Sonntag, 16. August 2026

Die unselige, nachnicänische Kirche - Mutter der Sekten (2)

 



                       Mein neues Buch: auf Basis von mehreren                                                                       hundert wissenschaftlich belegten Quellen







                                       Die unselige, nachnicänische Kirche

Mutter der Sekten  (2)

 

 

 

 

 

Gerd Skibbe

 

2026






Teil 2 meines Essays 


Seit fast 200 Jahren lehnen evangelikale und katholische Kirchenautoritäten ab die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage als christlich anzuerkennen., weil die den Trinitarismus ablehnen.  Dümmer geht es nicht. Man kann ja anderer Meinung sein, ohne die Christenpflicht zu missachten einander respektvoll zu behandeln.

Die zur Verfügung stehenden Dokumente bestätigen, der Glaube an den "dreifaltigen" Gott hat biblisch keine Basis. Also soll man nicht Stein und Bein auf die Existenz des „Dreifaltigen“ schwören

Das Nicänum wurde gewaltsam zur Wahrheit erklärt, weil Konstantin das Christentum, wie er es verstand, zur staatstragenden Religion „erheben“ wollte. Jedenfalls standen Fragen der Machtpolitik im Vordergrund. Einmal den Geist der Nötigung herbeigerufen, nistete der sich ein. Nach dem Konzil des Jahres 325 nahmen im Verlaufe der Zeit immer mehr hochrangig fromme Trinitarier den Knüppel in die Hand um ihre „Wahrheit“ durchzusetzen. Der oft hoch geschätzte, den Trinitarismus verteidigende und predigende Papst Gregor schrieb um 600:  Die Nichtchristen Sardiniens sind per Polizeigewalt zu „christianisieren“: „Wenn ihr feststellt, dass sie nicht gewillt sind, ihr Verhalten zu ändern, so befehlen wir, dass ihr sie mit größtem Eifer verfolgt. Sind sie unfrei, so züchtigt sie mit Prügeln und Folter, um sie zur Besserung zu zwingen. Sind sie aber freie Menschen, so sollen sie durch strengste Kerkerhaft zur Einsicht gebracht werden, wie es angemessen ist, damit jene, die sich weigern, die Worte der Erlösung anzunehmen, welche sie aus den Gefahren des Todes erretten können, durch körperliche Qual dem erwünschten gesunden Glauben zugeführt werden.“  Paul E. Gregor: Epist. 9, 204. Epistolae (in Quart) 2 

Ebenso zählt zu diesem illustren Kreis hochchristlicher Gewalttäter Großfürst Wladimir I. (956-1015), als Urheber der Russisch-Orthodoxen Kirche.  Dieser Unhold, der nicht wenige seiner Frauen ins Verderben stieß, ... „befahl, 988, allen Stadtbewohnern sich im Fluss taufen zu lassen. Wer sich weigerte, wurde mit dem T O D bestraft... Die  Druschina (das Kriegsgefolge des Fürsten) führte in allen Ecken des Reiches mit Gewalt Zwangstaufen durch.“  Fritz Pleitgen und Michael Schischkin „Frieden oder Krieg...“ So „… entstand, 988, die für die Orthodoxie typische Symphonia von Staat und Kirche.“ Ökumenisches Heiligenlexikon 

Diese Strenge schlug bereits 325 den widerstrebenden Konzilsteilnehmern entgegen. Der auf sie einwirkende Druck veranlasste die potentiellen Verweigerer nun, sich zu fragen: Lohnt es sich, wegen eines einzigen Buchstabens - des Jota - ins Bleibergwerk, abzuwandern? Doch der konstantinischen Neuerung zuzustimmen verletzte ihr Gewissen.  Was würden die Mitglieder sowie die Männer der Ältestenkollegien daheim sagen, wenn sie zurückkehrten mit der ihnen auferlegten Pflicht einen nun unvorstellbaren Gott anzubeten?  Und das anstelle der üblichen Anrufung des „himmlischen Vaters“ im Namen Jesu Christi.  Jesus war bislang der an der Seite des „allein wahren Gottes“ thronende zweite Gott. Nun sollte er einfach aus ihrer Vorstellungswelt verschwinden?

Die Mehrheit der Bischöfe ahnte: Sol invictus soll nun ein „christlicher“ Sol sein? Sogar der neue Christus?  Wie kann das sein? Denn obendrein war die Herkunft Sols höchst anrüchig: „Sol Invictus ist bereits in früheren Zeiten geläufig; Vespasian stellte ihm zu Ehren schon im Jahre 75 eine Kolossalstatue auf, seit Commodus trägt jeder Kaiser den Titel invictus. Ursprünglich vereint Sol Invictus mehr oder weniger die orientalischen Religionen wie den persischen Mithras und den syrischen Baal. Die Wurzel dieses nach Rom exportierten Baal lässt sich zurückverfolgen nach Emesa...“ Imperium-romanum.info   

 Einige weigerten sich darüber nachzudenken, weil es nun zu spät war, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Nun war Schweigen angesagt.   Dieser Unfug wird sich nicht durchsetzen. Im verbreiteten Glaubensnebel sollte Sol sich verstecken. Aber er wirkte mit. Und Menschen sind allesamt mehr oder weniger manipulierbar.  Gewiss, in den biblischen Aussagen, treten zwei grundverschiedene Arten vorirdischer, real existierender Geister auf. Ein böser Mächtiger versuchte sogar Jesus. 

Nun, wenn man gewisse Experten gut füttert, machen die aus einem Engel des Verderbens einen lieben Gott. Die können das anscheinend Unmögliche, denn „mit Worten lässt sich trefflich streiten, mit Worten ein System bereiten.“

Stetes Tropfen höhlt den Stein

War sein Echt-Name Sol invictus? Es gibt nicht wenige Hinweise die das vermuten lassen.

Trinitarisch zu glauben bedeutet immer noch, indirekt anzuerkennen, dass die im Athanasianum erwähnte „christliche Wahrheit“ geringeren Wert hat als der katholische Glaube. Ausreden machen das Vergehen nicht besser.

Der großkirchlichen monotheistischen Denk- und Glaubensrichtung widersetzten sich auch Leo Tolstoi, die Zeugen Jehovas, oder Männer wie Isaak Newton, Thomas Jefferson, Verfasser der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, und US-Präsident Benjamin Franklin, sowie viele andere und die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.  Trinitarier behaupten seit eh und je: sich gegen die „nicänisch-orthodoxe“ Lehre zu stellen sei eine Sünde, deshalb müsse man insbesondere die „Mormonen“ aus der Kategorie „Christen“ herausziehen um sie in die Schmuddelecke zu schmettern… zu Ehren“ des „Dreifaltigen“, der ausschließlich in Fantasien wohnte. 

Sol könnte es gegeben haben. Und wenn, dann war sein Begehren Gold zu verunreinigen! Das Ganze erinnert an das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“. In der Tat, zu Nicäa operierten einige Bischöfe aus purer Angst, einem gnadenlosen Allmächtigen eventuell zu missfallen. Ihnen wurde zugemutet fortan den christus-erniedrigenden Synkretismus zu predigen.

Das Abschlussmahl versetzte schließlich die Bäckergesellen, den oder die Hirten und die kleinen Landwirte denn wohl doch, fast ausnahmslos, in gewisses Entzücken. Sie lagen mit dem weltbedeutendsten Imperator zu Tisch und ließen sich bedienen: „Wünschen die Nobilissimi noch Pfauenzungen? Vielleicht noch etwas griechischen Wein?“ Geschafft! dachten der Imperator und der ehrgeizige Athanasius. Ihr Werk hielten vielleicht zwanzig oder wenig mehr Bischöfe für gelungen, das zeigen gewisse Aussagen. Die Tatsache des inneren Widerstandes vieler veranlasste Hertling S.J. zu der Bemerkung: „...solange freilich Kaiser Konstantin lebte, durfte niemand wagen, gegen das Konzil zu Nicäa und seine Definition aufzutreten...“ „Geschichte der katholischen Kirche bis 1740“ 

Ohne den „Beherrscher des Weltalls“ Konstantin gäbe es das Nicänum sehr wahrscheinlich nicht. Welche andere Schlussfolgerung käme sonst noch ernsthaft in Betracht?

Aber, das würde für die immer noch auf den Trinitarismus Verpflichteten bedeuten, zuzugeben „wir Nicäner irrten“.  Das käme für viele einer Katastrophe gleich. Doch niemand würde lästern, denn Jesus gebot: Richtet nicht!

Wir haben nicht vergessen: Ambrosius von Mailand (339-97), dieser vielen so fromm erscheinende Mann, verbot in seiner Eigenschaft als Ober-Trinitarier und Kaiserberater 380 alle Religionen im gesamten römischen Reich, mit Ausnahme seiner eigenen. Und das, nachdem er als Kriegstreiber versagte. Das Imperium Romanum führte gemäß seinem Willen, ab 378, den militärischen Kampf gegen die vor den Hunnen flüchtenden Arianer. Seine Wut richtete sich gegen die bewundernswert toleranten arianischen Ostgoten gnadenlos. 

(Diesem Thema widmet sich dieser Essay wenig später ausführlich)  

Konstantinische Politik

 War Konstantin bereits Jahre vor 325 zur Erkenntnis gekommen, er selbst sei Sol? Er wollte die Reichseinheit, wie Hitler u.a. es später wünschten, auf Basis der Ergebenheit ihrer Armeen und der von ihnen vollzogenen Glaubens- oder Ideologie-Änderungen.  

Zunächst verehrte Konstantin seinen Helfer Sol invictus, als „Höchste Gottheit“. Irgendwann wurde daraus Selbstverherrlichung. Während Hitler die „Vorhersehung“ als „Höchste Gottheit“., pries.

.„Ich danke dir, mein Herrgott, dass du mich jetzt dorthin gebracht hast, wo ich endlich mein Programm verwirklichen kann!“ Christian Dube „Religiöse Sprache in Reden Adolf Hitlers“

Der hitlersche „Herrgott“ war sein Helfer, er selber entsprach zwar nicht dem „dominus et deus“ der altrömischen Kaiser, aber er hielt sich für den deutschen Messias.  Da gab es eine Beziehungsebene – eben jene Rollen, die Konstantin und der „Führer“ sich als Weltbeglücker anmaßten.

Was dabei herauskam, wissen wir. 1941, als der „Verführer“ Hitler seinen Großplan „Barbarossa“ startete, indem seine waffenstarrenden Divisionen die Sowjetunion verbrecherisch überfielen, hob er, wie zuvor der römische Imperator, die Hände himmelwärts: „dass der Herrgott in diesem Kampf des kommenden Jahres uns nicht verlassen möge, das soll unser Gebet sein.“  So betete Konstantin vor der Schlacht gegen Maxentius von Rom, 312. 

Konstantins Saat trug dann die galligen Früchte der Intoleranz und des Hasses aus Machtsucht und nie endender Gier nach Ruhm.

Bald nach Konstantins Tod machte einer seiner Söhne, Constantius II., der vielleicht ein Gutmensch sein wollte, die „Rolle rückwärts“. Das sollte, mit der Rimini-Synode 359, gelingen, weil die Mehrheit der Bischöfe seines Reichsteils, wie ihre Amtsvorgänger, treu im Glauben geblieben waren. Die ganze Welt sollte nun wieder einheitlich urkirchlich „arianisch“ werden! Allerdings machte danach dann doch die Ranküne gewisser, vorgeblich "gutherziger" Herren das Rennen, nicht die Bibel, nicht die Vernunft, all das wurde beflügelt vom Unwesen des scheinbar unsterblichen Diakons Athanasius.

