Mein neues Buch: auf Basis von mehreren hundert wissenschaftlich belegten Quellen
Die unselige, nachnicänische Kirche
Mutter der Sekten
Gerd Skibbe
2026
Teil 6
Die
Reste des Urchristentums müssen verteidigt werden
Es kam im Verlaufe des ersten Jahrtausends vom
Schlimmen zum Schlimmsten: „(Papst)
Formosus (891-896) krönte den Herzog von Spoleto, Guido, zum Kaiser. 893 wurde
Formosus gezwungen, auch Arnulf zum Kaiser zu krönen. Von da an herrschte in
Rom ständiger Bürgerkrieg… Es waren nur mehr Raufhändel der römischen Familien,
die die Mitglieder ihrer Familien zu Päpsten zu machen und die von anderen
Familien aufgestellten Päpste zu stürzen suchten…“ “Geschichte der katholischen Kirche bis 1740”
Inquisitoren begannen im zweiten Jahrtausend, vermehrt Angst und
Schrecken zu verbreiteten. Es kam ein Ungeheuer zu Tage das geldgierig und
unfromm war.
Irgendwann machten Ablasshändler Geld
aus wertlosem Papier.
Nun blies der bis dahin „verlorene Haufen“ mittels
Kreuzzugsparolen und anderen Zügen des Verderbens den erkalteten Korpus wieder
auf.
Papst Leo X. hatte 1515 einen besonderen
Ablass ausgeschrieben, um seine Schulden beim Bankhaus der Fugger zu
begleichen. Denn er liebte die große Kunst: „von
Raffael ließ er sich die Wände seines Badezimmers mit der Göttin Venus und
ihrem Sohn, dem Liebesgott Cupido, bemalen und… laut seinen Zeitgenossen ...
sei ein Teil des eingenommenen Geldes für die Aussteuer seiner
Nichte
Maddalena Cibò bestimmt gewesen...“
Maike Vogt- Lüerssen „Begegnungen mit
Zeitgenossen der Renaissance“ Erst Luther
schlug wirkungsvoll dazwischen, das ist größtes Verdienst. „Kurienkardinal Walter Kasper stellte fest, dass Luther… die Kirche vor
dem inneren Verfall bewahrte, indem er das Wort Gottes wieder in das
Zentrum
rückte“ Welt 25.01.2011
Luther bewahrte die Krümelchen oder
was da an urchristlich-Kirchlichem noch vorhanden war, nicht vor „dem inneren
Verfall“ sondern vor dem Tod und Begraben werden. Allerdings gab es am
Rande der Ereignisse noch lange nach Nicäa christliche Gemeinden die sich
einigermaßen vor dem zerstörerischen
Ungeheuer schützen konnten, indem sie in
schwer zugängliche Gebirgstäler Italiens, Südfrankreichs usw. flüchteten. Den
Blick der heutigen Redlichen auf die ungeschönte Geschichte zu richten wäre auf
jeden Fall gut. Warum versuchen gewisse
Heute-Christen, immer noch den Eindruck zu erwecken, in Nicäa wäre es, mit
Unterstützung des Kaisers gelungen eine ewiggültige Wahrheit zum Grund-Gesetz
des Glaubens zu erheben? Nämlich, „da ist nur ein Gott, der Dreifaltige. Zu bitter, zu lieblos waren die
Taten der bedeutendsten Trinitarier, als dass man sie nicht als solche benennen
sollte.
Unser lieber Bruder Martin Luther fiel jedoch,
immer mit Eifer der Gefechte mit Rom,
mehrfach von einem Extrem ins andere – auch weil sein Menschenbild nicht
stimmte – er glaubte ebenso trinitarisch, und durchaus auch an die
Unsterblichkeit der menschlichen Seele, aber sobald der Mensch stirbt „schläft er in der Hand Gottes“. Auch
vom vorirdischen Dasein des Menschen ist seinerseits keine Rede, auch nicht
mehr im weltweiten Katholizismus, weil die höheren Exegeten bis heute, vor
Justinians Ostsynode von 543 respektvoll den Hut ziehen und die Knie beugen.
Origenes und Joseph Smith gehen
dagegen positiv im Sinne der bestätigten
Apostelehren überein: Ja, es gab ein
vorirdisches unlöschbares Dasein. Die Seele (der Geist) verliert im Tod nicht
das Bewusstsein. Im Gegenteil
Sobald Menschen positiv erwägen, ob
sie möglicherweise ewige Geschöpfe sind, die aus guten Gründen in einen
sterblichen Körper geboren wurden, ergibt sich eine völlig neue Sichtweise, und
das nicht nur soweit es die ferne Vergangenheit betrifft, sondern auch die
Zukunft. Frage selbst den frömmsten Geistlichen nicht, wie man sich Himmel
vorstellen könne.
Albert Mössmer sagt, 1990, zusammenfassend in
seinem Buch „Die Mormonen“:
„Die
Mormonen vermitteln anschaulich, zu welchem Zweck wir auf der Welt sind, woher
wir kommen, wohin wir gehen. Was hier angeboten wird, sind nicht die abstrakten
Erklärungsversuche der großen Volkskirchen. Das Paradies ist bei den Mormonen
nicht ein ungewisses Sich-in-der-Gegenwart-Gottes-Befinden, sondern es
bedeutet, dass man seine Freunde und Verwandten wiedertrifft und das Leben wie
auf der Erde fortsetzt, nur ohne die irdischen Probleme…“
War
Origenes Neuplatoniker oder Urchrist?
Eine der möglichen Antworten lautet: „Origenes nutzte die Konzepte des (Mittel-)Platonismus als intellektuelles Werkzeug, um den christlichen Glauben zu systematisieren.” T. Haintaler Philosophisch-Theologische Hochschule St. Georgen, Frankfurt am Main Dass Origenes Platons Seelenlehre übernahm - wie nicht selten angenommen - und als Fremdkörper ins Christentum einfügte, ist nicht haltbar. Ebensowenig gilt , dass der Mensch unbeseelt ist
Quintessenz: Der Mensch, wenn er stirbt, sei „ganz und gar tot“. Woher wissen die Verfasser das? Damit
entseelten sie ihre Kirche.
Für die Ganz-tot-Idee spricht nicht der
geringste Beweis. Millionen wissen
etwas. Der wahre Hintergrund all dessen besteht darin, dass wir „aus den Gefilden hoher Ahnen stammen“. Faust
Felix Gietenbruch lic. theol. VDM
liest seinen „ungläubigen“ Kollegen erneut die Leviten: „Im Protestantismus hat sich die kümmerlichste aller Jenseitsvorstellungen
durchgesetzt, nämlich, dass der Mensch, wenn er stirbt, mausetot ist und dann
vielleicht nach einem Zeitraum von unbestimmter Länge am Jüngsten Tag, an den
auch niemand mehr glaubt, wieder durch einen Akt der Neuschöpfung auferweckt
wird, um dann gerichtet zu werden. Das ist alles so absurd wie nur möglich und
verkennt schon die Tatsache, dass zum persönlichen Leben die Kontinuität der
Persönlichkeit und die lebendige Entwicklung gehört. ... Die
Kirche ist offenbar weitgehend den Angriffen der zweiten Aufklärung erlegen.
