Mittwoch, 8. Mai 2024

Man stehe immer ein für das Recht des anderen

 

„…die allerlei Böses gegen euch reden und dabei lügen.“ Matth. 5: 11

 

1833 wurden die in Jackson Missouri siedelnden Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage vertrieben, weil u.a. evangelikale Prediger wie Pfarrer Finis Ewing und Pfarrer Pixley in Wort und Schrift verkündeten: „Die Mormonen sind die gemeinsamen Feinde der ganzen Menschheit“ Joseph Fielding Smith „Wichtiges aus der Kirchengeschichte“ 1923

Sobald Worte geglaubt werden erlangen sie Gewicht.

„Allerdings muss zugegeben werden, dass einige Mitglieder der Kirche (so unweise und unvorsichtig) waren, öffentlich zu erklären, Gott habe den Heiligen das Land als ewiges Erbteil gegeben… Schon zuvor war es zu Ausschreitungen gekommen. Im Dunkel der Nacht wurden an vielen Häusern der Heiligen die Fenster eingeworfen… wir werden sie vertreiben, friedlich wenn möglich, gewaltsam wenn es nicht anders geht.“ ebenda

Eine folgenreiche Erklärung der Feinde wurde, am 20. Juli 1833 im Gerichtsgebäude in Independence beschlossen. „In Zukunft darf kein Mormone mehr in dieses Land ziehen…die bereits ansässigen Mormonen die das Versprechen leisten, das Land innerhalb einer bestimmten Frist zu verlassen, soll gestattet sein unbelästigt zu bleiben bis sie ihr Eigentum ohne großen Verlust verkauft und ihre Geschäfte geschlossen haben.“ Die Behauptung „dass sie angetrieben sind von der Hoffnung, Land ohne Geld zu erlangen“ war eine unberechtigte Anklage: alles wurde durch Kauf zu erworben.“ Joseph Fielding Smith „Wichtiges aus der Kirchengeschichte“ 1923


Schließlich folgte die Gewalt: Fortan siedelten sie in Far West, Missouri. Aber der brüchige Frieden dauerte nicht lange. Am 27. Oktober 1838 erließ der Gouverneur von Missouri, Lilburn W. Boggs, seinen „Ausrottungsbefehl“, der den Milizkommandanten anwies: „Die Mormonen müssen als Feinde behandelt werden und müssen ausgerottet oder aus dem Staat vertrieben werden, wenn es zum Wohl der Allgemeinheit notwendig ist. Ihre Verbrechen sind unbeschreiblich. Wenn Sie Ihre Streitkräfte verstärken können, sind Sie dazu berechtigt, in jedem Umfang, den Sie für notwendig halten.“ Leonard J Arrington „Brigham Young“ University of Illinois

Dies legitimierte die Plünderungen und die Verbrennungen von Hütten und Häusern, die sofort begannen und drei Tage später im Massaker an Männern, Frauen und Kindern in der Mormonensiedlung Hauns Mill gipfelten. Brighams Bruder Joseph war Augenzeuge dieser tragischen Szene.

„Brigham (Young, Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage 1847–1877) war anwesend, als die Proklamation des Gouverneurs vom Milizkommandeur General John B. Clark verlesen wurde. Er wurde nicht erkannt und so hörte Brigham, der neben dem General stand, seine folgenden Worte: „Sie (Mormonen) sind die besten und ordentlichsten Menschen in diesem Staat und haben in drei Jahren mehr getan, um ihn zu verbessern, als wir in 15 Jahren.“ Sie haben uns gezeigt, wie wir uns verbessern können, wie wir Obst und Weizen anbauen, wie wir Gärten, Obstgärten usw. anlegen, und deshalb wollen wir Sie. Aber wir müssen Ihnen Folgendes sagen: Keine Bischöfe mehr, keine Hohen Räte mehr, und was Ihren Propheten betrifft ... Sie werden ihn nie wieder sehen ... Sie sollten sich zerstreuen und wie wir werden. Mit anderen Worten: Nach Brighams Interpretation müssten die Heiligen ihrer Religion entsagen oder den Staat verlassen.“ Leonard J Arrington „Brigham Young“ University of Illinois

