Samstag, 17. September 2016

"Der Geist jedes Menschen wird umgehend zu dem Gott heimgeführt, der ihm das Leben gab,"

Im Buch Mormon gibt es den Bericht Almas des Jüngeren der um 70 v. Chr. drei Tage wie tot dalag – tief ohnmächtig – und der drei Tage lang in der ewigen! Hölle heftigste Gewissensqualen litt, ehe er sich besann, dass es den Messias gibt.
So fand sein Höllendasein ein plötzliches Ende.
Er schreibt ausführlich darüber und sagt etwas, dass nun fast ausnahmslos alle Menschen bestätigen, deren Geist sich für Minuten oder Stunden vom Körper löste: 

„Was nun den Zustand der Seele zwischen dem Tod und der Auferstehung betrifft—siehe, mir ist von einem Engel kundgetan worden, dass der Geist eines jeden Menschen, sobald er aus diesem sterblichen Leib geschieden ist, ja, der Geist eines jeden Menschen, sei er gut oder böse, zu dem Gott heimgeführt wird, der ihm das Leben gegeben hat.“  Alma 40 : 11
Exakt dies bestätigen nun Millionen Menschen infolge eigener Erfahrung.

Bereits Jakob, ein Bruder des bekannten Buch-Mormon- Autoren Nephi lehrte um 550 v. Chr.:
„ O wie groß die Heiligkeit unseres Gottes! Denn er weiß alles, und es gibt nichts, was er nicht weiß. Und er kommt in die Welt, auf dass er alle Menschen errette, wenn sie auf seine Stimme hören werden; denn siehe, er erleidet die Schmerzen aller Menschen, ja, die Schmerzen jedes lebenden Geschöpfes, sowohl der Männer als auch der Frauen und Kinder, die der Familie Adams angehören. 
(Dies ist ein interessanter Texteinschub der zweimal im B. Mormon vorkommt und der darauf schließen lässt, dass bereits den Autoren des Buches Mormon bekannt war, dass es außer der adamitschen Kultur, der wir entstammen andere gab! G.Sk)
Und er erleidet dies, damit die Auferstehung allen Menschen zuteilwerde, damit alle am großen Tag, am Tag des Gerichts, vor ihm stehen können.“ 2. Nephi 9: 20-22

Im Buch Mormon gibt es mehrere Berichte dieser Art, die wegen ihrer allgemeinen Bedeutung niedergeschrieben wurden.

Auch der im selben Buch auftauchende Lamonibericht hat, wegen der theologischen Klarstellungen, erhebliches Gewicht. Alma 18 sollte mehr Beachtung finden, weil diese und ähnliche Ereignisse schließlich dazu führten, dass die Bekehrten ihre Waffen begruben.

weil sie lieber ihr eigenes Leben hingeben wollten, als das Blut ihrer Brüder zu vergießen.“ (3)

Nahtoderlebnisse oder außerkörperliche Erfahrungen führen fast immer zu Änderungen bisheriger Lebensweisen. Sie bessern den Menschen.
Lamoni, (um 90 v.Chr.) König der Lamaniten des Landes Ischmael, stand unter dem Eindruck einer Glaubensunterweisung durch Ammon, einem bedeutenden nephitischen Missionar. Seine innere Erregung erreichte ihren Höhepunkt, als er erkennt, wie sehr die Überlieferungen seiner Väter von dem abwichen was er plötzlich als korrekt betrachtete. Nämlich, dass es auf Seiten seiner Lamaniten zu viel unberechtigten Hass auf die Nephiten gegeben hatte. Dieser Mann muss zur Erkenntnis seiner Verantwortung vor Gott gekommen sein, denn er ruft, als sein Geist zurück in den Körper kam, spontan aus:

O Herr, sei barmherzig, gemäß deiner überreichen Barmherzigkeit, die du dem Volk Nephi erzeigt hast, sei zu mir und meinem Volk barmherzig!“

Es heißt: „Als er das gesagt hatte, fiel er (erneut) zur Erde, als sei er tot.“

Es vergehen zwei Tage und zwei Nächte, seine Frau und seine Kinder „beklagten sein Hinscheiden.“

Ammon, der Nephite, wird herbeigerufen. Nach kurzem Gespräch mit der Königin und nachdem Ammon Lamoni betrachtet hatte wusste er, dieser Mann ist nicht tot:
er schläft in Gott! Begrabe ihn nicht!... Sie glaubte … und wachte über das Bett ihres Ehemannes, von der Zeit an bis zur Zeit anderntags, die Ammon bestimmt hatte, dass er sich da erheben werde...
und gemäß der Voraussage Ammons erhob Lamoni sich und als er sich erhob, streckte er seine Hand zur Frau aus und sagte: Gesegnet sei der Name Gottes, und gesegnet bist du. Denn so gewiss wie du lebst, so habe ich meinen Erlöser gesehen und er wird hervorkommen und von einer Frau geboren werden, und er wird alle Menschen erlösen, die an seinen Namen glauben. Als er diese Worte gesagt hatte schwoll ihm das Herz, und er sank abermals vor Freude nieder, und auch die Königin sank nieder, denn sie war vom Geist überwältigt...“
schließlich sinkt auch Ammon „von Freude überwältigt“ zu Boden.

