Die unselige, nachnicänische Kirche- Mutter der Sekten
2026
Gerd Skibbe
Einführung
Die Macht der Gewohnheit ist keine Allmacht.
| Aber der Weg der nach-nicänischen Kirche (Kirchen) war nie ein kontinuierlich Gerader. |
Benedikt XVI.) sagte nach der Abstimmung durch die
Konzilsväter: „Die Erklärung über die Religionsfreiheit des Zweiten
Vatikanums bedeutet insofern kirchlicherseits das Ende des Mittelalters, ja
das Ende der konstantinischen Ära… Und dass man
ab jetzt nie mehr sag en könne, für die katholische Kirche sei die
Religionsfreiheit kein Grundrecht, das in der Würde der Person begründet ist.“ Karl
Hörmann „Willensfreiheit“
Welch ein Wandel zum Guten. Die furchtlose Kündigung ihrer quasi-Ehe mit dem Geist Konstantins ist bewundernswert.
Mitte des 4. Jahrhunderts kam es zur ersten Kirchenspaltung, vorangetrieben vom römischen Imperator Konstantin: hier die Traditionalisten (verfemt als Arianer die an drei göttliche Persönlichkeiten als Gottheit glauben) und da die Athanasianer, die Trinitarier (sie glauben „Es handelt sich nicht um drei verschiedene Götter, sondern um drei Seinsweisen desselben eines Wesens“ Heilige Dreifaltigkeit Man sollte meinen, kraft des gesunden Menschenverstandes könnten beide Strömungen friedlich nebeneinander koexistieren. Sie beharren energisch auf dem Boden des Urchristlichen zu stehen. Grausame Kriege wurden im Besonderen auf Initiative der Trinitarier im Verlaufe vieler Jahrhunderte geführt. Es wuchs sich aus, weltweit herrschten Intoleranz und die ihm folgenden Übel. Zahllose Kreuzzüge, Inquisition, das ganz Klosterunwesen, Zwangsbekehrungen größten Ausmaßes folgten dem Ungeist Konstantins.
Ein Statement der katholischen Union der Europäischen Konferenzen der Höheren Ordensoberen/innen (UCESM) zeigte im Jahr 2007, was Konstantin 325 in Nicäa mit seinem Konzil zu erreichen wünschte: „…. Aurelian führte (den) heidnischen Monotheismus ein. Während Konstantin den christlichen Monotheismus einsetzen wird mit Sol Invictus.“
Solche Aussage kann nicht überschätzt werden.
Sie war es, so ist es. Konstantin ist der Schöpfer der Orthodoxen und katholischen Kirchen zu Lasten der Urkirche. Diese Offenlegung böser Absichten sollte
eher von Atheisten als von „höheren Ordensoberen“ stammen. Aber genau, dieser Hinweis
ist unleugbar korrekt. Die Trinitarier negieren. Aber die „katholische Union“
ist nicht irgendein Gremium, sie repräsentiert 180 000 Ordensleute, die
nicht leichtfertig Sätze wie diese hier zuletzt zitierten, verfassten.
Sie beruhen auf historische Tatsachen, die in die Vergessenheit gedrängt
wurden, zugunsten der Kirche Konstantins.
Hunderte Konstantinspezialisten
bestätigen, dass ein Nichtchrist auf Basis seiner militärischen Macht seinen
Schutzgott ins Christentum hineinpressen wird.
Es bedurfte
den Zeitraum von 2 vollen Monaten um das „Nicänum – das Bekenntnis des
Athanasius – als „christliche Wahrheit“ durchzusetzen. Und es erforderte die
Eisenfaust eines mächtigen Tyrannen, um den kuriosen Athanasianismus
durchzusetzen: „Seitens des Kaisers … wurde mit Drohungen und Ankündigung von
Repressalien gearbeitet. Jeder Bischof wurde einzeln vorgenommen. Ihm wurde das
Bekenntnis (das Nicänum) vorgelegt, und er wurde sogleich vor die Alternative
gestellt, entweder zu unterschreiben oder in die Verbannung zu gehen...“ Rudolf Leeb „Konstantin und Christus“
– die Verchristlichung der imperialen Repräsentation“
"Alles schien in bester Ordnung, jedoch hatten
einige Bischöfe nur ein Lippenbekenntnis abgelegt, da Kaiser Konstantin mit der
Verbannung für jener Bischöfe gedroht hatte, die das Bekenntnis nicht
unterschrieben..." Kath. Quelle "Familia
Spiritualis Opus" 2013 Bereits Im Eingangstext des Athanasianums
droht die Keule „Wer immer gerettet
werden will, muss vor allem den
katholischen
Glauben festhalten.“ Vers 1 Wenig
später heißt es im Kontext und zwar offiziell: „Denn wie wir gezwungen sind, in christlicher Wahrheit jede
einzelne Person für sich als Gott und als Herrn zu bekennen, so
verbietet uns der katholische Glaube, von drei Göttern oder Herren zu
sprechen.“ Athanasianum
Vers 19 Unter
großkirchlichen Theologen herrscht bis heute Gruppenzwang, obwohl auf der Hand
liegt, dass die „christliche Wahrheit“ den
Vorrang haben sollte. Der Glaube an den „Dreifaltigen“ ist ihnen heilig.
