Mittwoch, 25. März 2020

Ingrids Auswahl - Ingrids Poetry (144)



                                                                         All Souls

All Souls have come to earth to choose
The Person they would be,
To rise above earth petty things
 Or dwell in misery.
Yes, all Souls come to earth to search
The Person they would be,
For all must search the hidden depth
That holds life mystery.
All Souls have come to earth to glean
The Person they would be,
In each Soul lies the unseen power
To turn that sacred key.
Yes, all Souls come to earth to find
The Person they would be,
To hide in darkness or to shine,
For all the world to see.
All Souls have come to earth to show
The Person the y would be,
                                To chain their own immortal Souls                                                                                                      
                                        Or keep their conscience free.
                                     Yes, all Souls come to earth to show              
                                            The Person they would be
                                          To win or lose, to rise or fall,
                                              Lord help our Eyes to see.

Dienstag, 24. März 2020

Ingrids Auswahl - Ingrids Poetry (143)



                       Eagles don’t fly with sparrows, Fishes don’t build a nest
  It’s good to know that for nature and men.
                                                God’s laws attest to be best.

Montag, 23. März 2020

Ingrides Auswahl - Ingrids Poetry (142)

 



                          Beyond the dark clouds of trouble and strife
                         Hide glorious visions of splendour and light.

Sonntag, 22. März 2020

Ingrids Auswahl - Ingrids Poetry (141)


                                             


                                         Not who you are-nor what you plan
Is worthy in our Fathers eyes
But he who valiantly will stand
And faithful battles till the end
Will gain the noblest price.

Donnerstag, 19. März 2020

Ingrids Auswahl - Ingrids Poetry (140)



                                                           God’s Plan of Happiness

Eternal Spirit and Earth-born Body are the Soul of mortal man.
Spirit brought forth by our Father above endowed with intelligence, talent, love
Are endless, created never to die, sent here, to grow, seek and qualify.
Some stay for the briefest moments, returning from whence they came.
Becoming part of a Family tree, receiving a mortal body,
Are given their very own name, mothers cry, as they say goodbye.
To their little ones precious and fair, noble spirits not called upon
Pain and sorrow on earth to bear, if short their Hourglass on earth.
The more time in heaven they gain, for on resurrection morning
They will be united again; parents will have their lost children.
Children their parents shall know, together as families forever
Throughout all Eternity go, Father’s Plan of happiness
 Is: all of his children through the blessed gift of Christ
                                                 To exalt and eternally

Montag, 16. März 2020

Ingrids Auswahl - Ingrids Poetry (139)



                                                   A time to resign   

When we are down on our knees to pray
No longer quite knowing just what to say.
Our Heart choked up with silent fear,
That Father in Heaven no longer does hear.
It’s time to follow our Lord to the Garden,
To kneel and ask for a merciful pardon,
For often there’s only one thing to do,
We must learn to obey, Saviour as you
Alone in the dark, away from the light,
Relenting all self-will, resisting to fight.
We need to be patient. submit to Gods will.
Recalling the words, troubled soul be still,
Be still and know that I’m God.
I’m always near to share your load.
Praying-------- just saying:
Father, thy will -not mine be done,
Even as Jesus Christ thei son.

Samstag, 14. März 2020

Ingrids Auswahl - Ingrids Poetry (138)




Our Body is a Temple good care of, take if
Our Brain a keeper of knowledge, share it
Our Spirit receptor of wisdom, respect it

Doubts that covered heart and mind
Submit to reason sway
As the mist of winters morn
Before the sun’s bright ray.

 Children black and brown and white
In Gods own garden grow
Send to the earth to learn and grow
Because “HE” loves them so.

Donnerstag, 12. März 2020

Ingrids Auswahl -Ingrids Poetry (137)



 
The job

The rein in steadfast hands, eyes fixed upon the plough.

To cut the furrow straight and deep, is all that matters now,

All yesterdays have fled, like mist before the sun

Today is all there is to get the job well done.

Mittwoch, 11. März 2020

Ingrids Auswahl - Ingrids Poetry 136




A Prayer

Would in the stillness of the night,

An angel touch your mind,

To show you scenes of happiness

To fill your soul with light.

A light of inner joy and peace,

To calm your troubled heart,

Guide you through each cloudy day,

To stay and never part.

Des Christentums Metamorphose


  









                                              Gerd Skibbe







Kirchengeschichte – aus dem Blickwinkel eines Mormonen





2020






























Apropos inakzeptable Christologie der „Mormonen“



Am 9. Juli 2015 erwiderte ich in einem offenen Brief auf eine ebenso offene Attacke auf die Lehren meiner Kirche, als Blogger im Internet.



