Mittwoch, 25. März 2026

Gerd Skibbe: "Sekten, gestern und heute" Teil 1

 

Sekten, gestern und heute

 

Forschungsresultate

 

Gerd Skibbe

2026


Vorwort

70 Konzilsväter von 2400 votierten, 1965, mit der Schlusssitzung des Vatikanum II gegen die Wiederinkraftsetzung des seit Nicäa 325 ausgesetzten Menschenrechtes auf Religionsfreiheit in ihrem Wirkungsbereich.

Wer waren hier nun die Sektierer, die Abweichler?  

Diese Frage löste unbeabsichtigt der spätere Papst Benedikt XVI. aus. Damals wirkte er als Konzilsberater mit. Sein Statement ist beachtenswert: "Die Erklärung über die Religionsfreiheit des Zweiten Vatikanums bedeutet insofern kirchlicherseits das Ende des Mittelalters, ja das Ende der konstantinischen Ära… Und dass man ab jetzt nie mehr sagen könne, für die katholische Kirche sei die Religionsfreiheit kein Grundrecht, das in der Würde der Person begründet ist.“ Hörmann „Willensfreiheit“

Daraus folgt die Erkenntnis, dass dies das Eingeständnis ist, mit der Einflussnahme Kaiser Konstantins, 325, - sei trotz des Mailänder Reskriptes, 313,  das für Christen der Urkirche unverzichtbare Prinzip Entscheidfungsfreiheit zumindest erheblich beschnitten worden. Und, das Konstantin eine neue Ära eröffnete, nachdem er die Ära des bedrängten, und doch souveränen Urchristentums beendete. Korrekt ist, dass…die Kirche in Nicäa (325) die Wünsche Konstantins befolgte, obwohl sie sie nicht billigte.“  Allen war es bald bewusst „Eben so wenig, wie Konstantin Christus erwähnt, ist die Kirche auf Christus bezogen.“ .“ Heinz Kraft, Habilitationsschrift „Konstantins religiöse Entwicklung“ Uni Greifswald

Man weiß nicht, wer unter den die Konzilsteilnehmern, 325 – allerdings zu spät - erkannte, dass Kaiser Konstantin (280-337) " der Christus sein wollte " Prof. Clauss (bedeutender deutscher Althistoriker, religiös neutral „Kaiser und Gott“ Herrscherkult im römischen Reich

Vor allem, weil er auch der Gott der Christen sein wollte, führte er trickreich, den „christlichen“-Monotheismus als Neuheit in die damit verschandelte Urkirche ein. Adolf von Harnack bestätigte: „Es war eine „große Neuerung, die Erhebung zweier unbiblischer Ausdrücke (Vater, Sohn und Heiliger Geist sind „unius substantiae“ G.Sk.) zu Stichworten des Katholischen Glaubens. Sie sicherte die Eigenart dieses Glaubens... Im Grunde war nicht nur Arius abgewiesen, sondern auch Origenes...

fortan musste die Kirche die Last einer ihr   f  r e m d e n  Glaubensformel tragen“  „Lehrbuch der Dogmengeschichte“

Konstantin (ca. 280-337) erfand zu seinen Zwecken den Begriff „consubstantialis“.

Prof Hans Küng sagte es: „Konstantin fügte das nachher so sehr umstrittene unbiblische Wort wesensgleich griech. Homousios lat. „consubstantialis“ ein. Die Unterordnung des Sohnes unter den einen Gott und Vater (der Gott), wie von Origenes und den Theologen der Vorzeit allgemein gelehrt, wird jetzt ersetzt durch eine wesenhafte, substantielle Gleichheit des Sohnes mit dem Vater“ „Kleine Geschichte der katholischen Kirche

So kam der trinitarische Gott aus dem scheinbaren Nichts hervor. Gutes hat er der Welt nicht beschert, das ist allen Alt-Historikern bewusst. Unendlich lang sind die Klagelieder derer die in sogenannte Sekten hinein geboren oder wegen der Sünden der trinitarischen Kirche hineingetrieben wurden. Eifersüchtig ließ der „Dreifaltige“ nichts zu, was ihm nicht gefiel. Das bekamen zuerst die Arianer zu spüren, dann die Novatianer, die Paulikianer, die Bogumilen, Katharer, Waldenser, Vaudoise, die Hussiten.