Hatten die fast 90 Prozent Konzilsverweigerer zum Zeitpunkt, als sie die kaiserliche Einladung in Händen hielten, geahnt, was Konstantin begehrte?   Immerhin, er wollte der Erlöser der Christen sein. Hatte er doch, als Noch-nicht-Kaiser, miterlebt wie die Christus-Bekenner litten, als Oberkaiser Diokletian christliche Häuser niederreißen ließ. Wie gefasst sie es hinnahmen. Das war auch in seinen Augen Größe. Um 303 war den Jupiterpriestern ein Orakel misslungen. Sie klagten, Schuld seien die Jesusverehrer.  

Immer mehr suchende Menschen glaubten und folgten den zu seinen Zeiten noch ehrenamtlich wirkenden christlichen Priestern und ließen sich taufen. Obwohl noch weit davon entfernt liturgische Kleidung zu tragen, gingen namhafte Christen, bis 303 am Kaiserhof, selbstbewusst ein und aus. Das konnte den paganen Priestern nicht gefallen.  Ihre Gelegenheit kam als Diokletian, dieser auch in Konstantins Augen, abergläubische alte Mann, vor einer Schlacht eine Eingeweideschau anbefohlen hatte: „Die Schau der Haruspices vor Diokletian misslang. Der Priester sagte, die Götter zürnten ihm   wegen der Anwesenheit unheiliger Personen. Damit waren die Christen gemeint. Daraufhin mussten alle Beamten des kaiserlichen Palastes den römischen Göttern opfern, oder sie wurden ausgepeitscht... Auch bei einer Befragung des Apollo-Orakels in Milet antwortete der Gott seinen Priestern, dass die Christen die Beziehung zu den Göttern störten. Daraufhin ließ der Kaiser in Nikomedia eine christliche Kirche niederreißen und deren heilige Bücher verbrennen. In einem Dekret, von 303, ordnete er an, in der ganzen Provinz sollte die Gebetshäuser und Bücher der Christen zerstört werden, die Christen sollten aus allen Ämtern entlassen werden und ihre Privilegien verlieren. Als nun noch im Palast ein Brand ausbrach, wurden die Christen dafür verantwortlich gemacht.“ Anton Grabner, Haider, Johann Maier „Kulturgeschichte des frühen Christentums“ Vandenhoek & Ruprecht 2008 

Da die Christen kontinuierlich an Zahl und wegen ihrer Grundsatztreue an natürlicher Macht zunahmen, riefen sie die Eifersucht der Paganen herauf. Die Wirkkraft der Christen einerseits, und andererseits der geifernde Neid der paganen Priester bildeten einen scharfen Kontrast, was schließlich zu einem schweren Konflikt führen musste. Die Welle der Verfolgung lichtete die Reihen der Treuen. Bis 303 galten die Christen in Diokletians Umgebung als geachtete Persönlichkeiten.

Man hätte es voraussehen können, auch weil sich einige Christen nicht immer zurückhaltend verhielten. Einige prahlten: „nur wir lehren die absolute Wahrheit.“  Sonderbar, nachdem Vatikanum II sich 1965, von der Ära Konstantin distanzierte, blieben von 2498 stimmberechtigten Konzilsteilnehmer rebellische 70 dabei: „nur wir sind im Besitz der absoluten Wahrheit… keine Freiheit für den Irrtum.“  Deshalb lehnte die Piusbruderschaft Religionsfreiheit ab.  

 

   Schätzungen gehen für die damalige Zeit von 55 Millionen Menschen im römischen Imperium aus.     

 Laktanz und viele andere bedeutende Christen mussten, vor dem plötzlich wieder einseitig religiös wirkenden Diokletian flüchten.  Konstantin konnte Laktanz damals noch nicht schützen. 

Es gab Aufstände an den Rändern des Reiches. Der Reichs-Finanzexperte Allectus hatte sich 293 selbstherrlich zum Kaiser Englands aufgeworfen.  Damit trennte er England vom römischen Reich. Constantin Chlorus konnte ihn, 296 vernichtend schlagen, zugunsten der Reichseinheit. So weit, so zutreffend. Aber Diokletian könnte argwöhnen, dass auch Konstantin ihm nicht gut gesonnen ist, denn dessen Vater musste Mutter Helena verlassen, um höher in der Reichshierarchie aufzusteigen. Nach der anbefohlenen Hochzeit seines Vaters in Nikomedia im Jahre 292 mit Theodora, wird Konstantin die Mutter getröstet haben. Sicher fühlte Diokletian sich jedenfalls nicht.

Es gab ohnehin einige andere Möchtegern-Usurpatoren.

Kurz vor dem Ableben seines schwerkranken Vaters Constantin Chlorus, verließ Konstantin Nikomedien. Er traf den Vater noch lebend an. Er war damals bereits hochrangiger Offizier, im heutigen Sinn, etwa ein Oberst. Seine blendend auffällige Erscheinung und seine bekannt gewordenen militärischen Erfolge, die er in Ägypten erzielen konnte, wirkten.  Die Legionen des Westens suchten nach einem Mann wie ihn.

19 Jahre vor Nicäa, umgehend, nach dem Tod des Vaters, erhob die West-Armee Konstantin zum Cäsar. Er selbst begründete „seinen Herrschaftsanspruch mit seiner Abstammung vom Staatsgott Constantius Chlorus, den er divinisieren und konsekrieren ließ Konstantins Vater war Herrscher auf Erden und ist (nun) Gott im Himmel.“ Manfred Clauss „Kaiser und Gott“, - Herrscherkult im römischen Reich - KGSaur, 2001,

Die Vergottung auserwählter Menschen war allemal unter Heiden wie Christen ein wichtiges Thema für hoch und niedrig damals. Heute wird es aus wissenschaftlicher Sicht Apotheose genannt.

Die Zukunft wartete auf ihn. Konstantins Charakter wurde durch die Umstände und durch seinen unbändigen Willen bestimmt: Ober-Kaiser Diokletian (250? - 316) trat bereits im Jahr 305 gemeinsam mit Nebenkaiser Maximian zurück. Es gab aber keine Gewissheit für Konstantin dafür, dass beide nicht reuig umkehrten.  Das nagte an ihm, wie sich später zeigen sollte.

Er sah nun die Möglichkeit „Gebieter des Weltalls“ zu werden, zum Greifen nahe.  

 


Bild: Numista-Katalog 2026. 

Offizielle Beschreibung der Münze:  „Konstantin der Große … Sein Aufstieg zur Macht vollzog sich im Rahmen der Auflösung der römischen Tetrarchie, die Kaiser Diokletian errichtet hatte.“  Konstantin hält auf einer Münze die Weltkugel in seiner Linken. Das Motiv, bei dem Kaiser Konstantin der Große oder der mit ihm gleichgesetzte Sonnengott Sol Invictus eine Weltkugel (Globus) in der linken Hand hält, ist ein zentrales Symbol der römischen Machtdarstellung auf antiken Münzen. 

Es ist Sol, der zeitlose Unbesiegte. Die Strahlenkrone besteht nicht aus den Nägeln des Kreuzes Jesu Christi wie bereits angenommen wurde.  

Athanasius der Grobian, der zu den Hauptschuldigen der Kirchenspaltung zählt, wirbelte umher bis zu seinem Lebensende 373. Er prägte die nächsten Generationen Trinitarier, die selten zum Frieden beitrugen. Aber, er war genug Realist um einzusehen, dass er nicht der Erste und Oberste im gesamten Kirchenraum werden kann, was er jedoch wünschte. Doch, wenigstens wollte er Metropolit und mehr sein, möglichst die Nummer zwei jener Kirche die er mit ins Leben gerufen hatte, die konstantinische! Deshalb trachtete er stets nach besten Beziehungen zu Rom.  Konsequenterweise unterstützten sie sich gegenseitig, Bischof Julius I. ("Papst" von 337-352) und er. Das war das Erfolgsrezept. De facto führte er, Athanasius, die neue Kirche, die sehr bald großen Krieg gegen die "alte" führen wird.  Er anerkannte Julius, - ein wichtiger Schritt zum dauernden Primat Roms - !  „Rom wird zum Sprecher des Abendlandes... Bischof Julius zögert keinen Augenblick, die Besonderheit der Lage zu nutzen... Er hält es für Recht, dass man sich in Fragen, die die Bischöfe betreffen, nach Rom wendet. Aus der Gelegenheit eines ökumenischen Streites sucht Rom für sich die Stellung einer kirchlichen Oberinstanz der Ökumene zu gestalten“ M. Jakobs „Die Reichskirche und ihre Dogmen“, Kl. Vandenh.-Reihe  

Höchste Instanz zu sein, das sollte erst Damasus von Rom gelingen, mit Unterstützung einer Bande von Mördern, im Jahr 366. Es wird berichtet, dass „eine Anzahl Arianer Roms am frühen Morgen des 26. Oktober des Jahres 366 in ihre kleine Julii-Kapelle gingen (heute: St. Maria in Trastevere)... Deshalb rückte „(um) acht Uhr morgens Damasus mit seinem gottlosen Anhang heran. ... mit (dem) gesamten Klerus, alle mit Beilen, Schwertern und Knitteln bewaffnet…“ Martin Rade lic. Theol. „Damasus, Bischof von Rom“  

Sie werden doch nicht? Und ob, sie taten es! Schließlich musste aus Damasus Sicht Bischof Ursinus daran gehindert werden Oberhaupt der Kirche zu werden. Mit Knüppeln und Äxten fuhren sie dazwischen: Wer nicht nicänisch glaubte, sei kein Christ! ... und wer anders als nicänisch-trinitarisch glaubt, lebte gefährlich. Damasus Truppe „deckte das Dach der… „Glaubensfeinde“ auf, dann warfen sie Steine auf die „Anders-Christus-Gläubigen“ mit tödlicher Wirkung herunter. Nüchtern resümiert der Chronist: „während kein einziger Damasianer fällt, erliegen 160 Ursinaner.“ Martin Rade lic. Theol „Damasus, Bischof von Rom“. Nun gab es nur noch Hass, den Damasus entzündet hatte.  Seine Kirche verteidigt Damasus und sein Tun bis heute. (Damasus) musste sich gegen den Minderheitskonkurrenten Ursinus behaupten. Er baute seine Vormacht-stellung erfolgreich als Nachfolger Petri aus, indem er die kirchliche Gerichtshoheit im Westen ausübte.“ Text offizielle Papstliste

So wurde Damasus höchster trinitarischer Christ. Er wurde schnell sehr reich. Er überzeugte die vermögenden christlichen Damen ihr Testament zugunsten der Kirche zu schreiben. So erhielt er vielerseits den Titel „Ohrenkitzler der Damen (matronarum auriscalpius). Weil er den Trinitarismus hochleben ließ und finanzielle Vorteile denen gewährte die ihm nicht widersprachen erreichte er zunehmende Unterstützung.