Mormonen –
Mitglieder der Kirche Jesu Christi Heiligen der Letzten Tage wagen es der „christlichen
Wahrheit“ den Vorrang zu geben, statt dem „Dreifaltigen“, deshalb sind sie
keine Christen: Dr. Kai Funkschmidt schreibt:„Wer die eigene Christologie ernst nimmt, muss feststellen: Gotteslehre
und Christologie der HLT (der Mitglieder der Kirche Jesu Christi der
Heiligen der Letzten Tage) sind nicht
christlich.“ Lexikon der evangelischen Zentralstelle für
Weltanschauungsfragen
Gewisse „Styler Missionare“ bekräftigen: „Mormonen“ „(lehnen) die Lehre von der Dreifaltigkeit strikt ab. Allein diese Tatsache abgesehen von den bisweilen mehr als seltsamen Offenbarungsinhalten, machen deutlich, dass wir es hier nicht mit einer christlichen Konfession zu tun haben.“ 01.04.2012 Pater Hans Peters SVD Dr. Gassmann von der Bibelgemeinde Pforzheim veröffentlichte die folgende Schrift: „Antichrist – bei … Mormonen und Scientologen.“ ISBN: 978-3-944834-06-1
Trinitarisch, wie Herr Dr. Gassmann zu glauben, bedeutet immer noch, anzuerkennen, dass die im Athanasianum erwähnte „christliche Wahrheit“ geringeren Wert hat als der katholische Glaube.
Diese
Realität scheint eine Kleinigkeit zu sein. Ist sie
aber nicht.
Kritiker mögen bedenken: Im Zentrum des Athanasianums, im ersten Teil des 19. Verses wurde festgeschrieben: dass „wir gezwungen sind, in christlicher Wahrheit jede einzelne Person für sich als Gott und als Herrn zu bekennen.“
Das ist Polytheismus pur. Oder: Das ist "Mormonismus pur. Das gilt.
Weder „chinesischem" Glauben, noch kruder Philosophie und selbst katholischem Glauben fehlt das Recht, diese Grundwahrheit zu verbieten, die es dennoch wagen mögen das dann irgendwann verantworten. Bedauerlich, dass an einigen Universitäten im Bereich der christlichen Dogmengeschichte teilweise noch der Stand von 1920 kolportiert wird. Einigen Sekten-Fachleuten fehlen wichtige Erkenntnisse. Das gilt besonders für einflussreiche Evangelikale in den Vereinigten Staaten.
Im Juni 2026 schrieben US-Medien: „…
Die meisten Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
verstehen sich als Christen. Viele prominente Gelehrte widersprechen dem
jedoch. Sie verweisen auf grundlegende Unterschiede in ihrem Gottesbild und
ihrer Auffassung der Dreifaltigkeit“ „The Ass.Press“
Gerd Skibbe September 2026
Glaubensfragen
Die Gottesfrage
beschäftigte selbst die Größten: Der Theologe Dr. Dr. Dieter Hattrup sagte: „In den letzten drei Jahrzehnten, von 1925
bis zu seinem Tod 1955, erkennt Einstein, dass die Wissenschaft nicht leisten
kann, was er von ihr erwartet hatte, als er sich ihr verschrieb. Ja, umgekehrt,
die Physik ist dabei, das Personale als den Grund aller Wirklichkeit plausibel
zu machen. Wenn die Welt nicht nach einem mechanischen Plan abläuft, wenn es
neben den harten Gesetzen der Naturwissenschaft auch Ereignisse gibt, die von
diesen Gesetzen nur ungefähr vorausgesagt werden, dann wird Spinozas Formel hinfällig.
Dann ist Gott nicht mit der Natur gleichzusetzen. Dann liegt es eher nahe zu
sagen, der Grund der Welt, mit üblichem Namen Gott genannt, ist frei und handelt nach Plan. Sein Handeln in der Welt
ist nicht durch Naturgesetze festgelegt, sondern er bestimmt die Gesetze.“ Die Tagespost, kath. Zeitung für Politik,
Gesellschaft und Kultur. 2004 Theologie, vor allem die christliche,
basiert auf Wissen und ist zugleich Opfer von Spekulationen und
Machtstreben. Hätte Gott sich nicht
während gewisser Perioden auserwählten Menschen offenbart, die hoher Gesinnung
waren und Inspiration suchten, wir wüssten nichts von ihm. Frau Prof. Dr.
Regine Schulz gab, 2012, mit ihrer Kanzelrede bei „Andreas um sechs“ tiefere
Einblicke in die altägyptische Religion: „Auferstehung und Ewiges Leben“, im
Alten Ägypten. Ihre Aussagen haben Gewicht. „Den Menschen des Alten Ägypten sei die Frage nach dem Glauben ganz
fremd gewesen, sie hatten nicht einmal ein Wort dafür. Ihre Vorstellung von der
Götterwelt und der Ordnung des diesseitigen und jenseitigen Lebens sei nach
ihren Begriffen überliefertes Wissen
gewesen, die Wahrheit. Sie fürchteten das Totengericht, denn das Weiterleben
nach dem Tod hing vom Wohlverhalten im Diesseits ab. Es gab Hoffnung auf
Gerechtigkeit, Hoffnung auf Gnade gab es nicht Der Maßstab für das richtige
Leben sei zusammengefasst im Begriff Ma`at, der sich nicht übersetzen lasse,
weil er viele Bedeutungen einschließt: Gerechtigkeit, Ordnung, Weisheit. Die
Personifizierung dieses umfassenden Begriffes in der Göttin Ma`at schaffe eine
Verbindung zur Person Christi, meinte Superintendent Helmut Aßmann im Gespräch
mit der Museumsdirektorin.“ Sie sei Protestantin, „aber auch der festen Überzeugung, dass das Verhalten im Diesseits
sich auf das Leben im Jenseits auswirke." Diese letzte Bemerkung ist
zwar gut „mormonisch“-urchristlich, aber keineswegs evangelisch und schon gar
nicht calvinistisch. Ebenso wie der
Museumsleiterin geht es nahezu allen Christen die die Bibel lesen. Sie
erkennen, dass Gott nicht nur gütig ist, sondern auch gerecht.
