Was treibt die „Enthüller“ angeblicher mormonischer Irrlehren dazu, Vermutungen als Fakten zu verkaufen? Obenan stehen zwei evangelische Geistliche. Gustav A. Zimmer mit seinem Buch „Unter den Mormonen in Utah“.
Er beteuert:
Ihm folgt Pfarrer Rößle
„Unzählige Deutsche werden mit Lehren befleckt, die sie glauben machen, das sei alles himmlische Nahrung für ihre Seelen… Diese gottlose Priesterschaft, die Tausende verführt hat, das Wort Gottes mit Füßen zu treten und die das Heilige durch den Staub zerrt... müsse entlarvt werden...
Man könnte sagen, nun, das liegt sehr
weit zurück. Doch im neuen Jahrtausend befürwortet die evangelische Bibelgemeinde
Pforzheim unter Dr. Lothar Gasmann „das Buch von Prof. Samuel Leuenberger:
MORMONEN – Heilsbringer aus Salt Lake City?, 3,50 Euro bestellen.) -
See
more at: http://bibelgemeinde-pforzheim.de/news/newsmailer.
Prof. Leuenberger behauptet: für "Mormonen" ist "keine der
Gottheiten Schöpfer Himmels und der Erden. … Bei allen Gottheiten nimmt
die Weisheit beständig zu. Deshalb kann bei Gott nicht von
Allwissenheit gesprochen werden.
Aber der entsprechende Text erscheint
im Buch Mormon entgegengesetzt:
„...der allmächtige Schöpfer
Himmels und der Erde... kennt eure Gedanken.“ Buch Mormon, Jakob
2: 5, 2. Nephi 8:13 …„O wie groß ist die Heiligkeit unseres
Gottes! Denn er weiß alles – es gibt nichts was er nicht weiß!“ 2.
Nephi 9: 20
Weiter schreibt Prof Leuenberger:
(für die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
gelte):
"Christi Kreuzestod
hat kaum mit Tilgung von Schuld und Gerechtmachung vor Gott zu tun.
Sein Kreuzestod hat in erster Linie Voraussetzungen zur Höherentwicklung
der Menschen geschaffen. Jesus ist also nicht Versöhner zwischen dem
Himmlischen Vater und den Menschen..."
Denn demgegenüber steht im Buch
Mormon und in anderen Schriften der Kirche Jesu Christi der HLT geschrieben:
„Er (Christus) kommt in die Welt,
auf dass er alle Menschen errette, wenn sie auf seine Stimme hören wollen, denn
siehe er nimmt die Leiden aller Menschen auf sich, ja die Leiden eines jeden
lebenden Geschöpfs der Männer und Frauen die zur Familie Adams gehören...
er erleidet dies, damit die Auferstehung allen Menschen zuteil werde... er
gebietet allen Menschen, dass sie umkehren und sich auf seinen Namen taufen
lassen und bis ans Ende ausharren, sonst müssen sie verdammt
werden... nur wo es kein Gesetz gibt, da gibt es keine Strafe, und wo
es keine Strafe gibt, da gibt es keinen Schuldspruch und wo es keinen
Schuldspruch gibt, da hat die Barmherzigkeit des Heiligen Israels wegen der
Sühne Anspruch auf den Menschen, denn die Sühne tut den Forderungen der
Gerechtigkeit Genüge ...“ 2. Nephi 2: 20-25
„Der Herr Gott … liebt die Welt
(die Menschen), so dass er sogar sein eigenes Leben niederlegt, damit er alle Menschen
zu sich ziehen kann. Darum verbietet er niemanden, an der Errettung
durch ihn teilzunehmen.” 2. Nephi 2: 24
Bis zur Stunde, schwört der Schweizer
Bibelkreis um Herrn Wepf im Internet:
"Die Mormonen sind eine der
gefährlichsten Irrlehren der Neuzeit."
Wepf argumentierte – bis ich ihn darauf
hinwies, - dass er falsch liege wenn er seiner Leserschaft erzählt: „Es gibt keine Zeugen für die Existenz der
goldenen Platten“, die Joseph Smith erhielt.
Ich schickte dem Autorenteam um Herrn
Wepf eine Kopie einer Buch-Mormon-seite mit den Aussagen der 3 und der 8 Zeugen,
die mit ihrem Namen sagten: „Wir hielten die Platten in unseren Händen“.
