Dienstag, 3. Dezember 2013

(11) Streifzüge durch die Kirchengeschichte - aus dem Blickwinkel eines Mormonen

Duplizität der Ereignisse

Wem das Buch Mormon vertraut ist, weiß, dass der Niedergang der Kirche Christi auf dem amerikanischen Subkontinent - die Jesus selbst gegründet hat als er nach seiner Auferstehung einer winzigen Gruppe von weniger als 2500 "Männern, Frauen und Kindern" erschien - zeitlich mit dem Abfall auf dem europäischen Kontinent einherging. (1)

Kukulkan (maya) für Quetzalcoatl der Gott der Auferstehung und der Wiedergeburt, der keine Blutopfer verlangte. Nach der Überlieferung wird er am Weltenende zurückkehren. 

Überlieferungen mag man ernst nehmen oder nicht. Gemäß dem Buch Mormon verstärkte Christi Besuch die bereits positive sittliche Einstellung derer die unmittelbare Zeugen des überlieferten Ereignisses waren oder derjenigen die dem Bericht der Augenzeugen Glauben schenkten.

Als Ergebnis solcher großartigen Erfahrung wird im  4. Buch Nephi hervorgehoben:
"Wegen der Gottesliebe, die dem Volk im Herzen wohnte, gab es (fortan)
im Land keinen Streit"
Mit "Volk" ist gewiss jener kleine Personenkreis gemeint, der die große Liebe direkt empfing oder aus nächster Hand davon vernahm. Es ist wahrscheinlich dem vergleichbar wovon diejenigen reden, die in Todesnähe, aber bereits getrennt vom sterblichen Körper, eine kaum in Worte zu fassende Liebe von "einer Lichtgestalt" empfangen haben.
Hier wie da bezeugen die Erfahrenen, dass diese Begegnung ihr Wesen zum Besseren beeinflusste.

"Es gab weder Streit, noch Aufruhr, noch Hurerei, noch Lüge, noch Mord, noch irgendeine Art von Sittenverderbnis und gewiss konnte es kein glücklicheres Volk unter allem Volk geben, das von der Hand Gottes erschaffen worden war." (2)

Solche Kulturstufe muss jeden Tag gegen den uns allen innewohnenden Hang zur Niedertracht  verteidigt und behauptet werden. Nichts ist so gewiss, wie der Tod.

Es vergehen die Jahre, die Erinnerung an Hochgefühle verblassen. Deshalb drohte der Abfall vom Hochstand von Beginn an. 

Paulus, der Seiteneinsteiger unter den zwölf Aposteln Jesu Christi warnte eindringlich:

"Denn das weiß ich, daß nach meinem Abschied werden unter euch kommen greuliche Wölfe, die die Herde nicht verschonen werden." (3)
Die Érsten Christen zu Jerusalem mögen zwei Generationen hindurch die "Vereinigte Ordnung" gelebt haben. Wir hören dann nichts weiter davon.
Je mehr Menschen sich ihnen anschlossen umso anfälliger wurde das Idealsystem. Die Beschwichtigungen derer die zwar den Namen Christi, aber nicht "sein Joch" auf sich nehmen wollten, führten unweigerlich dazu auf immer niedrigerem Nivau weiterzumachen, bis sie in Mittelamerika einander auszurotten trachteten, wie in Europa noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Deutlich sind schon früh die Ursachen des Verfalls und seine Symptome erkennbar. Es sind dieselben, sowohl im antiken (Mittel-)Amerika, als auch im antiken Rom. Historiker beider Seiten vermerkten dort wie hier durchaus Vergleichbares. Um 230

" gab es welche  die im Stolz überheblich wurden, dass sie kostbares Gewand und allerlei feine Perlen und feine Dinge der Welt trugen, von dieser Zeit an hatten sie ihre Güter und ihre Habe untereinander nicht mehr gemeinsam, sie fingen an sich in Klassen zu teilen für sich selbst Kirchen zu bauen, um Gewinn zu machen, und sie fingen an die wahre Kirche zu leugnen... es gab viele Kirchen die vorgaben Christus zu kennen und doch leugneten sie den größeren Teil seines Evangeliums... und wegen des Übeltuns mehrte sich diese Kirche über die Maßen." (4)

Das Spiegelbild dieser sich rasant zum Negativen verändernden "Christengruppe" befindet sich exakt zu dieser Zeit vor allem in Rom. Da treten die Karrieristen, als an Gewinn orientierte Bischöfe auf, dann als Päpste bis weit in die Neuzeit.


Ablasshandel in Deutschland um 1517
Von "Papst" Zephyrinus (angebliches Pontifikat) 199-217, heisst es:  
 
„ ... er war offenbar kein gebildeter und wohl auch kein charakterfester Mann” (5)
Der Althistoriker Joseph Langen schreibt:

„ Zephyrinus ist der Erste unter den römischen Bischöfen, von dem wir eine Charackterdarstellung durch einen Zeitgenossen
besitzen. Nach einer Schilderung Hippolyts (Phil. IX,11)
war Zephyrin ein unwissender und ungebildeter Mann, der die kirchlichen Bestimmungen nicht kannte und sich ganz in den Händen des schlauen und boshaften (Bischofs) Callistus befand. Dieser vermochte ihn zu allem,
(zu bewegen G. Sk.) besonders durch Geschenke, da Zephyrin bestechlich und geldgierig war. (6)
Der römische Bischof Hippolyt (170-235)

„wusste..., dass es im Lager Kallists ("Papst-Bischof" Callistus) nicht stets mit rechten Dingen" zuging: Leute, die er,
Hippolyt wegen Ehebruch oder wegen anderer Vergehen ausgeschlossen hatte
 wurden von Callist aufgenommen....“ (7)

Es konnte nicht zu den Aufgaben eines Bischofs gehören, die von den Kirchenführern des 1. Jahrhunderts festgelegten Richtlinien aufzuweichen.
Das "Ökumenische Heiligenlexikon" schreibt:

„...Callistus war der Überlieferung zufolge ein von Juden verbannter
Sklave, der zunächst mit betrügerischen Bankgeschäften von sich reden machte.
Der erste Gegenpapst der Kirchengeschichte, Hippolyt, erhob sich
gegen ihn und beschuldigte ihn... eines unlauteren Vorlebens und der
Unzucht ...“ (8)
 
Bischof Hippolyt tadelte  um 220 die „schismatische“ Gemeinde der Theodotianer in Rom die ihrem Bischof ein monatliches Gehalt zahlte. Das sei eine gräuliche Neuerung. (9)

Hippolyt schreibt contra Kallist:
                  ,,Die sind verderbt die vom rechten Wege
           abwichen und die Lehre der Apostel verfälschten." (10)

Für den nicht näher lokalisierten Kleinteil Mittelameriks traf es zeitgleich ebenfalls zu. Geschichtsschreiber Ammaron sagt:
" Sie wurden von falschen Propheten verführt" (11) 

Der Prozess der Überfremdung urkirchlicher Lehre und Praktiken durch jeweilige Sonderinteressen aktiver Bischöfe nahm seinen verhängnisvollen Lauf.

Sowohl Callist I., angeblich „Papst“ von 217 bis 222, als auch sein Vorgänger Zephyrinus 199 bis 217 sind zuerst Römer, dann Christen.
„Callistus versuchte nachdrücklich, den Einfluss des Bischofs von Rom für die gesamte Kirche zu mehren...“

Es erzeugt Unmut wiederholt aus vorgeblich autorisiertem Mund  zu hören da hätte es zeitgleich immer nur einen (legitimen) Bischof von Rom gegeben. In ganz Italien gibt es um das Jahr 400 einhundert Bischöfe, aber da steht die kühne Behauptung es sei nur einer (der in der Sukzessionskette erscheint) wahrer Bischof in Rom gewesen. Obwohl es in der Hauptstadt wahrscheinlich schon zu Hippolyts Zeiten mehr als 20, wenn nicht 40 Bischofsgemeinden gab.

Die in der Vollmachtslinie erscheinenden römischen Bischöfe hegten schon sehr früh den Wunsch, die reichsweit wegweisenden Kirchenautoritäten zu sein. Unter diesem Gesichtspunkt wurden Personen heilig gesprochen, die den Prinzipien Christi zwar komplett widersprachen, die jedoch ihre Beiträge dazu geleistet haben, das Papsttum vorzubereiten und zu installieren.

Dass dies in der Tat so war, bekennt sogar das „Martyrologium Sancrucense“ in Bezug auf einen der bösartigsten Männer des 5. Jahrhunderts, Cyrill von Alexandria:

„Cyrill, 412 Patriarch von Alexandria... ist in den Augen der Kirche
heilig, freilich weniger wegen seiner Taten.“ (12)

Gibt es eine Heiligkeit die sich nicht in Taten und Gefühlen der Barmherzigkeit und der ehrlichen Freundlichkeit ausdrückt?
Seit der Zeiten Hippolyts gab es innerkirchliche Bestrebungen die durch nichts zu rechtfertigen sind, die jedoch verraten um was es diesen Männern im Kern ging, nämlich  sich selbst und Rom bedeutender zu machen als sie es verdienten.

Wenn es allerdings von einem
... Ort abhinge dem das Primat zustünde müsste es Jerusalem sein.” (Küng)
In Rom stellten sich die um Glaubenstreue bemühten Christen vergeblich gegen den  weiteren Verfall. Zu ihnen gehört Novatian.