Sehr geehrte Mitglieder der Bibelgemeinde Pforzheim,

sehr geehrter Herr Dr. Lothar Gassmann,

mir scheint, dass es an der Zeit ist ein paar Missverständnisse auszuräumen.

Seit 1945 ununterbrochen aktives Glied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage („Mormonen“) erlebte ich selbst zahllose Angriffe wegen dieser Mitgliedschaft. Sie kamen aus allen Richtungen, von meinen evangelischen Mitschülern, von Nazibonzen und dann den kommunistischen Agitatoren.

Den Nazis war meine Familie zu judenfreundlich, den Kommunisten erschienen wir (bis 1976!) als gefährliche amerikanische Sekte. Eigentlich hätten Protestanten unsere Freunde sein sollen, denn für uns gilt gemeinsam das Christuswort:

„Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist es der mich liebt und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren“ 

Zu den größten Überraschungen in meinem Glaubensleben gehörte meine Feststellung, dass die  ärgsten "Mormonismus"-feinde großkirchliche Theologen sind, die unsere Schriften nicht kennen, und dennoch über sie, wie Räuber, herfallen. 

Sie bedienen sich immer wieder höchst fragwürdiger Zitate die von Ihresgleichen stammen. 

Herr Prof. Dr. Samuel Leuenberger - ein sonst durchaus respektabler Gelehrter - stellte exakt das Gegenteil unserer (christologischen) Lehren als Elemente des „Mormonentums“ dar... weil, er sich eben nicht an der Quelle bediente, sondern anderweitig informierte.

Herr Dr. Gassmann, empfiehlt nun   „das Buch von Prof. Samuel Leuenberger: MORMONEN – Heilsbringer aus Salt Lake City?

Bitte, überzeugt euch selbst, welchen Wert es hat.


Prof. Leuenberger behauptet: für "Mormonen" sei

 "keine der Gottheiten Schöpfer Himmels und der Erden. … Bei allen Gottheiten nimmt die Weisheit beständig zu. Deshalb kann bei Gott nicht von Allwissenheit gesprochen werden.“

Im Buch Mormon u.v.a. Schriftstellen unseres Schriftenkanons heißt es dagegen:

„...der allmächtige Schöpfer Himmels und der Erde... kennt eure Gedanken... O wie groß ist die Heiligkeit unseres Gottes! Denn er weiß alles – es gibt nichts was er nicht weiß!“ Jakob 2: 5, 2. Nephi 8:13 2. Nephi 9: 20

Weiter schreibt Prof Leuenberger: (für die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gelte):

„Christi Kreuzestod hat kaum mit Tilgung von Schuld und Gerechtmachung vor Gott zu tun.  Sein Kreuzestod hat in erster Linie Voraussetzungen zur Höherentwicklung der Menschen geschaffen. Jesus ist also nicht Versöhner zwischen dem Himmlischen Vater und den Menschen...“

Demgegenüber steht im Buch Mormon und in anderen Schriften der Kirche Jesu Christi der HLT geschrieben:

Er (Christus) kommt in die Welt, auf dass er a l l e Menschen errette, wenn sie auf seine Stimme hören wollen, denn siehe er nimmt die Leiden aller Menschen auf sich, ja die Leiden eines jeden lebenden Geschöpfs der Männer und Frauen die zur Familie Adams gehören... er erleidet dies, damit die Auferstehung allen Menschen zuteil werde... er gebietet allen Menschen, dass sie umkehren und sich auf seinen Namen taufen lassen und bis ans Ende ausharren, sonst müssen sie verdammt werden... nur wo es kein Gesetz gibt, da gibt es keine Strafe, und wo es keine Strafe gibt, da gibt es keinen Schuldspruch und wo es keinen Schuldspruch gibt, da hat die Barmherzigkeit des Heiligen Israels wegen der Sühne Anspruch auf den Menschen, denn die Sühne tut den Forderungen der Gerechtigkeit Genüge ...Der Herr Gott … liebt die Welt (die Menschen), so dass er sogar sein eigenes Leben niederlegt, damit er a l l e Menschen zu sich ziehen kann. Darum verbietet er niemanden, an der Errettung durch ihn teilzunehmen.2. Nephi 2: 20-25, 2. Nephi 2: 24

      Weiterer Buch-Mormon-Text:

die Erlösung kommt im heiligen Messias und durch ihn... siehe er bringt sich selbst als Opfer für Sünde dar, um dem Zweck des Gesetzes Genüge zu leisten für a l l e  die ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist haben, und für niemanden sonst kann dem Zweck des Gesetzes Genüge geleistet werden... 

kein Fleisch (niemand) kann in der Gegenwart Gottes wohnen außer durch das Verdienst und die Barmherzigkeit und die Gnade des heiligen Messias... Und wenn die Zeit erfüllt ist, kommt der Messias, um die Menschenkinder vom Fall zu erlösen und weil sie vom Fall erlöst sind, so sind sie für immer frei geworden.” 2. Nephi 2: 6-8, u. 26

Prof. Leuenberger behauptet:

Die Schuld des Menschen vor Gott wird (seitens der Mormonen) nicht ernst genommen.