Ist Sol invictus dominierender Teil des „Dreifaltigen Gottes“?
Die Autoren der „Union“ legten den Finger auf die Problemfigur „Sol“. Konstantin wollte und sollte auch nachnicänisch „mit So Invictus zusammenwirken“ Das verlangte Konstantins Aberglaube zum Verderben des schlichten Glaubens.
„Nachnicänische Christen
identifizierten Christus als die wahre, spirituelle Erfüllung des Sol
Invictus, oft als Solarisation“ Christi bezeichnet.“ Art & Theology
Zu spät erkannten jene 11 Prozent
aller Bischöfe des römischen Reiches, die auf Staatskosten nach Nicäa reisten,
dass sie in eine Falle gelockt wurden. Dass dies so war bewies
Konstantin 330, nur fünf Jahre nach dem Ersten ökumenischen Konzil.
Zu Konstantinopel zeigte Konstantin sein wahres Gesicht, das des unbesiegten Sonnengottes. Es wird berichtet, dass seine Gedenkstatue auf der Porphyrsäule: „von Heiden und von C h r i s t e n verehrt wurde und l e t z t e r e versuchten, das Bild Konstantins ... mit Opfern gnädig zu stimmen und mit Lampenfesten und Räucherwerk zu ehren. Sie beteten ihn wie G o t t an und leisteten Fürbitten, die vor schrecklichen Dingen Abwehr schaffen sollten... Constantin als ApolloHelios entsprach der Darstellung Christi als Sonnengott...“ F. Kolb Herrscherideologie in der Spätantike“
Bilden Konstantin, ApolloHelios und
Christus zusammen den Dreifaltigen? Wie soll man das verstehen? Die
Verschmelzung von Geist und Körper geschah bei unserer Geburt. Aber die
Verschmelzung verschiedener Personen ist undenkbar, außer wenn eine Eizelle
befruchtet wird.
Wenn Konstantin mit Sol verschmelzen
sollte und beide mit dem Vater sowie dem Gott „Heiliger Geist“, dann erhebt
sich die nächste Frage: müsste es fortan nicht heißen wir glauben an eine
heilige „Vierfaltigkeit“ statt an die „Dreifaltigkeit?“ Der Kaiser pochte doch
darauf, dass da nur ein Gott ist. Letztlich wollte er die Christen überzeugen,
zu bekennen: „Es handelt sich nicht um drei verschiedene
Götter, sondern um drei Seinsweisen desselben eines Wesens“ Heilige
Dreifaltigkeit offizielle Erklärung
Er wird die Bischöfe bearbeiten.
Konstantin hatte 324 die
Alleinherrschaft im blutigen Ringen gegen Schwager und Mitkaiser Licinius
errungen. Fast zeitgleich verschickte er Einladungen an die 2000 Bischöfe des
Reiches und den Befehl zur Ermordung des gefangen gesetzten Licinius, den Ehemann
seiner Halbschwester Constantia, obwohl er ihr geschworen hatte, Licinius Leben
nicht anzutasten. Nach dem militärischen Sieg griff er, mittels beider
Aktionen, nach den Sternen. Seine Absicht war Herrscher des „Weltalls“ zu
werden. Während der Zeit seiner quasi-Geiselhaft zu Nikomedia hatte er es immer
wieder in paganen „Gottes-diensten“ vernommen: „der Kaiser gleiche dem
Gebieter des Weltalls.“ Alexander Demandt „Diokletian und die Tetrarchie“ – „Aspekte
einer Zeitenwende“
Der deutsche Althistoriker Prof.
Clauss: brachte es auf den Punkt. Konstantin „wollte der Christus
sein.“ „Kaiser
und Gott“ Herrscherkult im römischen Reich“ 1999.
Natürlich bestreiten
glaubenstreue Katholiken und alle orthodoxen Kirchen das. Tatsächlich
bestätigen nicht wenige moderne Forscher, dass: „„...Konstantin eine neue Idee von der Kirche
(hatte), die er verwirklichen wollte: ... nach dem ihm vorschwebenden Bild
formt er… sein Reich, seine Kirche…. Die Diener Gottes, die
Kleriker unterstützen den Kaiser, den Knecht Gottes dabei, das gottgewollte
Friedensreich herbeizuführen. Das Konzil ist ein repräsentativer Staatsakt,
aber der Staat, der sich ihm darstellt,
ist die von Konstantin geführte Kirche (!), das Reich der Zukunft… Eben so wenig, wie Konstantin Christus
erwähnt, ist die Kirche auf Christus bezogen...“ Heinz Kraft, Habilitationsschrift „Konstantins
religiöse Entwicklung“ Heidelberg
Bezogen auf Konstantin
selbst ist die neue Kirche. Kein Wunder was folgte.
Es ist entschieden zu beachten, dass
die Mitglieder der Urkirche die dreiköpfige Gottheit verehrten: 1. Elohim den
allein wahren Gott, 2. seinen Sohn Jesus Christus und 3. den Heiligen Geist.
Das war und ist urchristlicher Polytheismus, den Konstantin abschaffte. Um den „christlichen
Monotheismus einzusetzen“..
Ein Kaiser, eine Religion, ein
Gott
Darum ging es ihm. Deshalb lud
Konstantin die etwa 2000 Bischöfe des Reiches ein, auf Staatskosten nach Nicäa
in Kleinasien zu reisen. Es hieß, er wolle in der Kirche Frieden
stiften.