Es gab zwar keine Entschuldigung,
aber die Falschaussage wurde umgehend gelöscht.
GotQuestion ist eine Gruppe, die im
Internet Fragen zu christlichen Themen beantwortet. Ich schieb heute, am 16.
Februar 2026 diese Erwiderung auf einige irreführenden Behauptungen:
Liebe Freunde,
Ihr schreibt: die Kirche Jesu Christi
der Heiligen der Letzten Tage wurde vor „weniger als
200 Jahren von Joseph Smith gegründet. Er behauptete, dass Gott der Vater und
Jesus Christus ihn persönlich besucht (hätten) und ihm sagten, dass alle
Kirchen und ihre Glaubensbekenntnisse abscheulich wären.“
Meine 1. Frage lautet:
Warum zitiert ihr nicht den Originaltext, der jedem zugänglich
ist, der über Google search , eingibt „Joseph Smith—History Extracts
from the History of Joseph Smith, the Prophet.”
Da heißt es: „Ich (Joseph) bekam die Antwort, ich dürfe mich
keiner von ihnen anschließen, denn sie seien alle im Unrecht; und die Person,
die zu mir sprach, sagte, ihre sämtlichen Glaubensbekenntnisse seien in
seinen Augen ein Gräuel; jene Glaubensbekenner seien alle verderbt,
denn ‚sie nahen sich mir mit den Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir; sie
verkünden Menschengebote als Lehre, sie haben zwar eine Form der Gottesfurcht,
aber sie leugnen deren Macht‘.“
Ihr wisst, liebe Freunde, dass die
„Mormonen“ das Nicänum ablehnen, d.h weil sie nicht trinitarisch glauben, seien
sie keine Christen.
Tausendfach wird das
"erklärt", bis schließlich eine Mehrheit ernster Christen, diese
Verurteilung akzeptiert. Daraus erhebt sich meine
Frage 2: Gibt es in der Bibel den
geringsten Hinweis, dass das Bekenntnis zur „heiligen Dreifaltigkeit“ vor dem
Konzil zu Nicäa Kirchenlehre war?
Bekanntlich haben alle
vor-nizänischen Kirchenlehrer verkündet, dass der Sohn (Christus) dem
Vater nachgeordnet ist.
Damit wäre Gott Vater und Jesus
Christus zwei autonomen Götter. Selbst
Origenes (185-254), der wahrscheinlich größte unter den berühmten
Kirchenlehrern spricht von der Trennung von Vater und Sohn. Sogar das Athanasianum
sagt in seiner 19. Zeile: „…wir sind gezwungen, in christlicher
Wahrheit jede einzelne Person für sich als Gott und als Herrn zu
bekennen!“ 19. Zeile
In der selben Zeile wird dann
die "christliche Wahrheit" verleugnt, zugunsten des katholischen
Glaubens.
„Kein Theologe vor der
Entstehung des Arianischen Streits - weder in der Ost- noch in der Westkirche -
betrachtete den Sohn nicht irgendwie dem Vater untergeordnet.“ R. P. C.
Hanson „The Search for the Christian Doctrine of God"
Alle KIrchenhistoriker wissen es!:
Das Nicänum war den
Urchristen total fremd:
Der lutherische Dogmenforscher, Adolf
von Harnack, (1851-1930) stellte es ebenfalls sachlich fest: „Das
war eine „große Neuerung, die Erhebung zweier unbiblischer
Ausdrücke (Vater, Sohn und Heiliger Geist sind „unius substantiae“
G.Sk.) zu Stichworten des Katholischen Glaubens. Sie sicherte die Eigenart
dieses Glaubens... Im Grunde war nicht nur Arius abgewiesen, sondern auch
Origenes... fortan musste die Kirche die Last einer ihr f r
e m d e n Glaubensformel tragen“ „Lehrbuch der Dogmengeschichte“
Warum und wie entstand der
Glauben an den trinitarischen Gott? Weil Konstantin es wünschte!
"Seitens des Kaisers
Konstantin wurde mit Drohungen und Ankündigung von Repressalien gearbeitet.