Demgegenüber lautet die Lehre meiner Kirche:

Wir werden hingebracht werden und vor Gott stehen – wissend wie wir jetzt wissen, und wir werden eine klare Erinnerung an all unsere Schuld haben.“ Alma 11: 43

Bitte, überprüfen! Das Buch Mormon kann im Internet aufgerufen werden.

...

In der Hoffnung einigen Christen mit diesen Richtigstellungen gedient zu haben, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen ... Signum



Bis heute blieb eine Antwort aus.



Und damit haben wir bereits ein Teilantwort auf die uns alle bewegende Frage nach dem großen Warum des Zerfalls des Christentums:  Selbst anerkannte Gelehrte verirrten sich im dicken Dunst unsauberer Literatur. Sie drangen nicht bis zur Quelle vor, sondern tranken unterwegs verdorbenes Wasser.



Zwischenbemerkungen



In seinem empfehlenswerten sektenkundlichen Werk:  „ Seher -Grübler,-Enthusiasten“ 1950, Quell-Verlag urteilt Kurt Hutten:

""Mormonismus ist strahlender Optimismus... Der von Mormonen gelehrte Glaube ist erfüllt von ermunternden Ausblicken. Alle Rätsel des Daseins, der Sünde und Schuld, des Leidens und Sterbens lösen sich in einer befriedigenden Harmonie auf."

Dr. Funkschmidt sieht das anders: Er argumentiert im Material-dienst der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungs-fragen:

„Die (mormonische) Vorstellung, der zufolge (a) der Mensch Gott werden kann bzw. (b) der biblische Gott sich aus einem Menschen entwickelte, steht im diametralen Gegensatz zur biblischen Unterscheidung von Schöpfer und Geschöpf.“ 

Wenden wir uns dem erwähnten (a) zu:

Die Vorstellung, dass der Mensch Gott werden kann stünde , „im diametralen Gegensatz zur biblischen Unterscheidung von Schöpfer und Geschöpf.“

Evangelischerseits wird also abgelehnt, dass der Mensch vergottet werden kann, weil das unbiblisch sei.

Nur, jeder Konfirmand weiß doch, dass Jesus das Gebot gab:

„Ihr sollt vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ (2) Matth. 5: 48

Und, der evangelische Spitzentheologe Adolf von Harnack bestätigt, dass die Lehre von der „Gottwerdung“ des Menschen sogar das Kernstück urchristlicher Tradition war:  

„... der Gedanke der Vergottung (des Menschen) war der letzte und oberste gewesen; nach Theophilius, Irenaeus, Hippolit und Origenes findet er sich bei allen Vätern der alten Kirche, bei Athanasius, bei den Kappadoziern, Appolinares, Ephraim Syrus, Epiphanius u.a“ (3) Adolf von Harnack „Lehrbuch der Dogmengeschichte“

Das ist bemerkenswert. Es steht in voller Harmonie zu den Lehren der Heiligen der Letzten Tage, gegen momentane evangelische Theologie.

Selbst Martin Luther sprach von der Gottwerdung des Menschen (4) T. Mannermaa “Luther und Theosis”, Band 16

Hippolyt von Rom (heiliggesprochener Gegenpapst um 220) sagt:

„Durch den Logos brachte Gott Alles hervor, und anders als es gemacht wurde, konnte es nicht gemacht werden. Den Menschen schuf er als solchen; will der Mensch Gott werden, so muss er ihm gehorchen. (5) Joseph Langen „Geschichte der römischen Kirche“ 

Erst im 3. Jahrhundert kamen erste Zweifel in Christenreihen auf, ob diese Lehre echt sei.  Und sogleich mahnt Origenes (185 -254)  der von allen Bischöfen seiner Zeit anerkannte Mit-Bewahrer des urchristlichen Lehrgebäudes: Erfindet bitte kein neues Envangelium:

„... Manche schätzen nicht, was wir sagten, indem wir den Vater als den einen wahren Gott hinstellten und zugaben, dass andere Wesen neben dem wahren Gott Götter werden konnten, indem sie an Gott teilhatten.“ (6) Origenes Kommentar zu Joh.: 2:3 bei Wikipedia unter Arianismus

Dasselbe könnte Joseph Smith geschrieben haben, der Prophet der Wiederherstellung verlorenen Glaubensgutes.