Welche Ehre für die überwiegend
‚kleinen’ Leute, in den Dörfern Palästinas und Kleinasiens, die den bis dahin
nur innerhalb der Kirche geachteten Rang eines Bischofes trugen, eine Einladung
vom mächtigsten Mann der Welt zu erhalten. Umgehend erhoben sich
seitens der absoluten Mehrheit der Postempfänger schwerwiegende Bedenken nach
Nicäa zu gehen, obwohl die Versuchung verständlicherweise für jeden groß war,
fortan geachtet und sogar berühmt zu werden. Die von den Paganen verspotteten
kleinen Handwerker, Fischer und Bäckergesellen, hätten jetzt auftrumpfen
können: „Seht meine Einladung vom Kaiser!“, und dann noch
umsonst mit der kaiserlichen Post daher zu fahren und etwas von der Welt zu
sehen, das stellte schon eine gewisse Verlockung dar. Die mutigen, im Glauben
Gefestigten – und das waren nahezu 90 Prozent - wollten sich jedoch nicht
selbst kompromittieren. Sie lehnten schweigend ab. Konstantin, dem bekanntlich
grausamen Sol – Invictus - Verehrer den Gefallen zu tun, zu Füßen zu kriechen,
kam für sie nicht in Betracht. Sie wussten es: Konstantin hatte „das
aus dem Orient kommende Hofzeremoniell übernommen, das schon Diokletian
eingeführt hatte: wenn er Bittsteller oder Gesandte empfing, trug er ein Diadem
auf dem Kopf und schwere bestickte Kleidung aus Damast und Seide, die bis zum
Boden reichte. Jeder, der sich ihm näherte, musste sich zu Boden werfen und den
Saum des Kleides küssen, ehe der Kaiser ihm erlaubte, sich wieder aufzurichten…
Gefangene Offiziere und der Unfreiheit widerstrebende Germanenfürsten ließ er
im Amphitheater von wilden Tieren zerreißen, etwa in einer Arena in
Trier.“ Er kannte „auch mit der Zivilbevölkerung … keine
Gnade und hinterließ in den unterworfenen Gebieten Tod und verbrannte
Erde.“ Bettina von Engel: Vortrag „Konstantin und seine Familie in Trier“
Konstantins „Handlungen waren
durchweg geleitet vom Ziel, die Macht auszubauen; sein Schwiegervater, Kaiser
Maximianus, wurde 310 von seinen Soldaten an Konstantin ausgeliefert, der ihn
schließlich zum Selbstmord zwang… seinen Schwager Licinius ließ Konstantin
erwürgen, dessen Sohn degradierte er zum Sklaven und ließ ihn
totschlagen;…“ später hörte man allerorten „Crispus,
seinen Sohn aus erster Ehe, und Fausta, seine Frau, ließ er 326 ermorden, weil
er die beiden verdächtigte, eine Beziehung miteinander eingegangen
zu sein.“ Ökumenisches Heiligen-Lexikon
Jeder kann jeden des Schlimmsten
verdächtigen, das alleine schadet noch keinem, außer dem der es sich erlaubt
harmlosen Leuten reine Bosheit zuzutrauen. Dieser Kaiser hatte sein Gewissen
längst umgebracht. Er präsidierte zu Nicäa seelenruhig. Er trug die neue
Gottesformel längst in sich. Er brachte sie schließlich durch. Den
Kollaborateuren Paphnutius von Ägypten, Bischof Hosius von Cordoba, Nikolaus
von Myra, dem Schafhirten Spiridon von Zypern und vielen anderen suggerierte er
gegen Konzilsende: Nur ihr steht im Recht euch Christen zu nennen. Auch die
halbherzigen Konstantinianer sollten nach einigen Wochen der ideologischen
Bearbeitung ihrer Seelen versprechen künftig zu predigen: „Es handelt
sich nicht um drei verschiedene Götter, sondern um drei Seinsweisen desselben
eines Wesens“ Heilige Dreifaltigkeit Das behautet das
Nicänum und mit ihm fast die gesamte Theologenschaft bis
heute.
Man kann Parolen verkünden, die aus
reinen Lügen und sonst nichts anderem bestehen, wie Hitlers: „Die Juden sind
unser Unglück!“ oder Marx und Engels Forderung „Proletarier aller
Länder vereinigt euch“. An den Folgen zeigt sich der Lügengeist.
Millionen kämpften für nichts. 18 Millionen Arbeiter und Intellektuelle
vereinigten sich schließlich, wenn auch unfreiwillig im Archipel Gulak.