Eben die Kirche des Damasus war die Andere, die, die in den Fußtapfen Konstantins ging.  Der damalige Präfekt Ambrosius – damals, vierzig Jahre nach Nicäa, noch kein Christ - beobachtete von Mailand aus, was Damasus zu Rom, trieb. Dessen Politik der Bestimmtheit (bzw. des Diktatorischen) imponierte dem Staatsrechtler, in einer Zeit in der noch nicht entschieden war ob die Arianer oder die Athanasianer das Rennen gewinnen werden. Immerhin, nach der Synode zu Rimini 359 bekannten sich alle Bischöfe des Gesamtreiches, bis auf eine Handvoll Ausnahmen auf Druck von Kaiser Constantius arianisch

Bereits um 374, nachdem Athanasius zuvor ein letztes Mal mitgerührt hatte, sollten die arianischen Bischöfe Mailands und ihre Mitglieder eine Zunahme des Gezänks um pro und kontra Trinitarismus, erleiden. Die Sprecher der trinitarischen Sektion wollten um jeden Preis die maßgeblichen Herren Mailands werden. Einige taten so, als bildeten die Trinitarier der Großstadt die Mehrheit. Das war nicht der Fall, denn auch das Kaiserhaus bekannte sich arianisch. Als nun der wichtigste „Bischofsstuhl“ vakant wurde, galt Ambrosius beiden Gruppen als geeigneter Mann. Den Arianern gefiel die neutrale Haltung des damals 35-jährigen Adligen. Aber kaum getauft und in sein Amt eingesetzt, zeigte Ambrosius, dass er den Trinitarismus im Verein mit seinem Freund Damasus, auf Biegen und Brechen - zum „Endsieg“ führen wird. „Die moderne kirchenhistorische Forschung bestätigt, dass die Gemeinschaft der Arianer … mit Beginn der Amtszeit des Ambrosius' im Jahr 374 in Mailand und Norditalien deutlich stärker, einflussreicher und zahlenmäßig größer“ war, als Ambrosius es in seinen eigenen rhetorischen und theologischen Schriften darstellt. Er rechtfertigte seinen Widerstand gegen die Kaiserin mit der Behauptung „einhelliger Unterstützung des Volkes. Dem widersprechen aktuelle Studien.“ Universität Cambridge

Sonderbar, nur 15 Jahre zuvor wurden führende Trinitarier Arianer: „Die Mehrheit der rund 400 Bischöfe war ursprünglich nicänisch (orthodox). Der Kaiser (Constantius II) zwang sie jedoch durch monatelange Festsetzung, einer homöischen Formel zuzustimmen, die besagte, der Sohn sei dem Vater „ähnlich“ (homoios) – das nizänische Wort „wesensgleich“ (homoousios) wurde gestrichen.“ New Advent

Deutlicher konnte man sich, zuvor, nicht voneinander abgrenzen. Was die Bischöfe und die Mitglieder ihrer jeweiligen Ältestenkollegien damals wirklich glaubten, weiß niemand. Nur so viel „ Im kirchlichen Leben des Abendlandes spielte es (das Nicänum) gar keine Rolle,…“ Prof. Hans Lietzmann, „Geschichte der Alten Kirche“  

Das war somehr Schein als Sein – und das nennt man „Betrug“. Mehr Fabeln als Wahrheit. Das Denken und Streben nach und um Geld, trieb eher die Trinitarier. Weil Ambrosius umgehend nach seiner katholischen Taufe 374 Bischof der Hauptkirche Mailands wurde, wo er gewaltige Predigten hielt und sein rhetorisches Talent einsetzte, begannen ihn die Bedeutenden der Stadt zu unterstützen. Jemand von Rang muss Kaiser Gratian den hochgeborenen Konvertiten Ambrosius als „Regierungsberater“ empfohlen haben und mehr, - aber auch Gratian war Arianer.

Verwunderlich ist, dass auch neutrale Historiker nicht deutlicher herausstellen, dass Konstantin die Mainstream-Kirche im 4. Jahrhundert unchristlich machte, indem er sie seinen Wünschen und Bedürfnissen anpasste. Oberdrein verwirrte er die Christen. Während der Begriff „Klarheit“ zum Grundvokabular der Urkirche gehörte, wie ein Zweig zum Ast. Der Trinitarier Basilius (330-379), leugnete nicht was nach 325 wirklich zustande kam: Eine „Seeschlacht in der Nacht, in der sich (40 Jahre nach dem Konzil zu Nicäa! Immer noch G.Sk.) alle gegen alle schlagen, … und infolge der konziliaren Dispute herrsche in der      Kirche eine „entsetzliche Unordnung, Verwirrung und unaufhörliches Geschwätz!" Pfarrblätter, Bischof Koch Okt. 2008   

Gott hat ein menschliches Gesicht   

Athanasius der Hauptinspirator aller Trinitarier beschimpfte alle die arianisch glaubten „Gott hat ein menschliches Gesicht. 

Jeder wahrheitssuchende Mensch sollte wissen mit wem es unsere Vorfahren im Glauben zu tun hatten. Der Eindruck, dass Konstantin, massiv unterstützt von Athanasius, mit verdeckten Karten spielte, entsteht für jeden bereits nach kurzem Zeitaufwand des Studiums seiner Geschichte. Aber jedes Schulkind sollte hören, dass dieser erbarmungslose Mann zu den größten Verbrechern aller Zeiten zählt. Er hat nicht einfach eine wenn auch kleine, aber blühende Gemeinschaft von Idealisten weiter zersplittert und teilweise zerstört, sondern, er installierte ein Ungeheuer, das als höchst eigene Saat, die Inquisition hervorbrachte, Kreuzzüge ohne Zahl, die Heiligung von Glaubenskriegen, ein System, indem man für Geld alles kaufen konnte, sogar einen Bischofsstuhl. Etwas das außen hui und innen Pfui war, eben wie jenes Rom auf das Luther volle Entsetzen stieß.  

Konstantin missachtete von vorne herein, dass die Resultate seiner Eingriffe in ein ausgewogenes System von gegebener Dimension, wenigstens die Zustimmung einer absoluten Mitglieder-Mehrheit erfordert hätte. In allen größeren Gemeinden gab es Ältestenkollegien, deren Mitglieder fast gleichberechtigt mit den Bischöfen dachten und glaubten. Sie bestanden in der Regel aus starken Persönlichkeiten. Alle hatten ein Mitspracherecht, auch die Frauen, wie wir seit Auswertung der Gemeindeordnung des römischen Bischofs Hippolyt – des 3- Jahrhunderts - wissen. Was da hinter ihrem Rücken in Nicäa aufkam konnte nur Wenigen gefallen. Alle Mitglieder vernahmen nach und nach, dass nachnicänisch nur ihr Imperator das große Sagen in der Kirche hatte. Was ihm gefiel, das blieb, und umgekehrt.  

Athanasius war natürlich begeistert, wenn die Arianer unter dem Druck den der Kaiser ausübte, litten.  Der Zwang der einige Jahre an hielt, dann aber nachließ , war stark genug den Widerstrebenden klar zu machen, dass sie keine Chance hätten ihren Arianismus zu bewahren. Und das, obwohl dieser Glaube nichts anderes enthielt, als das was ihre Eltern bereits als wahr und echt akzeptiert hatten -. Das Mitgliedwerden in der ursprünglichen Kirche Christi war eine Sache die kein Erwachsener einfach als einen Schritt vorwärts setzte. Ihm folgte die Pflicht Christi Gebote über die eigenen Absichten zu stellen, es ging darum einen neuen Lebensstil zu gestalten. Christen vornicänischer Zeit sollten und wollten zuvor innewerden ob was ihnen von Missionaren oder Freunden dargeboten wurde echt sei, und kein Talmi.  Denn was Konstantin zu bieten hatte sah nur aus wie Gold. Für die Taufwilligen galt es allemal, dass man erst „innewurde“, dass es göttlich war, gemäß dem Wort Christi: „Wenn jemand dessen Willen tun will, wird er innewerden, ob diese Lehre von Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede.“ Joh 7: 17

Arius selbst hörte nie auf unerschrocken mit durchschlagenden Argumenten zu sagen, was gesagt werden musste: Warum, wenn das sogenannte Bekenntnis von Nicäa „heilsnotwendig“ ist, finden wir in den Heiligen Schriften keinen Hinweis, dass der allein wahre Gott ein „Dreifaltiger“ ist? Das und mehr zu hören reizte Athanasius zur Weißglut auf. Er schrieb nachnicänisch viel und grobschlächtig. Er hielte große Reden: „Wer arianisch glaubt ist kein Christ… Sie erfinden … für ihre Gottlosigkeit neue Wege...Wenn aber Gott nicht wie ein Mensch (aussieht), er ist es nämlich nicht, so darf man auf ihn keine menschlichen Eigentümlichkeiten übertragen... (die so glauben) weichen von der Wahrheit ab, und schmieden trügerische Sprüchlein und schaffen so die Häresie... wie Schweine und Hunde in ihrem eigenen Auswurf und Kot wälzen (sie) sich, (und) erfinden … vielmehr für ihre Gottlosigkeit neue Wege...   Sie sind die Erfinder von Gotteslästerungen und in Wahrheit die Gottesfeinde, da sie sich, um den Sohn nicht als Bild des Vaters anerkennen zu müssen, vom Vater selbst leibliche und irdische Vorstellungen machen...  ” 

Maßgebliche Werke des Hl. Athanasius in der Übersetzung der "Bibliothek der Kirchenväter" (auch in RTF-Format) 

Allein die Wortwahl des Athanasius, wenn er seinen und des Kaisers Christus-Monotheismus verteidigte macht ihn unsympathisch:  Selbst der bekannte Theologe Schleiermacher kommt nicht umhin festzustellen, dass „Athanasius... das Signal zu den Verfolgungen gegeben hat. Schon auf dem Nicänischen Konzil mag er die Hauptursache des strengen konstantinischen Dekrets gewesen sein…“ Joachim Boekels „Schleiermacher als Kirchengeschichtler“   

Dogmenforscher Adolf von Harnack stellte ebenfalls fest, dass nach Nicäa „die Sprache des Hasses die Kirche erfüllte“ „Lehrbuch der Dogmengeschichte“ (Band 2)  

Zahllose Menschen, keineswegs Dumme, teilen oder akzeptieren noch im 21. Jahrhundert Athanasius Urteil. - wenn auch nicht mit derart krassen Worten - obwohl ihnen das Leben selbst und die Logik nicht recht geben kann. So rigoros wie Athanasius auftrat, geriet er manchmal dann doch ins Zweifeln:  „Je mehr ich schreiben wollte und mich bemühte, die Gottheit des Logos zu begreifen, desto mehr entwich mir die Erkenntnis; und je mehr ich sie zu erfassen glaubte, desto mehr musste ich eingestehen, dass ich sie nicht begriffen hatte.“ Ordinary Theology


Der Schweizer Reformator und Trinitarier Johannes Calvin verurteilte – oder forderte 1553 den Feuertod für den berühmten 42-jährigen Arzt Michael Servet, Entdecker des kleinen Blutkreislaufes, der sei ein gefährlicher Häretiker. Servet hatte gewagt zu sagen und zu schreiben: 

            „Gott hat ein menschliches Gesicht.“ 

Seine Mörder nahmen grünes Holz, um ihn möglichst lange zu rösten, und der sonst zu Recht hoch angesehene Philip Melanchthon, enger Freund Martin Luthers, gratulierte den Verbrechern schriftlich zu dieser Untat.  Jetzt aber sagte Papst Benedikt XVI. wiederholt, wie in seiner 1. Enzyklika:

                                         „Gott hat ein menschliches Gesicht“ 

Fanatismus und vermeintliche Traditionstreue wirkten sowohl im Kleinen wie im Großen auch in der Verteidigung ihres Gottes- oder Götzenglaubens unheilvoll zusammen. „Adolf von Harnack war überzeugt, dass das Nicänum (Konzil von Nicäa 325 n. Chr.) ein Produkt der Hellenisierung des Christentums und kaiserlicher Machtpolitik war. Hätte Luther gewusst wie das Nicänum entstand, hätte er es nicht übernommen.“  Universität Boston

Streng logisch urteilende, unabhängige Geister, wie Isaac Newton lehnten den ahistorischen Glauben an den „Dreifaltigen“ strikt ab. Der Ereignisse wegen, die seitens der sogenannten Trinitarier mit Blut und Tränen unauslöschlich in die Annalen einer nicht geklitterten Kirchengeschichte geschrieben wurden. Das und mehr beklagte nicht nur er. Trinitarismus sei höllisch. „Servet verglich die Trinität direkt mit Zerberus, dem dreiköpfigen Höllenhund der griechischen Mythologie.“ Matthew J Pereira In the Name of the Three Headed Monster: The Contours of the Judicial Process in Servetus's Trial”   

 Selbst Albert Moehler * ein Bewunderer des Athanasius, stimmte ihm gelegentlich nicht zu. Er schreibt: „Der Sohn ist nach Justin weder bloßer Mensch, noch eine unpersönliche Kraft Gottes, sondern der Zahl nach ein anderer. Er ist Gottes Sohn im eigentlichen Sinne. Er hat zu Moses aus dem Dornenbusch gesprochen: ‚Ich bin, der ich bin, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.“... Apol. J. C... „Er ist der Jehova des Alten Testaments, der Allmächtige.“  Joh. A. Moehler „Athanasius der Große und die Kirche in seiner Zeit“ Mainz 1844, * J. A. Möhler (1796–1838) war ein bedeutender deutscher römisch-katholischer Theologe und Kirchenhistoriker. Er gilt als einer der einflussreichsten Erneuerer der katholischen Theologie im 19. Jahrhundert und Kopf der Katholischen Tübinger Schule.      Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage glauben wie Arius: „Jehova, der Gott des Alten Testaments, ist Jesus Christus, der große ICH Bin“ Lehre u Bündnisse 29:1

 Der große ICH BIN 

 Der Christlicherseits vertretene Monotheismus beruht u.a. auch auf einem Missverständnis. Es wird angenommen der Judaismus lehre ihn eindeutig. Das große Wort, von dem alle Annahmen Exegeten ausgehen, lautet: „ICH BIN der Herr dein Gott... du sollst nicht andere Götter haben neben mir“     Exodus 20: 1-3 

 Die Lösung des Problems besteht darin, dass nicht immer beachtet wurde, dass Jesus in der Präexistenz Jehova war, oder der Große ICH BIN.

 „... Jesus antwortete: ICH BIN von keinem Dämon besessen, sondern ehre meinen Vater... ICH BIN nicht auf meine Ehre bedacht... Amen, amen ich sage euch: noch ehe  Abraham wurde BIN ICH.“  Johannes Kap 8: 48-59  

Dieser große ICH BIN, gesandt von seinem Vater, sprach zu seinen Lebzeiten immer von diesem Auftrag.   Jesus war und ist der einzige Gott mit dem Israel und wir es, als unserem Erlöser zu tun haben. Neben Ihm, dem großen „Ich Bin“ sollten sie und wir keine anderen Götter haben, indessen aber stets den Vater anbeten und zwar im Namen Jesu Christi: Epheser 5: 20   

Weil Christus beteuerte, er sei der ICH BIN, wäre er beinahe den Tod der Steinigung gestorben. (Hätte man dann in der Christenheit einen Stein zum Symbol des Christentums erhoben?) Der Berichterstatter erzählt im Johannes-Evangelium, dass Jesus eine längere Diskussion mit streitbaren Juden geführt hatte, indem er mehrfach seinen Namen ‚ICH BIN’ erwähnte, in dem er sagte: „Auch in eurem Gesetz heißt es, erst das Zeugnis von zwei Menschen ist gültig. ICH BIN es, der über mich Zeugnis ablegt, und auch der Vater, der mich gesandt hat, legt Zeugnis ab über mich...“  Joh. 8:17 

Auch hier erwähnt Christus zwei Menschen als Zeugen, und da zwei Götter. 

Die Kontroverse weitete sich aus. Dass Jesus, eines Zimmermanns Sohn, den Gottes-Namen für sich beanspruchte, war entsprechend dem Verständnis orthodoxer Juden eine unverzeihliche Gotteslästerung. Die Pharisäer, die Jesus in der Nacht verhafteten, fielen fast in Ohnmacht, als er bekannte: ICH BIN  es!“ Joh. 18  

„Auch Judas, der Verräter stand bei ihnen. Als Jesus wiederholte: Ich bin es! wichen sie zurück und stürzten zu Boden und er fragte sie abermals: Wen sucht ihr? Sie sagten: Jesus von Nazareth. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ICH es BIN.“     Paulus unterstreicht ebenfalls, dass Jesus der ewige ICH BIN ist: „Ich will euch aber, Brüder und Schwestern, nicht in Unwissenheit darüber lassen, dass unsre Väter alle unter der Wolke gewesen und alle durchs Meer gegangen sind; und sind alle auf Mose getauft worden in der Wolke und im Meer, und haben alle dieselbe geistliche Speise gegessen und haben alle denselben geistlichen Trank getrunken; denn sie tranken von dem geistlichen Felsen, der ihnen folgte; der Fels aber war Christus.“ 1. Kor. 10     

Er selbst sagt es: „Jerusalem, Jerusalem, wie oft habe ich euch sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken, aber ihr habt nicht gewollt.“ Matth. 23  

 

 

 


Samstag, 15. August 2026

Die unselige, nachnicänische Kirche - Mutter der Sekten (1a)

 

 

 

 

                       Die unselige, nachnicänische                       Kirche- Mutter der Sekten 





                                                                2026


                                    Gerd Skibbe 

 

  

 

 

 

 

 

 

 Einführung

                           Die Macht der Gewohnheit ist keine Allmacht.





Wenn man das Schema Kopf stellt, wird daraus ein Sektenbaum.
 Rechts außen stehen die "Mormonen"- die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, der ich bewusst seit 80 Jahren angehöre.
Diese Denomination wurde, aus der Sicht eines redlichen Betrachters des 20. Jahrhunderts, korrekterweise als unabhängig von allen anderen dargestellt. Sie ist einzigartig.

Die römisch-katholische Kirche beansprucht den Vorrang vor allen anderen. 
Aber der Weg der nach-nicänischen Kirche (Kirchen) war nie ein kontinuierlich Gerader.

Nicht nur das, es ging viele Jahrhunderte hindurch steil bergabEs kam im Verlaufe des ersten Jahrtausends vom Schlimmen zum Schlimmsten: „(Papst) Formosus (891-896) krönte den Herzog von Spoleto, Guido, zum Kaiser. 893 wurde Formosus gezwungen, auch Arnulf zum Kaiser zu krönen. Von da an herrschte in Rom ständiger Bürgerkrieg… Es waren nur mehr Raufhändel der römischen Familien, die die Mitglieder ihrer Familien  stürzen suchten. Die Verwirrung war so groß, dass wir von manchem dieser Päpste, die oft nur Wochen oder Tage im Amt waren, nur die Namen wissen und nicht einmal immer feststellen können, ob sie rechtmäßige Päpste waren…. Von geordneter Aktenführung war keine Rede, Geschichtsschreibung gab es keine“ Prof. Dr Ludwig Hertling SJ “Geschichte der katholischen Kirche bis 1740”  
Inquisitoren begannen im zweiten Jahrtausend vermehrt Angst und Schrecken zu verbreiteten. Es kam ein Ungeheuer zu Tage das geldgierig und unfromm war. Irgendwann machten Ablasshändler Geld aus wertlosem Papier. Arme Mütterchen gab nicht selten den letzten Pfennig hin um eine sonst verlorene Seele aus dem Fegefeuer zu erlösen: Papst Leo X. hatte 1515 einen besonderen Ablass ausgeschrieben, um seine Schulden beim Bankhaus der Fugger zu begleichen. Denn er liebte die große Kunst: „von Raffael ließ er sich die Wände seines Badezimmers mit der Göttin Venus und ihrem Sohn, dem Liebesgott Cupido, bemalen und… laut seinen Zeitgenossen ... sei ein Teil des eingenommenen Geldes für die Aussteuer seiner Nichte Maddalena Cibò bestimmt gewesen...“ Maike Vogt- Lüerssen „Begegnungen mit Zeitgenossen der Renaissance“ Erst Luther schlug wirkungsvoll dazwischen, das ist sein größtes Verdienst. Kurz gesagt, die große Kirche war heruntergesunken bis auf den Morast eines tiefen Sees.
Sogar „Kurienkardinal Walter Kasper stellte fest, dass Luther… die Kirche vor dem inneren Verfall bewahrte...Welt 25.01.2011   . 
  
Zahllosen Geschichtsforschern verdanken wir Mitdenkenden, dass aus dem Nebel unseriöser Geschichtsschreibung, reale Strukturen sichtbar wurden, manchmal sehr deutliche, die zu gesicherten Erkenntnissen führten. 
Lügen wurden aufgebauscht zu Legenden umgebaut und diese wurden schier endlos als Wahrheit verkauft. Das konnte nicht gut gehen.
In jedem Detail jeder der zahlreichen Heiligenlegenden steckt jedoch ein Körnchen Wahrheit: 



 
"Fresko: Silvester bekommt von Konstantin die Papstkrone und einen Schimmel überreicht, 1246, im Silvester geweihten Oratorium an der Kirche Santi Quattro Coronati in Rom"  Ökumenisches Heiligenlexikon

Das winzige echte Körnchen reiner Wahrheit ist in diesem Bild, dass es einen Bischof Silvester zu Rom gab und ebenfalls, dass Kaiser Konstantin existierte. Der Rest ist Wunschtraum oder Lüge.


Schon der römische Statthalter und Richter Pilatus stellte dem Angeklagten Christus die Frage: Was ist Wahrheit? "quid est veritas?" 

Pilatus Ehefrau warnte ihren Mann: "Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traum viel erlitten um seinetwillen." Matth. 27:19 Im Fall Jesu Christi soll er nicht leichtfertig urteilen. 
Ist es wahr, was Rom lehrt, und das was die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verkündet?

Es ging und geht nur um die Wahrheit, da wie hier. 
Ist was ich glaube die Wahrheit? 
                    Und das was ich meinem Ehepartner sage?
Schnell stoßen wir an Grenzen. Das und das ist die reine Wahrheit der ganzen Geschichte, aber gibt es da einen wichtigen Rest?
Wahr ist, dass die Katholische Kirche, getrieben von hochrangigen Kritikern aus dem Sumpf des Mittealters mit bleischweren Schritten stieg. 