„Novatianus (200 -258) hielten (viele) aus mehr als einem Grunde für den wiedererstandenen Hippolytus, so erscheint er uns als ein hochgebildeter
und ehrgeiziger Mann ... Novatian habe sich getrennt, weil Cornelius (Bischof 251-23) die lapsi wiederaufgenommen ; er habe sich ferner an alle Kirchen gewandt
mit der Erklärung, die Todsünden seien mit lebenslänglicher
Ausschließung zu bestrafen, und habe man die Verzeihung derselben Gott allein zu überlassen.
 Novatian und Cornelius hätten dann mit Schriftstellen
für ihre beiderseitigen Ansichten gekämpft die Sittenstrengen dagegen
hätten zu Novatian gehalten. Dieser selbst sei unter Valerian als Märtyrer
gestorben. Vorstehende Ausführung beruht insofern auf
Wahrheit, als die
Forderungen Novatians eben nicht neu waren, sondern die größere
Strenge früherer Zeit repräsentierten. Sokrates selbst rechnet zwar die
späteren Novatianer unter die Sektierer, hebt aber wiederholt hervor, dass sie im Glauben
völlig mit den Katholiken übereinstimmten, und spricht
sich eifrig für ihre Duldung aus.“ (13)

Immerhin war Novatian ein ganzer Mann, es wird von ihm gesagt:

Der gelehrte Presbyter Novatian vertrat... die traditionelle Auffassung,
dass die Kirche keine Macht habe, des Mordes, des Ehebruchs und des
Abfalls Schuldigen die Vergebung zu gewähren, sondern dass sie nur Gott um Erbarmen
und im Gericht bitten können. Der weniger strenge
Cornelius vertrat die Auffassung, dass der Bischof auch Todsünden
vergeben könne. Diese Spaltung von 251 (ist ein) Zusammenstoß zwischen der ursprünglichen
Auffassung von der Kirche als einer Gemeinschaft von
Heiligen... und der jetzt aufkommenden Anschauung (die Kallixt) vertreten hatte, dass sie eine
                  Erziehungsanstalt für die Sünder sein soll.“ (14)
Nach dem 1. ökumenischen Konzil 325 zu Nicäa und der von Konstantin anbefohlenen Aufwertung der Christenbischöfe, sowie infolge der Zuwendung von Staatsmitteln und Privilegien verstärkte sich der Trend zur Verweltlichung.
Mormonen sehen darin unabweisbare Zeichen des Abfalls, während die allgemeine Christenheit allenfalls bedauernd, aber beschämend inkonsequent zurückblickt.

Im Buch Mormon wird berichtet:

"Im dreihundertzweiundsechzigsten Jahr kamen die Heere der Lamaniten
(wozu fortan alle zählten die von der wahren Kirche abgefallen waren)  zum Kampf herab und wir (die angeblich besseren) schlugen sie... nun aber weil mein Volk die Nephiten solch Großes vollbracht hatten, fingen sie an mit ihrer eigenen Stärke zu prahlen... und sie schworen beim Himmel und auch beim Thron Gottes, sie würden gegen ihre Feinde in den Kampf ziehen und sie vom Erdboden vertilgen... damit hatten sie sich bei allem, was ihnen von unserem Herrn und Erretter Jesus Christus verboten worden war (verschworen) und ich, Mormon weigerte mich durchaus gegen meine Feinde hinaufzuziehen." (15)  
Mormon warnt generell:
"Ich schreibe an euch alle und ich schreibe auch aus dem Grund, damit ihr wisst, dass ihr alle vor dem Richterstuhl Christi stehen müßt, ja jede Seele die zur ganzen menschlichen Familie Adams gehört, ihr müßt dastehen, um für eure Werke gerichtet zu werden, seien sie gut oder böse." (16)

Da wie híer trugen leider die Schlechteren den Sieg davon.

Mehr als beschämend ist, dass Leute wie Damasus von Rom, die zu Mördern großen Stiles wurden bis heute in Kirchen geehrt werden, die massiv den Anspruch erheben christlich zu sein.

Gedenktag katholisch: 11. Dezember
nicht gebotener Gedenktag
Gedenktag orthodox: 13. November
Gedenktag armenisch: 11. Dezember

 "Papst" Damasus (305-384) gehört, wie die Lamaniten des Buches Mormon zu den "Siegern der Geschichte"... deren jeweilige Bosheit nur schwerlich übertroffen werden konnte.

Das "Ökumenische Heiligenlexikon" schreibt:
Nach Liberius' Tod wurde Damasus I. 366 zu dessen Nachfolger gewählt; eine Minderheit hatte schon zuvor aber Ursinus gewählt. Kämpfe und blutige Auseinandersetzungen folgten - zuletzt in der Basilika  Liberii (auch Sicinini) mit mehr als 100 Toten; die Unruhen nahmen erst nach zwei Jahren durch das Eingreifen des Kaisers ein Ende, Ursinus musste weichen. Die Gegner machten Damasus aber lange noch das Leben schwer; 377 wurde er des Mordes bezichtigt, eine von ihm einberufene Synode sprach ihn aber frei."
Eine Krähe hackt der anderen kein Augen aus!, sagt Shakespeare. Treffender: Mit Geld kannst du alles kaufen, sogar einen Freibrief.
Senator und Stadtpräfekt Prätextat stand jedenfalls, solange es um die Vernichtung der römischen Arianer ging, an seiner Seite. Das ist bekannt.
Man liest fast darüber hinweg, man überhört es geflissentlich. Was sich wirklich zutrug haben sich nur wenige deutlich gemacht:
Eine Anzahl Arianer Roms gingen am frühen Morgen des 26. Oktober des Jahres 366 in ihre kleine Kapelle. Sie kamen wahrscheinlich ahnungslos zum Gottesdienst, um zu singen und zu beten, über ihr Leben nachzudenken und was sie an diesem Tag besser machen konnten als zuvor. Sie dachten über ihr Verhältnis zu Licht und Weisheit nach. Das war ihr Fehler.
Sie hätten sich, gemäß dem Denken des Herrn Damasus keine Gedanken dieser Art machen sollen. Sie hätten einfach blindlings glauben sollen was allen Christen seit Nicäa zugemutet worden war.
Wie kann man nur so dumm sein und sich ein eigenes Bild von den Dingen und vom lieben Gott machen zu wollen!
Das Denken über theologische Fragen stand denen zu, die sich auskannten, wie Kaiser Konstantin, der Inspirator und Herr des nicänischen Konzils.

Die römischen Arianer hätten, ehe sie sich an diesem Morgen in ihr schlichtes, kreuz- (17) und altarloses (18) Gemeindehaus begaben, misstrauisch oder zumindest vorsichtiger als sonst sein müssen und die zunehmenden Drohungen Ernst nehmen sollen. Das war ihnen doch nicht entgangen, dass sich Bruder Damasus über ihren Bischof Ursinus enorm geärgert hatte, sie wussten, dass Damasus der Erste Mann der Kirche sein wollte. Es hieß doch, er habe auf dem Stuhl Petri Platz genommen der - entweder als Idee oder als Gegenstand - gerade aus Antiochien (19) angekommen sei. Dieser Stuhl, den nach Aussagen maßgeblicher Katholiken, vor 360 kein Römer kannte, besaß angeblich magische Kräfte. Wer auf ihm Platz nahm, der regierte an Peters (Petrus) Stelle.
Sie haben es doch vernommen:
Damasus werde nicht erlauben, das Bruder Ursinus, dieser unverbesserliche Arianer ihm irgendwie im Wege steht. Er werde ihm eine Lektion in Sachen Disziplin und wahrer Religion erteilen.
Bischof Ursinus hätte vor der Tür seiner Kapelle stehen und die Seinen warnen sollen: Ich habe heute Nacht schlecht geträumt; dass er völlig ahnungslos war, scheint unwahrscheinlich. Aber, so waren sie nun einmal diese Arianer, sie vertrauten auf Gott, der sie, wie sie leichtfertigerweise meinten, nicht im Stich lassen würde, obwohl sie, wie wir wussten und wissen, dass der allmächtige Gott gelehrt hatte, er lasse Unkraut und Weizen zusammen reif werden.

Die Arianer fürchteten zwar, doch noch wussten sie nicht, dass die Athanasianer, sobald ihrem angemaßten Vormachtsanspruch widersprochen wird, weder Gnade noch Recht kannten. Deshalb rückte
"(um) acht Uhr morgens, Damasus mit seinem gottlosen Anhang heran. ... mit (dem) gesamten Klerus, alle mit Beilen, Schwertern und Knitteln bewaffnet...“ (20)
Unverschämtes Rumoren störte die Andacht der Arianer. Das Pochen an ihrer Kirchentür ließ die Versammelten zusammenfahren. Die Mütter legten ahnungsvoll und fürsorglich, doch vergeblich die schützenden Arme um ihre Kinder. Ein Ältester hob die Hände zum Gebet, da krachte das Holz. „Sie werden doch nicht?“ Und ob, sie werden!
Mit ihren Knüppeln und Äxten fuhren sie dazwischen.
                      „Wer nicht nicänisch glaubt ist kein Christ!“

Nüchtern resümiert der Bericht:
              „während kein einziger Damasianer fällt erliegen 160 Ursinaner“ (21)

Ursinus entkommt mit einigen Freunden, wahrscheinlich durch einen Hinterausgang. Die anderen liegen in ihrem Blut, verstümmelt und leblos. In den vielen Gemeinden Großroms entschließen sich auf diese Schreckensnachricht hin die Arianer zum Widerstand. Sie werden nicht zulassen, dass Barbaren ihre Frauen und Kinder wegen eines frommen Vorwandes hinschlachten.

Noch liegen einige Tatsachen im Dunkel.
„...es (kam jedoch) zu einem dreitägigen Blutvergießen (vgl. Coll. Avell. I, 5).“ (22)
Kaiser Valentinianus I. wird zwar unterrichtet, doch ihn plagten andere Sorgen. Seine Präfekten werden es schon zu händeln wissen. Einzelheiten wurden vertuscht, das Resultat lautete:
„Erst aufgrund der Unterstützung des Stadtpräfekten Viventius und des praefectus annonae Julianus gelingt es Damasus schließlich, die Oberhand in Rom zu gewinnen.“ (23)
Der erste näher bekannte Krieg der Athanasianer gegen Arianer muss gedauert haben.