Zu keiner Zeit konnte das Wortungeheuer: „… drei Seinsweisen desselben einen Wesens“ als korrekte Wiedergabe der Aussagen der Bibel erkannt werden. Hoch und niedrig nahmen diesen Unfug zunächst nur unter Zwang als bittere Pille hin, dann gleichgültig aus Gewohnheit. Die Mehrheit der Konzilsteilnehmer blieb ablehnend dabei: Trinitarismus ist Konstantinismus. Das verschwiegen sie wohlweislich
Bevor die Bischöfe anreisten,
glaubten sie, noch laut bekennend, bis auf wenige Ausnahmen, so wie der
damals noch weithin unbestrittene, wohl bedeutendste Kirchenvater Origenes
(185-254) polytheistisch. Nahezu alle hatten bereits vor ihrer Taufe, als
Katecheten Zeugnisse, auch vom Märtyrer Justin gehört, der um 150 schrieb und
bezeugte: „Ich werde versuchen, dich, da du die Schriften verstanden
hast, von der Wahrheit meiner Aussage zu überzeugen, nämlich dass es
einen anderen Gott und Herrn gibt und dass es einen geben soll, der
dem Schöpfer aller Dinge untergeordnet ist; dieser wird auch Engel genannt,
weil er den Menschen verkündet, was auch immer der Schöpfer aller Dinge – über
dem es keinen anderen Gott gibt – ihnen verkünden möchte.“ „Dialog mit dem
Juden Tryphon“ Kapitel 56. Gott, der Moses erschien, unterscheidet
sich von Gott dem Vater…
Mit wenigen anderen aber ebenso
deutlichen Worten sagte Origenes wieder und wieder dasselbe: „Rangältester
von allen Geschöpfen ist der ewig aus dem Willen des Vaters gezeugte Sohn
Gottes. Er ist dem Vater nur „gleich“ im Sinne von ähnlich... der Sohn ist das
Abbild (Kolosser 1: 15) geringer als Gott selbst (Joh. 14: 28)
an dessen Gottheit er nur Teil hat und dem er als der“ zweite Gott“ in
jeder Hinsicht subordiniert ist... Der Sohn ist dem Vater
nachgeordnet, er ist dem Vater nur ähnlich, er ist eine andere
Person.“ Origenes „Die Religion in Geschichte und Gegenwart“
Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft 3. völlig neu
bearbeitete Auflage Vierter Band
Das Kernproblem des Nicänums -
die Unvorstellbarkeit oder Unerkennbarkeit der neuen Gottheit – musste die
breite Mehrheit der Prediger aller nachnicänischen Zeiten kleinreden, weil
unter Strafe gestellt wurde zu behaupten: „Jesus sieht seinem Vater
ähnlich.“ Aber, selbst die redlichsten Bekenner des Trinitarismus
konnten weder damals noch heute bestreiten, dass „alle großen
vornizänischen Theologen die Subordination des Logos im Verhältnis zu Gott
vertraten. Da wird es eindeutig als Subordination aufgefasst
und dargestellt. Und der entschiedenste Subordinatianer des Neuen Testaments
war gemäß den Synoptikern Jesus selbst.“ Dr. Martin Werner „The
Formation of Christian Dogma“ Auch aus diesem Text folgt: „Da sind
drei Götter,“ oder mehr. Origenes bedauerte den Zweifel daran, der also bereits
in seinen Tagen aufkam „... "Manche schätzen nicht, was wir
sagten, indem wir den Vater als den einen wahren Gott hinstellten und zugaben,
dass andere Wesen neben dem wahren Gott Götter werden konnten,
indem sie an Gott teilhatten.“ Origenes Kommentar zu Joh.: 2:3
Das war die Lehre der
Kirche.
Im Unterricht lernten die Katecheten
allesamt, jahrhundertelang, dass Jesus, als er aus dem Wasser seiner Taufe im
Jordan heraufkam, ebenso wie die Abwesenden sah, dass sich der Himmel öffnete,
und der Heilige Geist in Form einer Taube auf ihn kam und, dass eine Stimme aus
der Höhe ertönte, die Stimme Gott-Vaters die bezeugte: „Jesus ist mein
geliebter Sohn, an dem ICH Wohlgefallen finde“. Da waren also drei
verschiedene Götter. Daran lässt sich auf biblischer Grundlage, nicht
herumdeuteln!
Diese Tatsache wird gern verborgen,
sie passt nicht in moderne Definitionen. Hier aber liegt der Kern des Problems,
zu wissen, dass nach Nicäa nicht der Wille Christi und seiner Kirche geschah,
sondern Konstantins Eigenwille. Das aber muss vernehmlich gesagt werden-
Konstantins Reich der Zukunft, dass
dem damals einflussreichsten Mann der europäischen Welt vorschwebte, diese
Mixtur aus der Soldatenreligion des Mithraismus, plus einiger aus dem
Christlichen entlehnter Elemente konnte dann doch überleben, aber schwer angeschlagen,
weil es ehrliche, treue Christusgläubige gab die lehrten und predigten was
ihnen die Heiligen Schriften und die Briefe der Apostel sagten.
Aus heutiger Sicht bedeutete das
Konzil zu Nicäa, 325, den Beginn des Niedergangs von dem Hertling allerdings
mit anderen Worten sprach. Der Geist Christi der Wahrhaftigkeit wich vor dem
grobdiktatorischen Konstantins zurück. Für nicht wenige, die noch lange keine
Christen waren schimmerte jedoch schon bald das Geld verlockend. Der Kaiser
wird zumindest die Bischöfe besolden! Das sollte viele Banausen wie das Licht,
die Motten anziehen. So kam es. Nachdem Konstantin sich „...zum
Herrn der Kirche (gemacht hatte). In ihre Streitigkeiten hatte er
entscheidend ein(gegriffen) und verteilte mit geschickten Fingern Recht und
Unrecht. ...im Handumdrehen füllte sich der Hof des Kaisers mit einer Menge von
Persönlichkeiten, die mit ihrem Christentum Geschäfte machen wollten. Edlere
Naturen konnten neben ihnen kaum noch hervorkommen. (Sie) zogen sich angewidert
zurück. Die siegreiche Kirche“ (kam hervor.) Pfarrer E. F. Klein „Zeitbilder aus
der Kirchengeschichte“, Berlin, Ackerverlag, 1930, S. 144
Die alte, leidende, aber souveräne
Kirche, verschwand zwar nicht sofort, aber sie geriet auf die Schattenseite und
verkrüppelte. Konstantins Denomination, obwohl sie auf Eidbruch, Gewalt und
große unerfüllbare Versprechen gegründet wurde wuchs nominell erheblich, weil
man da was holen konnte, denn nun verwalteten Bischöfe des neuen Typs die
staatliche Armenkasse. Diese Einrichtung bestand einige Jahrhunderte. Und, es
gab keine Verfolgungen mehr. Christen wurden nicht ausgepeitscht…
Konstantin überrollte nicht nur Arius
und Origenes Gotteslehre.