Aber erst 1956 zerriss sie das Beziehungsgeflecht, das sie seit Konstantin hinderte besser zu sein:  

Benedikt XVI.) sagte nach der Abstimmung durch die Konzilsväter: „Die Erklärung über die Religionsfreiheit des Zweiten Vatikanums bedeutet insofern kirchlicherseits das Ende des Mittelalters, ja das Ende der konstantinischen Ära… Und dass man ab jetzt nie mehr sag en könne, für die katholische Kirche sei die Religionsfreiheit kein Grundrecht, das in der Würde der Person begründet ist.“ Karl Hörmann „Willensfreiheit“

Welch ein Wandel zum Guten. Die furchtlose Kündigung ihrer quasi-Ehe mit dem Geist Konstantins ist bewundernswert.

Mitte des 4. Jahrhunderts kam es zur ersten Kirchenspaltung, vorangetrieben vom römischen Imperator Konstantin: hier die Traditionalisten (verfemt als Arianer die an drei göttliche Persönlichkeiten als Gottheit glauben) und da die Athanasianer, die Trinitarier (sie glauben „Es handelt sich nicht um drei verschiedene Götter, sondern um drei Seinsweisen desselben eines Wesens“ Heilige Dreifaltigkeit  Man sollte meinen, kraft des gesunden Menschenverstandes könnten beide Strömungen friedlich nebeneinander koexistieren. Sie beharren energisch auf dem Boden des Urchristlichen zu stehen. Grausame Kriege wurden im Besonderen auf Initiative der Trinitarier im Verlaufe vieler Jahrhunderte geführt. Es wuchs sich aus, weltweit herrschten Intoleranz und die ihm folgenden Übel. Zahllose Kreuzzüge, Inquisition, das ganz Klosterunwesen, Zwangsbekehrungen größten Ausmaßes folgten dem Ungeist Konstantins. 

Ein Statement der katholischen Union der Europäischen Konferenzen der Höheren Ordensoberen/innen (UCESM) zeigte im Jahr 2007, was Konstantin 325 in Nicäa mit seinem Konzil zu erreichen wünschte: „…. Aurelian führte (den) heidnischen Monotheismus ein. Während Konstantin den christlichen Monotheismus einsetzen wird mit Sol Invictus.“  

Solche Aussage kann nicht überschätzt werden. 

Sie war es, so ist es. Konstantin ist der Schöpfer der Orthodoxen und katholischen Kirchen zu Lasten der Urkirche.  Diese Offenlegung böser Absichten sollte eher von Atheisten als von „höheren Ordensoberen“ stammen. Aber genau, dieser Hinweis ist unleugbar korrekt. Die Trinitarier negieren. Aber die „katholische Union“ ist nicht irgendein Gremium,  sie repräsentiert 180 000 Ordensleute, die nicht leichtfertig Sätze wie diese hier zuletzt zitierten, verfassten.  Sie beruhen auf historische Tatsachen, die in die Vergessenheit gedrängt wurden, zugunsten der Kirche Konstantins.

Hunderte Konstantinspezialisten bestätigen, dass ein Nichtchrist auf Basis seiner militärischen Macht seinen Schutzgott ins Christentum hineinpressen wird.

Es bedurfte den Zeitraum von 2 vollen Monaten um das „Nicänum – das Bekenntnis des Athanasius – als „christliche Wahrheit“ durchzusetzen. Und es erforderte die Eisenfaust eines mächtigen Tyrannen, um den kuriosen Athanasianismus durchzusetzen:  „Seitens des Kaisers … wurde mit Drohungen und Ankündigung von Repressalien gearbeitet. Jeder Bischof wurde einzeln vorgenommen. Ihm wurde das Bekenntnis (das Nicänum) vorgelegt, und er wurde sogleich vor die Alternative gestellt, entweder zu unterschreiben oder in die Verbannung zu gehen...“ Rudolf Leeb „Konstantin und Christus“ – die Verchristlichung der imperialen Repräsentation“    

"Alles schien in bester Ordnung, jedoch hatten einige Bischöfe nur ein Lippenbekenntnis abgelegt, da Kaiser Konstantin mit der Verbannung für jener Bischöfe gedroht hatte, die das Bekenntnis nicht unterschrieben..." Kath. Quelle "Familia Spiritualis Opus" 2013        Bereits Im Eingangstext des Athanasianums droht die Keule „Wer immer gerettet werden will, muss vor allem den katholischen Glauben festhalten.“ Vers 1     Wenig später heißt es im Kontext und zwar offiziell: „Denn wie wir gezwungen sind, in christlicher Wahrheit jede einzelne Person für sich als Gott und als Herrn zu bekennen, so verbietet uns der katholische Glaube, von drei Göttern oder Herren zu sprechen.“ Athanasianum Vers 19 Unter großkirchlichen Theologen herrscht bis heute Gruppenzwang, obwohl auf der Hand liegt, dass die „christliche Wahrheit“ den Vorrang haben sollte. Der Glaube an den „Dreifaltigen“ ist ihnen heilig.

Mormonen – Mitglieder der Kirche Jesu Christi Heiligen der Letzten Tage wagen es der „christlichen Wahrheit“ den Vorrang zu geben, statt dem „Dreifaltigen“, deshalb sind sie keine Christen: Dr. Kai Funkschmidt schreibt:„Wer die eigene Christologie ernst nimmt, muss feststellen: Gotteslehre und Christologie der HLT (der Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) sind nicht christlich.“ Lexikon der evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen  

Gewisse „Styler Missionare“ bekräftigen: „Mormonen“ „(lehnen) die Lehre von der Dreifaltigkeit strikt ab. Allein diese Tatsache abgesehen von den bisweilen mehr als seltsamen Offenbarungsinhalten, machen deutlich, dass wir es hier nicht mit einer christlichen Konfession zu tun haben.“ 01.04.2012 Pater Hans Peters SVD   Dr. Gassmann von der Bibelgemeinde Pforzheim veröffentlichte die folgende Schrift: „Antichrist – bei … Mormonen und Scientologen.“ ISBN: 978-3-944834-06-1  

Dr. Gassmanns Absicht ist zu belegen, dass im originalen Christentum monotheistisch geglaubt wurde. Er sagt: Der mormonische Gottesbegriff sei ebenso falsch wie andere ihrer Lehren: „… aus den Schriften der Mormonen geht ganz eindeutig hervor, dass sie keine Christen, sondern Polytheisten sind, sie glauben an viele Götter; Mormonen werden sich zur Götterstufe höherentwickeln; die Götter seien höherentwickelte Menschen. Dies ist reiner Spiritismus und Gotteslästerung!" 

Trinitarisch, wie Herr Dr. Gassmann zu glauben, bedeutet immer noch, anzuerkennen, dass die im Athanasianum erwähnte „christliche Wahrheit“ geringeren Wert hat als der katholische Glaube. 

Diese Realität scheint eine Kleinigkeit zu sein. Ist sie aber nicht.

Kritiker mögen bedenken: Im Zentrum des Athanasianums, im ersten Teil des 19. Verses wurde festgeschrieben: dasswir gezwungen sind, in christlicher Wahrheit jede einzelne Person für sich als Gott und als Herrn zu bekennen.“ 

Das ist Polytheismus pur. Oder: Das ist "Mormonismus pur. Das gilt.

Weder „chinesischem" Glauben, noch kruder Philosophie und selbst katholischem Glauben fehlt das Recht, diese Grundwahrheit zu verbieten, die es dennoch wagen mögen das dann irgendwann verantworten. Bedauerlich, dass an einigen Universitäten im Bereich der christlichen Dogmengeschichte teilweise noch der Stand von 1920 kolportiert wird. Einigen Sekten-Fachleuten fehlen wichtige Erkenntnisse. Das gilt besonders für einflussreiche Evangelikale in den Vereinigten Staaten. 

Im Juni 2026 schrieben US-Medien: „… Die meisten Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verstehen sich als Christen. Viele prominente Gelehrte widersprechen dem jedoch. Sie verweisen auf grundlegende Unterschiede in ihrem Gottesbild und ihrer Auffassung der Dreifaltigkeit“ „The Ass.Press“   

Gerd Skibbe September 2026

 

Glaubensfragen   

 

Die Gottesfrage beschäftigte selbst die Größten: Der Theologe Dr. Dr. Dieter Hattrup sagte: „In den letzten drei Jahrzehnten, von 1925 bis zu seinem Tod 1955, erkennt Einstein, dass die Wissenschaft nicht leisten kann, was er von ihr erwartet hatte, als er sich ihr verschrieb. Ja, umgekehrt, die Physik ist dabei, das Personale als den Grund aller Wirklichkeit plausibel zu machen. Wenn die Welt nicht nach einem mechanischen Plan abläuft, wenn es neben den harten Gesetzen der Naturwissenschaft auch Ereignisse gibt, die von diesen Gesetzen nur ungefähr vorausgesagt werden, dann wird Spinozas Formel hinfällig. Dann ist Gott nicht mit der Natur gleichzusetzen. Dann liegt es eher nahe zu sagen, der Grund der Welt, mit üblichem Namen Gott genannt, ist frei und handelt nach Plan. Sein Handeln in der Welt ist nicht durch Naturgesetze festgelegt, sondern er bestimmt die Gesetze.“   Die Tagespost, kath. Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur.  2004       Theologie, vor allem die christliche, basiert auf Wissen und ist zugleich Opfer von Spekulationen und Machtstreben.  Hätte Gott sich nicht während gewisser Perioden auserwählten Menschen offenbart, die hoher Gesinnung waren und Inspiration suchten, wir wüssten nichts von ihm. Frau Prof. Dr. Regine Schulz gab, 2012, mit ihrer Kanzelrede bei „Andreas um sechs“ tiefere Einblicke in die altägyptische Religion: „Auferstehung und Ewiges Leben“, im Alten Ägypten. Ihre Aussagen haben Gewicht. „Den Menschen des Alten Ägypten sei die Frage nach dem Glauben ganz fremd gewesen, sie hatten nicht einmal ein Wort dafür. Ihre Vorstellung von der Götterwelt und der Ordnung des diesseitigen und jenseitigen Lebens sei nach ihren Begriffen überliefertes Wissen gewesen, die Wahrheit. Sie fürchteten das Totengericht, denn das Weiterleben nach dem Tod hing vom Wohlverhalten im Diesseits ab. Es gab Hoffnung auf Gerechtigkeit, Hoffnung auf Gnade gab es nicht Der Maßstab für das richtige Leben sei zusammengefasst im Begriff Ma`at, der sich nicht übersetzen lasse, weil er viele Bedeutungen einschließt: Gerechtigkeit, Ordnung, Weisheit. Die Personifizierung dieses umfassenden Begriffes in der Göttin Ma`at schaffe eine Verbindung zur Person Christi, meinte Superintendent Helmut Aßmann im Gespräch mit der Museumsdirektorin.“ Sie sei Protestantin, „aber auch der festen Überzeugung, dass das Verhalten im Diesseits sich auf das Leben im Jenseits auswirke." Diese letzte Bemerkung ist zwar gut „mormonisch“-urchristlich, aber keineswegs evangelisch und schon gar nicht calvinistisch. Ebenso wie der Museumsleiterin geht es nahezu allen Christen die die Bibel lesen. Sie erkennen, dass Gott nicht nur gütig ist, sondern auch gerecht.


Ist Sol invictus dominierender Teil des „Dreifaltigen Gottes“?  

 

Die Autoren der „Union“ legten den Finger auf die Problemfigur „Sol“. Konstantin wollte und sollte auch nachnicänisch „mit So Invictus zusammenwirken“ Das verlangte Konstantins Aberglaube zum Verderben des schlichten Glaubens. 