Die Nachricht vom Tod der Drei dringt nach draußen. Streit erhebt sich wie das zu bewerten sei. Aber da ist die Magd Abish, die bereits Jahre zuvor bekehrt worden war, wegen eines außergewöhnlichen Traumes oder wegen einer Vision ihres Vaters.
Abisch „veranlasst“, dass die Menge näher kommt. Als sie jedoch erkennt, dass die Erregung der Zuschauer zunimmt, weint sie,

geht zur Königin, nimmt sie bei der Hand, um sie vielleicht vom Boden aufzurichten. Sobald sie ihre Hand berührt hatte, erhob sie sich und stand auf ihren Füßen und rief mit lauter Stimme: O heiliger Jesus, der mich vor einer furchtbaren Hölle errettet hat! O heiliger Gott, sei barmherzig zu diesem Volk! Als sie das gesagt hatte, schlug sie die Hände zusammen, denn sie war von Freude erfüllt, und sprach viele Worte die nicht verstanden wurden...
Es gibt Berichte das Nahtoderfahrene eine Weile nach der Rückkehr in unbekannter Sprache redeten.
Lamoni erhebt sich, er dämpft den immer noch nicht gestillten Ärger einiger...

 aber es gab viele unter ihnen, die seine Worte nicht hören wollten, darum gingen sie ihres Weges.“

Die anderen allerdings, die begriffen hatten, dass sich Bedeutendes zugetragen hatte, und die in kraftvoller Weise fühlten dass die Ausrufe ihres Königs und ihrer Königin ihr Innerstes gerührt hatten, bekannten:

dass sich ihr Herz gewandelt hatte und das sie nicht mehr den Wunsch hatten Böses zu tun.“

Großartig ist, wie die wichtigsten Teile dieses schlichten, aber erfreulichen Berichtes, mit den Nahtoderfahrungen oder ähnlicher Erlebnisse, heutiger Menschen übereinstimmen.
Peter Fenwick, Neuropsychiatrist in London, der sich wissenschaftlich mit den Aussagen von Nahtod-Patienten befasste, sagte:

dass 88 % der von ihm befragten Personen Gefühle von Ruhe, Frieden oder Glück empfanden... Völlige Schmerzfreiheit, Frieden, Freude und Glücksseligkeit seien der bemerkenswerteste Teil ihrer Erfahrung.“ 

diese Gefühle würden wesentlich regelmäßiger auftreten als jedes andere Element der Nahtodeserfahrung. So widerspiegeln die Buch Mormon-Berichte eben dasselbe.

Freude überwältigt Lamoni und Alma.
Es ist bedeutend, dass nicht nur das zu Unrecht umstrittene Buch Mormon in der kanonischen Literatur der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, fast unentwegt, von diesen Bindungen des unsterblichen Menschengeistes an Gott spricht. Jedes Mitglied dieser Kirche weiß, dass alle (heute lebenden) Menschen ein vorirdisches Dasein hatten.
Dies wiederum entsprach der Lehre der Urkirche, wie der große Origenes (185-254) eindringlich bezeugt. (Dass die Großkirchen in der Tradition der Ablehnung dieser Tatsachen stehen, ist ihr Problem. Nicht wenige Theologen behaupten Origenes hätte sich zugunsten Reinkarnation ausgesprochen, das jedoch trifft nicht zu.)

Wir sind hier um eigene Erfahrungen in der Gottesferne zu sammeln. Hier müssen wir beweisen, ob wir willens sind nach den Eingebungen unseres Gewissens zu handeln.
Dieses Leben ist eine Prüfungszeit in der wir uns vorbereiten sollen Gott zu begegnen. So lautet die Quintessenz des Mormonismus.

Es gibt zahllose Aussagen die einander unterstützend von der glorreichen anderen Welt sprechen, aber auch davon, dass wir diesseitig erst unsere Mission zu erfüllen haben, ehe wir dort bleiben dürfen.
Gegenwärtige Schätzungen gehen davon aus, dass knapp 5 % der Weltbevölkerung diesem Kreis der Erfahrenen zuzurechnen sind (dazu zählen diejenigen die von ihren Nahtoderfahrungen berichteten).