Er sieht übrigens nicht so aus, wie er gelegentlich dargestellt wird:


















 Quelle des  linken Bildes ist vermutlich der Deutsche Pressedienst. Veröffentlicht  im Nordkurier" Neubrandenburg vom 20.9.97

Aber wem war an dieser Verzeichnung gelegen?  Rechts: Das echte Bild des völlig bartlosen Joseph Smith nach der Totenmaske und  nach Beschreibungen. Er wurde 1844, neununddreißigjährig ermordet, auch weil über ihn bösartige Gerüchte verbreitet wurden!                                                 


Joseph, der erste Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage könnte von Origenes persönlich belehrt worden sein, so sehr gleichen ihre Basislehren einander. Doch der große Gelehrte verstarb bereits 254.

Und zudem, Origenes Schriftgut galt (und gilt in evangelikalen Kreisen – nicht in katholischen!) als inkompetent, er sei von seiner Kirche exkommuniziert worden.

Bekanntlich gaben sich Mönche des fünften bis achten Jahrhundert große Mühe, das umfangreiche Schriftgut des Origenes zu vernichten.

Warum?

Wahr ist, Origenes  er hatte Verleumder, wie Joseph Smith.

Beachten wir eine Feststellung, die der abwertenden Behauptung widerspricht: Origenes sei ein Häretiker gewesen:

„Eine ganze Generation von Theologen ist ... durch seine Schule gegangen... mehrfach holte man Origenes zur Widerlegung von Häretikern, die sich seinen Argumenten meistens beugten...“    (7) Franz Schupp „Geschichte der Philosophie im Überblick“

All das wusste Joseph Smith nicht.

Niemand kann glaubhaft versichern, dass die Kernlehren des Origens n i c h t dem Lehrgut der Apostel entsprechen (Ob Paulus hier gelegentlich ausschert ist nicht entschieden)

Ludwig Hertling SJ wertet Origenes auf:

 „Origenes hatte niemals die Absicht von der Lehre der Kirche abzuweichen!“ (8) „Geschichte der katholischen Kirche bis 1740“

Umgekehrt war und ist es! Die sich christlich nennenden Rechthaberischen aller Zeiten wichen vom Original ab. Deshalb gibt es tausende Kirchen die einander widersprechen.

Kardinal Urs von Balthasar erklärt:

„Origenes und seine Bedeutung für die Geschichte des christlichen Denkens zu überschätzen ist kaum möglich.“ (9) www.origenes.de/Kommentare

Papst Benedikt XVI. empfiehlt:

„Ich lade euch dazu ein... die Lehre dieses großen Meisters (Origenes) im Glauben in euer Herz aufzunehmen.“ (10)  Generalaudienz am 25. April 2007  

Herr Dr. Funkschmidt, wenn wir Origenes in Betracht ziehen, verstehen wir die Bibel besser. Denn da steht es geschrieben:

  Ich habe wohl gesagt: "Ihr seid Götter und allzumal Kinder des Höchsten" (11) Psalm  82: 6 

Jesus selbst verteidigte sich vor den Pharisäern, weil er zu erkennen gab, dass er der große ICH BIN, des Alten Testaments sei (12) Johannes 8, mit den Worten:

 Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: "Ich habe gesagt: Ihr seid Götter.  So er die Götter nennt, zu welchen das Wort geschah, und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden.“ (13) Johannes !0: 34

Natürlich kann kein Sterblicher dieses Hochziel erreichen, aber er kann sich, aus eigenem Willen, darauf hin zu bewegen.

Hier wird der eigentliche Gegensatz zwischen evangelischer und „mormonischer“ bzw. origenistischer Theologie zu Ungunsten der Protestanten offenbar.

Luther sowie die Exponenten der evangelischen Kirche schwören geradezu darauf, dass der Mensch k e i n e n freien Willen hat, während die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage wie Origenes und wie die Katholiken, darauf bestehen!

Sieh hin, Nachdenklicher, was gewisse Theologen aus dem Geschenk Gottes gemacht haben und wende dich ab von ihren wilden Spekulationen: online Dogmatik evangelischer Glaube behauptet:

„Gottes Allmacht und sein Vorherwissen schließt menschliche Willensfreiheit aus.“ (14)

NEIN! Du bestimmst, was aus dir wird: Gestern, Heute und in Ewigkeit. Schon Origenes (185-254) weist die Besserwisser zurecht.

 
o der Wille des Einzelnen ist entscheidend, und das heißt: der autonome Wille des Einzelnen...“ (15) Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft, dritte Auflage                            

 „Der Schöpfer gewährte den Intelligenzen, die er schuf, willensbestimmte freie Bewegungen, damit in ihnen eigenes Gut entstehe.“ (16) Arbeitskreis Origenes

Exakt das war im Jahr 200  höchstes Lehrgut.