 Wiki: Commons: Mosaik des Christus als Sol Invictus in der vatikanischen Nekropole  

„Nachnicänische    Christen identifizierten Christus als die wahre, spirituelle Erfüllung des Sol Invictus, oft als Solarisation“ Christi bezeichnet.“ Art & Theology 

Zu spät erkannten jene 11 Prozent aller Bischöfe des römischen Reiches, die auf Staatskosten nach Nicäa reisten, dass sie in eine Falle gelockt wurden.  Dass dies so war bewies Konstantin 330, nur fünf Jahre nach dem Ersten ökumenischen Konzil.   

Wiki: Commons
Weil Sol invictus Herkunft nicht gerade die Feinste ist, musste irgendwann erklärt werden warum im Reich des Glaubens Sol als Christus erhöht wurde. Die Sol-Einsetzung – seine Einfügung ins Christentum - sollte geschehen.

Zu Konstantinopel zeigte Konstantin sein wahres Gesicht, das   des unbesiegten Sonnengottes. Es wird berichtet, dass seine Gedenkstatue auf der Porphyrsäule: „von Heiden und von C h r i s t e n verehrt wurde und l e t z t e r e versuchten, das Bild Konstantins ... mit Opfern gnädig zu stimmen und mit Lampenfesten und Räucherwerk zu ehren.  Sie beteten ihn wie G o t t an und leisteten Fürbitten, die vor schrecklichen Dingen Abwehr schaffen sollten... Constantin als ApolloHelios entsprach der Darstellung Christi als Sonnengott...“ F. Kolb Herrscherideologie in der Spätantike“   

Bilden Konstantin, ApolloHelios und Christus zusammen den Dreifaltigen?  Wie soll man das verstehen? Die Verschmelzung von Geist und Körper geschah bei unserer Geburt. Aber die Verschmelzung verschiedener Personen ist undenkbar, außer wenn eine Eizelle befruchtet wird.

Wenn Konstantin mit Sol verschmelzen sollte und beide mit dem Vater sowie dem Gott „Heiliger Geist“, dann erhebt sich die nächste Frage: müsste es fortan nicht heißen wir glauben an eine heilige „Vierfaltigkeit“ statt an die „Dreifaltigkeit?“ Der Kaiser pochte doch darauf, dass da nur ein Gott ist. Letztlich wollte er die Christen überzeugen, zu bekennen:  „Es handelt sich nicht um drei verschiedene Götter, sondern um drei Seinsweisen desselben eines Wesens“ Heilige Dreifaltigkeit offizielle Erklärung     

Er wird die Bischöfe bearbeiten.

Konstantin hatte 324 die Alleinherrschaft im blutigen Ringen gegen Schwager und Mitkaiser Licinius errungen. Fast zeitgleich verschickte er Einladungen an die 2000 Bischöfe des Reiches und den Befehl zur Ermordung des gefangen gesetzten Licinius, den Ehemann seiner Halbschwester Constantia, obwohl er ihr geschworen hatte, Licinius Leben nicht anzutasten. Nach dem militärischen Sieg griff er, mittels beider Aktionen, nach den Sternen. Seine Absicht war Herrscher des „Weltalls“ zu werden. Während der Zeit seiner quasi-Geiselhaft zu Nikomedia hatte er es immer wieder in paganen „Gottes-diensten“ vernommen: „der Kaiser gleiche dem Gebieter des Weltalls.“ Alexander Demandt „Diokletian und die Tetrarchie“ – „Aspekte einer Zeitenwende“ 

Der deutsche Althistoriker Prof. Clauss: brachte es auf den Punkt. Konstantin „wollte der Christus sein.“ „Kaiser und Gott“ Herrscherkult im römischen Reich“ 1999.

Natürlich bestreiten glaubenstreue Katholiken und alle orthodoxen Kirchen das. Tatsächlich bestätigen nicht wenige moderne Forscher, dass: „...Konstantin eine neue Idee von der Kirche (hatte), die er verwirklichen wollte: ... nach dem ihm vorschwebenden Bild formt er… sein Reich, seine Kirche…. Die Diener Gottes, die Kleriker unterstützen den Kaiser, den Knecht Gottes dabei, das gottgewollte Friedensreich herbeizuführen. Das Konzil ist ein repräsentativer Staatsakt, aber der Staat, der sich ihm darstellt, ist die von Konstantin geführte Kirche (!), das Reich der Zukunft… Eben so wenig, wie Konstantin Christus erwähnt, ist die Kirche auf Christus bezogen...“  Heinz Kraft, Habilitationsschrift „Konstantins religiöse Entwicklung“ Heidelberg  

Bezogen auf Konstantin selbst ist die neue Kirche. Kein Wunder was folgte.

Es ist entschieden zu beachten, dass die Mitglieder der Urkirche die dreiköpfige Gottheit verehrten: 1. Elohim den allein wahren Gott, 2. seinen Sohn Jesus Christus und 3. den Heiligen Geist. Das war und ist urchristlicher Polytheismus, den Konstantin abschaffte. Um den „christlichen Monotheismus einzusetzen“..

Ein Kaiser, eine Religion, ein Gott 

Darum ging es ihm. Deshalb lud Konstantin die etwa 2000 Bischöfe des Reiches ein, auf Staatskosten nach Nicäa in Kleinasien zu reisen.  Es hieß, er wolle in der Kirche Frieden stiften.  

Welche Ehre für die überwiegend ‚kleinen’ Leute, in den Dörfern Palästinas und Kleinasiens, die den bis dahin nur innerhalb der Kirche geachteten Rang eines Bischofes trugen, eine Einladung vom mächtigsten Mann der Welt zu erhalten.  Umgehend erhoben sich seitens der absoluten Mehrheit der Postempfänger schwerwiegende Bedenken nach Nicäa zu gehen, obwohl die Versuchung verständlicherweise für jeden groß war, fortan geachtet und sogar berühmt zu werden. Die von den Paganen verspotteten kleinen Handwerker, Fischer und Bäckergesellen, hätten jetzt auftrumpfen können: „Seht meine Einladung vom Kaiser!“, und dann noch umsonst mit der kaiserlichen Post daher zu fahren und etwas von der Welt zu sehen, das stellte schon eine gewisse Verlockung dar. Die mutigen, im Glauben Gefestigten – und das waren nahezu 90 Prozent - wollten sich jedoch nicht selbst kompromittieren. Sie lehnten schweigend ab. Konstantin, dem bekanntlich grausamen Sol – Invictus - Verehrer den Gefallen zu tun, zu Füßen zu kriechen, kam für sie nicht in Betracht. Sie wussten es: Konstantin hatte „das aus dem Orient kommende Hofzeremoniell übernommen, das schon Diokletian eingeführt hatte: wenn er Bittsteller oder Gesandte empfing, trug er ein Diadem auf dem Kopf und schwere bestickte Kleidung aus Damast und Seide, die bis zum Boden reichte. Jeder, der sich ihm näherte, musste sich zu Boden werfen und den Saum des Kleides küssen, ehe der Kaiser ihm erlaubte, sich wieder aufzurichten… Gefangene Offiziere und der Unfreiheit widerstrebende Germanenfürsten ließ er im Amphitheater von wilden Tieren zerreißen, etwa in einer Arena in Trier.“ Er kannte „auch mit der Zivilbevölkerung … keine Gnade und hinterließ in den unterworfenen Gebieten Tod und verbrannte Erde.“    Bettina von Engel: Vortrag „Konstantin und seine Familie in Trier“  

Konstantins „Handlungen waren durchweg geleitet vom Ziel, die Macht auszubauen; sein Schwiegervater, Kaiser Maximianus, wurde 310 von seinen Soldaten an Konstantin ausgeliefert, der ihn schließlich zum Selbstmord zwang… seinen Schwager Licinius ließ Konstantin erwürgen, dessen Sohn degradierte er zum Sklaven und ließ ihn totschlagen;…“ später hörte man allerorten  „Crispus, seinen Sohn aus erster Ehe, und Fausta, seine Frau, ließ er 326 ermorden, weil er die beiden verdächtigte, eine Beziehung miteinander eingegangen zu sein.“      Ökumenisches Heiligen-Lexikon 

Jeder kann jeden des Schlimmsten verdächtigen, das alleine schadet noch keinem, außer dem der es sich erlaubt harmlosen Leuten reine Bosheit zuzutrauen. Dieser Kaiser hatte sein Gewissen längst umgebracht. Er präsidierte zu Nicäa seelenruhig. Er trug die neue Gottesformel längst in sich. Er brachte sie schließlich durch. Den Kollaborateuren Paphnutius von Ägypten, Bischof Hosius von Cordoba, Nikolaus von Myra, dem Schafhirten Spiridon von Zypern und vielen anderen suggerierte er gegen Konzilsende: Nur ihr steht im Recht euch Christen zu nennen. Auch die halbherzigen Konstantinianer sollten nach einigen Wochen der ideologischen Bearbeitung ihrer Seelen versprechen künftig zu predigen: „Es handelt sich nicht um drei verschiedene Götter, sondern um drei Seinsweisen desselben eines Wesens“ Heilige Dreifaltigkeit   Das behautet das Nicänum und mit ihm fast die gesamte Theologenschaft bis heute.            

Man kann Parolen verkünden, die aus reinen Lügen und sonst nichts anderem bestehen, wie Hitlers: „Die Juden sind unser Unglück!“  oder Marx und Engels Forderung „Proletarier aller Länder vereinigt euch“. An den Folgen zeigt sich der Lügengeist. Millionen kämpften für nichts. 18 Millionen Arbeiter und Intellektuelle vereinigten sich schließlich, wenn auch unfreiwillig im Archipel Gulak.  