Sie hält immer noch die materialistische und positivistische Wissenschaft des
19. Jahrhunderts für den höchsten Stand der Wissenschaftlichkeit ... Die
deutschen Kirchen sind über den Vorwurf, eine opiatische Jenseitsreligion zu
sein, so erschrocken, dass sie in das Gegenteil verfallen sind.“ Studien zur systematischen Theologie und Ethik „Höllenfahrt Christi
„
zeitgenössischen b) in einer Handschrift; Göttingen,
Wie erwähnt, gibt es Belege in Fülle dafür, dass Präexistenz gut urjüdisch und urchristlich gelehrt wurde.
Bei Johannes Calvin und Luther ist der Mensch vor Gott jeweils eine Null. Aber, „Wir sind wer!“, nämlich Gottes buchstäbliche Kinder - denen die Demut gut ansteht. Der berühmte Dominikaner Meister Eckhart (1260-1328) sagte: „Der „Seelengrund“ jedes Menschen wurde nicht erschaffen, er ist göttlich.“ Wiederholt führte er aus: Es ist etwas in der Seele, das unerschaffen und unerschaffbar ist;.“ Zitiert in „Primus articulus“ Artikel 27 von 28 der Bulle Johannes XXII. 1329 Das ist „Mormonismus“ pur. Joseph Smith (1805-1844) – erster Prophet der Kirche Jesu Christi de Heiligen der Letzten Tage – gilt in der Welt der christlichen Ökumene noch als Sektierer. Er behauptet inspiriert zu sein, und lehrte zu allgemeinem Erstaunen sinn- und wortgemäß wie Meister Eckhart: Seit Urzeiten wurde dem Volk Israel verkündet: Gott „formte“ die „Intelligenzen“, einen Anfang hatten sie nicht, wörtlich: „wenn es zwei Geister gibt, und der eine ist intelligenter als der andere, so haben diese zwei Geister doch, obwohl der eine intelligenter ist als der andere, keinen Anfang… Nun hatte der Herr mir, Abraham, die Intelligenzen gezeigt, die geformt wurden,“ Kanon der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage „Köstliche Perle Abraham 3:18
Joseph Smith wiederholte: … „der Mensch ist Geist“! „Der Mensch war auch im Anfang bei Gott. Intelligenz oder das Licht der Wahrheit wurde nicht erschaffen oder gemacht und kann es auch gar nicht…“ „Lehre und Bündnisse“ Abschn. 93: 29 u 30
Solche übereinstimmenden Details erfindet man nicht! Joseph konnte das nicht wissen Der Psychoanalytiker Carl, C. Jung sagte Ähnliches: „die Seele besitze die Würde eines Wesens, das einer Beziehung zur Gottheit fähig und bewusst sei.“ „C.
Jung und seine Psychologie der Seele“ Mehr als eintausend Worte benötigt „online-Dogmatik evangelischer Glaube“, um unglaubwürdig zu sagen, was unter „Seele“ zu verstehen sei: Es gibt keine „unsterbliche“ Seele! Daraus folgt, es gab für uns keine Präexistenz.
Raffael brachte seine Vision kunstvoll um 1515 zu uns.
Die weißen Köpfe hinter dem Vorhang,
der die Jenseitige Welt üblicherweise verdeckt, sind unsere. Aus der Ewigkeit
schauten wir auf ein Großereignis. Jehova, den Maria ins Diesseits
trägt, wird das
„Lamm Gottes“ sein. Der Macher des Weltalles, der Schöpfer des Gesetzespaketes
- reine Mathematik – der nicht nur das All regiert, erscheint als Kind. Hilflos
fällt er nun in die Gegenwelt der Wölfe, um zu zeigen, dass Liebe stärker ist als
Gewalt. Aus allen Zwängen wird er uns erlösen, vorausgesetzt wir verweigern uns
nicht.
Origenes und Mormonismus gehen Hand in Hand in
den Fragen: Woher kommen wir? Warum sind
wir hier?
Origenes (185-254) Hauptlehren lassen sich auf
vielleicht 10 Glaubenselemente zurückführen hier die drei bedeutendsten:
Origenes:
„… Der Sohn ist dem Vater nachgeordnet, er ist dem Vater nur ähnlich, er ist eine andere Person.“ „Die
Religion in Geschichte und Gegenwart“
Handwörterbuch für Theologie und
Religionswissenschaft 3. völlig neu bearbeitete Auflage Vierter Band
Joseph
Smith:
„…als das Licht auf mir ruhte, sah ich zwei Personen von
unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit über mir in der Luft stehen. Eine von
ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, dabei auf die andere
deutend: Dies ist mein geliebter Sohn. Ihn höre!“ Joseph Smith Lebensgeschichte 17
Origenes
behauptete Präexistenz. Die Geister
aller Menschen – die zur Familie Adams
gehören – sind buchstäbliche Nachkommen Gottes. Sie kehren zurück wo sie
herkamen.
Joseph
Smith:
Buch Mormon: Was
nun den Zustand der Seele zwischen dem Tod und der Auferstehung betrifft – siehe,
mir ist von einem Engel kundgetan worden, dass der Geist eines jeden Menschen,
sobald er aus diesem sterblichen Leib geschieden ist, ja, der Geist eines jeden
Menschen, sei er gut oder böse, zu dem Gott heimgeführt wird, der ihm das Leben gegeben hat. Und dann wird es sich begeben: Der Geist derjenigen, die rechtschaffen sind,
wird in einen Zustand des Glücklichseins aufgenommen, den man Paradies nennt, einen Zustand der Ruhe, einen Zustand des Friedens, wo er von all seinen Beunruhigungen und von
allem Kummer und aller Sorge ausruhen wird.“ Buch
Mormon Alma 40: 11-12
Origenes:
Gottes Pädagogik und der freie Wille der
Logika, ist es den Gott nur durch Erziehung fördern und nicht durch Zwang vergewaltigen darf. ... „Die
Religion in Geschichte und Gegenwart“ Handwörterbuch für Theologie und
Religionswissenschaft 3. völlig neu bearbeitete Auflage
Joseph Smith:
„Darum, weil
jener Satan sich gegen mich auflehnte und danach trachtete, die Entscheidungsfreiheit des Menschen
zu vernichten, die ich, Gott, der Herr, ihm gegeben hatte, und weil
ich ihm auch meine eigene Macht geben sollte, ließ ich ihn durch die
Macht meines Einziggezeugten hinabwerfen;…“
Köstliche Perle Mose 4: 3
Es war unser Wille in eine Welt der Gegensätze
zu fallen, um Erfahrungen zu sammeln. Hölle ist eine zeitlich begrenzte
Gewissensqual von beiden bekräftigt, ebenso die Mitwirkung an der
Erlösung.
Die damaligen Katholiken hegten auf Basis
zahlloser Predigten sonderbarste Vorstellungen.
Die Bogumilen und Katharer glaubten hingegen:
„Der Versucher (der Teufel) erschien der Eva im Paradies als… schöne(r)
Jüngling…“ Johann
Joseph Ignaz von Döllinger
„Sektengeschichte des Mittelalters“, 1890
„Da
ist eine Passage aus der Vita des
Franz von Assissi, überliefert von Kirchenlehrer und
Ordensgeneral Bonaventura (1221-1274): Es wird “von einer Vision erzählt, in welcher der himmlische Thron Luzifers, dem Thron Gottes am nächsten, leer
stand um von Franziskus eingenommen zu werden.” Henry,
Ch. Lea "Geschichte der Inquisition im Mittelalter" Bd 1
Für die Mitglieder der
Untergrundkirchen der nachnicänischen Jahrhunderte wie den Katharern,
Waldensern, Vaudois ua. galt das Trachten nach Macht als ungut. Und, Gott hat das Böse ebenso wenig
erschaffen, wie den Teufel als Archetypus. Beide sind das Resultat
intellektueller Fehlentscheidung, der bewussten Auflehnung präexistenter
Intelligenzen gegen Gott.