Der bekannte deutsche Nahtodforscher Jörgen Bruhn schrieb das lesenswerte Buch: „Blicke hinter den Horizont“  http://www.alster-verlag-hamburg.de/en , das nun auch in Englisch erschien: "Glimpses Beyond the Horizon"

Atheistische Hinweg-Erklärungsversuche scheitern grundsätzlich an der Tatsache, einer gewissen Einheitlichkeit des Musters der Schilderungen einer jenseitigen Welt, sowie an den übereinstimmenden Aussagen, dass die Rückkehrer fortan bewusster lebten, fast immer ihre Furcht vor dem Tod verloren hatten und stärker als zuvor bestrebt waren, gut zu sein.
Während Katholiken sich eher die Existenz "einer ewigen Seele" (korrekt: "ihres ewigen Geistes") vorstellen können, stehen evangelische Theologen fast immer ratlos vor dem Phänomen des Fortbestehens des Bewusstseins nach dem Tod.

Die Bibel bestehe nicht auf die Lehre von der Unsterblichkeit der Seele, sagen sie.
Der Informatiker Wolfgang Mueller sagt kritisch, dass der amtskirchliche "Evangelische Erwachsenenkatechismus" sowie ein "Handbuch der protestantischen Theologie"
  „ein extrem säkulares Verständnis von Seele formuliere … Seele ist ein tiefes Gefühl ... Eine eigenständige Seele gibt es nicht ... Der Mensch stirbt den ganzen Tod.“ 
Das ist der Kern der Ganztodtheorie bzw. Ganztodtheologie.
Es gibt evangelische Theologiestudenten die beklagen, während des gesamten Studiums wäre der Komplex „menschliche Seele“ ausgeklammert worden.

 "Dabei bedeutet Religion die Verbindung mit Gott und was, wenn nicht die Seele, vermag diese Beziehung herzustellen?", fragt Wolfgang Mueller.
Es ist bedeutend, dass gerade das Buch Mormon fast unentwegt, von diesen Bindungen des unsterblichen Menschengeistes an Gott spricht.
Wir sind buchstäbliche Geistkinder Gottes und damit Götter im Keimzustand. Von daher ist Christi Gebot, das sich auf unsere in der Ewigkeit fort zu setzende Evolution richtet, ernst zu nehmen:


   „Ihr sollt vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Matth. 5

Freitag, 16. September 2016

Der gegenwärtige Wiederaufstieg des Christentums (2) by Gerd Skibbe

 Recht oder Unrecht 

Niemand hat das Recht das nach dem 1. Ökumenischen Konzil dominierende Ungeheuer, das sich selbst für rechtgläubig hielt, zur Kirche Christi zu erklären, denn wo Christus ist, da gibt es die Diffamie nicht, weder Gewalt noch Lüge und schon gar nicht die Union mit dem Staat, der in der Regel entgegengesetzte Interessen verfolgt. 

1.     Gering sind die Unterschiede


Christen sind nach Jesu Christi Definition Menschen die wenigstens bis zu einem gewissen Grade selbstlos der Macht der Liebe, der Wahrheit und der Vernunft dienen.
Nichtchristen dagegen, obwohl Getaufte, sind in der Tat diejenigen denen ihre persönlichen Interessen wichtiger sind. Aus ihren Reihen stammen zahllose immer wieder nachwachsende Streber nach diktatorischer Gewalt. Allesamt fingen sie klein an. Viele wuchsen unter Missachtung der Mahnungen ihres eigenen Gewissens ins Riesenhafte. Das Gewissen derer über die sie glaubten verfügen zu dürfen, kümmerte sie selten oder nie.

1.     1. Menschen des Typs Justinians I.“

Namen sind häufig kaum mehr als Schall und Rauch, aber das Wesen der besagten Menschenart ist aus härtestem Gestein. Ihr Tun riss tiefe Spuren und Wunden. Nicht selten trieb ihre Geltungssucht sie zugleich in den Bauwahn. Stalin gehört ebenfalls dieser Kategorie von Unmenschen an. Er wollte, dass die Nachwelt seinen Ruhm auch mit den palastartigen Stationen der Moskauer U-Bahn verknüpft. Unvergängliche Ehrerbietung suchte er. Das hat ihm der Unhold und vorgebliche Christ Justinian I. vorgemacht, der nach Prokop, seinem Biographen, Blut wie Wasser vergießen konnte. 537 lässt er sich in die noch nicht komplett fertiggestellte Haggia Sophia hineinfahren: er jubelt es zur Decke des Riesenhauses hinauf:

                              „Ich habe den Tempelbauer Salomo übertrumpft.“

Die Großmannssucht kennzeichnete ihn. Und er ist gewiss, dass er nicht nur im Alleinbesitz der Wahrheit ist, sondern dass er berufen ist den Zweifel daran, sowie dem gesamten bereits wehrlosen Heidentum den Todesstoß zu versetzen. Den Weg dahin hat ihm Ambrosius von Mailand gewiesen, nämlich Menschen die nicht hüpften und tanzten wie er pfiff, unumkehrbar ins Elend zu stoßen. 