Zu keiner Zeit konnte das Wortungeheuer: „… drei Seinsweisen desselben einen Wesens“ als korrekte Wiedergabe der Aussagen der Bibel erkannt werden. Hoch und niedrig nahmen diesen Unfug zunächst nur unter Zwang als bittere Pille hin, dann gleichgültig aus Gewohnheit. Die Mehrheit der Konzilsteilnehmer blieb ablehnend dabei: Trinitarismus ist Konstantinismus. Das verschwiegen sie wohlweislich

Bevor die Bischöfe anreisten, glaubten sie, noch laut bekennend, bis auf wenige Ausnahmen, so wie der damals noch weithin unbestrittene, wohl bedeutendste Kirchenvater Origenes (185-254) polytheistisch. Nahezu alle hatten bereits vor ihrer Taufe, als Katecheten Zeugnisse, auch vom Märtyrer Justin gehört, der um 150 schrieb und bezeugte: „Ich werde versuchen, dich, da du die Schriften verstanden hast, von der Wahrheit meiner Aussage zu überzeugen, nämlich dass es einen anderen Gott und Herrn gibt und dass es einen geben soll, der dem Schöpfer aller Dinge untergeordnet ist; dieser wird auch Engel genannt, weil er den Menschen verkündet, was auch immer der Schöpfer aller Dinge – über dem es keinen anderen Gott gibt – ihnen verkünden möchte.“ „Dialog mit dem Juden Tryphon“ Kapitel 56. Gott, der Moses erschien, unterscheidet sich von Gott dem Vater…   

Mit wenigen anderen aber ebenso deutlichen Worten sagte Origenes wieder und wieder dasselbe: „Rangältester von allen Geschöpfen ist der ewig aus dem Willen des Vaters gezeugte Sohn Gottes. Er ist dem Vater nur „gleich“ im Sinne von ähnlich... der Sohn ist das Abbild (Kolosser 1: 15) geringer als Gott selbst (Joh. 14: 28) an dessen Gottheit er nur Teil hat und dem er als der“ zweite Gott“ in jeder Hinsicht subordiniert ist... Der Sohn ist dem Vater nachgeordnet, er ist dem Vater nur ähnlich, er ist eine andere Person.“ Origenes „Die Religion in Geschichte und Gegenwart“ Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft 3. völlig neu bearbeitete Auflage Vierter Band   

 Das Kernproblem des Nicänums - die Unvorstellbarkeit oder Unerkennbarkeit der neuen Gottheit – musste die breite Mehrheit der Prediger aller nachnicänischen Zeiten kleinreden, weil unter Strafe gestellt wurde zu behaupten: „Jesus sieht seinem Vater ähnlich.“ Aber, selbst die redlichsten Bekenner des Trinitarismus konnten weder damals noch heute bestreiten, dass „alle großen vornizänischen Theologen die Subordination des Logos im Verhältnis zu Gott vertraten. Da wird es eindeutig als Subordination aufgefasst und dargestellt. Und der entschiedenste Subordinatianer des Neuen Testaments war gemäß den Synoptikern Jesus selbst.“  Dr. Martin Werner „The Formation of Christian Dogma“  Auch aus diesem Text folgt: „Da sind drei Götter,“ oder mehr. Origenes bedauerte den Zweifel daran, der also bereits in seinen Tagen aufkam „... "Manche schätzen nicht, was wir sagten, indem wir den Vater als den einen wahren Gott hinstellten und zugaben, dass andere Wesen neben dem wahren Gott Götter werden konnten, indem sie an Gott teilhatten.“    Origenes Kommentar zu Joh.: 2:3

Das war die Lehre der Kirche.

Im Unterricht lernten die Katecheten allesamt, jahrhundertelang, dass Jesus, als er aus dem Wasser seiner Taufe im Jordan heraufkam, ebenso wie die Abwesenden sah, dass sich der Himmel öffnete, und der Heilige Geist in Form einer Taube auf ihn kam und, dass eine Stimme aus der Höhe ertönte, die Stimme Gott-Vaters die bezeugte: „Jesus ist mein geliebter Sohn, an dem ICH Wohlgefallen finde“. Da waren also drei verschiedene Götter. Daran lässt sich auf biblischer Grundlage, nicht herumdeuteln! 

Diese Tatsache wird gern verborgen, sie passt nicht in moderne Definitionen. Hier aber liegt der Kern des Problems, zu wissen, dass nach Nicäa nicht der Wille Christi und seiner Kirche geschah, sondern Konstantins Eigenwille. Das aber muss vernehmlich gesagt werden-

Konstantins Reich der Zukunft, dass dem damals einflussreichsten Mann der europäischen Welt vorschwebte, diese Mixtur aus der Soldatenreligion des Mithraismus, plus einiger aus dem Christlichen entlehnter Elemente konnte dann doch überleben, aber schwer angeschlagen, weil es ehrliche, treue Christusgläubige gab die lehrten und predigten was ihnen die Heiligen Schriften und die Briefe der Apostel sagten.  

Aus heutiger Sicht bedeutete das Konzil zu Nicäa, 325, den Beginn des Niedergangs von dem Hertling allerdings mit anderen Worten sprach. Der Geist Christi der Wahrhaftigkeit wich vor dem grobdiktatorischen Konstantins zurück. Für nicht wenige, die noch lange keine Christen waren schimmerte jedoch schon bald das Geld verlockend. Der Kaiser wird zumindest die Bischöfe besolden! Das sollte viele Banausen wie das Licht, die Motten anziehen. So kam es.  Nachdem Konstantin sich „...zum Herrn der Kirche (gemacht hatte). In ihre Streitigkeiten hatte er entscheidend ein(gegriffen) und verteilte mit geschickten Fingern Recht und Unrecht. ...im Handumdrehen füllte sich der Hof des Kaisers mit einer Menge von Persönlichkeiten, die mit ihrem Christentum Geschäfte machen wollten. Edlere Naturen konnten neben ihnen kaum noch hervorkommen. (Sie) zogen sich angewidert zurück. Die siegreiche Kirche“ (kam hervor.) Pfarrer E. F. Klein „Zeitbilder aus der Kirchengeschichte“, Berlin, Ackerverlag, 1930, S. 144

Die alte, leidende, aber souveräne Kirche, verschwand zwar nicht sofort, aber sie geriet auf die Schattenseite und verkrüppelte. Konstantins Denomination, obwohl sie auf Eidbruch, Gewalt und große unerfüllbare Versprechen gegründet wurde wuchs nominell erheblich, weil man da was holen konnte, denn nun verwalteten Bischöfe des neuen Typs die staatliche Armenkasse. Diese Einrichtung bestand einige Jahrhunderte. Und, es gab keine Verfolgungen mehr. Christen wurden nicht ausgepeitscht…

Konstantin überrollte nicht nur Arius und Origenes Gotteslehre. 

Indirekt beeinträchtigte er auch andere Teile der generellen Christentheologie, wie die Möglichkeit der Allversöhnung in der Ewigkeit. Dieser „Apokatastasis“ genannte Vorgang wird im Buch Mormon 2. Nephi 28: 19 umschrieben mit den Worten: „Denn das Reich des Teufels muss erbeben, und diejenigen, die dazugehören, müssen notwendigerweise zur Umkehr aufgestachelt werden, sonst wird der Teufel sie mit seinen immerwährenden Ketten gefangen halten.“   

 Nun im 21. Jahrhundert erscheinen immer mehr origenes-freundliche Veröffentlichungen und Aussagen zum frühchristlichen Anti-trinitarischen Gottesglauben. Origenes, der nachweislich mit den originalen Kirchenlehren übereinstimmend schrieb betonte ausdrücklich, dass Christus von Ewigkeit her Gott war, sowie, dass wir Erdenmenschen – die zur Familie Adams gehören – ebenfalls Götter in der Ewigkeit werden können: 

Quintessenz einer Doktorarbeit über Origenismus ist die Erkenntnis: dass „…der Sohn auf Grund seiner in ewiger Gegenwart bestehenden Teilhabe am Leben Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit Gott ist, sind alle vernunftbegabten Kreaturen nach dem Sündenfall berufen, durch die Vermittlung des Sohnes und nach dessen ewigem Vorbild „Götter“ zu werden… nach Origenes besteht zwischen Vater und Sohn ein logisch-kausales Begründungsverhältnis, das die Nachordnung des Sohnes als selbständiger Hypostase zur Folge hat…  Als Wahrheit und Weisheit des Vaters ist der Sohn jedenfalls nur dann richtig verstanden, wie Origenes nicht müde wird zu betonen, wenn man nicht vergisst, dass er eine selbständige Hypostase ist.“ Christoph Brun 2013 „Zur Gotteslehre des Origenes“      

Eben das lehrt der nicht selten unter Trommelfeuer  stehende „Mormonismus.

 Selbst der berühmt-attackierte Bischof Novatian sprach von „Christus als »obersten Engel Gottes“ Vera Hirchmann „Die Kirche der Reinen“ Mohr Siebeck 2015  

Der Älteste Arius (260-337) argumentierte mit diesen und ähnlichen Zitaten in Nicäa so bald dort im Klartext gesprochen wurde. Natürlich erregte er damit auf Seiten der entschlossenen Fürsprecher pro Monotheismus Ärger.  So ist der Durchschnitts-Mensch. Er folgt der für ihn jeweils höchsten Sieger-Autorität widerspruchslos, schließlich will niemand sich selbst Ärger auf den Leib reißen. Das ist der Mitläufereffekt, und doch, es gibt immer Ausnahmen, gebildet von denen die im Stande sind eigenständig zu denken und die dann mutig ihr Denkergebnis verteidigen oder … manchmal, aus Klugheit verbergen. Athanasius (290?-373), der Diakon des Alexandrinischen Bischofs Alexander, warf sich umgehend in Nicäa zum Anführer der Unterstützer Konstantins auf. Damals mochte er um Mitte 30 sein, ein kleiner, schmächtiger Mann, unbeugsam und bissig. Sein Bischof Alexander von Aleyandriaus, und der Konzilsleiter Hosius von Cordoba feuerten ihn an. Allen anderen voran stärkte der Kaiser seinen Rücken.

 Arius und Athanasius kannten einander bestens aus der Zeit, als die Gottesfrage in einer Zusammenkunft in Alexandria um 318 aufkam und dann ausuferte. Lautstark seitens Athanasius, blieb Arius selbstbeherrscht gelassen.  Er machte dort und andernorts, wenn er es für angebracht hielt deutlich, dass die „Drei-in-Eins-Lehre“ der Kirche Gottes fremd ist. Und eben das weiß die großkirchliche Theologie spätestens seit dem Ende das 19. Jahrhunderts. Die Dreifaltigkeitslehre, wie sie dann als Nicänum „verbschiedet“ wurde, war keineswegs eine kleine, sondern „…eine „große Neuerung, die Erhebung zweier unbiblischer Ausdrücke (Vater, Sohn und Heiliger Geist seien „unius substantiae“ G.Sk-) zu Stichworten des Katholischen Glaubens. Sie sicherte die Eigenart dieses Glaubens…

Im Grunde war nicht nur Arius abgewiesen, sondern auch Origenes, fortan musste die Kirche die Last einer ihr  f r e m d e  n  Glaubensformel tragen… Hätte Luther realisiert, dass in Nicäa das lebendige Evangelium in ein starres philosophisches Korsett gezwängt wurde, hätte er diese Formel als „fremdes“ Element abgelehnt, da sie seiner Sicht der biblischen Freiheit widersprach.““ A.  von Harnack „Lehrbuch der Dogmengeschichte“   und Universität Boston

Männer wie Konstantin stellen nicht viele Fragen. Sie „wissen“ ob oder wer und was Gott ist. Den Kaiser und seine Ideen anzuerkennen gehörte nachnicänisch für alle Christen zur obersten Bürgerpflicht. Er verlangte es. Es sei nicht ratsam einem wie ihn zu widersprechen.

Vor 318 gab es, soweit bekannt, in anderen Gemeinden nur selten Fragen oder Behauptungen in Richtung Trinitarismus. Gelegentlich ging es um die Auslegung des Wortes „Gott ist Geist“, das im Johannes-Evangelium auftaucht. Da gab es hinlänglich Spielraum, den Athanasius nutzte. Es fällt jedoch schwer diesem Monotheisten, der wüst fluchen konnte, länger zuzuhören. Er kämpfte mit allen Mitteln um dem Kaiser und sich selbst zu gefallen. Er baute die Nebel-Gott-Variante zu Gunsten der Ansprüche Konstantins nicht selten mit grobschlächtigen Worten aus. Dagegen wirkte der Älteste Arius, der Athanasius Vater sein könnte, nie unhöflich. Er verwies ihn allerdings mit starken Argumenten: „Denkt an das große Erlebnis des Stephanus der laut Apostelgeschichte Jesus sah, wie er an der Seite seines Vaters stand. Da sind mindestens Zwei.“   Apostelgeschichte 7: 59      Oder Arius zitierte Jesus: „Ich gehe zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.“ Joh. 20: 17. 