Es erhob sich die Frage für Gott
Elohim, wie er seine Geschöpfe, seine vorirdischen Kinder, möglichst
unbeschadet wieder zurückbringt, aus der Welt scharfer Gegensätze und der
Versuchungen. Zum Schriftenkanon der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten
Tage gehören neben dem Buch Mormon, das Offenbarungsbuch Lehre und Bündnisse“
sowie das Buch Köstliche Perle. Dort heißt es: Immer ist Gewaltanwendung
„teuflisch“ BM insbesondere Alma Kap. 43-46, LuB
121 : 37 KP. Mose 4: 1-4 im Internet abrufbar
Hölle ist bei Origenes und den
„Mormonen“ eine zeitlich begrenzte Gewissensqual. „Die Bibel (lässt es) aus
pädagogischen Gründen als ewige Verdammung erscheinen, tatsächlich (aber)
besteht es in einer zeitlich begrenzten qualvollen Gewissenspein.“ Origenes „Die Religion in Geschichte und Gegenwart“
Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft 3. Völlig neu
bearbeitete Auflage Vierter Band
Joseph Smith erläutert: „Die sektiererische Welt hat die „Hölle“ als einen von Feuer und
Schwefel brennenden Pfuhl dargestellt. Was aber ist die Hölle in Wirklichkeit?
Das Wort ist eine neuzeitliche Bezeichnung, und stammt vom Begriff Hades
(griechisch) oder „Shoel“ (hebräisch). Beide Ausdrücke haben den Sinn „einer
Welt der Geister“. Hades, Shoel, Paradies, Geister im Gefängnis – unter allem
ist dasselbe zu verstehen: die Welt der Geister.“ „Lehren des Propheten Joseph Smith“ erste
deutsche Nachkriegsausgabe, 1946
Der Mormonenprophet lehrte wie
Origenes und Christus: „Amen, ich sage
dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.“
Bergpredigt Das Augsburger
Bekenntnis gehört wie die alte katholische Höllenlehre zum Schrecklichsten
unter allen Elementen in der Dogmengeschichte „Auch wird gelehrt, dass unser Herr Jesus Christus am Jüngsten Tag
kommen wird, um zu richten und alle Toten aufzuerwecken, den Gläubigen und
Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude zu geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und zur
ewigen Strafe verdammen wird. Deshalb werden die verworfen, die lehren, dass
die Teufel und die verdammten Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden.“ XVII. Artikel des Augsburgischen Bekenntnisses
Was ist das für ein Höchstwesen, dass
es keinen Weg vorbereitet, der auch für den Schlimmsten irgendwann begehbar wäre, und sei er noch so eng und steil. Kein
Vater, dies- oder jenseits, könnte jemals glücklich sein, wenn er auch nur eins
seiner Kinder lange leiden sehen müsste.
Auch wer je selbstverschuldete
Schmerzen eines unerträglichen Grades erlitt hoffte bis zur Minute des Todes
auf Linderung. Aber ewige, nie endende Qualen verhängen, das würden nur ein
Unhold wagen. Da war nach dem
Konstantinischen Abfall noch lange Zeit der böse Wurm im Kirchen-Gebälk: "Selbst die finstersten Moralisten
hielten es für ihre Christenpflicht, Vergnügen zu finden an dem Anblick der
Angst der Sünder ... das Mitleid mit den Qualen des Ketzers sei nicht nur eine
Schwäche, sondern eine Sünde. Ebenso gut könnte einer Mitgefühl haben mit Satan
und seinen Teufeln, die sich in endlosen
Höllenqualen krümmten... Diese Gedanken teilte das ganze Volk (G.S. weil es stets diese tendenziösen
Predigten hörte, die es gefügig machen sollten). Petrus Lombardus (scholastischer
Theologe, Leiter der Kathredalschule von Notre Dame in Paris und dann Bischof
von Pa) der große Magister sententiarum
dessen Buch um die Mitte des 12. Jahrhunderts die maßgebende Autorität in den
Schulen war, führt den heiligen Gregor billigend an und verweilt lang und breit
bei der Genugtuung, welche die
Gerechten empfinden werden über das unaussprechliche Elend der Verdammten. Das
mystische Zartgefühl hinderte sogar Bonaventura nicht (den berühmten
General der Franziskaner und Kardinal),
dasselbe schreckliche Frohlocken zu
wiederholen." Henry, Charles
Lea…
Augustinus von Hippo (354-430), ambrosianisch geschult wagte es die Wahrheit
von der Christenpflicht zum Erbarmen auf den Kopf zu stellen: „(Es) schmoren all jene in der Hölle welche das Sakrament der Taufe nicht
erhalten haben und deshalb von der Erbsünde ...befleckt sind – also auch
ungetauft verstorbene Kleinkinder und
v
o r c h r i s t l i c h e Gerechte ...“ Didaktische
Materialien „Dialog mit dem Jenseits“, Museum für Kommunikation 2008
Lieber Augustinus; Kinder die auf dem
Weg zur Taufe in den Armen der Mutter starben, sollten ewig! schmoren? Gerechte
ebenfalls? Das Buch Mormon Moroni 8:22 sagt das einzig Denkbare: „Kleine
Kinder und Menschen, die ohne Gesetz sterben,“ sind „in Christus lebendig“, da das Sühnopfer
Jesu Christi sie erlöst.“ Selbst
der zu Recht hochgeschätzte Martin Luther war nicht gefeit vor Fehlurteilen mit
Gewaltandrohungen, wenn er etwa, folgenschwer, sich, als Großautorität
hinreißen ließ zu sagte: „Juden sind
rituelle Mörder, Wucherer. Sie sind schlimmer als der Teufel. Sie sind zur
Hölle verdammt. Ihre Synagogen sollen zerstört und ihre Bücher verboten werden,
sie sollen von den Fürsten aus ihren Gebieten verjagt werden.“ Martin
Luther 1542 Von den Juden und ihren
Lügen“
Pelagius (354-418) Zeitgenosse des
Augustinus, britischer Theologe schüttelt verdutzt den Kopf, wenn Augustinus
sagt: „Kinder gehören dem
Teufel“ Friedrich Böhringer „Die Kirche
Christi und ihre Zeugen“
Scheinbar hat Augustinus, Freund des Ambrosius
von Mailand, zu viel Wein aus dessen Becher getrunken.
Noch galt Origenes von Alexandria
(185-254) zu Cyrills (375-444) Zeiten als der Stadt größter Lehrer
Unter denen die überzeugte Christen waren oder
sein sollten gab es zahllose Gegensatzpaare die sich in ihrer jeweiligen Epoche
in Alexandria gegenüberstanden, Origenes und Celsus, im dritten Jahrhundert
Arius und Athanasius im vierten, sowie im fünften Cyrill und Nestorius.
Allesamt bunt schillernde Figuren. Origenes nobles Wesen passte gut zu dem des
Arius und des Nestorius. So gehen Athanasius und Cyrill überein. Beide brutal.