Thomas von Aquin erkannte diesen echt urchristlichen Aspekt:

„Der Wille gibt dem Menschen die Freiheit, sich zwischen gut und böse zu entscheiden. Gott gewährt uns die Freiheit falsch zu handeln, aber er hat uns auch den Sinn für das Rechte und das Falsche eingegeben.“ (17) Horst Poller „Die Philosophen und ihre Kerngedanken“

Das ist die ebenfalls Lehre der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Luther dagegen - dessen Heldentum zu Worms von Mormonen (und zunehmend von Katholiken) gewürdigt wird - wagte immer wieder das Gegenteil zu formulieren:

...die Vernunft selbst (ist) gezwungen zuzugeben, ... dass es einen freien Willen weder im Menschen noch im Engel, noch in sonst einer Kreatur geben kann.” (18) M. Luther „Vom unfreien Willen“

Der Kontext der gesamten Bibel widerspricht.

Johannes Calvin bekräftigt den lutherischen Blödsinn noch:

„Non agunt, sed aguntur“ – Wir handeln nicht, wir werden gehandelt.“ (19) Prof. Bernhard: Calvin und die Wirkungen

Sklavenhalter handeln mit Menschen und händeln sie!

Passend dazu, aber unpassend zur urchristlichen Grundlehre posaunte Augustinus von Hippo:

   „... nur eine relativ kleine Zahl von Menschen (zur Wiederauffüllung der durch den Engelsfall entstandenen Lücke!) ... zur Seligkeit vorausbestimmt. Die anderen (sind) ‚Masse der Verdammnis’.“ (20) Prof Hans Küng „Kleine Geschichte der k. Kirche“ 110

Während Jesus ausnahmslos alle Menschen einlud: „Kommt her zu mir die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch erquicken“ (21) Matth. 11: 28-30  Aus der Sicht der Verdammten ist „Gott“ das Abbild eines Tyrannen, der dir, möglicherweise, „ewig Verlorenen“ das Individualrecht vorenthält.

Solcher Gedankenwirrwarr kann niemanden beglücken, und, schlimm genug, er führt nicht zum Frieden.

Augustinus Gott bestimmt wer Ewigkeiten des Daseins hindurch Höllenqualen erleiden muss und wer nicht. Augustinus Dogma von der Prädestinationslehre gehört, mit den Zwangsgesetzen seines persönlichen Freundes, des Ambrosius von Mailand, zum Schlimmsten was der damalige Antiarianismus hervorgebracht hat.

Fortan stieg auch die Flut der Legenden antioriginistischer  Propaganda.

Der Druck auf Andersdenkende nahm ständig zu. Die gesamte urchristliche Theologie wurde mit und nach Nicäa untergraben, die Dinge wurden seitenverkehrt dargestellt.

Kontra Luther, Calvin und anderen Spielverderbern besteht des genuinen Christentums Aufgabe jedoch darin:  

 „Eine neue, alle völkischen Unterschiede hinter sich lassende Lebensordnung (zu schaffen!) ... Alle Menschen von sittlichem Willen (werden) sich ihr freudig unterstellen... (Erst) diese Auffassung vom Ziel der sittlichen Willensfreiheit bringt uns die Loslösung des Menschen vom Zwang irdischer Bindungen.“ (22) Dialog des Bardesanes bei Hans Lietzmann „Geschichte der alten Kirche.

Entschlossenheit und Willensfreiheit des Einzelnen sind erforderlich um sich aus dem Zwang irdischer Bindungen zu lösen. Zu diesem Zweck erhielten wir Talente.

Deshalb heißt es:

„Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel verlangt werden“ (23) Lukas 12: 48

Das ist Mormonismus!

In diese Richtung weist moderne katholische Theologie!

Der allein wahre Gott setzt uns keinen Grenzen für unsere Entfaltung. Du bist frei, jetzt und immer.

Du darfst zu jeder Zeit auch die entgegen gesetzte Richtung einschlagen. Der allein wahre Gott wird dich nie zum Guten zwingen. Zwangsanwendung hingegen gestattet nur SOL, der Sonnengott, der zu Nicäa, 325, auch der Gott der Christen werden sollte.

Entgegen großkirchlichen Praktiken und Theorien gilt ein für alle Mal: Dass jeder Mensch

„...durch e i g e n e n  Eifer die Ähnlichkeit Gottes erwerben (kann). Unentbehrlich für das Erreichen der Gottähnlichkeit ist also die Entscheidungsfreiheit.“ (24) H.. Benjamins „Eingeordnete Freiheit; Freiheit und Vorsehung bei Origenes.

Infolge des falschen, von Konstantin erpressten „nicänischen“ Bekenntnisses entstand eine brisante Mischung von Nebel, Glaubens-hass und Fanatismus.