Unter völliger Missachtung der Prinzipien Christi stahl dieser Mann, der die Augen so fromm himmelwärts zu drehen vermochte, im Jahr 380 - weil ihm die Schalthebel des Staates zur Verfügung standen – etwa 40 Millionen Menschen das Individualrecht. Er fragte weder nach deren Befindlichkeiten, noch nach deren Rechte die der allmächtige Gott allen Menschen zugesagt hatte.
Diese Aussage ist nicht von spekulativem Charakter. 
Die ganze junge Kirche bis gegen Ende des 3. Jahrhunderts stand im Bewusstsein, das selbst Gott niemals das Entscheidungsrecht auch des geringsten Menschen antasten darf! Origenes und Hippolyt bekräftigen dies ausdrücklich:

H.S. Benjamins „Eingeordnete Freiheit: Freiheit und Vorsehung bei Origenes“ E.J. Brill, 1994, S. 53 : „Der Schöpfer gewährte den Intelligenzen, die er schuf, willensbestimmte, freie Bewegungen, damit in ihnen eigenes Gut entstehe, da sie es mit ihrem eigenen Willen bewahrten.“ 
Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft, dritte völlig neu bearb. Auflage, vierter Band Kop-O, J.C.B. Mohr (Paul Siebeck) Tübingen, 1960, S. 1696 „durch die Kunst seiner Pädagogik wird Gott (seine Geschöpfe) doch noch dazu bringen, dass sie dem Guten beständig anhängen.... Gottes Pädagogik und der freie Wille der Logika, den Gott durch Erziehung fördern und nicht durch Zwang vergewaltigen darf, sind die eigentlichen Pole des origenistischen Systems.“ 

Erlösung ist die erste,  Entscheidungsfreiheit die zweite Kernlehre der Frohbotschaft Christi. Sie zu eliminieren ist niemanden gestattet. Wer es dennoch wagt stellt sich gegen die Absichten Gottes! Selbst der Unhold Konstantin der nur seine eigene Religion gelten ließ, hielt sich in dieser Grundsache lange zurück. 
Brutaler noch als er dachten und handelten Ambrosius von Mailand und Kaiser Justinian I. 
Ambrosius unterband nicht, sondern förderte durch seine Geisteshaltung, dass christliche Zerstörer nun vermehrt griechische Tempel  plünderten und pagane Priester misshandelten. Ein Existenzrecht  gestattete er, selbstherrlich, nur der katholischen Kirche. Andere urchristliche Gruppen durften sich nicht in Versammlungsräumen treffen, ihnen wurde untersagt sich christlich nennen zu dürfen. Strafen wurden allen angedroht die sich weigerten der Staatskirche anzugehören, obwohl Ambrosius wissen musste, dass Jesus ausdrücklich verkündet hatte,  sein Reich sei nicht von dieser Welt.

Unglaublich aber wahr: Zehntausende Journalisten, Religionsverkünder und Lehrer  loben den "Heiligen", den Zerstörer demokratischer Basisrechte, bis zur Stunde. 

Ebenso gut kann man Lenins und Hitlers Maßnahmen zur Sicherung ihrer Macht rechtfertigen, will man nicht mit unterschiedlichen Ellen messen.

Klipp und klar: Wer das Individualrecht bricht, ist ein Verbrecher.

Vielen Historikern ist neuerdings unwohl bei der Inschutznahme dieses Mannes. Sie suchten einen Ausweg um Ambrosius vor der Schuldzuweisung er habe die antike Welt und die Freiheitsrechte aller bewusst zerstört, zu schützen. 

Es ist ein Skandal direkt oder indirekt zu sagen, das Terrorgesetz Cunctos populos von 380 sei nicht von Ambrosius diktiert worden, sondern von anderen, nämlich von den damaligen Kaisern  Theodosius I., Gratian und Valentinian II. Dies ist sachlich falsch.

Einige stimmen immer noch den Erfindern von Lügen zu und reden vom "Dreikaiseredikt".

Die so argumentieren stehen bedauerlicherweise in der Nachfolge jener Fälscherbanden die nicht nur im Mittelalter zugunsten der Vormacht ihrer Kirche operierten!

In fast allen diesbezüglichen Veröffentlichungen wird ungerechtfertigt erklärt:

„Cunctos populos“ wurde 380 von den römischen Kaisern Theodosius I., Gratian und Valentinian II. (Halbbruder des Gratian) zum Staatgesetz erklärt. Auch Wikipedia vertritt diese irreführende Information.