"Kaum
ein anderer hat die Grundentscheidungen der frühen Konzile so geprägt wie
Cyrill." Ökumenisches Heiligenlexikon
Cyrill (der Herrliche) wurde 1882 von
Papst Leo XIII. zum Kirchenlehrer ernannt, in der orthodoxen Kirche zählt er zu
den Kirchenvätern. Papst Benedikt XVI. lobte ihn 2007: „In Fortsetzung unseres Weges, der den Spuren der Kirchenväter folgt,
begegnen wir auch heute einer großen Gestalt: dem heiligen Cyrill von
Alexandrien. Cyrill,
der mit der christologischen Kontroverse, die zum Konzil von Ephesus des Jahres
431 führte, in Zusammenhang stand, war der letzte bedeutende Vertreter der
alexandrinischen Tradition und wurde später im griechischen Osten als »Hüter
der Genauigkeit«-was als Hüter des
wahren Glaubens zu verstehen ist und sogar als »Siegel der Väter«
bezeichnet.… Dieser bedeutende afrikanische Bischof verfügte über eine solide
theologische Bildung, zu der sich ein hohes Maß an politischem Gespür und ein
entschlossener Charakter gesellten…"
Generalaudienz 3. Okt 2007
War Cyrill ein Hüter des wahren Glaubens, oder
hat er lediglich zwei oder drei fragwürdige Siege erlistet, die der römischen
Theologie scheinbar guttaten, nämlich einer fragwürdigen Ausweitung der
Marienverehrung?
Juden sagen, Cyrill von Alexandria gehöre zu
den Engeln des Verderbens. Tatsächlich versetzte er tausende unschuldige
jüdische Mütter in Angst und Schrecken, noch bevor er sie in die
Heimatlosigkeit trieb. Orestes, der Gouverneur des römischen Imperiums der
staatlichen Diözese Ägypten, ahnte was auf die Israeliten zukam, denn er kannte
den Ober-Bischof Cyrill, der, heute würde man sagen ein christlicher
"Hardliner" war. Orestes galt Cyrill an staatlicher Autorität weit
überlegen, aber seitdem der vor erst 20 Jahren verstorbene Bischof und
Kaiserberater Ambrosius von Mailand römische Kaiser wie Schulbuben behandelte,
stand die Welt ohnehin auf dem Kopf. Das kraftvoll raue, geistige Klima der
Machtgier war sozusagen von Italien herübergeschwappt nach Ägypten. Gewisse
Kirchenautoritäten hielten sich fortan für mächtiger, als sie ihrem Amt nach waren.
Es war und ist ein kurioses Element. Da wurden
die tollsten Sprünge vollzogen. Heftige Athanasianer wurde von einem Tag zum
anderen überzeugte Arianer und umgekehrt.
Bischof Cyrill neidete einer damals
60-jährigen, paganen Philosophin namens Hypatia die Popularität die sie genoss.
Sie lehrte öffentlich auf Plätzen Alexandrias Mathematik und Philosophie und, sie
beriet den Präfekten Orestes, der zwar getaufter Christ war, aber sich häufig
über Cyrill ärgerte. Cyrills Leibwache, mehrere hundert Mann stark operierte
wie ein Militärkommando. Jede Art Miliz unterstand in der Umgebung ihm. Orest
tadelte Cyrills Hetzreden gegen Juden, und Cyrill vermutete, dass Hypatia gegen
ihn stachelte. „Es (fiel) dem Cyrill
nicht schwer, (Hypatia) dem Pöbel als Hexe zu denunzieren.
Unter Führung eines Klerikers, des Vorlesers Petrus, lauerte m a n ihr auf. Als
sie einmal (im März 415) durch die Straßen fuhr, wurde sie aus dem
Wagen gerissen und vor die Tür einer Kirche geschleppt. Dort zerrte man ihr die
Kleider vom Leibe, ermordete sie qualvoll mit spitzen Scherben
und riss ihre Glieder auseinander, um sie auf den Scheiterhaufen zu
werfen.“ Seeck „Geschichte des Untergangs der antiken
Welt Hatte Athanasius
An anderer Stelle heißt es „... die Mönche … hätten sie wie ein Opferlamindie Kirche (geschleppt). Hier ermordete man Hypatia ...“ Arnulf Zitelmann „Hypatia” Taschenbuch – Beltz
Wikipedia:
Hypatia vor ihrer Ermordung in der Kirche. Gemälde von
Charles William Mitchell, 1885, Laing Art Gallery
„Kirchengeschichtsschreiber
Sokrates Scholasticus rühmte sie als schöne, weise und tugendhafte Frau.“ Ökumenisches
Heiligenlexikon
Cyrill
betrachtete die Ereignisse lediglich aus der Sicht eines kaltschnäuzigen
Machtmenschen. „Alle christlichen Quellen
geben dem Cyrill die Schuld oder Mitschuld, … Der wahre Grund der Ermordung war
möglicherweise, dass Hypatia nicht nur mit dem praefectus augustalis Orestes zusammenarbeitete, sondern eine einflussreiche
Frau innerhalb der Opposition gegen Cyrill insgesamt war.“ Karl
L. Noethlichs: Johann Hahn „Gewalt und religiöser Konflikt“
Auch andere Opfer klagten, Cyrill von
Alexandria gehöre zu den Priesterm des Verderbens. Zwischen den feiernden Juden
und den Christen kam es zu wiederholten Reibereien, deren Ausbruch jedoch der
Statthalter Orestes zu verhindern suchte. … als dieser eben ein Edikt im
Theater bekannt machen ließ (mischte
sich) ein gewisser Hierax ein. (Ein) Schulmeister und (großer Freund des
Cyrill). Da,
erhoben die Juden auf einmal einen Sturm gegen den Hierax und schrieen, er sei
aus keinem anderen Grunde ins Theater gekommen, als um einen Aufstand im Volke
zu (erregen) wahrscheinlich unter Jugendlichen, hier die Juden, da die Christen.
Sobald der Tag anbrach, eilte …(Cyrill) mit einer großen Schaar von Leuten
sogleich zu den Synagogen, nahm sie mit Gewalt, ließ einige Juden töten, die anderen vertrieb er aus der Stadt und
überließ ihre Besitzungen der Menge zur Plünderung. Diese Tat entrüstete den
ohnehin schon gereizten Orestes und vollendete seine Entzweiung mit Cyrillus.