Dass Arius mit Bibelworten wie diesen und den Origenes-Texten im Lager der Konstantinianer ebenfalls Wirkung erzielte, konnten die Origenisten deren Gesichtern ablesen. Der Alexandriner Origenes, galt noch kirchenweit in Sachen Theologie als oberste Instanz. „Das Ansehen des Origenes war noch in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts in weiten Kreisen ein unbedingtes.“ Adolf von Harnack „Lehrbuch der Dogmengeschichte“ Mohr-Siebeck, 1990 S. 28   

Knapp zwei Generationen nach Nicäa traten erste Nörgler vom Format Epiphanius, Bischof von Salamis (320-403) auf, um den, nach Athanasius Hinscheiden, schwächelnden Trinitarismus zu stärken. Wir wissen, dass Kaiser Constantinius II. im Jahr 359 alle Bischöfe zurück zum Arianismus „bekehrte“.  Epiphanius galt bereits schon zu seinen Lebzeiten als unsachlich argumentierender, fanatischer Ketzerjäger. Er wusste anscheinend nicht, oder wollte nicht wissen, dass Christen immer auf Fairness bedacht sein müssen, wenn sie ihren Ehrentitel bewahren wollen. Er kämpfte gegen Origenes Gotteslehre, als wäre dieser Gelehrte der Erfinder der Theologie seiner Zeit. Überhaupt wütete er gegen alles was nicht im Einklang mit dem Nicänum stand. Das bekamen auch die Hellenen zu spüren.  

„392 lässt der heilige Epiphanius die meisten paganen Tempel Zyperns zerstören.“ Vlassis G. Rassias „Christians persecution against the Hellenes.” Greek Athen 2000      Sich vorzustellen wie das vor sich ging macht traurig. Diese, den Griechen heilige Häuser gaben Hunderttausenden innere Festigkeit und das Licht der Hoffnung. Epiphanius verurteilte den großen Lehrer zwar scharf, doch lediglich die „subordinatianische Logoslehre des Origenes“, wodurch dieser „zum geistigen Vater des Arianismus geworden“ sei. Josef Herman, „E. v. Salamis gegen die Antidikomarianten“ Kempten, München 1919

Diese Verurteilung ist in sich unehrlich, denn der Arianismus entsprach dem Original.  Andererseits schlägt Epiphanius seinen Trinitariern, deren ohnehin schwaches Argument aus der Hand: „Eine Unterordnung (Christi gegenüber Elohim) im Sein wird als Irrlehre abgelehnt“   (offizielle Erklärung) aber biblisch nicht haltbar

Man kann alles Beliebige als Irrtum oder Irrlehre abtun, aber nur solange bis das Leben selbst die Wahrheit zur Geltung bringt. Selbstverständlich gilt allemal, dass selbst ein höchstrangiger Legionskommandeur nicht der Kaiser ist. 

Dasselbe bestätigt die moderne Forschung mit Blick auf Christus. Auch Thomas Hägg, ein Historiker des 21. Jahrhunderts kommt, nach gründlicher Untersuchung der damaligen Umstände auf Basis verlässlicher Dokumente, zum Schluss: "…der Erzketzer Arius ist Traditionalist. Er steht fest auf dem Boden der kirchlichen Lehrtradition."    "Kirchen und Ketzer"  2004 mit Unterstützung des norwegischen Forschungsbeirates für Klassische Philologie und Religionswissenschaft, Uni Bergen     

Arius wich nie von Origenes Seite. Obwohl zeitlich getrennt wirkten sie im Verein bis in unsere Gegenwart.  „Epiphanius gilt als einer der eifrigsten Verfechter der Orthodoxie seiner Zeit und hat in den theologischen Streitigkeiten wiederholt eine wenig schöne Rolle gespielt. Er ist es gewesen, der den Kampf gegen den Origenismus erst richtig entfachte... er ist der „Patriarch der Orthodoxie“... alle Häretiker (bezeichnet er) als wilde und giftige Tiere, deren Gift die Reinheit des Glaubens gefährdet... Hier liegen offenbar... böswillige Verleumdungen vor.“ Kurt Rudolph „Die Gnosis” 

Im autoritär-rüden Geist und Stil Konstantins, den Epiphanius zeitweise an den Tag legte, handelten die Nazis Hitlers. Der Theologe Josef Herman sagte: „In diesem Jahr (392) blieb es leider nicht beim sachlichen Kampfe; es wurde ein persönliches Streiten mit allen Bitterkeiten und Peinlichkeiten eines solchen, ein unschöner Zwist, der die klaren Linien der Meinungen und Charaktere verzerrte... . Epiphanius sah im Origenismus die gefährlichste aller Häresien. Nicht die Ewigkeit der Schöpfung, nicht die Präexistenz der Seelen und nicht die allgemeine Apokatastasis oder die allegorische Auslegung gewisser Schrifttexte bildeten den größten Stein des Anstoßes, sondern ganz besonders die Anklage: der Origenismus sei durch seine subordinatianische Logoslehre der geistige Vater des Arianismus geworden.“ Josef Herman, „E. v. Salamis gegen die Antidikomarianten“ Kempten, München 1919, Übersetzer aus dem Griechischen

Während Epiphanius von seinen Gesinnungsgenossen den Titel ‚Rechtgläubiger’ erhielt, steht er heute weniger in Ehren. 

Wikipedia Epiphanius von Salamis   Seinerzeit kannten die Christen das jetzt übliche „Christuskreuz“ noch nicht.

 


Dennoch, unvergessen und zu loben ist, dass Epiphanius deutlicher, als zahllose Hochschullehrer unserer Zeit erkannte, dass die auch von Origenes vertretene „subordinatianische Logoslehre“ die Existenz von mindestens 2 Göttern bestätigt.  Epiphanius hätte klüger sein sollen, statt Origenes schwarz zu malen.  Seinerzeit kannten die Christen das jetzt übliche „Christuskreuz“ noch nicht.

Das Kloster Granicas im Kosovo zeigt ihn mit Heiligenschein und einem Gewand, das mit Konstantin-Kreuzen bedeckt ist. Origenes Grundwissen hätte nie vernachlässigt werden dürfen, denn es war in sich stimmig, durch und durch biblisch und völlig auf Gewaltlosigkeit, sogar auf Versöhnung ausgerichtet. Dieses Wissen wurde nicht nur mündlich von glaubwürdigen Zeugen immer wieder bestätigt. Der Mensch wird dort erhöht, er wird ermahnt Hass zu überwinden.  Der Konstantinismus dagegen konnte zu keiner Stunde darauf verzichten Menschen, die sich glaubensmäßig anders entschieden zu erniedrigen – natürlich stets unter schön klingenden Argumenten -. Man rechtfertigte selbst die Verbrennung eines „Ketzers“ salbungsvoll: „Es geschah aus Liebe zur Errettung einer sonst verlorenen Seele.“ „Spanische Inquisition“

Indessen gilt in jeder Zeit der Paulussatz: „Wer den Geist Christi nicht hat, gehört nicht zu ihm.“  Römer 8:9 

Wikipedia: wahrsch. nach einem Original. Lehrer in Alexandria 203-231

König Philipp II. von Spanien, trug um 1590 persönlich Holz heran, um einen jungen Mann zu verbrennen, der sich vom Scheiterhaufen her beklagte, er habe nichts verbrochen.Die Antwort lautete; „Niemand ist in unseren Landen seines Lebens sicher, der nur ein Haar breit vom Glauben der römischen Kirche abweicht...“ König Philipp II. von Spanien 1590 Zitiert in der Evangelischen Kirchenzeitung 1854.


Origenes wird nun wieder häufiger in Betracht gezogen und doch immer noch attackiert, gemieden und manchmal diffamiert. Origenes gelang es fast ausnahmslos in Streitfällen Einigkeit wiederherzustellen.   Das ist ein Fakt den niemand bestreiten kann.  Allein deshalb ist es unsinnig, dass großkirchliche Theologie ihm, seit Mitte des 6. Jahrhunderts – allerdings unterschiedlich in Details - widerspricht. Und das, obwohl zumindest die Kirchenhistoriker wissen, dass die damalige Eliminierung „origenistischer Lehren“ nicht aus theologischen Gründen erfolgte. Diekamp „Die originistischen Streitigkeiten und das 5. ökumenische Konzil“

„Origenes siedelte 231/32 nach Caesarea über, (weil die Neider Argumente gegen ihn vorbrachten, aber in Caesarea erkannten die Gastgeber die miesen Hintergründe der Verleumdung) (dort kam) seine Lehrtätigkeit zur größten Entfaltung. Eine ganze Generation von Theologen ist hier durch seine Schule gegangen... mehrfach holte man Origenes zur Widerlegung von Häretikern, die sich seinen Argumenten meistens beugten...“  Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft, 3. Auflage 1960    

Indessen soll Diakon Athanasius bereits 318, wie sein  Bischof Alexander, in Wut, geraten sein, wenn er den Origenes-Zitaten, die Arius vortrug, wenig entgegensetzen konnte. Alexander fluchte wie ein Berber: „Dem Arius muss man Widerstand leisten bis aufs Blut“ Ernst F. Klein „Zeitbilder de Kirchengeschichte“     

Möglicherweise kam dort bereits das durchaus unberechtigte Wort von der „arianischen Häresie“ auf.  Spätere Theologen, wie auch Ambrosius von Mailand, betrachteten, noch heftiger als Konstantin, den Arianismus als ihren Todfeind.  (Der Kaiser änderte wenige Jahre vor seinem Tod seine Überzeugung, nachdem auch Arius seinen Teil zur Versöhnung beigetragen hatte) Konstantin „musste“ weit zuvor, 325, gemäß seiner Logik, als „Reichsgott“ entschlossen, mit Unterstützung der Teilnehmer seines Konzils, unbedingt zwei Glaubenselemente korrigieren. Jede Art Polytheismus betrachtete er, unter gegebenen Umständen als ungeeignet „römische Staatsreligion“ zu werden. Zweitens: Er selbst war der Größte, er wird niemandem jemals nachgeordnet sein.  In ihm lebten doch die Numina der Götter.  Deshalb schuf er das trinitarische Bekenntnis, - nicht die Bischöfe. 

Er „fügtdas nachher so sehr umstrittene unbiblische Wort wesensgleich griech. Homousios lat. „consubstantialis“ ein …, „die Unterordnung des Sohnes unter den einen Gott und Vater, wie von Origenes und den Theologen der Vorzeit allgemein gelehrt, wird jetzt ersetzt durch eine wesenhafte, substantielle Gleichheit des Sohnes mit dem Vater“ Prof. Hans Küng „Kleine Geschichte der katholischen Kirche“    

Ersetzt!

Das Ändern theologischer Normen betrachtete Konstantin als sein gutes Recht. Ihn interessierte christliche Lehre und Sinn nicht, sondern nur die Eigenart dieser Menschen, ihre Zuverlässigkeit als Staatbürger und -beamte. Christen sind gewissenhafte Menschen die nie ihr Wort brechen. Davon ging der Imperator aus. Deshalb wollte er sie vor seinen Karren spannen. Das war Nötigung.  In der vornicänischen Zeit galt alleine schon Nötigung als unverzeihliches Verbrechen.

       Ende Teil 1