Deshalb schlugen sie aufeinander ein.

Auch das Buch Mormon bestätigt vehement, dass der Mensch frei ist. Deshalb muss er für das Recht des Unterlegenen kämpfen: Das ist Christi Botschaft von der Nächstenliebe.

Gott bietet allen dieselben Chancen.

Er wird ausnahmslos alle Menschen erlösen, wenn sie, aus eigenem Entschluss, auf seine Stimme hören (d.h. wenn sie seinen Ratschlägen folgen, wie Retter Verunglückter erwarten, dass die sonst Verlorenen, ihren Weisungen nachkommen.)

Und er  (Christus) kommt in die Welt, auf dass er a l l e Menschen errette, wenn sie auf seine Stimme hören werden; denn siehe, er erleidet die Schmerzen aller Menschen, ja, die Schmerzen jedes lebenden Geschöpfes, sowohl der Männer als auch der Frauen und Kinder, die der Familie Adams angehören.

Und er erleidet dies, damit die Auferstehung a l l e n Menschen zuteilwerde, damit a l l e am großen Tag, am Tag des Gerichts, vor ihm stehen können.

Und er gebietet a l l e n Menschen, dass sie umkehren  müssen und sich in seinem Namen taufen lassen und vollkommenen Glauben an den Heiligen Israels haben, sonst können sie nicht im Reich Gottes errettet werden.“  (25) 2. Nephi 9 21-23

Niemand muss. Wir sind unsterbliche Intelligenzen seit Ewigkeiten. Die Kaballisten brachten es, wie Theresa von Avila und andere Mystiker, auf den Punkt:

 „...Jeder gute... Gedanke und jedes ebensolche Tun zeugt unverlierbare geistige und reale Energien (bis zur) Veredlung und Emporhebung in die reinen Höhenregionen, (tätig) an der immer fortschreitenden Vergottung.“ (26) Erich Bischoff „Kaballa“

Die Seele ist Geist, sie ist unser eigentliches Ich.

Joseph Smith sagt, was ihm offenbart wurde, und es klingt harmonisch mit den Überzeugungen der Kaballisten:

Wer seine Gebote hält, empfängt Wahrheit und Licht, bis er in der Wahrheit verherrlicht ist und alles weiß. Der Mensch war auch im Anfang (in der Präexistenz) bei Gott.

 Intelligenz, oder das Licht der Wahrheit wurde nicht erschaffen oder gemacht und kann es auch gar nicht. Alle Wahrheit ist unabhängig in dem Bereich, worein Gott sie gestellt hat, und kann für sich selbst handeln, wie auch alle Intelligenz; anders gibt es kein Dasein.

Siehe, hierin liegt die Entscheidungsfreiheit  des Menschen, und hierin liegt die Schuldigsprechung des Menschen; weil das, was von Anfang an war, ihnen deutlich kundgetan ist und sie das Licht nicht annehmen. Jeder Mensch, dessen Geist das Licht  nicht annimmt, steht unter Schuldspruch.

Denn der Mensch ist Geist. Die Elemente sind ewig, und Geist und Element, untrennbar verbunden, empfangen eine Fülle der Freude; sind sie aber getrennt, so kann der Mensch eine Fülle der  Freude  nicht empfangen.“ (27) Zusatzschrift der Kirche Jesu Christi der HLT „Lehre und Bündnisse“ Abschnitt 93: 28-34

Mit dem altchristlich-jüdischen Begriff „Intelligenzen“, bzw „Seele“ haben evangelische Theologen seit etwa dem 19. Jahrhundert zunehmend ihre Probleme. Mehr als eintausend Worte benötigt „online-Dogmatik evangelischer Glaube“ um verwirrend und unglaubwürdig zu sagen was unter „Seele“ zu verstehen sei.

Da behaupten protestantische Theoretiker spekulierend: Es gibt keine „unsterbliche“ Seele!

            Der Mensch, wenn er stirbt sei „ganz und gar tot“.

Woher wissen sie das?

Für die Ganztodidee spricht nicht der geringste Beweis.

Alle die eine Nahtoderfahrung durchlebten wissen etwas. Rund um den Globus stehen die Erkenntnisse etwa 100 Millionen zeitweise „Verstorbene“ gegen online-Dogmatik evangelischer Glaube“

Was diese Millionen sagen ist vernünftig. Mit wenigen, aber deutlichen Worten, schildern sie übereinstimmend!, dass, und wie sich die „Seele“ während einer gewissen Situation vom Körper löst.