Er schrieb einen Bericht an den Kaiser (Theodosius den Jüngeren) und
beklagte sich über den Erzbischof als einen gewalttätigen Mann, der die Stadt
durch die Vertreibung einer so großen Anzahl ihrer Einwohner entvölkert habe… (Cyrills Ziel bestand darin alle Alexandriner zu
taufen, und nachts trafen jüdische und christliche aufeinander aus altem Groll
die Juden wehrten sich gegen die gefährlichen Parolen. Ihr) fortgesetzter
Zwiespalt hatte traurige Folgen… Die Mönche der nitrischen Klöster, welche
schon den Theophilus, Cyrills Vorgänger, gegen die Origenisten mit ihren
Fäusten unterstützt hatten, kamen bei fünfhundert Mann stark in die Stadt,
ergriffen den Orestes, beschimpften und schalten ihn einen Heiden, wogegen
Jener beteuerte, er sei ein Christ. (Theophilus ist der Mann der den hellenisch-ägyptischen
Serapistempel plündern ließ. Bis 400 war er ein glühender Verehrer des
Origenes, aber als die umliegenden Klöster miteinander pro und kontra Origenes
zankten schlug Theophilus sie aus politischen Bedenken auf die Seite der
Mehrheit) Gleichwohl wurde er durch einen der Mönche,
namens Ammonius, mit einem Steinwurfe blutig verwundet, und er wäre getötet
worden, wenn nicht die Leute des Statthalters und das Volk seiner Partei sich
dazwischengeworfen und die Mönche in die Flucht geschlagen hätten…" Kyrillus
von Alexandrien († 444) 1. Sieben Gespräche über die heilige und wesensgleiche
Dreieinigkeit (De sancta Trinitate dialogi VII) Generiert von der
elektronischen BKV von Gregor Emmenegger
„Als
Vergeltung für jüdische Angriffe stachelte er (Cyrill) die
Christen von Alexandria zu einem Judenpogrom an, der das Ende der jüdischen
Gemeinde in dieser Weltstadt bedeutete…"
Ökumenisches Heiligen-Lexikon
Ein jüdischer Historiker sagt: "… Cyrillus von Alexandria durfte es
unter (Kaiser) Theodosius II. wagen, die Juden (und zwar zehntausende) aus
dieser Stadt zu vertreiben... er hatte sich durch Verfolgungen der Ketzer und
Andersgläubigen besonders hervorgetan... die von ihm aufgestachelte
Christenmenge drang im Jahr 414 in die Synagogen und nahm sie für sich in
Beschlag. Die Juden wurden aus der ihnen zur Heimat gewordenen Stadt
vertrieben, ihrer Häuser und Habseligkeiten bemächtigte sich die plündernde
Menge..." Keller "Und
wurden zerstreut unter alle Völker“
Cyrill nahm den Holokaust vorweg. In jedem Fall war das eine unerhörte Kompetenzüberschreitung, die jedoch keine Strafe nach sich zog. Was hatten die Israeliten Alexandrias verbrochen, abgesehen von einigen Entgleisungen ihrer, von übermütigen Mönchen und sittenlosen „christlichen“ Halbstarken, provozierten Jugendlichen? Zweifellos hatte Cyrill ähnlich gute Gründe, wie die Nazis, „einige Juden“ zu töten. Wenn heutige, mutige Vernünftige die Predigten der Cyrill hörigen Priester vernehmen könnten, würden sie sich mit Sicherheit schützend vor Orestes und die Juden stellen. Nur Rowdies, aber kein ernst zu nehmender Christ würde heute erneut gegen Juden hetzen.
Wie das Evangelium nach Alexandria kam und wie es verweltlichte
In einem der Häfen Alexandrias kam Markus - der 68 verstarb, - sehr wahrscheinlich nach dem Jahr 53 an. Er war als Übersetzer für Petrus tätig gewesen. Er könnte uns sagen wo und wann Petrus verstarb. Markus predigte das noch unverfälschte Evangelium Jesu Christi, das heutigen, gängigen Kirchenlehren streckenweise enorm fremd vorkäme. Er verfasste das Markusevangelium. Wörtlich und indirekt betonte sein großes Vorbild: „Nicht äußere Rituale reinigen den Menschen, sondern seine Gedanken und die Absichten des Herzens“ Mk 7:14– 23. Er hielt genau und schriftlich fest, was das unumstrittene Haupt der Gesamtkirche bis zu seinem Tod lehrte. Er übertrug dessen Sätze aus dem Aramäischen ins Griechische, darunter die dringende Mahnung an die Leichtgläubigen seiner Zeit, die vom sola gratia des Paulus nicht nur gehört, sondern daraus ihr Lebensmotto herauszogen hatten. Petrus lässt keinen Zweifel zu, warum er sich gegen Paulis Gnadenverständnis stemmte: “Seid überzeugt, dass die Geduld (griech. ypomoni) unseres Herrn eure Rettung ist. Das hat euch auch unser geliebter Bruder Paulus mit der ihm geschenkten Weisheit geschrieben; es steht in allen seinen Briefen, in denen er davon spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen und die Unwissenden, die noch nicht gefestigt sind, verdrehen diese Stellen ebenso wie die übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderben.” 2. Petrus 3: 15-16
Wegweisend fand er für den ersten Satz
einen Begriff der die Erwartungshaltung Gottes einschließt: wir könnten mehr
tun. Der Herr warte auf dieses unser Guttun mit schier unglaublicher
"Geduld".
Petrus ließ sich nicht hinreißen, Öl
ins Feuer zu gießen, obwohl er voraussah, dass es viele geben wird, die auf die
Aussage „der Mensch werde alleine durch
Gnade selig,“ pochen werden, was zu entsetzlichen Verwerfungen christlicher
Theologie führen musste. Auf diesem Prinzip zu beharren ist allerdings dann
erst gefährlich, wenn mit ihm die Pflicht zum Tun des Guten eingeschläfert
wird. Mit Markus begann die Traditionsreihe der ersten christlichen Akademie an
diesem Ort, deren berühmtester Lehrer Origenes (185-254) wurde. Markus muss
gehört haben, dass christliche Matrosen in Alexandria erste Bekehrungen
verursachten. Diese Menschen, sehr wahrscheinlich Juden, suchten einen
autorisierten Hirten, denn das war ihnen bewusst: Diese aus ihrem pharisäischen
Judaismus stammenden Menschen sahen das große Wachstum der Kirche Christi
voraus. Hier wohnten einige zehntausend Juden, wie diese Karte belegt. (Sie ist
eine Rekonstruktion für das Jahr 30 vor Christus.)
Erst mit dem Konzil zu Nicäa oder
wegen kurz zuvor erfolgter, heftiger Diskussionen in den Gemeinden Alexandrias
kamen starke, selbstbewusste und machtsüchtige Egoisten ins noch nicht ungute
Spiel. Mit Athanasius übten einige
Gewalt. Sie hielten sich selbst für
Auserwählte Christi. Auch der Obernicäner Alexandrias Erzbischof Cyrill
(375-444) reihte sich ein in die
Kategorie der Vorläufer der Kreuzzügler, die mit frommen Gesängen
Halbglückliche in absolute Verzweiflung stürzen sollten. Cyrills Onkel
Theophilus, zuvor Patriarch von Alexandria, hatte auf Basis des Gesetzes
Cunctos populos von 380 gegen die Bestrebungen der noch funktionierenden
Staatsgewalt, dem Pöbel Anregungen gegeben das Serapeum zu plündern. 391
geschah es.
Unmengen Gold und Silber gerieten in
die Hände des Patriarchen. Cyrill,
kaufte sich wenige Jahre später mit diesen Mitteln, aus dem Gefängnis zu
Konstantinopel frei. Als Patriarch Theophilus geweihte Heiligtümer zur Schau
stellte, kochte die Wut der ohnehin von ihm beleidigten heidnischen und der
jüdischen Bevölkerung hoch. Die Spannung war überall spürbar. Es war ein Bürgerkrieg den Bischof Cyrill
verursacht hatte, weil er sich eher für einen General hielt, dem sich alle zu
unterwerfen hatten.
Statthalter Orestes tat sein Bestes die Massen
zu beruhigen, aber Cyrill wollte sich höher dargestellt sehen, als
Orestes. „Er war Neffe des Theophilus
hatte dessen rücksichtslose Herrschsucht geerbt. Als dieser am 15. Oktober 412
gestorben war, hatte Cyrill unter wilden Straßenkämpfen, in die auch die
Truppen eingreifen mussten, seine Wahl auf den erledigten (Bischofs-) Thron durchgesetzt, und eine seiner ersten
Amtshandlungen war gewesen, dass er die Bethäuser der Novatianer schließen ließ und sich nicht nur
ihres Kirchenschatzes sondern auch des Privatvermögens ihres Bischofs
Theopemptus bemächtigte. .“ Prof. Seeck
„Geschichte des Untergangs der
antiken Welt“
Das Ökumenische Heiligen-Lexikon urteilt: „Cyrill ist in den Augen der Kirche heilig, freilich weniger aufgrund
seiner Taten, denn aufgrund seiner Theologie.“, nämlich der
Trinitarischen.
