Freitag, 13. März 2026

Dummes Zeug

 Soeben schrieb ich an die Verantwortlichen eines "Kleinen Lexikons"

Barbara irrte sich
Gerd Skibbe <gerd.skibbe@gmail.com>
an christoph
Mein Name ist Gerd Skibbe, fast 96, seit 1946 ununterbrochen aktives Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Ich bitte darum, diese beiden, in eurem kleinen Lexikon "religionen-entdecken-.de, erscheinenden Sätze, - aus Gründen der Wahrhaftigkeit - noch einmal zu überdenken:
„Gott ist für sie (die Mormonen) ein menschliches Wesen, das zusammen mit seinem Sohn Jesus Christus an einem bestimmten Ort lebt. Zusammen mit dem Heiligen Geist und seinem Sohn regiert Gott ihrem Glauben nach die Welt.“
Offiziell heißt es unsererseits: Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (LDS/HLT) glaubt an eine Gottheit aus drei getrennten Wesen: Gottvater, Jesus Christus und den Heiligen Geist. Sie lehren, dass der Vater und der Sohn physische Körper aus Fleisch und Gebein haben, während der Heilige Geist ein Geistwesen ist. Ihr Fokus liegt auf dem Erlösungsplan durch Jesus Christus.
Allerdings lehrt meine Kirche, dass alle Menschen „vergottet“ werden können. Sowohl evangelischerseits, als aus autorisiertem katholischen Mund heißt es zustimmend: „Der Gedanke der Vergottung ist der letzte und oberste gewesen; nach Theophilius, Irenaeus, Hippolit und Origenes findet er sich bei allen Vätern der alten Kirche, bei Athanasius, bei den Kappadoziern, Appolinares, Ephraim Syrus, Epiphanius u.a.“ Adolf von Harnack „Lehrbuch der Dogmengeschichte“ Mohr-Siebeck, 1990 S. 46
Papst Benedikt XVI. erhärtet in seiner Generalaudienz vom 20. Juni 2007 das typisch ‚Mormonische’, wenn auch ungewollt, in seiner Rede über Athanasius: „...Neben verschiedenen Briefen und einer Biographie über den Mönchsvater Antonius... kennen wir vor allem das Werk „Über die Menschwerdung des Wortes“, das den Kern seiner Inkarnationslehre beschreibt: Christus, das Göttliche Wort, „wurde Mensch, damit wir vergöttlicht würden...“
PS. Zu ihrem persönlichen Verständnis:
- Wir Menschen regieren diese Welt, indem wir eigenmächtig oft genug Christi Gebote missachten.
- Wir stimmen grundsätzlich mit Karl Barth, dem berühmten Schweizer Theologen überein: Macht an sich ist böse. Der 'Allmächtige', das ist das Chaos, das Übel, das ist der Teufel ... Dieser Rauschgedanke der Macht, das ist das Chaos, das Tohuwabohu, das Gott ... nicht gewollt hat, als er den Himmel und die Erde schuf." „Dogmatik im Grundriss“
- Gott gewährte allen das Individualrecht – den freien Willen – wenn wir gegen Gottes Willen verstoßen, wird Er uns nicht belohnen.
- Der sogenannte Mormonismus lehrt: „Die Menschen sollen sich voll Eifer einer guten Sache widmen und vieles aus freien Stücken tun und viel Rechtschaffenheit bewirken; denn es ist in ihrer Macht, selbständig zu handeln und, wenn die Menschen Gutes tun, werden sie ihres Lohnes keineswegs verlustig gehen...“ Joseph Smith Lehre und Bündnisse Abschn. 58: 27-28
- Dass die evangelische Kirche das anders sieht, ist nicht unser Problem: „Gottes Allmacht und sein Vorherwissen schließen menschliche Willensfreiheit aus.“ Online Dogmatik evangelischer Glaube
- Die Christen der ersten Jahrhunderte dagegen betonten wie wichtig ihnen die eigene Willensfreiheit ist. Vornizänisch wurde das Evangelium Christi als willensstärkend verstanden, als „Eine neue, alle völkischen Unterschiede hinter sich lassende Lebensordnung ... Alle Menschen von sittlichem Willen (sollten) sich ihr freudig unterstellen... (Erst) diese Auffassung vom Ziel der sittlichen Willensfreiheit (könne) die Loslösung des Menschen vom Zwang irdischer Bindungen (zustande bringen).“ Dialog des Bardesanes bei Hans Lietzmann „Geschichte der alten Kirche"
Ich wünsche ihnen alles Gute.
Gerd Skibbe

Hier füge ich hinzu, dass katholische Quellen und wir Mitglieder der Kirche Jesu Christi übereingehen:



Meister Eckhart (1260-1328) betonte längst das Prinzip: 
„Gott hat die Seele auf Freiheit und Eigenständigkeit ausgerichtet.“ 

Thomas von Aquin (1225-1274) wusste es: 

Der Wille gibt dem Menschen die Freiheit, sich zwischen Gut und Böse zu entscheiden. Gott gewährt uns die Freiheit, falsch zu handeln, aber er hat uns auch den Sinn für das Rechte und das Falsche eingegeben.“ Horst Poller „Die Philosophen und ihre Kerngedanken“


Nach Auffassung des 2. Vatikanischen Konzils liegt das wahre Wesen des Menschen in seiner Innerlichkeit, seinem Herzen, „wo er selbst unter den Augen Gottes über sein eigenes Geschick entscheidet“ Karl Hörmann „Willensfreiheit“ 

Meilenweit ist der internationale Protestantismus davon fern.




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