Damasus aufwendiger Lebensstil unterschied sich nicht nur von dem der ersten Jünger, er widersprach den verbindlichen Weisungen die in der Urkirche galten:
„Haltet euch fern von jedem Bruder, der ein unordentliches Leben führt... Wir haben bei euch kein unordentliches Leben geführt und bei niemanden unser Brot umsonst gegessen, wir haben uns gemüht und geplagt, Tag und Nacht haben wir gearbeitet, um keinem
 von euch zur Last zu fallen... als wir bei euch waren, haben wir euch die Regel eingeprägt: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen. Wir hören aber, dass einige von euch ein unordentlichen Leben führen und alles Mögliche treiben, nur nicht arbeiten. Wir ermahnen und gebieten ihnen im Namen Jesu Christi, des Herrn, in Ruhe ihrer Arbeit nachzugehen und ihr selbstverdientes Brot zu essen... wenn jemand auf unsere Mahnung in diesem Brief nicht hört, dann merkt ihn euch und meidet den Umgang mit ihm... weist ihn zurecht.“ (24)

Damasus schätzte sich glücklich und nur darauf kam es ihm an. Offiziell heißt es weiter von ihm:

„Damasus setzte sich durch mit Hilfe zweier Reskripte der Kaiser Valentinian I. und Gratian, die die römische Disziplinargewalt anerkannten. (25)

Von Bedeutung ist die generelle Toleranzbereitschaft Kaiser Valentinians, der wahrscheinlich das Wesen des Streites unter Bischöfen nicht verstand und der beiden Hauptrichtungen wohl gesonnen war. Da Kaiser Gratian sich später auf die Ratschläge Ambrosius einlässt, ist es kein Wunder, dass er die römische „Disziplinargewalt anerkennt.“

Nicht wer die Wahrheit oder die menschlich bessere Lösung auf seiner Seite hat, sollte gewinnen, sondern wer die Staatsgewalt hinter sich bringen konnte.

Den anderen Bischöfen wird angesichts des Barbarismus dieses Unheiligen, der Schreck in die Knochen gefahren sein. Sollte sein Beispiel Schule machen? Zwei Jahre später
           „im Jahre 368, verursachte (‚Papst’ Damasus) auch einen Überfall auf die Ursinaner in St. Agnes.“ (26)
Wohin mochte solche Brachialgewalt im Geist des Athanasianismus noch führen? Um was ging es fortan? Man müsste annehmen, die ganze christliche Welt würde nun einhellig protestieren. Doch die betreffende Notiz lautet:
"In dieser Zeit wird Damasus in der Epistula ad afros besonders wegen seiner Aktivitäten gegen arianische Bischöfe gefeiert.“ (27)
Damasus hielt es für geraten, seinen Taten im Nachhinein wenigstens den Anstrich von Rechtmäßigkeit zu geben.
„Marcellin und Faustin erzählen in ihrer Präfatio: ‚Diese schreckliche Grausamkeit (des Damasus) missfiel den Bischöfen Italiens allzu sehr. Als er sie nun zu seinem Geburtstag (dem Jahrestag seiner
 Amtserzwingung als Bischof) feierlich eingeladen hatte und einige auch wirklich gekommen waren (also diejenigen die sich noch als kompromissbereit erwiesen) bestürmte Damasus sie mit Bitten und Geschenken (Bestechungsversuchen) ein Urteil über den heiligen Ursinus zu fällen. Da antworteten sie: Wir sind zum Geburtstag gekommen, nicht um (jemand) ungehört zu verdammen. So hatte Damasus Intrige nicht den gewünschten Erfolg.“ (28)
Macht begehrte er und Macht erlangte er.

Damasus wird mit kaiserlichem Einverständnis der Oberrichter der Kirche...“ und obenauf kommt später ein weiteres Privileg, das er wahrscheinlich
Ambrosius zu verdanken hat:
„Der römische Bischof soll (allein) dem persönlichen Gericht des Kaisers unterstehen.“ (29)
Die quasi Immunität des ‚römischen Bischofs’ zu erwirken sollte sich als Missgriff des mächtigen Kaiserberaters Ambrosius, (374 getauft) erweisen, das beweist der Verlauf der Kirchengeschichte.

Nicht nur Damasus, der ganzen Kirchenführung aller Zeiten, vor allem dem ‚kleinen Mann’, hätte es gut getan, gemäß dem Rechtsgrundsatz
                                    „Vor dem Gesetz sind alle gleich“

behandelt zu werden, wie Paulus lehrte  „Ihr seid alle einer in Christus“

Ambrosius war geradezu besessen von der Idee, seine Kirche athanasianischer Richtung sei der Nabel der Welt und die vom römischen Bischof geführte Kirche könne nicht sündigen. Wies sehr er irrte hat gerade auch Damasus Handeln bewiesen:

Die Angabe des Pontificalbuches, dass man Damasus wegen Ehebruch verklagt habe, wird auf guter Tradition beruhen... doch der klagende Jude Isaak hatte keine Beweise. Er wird (von der Synode von 44 italienischen Bischöfen) verwiesen, (sie) lobhudeln, preisen die Gerechtigkeit und Frömmigkeit des Kaisers Gratian..., es trieft vor Ergebenheit.“ (30)

 Dass es Damasus weder um den Glauben noch um die Menschen gegangen war, muss man als bedauerliche geschichtliche Tatsache hinnehmen, nicht unbedingt jedoch, dass dieser Mann als Heiliger Verehrung findet.

Wieviel Bestechungsgelder durch Damasus gezahlt wurden um, schlachtentscheidend, den Stadtpräfekten auf seine Seite zu ziehen wissen wir nicht. Bekannt ist auch, dass der wegen seiner ‚Verdienste’ bei der Bekämpfung der Arianer heilig gesprochene Damasus wenig später in Saus und Braus lebt und in kostspieligen Kutschen durch die Stadt reist.

Zeitgenosse und Bibelübersetzer Hieronymus, Damasus späterer Sekretär, berichtet nur, dass „jener Heide Prätextat, der im Jahre 367 so energisch wider die Ursinianer (diese verfluchten Arianer) einschritt, scherzend zu Damasus zu sagen pflegte:

„Macht mich zum Bischof der Stadt Rom und ich will sofort Christ werden!...

 (Noch war ja das Gesetz zum Glaubenszwang nicht verabschiedet worden, noch durfte ein römischheidnischer Präfekt so reden und spötteln ohne Gefahr für sein Leben befürchten zu müssen. Zwanzig Jahre später hätte er das nicht mehr
gewagt. G.Sk.)

...Im Munde des Prätextatus war das ein sehr bezeichnendes Wort, denn er
war der erste und reichste Senator und seine Jahreseinkünfte betrugen mindestens eine Million und 152 000 Thaler unseres Geldes ...
Und ich leugne nicht, wenn ich den Pomp der städtischen Verhältnisse
ins Auge fasse, dass hiernach (d. i. nach der römischen Bischofswürde) gierige Männer mit aller Anspannung ihrer
Kräfte um die Erlangung des Ersehnten ringen müssen. Denn wenn
sie ans Ziel gelangt sind, kann es ihnen gar nicht fehlen, dass sie
durch die Geschenke der Frauen zu reichen Leuten werden,
mit prächtigen Kleidern angetan in Kutschen fahren und so verschwenderische Gastmähler anrichten, dass ihre Diners es selbst der königlichen Tafel zuvortun." (31)

Das Heiligenlexikon fährt fort:
"Damasus bewirkte den Ausbau der kirchlichen Vorrangstellung von Rom, wobei er mit diplomatischem Geschick noch den Einfluss von Ambrosius von Mailand  gelten ließ...
(Das war wohl eher umgekehrt der Fall!)
... Der Kaiser sagte Damasus seine Unterstützung zu für die Durchführung kirchlicher Prozesse und anerkannte seine Gerichtshoheit über die Kirche des Westens. Damasus' Briefe an gallische Bischöfe haben denn auch schon die Form eines Dekrets."
Bedenke:
Jene Macht, die Jesus klar ablehnte, überwinden wollte und will, war Damasus Hauptziel.
Es ist daher unsere Pflicht Christus nachzufolgen und nicht Papst Damasus, auch nicht seinen Rechtsnachfolgern.


 

 Quellen:

1.)  3. Nephi 17: 25
2.)  4. Nephi Vers 16
3.)  Apostelgeschichte 20:29
4.)  ebenda Vers 24- 28
5.)  Ökumenisches Heiligenlexikon
6.)  Joseph Langen „Geschichte der römischen Kirche“ Uni Bonn, 1881
7.) Jungklaus, „Die Gemeinde Hippolyts dargestellt nach seiner Kirchenordnung“
8.)  ebenda
9.)  ebenda
10.) ebenda
11.) 4. Nephi Vers 34
12.) Pater Karl Wallner OCist „Martyrologium Sancrucense“ Heiligenverzeichnis für das Zisterzienser-Kloster Heiligenkreuz, 2. Auflage 2008, S. 230
13.)  Joseph Langen , „Geschichte der römischen Kirche“ Uni Bonn, 1881 S. 293
14.)  Henry Chadwick, Die Kirche in der antiken Welt“, S.131
15.) Mormon 3: 8 - 16 kompromiert
16.) Mormon 3: 20
17.) Die Christen vor Konstantin kannten das Kreuz als christliches Symbol nicht. Erst das Konzil zu Ephesus 432, erklärte es dazu. Das Kruzifix kam erst nach dem achten Jahrhundert auf.
18.) K-P. Hertzsch, „Theologischen Lexikon", Union –Verlag, Berlin, 1977. S.13: „Es geht um das Sitzen um den Tisch. Wobei wieder deutlich wird, dass es in einer christlichen Kirche eigentlich keinen Altar geben kann, sondern nur einen
Abendmahlstisch.“
19.) Gabriel Rabo „Geschichte der Syrisch-Orthodoxen Kirche“, Uni Göttigen, 2006: „der Stuhl Petri zu Antiochien ist älter als der Stuhl Petri zu Rom.
20.) Martin Rade lic. Theol. „Damasus, Bischof von Rom“, 1882, S. 14
21.)  ebenda
22.) Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon Verlag Traugott Bautz
23.) ebenda
24.) 2. Thess. 3: 6-13
25.) Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon Verlag Traugott Bautz: "Die
Kaiser ordneten die „Mithilfe der staatlichen Beamten beim Vollzug kirchlicher Urteile an. Damasus bekämpfte den Arianismus... Ursinus wurde mit den beiden, ihn unterstützenden Diakonen aus Rom verbannt. ... die für ihn eintretenden Presbyter verhaftet. Weitere blutige Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern beider Parteien in Rom lassen sich jedoch nicht vollständig unterdrücken. Nachdem sich die Lage vorerst etwas beruhigt hat, können Ursinus und seine Anhänger nach Bitten beim Kaiser (Valentinianus I.) am 15. September 367 als Begnadigte triumphal nach Rom urückkehren. Wenig später, am 16. November 367, erlässt der Stadtpräfekt jedoch erneut eine Ausweisungsorder
26.) Martin Rade lic. Theol. „Damasus, Bischof von Rom“ 1882, Mohr-Siebeck
Verlag, S. 29
27.) Annette von Stockhausen „Athanasius von Alexandria Epistula ad afros.“ Walter de Gruyter Uni Erlangen 2001 S. 186-1828.) ebenda S. 49
29.) Martin Rade, „Damasus, Bischof von Rom“, 1882, S. 31
30.)  ebenda
31.) ebenda



 
 

 









Sonntag, 1. Dezember 2013

(10) Streifzüge durch die Kirchengeschichte - aus dem Blickwinkel eines Mormonen

Die Doppel-Synode zu Rimini und Seleucia, 359

Seit je gehörten für die Herrscher nahezu aller Nationen Götterkulte und Staat zusammen wie Stein und Mörtel.
Konstantin I. meinte irgendwann die höchste Kultqualität bei den Christen zu sehen, nämlich dass sie lebten was sie lehrten. Deren vorbildliche  Selbszdisziplin hielt nicht nur er für unerläßlich das Regime zu festigen. Folglich baute er das "Christliche" - oder das was er dafür hielt - in sein System ein. Das allerdings hinderte weder ihn noch seine Söhne, insbesondere Constantius (317-361) keineswegs daran auch pagane Gottesdienste zu fördern, oder nach Bedarf, einzuschränken.