Historiker Sokrates, den Novatianern
nahestehend, findet: „dass die Zanksucht
und wechselseitige Animositäten prägend für die Auseinandersetzungen in (Cyrills) Zeit sind, theologische Gründe sind
hingegen nur vorgeschoben.“ Sebastian Schurig „Die Theologie des Kreuzes
beim frühen Cyrill Alexandria“ Dissertation Uni Jena, 2001
Cyrill hielt sich die Parabalani (als Orden
der Krankenpfleger und Totengräber) als seine persönliche Garde. Sie
bemächtigte sich des Privatvermögens des novatianischen Bischofs Theopemptus. „Denn das Geld schätzte er (Cyrill) so hoch, dass er selbst die Bistümer
Ägyptens feilbot. Eine reiche Einnahmequelle und zugleich ein wichtiges
Machtmittel boten ihm die Krankenwärterstellen, da die Hospitäler von
Alexandria als wohltätige Stiftungen unter seiner Aufsicht standen. Weil nämlich
ihr Dienst nicht nur ein hübsches Einkommen brachte, sondern wahrscheinlich
auch vom Decurionat und anderen Staatslasten befreite, drängten sich auch
reiche und vornehme Leute dazu und erkauften die Aufnahme in die Körperschaft
mit barem Gelde. Denn große Anstrengungen brauchte man ihnen nicht zuzumuten,
schon weil Cyrillus ihre Zahl auf nicht viel weniger als tausend erhöht zu
haben scheint. Und alle die Hunderte, die Krankenwärter hießen, tatsächlich
aber auf den Straßen Alexandrias müßig lungerten, bildeten für den Bischof eine handfeste Leibwache und waren
höchst geeignet, Krawalle hervorzurufen
und anzuführen. So dienten auch die Wohltätigkeitsanstalten den Zwecken der
Kirche in einer Weise, an die ihre Stifter gewiss nicht gedacht
hatten.“
Prof. Otto Seeck „Geschichte des
Untergangs der antiken Welt“
Cyrill erwies sich, in jeder Hinsicht,
als Gegenpol zu Origenes. Die gesamte Christenheit damaliger Tage erfuhr es: Es
gab, vor allem unter Jugendlichen Krawalle, Christen gegen Juden,
Krankenpfleger gegen Heiden und Juden. Immer wurden die Juden beschuldigt.
Immer hieß es „die“ haben angefangen. "Als
Vergeltung für jüdische Angriffe stachelte Cyrill die Christen von Alexandria
zu einem Judenpogrom an, der das Ende der jüdischen Gemeinde in dieser Weltstadt
bedeutete…" Ökumenisches
Heiligen-Lexikon
Es gab zu alledem Spannungen unter den
Christen, hier die Arianer, da die „Orthodoxen“, angeführt von Cyrill, der
fanatisch wie Ambrosius den totalen Sieg des Trinitarismus wünschte. Es gab
jedoch unter den sogenannten Orthodoxen auch zahlreiche Gläubige die treu zu
Origenes hielten. Damals war alles möglich, das nicänische Credo wurde selten
nur vorgetäuscht. Die Mehrheit der Mönche, die höher Gebildeten, glaubten
entschieden wie Origenes, aber bereits mit Unterschieden in der Frage nach dem
Wesen Gottes. Andere Mönchsgruppen
dieser Zeit, wie die Grasfresser unter ihnen, sowie Cyrill selbst missfiel von
einem Tag zum anderen die von Origenes und seinen Freunden gelehrten Evangeliums-Elemente.
In ihrer Synagoge sangen die Rabbis Bevor sie davon gehen mussten: „Hört,
ihr Himmel! Erde, horch auf! Denn der Herr spricht: Wehe der Brut von Verbrechern,
den verkommenen Söhnen! … Bringt
mir nicht länger sinnlose Gaben, eure Feste - ertrage ich nicht. Eure Feiertage
sind mir in der Seele verhasst, sie sind mir zur Last geworden, …ich bin es
müde, sie zu ertragen. Wenn ihr auch
noch so viel betet, ich höre es nicht. … Lasst ab von eurem üblen Treiben! Hört
auf, vor meinen Augen Böses zu tun! Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft
den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein
für die Witwen!“ Jesaja 1: 2-17
Cyrill
und sein Feind Nestorius (381-453)
Um es gleich zu sagen: In der
Rangfolge der Patriarchate lag Alexandria auf Platz drei, nach Rom und
Konstantinopel. Das wollte Cyrill ändern, wer auch immer den Stuhl des
Erzbischofs zu Konstantinopel einnehmen würde, musste degradiert werden.
Nestorius wurde vom Kaiserpaar
Theodosius II. (408-450) und Aelia Eudocia von Antiochia nach Konstantinopel
berufen, weil er einen guten Ruf als Prediger und Mensch genoss. Sofort
entdeckte Nestorius der ehrliche Geistliche, dass die Schwester des Kaisers,
Pulcheria (399-453) keineswegs die keusche Heilige war, die sie der Welt
vorspielte. Bislang wurde immer wurde verbreitet, Pulcheria würde ihr Leben
zwischen Gebet und Häkeln verbringen. Allerdings, es „gab das Gerücht von einer unerlaubten
Beziehung der Pulcheria zu
einem Hofmann.“ Kaplan Leonhard Fendt, Inauguraldissertation,
kath. theol. Fakultät der Kaiser-Wilhelm-Universität 1900
„Pulcherias
Gegner dichteten ihr sieben Liebhaber an... der magister officiorum Paulinus galt als ihr Favorit.“ A. Demandt, „Das Privatleben der römischen
Kaiser“
Sofort, und kompromisslos nachdem er
feststellte, dass es sich keineswegs nur um Gerüchte handelte, entzog Nestorius
der nun 29-jährigen Dame kirchliche Privilegien. Er löschte auch ihr Gemälde
das sich neben dem Altar befand, Das fand sie natürlich unerhört!
Umgehend schlug sie zurück, er leugne,
dass Jesu Christi Mutter Maria eine Gottesgebärerin sei, während Nestorius ihr
den Ehrentitel „Christusgebärerin“ gab. Dieser scheinbar kleine Glaubenspunkt
bewegte damals einige christliche Priester und durch ihre Predigten geriet das
christliche Volk in Unruhe. Der
Unterschied wurde fortwährend aufgebauscht. In diesem Jahr 428 war ganz und gar
noch nicht ausgemacht welcher Titel Maria zukommen sollte. Erst nachdem
Nestorius Pulcheria tadelte entbrannte der bis dahin mäßig glimmende Zank um
den Begriff „Theotókos“. zu einem Feuerwerk. Diese Titelfrage, sowie der
seitens Cyrill gewollt boshafte Streit um den 2. Platz im Gesamtkirchenreich,
und obenauf Pulcherias Rachegefühle, gerieten zu einem brisanten Mix, der nun
die damalige Christenheit in Aufregung versetzen sollte.
All das passte aber ins Bild des
damals mehr und mehr entartenden Christentums.