Indirekt beeinträchtigte er auch
andere Teile der generellen Christentheologie, wie die Möglichkeit der
Allversöhnung in der Ewigkeit. Dieser „Apokatastasis“ genannte Vorgang
wird im Buch Mormon
2. Nephi 28: 19 umschrieben mit den Worten: „Denn das Reich des
Teufels muss erbeben, und diejenigen, die dazugehören, müssen notwendigerweise
zur Umkehr aufgestachelt werden, sonst wird der Teufel sie mit seinen
immerwährenden Ketten gefangen halten.“
Nun im 21. Jahrhundert
erscheinen immer mehr origenes-freundliche Veröffentlichungen und Aussagen
zum frühchristlichen Anti-trinitarischen Gottesglauben. Origenes, der
nachweislich mit den originalen Kirchenlehren übereinstimmend schrieb betonte
ausdrücklich, dass Christus von Ewigkeit her Gott war, sowie, dass wir
Erdenmenschen – die zur Familie Adams gehören – ebenfalls Götter in der
Ewigkeit werden können:
Quintessenz einer Doktorarbeit über
Origenismus ist die Erkenntnis: dass „…der Sohn auf Grund seiner in
ewiger Gegenwart bestehenden Teilhabe am Leben Gottes von Ewigkeit zu
Ewigkeit Gott ist, sind alle vernunftbegabten
Kreaturen nach dem Sündenfall berufen, durch die Vermittlung des Sohnes und
nach dessen ewigem Vorbild „Götter“ zu werden… nach Origenes besteht
zwischen Vater und Sohn ein logisch-kausales Begründungsverhältnis, das die
Nachordnung des Sohnes als selbständiger Hypostase zur Folge hat… Als
Wahrheit und Weisheit des Vaters ist der Sohn jedenfalls nur dann richtig
verstanden, wie Origenes nicht müde wird zu betonen, wenn man nicht
vergisst, dass er eine selbständige Hypostase ist.“ Christoph Brun 2013 „Zur Gotteslehre
des Origenes“
Eben das lehrt der nicht selten unter
Trommelfeuer stehende „Mormonismus.
Selbst der berühmt-attackierte
Bischof Novatian sprach von „Christus als »obersten Engel Gottes“ Vera Hirchmann „Die Kirche der
Reinen“ Mohr Siebeck 2015
Der Älteste Arius (260-337)
argumentierte mit diesen und ähnlichen Zitaten in Nicäa so bald dort im
Klartext gesprochen wurde. Natürlich erregte er damit auf Seiten der
entschlossenen Fürsprecher pro Monotheismus Ärger. So ist der
Durchschnitts-Mensch. Er folgt der für ihn jeweils höchsten Sieger-Autorität
widerspruchslos, schließlich will niemand sich selbst Ärger auf den Leib
reißen. Das ist der Mitläufereffekt, und doch, es gibt immer Ausnahmen,
gebildet von denen die im Stande sind eigenständig zu denken und die dann mutig
ihr Denkergebnis verteidigen oder … manchmal, aus Klugheit verbergen.
Athanasius (290?-373), der Diakon des Alexandrinischen Bischofs Alexander, warf
sich umgehend in Nicäa zum Anführer der Unterstützer Konstantins auf. Damals
mochte er um Mitte 30 sein, ein kleiner, schmächtiger Mann, unbeugsam und
bissig. Sein Bischof Alexander von Aleyandriaus, und der Konzilsleiter Hosius
von Cordoba feuerten ihn an. Allen anderen voran stärkte der Kaiser seinen
Rücken.
Arius und Athanasius kannten
einander bestens aus der Zeit, als die Gottesfrage in einer Zusammenkunft in
Alexandria um 318 aufkam und dann ausuferte. Lautstark seitens Athanasius,
blieb Arius selbstbeherrscht gelassen. Er machte dort und
andernorts, wenn er es für angebracht hielt deutlich, dass die
„Drei-in-Eins-Lehre“ der Kirche Gottes fremd ist. Und eben das weiß die
großkirchliche Theologie spätestens seit dem Ende das 19. Jahrhunderts. Die
Dreifaltigkeitslehre, wie sie dann als Nicänum „verbschiedet“ wurde, war
keineswegs eine kleine, sondern „…eine „große Neuerung, die
Erhebung zweier unbiblischer Ausdrücke (Vater, Sohn und Heiliger Geist
seien „unius substantiae“ G.Sk-) zu Stichworten des Katholischen
Glaubens. Sie sicherte die Eigenart dieses Glaubens…
Im Grunde war nicht nur Arius abgewiesen, sondern auch Origenes, fortan musste die Kirche die Last einer ihr f r e m d e n Glaubensformel tragen… Hätte Luther realisiert, dass in Nicäa das lebendige Evangelium in ein starres philosophisches Korsett gezwängt wurde, hätte er diese Formel als „fremdes“ Element abgelehnt, da sie seiner Sicht der biblischen Freiheit widersprach.““ A. von Harnack „Lehrbuch der Dogmengeschichte“ und Universität Boston
Männer wie Konstantin stellen nicht
viele Fragen. Sie „wissen“ ob oder wer und was Gott ist. Den Kaiser und seine
Ideen anzuerkennen gehörte nachnicänisch für alle Christen zur obersten
Bürgerpflicht. Er verlangte es. Es sei nicht ratsam einem wie ihn zu
widersprechen.
Vor 318 gab es, soweit bekannt, in
anderen Gemeinden nur selten Fragen oder Behauptungen in Richtung
Trinitarismus. Gelegentlich ging es um die Auslegung des Wortes „Gott
ist Geist“, das im Johannes-Evangelium auftaucht. Da gab es
hinlänglich Spielraum, den Athanasius nutzte. Es fällt jedoch schwer diesem
Monotheisten, der wüst fluchen konnte, länger zuzuhören. Er kämpfte mit allen
Mitteln um dem Kaiser und sich selbst zu gefallen. Er baute die
Nebel-Gott-Variante zu Gunsten der Ansprüche Konstantins nicht selten mit
grobschlächtigen Worten aus. Dagegen wirkte der Älteste Arius, der Athanasius
Vater sein könnte, nie unhöflich. Er verwies ihn allerdings mit starken
Argumenten: „Denkt an das große Erlebnis des Stephanus der laut
Apostelgeschichte Jesus sah, wie er an der Seite seines Vaters stand. Da sind
mindestens Zwei.“ Apostelgeschichte 7: 59 Oder Arius zitierte
Jesus: „Ich gehe zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und
eurem Gott.“ Joh.