357, also bereits zu dem Zeitpunkt  an dem er sich gefahrlos hätte anders entscheiden können, weil er nun als Alleinerbe alle Macht in seinen Händen hielt, stoppte Constantius  den gesetzgeberischen Prozess der Kultbeschränkung für Pagane, denn anläßlich seines damaligen Rombesuches zeigte er sich sehr beeindruckt von ihren zelebrierenden Priestern. Deren Ernsthaftigkeit und Würde veranlasste ihn die heidnischen Priesterkollegien nicht anzutasten. Darüber hinaus  ließ er die "staatlichen Zuschüsse und Privilegien für die römischen Kulte bestehen" (1)
Sein nur ein Jahr älterer Bruder Konstantin II. starb bereits vierundzwanzigjährig, infolge seiner Machtsucht.
Er beging den Fehler mit einem großen Heer in Italien einzumarschieren.
Das geschah unter dem Vorwand, seinem Bruder gegen die Perser beistehen zu wollen. Bruder Constans der ihm misstraute lockte ihn in einen Hinterhalt, wo er sein Leben verlor. 

Konstantin II. 316-340
Auffallend ist, dass Victoria die heidnische Göttin des Sieges noch lange den "christlich" erzogenen Kaisern den Siegerkranz überreichen wird.



Konstantin II. 316-340  (möglicherweise kein Sohn Faustas) regierte seit 337 den Westen (gelb) Sein Bruder bzw. Halbbruder Constans (320-350) beherrschte zeitgleich den grün dargestellten Reichsteil. Der Osten war Constantius zugefallen.
 
Dass Constans I., nachdem er seinen Bruder ins Jenseits befördern ließ, bereits drei Jahre nach dem Tod des Vaters über Zweidrittel des Großreiches verfügte konnte Constantius nicht gefallen.

Der vorläufige Sieger Constans I. (320-350). Er durfte sein Erbe zehn Jahre lang genießen.
Er ließ die athanasianischen Bischöfe sehr reich werden. Auch er versuchte die Spaltung der Kirche in Orthodoxe und Traditionalisten aufzuheben. Allerdings hielt auch er die Traditionsanhänger, die Arianer, für Häretiker. 
 
Endlich nach einer Reihe von Ereignissen wird Constantius 350 (eigentlich erst 353) Alleinherrscher, denn alle anderen potentiellen Mitbewerber um die Herrschaft - außer Julian - hatten sie als Brüder schon zuvor beiseite geräumt.

Das in drei Fetzen gerissene Riesenreich des Vater war nun wieder in einer Hand, in seiner.  

Constantius II. (317-361) soll seinem Vater sehr geähnelt haben. Er war eher klein, trug brünnetes. weiches Haar ging glatt rasiert.
  
Wie sein Vater verstand er sich als Pontifex maximus der einen wie der anderen.
Wie sein Vater sorgte er sich jedoch über den Zerfall jener Kirche auf die auch er vorrangig bauen wollte, deren Exponenten leider kein einheitliches Gottesbild beschworen.

Anders als seine Brüder bevorzugte Konstantius  das Gottesbild der Arianer, obwohl diese Gruppe zu allem Überfluss noch untereinander zankte ob Jesus seinem Vater ähnlich sieht oder ob er ihm gar unähnlich sei.
Diesen Unterschied hielt er allerdings für nicht beträchtlich.

Aber wie auch immer, die Raufereien hatten aufzuhören, besonders die, die von der Gegenseite, den Athanasianern, ausgingen, die unerträglich prahlten sie wären die Rechtgläubigen!
Dabei konnte man sich unter deren Christus überhaupt nichts vorstellen.
Kurzum!
Alle hatten zu glauben, wie er, als Entscheidungsträger. Eben die arianische Christenströmung rigoros durchzusetzen war jetzt möglich geworden, nachdem er alleine das Sagen hatte und den Perserkrieg fürs Erste hinter sich gebracht und zumal er mit den seit 348 in seine Armee integrierten Truppenteilen als bekennende Arianer gute Erfahrungen   gesammelt hatte.

Zudem waren die meisten Bischöfe seines ursprünglichen Herrschaftsbereiches ebenfalls Arianer, was sie auch kräftig betonten.

Unter seinem Vater waren alle Bischöfe mächtig geworden, von denen so mancher mit Geldern einfach als wären es Kieselsteine um sich warf. So durfte er füglich Gehorsam von allen erwarten. Zur Not konnte man die Widersetzlichen in die Bleibergwerke stecken.

Wohl unterrichtet berief er die Herren zusammen. Die einen, etwa 3- 400 nach Rimini, die anderen, ungefähr 150, die er bereits auf seiner Seite sah, nach Seleucia.
So kamen die Balkanbischöfe, die Spanier, Briten, Gallier, Nordafrikaner Italiener in Rimini zusammen,  






und die bestellten Orientalen hatten sich in Seleucia einzufinden.
In Pfeilrichtig liegt Seleucia, zum Zeitpunkt des Empfangs der Delegationen, Ende 359 befand
 Kaiser Constantius sich in Antiochia

Beide Bischofskonferenzen zu "Rimini" und "Seleucia"  sollten nach seinem Willen restaurieren was "Nicäa" mit maßgeblicher Einmischung des Athanasius, verdorben  und zum Erlöschen und Verschwinden gebracht hatte: die Vorstellbarkeit Christi, der doch - unbestritten von allen - neben dem wahren Gott auf seinem eigenen göttlich machenden Thron im Jenseits sitzt.

Konstantius begehrte die einheitliche kraftvolle Unterstützung und darüber hinaus religiöse Klarheit, etwas glauben zu können. dass sich ihm und seinen Untergebenen nicht als zu verzwickt und verworren darstellte wie es Athanasius bevorzugte.  Dieser Mann war in seinen Augen sowieso ein "Giftzwerg".

Sobald er konnte knüpfte er sich Athanasius vor.
Seit langem hatte er sich über ihn geärgert der ihm überall Scherereien durch seine Anmaßungen und Intrigien bereitete. Wusste der Alexandriner nicht, dass es nicht seine Sache war festzulegen was "Reichsdogma" (Hepperle) zu sein hat? Jetzt da er der einzige Pontifex maximus geworden war, galt es den Hetzern die Faust unter die Nase zu halten.
In der Kaiserresidenz zu Mailand führte er einen Prozess gegen den Unruhestifter und verbannte ihn, allerdings zugleich in der Ahnung, dass der Unhold weiter gegen ihn zetteln wird.
Constantius wollte den Totalsieg der Arianer, doch andererseits ärgerten auch sie ihn, mit ihren Pingeligkeiten. Schlimmer allerdings waren die blutigen Auseinandersetzungen zwischen den städtischen Bischöfen im weiten Osten und in Italien, die überwiegend vorgaben nicänisch zu glauben. Diese Herren hielten sich nicht an ihre eigenen Lehren und Vorgaben.
Wegen Albernheiten hassten sie einander.
Macht und Geld hatte ihren Charakter verdorben.

Er wird die bedeutendsten unter ihnen hier wie da einbläuen was sie zu glauben und zu lehren haben. Er wird ihnen auferlegen sich zu einigen oder ins Bergwerk abzuwandern.

Auf seinen Befehl haben die klügsten Arianer den begriffsstutzigen überwiegend jungen Bischöfen die aus heidnischen Patrizierkreisen mitsamt ihrem Unwissen soweit es christliche Theologie betraf, auf den einträglichen Bischofsstuhl gelangt waren, erst einmal klar zu machen um was es geht.
 
Die leuchtenden Gesichter des allein wahren Gottes und das seines Messias, sollten wieder erkennbar werden, denn einen Gott den man sich nicht vorstellen kann, den gibt es nicht.
Was zuvor vom dichten Wortnebel der Athanasianer  verdeckt wurde und scheinbar für immer verschwand, soll wieder hervorkommen. Es sollte den Christen wieder kostbar und zugänglich werden.
Denn  ein gewisses Schriftwort stünde für sie, wie auf eine Fahne geschrieben, da:

"Das aber ist das Ewige Leben, dass sie dich der du allein wahrer Gott bist und den du gesandt hast, Jesus Christus erkennen."   Johannes 17: 3

Diese Maxime hätte Jesus selbst gesetzt.  
 
Die Wichtigtuer die  nach Nicäa aufgekommen waren und die sich arrogant die "Rechtgläubigen" nannten wagten es diejenigen die Christi wegweisendes Wort Ernst nahmen, als Gnostiker zu diffamieren? Schluß damit!