„Wenn... die Daten des Briefes „an
Kozma, Haupt der Gläubigen in Antiochien … auf Richtigkeit beruhen sollten,
hätte Nestorius nicht die Religiosität, sondern den Herrscherinnenstolz der
Pulcheria beleidigt: Pulcheria… und ihre Nonnen pflegten am Sonntag nach
Empfang der Kommunion im emoHOTiELov (im Hof der Kapelle) zu frühstücken. Nestorius aber empfing (sie)
nicht… Die Robe (orah) der Pulcheria,
die bald zur Zeit des Opfers auf dem Altare ausgebreitet war, bald von ihr
getragen wurde, entfernte Nestorius …Seit Sisinnius (Nestorius Vorgänger) empfing Pulcheria wie der König die
Kommunion im Allerheiligsten; Nestorius ließ sie nicht ein; bei dieser Gelegenheit „ergrimmte gegen ihn
Pulcheria. . .. und sprach zu ihm: Warum habe ich nicht Gott geboren? Er sprach
zu ihr: Du, den Satan hast du (?) da geboren". Kaplan Leonhard
Fendt, Inauguraldissertation
Der Altar von dem hier die Rede ist
und auf dem bisher das Garment der Pulcheria als Zeugnis ihrer Keuschheit lag
und das Nestorius beiseite geräumt hatte, war nicht irgendeiner: „er bestand aus Gold und Edelsteinen und war
von Pulcheria und ihren beiden Schwestern – die angeblich ebenfalls gelobt
hatten jungfräulich zu leben - als äußeres Zeichen ihres Gelübdes geweiht
worden…“ G.
Rigobert „Römische Kaiserinnen zwischen Liebe, Macht und Religion“
Der deutsche Althistoriker Seeck bestätigte: „Pulcheria hatte sich und ihre Schwestern
ewiger Jungfrauenschaft gelobt und verkündete dies auch gleich der Welt durch die Inschrift eines Prachtaltars aus Gold
und edlen Steinen, den sie in der Hauptkirche von Constantinopel weihte…“ „Geschichte
des Untergangs der antiken
Welt“
Nestorius wiederum weiß, was er weiß: „Du hast den Satan in dir!... Du bist des
Satans Mutter.“ Erbost lief Pulcheria zum Kaiser und erzählte ihm vom
Vorkommnis. Da sprach Theodosius II. :
„Bei deinem Leben, Schwester, und bei der Krone auf meinem Haupte, ich werde
nicht ruhen, bis ich Rache an ihm genommen habe..." Pesch „Nestorius als Irrlehrer“ Das
klang nicht echt.
Theodosius II. war an Intrigen
desinteressiert. Er spielte lieber mit den Pfauen und fütterte seine
Lieblingstiere, dachte an seine Jagdvergnügungen. Er kannte doch seine
Schwester. Er werde nicht ruhen? Sie würde nicht ruhen. Auf Pulcherias
Intervention hin: „verklagten die Mönche Basilius,
Thalassius und ihre Genossen in einem Bittschreiben an den Kaiser ihren Bischof Nestorius, er heiße die heilige Jungfrau (Maria) nicht Theotokos (Gottesmutter bzw.
Gottesgebärerin) und leugne, dass der
Christus wahrer Gott von Natur sei“
Kaplan Leonhard Fendt Inauguraldissertation
Cyrill vernahm das. Für ihn war das
Wasser auf sein Mühlrad. Er nahm augenblicklich seine Chance wahr auf sein Tun
aufmerksam zu machen um in der Kirchenhierarchie um in der Hierarchie aufzusteigen.
Pulcheria, die sich in Konstantinopel befand
erhielt sehr bald einen Dankesbrief vom „heiligen“ Cyrill von Alexandria, weil
sie mit Nestorius im Streit lag, den er erledigen wollte.
Aber in Wahrheit hat Cyrill zu verantworten,
dass die Theologie des Nestorius „völlig
entstellt wiedergegeben (wurde), wenn man ihm vorwarf er lehre Christus sei nur
ein inspirierter Mensch gewesen.“ Chr.
Gotthold Neudecker, „Allgemeines Lexikon der Religions- und christlicher
Kirchengeschichte, 1834 Ilmenau Voigt, S. 230
Gewisse Mönche und andere Geistliche mischten
sich ein. Es rumorte nicht nur an der Basis. Böse Gerüchte folgten. Jemand
plauderte aus „Cyrill korrespondiere direkt mit Pulcheria, um den Kaiser für seine
Zwecke zu gewinnen. Eudocias Widerstand dagegen war nicht nur theologisch,
sondern ein direkter Schlag gegen das diplomatische Netzwerk ihrer Schwägerin.“
Kathcolic. Anwers Der
sonst eher an Politik desinteressierte Ehemann Eudocias „Kaiser Theodosius II. erteilte dem Cyrill als einem Mann, der sowohl
in der Kirche, als auch im Kaiserhause böswillig Unfrieden stifte, einen
scharfen Verweis...“
Es heißt, Papst Cölestin hätte sich, nach
einer Weile des Schweigens, für Cyrills Sichtweise entschieden: „Coelestin (waren) sowohl von Nestorius als
von Cyrill Materialien zur Beurteilung des Streites zu(gegangen). Eine römische
Synode stellte Nestorius (vor die Wahl) zwischen Anathema und der Widerrufung
seiner Predigten und Briefe. (Cyrill) kurz zuvor noch in Erregung über
verschiedenen in der Hauptstadt kolportierte (umgehende Übelreden) und ihm zur
Last gelegte Gewalttätigkeiten, sah sich wohl mit Befriedigung mit der Durchführung
jenes
Urteils
beauftragt.“ Leonhard
Fendt Inauguraldissertation
Eudocia könnte ihren Ehemann
Theodosius II. beraten haben, sowohl Rom, wie auch Cyrill abblitzen zu lassen,
um ihrer Rivalin Pulcheria eins auszuwischen. Da spielten die Machtrangeleien
aus weit zurückliegenden Misshelligkeiten zwischen Eudocia und Pulcheria
mit.
Das Konzil zu Ephesus 431
Pulcheria und Cyrill wollten den totalen Krieg
und einen ruhmvollen Sieg über Nestorius den angeblichen Irrlehrer. Es war bislang reine Haarspalterei und so
rief der Kaiser die Bischöfe des Reiches zusammen um den Streit wegen nichts
beizulegen.
Cyrill kam vor dem festgesetzten Tag
zu Ephesus an. Ungeduldig, obwohl die Konzilsteilnehmer noch nicht eintreffen
konnten eröffnete er am 22. Juni 431 die große Tagung, die eine
Gerichtsverhandlung unter seinem Vorsitz werden sollte. Die bereits Anwesenden
gehörten überwiegend seiner Partei an. So war es eine Kleinigkeit Nestorius zu
verurteilen.
Kaiser Theodosius war nicht erfreut.
Und er fragte sich, sowie andere, wie soll das enden? Diskutiert wurde viel.