20: 17.
Dass Arius mit Bibelworten wie diesen
und den Origenes-Texten im Lager der Konstantinianer ebenfalls Wirkung
erzielte, konnten die Origenisten deren Gesichtern ablesen. Der Alexandriner
Origenes, galt noch kirchenweit in Sachen Theologie als oberste Instanz. „Das
Ansehen des Origenes war noch in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts in
weiten Kreisen ein unbedingtes.“ Adolf von Harnack „Lehrbuch der Dogmengeschichte“
Mohr-Siebeck, 1990 S. 28
Knapp zwei Generationen nach Nicäa
traten erste Nörgler vom Format Epiphanius, Bischof von Salamis (320-403) auf,
um den, nach Athanasius Hinscheiden, schwächelnden Trinitarismus zu stärken.
Wir wissen, dass Kaiser Constantinius II. im Jahr 359 alle Bischöfe zurück zum
Arianismus „bekehrte“. Epiphanius galt bereits schon zu seinen
Lebzeiten als unsachlich argumentierender, fanatischer Ketzerjäger. Er wusste
anscheinend nicht, oder wollte nicht wissen, dass Christen immer auf Fairness
bedacht sein müssen, wenn sie ihren Ehrentitel bewahren wollen. Er kämpfte
gegen Origenes Gotteslehre, als wäre dieser Gelehrte der Erfinder der Theologie
seiner Zeit. Überhaupt wütete er gegen alles was nicht im Einklang mit dem
Nicänum stand. Das bekamen auch die Hellenen zu spüren.
„392 lässt der heilige Epiphanius die meisten paganen Tempel
Zyperns zerstören.“ Vlassis G. Rassias „Christians persecution against the
Hellenes.” Greek Athen 2000 Sich vorzustellen wie das vor
sich ging macht traurig. Diese, den Griechen heilige Häuser gaben
Hunderttausenden innere Festigkeit und das Licht der Hoffnung. Epiphanius
verurteilte den großen Lehrer zwar scharf, doch lediglich die „subordinatianische
Logoslehre des Origenes“, wodurch dieser „zum geistigen Vater des
Arianismus geworden“ sei. Josef Herman, „E. v. Salamis gegen die
Antidikomarianten“ Kempten, München 1919
Diese Verurteilung ist in sich
unehrlich, denn der Arianismus entsprach dem Original. Andererseits
schlägt Epiphanius seinen Trinitariern, deren ohnehin schwaches Argument aus
der Hand: „Eine Unterordnung (Christi gegenüber Elohim) im
Sein wird als Irrlehre abgelehnt“ (offizielle Erklärung) aber biblisch nicht haltbar
Man kann alles Beliebige als Irrtum
oder Irrlehre abtun, aber nur solange bis das Leben selbst die Wahrheit zur
Geltung bringt. Selbstverständlich gilt allemal, dass selbst ein höchstrangiger
Legionskommandeur nicht der Kaiser ist.
Dasselbe bestätigt die moderne
Forschung mit Blick auf Christus. Auch Thomas Hägg, ein Historiker des 21.
Jahrhunderts kommt, nach gründlicher Untersuchung der damaligen Umstände auf
Basis verlässlicher Dokumente, zum Schluss: "…der Erzketzer Arius
ist Traditionalist. Er steht fest auf dem Boden der kirchlichen
Lehrtradition." "Kirchen und Ketzer" 2004 mit
Unterstützung des norwegischen Forschungsbeirates für Klassische
Philologie und Religionswissenschaft, Uni Bergen
Arius wich nie von Origenes Seite.
Obwohl zeitlich getrennt wirkten sie im Verein bis in unsere Gegenwart. „Epiphanius
gilt als einer der eifrigsten Verfechter der Orthodoxie seiner Zeit und hat in
den theologischen Streitigkeiten wiederholt eine wenig schöne Rolle gespielt.
Er ist es gewesen, der den Kampf gegen den Origenismus erst richtig entfachte...
er ist der „Patriarch der Orthodoxie“... alle Häretiker (bezeichnet
er) als wilde und giftige Tiere, deren Gift die Reinheit des Glaubens
gefährdet... Hier liegen offenbar... böswillige Verleumdungen vor.“ Kurt Rudolph „Die Gnosis”
Im autoritär-rüden Geist und Stil
Konstantins, den Epiphanius zeitweise an den Tag legte, handelten die Nazis
Hitlers. Der Theologe Josef Herman sagte: „In diesem Jahr (392) blieb
es leider nicht beim sachlichen Kampfe; es wurde ein persönliches Streiten mit
allen Bitterkeiten und Peinlichkeiten eines solchen, ein unschöner Zwist, der
die klaren Linien der Meinungen und Charaktere verzerrte... . Epiphanius sah im
Origenismus die gefährlichste aller Häresien. Nicht die Ewigkeit der
Schöpfung, nicht die Präexistenz der Seelen und nicht die allgemeine
Apokatastasis oder die allegorische Auslegung gewisser Schrifttexte bildeten
den größten Stein des Anstoßes, sondern ganz besonders die Anklage: der
Origenismus sei durch seine subordinatianische Logoslehre der geistige Vater
des Arianismus geworden.“ Josef Herman, „E. v. Salamis gegen die Antidikomarianten“
Kempten, München 1919, Übersetzer aus dem Griechischen
Während Epiphanius von seinen Gesinnungsgenossen den Titel ‚Rechtgläubiger’ erhielt, steht er heute weniger in Ehren.