Brighams Antwort war charakteristisch: „Ich werde dich zuerst in der Hölle sehen … Meiner Religion abschwören?“ Nein, Sir…“ Es ist mein Alles, alles, was ich auf dieser Erde habe. Was ist diese Welt, wie sie jetzt ist, wert? Nichts, es ist wie ein Morgenschatten, es ist wie der Tau vor der Sonne, wie das Gras vor der Sense oder die Blume vor dem eisigen Frost des Herbstes. Nein, mein Herr, ich verzichte nicht auf meine Religion. Ich schaue darüber hinaus, meine Hoffnung liegt jenseits dieses Jammertals und des gegenwärtigen Lebens. Ich habe ein anderes Leben zu leben, und es ist ewig. Die Organisation und Intelligenz, die Gott mir gegeben hat, sollen nicht im Nichts untergehen, ich muss leben, und ich rechne damit, einen solchen Kurs einzuschlagen, dass mein Leben im Jenseits in einem höheren Existenzzustand sein wird als das Jetzt.“ Leonard J Arrington „Brigham Young“ University of Illinois

In Illinois hießen die Menschen sie willkommen. In einer Sumpflandschaft die am Missouri lag ließen sie sich nieder. Die Stadt die sie errichteten blühte, der Wohlstand nahm zu, bis Joseph Smith der „Vielweiberei“ sowie der Zerstörung einer ihn diffamierenden Presse angeklagt, wegen Aufruhr verhaftet und im Gefängnis zu Carthage, im Juni 1844, erschossen wurde.

Die Gemeinschaft zerfiel nicht, wie angenommen.

 „Polygamie“ zerstörte allerdings das Vertrauensverhältnis selbst engster Freunde zu Bruder Joseph. Sowohl Oliver Cowdery, einer der drei Haupt-Zeugen für die Echtheit des Buches Mormon, wie auch sein gleichrangiger Mit-Zeuge David Whitmer, wurden wegen dieser und anderer Kritiken exkommuniziert. Aber Oliver Cowdery schloss sich der Kirche 1847 wieder an und David Whitmer beteuerte bis an sein Lebensende die Wahrhaftigkeit seines Zeugnisses.

Und noch etwas: „Jesus Christus (der Jehovah des AT) ist derselbe heute, gestern und in Ewigkeit.“ Hebr. 13: 8 ER machte mit dem Haus Israel einen ewigen Bund, mit einem Volk, dass es ohne gelebte Polygamie nicht gäbe.

 

Ihr dortiger Tempel, den sie wie alles andere bald zurücklassen sollten, wurde in den folgenden drei Jahren fertiggestellt.

Unter dem Vorwand „Mormonen sind „Pferdediebe“ hetzten eiserne Christen: Diese Un-Christen müssten sofort gehen.

Sofort, das war im Winter 46-1847.

Abwarten, bis wenigstens der Schnee schmolz? 

Das wurde nicht erlaubt.

Obwohl alle Bürger der Stadt praktisch Mitglieder der Selbstverteidigungstruppe waren, verteidigten sie sich nicht.


Was hielt sie zusammen, diese braven Zehntausend? Was bewegte sie tapfer ins verschneite Nichts zu ziehen?

Dr. Kai Funkschmidt sagt es: Zusammen mit einem ausgeprägten religiösen Fortschrittsoptimismus – der Mormonismus ist ein zukunftsfroher Glaube – war dies eine perfekte Selbstbewusstseinsreligion für die junge Nation. Dieser Fortschritt geht nach dem Tod weiter. Im Endgericht entscheidet der Entwicklungsstand darüber, in welche von drei Stufen der Herrlichkeit man eingehen wird. Theoretisch kann der Mensch die Fortschrittsentwicklung sogar fortsetzen, bis er selbst zum Gott wird – so wie sich der Gott der Bibel auf diese Weise einst aus einem Menschen entwickelte.  Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen Berlin, Lexikon Religion.

Diese Zusammenfassung ist nicht die Schlechteste, sie wäre sogar als zutreffend zu bezeichnen, wenn da nicht geschrieben stünde: „…so wie sich der Gott der Bibel auf diese Weise einst aus einem Menschen entwickelte.“ Es sind diese kleinen Nadelstiche die seit eh und je „Mormonen“ ertragen müssen. Allerdings nur solange bis klar wird, hier ist wiederum ein wenig Unredlichkeit im Spiel.