Sehr bald war jedoch abzusehen, dass es in Rimini nur eine Minderheit war, die die "fremde Glaubensformel" (v. Harnack), die Athanasius ausgeheckt hatte verwarfen.
Etwa ein Viertel  der Anwesenden stand hinter dem Wortführer der Arianer, Bischof Valens von Mursa.
Er versuchte mit Logik zu überzeugen:
Die nicänische Formulierung sei eine Zumutung für die Vernunft, den Text laute doch widersinnig:
 
"Obwohl uns die biblische Wahrheit dazu zwingt von drei Göttern zu reden, sind nicht drei Götter sondern nur einer..." 
 
Der Drei-Eingottglaube sei nach dem eigenen Wort der Nicäner also eine Behauptung gegen die Wahrheit.

Er sah wie seine Widersacher die Hände auf die Ohren legten, er sah das sture Kopfschütteln, wie sie sich zornbebend in ihren schmucklosen Togen wickelten.

Indessen zog Athanasius in Alexandria oder wo er sich gerade befand sämtliche Register seines Könnens, eine Restauration des urkirchlichen Gottesbildes reichsweit zu verhüten.
Er wetterte, schimpfte, verfluchte die Arianer wo er reden, schreiben und zischeln konnte. Er nannte diejenigen die der Wahrheit der Heiligen Schrift den Vorzug gaben: "Gottverhasste" und "Christusfeinde". Er wagte es sie die "Feinde der Wahrheit, " zu nennen und fragte übel: "verdienen sie nicht allen Hass?" 

Er tat alles um zu beweisen, dass Christus und sein Vater Gott Elohim eben nicht zwei unterschiedliche Persönlichkeiten sind, - wie fast alle alten Kirchenväter einschließlich Origenes gelehrt hatten, nämlich wie die ältesten Bischöfe noch belehrt worden waren -. Athanasius vertrat als wäre er besessen die Idee  eines gestaltlosen Ineinanders von Vater und Sohn und höhnte
 
„Sie, die sich Christen nennen, (die Arianer),
vertauschen die Herrlichkeit Gottes mit der Ähnlichkeit eines Bildes von
  einem vergänglichen Menschen.“ (2)
 
Wie hätte er ahnen können, dass ihm im 21. Jahrhundert ein Papst, Benedikt XVI., in seiner ersten Enyklika 2006, mit den Worten widersprechen wird: 
 
Dantes „Göttliche Komödie“ habe ihn ... inspiriert,... Das tiefste Innere des unzugänglichen Lichtes sei ...nicht etwa ein noch gleißenderes Leuchten oder noch helleres Scheinen, sondern das zarte Gesicht eines Menschen,

Gott, das unendliche Licht, ... besitzt ein menschliches Gesicht.
?
 Wíe es schließlich zur Verurteilung des Athanasianismus - und zu einem vorläufigen Sieg des Arianismus - unter Constantius kam schildert Prof. Hans Lietzmann sehr anschaulich:
 
„In Rimini kamen über 400 Abendländer zusammen... die ... Mehrzahl der Bischöfe erklärte, von dem nicäischen Bekenntnis nicht abgehen zu
können..."

Es ist angebracht sich nochmals zu erinnern, dass die in Rimini versammelten nicänischen Bischöfe, zu beträchtlichen Teilen Bischöfe der neuen Generation waren, Heiden die wegen der Steuerfreiheit aus unchristlichen Gründen an die "Macht" gekommen waren. 
Sulpicius Severus (362-425) bemerkt in seiner Weltgeschichte zusätzlich, dass "die orthodoxen (athanasianischen) Teilnehmer der Synode zu Rimini jung und unerfahren seien, nämlich "imprudent", sie hätten erst belehrt werden müssen. Was sie zum Unterschied zu den Arianern vertreten sollten musste ihnen erst während der Synode dargelegt werden.
 
Prof. Lietzmann fährt fort:
 
"es kam schnell zu einer Scheidung der Parteien, und die dem Kaiser
(Constantius II.) zustimmende Minderheit von 80 Bischöfen verließ die große Kirche und verlegte ihre Sitzungen in einen leerstehenden Saal. Am 21. Juli 359 wurden Bischof Valens von Mursa, Ursacius
  und Gaius als Häretiker und Feinde des nicäischen Glaubens verdammt... Beide Seiten schickten je 10 Bischöfe oder Deputierte zum Kaiser. Das Schreiben der (größeren) Synode lehnte jede Erörterung der gemachten Vorschlage ab und forderte Erlaubnis zur Heimreise. Die kaiserliche Antwort lautete:
„Der Monarch sei zur Zeit nicht in der Lage die Deputation zu empfangen... er habe aber angeordnet das die Herren in Adrionopel warten sollten bis er zurückkehre...“
Sie aber drängten, sie müssten zurückkehren... doch sie saßen in Nike einem kleinen Nest bei Adrianopel fest...


" Sie bekamen fleißig Unterricht über die theologischen Anschauungen Bischof Valens von Mursia, bis sie
endlich am 10. Oktober bereit waren, ihren Auftrag zu verleugnen, die
Absetzung des Valens und Genossen zu widerrufen, in
Kirchengemeinschaft mit ihm zu treten und das vorgelegte Symbol zu
unterzeichnen.... Das Aktenstück enthält 14 Namen. Jetzt durften sie zurückreisen und von ihren theologischen und höfischen Erfahrungen berichten. Dort (zurückgekehrt nach Rimini) erfuhren sie auch, der hohe Staatskommissar der Praefectus Praetoriio Taurus, (sei angewiesen worden), die Bischöfe nicht eher nach Hause reisen zu lassen, bis sie sich geeinigt hätten. Als Belohnung war ihm das Consulat des nächsten Jahres
in Aussicht gestellt... (wenn alle unterzeichneten) Ein hartnäckiger Rest könne in die Verbannung geschickt werden, es dürften aber nicht mehr als 15 Bischöfe sein...
einer nach dem anderen sah ein, dass er eigentlich gar keine Ursache habe zum Märtyrer des nicäischen Bekenntnisses zuwerden. Es war ja freilich als Parole ausgegeben worden, aber doch erst

seit wenigen Jahren und nur zum kirchenpolitischen Gebrauch: Im
kirchlichen Leben des Abendlandes spielte es gar keine Rolle, und wer
konnte überhaupt diese griechischen Spekulationen verstehen? Ossius
(über einhundertjährig) und Liberius hatten ja schließlich auch mit sich
reden lassen, und es werde allmählich kälter und der
Heimweg war weit...." (3)

(Vielleicht, war einer da, der wirkungsvoll darauf verwies, dass daheim die lieben Ehefrauen sich möglicherweise von anderen Männern trösten lassen könnten. Sie waren ja fast ausnahmslos Verheiratete, den noch wagten sie es nicht gegen u.a. Paulus Mahnung unverheiratet zu sein. G.Sk.)

„Scharenweise wechselten
die milde gewordenen hinüber, schließlich blieb eine Gruppe von 20 Aufrechten übrig, aber auch sie erlagen am Ende dem Zureden des Valens (gemeint ist hier der antinizänische Bischof Valens von Mursa G.Sk.) und sie schickten eine Erfolgsmeldung an den Kaiser, sie möchten nun endlich nach Hause entlassen werden.“
 
Athanasius aber schnaubte Rache. Er nannte das Synodenpapier den "Wisch von Rimini"
 
Quellen:

1.)  Ursula Hepperle "Hellenismos bei Flavius Claudius Julianus" Uni Tubingen, 2010
2.) Bibliothek der Kirchenväter, Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra
Arianos, RFT Information, 1. Rede, Teil 2
3.) Hans Lietzmann, „Geschichte der Alten Kirche“, S. 226-228

 

Freitag, 29. November 2013

Wo bleibt die Vernunft?

Einige Jahre hindurch habe ich mich fast täglich eine halbe Stunde lang im Internet umgeschaut was Gescheite und Gerissene, was Schlau und Wenigerklug zum Thema "Mormonen" von sich geben.
Auf die Idee  ein Buch Mormon zur Hand zu nehmen um selbst fündig zu werden, was diese angeblich nicht christliche Sondergemeinschaft lehrt und wofür ihre Mitglieder einstehen, sind bislang die wenigsten gekommen. Wie mir scheint, weniger als ein Prozent.
Aber dieses eine Prozent ist nachdenklich und anerkennt fast immer, dass Mormonismus tolerant und liebenswürdig ist, dass er belastbare Brücken zwischen unterschiedlichsten Menschen bauen kann und deshalb Zukunft hat.
 
Ich habe noch nie einen Mormonen kennengelernt der irgendeinem Katholiken oder Gläubigen anderer Religionen, dass Christsein oder das Bemühen um Wahrhaftigkeit absprach, es sei denn es handelt sich um eine Person die Bomben legt oder die ihre Mitmenschen schindet.
Seht doch selbst, wie sich die Graduierten christlicher Gemeinschaften schier verbiegen,wenn sie möglichst höflich sagen wollen: "Nein, Mormonen sind keine Christen!"
 
Und dann sind da diejenigen, die das auch noch "fachlich" begründen.
Man fasst sich in die weißen Haare und schmunzelt: wollt ihr wirklich so weiter machen?
 
Manchmal spürt man das leise Beben Jüngerer: Sind die Mormonen gefährlich? Und dann kommen die Antworten der absolut Unwissenden  mit der  behutsam verpackten Mahnung den Kontakt zu uns zu meiden: man könne ja nie wissen.
 
Dass das sogenannte Mormonentum ernsthaft bemüht ist, vor allem für die Unerfahrenen einen Schutzwall vor den wirklichen Gefahren des Lebens zu ziehen wird nie erwähnt!
Aber sie lauern in den Alltagsdrogen, in der sexuellen Lockung zum kürzesten Weg ins vermeintliche Glück, Leichtfertigkeit und Gleichgültigkeit.
 
Der Gedanke sich durch Gespräche mit Mitgliedern oder durch den Besuch unserer stets öffentlichen Versammlungen oder durch Lesen der jeweiligen Schriften ein eigenes und fundiertes Wissen anzueignen kommt so gut wie gar nicht vor. Das Buch Mormon ist in fast aller Munde, aber die 500 Seiten Weltliteratur, werden fast ausschließlich wie Müll behandelt, weil irgendwelche Leute die sich als Sektenexperten ausgeben mit ihrer mickrigen Kenntnis oftmals lauthals absoluten Unfug verbreiten.
 