Isaac Newton, der weltberühmte Physiker schrieb mehr zum Thema kirchliche Dogmen als über die Gesetze des Weltalls. Er las griechisch ebenso wie den Originaltext der Vulgata. Kenntnisreich bezeichnete Newton Konstantins politischen Schachzug als Abfall vom wahren Glauben. Er erkannte, dass die, durch das Nicänum erfolgte „wesenhafte, substantielle Gleichheit (Gleichsetzung) des Sohnes mit dem Vater“ zur Entwicklung von Unvorstellbarkeiten führte. „Der Abfall vom Glauben sollte damit beginnen, die Wahrheit über die Beziehung des Sohnes zum Vater zu verzerren, indem er sie gleichsetzt.“ Untitled Treatise on Revelation (section 1.4), Yahuda Ms. 1

Wie weit Konstantin, Ambrosius von Mailand sowie Kaiser Justinian die Kirche vom Original entfernten, und sie damit zur Sekte degradierten, wird im Folgenden offensichtlich.

Und noch etwas von Belang. Der berühmte Dominikaner Meister Eckhart (1260-1328) sagte: Der „Seelengrund“ jedes Menschen wurde nicht erschaffen, er ist göttlich.“ Weiter führte er aus:  Es ist etwas in der Seele, das unerschaffen und unerschaffbar ist; wenn die ganze Seele solcherart wäre, so wäre sie unerschaffen und unerschaffbar, - und dies ist die Vernunft.“ Zitiert in „Primus articulus“ Artikel 27 von 28 der Bulle Johannes XXII. 1329

Irgendwann, nach einigen Gerichtsverfahren wurde Eckhart, nach seinem Tod, zum Häretiker erklärt.

War es nun sektiererisch oder nicht?

 


Fragment von Ausführungen Meister Eckharts über den Seelengrund (Predigt 5 zeitgenössischen b) in einer Handschrift; Göttingen, Georg-August-Universität,

 

Joseph Smith (1805-1844) – erster Prophet der Kirche Jesu Christi de Heiligen der Letzten Tage – gilt in der Welt der christlichen Ökumene ebenfalls als Sektierer. Er behauptete inspiriert zu sein, und lehrte: seit Urzeiten wurde dem Volk Israel verkündet: Gott „formte“ die „Intelligenzen“, einen Anfang hatten sie nicht, wörtlich:

 „wenn es zwei Geister gibt, und der eine ist intelligenter als der andere, so haben diese zwei Geister doch, obwohl der eine intelligenter ist als der andere, keinen Anfang… Nun hatte der Herr mir, Abraham, die Intelligenzen gezeigt, die geformt wurden,“ Kanon der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage „Köstliche Perle Abraham 3:18 u 22

Joseph Smith wiederholte: „Der Mensch war auch im Anfang bei Gott. Intelligenz oder das Licht der Wahrheit wurde nicht erschaffen oder gemacht und kann es auch gar nicht… “ … „der Mensch ist Geist“! Kanon der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage „Lehre und Bündnisse“ Abschn. 93: 29 u 3 "

Wir sind nicht nur von dieser Welt. In uns Heutemenschen lebt ein Göttliches, das nie vergeht.

Thomas von Aquin (1226-1274) ebenfalls einflussreicher Dominikaner und bedeutender katholischer Philosoph sagte gewollt oder nicht origenistisch- mormonisch: „Der Mensch ist Geist, bekleidet mit einem Körper.“ Leon James „Theistic Psychology 2004, vol. 1

Lebenslänglich glaubte ich was Goethe gegen Ende seines irdischen Daseins bekannte: „…Diese plumpe Welt aus einfachen Elementen zusammenzusetzen und sie jahraus jahrein in den Strahlen der Sonne rollen zu lassen, hätte Gott sicher wenig Spaß gemacht, wenn er nicht den Plan gehabt hätte, sich auf dieser materiellen Unterlage eine Pflanzschule für eine Welt von Geistern zu gründen. So ist er nun fortwährend in höheren Naturen wirksam, um die geringeren heranzuziehen.“ 11. März 1832 Gespräch mit Eckermann 

 

Melbourne 24. März 2026

 

 

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