Prof. Samuel Leuenberger scheibt ähnlich:  - "keine der Gottheiten ist Schöpfer Himmels und der Erden. … Bei allen Gottheiten nimmt die Weisheit beständig zu. Deshalb kann bei Gott nicht von Allwissenheit gesprochen werden.“ MORMONEN – Heilsbringer aus Salt Lake City

Das Buch Mormon indessen lehrt das Gegenteil dieser Unterstellung: „...der allmächtige Schöpfer Himmels und der Erde... kennt eure Gedanken.“  Jakob 2: 5, 2. Nephi 8:13

„O wie groß ist die Heiligkeit unseres Gottes! Denn er weiß alles – es gibt nichts was er nicht weiß!“ 2. Nephi 9: 20

Immer wieder wird die scheinbare Widersinnigkeit aufgetischt, die dummen „Mormonen“ glaubten: „dass sich der Gott der Bibel … einst aus einem Menschen entwickelte“ d.h. Elohim der „allein wahre Gott“, - wie Gott Jesus Christus seinen Vater nennt - sei nicht der Macher des Weltalls.

Oder, wie Prof Leuenberger formuliert: für Mormonen sei „keine der Gottheiten Schöpfer Himmels und der Erden“.

Liegt hier nur ein Missverständnis vor oder handelt es sich bereits um Schwerwiegendes?

Zunächst ist höchst erstaunlich: Der Duktus samt Kern ist urchristlich!

Echt mormonisch heißt es: Gott war einst ein Mensch und der Mensch kann Gott werden!“ Und im Kontext der uralten Zeugnisse lautet dieselbe Aussage: „… in Jesus Christus ist der Weltgott ein Mensch geworden, um die Menschen zu vergöttlichen.“ Anton Grabner-Haider-Maier „Kulturgeschichte des frühen Christentums“ Vandenhoek Ruprecht, 2008 verweist auf: „Irenäus Werke gegen die „falsche Gnosis“ 

...Neben verschiedenen Briefen und einer Biographie über den Mönchsvater Antonius... kennen wir vor allem das Werk „Über die Menschwerdung des Wortes“, das den Kern seiner Inkarnationslehre beschreibt: Christus, das Göttliche Wort, „wurde Mensch, damit wir vergöttlicht würden...“  Papst Benedikt XVI. Generalaudienz vom 20. Juni 2007

 Nikolai Krokoch zitiert Tuomo Mannermaa der darauf verweist, daß das Wort der Theosis (deificatio) öfters bei Luther vorkommt als der Hauptbegriff seiner während der berühmten Heidelberger Disputation (1518) formulierten Heilslehre nämlich die theologia crucis. ,,Wie das Wort Gottes Fleisch geworden ist, so ist es gewiß notwendig, daß auch das Fleisch Wort werde. Dann eben darum wird das Wort Fleisch, damit das Fleisch Wort werde. Mit anderen Worten: Gott wird darum Mensch, damit der Mensch Gott werde …” Tuomo Mannermaa “Luther und Theosis”, Band 16 Veröffentlichungen der Luther-Akademie Ratzeburg, Helsinki/Erlangen 1990, S. 11: “Theosis als Thema der finnischen Lutherforschung…

Von alledem ist keine Rede mehr in modernen Theologien. Doch „... der Gedanke der Vergottung ist der letzte und oberste gewesen; nach Theophilius, Irenaeus, Hippolit und Origenes findet er sich bei allen Vätern der alten Kirche, bei Athanasius, bei den Kappadoziern, Appolinares, Ephraim Syrus, Epiphanius u.a.“ A. vom Harnack „Lehrbuch der Dogmengeschichte“ Mohr-Siebeck, 1990

Religion ist und war Gegenstand reiner Spekulation, die vergleichende Religionsgeschichte ist dagegen Wissenschaft. Moderne Religionen, insbesondere die christlichen sind im ständigen Wechsel begriffen. Luther beispielsweise lehrte und glaubte daran, dass des Menschen Innerstes unsterblicher Geist ist.

 


Mehr als eintausend Worte benötigt „online-Dogmatik evangelischer Glaube“, um unglaubwürdig zu sagen, was unter „Seele“ zu verstehen sei: Es gibt keine „unsterbliche“ Seele! Der Mensch, wenn er stirbt, sei „ganz und gar tot“.