Jeder der es wissen will weiß aber, dass Valentinian II. zu dieser Zeit erst neun Jahre alt war und tatsächlich unter der Vormundschaft seiner Mutter Justina stand, der Hauptbetroffenen dieses schändlichen Gesetzes. Sie war entschiedene Nichtkatholikin. Sie glaubte arianisch und mit ihr nahezu ihr gesamter Hofstaat zu Mailand, dass Jesus ein anderer als sein Vater ist. Jeder weiß, dass Justina   ihren kleinen Sohn, sogar noch lange nach der Verabschiedung von Cunctos populos, dominierte. Bekanntlich lag sie im ständigen Streit mit Ambrosius von Mailand, der sich Kaiserberater nannte, in praxi jedoch die Reichsrichtlinienkompetenz beanspruchte und ausübte.

Wer will hier wem weismachen Kaiserinwitwe Justina hätte sich selbst entmündigt? Cunctos polupos wollte zuerst den arianischen Zweig des Christentums eliminieren, den Kaiserin Justina protegierte.  

Darüber hinaus verhängte Cunctos populos den Ausnahmezustand über alle nichtkatholischen Religionen des Reiches, eine Politik die den Intentionen ihres erst vor fünf Jahren unter ungeklärten Umständen verstorbener Ehemann Valentinian völlig widersprachen. Valentinian I. hatte seine Söhne Gratian und Valentinian II. konsequenterweise zur Toleranz erzogen, zu einer Einstellung die Ambrosius ihnen gründlich austreiben wollte.

Die Forschung weiß ausserdem, dass Ambrosius 374 auch mit den Stimmen der Mailänder Arianer zum Bischof gewählt wurde. Sie glaubten ihm. Sie hielten ihn für gerecht und neutral in Sachen des Glaubens. Welcher ungeheure Irrtum. Im selben Jahr erklärte der allmächtige Kaiserberater die Arianer für staats- und christusfeindlich. (De fide)

Dieser Mann sagte bald, die Kaiser „stünden zwar in der Kirche, aber nicht über ihr“.

Er vollendete den Untergang der Alten Kirche. Wie in Russland zu Zeiten Lenins und Hitlerdeutschland im 20. Jahrhundert, galt ab 374, nach Ambrosius Taufe nur ein Wille im römischen Reich. Die Folgen waren nahezu dieselben.

Was Kaiser Theodosius betrifft, er gehörte zur Zeit der Verabschiedung des gemeingefährlichen „Cunctos populos“ der Kirche noch nicht an. Warum sollte er derart grob und brutal sich gegen mindestens achtzig Prozent der Bevölkerung seines Reiches stellen?  

Gratian allerdings, der damals 21jährige und ebenfalls wie Valentinian II. Sohn Valentinians I. (aus zweiter Ehe), befand sich als Eingeschüchterter längst unter dem gnadenlosen Diktat des Ambrosius, weil dieser ihm an Willensstärke und Intellekt überlegen war.

Aus diesem eisernen, ambrosianischen Prügel des Glaubenszwanggesetzes vom 27. Februar 380 formte "Christ" Justinian I. um 540 die berüchtigte „Axt im Walde“. Überall in seinen Landen gab es Spizel und Denunzianten. Wer nicht Christus  im Sinne des Nicänums wenigstens mit den Lippen bekannte, musste zittern, wie zahllose Bürger der SowjetUnion zu Zeiten des Roten Terrors. 

Und eben das loben die Großkirchen indem sie SaintAmbrose wegen seiner Prinzipientreue Gedenktage widmen. Ihre Protagonisten wissen, dass es  im 20. Jahrhundert gerade die „prinzipienfesten“ Politiker waren, die denen die sie zu manipulieren suchten, namenloses Leid zufügten Es war genau das was ihnen Leute die sich selbst für Elitechristen hielten - vorexerziert hatten. 

Im Geiste des Ambrosius und des Justianian  zeigten es die Marxisten-Leninisten 1500 Jahre später allen anderen: nur ihnen stünde die Macht zu, nur sie seien im Alleinbesitz der Wahrheit.

Im 4. wie im 20. und anderen Jahrhunderten handelte es sich in Millionen Fällen um eine Frage von Tod und Leben. „Wer wen?“, höhnten die aktiven Teilhaber am „Diktat des Proletariats“ respektlos und stellten damit die Vormachtfrage und zwar gnadenlos. Die Gefangenenlager von Workuta bis in die Goldminen der Kolyma waren zu Stalins Zeiten immer überfüllt, obwohl täglich hunderte im Archipel Gulak zugunsten der „proletarischen Wahrheit“  verreckten.