Sogar Theologen verzapfen Blödsinn. Schade, ich vergaß mir eine Notiz zu machen, sonst hätte ich den Namen eines promovierten amerikanischen "Mormonismus" - Experten nennen können, der den Leuten erzählt, Heilige der Letzten Tage wären in den 1830er Jahren in Missouri als Sklavenhalter aufgetreten.
 
Dabei gehört es zum Fundamentalwissen, dass "Mormonen" als offene Gegener der Sklaverei, 1838, aus Missouri auch deshalb vertrieben wurden, weil sie politisch klar orientiert gegen Kandidaten stimmten die Sklaverei befürworteten.
 
Schließlich starben 700 000 US-Amerikaner weil sie zuvor den Vorschlag des Mormonenpropheten  Joseph Smiths abgelehnt hatten, alle Sklaven von einzusparenden Mitteln des Kongresses freizukaufen.
Der bald darauf folgende Bürgerkrieg (1861-65), als Sessezionskrieg,  kostete Amerika ein mehrfaches des Preises der Freiheit für alle, wäre er friedlich entrichtet worden.
 
Blau Staaten die Sklaverei ablehnten.(Utah wurde erst 1890 Bundesstaat, war als Territorium ebenfalls ablehnend eingestellt)
 
War und ist es nicht eine der wichtigsten Aussagen des verfemten Buches Mormon, dass
 
"alle Menschenkinder eingeladen sind, zu Gott zu kommen und an seiner Güte teilzunehmen... und er weist niemanden ab, der zu ihm kommt, Schwarz oder Weiß, geknechtet oder frei, männlich oder weiblich und er gedenkt der Heiden, und alle sind vor ihm gleich..." 2. Nephi 26: 33

Anmerkung:

Nicht erfreulich, aber wahr ist, dass die Southern Baptist Convention ein Jahr nach der Ermordung Joseph Smiths, 1845, in Georgia gegründet wurde, um die Sklaverei zu verteidigen.
Ihre Anhänger zählen immer noch zu den bittersten Feinden der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.
Zu ihrer Ehre muss betont werden, dass die südlichen Baptisten zwar lange Zeit der Reife benötigten, dann aber endlich, 1995, ein neues Bekenntnis verabschiedeten in dem sie  Rassismus als Sünde bezeichneten und um Vergebung baten.
 
Dass die Kirche Jesu Christi der HLT erst 1976 den Farbigen das allgemeine Recht auf das Priestertum zusprach, wurde nicht durch rassistisches Denken verursacht, sondern wahrscheinlich durch eine übertriebene Interpretation eines Zitates aus dem für Mormonen kanonischen Werk "Abraham" in "Köstliche Perle". Dort heíßt es:
 
"Pharao, der ein rechtschaffener Mann war, begründete sein Königreich und richtete sein Volk weise und gerecht, und er trachtete ernsthaft danach die Ordnung nachzuahmen, die von den Vätern in den ersten Generationen aufgestellt worden war, in den Tagen der ersten patriarchalischen Regierung, ja in der Regierung Adams und auch Noahs, der sein Vater war und ihn mit den Segnungen der Erde gesegnet hatte, dazu auch mit den Segnungen der Weisheit, der ihn (Pharao) aber, was das Priestertum betrifft, verflucht hatte." 1: 26

Ende 1842 sprach Joseph Smith über die schwarzen Sklaven:

"Die Neger sind geistig und körperlich als Sklaven in die Welt gekommen. Man ändere ihre Stellung und passe sie der der Weißen an und sie werden mit der Zeit den Weißen ähnlich. Gehen sie in irgendeine Stadt und finden sie einen Farbigen, der sich eine gewisse Bildung erworben, wie er seiner Kutsche  fährt und sie warden einen Mann sehen, der aus eigenem Können und Wollenzu seinem erhöhten Stand der Achtbarkeit aufgestiegen ist. Die Sklaven in Washington sind feinere Leute als viele Weiße in hohen Stellungen und die schwarzen Jungen könnten es mit manchem aufnehmen dessen Schuhe sie putzen..." Lehren des Propheten Joseph Smith S. 187 1. deutsche Nachkriegsausgabe


 

Freitag, 22. November 2013

Kurt Hutten: "Mormonismus ist strahlender Optimismus"



In seinem sektenkundlichen Werk  „ Seher-Grübler,-Enthusiasten“ 1950, Quell-Verlag S. 183 sagt Kurt Hutten:

"Der von Mormonen gelehrte Glaube ist erfüllt von ermunternden Ausblicken. Alle Rätsel des Daseins, der Sünde und Schuld, des Leidens und Sterbens lösen sich in einer befriedigenden Harmonie auf."
Das empfinden viele ganz anders!
Selbst Mitglieder der Kirche Jesu Christi der HLT empfinden einiges von dem was von ihnen erwartet wird, als Last, gelegentlich als kaum zu ertragende Zumutung.

Es ist wahr. Mormonen tragen eine Bürde!

Wenn an dieser Stelle jemand die Schere nimmt und zitiert nur diesen Satz, käme das Gegenteil von dem heraus, was zum Ausdruck gebracht werden soll.

Die Methode einer Reihe erbitterter Gegner der Kirche Christi bestand seit je darin, nur die Passagen einer Rede oder eines Schriftstückes herauszugreifen, die isoliert betrachtet, tatsächlich anstößig oder unannehmbar sind.

Die eigentliche Frage lautet: ist das was du leisten sollst sinnvoll?
Aufforderungen zu Verzicht können dann als unzumutbar betrachtet werden, wenn sie als unabweisbar sinnlos erscheinen.

Ich habe mich immer gefragt, warum springt ein Mann, als Soldat, in den sicheren Tod. Er liegt in einigermaßen sicherer Stellung und dann kommt der Befehl: "Sprung auf! Marsch, Marsch!" Neunundneunzig Prozent fürchten sich anscheinend vor den Folgen einer Befehlsverweigerung mehr als davor von Feuersalven niedergestreckt zu werden.

Man sollte es nicht meinen: Christen in führenden Stellungen haben tatsächlich in allen nachnicänischen Jahrhunderten, Ungeheuerlichkeiten verübt, wenn sie mit allen Mitteln ihren Unsinn durchsetzen wollten und siehe da, neunundneunzig Prozent folgten ihnen und sprangen wie sie sollten, weil sie Angst vor den angedrohten Folgen hatten.

Wenn die Bürde Christi drückt, dann stimmt mit uns etwas nicht. Alles was uns die Kirche Christi zumutet macht Sinn, - erst die große Sinnhaftigkeit unterscheidet sie von allen anderen - . Es ist ein Sinn der uns manchmal erst nachdem wir Gehorsam leisteten einleuchtet. Wir verstehen es plötzlich. Dann wissen wir es:

Wahre Religion leuchtet von innen heraus.

Nur wenn wir das selbst erkennen, befinden wir uns auf dem Weg zu mehr Glück.

Man sollte sich immer wieder der Gegensätze erinnern:
Hier die Vernunft, da der Wahnsinn.
Soviel habe ich




 
durch eigene Erfahrung gelernt:
Wenn der undurchdringliche Nebel die letzten Sterne verdeckt und du hast keinen Kompass, ist es besser dein Boot zu stoppen, ehe du auf Grund läufst oder in die falsche Richtung.

Unglaublich und doch wahr: Je dunkler es wurde, desto schneller sind die Christen aller Zeiten gerannt und zwar ins Verderben von sieben größeren und tausend kleinen Kreuzzügen, - alleine im 14. Jahrhundert wurden mit dem "Recht" des Stärkeren über 50 Kreuzzüge  gegen die damals heidnischen Pruzzen und Litauer  geführt. Sowohl diejenigen die für das Kreuz kämpften, wie auch diejenigen die sich weigerten das angebliche Christenkreuz anzuerkennen und zu tragen, ermordeten einander. Vor allem die Christen branntschatzten die friedlichen Dörfer.

"1249 ordnete der Papst (Innozenz IV.) an, dass Pruzzen, (Gebiet Ostpreußen) die sich und ihre Kinder nicht innerhalb eines Monats taufen ließen, allen Besitz verlören und das Land verlassen müssten."
Spiegelbericht Wiegrefe, 2007 


Wikipedia: Papst Innozenz IV. Er erließ am 15. Mai 1252 die Bulle Ad Extirpanda, sie gestattete die "Folter  als Mittel der Wahrheitsfindung".  Das war zuvor in Ketzerprozessen nicht üblich. Von da an wurde die Folter inquisitorische Norm.
Sie hetzten einander  in tausend furchtbare Zänkereien wie das Haar zu spalten ist. Angebliche Christusprediger hetzten ihre abergläubischen Hörer in den unverzeihlichen Judenhass. Machtrangeleien größten Ausmaßes waren jahrhundertelang unter Christen üblich und schließlich trieb das europäische Heer der Geistlichen ihre Schafe in den 1. Weltkrieg und immer noch finden sie nicht zueinander, tasten wie Blinde an der Wand herum.
Dichter Nebel kam  bereits über die Christen des 4. Jahrhunderts, als ihre Wortführer in ihrer pessimistischen Grundhaltung (Damasus, Ambrosius, Augustinus) sich gegen das Licht der Vernunft stellten, indem sie dem Zwang (Compelle intrare) Zugang ins Allerheiligste verschafften.
Finsterster Pessimismus lähmte die ganze Welt die unter den Einfluss des Kreuzes kam.

Im Jahr 313, war es noch Gesetz, (Toleranzreskript von Mailand) dass jeder Bürger ein Recht auf freie Wahl hat. Eine Generation danach wurde diese Selbstverständlichkeit per Staatsgesetz (Cunctos populos) unter Androhung von Strafen verboten.

Kannst du dir vorstellen, dass ein beliebter spanischer Bischof namens Priscillian, sowie einige seiner Freunde, noch im erwähnten 4. Jahrhundert, - in Deutschland, Trier - ihre Köpfe auf den Haublock zu legen hatten, weil sie darauf bestanden zu sagen:
     "Gegen unsere Vernunft können wir nicht glauben."

Verwegenheit gehört dazu, sich auszumalen was es bedeutet, eine 150köpfige Gruppe Christen (Waldenser und Vaudois, 1561) mit ihren Familien in eine Felsenhöhle einzumauern, nur weil die ihr Licht nicht löschen wollten?