Immer wieder erweist sich, dass die Gläubigen der Großkirchen ganz anderer Meinung sind als es die offizielle Linie ihrer Kirchen vorgibt. Das ist insbesondere in protestantischen Richtungen der Fall. Endgültige Definitionen, wie sie die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der HLT kennen und schätzen, gibt es nicht. Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass fünf Pastoren durchaus fünf sehr unterschiedliche Glaubenssätze vertreten können. In Neubrandenburg sagte mir schon 1960 Pastor Trenkler: „Wir Neubrandenburger Pfarrer haben uns geeinigt, mit einer Zunge zu reden und zu predigen, in Neustrelitz (Nachbarort N.) kann das schon ganz anders sein." Ende des Zitates.

So verhält es sich mit vielen anderen Themen. Selbst die Logik gebietet: Der „allein wahre Gott“ - Elohim – Architekt des Universums kann nicht über eine nichtvorhandene Erde „gegangen“ sein.

Die ewige Allwissenheit Elohims hat kein Theologe der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage jemals in Frage gestellt. Gott Jesus Christus der Schöpfer des Weltalls lt Lukasevangelium 2: 52nahm - als irdischer Knabe - zu an Weisheit…“

„Mormonismus“ wird noch lange ein Reizwort bleiben. Joseph Smith war ein verkommenes Genie, ein Betrüger. Das steht in vielen Hirnen festgeschrieben. „Er hat die Bibel verändert!“ lautet ein weiterer Vorwurf. 

Aber wie kann ein Lügner eine Gemeinschaft von Ehrlichen hervorbringen?

Wie ist es möglich, dass einer aus dem schwarzen Reich Licht auf die Bibel wirft?

Der evangelische Bibelexeget Prof Dr. Heikki Räisänen, Helsinki, zeigte sich sehr erstaunt. nachdem er um 1980 hunderte Verse unter die Lupe nahm, die der eigentlich ungebildete, damals 26-jährige Joseph Smith ummodelte. Räisänen sagt: Es seien tatsächlich erhellende „Verbesserungen“, die der junge Mann vornahm: „Die vielleicht auffälligste Neuerung von allen ist die, dass Smith die Menschheit vom Uranfang an über die Ankunft des Messias Jesus am genauesten unterrichtet sein lässt. Die künftige Heilsgeschichte ist ihr von den frühesten Tagen bekannt... Der mormonische Kommentator Matthews bemerkt dazu: Da die frühen Patriarchen das Evangelium hatten und seinen Vorschriften gehorchten, ist es offenbar, dass der Plan der Erlösung konstant ist und durch die Geschichte der Welt hindurch derselbe gewesen ist. „Dies ist nicht so offenbar in der King James Version!“

In der Tat nicht!

Bei aller Naivität der Lösung sollte zugestanden werden, dass Joseph Smith hier seinen Finger auf ein wirkliches Problem, auf einen heiklen Punkt in der Heilsgeschichte gelegt hat. Wie steht es eigentlich mit Gottes Plan, wenn mit Christus ein neuer Heilsweg eröffnet worden ist, von dem die Alten noch nichts wussten? War den früheren Generationen ein echter Heilsweg offen, etwa in der Form der Buße und der freudigen Annahme des göttlichen Gesetzes?

Wenn nicht, hat dann Gott nicht die alttestamentlichen Frommen irregeführt, indem er ihnen ein Gesetz gab, das das Leben verheißt (z.B. Lev 18: 5) und keinen Hinweis auf seine eigene Vorläufigkeit erhält?

Räisänen verweist dann auf den 1. Clemensbrief indem auch von dort her Joseph Smiths Linie bestätigt wird: „Clemens versichert, Gott habe von Ewigkeit her alle Menschen auf dieselbe Weise gerechtfertigt, und zwar durch den Glauben... er habe von Geschlecht zu Geschlecht denjenigen Gelegenheit zur Buße gegeben, die sich ihm zuwenden wollten“

… Mit der Kontinuität der Heilsgeschichte hängt es ferner zusammen, dass Smith die paulinische Rede vom Gesetz als Ursache der Sünde oder von seiner sündenvermehrenden Funktion abschwächen muss.... auch diesmal befindet Joseph Smith sich in guter Gesellschaft....