Zumindest Nordafrika und Italien wo die Menschen überwiegend antikatholisch-arianisch glaubten suchte Justinian vergleichbar grausam die militärisch blutige "Lösung" und hinterließ Ruinen. Wie zum Hohn schoben die Gewissenslosen den Vandalen, den Barbaren, die Schuld in die Schuhe: "sie hausten wie die Vandalen".

 Natürlich spielen Sympathisanten des Ambrosius und des Kaisers Justinian die Ursachen und das Ausmaß des Grauenvollen herunter. Einige halten es sogar für verzeihlich, dass Millionen Familien unglücklich gemacht und viele vernichtet wurden. Für nicht wenige wortführende Christen blieb Ambrosius, der Erbarmungslose, ein Heiliger, Justinian ebenso der diejenigen mit der Hinrichtung bedrohte, die sich von seiner Glaubensart abwandten. In orthodoxen Kirchen genießt Justinian offiziell einen Heiligenstatus. Die Lutherische Kirche der Missourisynode verehrt ihn.  

Es ist nicht wahr, dass wir nicht urteilen dürfen. Wir müssen. Das verlangt der allein wahre Gott von uns. Er ließ es durch seinen Propheten Jesaja mehr als deutlich verkünden:


Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse, die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis“ Jesaja 5: 20  

Montag, 12. September 2016

Der gegenwärtige Wiederaufstieg des Christentums (1)



Vorwort

Wenige Dutzend beglaubigte Szenen aus dem nachnicänischen Papst- und Kirchenleben genügen, um zu belegen, dass es eine Beleidigung Jesu Christi ist, seinen Namen irgendwie in Beziehung zu den blutigen Machtkämpfen römischer  und anderer Wüstlinge zu setzen, die nach Silvester (314-335) bis weit in die Neuzeit hinein allesamt um jeden Preis Päpste, Kardinäle, Metropoliten und Bischöfe werden oder bleiben wollten.
Der Jesuit und Kirchengeschichtler Ludwig Hertling kann nicht umhin immer wieder, wenn auch ungewollt, zu bestätigen, dass es in weltlichen Machtzentren kaum mehr Bosheit, politische Ränke, Bestechungen, sowie die unverschämtesten Urkundendenfälschungen gab als im frommen Rom zu vieler Jahrhunderte:

„ (Papst) Formosus  (891-896) krönte  den Herzog von Spoleto, Guido, zum Kaiser.  893 wurde Formosus gezwungen, auch Arnulf zum Kaiser zu krönen. Von da an herrschte in Rom ständiger Bürgerkrieg… Es waren nur mehr Raufhändel der römischen Familien, die ihre Mitglieder ihrer Familien zu Päpsten zu machen und die von anderen Familien aufgestellten Päpste zu stürzen suchten. Die Verwirrung war so groß, dass wir von manchem dieser Päpste, die oft nur Wochen oder Tage im Amt waren, nur die Namen wissen und nicht einmal immer feststellen können, ob sie rechtmäßige Päpste waren…. Von geordneter Aktenführung war keine Rede, Geschichtsschreibung gab es keine… im Jahr 991 besprach ein Bischof die römischen Zustände: „ein Papst der keine Liebe besitzt, sondern nur von Wissenschaft aufgebläht ist, sei – ist - ein Antichrist...“  „Geschichte der katholischen Kirche bis 1740“

Nichts ist damit gegen die edlen Bemühungen anderer Päpste und Priester gesagt.

Doch da steht längst ein unüberwindliches Urteil des Weltgewissens in großen Lettern geschrieben: Eine Kirche die lieblose, Ranküne schmiedende Päpste und Herren  hervorbrachte, duldete oder sie sehenden Auges unterstützte kann zwar den Namen Christi jeden Tag in Gold fassen lassen, aber nicht zu Recht seinen Namen tragen.

Denn das verbietet das Gesetz Gottes:

       "Wer Christi Geist (der Liebe, der Toleranz, der Wahrhaftigkeit) nicht hat,      gehört nicht zum ihm." (Römer 8:9)

So wie der junge, tapfere noch unverdorbene Dr. Martin Luther das ungerechte römische Machtgefüge, das auf Geld fußte, fast zu Fall gebracht hätte, so hat der früh ermordete Joseph Smith (1805-1844) allen die sehen können tief ins Bewusstsein die Worte geprägt, dass alles Herrschaftsstreben umgehend das Verderben heraufbeschwört, dass  wir niemals , wie hoch wir auch stehen – oder zu stehen meinen – Gewalt üben dürfen.  


