen nicht vergeben werden. Echte Reue beinhaltet, dass die begangene Sünde nicht wiederholt wird.
Paulus gab es den leitenden Ältesten der Gemeinde Korinth schriftlich:
"Ich habe euch in dem Brief geschrieben, dass ihr mit Unzüchtigen nichts zu schaffen haben sollt.  [Damit meinte ich] nicht allgemein die Unzüchtigen dieser Welt oder die Habgierigen und Räuber oder Götzendiener, denn sonst müsstet ihr ja aus der Welt auswandern.  Tatsächlich aber schrieb ich euch, dass ihr nichts zu schaffen haben sollt mit einem, der sich "Bruder“ nennt und [dennoch] ein Unzüchtiger oder Habgieriger oder Götzendiener oder Lästerer oder Säufer oder Räuber ist; mit einem solchen [sollt ihr] nicht einmal gemeinsam essen.  Denn was geht es mich an, "die draußen“ zu richten? Richtet nicht ihr "die drinnen“?  "Die draußen“ aber wird Gott richten. Entfernt den Bösen aus eurer Mitte!"


Selbst Jesus wollte nicht, dass die Ehebrecherin gesteinigt wird. Er klagte sie auch nicht an, stattdessen belehrte er sie: „Gehe hin, und tue nicht wieder." 
Das ist ein Gebot.

Als Nichtkatholik muss man fragen: Warum ersuchen die Bischöfe, Kardinäle und Päpste nicht den allmächtigen und barmherzigen Gott, dass er ihnen bestimmt, wie es denn richtigerweise sein soll? Glauben sie nicht an einen lebendigen Gott, der nicht nur hören, sondern auch antworten kann?

Heißt es nicht im Jakobusbrief: 
„So jemand Weisheit sucht, so frage er Gott.“ 1:5 
Die wiederum nicht befriedigende Antwort lautet diesmal: In der Bibel stünden bereits alle Weisungen Gottes geschrieben. Wirklich? Alle? Finden sich da die speziellen Anweisungen die sich aus dem modernen Leben ergeben?

Betrachten wir einige, der großartig zeichnenden Sätze des Katholiken Matussek:

 „Er sieht seit ein paar Jahrhunderten schon sehr prächtig aus, dieser Felsen, auf den der Herr seine Kirche gebaut hat: der Vatikan. Der Petersdom. Golden leuchten die Bellini-Kolonnaden, die Basilika hoch darüber ist in weißes Licht getaucht, sodass die Kuppel silbern schimmert in den frühen Abendhimmel. Prunkende und auftrumpfende Frömmigkeit. Und drinnen das große barocke Heiligentheater, die Papstgräber, herabstürzende Engel, Michelangelos Pietà aus weichem, seidigem Marmor… All das erbaut mit ergaunertem Geld, dem Ablasshandel. "Wahrscheinlich ist schmutziges Geld selten schöner und sinnvoller investiert worden", kommt einem in den Sinn. "

Da liegt das Problem, verborgen in einem Missverständnis erster Ordnung. Es drückt sich auch aus in den Worten die zu einer Feststellung hochgeschraubt wurden: 
„Der Petersdom … dieser Felsen, auf den der Herr seine Kirche gebaut hat: der Vatikan…“

Davon steht in der Bibel nichts geschrieben. Es gibt nicht den geringsten Hinweis, sonst würden Moskaus und Athens Orthodoxe sich beugen. Wie vernarrt in althergebrachte Ansprüche behaupten katholische Theologen Christus habe Petrus zur Basis der Kirche erklärt. Wer auf Petrus baue, den können die Pforten der Hölle nicht überwinden. Ihre Kirche sei die Kirche Petri. Peinlich ist obendrein, dass der wahrscheinlich grauenvollste Mörder in der Kirchengeschichte der ersten vierhundert Jahre, Damasus von Rom, zuerst diesen Anspruch erhob, Petri wahrer Nachfolger zu sein, einer auf den Gott seine Kirche errichtet. Damasus der Schreckliche legte als Erster den Finger auf ein gewisses Christuszitat, - gemeint sind die Worte

 „ Selig bist du, Simon Barjona (Petrus); denn nicht Fleisch und Blut haben dir das offenbart, (dass ich der Messias, der Sohn des lebendigen Gottes! bin) sondern mein Vater im Himmel. Ich aber sage dir: Du bist Petrus und auf diesen Felsen (der Offenbarung, der ständigen Verbindung meiner Kirche mit mir) werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“

Rein vernünftig betrachtet, ist diese Auslegung Joseph Smiths die stärkere, wenn er sagt: Der Felsen auf den Christi Kirche sicher gebaut wird, ist die ununterbrochene Verbindung zwischen Gott und seiner Kirche – die ständige Führung. Wenn die an Stelle Petri amtierenden Männer permanent auf die Stimme dessen hören, der sich offenbaren will dann werden die Mächte der Unterwelt gegen sie vergeblich Sturm laufen.

Das ist wie einem „Weltschachspiel“ (von Weizsäcker), der Bessere wird siegen. Wenn man allerdings nicht auf den aktuell notwendigen Rat für den nächsten Zug erhält, ist es mit menschlicher Weisheit bald geschehen.

Dass diese Sichtweise die richtige ist, ergibt sich aus den zahlreichen Betrügereien ohne die Rom nie „Rom“ geworden wäre.

Betrachtungen zur Wahrheitsfindung sind unersetzlich. Diese völlig andersgeartete Deutung fordert das Leben selbst geradezu eisern.   Die von Damasus erdachte und von Millionen Geistlichen verteidigte Auslegung: wer auf dem Stuhl Petri sitzt der vertritt ihn, mehr, der vertritt Gott selbst, kann nicht die richtige sein, auch weil diese Ansicht zu scheußlichsten innerkirchlichen Machtkämpfen geführt hat.

Damasus ist eine Schlüßelfigur. Wahrscheinlich gab es vor ihm keinen Bischof weltweit der nach der durch ihn initiierten Eliminierung einer Nachbargemeinde Millionär wurde.

Ein wahrscheinlich bestochenes Anwaltskollegium sprach den  steinreichen Gewissenslosen von der Anklage auf Massenmord frei. Die 137 Toten der arianischen Ursinusgemeinde gehen dennoch auf Damasus Konto.

Niemand sagt, die Päpste seien des Teufels, aber dieser eine gehört zu den obersten in einer Sukzssionskette, in der es wirklich Gute nur ausnahmsweise gab. Niemand darf in dieser Sache den Scharfrichter spielen, den Anwalt des Rechtes sehr wohl.

Fakten: so fest, wie der Felsen von Gibraltar

Erstens ist dieses Leben erst eins zum ausprobieren.
Zweitens, der Bibelbericht über Jesus Christus den Erlöser derer, die ihn anerkennen, ist wahr.
Drittens, die Geschichte zeigt in fast grausamer Weise, dass die römisch-vatikanischen, die russisch-griechisch-byzantinischen Kirchen samt ihren zahllosen Ablegern nur ein Zerrbild der ursprünglichen Kirche sind. 

           Der "echte Ring" Stein war ein    "Opal, der hundert schöne Farben spielte,
       und hatte die geheime Kraft, vor Gott
         und Menschen angenehm zu machen."