Samstag, 2. Mai 2026

Etwas zum Nachdenken

 Ich stöberte nicht vergeblich in meinem Archiv. Hier was ich wiederfand:

Pietro Arnese von der United Church, Columbia attackiert, 2012, die Theologie der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage heftig, sagt aber im selben Atemzug:

„Mormonen sind gute Menschen. Es hat keinen Sinn, die Fakten und Statistiken zu leugnen, die sie für ihren Patriotismus, ihren staatsbürgerlichen Sinn, ihren Fleiß und ihre moralische Güte auszeichnen. Sie unterstützen sich gegenseitig mit einem Hilfsprogramm, das nur selten mit anderen religiösen Gruppen verglichen werden kann. In den Vereinigten Staaten finden wir einige illustre Namen auf dem Gebiet der Politik, Wirtschaft und Sport. Als soziale Gruppe sind die Mormonen außergewöhnlich." Siehe "Enthüllungen" und "Trivialitäten"

Der Schweizer Bibelkreis um Herrn Wepf, warnt, bar jeder Sachkenntnis, seit mindestens zehn Jahren im Internet: „Die Mormonen sind eine der gefährlichsten Irrlehren der Neuzeit … Die Sündhaftigkeit des Menschen und die Rechtfertigung durch Christus werden in einen optimistischen Fortschrittsweg verfälscht. Sie verfälschen den Sinn der biblischen Botschaft, indem sie auch Bibelstellen bewusst ändern.“ Verfasser: bpö/l


Dem widerspricht Prof. Dr. Heikki Räisänen, Helsinki als evangelischer Exeget:

„Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Joseph Smith durchgehend echte Probleme erkannt und sich darüber Gedanken gemacht hat... Wie durch ein Vergrößerungsglas lassen sich (bei Joseph Smith) die Mechanismen studieren, die in aller apologetischer Schriftauslegung am Werke sind; die zahlreichen Parallelen zum heutigen Fundamentalismus aber auch zur raffinierten Apologetik etwa der Kirchenväter sind hochinteressant...“ Räisänen empfiehlt sogar: „„Mit diesen Beispielen aus den Werken Joseph Smiths, sowie aus der neueren Literatur über den Mormonismus hoffe ich hinreichend angedeutet zu haben, dass eine ernsthafte Beschäftigung mit den Werken des Mormonismus eine lohnende Aufgabe nicht nur für den Symboliker und den Religionswissenschaftler ist, sondern auch für den Exegeten und den Systematiker. Der um Fairness bemühte Forscher kann ihnen den Wert als in ihrer Zeit und Umgebung als sinnvolle Neuinterpretation der religiösen Tradition gar nicht so leicht absprechen…“

Siehe "Theologische Literaturzeitschrift" 109. Jahrgang Februar 1984