die Rechte des Priestertums (sind) untrennbar mit den Mächten des Himmels verbunden und ... die Mächte des Himmels (können) nur nach den Grundsätzen der Rechtschaffenheit beherrscht und gebraucht werden. Dass sie uns übertragen werden können, das ist wahr; aber wenn wir versuchen, unsere Sünden zu verdecken oder unseren Stolz und eitlen Ehrgeiz zu befriedigen, oder wenn wir auch nur mit dem geringsten Maß von Unrecht irgendwelche Gewalt oder Herrschaft oder Nötigung auf die Seele der Menschenkinder ausüben wollen—siehe, dann ziehen sich die Himmel zurück, der Geist des Herrn ist betrübt, und wenn er sich zurückgezogen hat, dann Amen zum Priestertum oder der Vollmacht jenes Mannes." (LuB 121: 35-36)

Es gilt das große Jesuswort: „Selig sind, die keine Gewalt anwenden…“ (Matth. 5: 5

„Unselig sind die Gewaltanwender.“ Eine andere Schlussfolgerung gibt es nicht.

Dienstag, 23. August 2016

Was unter dem Schlussstrich steht

Nun im 87. und nachdem ich zehntausende einschlägige Gespräche führte, nachdem ich hunderte und aberhunderte Kritiken contra Mormonismus las und hörte, steht eines fest:

Das gesamte Antimormonenlager verkannte bislang, dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage eine Schule der Tugend ist. Sie ist eben das in erster Linie.

Mittwoch, 17. August 2016

Unbekanntes Jesuszitat

Muslime schrieben 1601 auf einen Bogen der in Fatapur-Sikri errichteten Djama-Moschee, im indischen Uttar Pradesch:

"Jesus, über den Frieden sei, hat gesagt: die Welt ist eine Brücke, gehe hinüber, aber lasse dich auf ihr nicht nieder."

Wir können uns diese Brücke durchaus vorstellen. Sie verbindet zwei große Kontinente miteinander. 
"Wir kommen nicht aus dem Nichts, wir gehen nicht ins Nichts!" bekräftigen moderne Arianer.

Menschen mit Nahtoderfahrungen wissen mehr.



Samstag, 13. August 2016

"Im Kreml ist noch Licht!"

Der Kommunist Erich Weinert tröstet die Verstörten und Besorgten, um 1935, in der dritten Strophe seines Lobliedes auf den Führer des Weltproletariats, mit den Worten:


Und wieder schau’ ich weit nach Mitternacht
zum Kreml hin. Es schläft die ganze Welt.
Und Licht um Licht wird drüben ausgemacht.
Ein einz’ges Fenster nur ist noch erhellt.


Er glaubte hingebungsvoll -  später sogar sein Leben für diese Überzeugung einsetzend  - sein Herr Josef Stalin denke bis tief in die Nacht darüber nach wie er Menschen glücklicher machen kann. Tatsächlich jedoch erarbeitete der so hochgelobte Hoffnungsträger just in diesem Augenblick die Pläne für die verlogenen Massenprozesse  der folgenden Monate, gegen die Politelite seines Landes, - die im Sinne der Anklage jedoch bis heute unschuldig dastehen - und bald darauf beginnt er die Endlos-Listen derer zu starten die er abmurksen und um ihre Menschenehre bringen will. Sie sind erst im Werden. Gerade als Weinert meint, der Mann im letzten hellen Raum selbst sei der Leuchtende, beginnt das Verhängnis eines schrecklichen Tuns, das Jahrzehnte andauern sollte. Eben da wird die Absicht geboren jedes Licht außer in diesem  Zimmer zu löschen..
Briefmarke in der DDR

Der grundehrliche Satiriker Weinert bezahlte einen hohen Preis für seinen naiven Glauben an den Gottmenschen Stalin.
Nicht anders beteten gerade in diesen Tagen der Förderung des roten Terrors die gebildeten Deutschen einen Mann an, der beinahe die ganze Welt ins bis dahin größtdenkbare Elend stürzen wird.
Töricht einfältig glaubten sie dem Lügner Hitler aufs Wort, wie später die Mao-Garden ihrem Führer, der eine neue Bibel geschrieben hatte.
Allerseits Millionen Vernichtete, dem Vorbild Großinquisitor Torquemada folgend der noch zur Zeit der Entdeckung Amerikas mehr als einhunderttausend Familien mit den Waffen des Aberglaubens ruinieren konnte weil ihm die Kirche, der er dienen wollte, nicht in den Arm fiel. 
Das darf nie vergessen und solange Menschen auf Erden leben nicht vergeben werden,
Erstaunlich vor dem Hintergrund solcher historischen Ereignisse ist, wie nicht wenige heute noch weltweit dahergehen und eher leichfertig und manchmal sogar arrogant ihre angeblich hochmoderne aber tatsächlich fragwürdige Weltanschauung, den militanten Atheismus des Hochglaubens an Mutter "Zufall", verteidigen und uns andersdenkenden aufs Auge drücken wollen.