Wikipedia
Epiphanius von Salamis Seinerzeit kannten die Christen das
jetzt übliche „Christuskreuz“ noch nicht.
Dennoch, unvergessen und zu
loben ist, dass Epiphanius deutlicher, als zahllose Hochschullehrer unserer
Zeit erkannte, dass die auch von Origenes vertretene „subordinatianische
Logoslehre“ die Existenz von mindestens 2 Göttern bestätigt. Epiphanius
hätte klüger sein sollen, statt Origenes schwarz zu malen. Seinerzeit
kannten die Christen das jetzt übliche „Christuskreuz“ noch nicht.
Das Kloster Granicas im Kosovo zeigt
ihn mit Heiligenschein und einem Gewand, das mit Konstantin-Kreuzen bedeckt
ist. Origenes Grundwissen hätte nie vernachlässigt werden dürfen, denn es
war in sich stimmig, durch und durch biblisch und völlig auf Gewaltlosigkeit,
sogar auf Versöhnung ausgerichtet. Dieses Wissen wurde nicht nur mündlich von
glaubwürdigen Zeugen immer wieder bestätigt. Der Mensch wird dort erhöht, er
wird ermahnt Hass zu überwinden. Der Konstantinismus dagegen konnte
zu keiner Stunde darauf verzichten Menschen, die sich glaubensmäßig anders
entschieden zu erniedrigen – natürlich stets unter schön klingenden Argumenten
-. Man rechtfertigte selbst die Verbrennung eines „Ketzers“ salbungsvoll: „Es
geschah aus Liebe zur Errettung einer sonst verlorenen Seele.“ „Spanische Inquisition“
Indessen gilt in jeder Zeit der
Paulussatz: „Wer den Geist Christi nicht hat, gehört nicht zu
ihm.“ Römer 8:9
Wikipedia: wahrsch. nach einem
Original. Lehrer in Alexandria 203-231
König Philipp II. von Spanien, trug um 1590 persönlich Holz heran, um einen jungen Mann zu verbrennen, der sich vom Scheiterhaufen her beklagte, er habe nichts verbrochen.Die Antwort lautete; „Niemand ist in unseren Landen seines Lebens sicher, der nur ein Haar breit vom Glauben der römischen Kirche abweicht...“ König Philipp II. von Spanien 1590 Zitiert in der Evangelischen Kirchenzeitung 1854.
„Origenes siedelte 231/32 nach
Caesarea über, (weil
die Neider Argumente gegen ihn vorbrachten, aber in Caesarea erkannten die
Gastgeber die miesen Hintergründe der Verleumdung) (dort
kam) seine Lehrtätigkeit zur größten Entfaltung. Eine ganze Generation von
Theologen ist hier durch seine Schule gegangen... mehrfach holte man Origenes
zur Widerlegung von Häretikern, die sich seinen Argumenten meistens beugten...“ Handwörterbuch für Theologie und
Religionswissenschaft, 3. Auflage 1960
Indessen soll Diakon Athanasius
bereits 318, wie sein Bischof Alexander, in Wut, geraten sein, wenn
er den Origenes-Zitaten, die Arius vortrug, wenig entgegensetzen konnte.
Alexander fluchte wie ein Berber: „Dem Arius muss man Widerstand
leisten bis aufs Blut“ Ernst F. Klein „Zeitbilder de
Kirchengeschichte“
Möglicherweise kam dort bereits das
durchaus unberechtigte Wort von der „arianischen Häresie“
auf. Spätere Theologen, wie auch Ambrosius von Mailand,
betrachteten, noch heftiger als Konstantin, den Arianismus als ihren
Todfeind. (Der Kaiser änderte wenige Jahre vor seinem Tod seine
Überzeugung, nachdem auch Arius seinen Teil zur Versöhnung beigetragen hatte)
Konstantin „musste“ weit zuvor, 325, gemäß seiner Logik, als „Reichsgott“
entschlossen, mit Unterstützung der Teilnehmer seines Konzils, unbedingt zwei
Glaubenselemente korrigieren. Jede Art Polytheismus betrachtete er, unter
gegebenen Umständen als ungeeignet „römische Staatsreligion“ zu werden.
Zweitens: Er selbst war der Größte, er wird niemandem jemals nachgeordnet
sein. In ihm lebten doch die Numina der Götter. Deshalb
schuf er das trinitarische Bekenntnis, - nicht die Bischöfe.
Er „fügte das nachher so sehr
umstrittene unbiblische Wort wesensgleich griech. Homousios
lat. „consubstantialis“ ein …, „die Unterordnung des
Sohnes unter den einen Gott und Vater, wie von Origenes und den
Theologen der Vorzeit allgemein gelehrt, wird jetzt ersetzt durch
eine wesenhafte, substantielle Gleichheit des Sohnes mit dem Vater“ Prof. Hans Küng „Kleine Geschichte
der katholischen Kirche“
Ersetzt!
Das Ändern theologischer Normen
betrachtete Konstantin als sein gutes Recht. Ihn interessierte christliche
Lehre und Sinn nicht, sondern nur die Eigenart dieser Menschen, ihre
Zuverlässigkeit als Staatbürger und -beamte. Christen sind gewissenhafte Menschen
die nie ihr Wort brechen. Davon ging der Imperator aus. Deshalb wollte er sie
vor seinen Karren spannen. Das war Nötigung. In der vornicänischen
Zeit galt alleine schon Nötigung als unverzeihliches Verbrechen.
Ende Teil 1