Im Buch Mormon werden zwei Fälle außerkörperlicher Erfahrung geschildert, die mit denen der Heutezeit vergleichbar sind. (28) Alma 36 und Alma 19

Felix Gietenbruch  lic. theol. VDM liest seinen „ungläubigen“ Kollegen die Leviten:                                                 

Im Protestantismus hat sich die kümmerlichste aller Jenseitsvorstellungen durchgesetzt, nämlich, dass der Mensch, wenn er stirbt, mausetot ist und dann vielleicht nach einem Zeitraum von unbestimmter Länge am Jüngsten Tag, an den auch niemand mehr glaubt, wieder durch einen Akt der Neuschöpfung auferweckt wird, um dann gerichtet zu werden. Das ist alles so absurd wie nur möglich und verkennt schon die Tatsache, dass zum persönlichen leben die Kontinuität der Persönlichkeit und die lebendie Entwicklung gehört. ... Die Kirche ist offenbar weitgehend den Angriffen der zweiten Aufklärung erlegen. Sie hält immer noch die materialistische und positivistische Wissenschaft des 19 Jahrhunderts für den höchsten Stand der Wissenschaftlichkeit ... Die deutschen Kirchen sind über den Vorwurf, eine opiatische Jenseitsreligion zu sein, so erschrocken, dass sie in das Gegenteil verfallen sind.“ (29) Felix Gietenbruch Studien zur systematischen Theologie und Ethik „Höllenfahrt Christi und Auferstehung der Toten“

online-Dogmatik evangelischer Glaube“, sagt allerdings zutreffend:

Gott gedenkt (derer die starben), dass er (die Verstorbenen) weiterhin kennt, dass er sie nicht vergisst und sie aus der Beziehung zu ihm auch nicht entlässt. ... ein jeder wird vor seinen Schöpfer gestellt, um ihm Rechenschaft zu geben.“

Doch in Kombination zum zuvor dargelegten Text, bedeutet das: Nach evangelischem Glauben bewahrt Gott alles Tun und Lassen eines Menschen „in sich“.

Gott ruft, - wie die Zeugen Jehovas sagen würden, die „Verstorbenen aus den Gedächtnisgrüften“ - irgendwann heraus, gemäß seiner Erinnerung.

Welch unvorstellbare Leistung.

Die Rede: „Bei Gott ist nichts unmöglich“, greift nicht.  Gott kann nicht alles! Schon die alten Juden fragten: „Kann Gott einen Stein so schwer machen, dass er ihn nicht mehr aufheben kann?“

Gott kann und wird niemals sein Wort brechen!

Gott kann nicht die Bosheit in sich bewahren, die wahrscheinlich mehr als die Hälfte aller Geschichte ist!

Armer Gott, wenn er das müsste!

Es leben knapp 8 Milliarden Menschen und nur in den letzten 6 000 Jahren lebten wahrscheinlich weitaus über 100 Milliarden. All den Wahn bewahrt er, und soll doch glücklich auf höchstem Level sein?

Wozu überhaupt dieser Aufwand der Konservierung des Bösen an sich, wenn Er die Bösen dann doch nur, und zwar sehr, sehr in die Länge gezogen vernichtet?

Und wo bleibt da die Barmherzigkeit?

Welcher irdische Vater könnte jemals ruhig schlafen, wenn auch nur eins seiner Kinder unheilbar leidet?

Lutherisch trotzig heißt es immer noch:

     (Es)  wird  gelehrt, dass unser Herr Jesus Christus am Jüngsten Tag kommen wird, um zu richten und alle Toten aufzuerwecken, den Gläubigen und Auserwählten ewiges Leben und ewige Freude zu geben, die gottlosen Menschen aber und die Teufel in die Hölle und zur ewigen Strafe verdammen wird. Deshalb werden die verworfen, die lehren, dass die Teufel und die verdammten Menschen nicht ewige Pein und Qual haben werden.“  (30) XVII. Artikel des Augsburgischen Bekenntnisses                                                                                  

Oh O! Die gut katholische und ebenso „mormonische“ Überzeugung entfällt seitens moderner evangelischer Lehrer, dass es eine Auferstehung des Fleisches gibt  (mormonisch: eine nie wieder aufzulösende Verbindung von Geist und Urstoff)

Luthers Lehre korrespondiert verzweifelt mit den Himmel- und Höllenvorstellungen eines nachnicänischen Papstes:  

"... Gregor der Große hatte behauptet, dass die Seligkeit der Erwählten im Himmel nicht vollkommen sein würde, wenn sie nicht über den Abgrund blicken und sich an der Angst ihrer Mitbrüder im ewigen Feuer erfreuen könnten. Diese Gedanken teilte das ganze Volk (G.S. weil es stets diese tendenziösen Predigten hörte, die es gefügig machen sollten). Petrus Lombardus (scholastischer Theologe, Leiter der Kathredalschule von Notre Dame in Paris und dann Bischof von Pa) ... führt den heiligen Gregor billigend an und verweilt lang und breit bei der Genugtuung, welche die Gerechten empfinden werden über das unaussprechliche Elend der Verdammten. Das mystische Zartgefühl hinderte sogar Bonaventura (den berühmten General der Franziskaner  und Kardinal) nicht, dasselbe schreckliche Frohlocken zu wiederholen." (31) Henry, Charles Lea „Geschichte der Inquisition im Mittelalter