Glaubt weder den angeblich frommen Priestern der Kirchen, die teilweise des Geldes wegen auch Unfug verbreiten noch den Neupriestern der "wissenschaftlichen" Gottlosigkeit, auch nicht den kalt rechnenden Parteigängern die den Himmel auf Erden versprechen aber allenfalls ein erträgliches Sein zustande bringen können, Statt dessen folgt fast ausschließlich dem eigenen mahnenden Gewissen, nämlich nur dem Geist der zum Guten leitet. Da ist der Geist der uns anhält das Bestdenkbare zugunsten auch der Anderen zu leisten, der Geist des Messias. Das betont insbesondere Moroni. 
Hinterfragt eure Überzeugungen.
Es kann nicht sein, dass jemand behauptet er wäre ein Katholik, wenn er sich nicht zuvor kritisch und permanent wachsam mit den Lehren und der kuriostraurigen Geschichte seiner ihm eigenen Religion  auseinander gesetzt hat.
Es kann nicht, dass ein Kluger betont er sei evanglischer Christ, solange er sich nicht umfangreich informierte was das bedeutet im Unterschied zu anderen, und bevor er nicht die Schwächen des Protestantismus erkennt, sowie die Geschichte dieser Bewegung kennt und deren nicht immer guten Absichten durchschaut, nämlich dass deren Kirchen danach trachten den gläubigen Menschen beizubringen, dass sie zu ihrer eigenen Erlösung nichts beitragen können.
Die Zeit ist für alle mündig gewordenen abgelaufen sich mit hohlen Floskeln abzufinden.  Die ganze Wahrheit oder nichts, auch wenn wir nie am Ende angelangt sind erkennen wir doch, ob es heller und menschlicher wird auf dem eingeschlagenen Weg.

Freitag, 12. August 2016

Ihr behauptet ihr seid Christen

Nein, ihr seid ihnen auf den Leim gekrochen. Das Problem besteht darin, dass wortgewaltige Prediger den Begriff "Christ" deuteten wie sie wollten.
Bis heute gilt im Wesentlichen das Bekenntnis: ich bin getauft, also bin ich Christ.
Das ist falsch.

Wikipedia: ein Kind wird von einem Priester römisch-katholisch getauft
   
Erstens geschah das ohne deinen Willen, zweitens kann  Christ nur werden und bleiben, indem er Christi Prinzipien in seinem Innersten und damit in jeder Tat anerkennt.
Jesus hat es festgelegt. Nur seine Definition ist gültig: "Wer seine Gebote hat und hält sie, der ist es..."
Er sagte: "Das aber ist das ewige Leben, dass sie dich der du allein wahrer Gott bist erkennen..."
Christ wird man im Erkenntnisprozess.
Erst wenn ich weiß und mir selbst betätigen kann, dass ich aufs äusserste bemüht bin andauernd im Licht Christi zu leben, dass ich dies Minute für Minute in einer sich ständig ändernden Welt permanent übe, darf ich hoffen sein Nachfolger zu sein.
Er lehnte Gewalt als Mittel seiner Politik der Menschenversöhnung ab.
Er wollte und wird Gewalt durch Liebe ablösen.
Entweder unterstützen wir ihn durch Tat und Wort darin lebenslänglich, oder wir handeln gegen ihn.

Der berühmteste Bischof Roms Hippolyt sagte im Jahr 220 - als Christen noch Christen waren -: „Auf die Erkenntnis der Wahrheit müssen ... immer die Taten der Liebe folgen!“  Im Dialog des Bardesanes (etwa) im Jahr 200 heißt es: „dass das Christentum eine neue, alle völkischen Unterschiede unter sich lassende Lebensordnung, (ist) der sich die Menschen von sittlichem Willen freudig unterstellen... diese Auffassung vom Ziel der sittlichen Willensfreiheit als einer Lösung des Menschen vom Zwang irdischer Bindungen“ 

Bundesarchiv: deutsche Soldaten in Norwegen

Gäbe es nicht Millionen ähnliche Bilder aus allen Zeiten die ein grauenvolles Fehlverhalten angeblicher Christen bezeugen, könnte man heiss diskutieren und widersprechen. 

Wir alle haben uns jeden Tag neu zu IHM zu wenden, indem wir allemal und sei es unter Gefahr für Leib und Leib und Leben NEIN sagen, wenn  etwas von uns verlangt wird das gegen unsere Erkenntnis verstösst.
Dies war die wichtigste Lehre, die der sogenannte "Mormonismus" in mich senkte: „Auf die Erkenntnis der Wahrheit müssen ... immer die Taten der Liebe folgen!“