Bei der Umgestaltung (einiger Passagen bei Paulus) bringt (Joseph) Smith ein erstaunliches Maß an Scharfsinn auf, mehrfach entsprechen seine Beobachtungen im Großen denen moderner Exegeten...

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Joseph Smith durchgehend echte Probleme erkannt und sich darüber Gedanken gemacht hat... Wie durch ein Vergrößerungsglas lassen sich (bei Joseph Smith) die Mechanismen studieren, die in aller apologetischer Schriftauslegung am Werke sind; die zahlreichen Parallelen zum heutigen Fundamentalismus aber auch zur raffinierten Apologetik etwa der Kirchenväter sind hochinteressant...“ 

„… Mit diesen Beispielen aus den Werken Joseph Smiths, sowie aus der neueren Literatur über den Mormonismus hoffe ich hinreichend angedeutet zu haben, dass eine ernsthafte Beschäftigung mit den Werken des Mormonismus eine lohnende Aufgabe nicht nur für den Symboliker und den Religionswissenschaftler ist, sondern auch für den Exegeten und den Systematiker. Der um Fairness bemühte Forscher kann ihnen den Wert als in ihrer Zeit und Umgebung als sinnvolle Neuinterpretation der religiösen Tradition gar nicht so leicht absprechen…“  „Joseph Smith und die Bibel“ "Theologische Literaturzeitschrift" 109. Jahrgang, Februar 1984 

 

Auch der Religionskritiker Christopher Hitchens erzählt seiner zahlreichen Anhängerschaft das absolute Gegenstück der historischen Wirklichkeit – und seine Leser? Nehmen sie es ihm unbesehen ab?

 Als sich (1844) der Streit über die amerikanische Sklaverei zuspitzte, predigten (J.) Smith (gemeint ist der Prophet der Kirche Jesu Christi der HLT) und seine noch dubioseren Schüler vor Kriegsausbruch in Missouri gegen die Abolitionisten.“ Christopher Hitchens „Der Herr ist kein Hirte“ 2007

Bekanntlich sind Abolitionisten Gegner der Sklaverei. Warum bindet Hitchens seinen Lesern diesen und andere Bären auf? Angeblich ist er doch ein Vorreiter wahrhafter, moderner Aufklärung. Sieht er nicht, dass er sich mit seinen nachweislichen Falschaussagen selbst um seine Reputation bringt?

Als J. Smith sich im Jahre 1844 um die Präsidentschaft der Vereinigten Staaten bewarb gab er eine Flugschrift heraus, dies sich mit der Politik der Bundesregierung befasste. In diesem außergewöhnlichen Dokument sprach er auch seine Ansichten über die Sklavenfrage aus, die damals schon zu einer brennenden geworden war. Er sagte: „Verlangt von euren gesetzgebenden Versammlungen ihr guten Leute in den Sklavenstaaten, dass sie die Sklaverei spätestens vom Jahre 1850 aufheben, und rettet so die Anhänger der Sklaverei von Schuld und Schande, Ruchlosigkeit und Verderben. Verlangt vom Kongress, dass ihr jeden Sklaven zu einem angemessenen Preis loskauft aus Mitteln, die durch den Verkauf von öffentlichem Land aufzubringen sind, sowie aus Ersparnis an Tagegelder der Kongressmitglieder. Zerbrecht die Ketten des armen schwarzen Mannes und dingt ihn zu bezahlter Arbeit wie alle anderen menschlichen Wesen!“ John Henry Evans  „Das Führertum Joseph Smiths“ 193

Im Sommer 1859, als die Regierung der USA unter Präsident Buchanan die „Mormonen“ in die Knie zwingen wollte, indem sie einige tausend Soldaten nach Utah in Marsch setzten, nahmen die Spannungen der in den Felsengebirgen lebenden Mormonen erheblich zu. Sollten sie erneut alles verlieren? Zu dieser Zeit reiste der 48jährige Herausgeber der New Yorker „Daily Tribune“ Horac Greely, (1811-1872) nach Salt Lake City, Utah. Er war schon, obwohl erst ein Mann in den Vierzigern, bereits berühmt. Er wollte unbedingt Brigham Young sehen, den Mann des Westens, den Nachfolger Joseph   Smiths.