Bild Wikipedia: "Das Licht leuchtet in der Finsternis"
Vermagst du dir vorzustellen, dass Schwedenkönig Gustav Wasa seinen Landsleuten  in Helsingland noch 1536 schrieb:
„Ihr habt euch zum Luthertum zu

bekehren, wenn nicht, lasse ich ein Loch in den Delensee schlagen und

euch darin ersäufen.“  J.Josef Ignaz von Döllinger in „Papsttum“

Unvorstellbar, dass der berühmte Konzilstheologe Bartolome Carranza (1503-1576) wegen des albernen Streits um ein klares Ja oder Nein um die Bedingungslosigkeit der Gnade Gottes, von seiner von ihm geliebten Kirche vernichtet wurde?
 
18 Jahre musste dieser Mann, Primas der spanischen Kirche und Erzbischof von Toledo in spanischer bzw. italienischen Gefängnissen auf ein Urteil warten, weil er angeblich gesagt habe (als er den spanisch-deutschen Kaiser Karl V. auf dem Totenbett getröstet haben soll: " Majestät, vertrauen sie auf die Gnade Gottes!", nachdem er sich Sorgen machte, ob er wichtige Entscheidungen falsch getroffen hatte.
Das sei lutherisch.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/64/Bartolom%C3%A9_de_Carranza.jpg
Bartolome Carranza (1503-1576)
Übertroffen wurde solche Brutalität nur noch von den gottlosen Diktatoren des 20. Jahrhunderts, die sie an völlig unschuldigen Opfern ausführen ließen weil sie ihnen "verdächtig" erschienen.

Das Biographisch-Bibliographische Kirchenlexikon Verlag Traugott Bautz bestätigt die Tatsache: 

„1559 wurde Carranza von der Inquisition, dessen Mitglied er selbst
lange gewesen war, in Torrelaguna bei Madrid verhaftet und in der
folgenden Nacht nach Valladolid gebracht... Obwohl er an den
Papst appellierte, blieb Carranza 8 Jahre in spanischer Haft,
bis er auf Befehl Pius' V. nach Rom gebracht wurde, wo er noch
9 Jahre in der Engelsburg in Untersuchungshaft saß. Die Inquisition
und Philipp II. verzögerten den Fortgang des Prozesses, der endlich nach 17 Jahren durch Gregor XIII. zum Abschluss kam.
Die Ketzereien, deren Carranza angeklagt war, konnten
nicht bewiesen werden.

Man stelle sich das vor: Carranza hatte lediglich gewagt Kaiser Karl V. auf dem Totenbett, mit Worten zu trösten die den missgünstigen, neidischen Lauschern lutherisch geklungen hatten.

 Auf der Gegenseite war es Angelus Silesius der

"im herrschenden dogmatischen Protestantismus eine Abgötterei
 der Vernunft sah "

Das erläutert Gerhard Dünnhaupt : Johannes Scheffler: "Personalbibliographien zu den Drucken des Barock"


http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/63/Silesius.png
Wikipedia Angelus Silesius (1624-1677)
Silesius sah in Luthers Deutungen der Paulusbriefe nur Vernünfteleien, Luther treibe Kult mit seiner Betrachtungsweise der Bibeltexte.
Silesius sah  nach Gesprächen mit protestantischen Pfarrern in Luther einen Teufel und wurde Katholik.

Im Grunde ist es ein Streit ob es sich um eine 6 oder eine 9 handelt, je nachdem auf welcher Seite man steht, bis jemand mit einer offensichtlich von Gott verliehenen Vollmacht kommt, wie Joseph Smith und setzt an den Fuß der Zahl einen Punkt.
Einmal zu sagen, dass der Mensch letztlich, dank der Gnade Gottes das Heil bzw. das ewige Leben, die Rechtfertigung vor Gott, erlangt, ist sicherlich erlaubt, weil korrekt. 
Aber das gebetsmühlenartig zu wiederholen und und zwar pausenlos zu wiederholen, - ohne, wie das Buch Mormon hinzuzufügen, dass der Mensch permanent an sich arbeiten muss.  Alles andere führt zur Verdummung, wenn nicht zur Entmündigung und Vernebelung des Menschen mit seinen Fragen nach Licht. 

Es war Nebel, undurchdringlicher Nachtnebel der dem Licht den Zutritt verweigerte.

Dem Himmel sei Dank, dass es das wunderbare Buch Mormon gibt, es wirft Licht auf die Bibel, es verbreitet "strahlenden Optimismus":

- Menschen sind, dass sie Freude haben können.
- Du bist frei zu wählen. Niemand hat das Recht, dir "Glauben" aufzuzwingen.
- Gnade ist frei, wenn du ehrlich und zutiefst bereust!
- Ohne Liebe bist du nichts!
- Jesus ist größer als Paulus (das wird indirekt erläutert)

Alma konnte es im 42. Kapitel mit Autorität sagen:

"Die Barmherzigkeit erhebt Anspruch auf auf die Bußfertigen, und die Barmherzigkeit wird wegen der Sühne (Christi) zuteil... (aber siehe) die Gerechtigkeit macht (ebenfalls) alle ihre Forderungen geltend und die Barmherzigkeit beansprucht auch alles, was ihr zukommt. Und so wird niemand selig, als alleine der wahrhaft Bußferige!"

Nirgendwo in der Rechtsprechung würde sich jemand  dem ernsthaft widersetzen. Der Grundsatz lautet dort:
                           
                                 "Ohne Reue keine Gnade!"

Einzig gewisse Theologen wagen es paulinische Kürzel gegen die Vernunft zu überhöhen.
Das sollen sie denn auch verantworten.
Diesmal jedoch wird es verbohrten Theologen oder Diktatoren, die den "strahlenden Optimismus" - die liebevolle Toleranz des Mormonismus - hassen, nicht gelingen das Himmelslicht permanent zu beeinträchtigen. Ihre Zeit ist abgelaufen.

Zum Glück lässt sich das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen. Allerdings, die kommunistischen Diktatoren haben es bis in die Jetztzeit auf speziell ihrem Weg versucht, lange 80 Jahre hindurch, ehe sie einsahen: auf die Dauer kann man propagandistischen Nebel nicht gegen das Licht der Vernunft behaupten.

Mir sollen die Neokommunisten nichts erzählen, ich habe am eigenen Leib erfahren, was geschah, 45 lange, lange Jahre.
Und was die christlich-ökumenische Kirchengemeinschaft betrifft, ich  hörte und kenne die wunderschönen nebulösen Reden ihrer Exponenten und sah ihre nahezu absolute Wirkungslosigkeit.

Mormonismus, der nicht mehr und nicht weniger ist, als das originale Christentum, hat die religiöse Welt von ihr fast unbemerkt und dennoch unübersehbar bereichert!
Schau und höre genau hin! Du hörst ihn aus tausend Sätzen heraus, die vor dem Hervorkommen des Buches Mormon in den großen Kirchen unbekannt waren.
"Mormonismus" wird die zerstrittene Welt heilen, denn sein Geist, der der Geist Christi ist, macht unfähig zum Hass.
Ihr werdet unsere Missionare willkommen heißen, wenn ihr erst fühlt, was wir fühlen: Harmonie mit dem Gott, der gesagt hat:
"Mein Joch ist sanft und leicht ist meine Last, nehmt sie auf euch: lernt von mir: Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. Ich werde euch Ruhe verschaffen!" 

Die Büchse der Pandora

In seinem sektenkundlichen Werk  „ Seher-Grübler,-Enthusiasten“ 1950, Quell-Verlag S. 183 sagt Hutten:

"Der von Mormonen gelehrte Glaube ist erfüllt von ermunternden Ausblicken. Alle Rätsel des Daseins, der Sünde und Schuld, des Leidens und Sterbens lösen sich in einer befriedigenden Harmonie auf."

"Mormonismus ist strahlender Optimismus."
 
Das ist in der Tat so, aber selbst die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage sind sich dessen nicht immer bewusst.
Junge Mormonen, vor allem die männlichen empfinden ihre Kirche nicht selten als Zuchtmeister, der ihnen gewisse Wege zur Freude und mehr Glück verbauen will. 
 
Sex, Alkohol, Drogen, schnelles Geld, winken lockend. Die Furcht vor Verpflichtungen und Zweifel spielen ihre böse Rolle. Kombiniert wirken sie als tödliches Gift. Sie sind imstande das Licht der Vernunft zu löschen.
 
Ich hatte Glück, da war ein Vater der mich rechtzeitig, nämlich als ich erst 12 und so gut wie blind war, gewarnt hat: Diese Box darfst du nicht öffnen, da ist nichts als Nebel und Elend drin.
Wenn du dich nicht wie ein Fisch im raffiniert gestrickten Netz der realen Welt verwickeln willst, sei vorsichtig und befolge die Ratschläge unserer Kirchenführer. Sie werden dir immer wie ein Licht in der Dunkelheit der unbekannten Zukunft vorausgehen.
 
Ich wiederum warnte meine Söhne und diese ihre Kinder ähnlich, nämlich die wunderschön aussehende Büchse der Pandora nicht zu aufzumachen.
Die griechische Sage lehrt, dass statt Glück, Elend herausspringt.

Wikipedia: Pandora ahnt nicht, was da entweicht

Erst wenn der Hecht die Masche die ihn gefangen hält zu zerreißen trachtet, beginnt er mit aller Kraft um seine Freiheit zu kämpfen. Manchmal ist dieser Kampf ums Überleben, trotz widriger Umstände erfolgreich, doch sehr selten.

Ob du es glaubst oder nicht:

Wenn irgendeine Weltanschauung, Philosophie, Religion, Lebenspraxis wirklich Erlösung bringen soll, muss sie dir wie eine Reihe Straßenlaternen den Weg ins Unbekannte vorausleuchten: Mormonismus kann das und das ist göttlich!
Verlasse nie den Weg der Erleuchtung.

Vor allem steht fest,  es gibt Lehren und Philosophien die vorgeben sie könnten es ebenfalls. Doch wenn eine Religion behauptet wahrhaft christlich zu sein, dann muss sie inmitten der Weglosigkeit den Weg zu mehr Glück klar ausleuchten, denn Evangelium bedeutet sinngemäß "die Wahrhaftigkeit der Frohen Botschaft".
 