Jeder Bischof wird einzeln vorgenommen. Ihm wird das Bekenntnis (das Nicänum)
vorgelegt und er wird zugleich vor die Alternative gestellt, entweder zu
unterschreiben oder in die Verbannung zu gehen...“ Rudolf Leeb „Konstantin und Christus“ – die
Verchristlichung der imperialen Repräsentation, Walter de Gruyter, 1992
Selbst Katholiken geben zu, dass das
Nicänum erzwungen wurde: "Alles schien in bester Ordnung, jedoch
hatten einige Bischöfe nur ein Lippenbekenntnis abgelegt, da Kaiser Konstantin
mit der Verbannung für jener Bischöfe gedroht hatte, die das Bekenntnis nicht
unterschrieben..." Kath. Quelle "Familia Spiritualis Opus" 2013
Frage 3; Warum pocht ihr auf das
Nicänum, obwohl ihr wisst, dass „Die Diskussion um die Trinität
(erst) im vierten Jahrhundert nach Christus begann.
Sie ist sehr philosophisch geprägt, da die Lehre von der Trinität in der
Bibel nicht explizit vorkommt.“ EKD 2020 (Evangelische Kirche Deutschlands)
Frage 4: Glaubt ihr wirklich, dass
die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage „das Wesen Gottes“
deformiert? Ihr schreibt¸ "Obwohl die Mormonen
normalerweise freundlich, liebevoll und nett sind, so sind sie von einer
falschen Religion betrügt (betrogen), die Gottes Wesen, die Person
Jesu und den Weg zur Rettung deformiert.“ (bzw. „verzerrt“)
Sir Isaak Newton las griechisch
ebenso wie den Originaltext der Vulgata. Er, der beste Bibelkenner seiner Zeit,
verurteilte den zu Nicäa geborenen Trinitarismus als Abfall vom
Urchristentum.
Newton erkannte, dass die, durch das
Nicänum erfolgte „wesenhafte, substantielle Gleichheit" (Gleichsetzung)
des Sohnes mit dem Vater“ zur Entwicklung von Unvorstellbarkeiten führte. „Der
Abfall vom Glauben sollte damit beginnen, die Wahrheit über die Beziehung des
Sohnes zum Vater zu verzerren, indem er sie gleichsetzt.“ Untitled Treatise on Revelation
(section 1.4), Yahuda Ms. 1
Kirchenvater Tertullian bekennt
ebenfalls, da sind drei verschiedene in einer Gottheit: der
Vater Elohim, sein Sohn Jesus Christus und der Heilige Geist:
Tertullians Bemerkungen zu ad Praxean
c. 13 und 19. c. 13 lauten: "Wir lehren allerdings zwei, den Vater
und den Sohn und eigentlich drei mit dem heiligen Geist,
entsprechend dem Wesen der Ökonomie, die eine Mehrzahl bedingt... dennoch
nehmen wir den Ausdruck zwei Götter und zwei Herren niemals in den Mund…Um
ihnen (d. h. den Häretikern) kein Ärgernis zu geben, haben wir den Grund angegeben,
warum man doch nicht von zwei Göttern und Herren spricht.“ Max Mühl „Zum Problem der
Christologie ...“ 1968
Ich habe noch viele Anfragen zu eurem
Text bezüglich eurer Darstellung der Lehren meiner Kirche.
Kirchenhistoriker seid ihr nicht!
Ihr lästert. Weil wir glauben,
Jesus Christus habe im Himmel einen Leib aus Knochen und Bein, seien wir
Betrüger.
Nein, Blut gibt es in der
ewigen Welt nicht.
Nicht wenige Anti-Mormonen behaupten
diesen Unsinn.
Für die alten Christen bis etwa 540
galt dasselbe. Sogar der Trinitarier Augustinus (um 400) bekannte es: Augustinus
schreibt - an den spanischen Theologen Consentio ‚Du fragst, ob der
Leib des Herrn auch jetzt noch Gebeine und Blut (? auf keinen Fall G. Sk.) und die übrigen Bestandteile
des Körpers besitze? (…) Ich
glaube, dass der Leib des Herrn im Himmel sich so befindet, wie er auf Erden
war, als er zum Himmel auffuhr.’“ Christoph Markschies Alta Trinita
Beata „Die Frage nach der Leiblichkeit des mitthronenden Christi’ seiner Zeit“
Ihr müsst mir nicht antworten, aber
ich behalte mir vor diesen Brieftext sowie die meinerseits euch noch nicht
gestellten Fragen zu veröffentlichen. Bislang haben mehr als 420 000 Leser
meinen Blog geöffnet.
Es lebe die Wahrhaftigkeit
Mit freundlichen Grüßen
Gerd Skibbe