Die Begegnung kam zustande. Ihm wurde mitgeteilt, er dürfte fragen was immer er wünschte. Da damals die Sklavenfrage in den USA viele Gemüter beschäftigte wollte Greely wissen, wie Brigham und seine Kirche dazu ständen: „Darf man schlussfolgern, dass Utah, wenn es Mitglied der Föderation würde, den Status eines Sklavenhalterstaates erhielte?“

Nein!“ erwiderte Präsident Young, wir wären dann ein freier Staat... ich betrachte Sklaverei als einen großen Fluch.“

Wovon wollen dann ihre Priester leben?“

Durch die Arbeit ihrer eigenen Hände, gleich den ersten Aposteln... wir denken, dass ein Mann sein Leben nicht abseits vom Dienst an Christus (Dienst an den Mitmenschen) führen kann, das würde ihn unfähig zum Amt machen...“ Leonard J Arrington „Brigham Young“ University of Illinois

 

Was sind Publikationen wert, wenn ein Autor wie Hitchens gleich mehrfach lügt? (Joseph) Smith (der Erste Prophet der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) weigerte sich, irgendjemandem die Goldplatten zu zeigen, (die Basis des Buches Mormone sind G.Sk.) denn wer immer sie, abgesehen von ihm selbst, zu Gesicht bekäme, sei dem Tod geweiht.“ Christopher Hitchens „Der Herr ist kein Hirte“

 

Ich stand 2003 am Grabmal David Whitmers, das weder von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage errichtet wurde, noch in ihrem Besitz ist. David Whitmer war einer der 11 Männer - deren Namen als Zeugen im Vorwort jedes publizierten Buches Mormon niedergeschrieben stehen, deren jeweiligen Lebensläufe offen liegen - welche die Platen sahen und berührten.

Hitchens behauptet ferner:  „Mormonische Eltern, die daran glauben, dass einem gewissen Joseph Smith einst der Weg zu vergrabenen Goldplatten gewiesen wurde, verheiraten ihre minderjährigen Töchter bevorzugt mit einem Onkel oder Cousin, der oft bereits ältere Ehefrauen hat.“ Hitchens S. 68

Hitchens fährt ungeniert fort: „Als Slogan wählte er (J. Smith) Worte die er dem Islam entlehnt zu haben glaubte: DER KORAN ODER DAS SCHWERT!“ S. 196

Christopher Hitchens wusste, mit an Sicherhit grenzenden Wahrscheinlichkeit, dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage obenan das Individualrecht selbst des Geringsten als heilig betrachtet.

Joseph Smith wegen unhaltbarer Klage auf Landesverrat im Nov.1838 eingekerkert zu Missouri, Liberty (sie ließen ihn deshalb im Frühling 1839 unbehelligt entkommen) schrieb nach einem schrecklich durchlebten Gefängniswinter keineswegs: Holt mich hier heraus!, sondern:  „Die Rechte des Priestertums sind mit den Himmelskräften verbunden und können nur nach den Grundsätzen der Rechtschaffenheit beherrscht und gebraucht werden… wenn wir versuchen unsere Sünden zu verdecken oder unseren Stolz und eitlen Ehrgeiz zu befriedigen, oder wenn wir auch nur im geringsten Maß von Unrecht irgendwelche Gewalt, Herrschaft oder Nötigung auf  die Seele der Menschenkinder ausüben – siehe dann ziehen sich die Himmel zurück, der Geist des Herrn ist betrübt, und wenn er weggenommen wird, dann ist es mit dem Priestertum oder der Vollmacht des Betreffenden zu Ende.”  Lehre und Bündnisse 121: 36-37

Erstaunlich ist, dass gebildete, sonst wohlwollende Leute, gehässig gegen eine Kirche zu Felde ziehen, die ihnen nicht das Geringste zuleide tat.

Pietro Arnese von der United Church, Columbia attackiert, 2012, die Theologie der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage heftig und unsachlich, sagt aber im selben Atemzug: „Mormonen sind gute Menschen. Es hat keinen Sinn, die Fakten und Statistiken zu leugnen, die sie für ihren Patriotismus, ihren staatsbürgerlichen Sinn, ihren Fleiß und ihre moralische Güte auszeichnen. Sie unterstützen sich gegenseitig mit einem Hilfsprogramm, das nur selten mit anderen religiösen Gruppen verglichen werden kann. In den Vereinigten Staaten finden wir einige illustre Namen auf dem Gebiet der Politik, Wirtschaft und Sport. Als soziale Gruppe sind die Mormonen außergewöhnlich." "Enthüllungen" und "Trivialitäten" 

Der Schweizer Bibelkreis um Herrn Wepf, warnt, bar jeder Sachkenntnis, seit mindestens zehn Jahren im Internet: „Die Mormonen sind eine der gefährlichsten Irrlehren der Neuzeit.“ … „Sie verfälschen den Sinn der biblischen Botschaft, indem sie auch Bibelstellen bewusst ändern.  