Die Illusion es stünde uns frei  Abkürzungen ins Paradies irdischer Freuden zu wählen, wird nicht aus dieser Quelle genährt. Im Gegenteil!

Sie stammt aus dem Wunschdenken einer breiten Mehrheit, das dazu antreibt die wunderschöne Büchse der Pandora  trotz aller Warnungen zu öffnen.

Mittwoch, 20. November 2013

Drei bedeutende nichtmormonische Stimmen befürworten Präexistenz

Der evangelische Pfarrer mit Lehrberechtigung Felix Gietenbruch erklärt in seinem empfehlenswerten Werk  "Höllenfahrt Christi und Auferstehung der Toten", 2010, wie verkommen die traditionelle Theologie und großkirchliche Rhetorik ist. 
Er trägt stärkste Argumenten vor.
Unbeabsichtigt bestätigt er "Mormonismus"!
Vor allem unterstreicht Pfarrer Gietenbruch die angebliche Sonderlehre der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage vom vorirdischen  Dasein.
An anderer Stelle  formulierte er zuvor:
Nach der Lehre Adams ist jeder Mensch Adam und ist aus der Sphäre des Paradieses gefallen... Präexistenz meint, dass wir als handlungsfähige geistige Wesen schon vor unserer Geburt existierten... in dieser Vorexistenz haben wir uns alle eigenverantwortlich von Gott entfremdet... Ich denke, heute wird uns mehr und mehr bewusst, dass auch das christliche Abendland neu darüber nachdenken muss.“ (1)

Es zwei weitere beachtenswerte, jüdische Statements:

- Oberrabbiner Dr. phil Kurt Wilhelm

Alle Seelen die je und je in einen jüdischen Körper eingehen werden,
so heißt es in einem Midrasch, haben am Sinai gestanden und sind
 dort in den ewigen Verbund zwischen Gott und Israael eingetreten.
Wir Juden sind also vom Sinai her beim Vater...
Wenn ein Jude im Gottesdienst zur aktiven Teilnahme an der
Vorlesung aus der Thora hinzugezogen wird, wenn er, wie der
Ausdruck lautet "aufgerufen“ wird, um über die zur Vorlesung
geöffnete Thorarolle einen Segensspruch zu sprechen, so dankt er
in diesem Segen Gott dafür, dass er "Leben der Ewigkeit in uns gepflanzt hat" , in jedem von uns als Israel: "Wir leben ewig", mit diesem Gesang gingen Juden in die Gaskammern." (2)

 - Volker Doormann

Passah Symbolik

"Das Passah ist das Aramäische pacach (paw-sakh) und bedeutet soviel wie 'hinüber gehen'. Obwohl dieses 'Hinübergehen' in bei den Juden und bei den Christen von größter Bedeutung ist, ist die eigentliche Bedeutung den Jüdischen Gelehrten und Christlichen Theologen kaum mehr bekannt. Dieses liegt zum einen daran, dass es deren immer nur wenige waren, welche die verborgenen Symbole deuten konnten oder wollten, jene, welche sich kundig gemacht haben über den Sinn des Ganzen, aber zum anderen an der Dogmatik der Gelehrten, die äußeren Traditionen als bedeutender zu erhalten, als die originäre Bedeutung selbst und dem Unterdrücken aller Kritik.

Im Ursprung war das 'Hinübergehen' die Bedeutung des Hinübergehens des Menschen aus seinem Fleisch(lichen Körper) hinüber in die körperlose 'Welt', der Heimat der Seele. Dieses Hinübergehen ist im Buche Exodus (Shemoth) der Juden, als der 'Auszug der Seele aus dem fleischlichen Körper' in dieser Welt in das Hinübergehen in die fleischlose Welt der Seele als Parabel niedergeschrieben, aber das Thema kehrt auch in vielen anderen Geschichten der Tora als Parabel auf.

Symbolik ist eine Sprache, welche auch durch die Begriffe in den gesprochen Sprachen ausgedrückt wird. So ist das 'über den Jordan gehen' dieselbe Symbolik wie das Passah. Das Yardana, Jordon, ist im Aramäischen 'der Strom oder Fluss des Lebens'.

Abseits des Streites der Theologen kann man allein in der Aramäischen Sprache Mosaiksteine finden, für ein Bild, das es erlaubt auch das Bewusstsein der Menschen besser nachvollziehen zu können.

So bedeutet im Aramäischen 'Bit Nitupta' das 'Haus der Präexistenz', was unschwer erkennen lässt, dass die Menschen eine Präexistenz argumentierten, wovon die späteren Christen in Nicea nichts wissen wollten und einen Fluch aussprachen gegen jene, welche das weiter argumentierten.
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Der Symbolik bedarf es deshalb im Verstehen des Spirituellen oder Geistigen, weil es dort nichts zu begreifen gibt, das man mit den physischen Sinnen begreifen kann, wie ein Schwert oder ein Brot oder durch datierbare historische Dokumente. Das Historische ist Analyse, aber bringt keine geistige Erkenntnis. Deshalb mussten alle Schreiber, die über das Unbeschreibliche Geistige schrieben, sich der Symbolik bedienen. Alle. Nur jene, die das Historische beschrieben, konnten das mit den Begriffen beschreiben, die in der lokalen (Mutter-)Sprache allen bekannt waren.
So haben denn auch die jüdischen Menschen, die das Epos 'Exodus' ('Shemoth') schrieben, die Parabel als Symbol verwendet, um das Hinübergehen in die fleischlose Welt der Seele (Mensch) aus seinem Fleisch(lichen Körper) hinüber in die körperlose 'Welt', in die Heimat der Seele, zu vermitteln.

Hierbei verwendeten sie für das 'Herabsteigen der Seele' aus der Heimat der Seele in einen fleischlichen (engen) Körper das Symbol 'Mitzrayim', das im Hebräischen  'Enge Orte' oder 'eingeengte Orte', 'Knast', Knechtschaft' oder 'Gefängnis' bedeutet. Das 'herab' ist ein Vektor-Begriff, der sich aus dem 'oben' des (sichtbaren) Himmels ableitet, an dem sich die sieben Lichter (sichtbare Planeten) bewegen, in welchen die Astrologen (Magier) bestimmte spezifische Qualitäten sahen die sie verehrten und in dem sie die Heimat der Seele vermuteten und sich selbst gebunden fühlten an die Erde und ihre Kraft (Schwerkraft) und den fleischlichen Körper.

Mit diesem Eingesperrtsein der Seele in einen fleischlichen Körper als Basis, ist notwendig ein Kampf verbunden, der, um den Körper zu erhalten mit dem Anderen streitet um das Brot, das Gut  oder das Land, denn der Andere muss denselben Streit üben um zu leben. Dieser Streit wird solange erhalten, wie es das fleischliche Leben gibt und die Geschichte ist voll von Kriegen, Machtkämpfen und Unterdrückung.

Die Seele hat immer Heimweh und wenn es den Streit leid ist und die Unlösbarkeit des Konfliktes mit den anderen erkennt, weil das ein offenes System ist, dann kommt das Tun und Streiten  zur Ruhe und es beginnt ein anderer 'Streit' den die Hebräer 'Yisrael' nennen. Yisrael ist der 'Begriff'  'Der, der mit Gott ringt'. Es ist die aus dem fleischlichen Körperbewusstsein erwachte Seele, welche nun darum ringt sich aus der Gefangenschaft des Körpers und der Sklaverei der weltlichen Macht zu befreien. Dieses ist symbolisiert in dem Exodus in epischer Breite und enthält viele weitere Symbole einzig um dieses 'Hinübergehen' zu beschreiben.

Erkennen tun es immer nur wenige.  " (3
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Quellen:
1.) "Der Sündenfall ein sinnvoller Mythos“ Kirchenbote lokal, 2008
2.)  „Jüdischer Glaube“ , 1961, S. 94:
3.) PhilTalk-Philosophieforum unter
http://volker-doormann.org/passah2.htm
 

Samstag, 16. November 2013

An die Adresse der lautstarken und unzeitgemäßen Trinitarier


Wegen des immensen Widerspruches seines Hauptpunktes, kommt man schwerlich umhin sie allesamt Spötter und Kritiker der Vernunft zu nennen, die ausgerechnet die Schwachstellen des Athanasiums zum Kriterium des Christsein erklären und das ungeniert posaunen, als lebten wir noch zu Zeiten, als das Denken von angeblichen Christen verboten wurde.
Schlimmer; als Feinde der biblischen Wahrheit bestätigen Verkünder und Gläubige der bedeutendsten Großkirchen des Westens diesen (Feind-)Status, sobald sie die folgende Formulierung akzeptieren - und das seit 17 Jahrhunderten.

wie uns die christliche Wahrheit zwingt, jede Person einzeln für sich als Gott und als Herrn zu bekennen, so verbietet uns der allgemeine Glaube, von drei Göttern oder Herren zu sprechen.”
Was habt ihr frommen Leute Euch dabei gedacht solcher Torheit nicht nur zuzustimmen, sondern andere Menschen mit Euren Kurzschlüssen zu behelligen?

Weder der katholische, noch der evangelische oder gar der “mormonische” Glaube darf irgendwem drohen, falls dieser sich in irgendeinem Punkt gegen die allgemeine Überheblichkeit, aber eben aus Gründen der Vernunft für die “christliche Wahrheit” entscheidet!
In den USA hetzen die hartgesottenen Trinitarier ganz offen gegen Mormonen, weil die es wagen sich auf die Seite der “christlichen Wahrheit” zu stellen.
Bedenklich macht, dass Besserung nicht in Aussicht steht.
Unverständlich, da niemand leugnen kann, dass der erwähnte Kern des “allgemeinen Glaubens” der gesamten Welt Schaden zugefügt hat.
Die tatsächlich ungeheuren Erschütterungen die durch die angebliche “arianische” (anti-trinitarische) Häresie verursacht sein sollen, gehen unübersehbar zu Lasten der (trinitarischen) Athanasianer. Schaut doch selbst hin, statt den Gauklern zu glauben!

Bild: Deutschland im Mittelalter: Athanasianer sind im Begriff eine Nonne einzumauern, weil sie das Keuschheitsgelübde gebrochen hat