Als dann auch Leute der Partei des Nestorius eintrafen führte dies zu heftigen
Protesten während der Konferenz: „Kleriker
wie Laien aus Konstantinopel äußerten: …Bischof Nestorius lehre nichts anderes,
als was in der Apostel und Väter Lehre enthalten sei.“ Schon 2 Jahre zuvor „... um Ostern 429 (hielt es) Cyrill von Alexandrien für geraten,
seinen Mönchen durch ein Schreiben theologische Waffen gegen des Nestorius
Aufstellungen in die Hand zu geben. Das beleidigte (Nestorius). Ein
Briefwechsel, von Cyrill verbindlich, von Nestorius alsbald wegwerfend und
überlegen geführt verschärfte die Lage. Von Alexandrien sandte man Darlegungen
des allein orthodoxen alexandrinischen
Standpunktes an Theodosius II. und seine Damen, welche die Zustimmung der Augusta Pulcheria fanden, den Kaiser
aber verstimmten… Nestorius sagt, er
habe mit den Ketzern Geduld geübt, die Kaiserin (Pulcheria) habe er zwar gegen sich aufgebracht, aber sie sei ein streitsüchtiges, verdorbenes
Weib gewesen, und er habe Mitleid mit ihrer Seele gehabt.“ L.
Fendt, Inauguraldissertation
Dass Pulcheria, die Sache kraftvoll zu
ihrer Ehre wenden wollte war zu erwarten. Sie sah sich nach mehr Bundesgenossen
um. Auch das ist verständlich. Aber welchen Personenkreis hat sich die
„gottselige“ Frau da auserkoren? Männer aus Cyrills Truppe, die er bereits
hinlänglich gefüttert hatte. Als nun
auch Nestorius genügend Anhang fand trennten sich die Verfeindeten. Nun
schlossen sie Cyrill aus. Theodosius II. entsprechend seinem Charakter der zur
Hilflosigkeit neigte, ließ die beiden Kontrahenten verhaften.
Die Justizbeamten wussten, dass Cyrill
über ungeheure Mengen Finanzen verfügte. In den folgenden drei Monaten hielten
die Rechtsanwälte nicht nur die Hände auf.
Die Kosten für Cyrills Entlassung beliefen sich schließlich auf fast
eine halbe Tonne Gold, das aus den Vermächtnissen reicher Witwen stammte, sowie
aus den Plünderungen der paganen Heiligtümer, wie dem Schatz des Serapistempels
(dem Serapeum), auch das was er den Novatianern weggenommen, legte Cyrill in
die Waagschale.
„Papst“ Coelestin konnte natürlich
nicht unparteiisch sein. Er wollte alles tun, um zuerst den von ihm
beanspruchten, aber keineswegs sicheren 1. Rang zu bewahren. Deshalb nahm er
Stellung gegen Nestorius d.h. gegen Konstantinopel zugunsten Cyrills
(Alexandria) ein. Cyrill wollte
vergessen machen, dass fünfzig Jahre vor seinem Hauptkampf, auf dem Konzil zu
Konstantinopel im Jahre 381 festgeschrieben wurde: „Der Bischof von Konstantinopel soll nach dem Bischof von Rom den
Ehrenprimat besitzen, denn diese Stadt ist das neue Rom...“ Peter Neuner Kleines Handbuch der Ökumene,
St. Benno-Verlag Leipzig 1984
„Dieser
Kanon richtete sich noch nicht gegen Rom, sondern gegen die alten Patriarchate
in Alexandrien und Antiochien, die als apostolische Gründungen Konstantinopel
weit überlegen waren, nun aber zurückgestuft werden sollten“
Man
hatte ihn (Nestorius) ordnungsmäßig dreimal vorgeladen, aber da er sich
weigerte zu kommen, wurde er auf Grund seiner Schriften und mündlichen
Erklärungen abwesend der Ketzerei
schuldig gesprochen, seines Bischofsamtes entsetzt und von der
Kirchengemeinschaft ausgeschlossen. Vor den Toren der Kirche, in der die
Sitzung stattfand, hatte das Volk in aufgeregter Spannung gewartet. Als es das
Urteil erfahr, brach es in lauten Jubel aus, und am Abend war zu Ehren der
Muttergottes die ganze Stadt (Ephesus) illuminiert.“ Seeck
„Geschichte des Untergangs der antiken Welt“ und Neuner Kleines Handbuch der Ökumene,
St. Benno-Verlag Leipzig 1984
Wegen eines einzigen Wortes wurde Nestorius
verurteilt! Nestorius hatte gewagt zu sagen er ziehe aus guten Gründen vor,
Maria die Mutter des Sohne Gottes, die »Mutter
Christi« (Christotókos) zu bezeichnen, statt sie "Theotokos" zu
nennen? Musste Nestorius wegen solcher Nichtigkeit in den Wüstensand
beißen? So war es auf dem 1.
Ökumenischen Konzil 325. Ein Lippenbekenntnis hätte Arius da, und hier
Nestorius das Leben versüßt. Machtvoll verkündet das Buch Mormon: „Denn sicherlich, so wahr der Herr lebt,
werden sie sehen, dass der Schreckliche zunichte gemacht ist und der Spötter
verzehrt ist und alle, die auf Übeltun lauern, abgeschnitten sind; und
diejenigen, die jemand zum Missetäter erklären um eines Wortes willen im Tor zurechtweist, und den Gerechten um
ein Nichts abweisen.“ 2. Nephi 28:
31-32
Leichthin wurde Nestorius verurteilt!
Im antiken Ephesus galt die Göttin
Artemis (lat. Diana) seit Jahrhunderten als Erdmutter und Gottesgebärerin.
Bereits 400 Jahre zuvor schrieen die Epheser:
"Groß ist die Artemis von
Ephesus!“ Groß war die Eifersucht auf konkurrierende Kulte. DIe
Silberschmiede verdienten gutes Geld, indem sie kleine segenspendende
Artemisgötzen herstellten. Paulus leugnete, dass menschengemachte Götter helfen
könnten. Apg. 1 9: 23- 35.
Das ungebildete, aufgestachelte Volk
befürchtete damals, dass Paulus wie nun Nestorius ihre geliebten Muttergöttin
entthronen wollte. Entsprechend groß war ihre Wut, wie nun ihre Genugtuung.
Cyrill fand großen Beifall, er gab der Artemis lediglich einen weiteren Namen: "Maria". Wir Heutigen wären erstaunt, wenn wir den „Gesang der Mönche am Kaiserpalast nach dem
Bekanntwerden der Absetzung des Nestorius (hören könnten, der
menschenfeindlicher kaum sein konnte: "Verachtet
bist du, an welchem Orte du auch seiest; verflucht bist du vor Gott, o Jude! Der Christ ist siegreich alle
Zeit! Gebt den Juden jetzt den Juden,
gebt den Verräter den Juden!"; das Volk schrie: „Man möge Nestorius, den
Juden, verbrennen... "
Leonhard Fendt,
Inauguraldissertation
Als Pulcherias hochgeborener Bruder, 450 bei
einem Jagdunfall stirbt, steht der bislang allmächtige Eunuche Chrysaphios
schutzlos der rachelüsternen Pulcheria gegenüber, die mit großen Aufwand
General Markian heiratet „weil sie nach
römischer Sitte (anders) nicht
regierende Kaiserin sein kann“ Unter Markians Schutzmacht darf sie endlich
das tun, worauf sie schon lange gewartet hatte. Sie lässt ihrer Wut freie Bahn:
„Sie rechnet mit Chrysaphios ab, lässt
ihn zu Tode prügeln.“ „Raimondo Tocci „Theodori Scutariotae
Chronica“ Dieser Herr, hatte, zu Lebzeiten des
Kaisers, Pulcheria zugemutet, dass in ihrem Schlafzimmer stets eine Nonne
gegenwärtig sein muss. „Pulcheria ordnete die Ermordung Chrysaphios
an“ ebenda
So sah sie im Wesentlichen aus, die Ära
Konstantins, bezogen auf typische Situationen.