Die Sündhaftigkeit des Menschen und die Rechtfertigung durch Christus werden in einen optimistischen Fortschrittsweg verfälscht. Die Meinung, man könne schon auf Erden zum Gott werden...“ Verfasser: bpö/l 

Der Bibelkreis Wepf muss sich die Frage gefallen lassen: Warum lügt ihr?

Auch die Mitarbeiter der Institution „Mr Jugendarbeit, c/o SMG, Winterthur“ Schweiz“, der Schweizerischen Missions-Gemeinschaft, verbreiten schamlos Unwahrheiten unter:

Andacht »Sind Mormonen und Zeugen Jehovas Christen?« 11 Nov 2023 

 Mr Jugendarbeit  https://www.mrjugendarbeit.com › ...

Um das angeblich Sektiererische der Lehren der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu untersetzen wurden von Verbündeten dieser Missions-Gemeinschaft offenbare Lügen erfunden und unter Regie der Mr. Jugendarbeit veröffentlicht. Etwa diese: „Mormonen glauben, dass nur diejenigen in die Hölle kommen, die aus der mormonischen Kirche ausgetreten sind.“ Oder, die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verkünde: „Der Mensch ist von Natur aus gut.“

„Man fühlt die Absicht und ist verstimmt.“  Goethe 

Hier geht es um Grundsätzliches.

Selbst auf meinen schriftlich erfolgten Hinweis, dass dies nichtzutreffend sei, erfolgte, nach mehreren Wochen des Abwartens keine Korrektur.

Am 11. Februar 2024 schrieb ich per E-Mail: Sie, werte Mitarbeiter, veröffentlichten eine Gegenüberstellung: Christentum - Mormonismus: 

Ihre Behauptung lautet: die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage lehre: „Der Mensch ist von Natur aus gut …“ 

Das zu sagen ist gewagt, diesen Satzteil als Tatsache hinzustellen ist unverantwortlich, schlimmer … es ist Politik der feinen Nadelstiche.

Der natürliche Mensch ist ein Feind Gottes ... Mosia 3:19. Wer in seiner eigenen fleischlichen Natur beharrt, verbleibt in seinem gefallenen Zustand, Mosia 16:5, (Alma 42:7-24) Der natürliche und fleischliche Mensch ist ohne Gott in der Welt, Alma 41:11. Wegen seiner Übertretung wurde der Mensch geistig tot."

Zitatende.

 

Es ist die Systematik die hier als Waffe genutzt wird. Das Grundsätzliche zu verkehren ist Lüge.  

Das Ungeheuerliche besteht darin, dass ratsuchenden, an religiösen Grundfragen interessierte Jugendliche mittels offiziell erteilten Unterrichtes irregeführt werden, denn das Buch Mormon lehrt, auf nahezu jeder ihrer 500 Seiten, ethischen Rigorismus kontra Ungerechtigkeit.

Jedem Menschen, der aus diesem Leben scheidet, wird in der Ewigkeit das was er tat „wiederhergestellt“:  sieh zu, mein Sohn, dass du zu deinen Brüdern barmherzig bist; handle  gerecht, richte  rechtschaffen und tue beständig Gutes ; und wenn du dies alles tust, dann wirst du deinen Lohn empfangen; ja, dir wird Barmherzigkeit wiederhergestellt werden; dir wird Gerechtigkeit wiederhergestellt werden; dir wird ein rechtschaffenes Gericht wiederhergestellt werden; und dir wird wiederum Gutes als Lohn zuteilwerden.

 Denn das, was du aussendest, das wird wieder zu dir zurückkehren und wiederhergestellt werden; darum spricht das Wort Wiederherstellung den Sünder noch mehr schuldig und rechtfertigt ihn überhaupt nicht.“ Alma 41: 14-15