Gregors Gott akzeptierte  konsequenterweise Zwangskehrungen und das schlug durch auf die gesamte Geschichte der Missionierung durch die Großkirchen  weit bis ins 20. Jahrhundert. Gregor schrieb um 600:

„Wenn ihr feststellt, dass die Menschen nicht gewillt sind, ihr Verhalten zu ändern, so befehlen wir, dass ihr sie mit größtem Eifer verfolgt...züchtigt sie mit Prügeln und Folter, um sie zur Besserung zu zwingen… sie sollen durch strengste Kerkerhaft zur Einsicht gebracht werden, wie es angemessen ist, damit jene, die sich weigern, die Worte der Erlösung anzunehmen, welche sie aus den Gefahren des Todes erretten können, durch körperliche Qual dem erwünschten gesunden Glauben zugeführt werden.“  (32)  Henry, Charles Lea „Geschichte der Inquisition im Mittelalter“

Der „gewünschte Glaube“? Dieser Glaube ließ Schrecklichstes zu.

Nicht im finstersten Mittelalter, sondern noch im Juni 1858, wurde mit dem Vertrag von Tianjin das besiegte China von den christlichen Großmächten, England, USA, Russland und Frankreich genötigt, den Opiumhandel zuzulassen um positive Handelsbilanzen zu erzielen. Gleichzeitig erzwangen diese Nationen mit ihren das Geschehen diktierenden, frommen Leuten, das „Recht“, die chinesische Bevölkerung auf ihre Weise zu missionieren.

Bitter ist die Erkenntnis, dass der vom Opium betäubte Chinese alles akzeptierte, sogar den europäischen Konstantinismus der ihnen als Christentum verkauft wurde. Damals allerdings hieß es noch: „Wir wollen die verlorenen Seelen retten!“  

Ja, wir sind verlorene Seelen, aber Jesus von Nazareth will und wird uns herausholen aus der Verlorenheit, wenn wir wollen.

Schaut euch in der Bibel  um: Wir sind Geister die in sterbliche Körper fielen. Wir selbst bewahren, über den Tod hinaus unsere Identität. Nicht für den Bruchteil einer Sekunde sind wir nichtexistent!

Wenn wir sterben ziehen wir, wie die Apostel erklärten, nur unseren „Mantel“ aus, oder wir verlassen lediglich das „Zelt“ (33) 2. Petr. 1

Wir gehen in die Geisterwelt, (das Paradies, oder griech. Hades)



In z.Zt. nicht zugänglichen Räumen der ältesten nun längst überbauten Kirche San Giovanni in Laterano, Rom befindet sich dieses Bild

Siehe "2000 Jahre Christentum" Stemberger, Karl Müller Verlag Erlangen 

Beachte die Gammadiahaltung der Arme, wie sie auf Mosaiken des Arianertempels zu Ravenna um (500) erscheinen



Ein Märtyrer geht hier in die Geisterwelt.



Jesus predigte den Geistern, die zu Zeiten Noah nicht glaubten:

„Sintemal auch Christus einmal für unsre Sünden gelitten hat, der Gerechte für die Ungerechten, auf daß er uns zu Gott führte, und ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist19 In demselben ist er auch hingegangen und hat gepredigt den Geistern im Gefängnis.“ (34) 1. Petrusbrief 3:18

Da dieses Bild nicht ins evangelische Glaubensbuch passt, muss folglich auch der erste Petrusbrief infrage gestellt werden.

Es ist wohl wahr: „ein jeder wird vor seinen Schöpfer gestellt, um ihm Rechenschaft zu geben“, aber der Rest der Erläuterungen durch „online Dogmatik, evangelischer Glaube“  macht keinen Sinn.

Die Widersprüche protestantischerseits sind so gravierend, dass sie zu einem jähen Kollaps der „evangelischen Kirchen“ führen werden.

Beide Aussagen, erstens die von der Möglichkeit der Vergottung und zweitens die, dass wir ein vorirdisches Dasein hatten, - dass wir unzerstörbaren Seelen sind - wurden nachweislich erst im 6. Jahrhundert aus dem Lehrgebäude der Kirche entfernt.

Für die Eliminierung der Wahrheit vom ewigen Sein des Menschengeistes, zeichnet Kaiser Justinian verantwortlich, ein Mann der Massenmorde – wie hier gezeigt werden wird.

Er drohte immer und allen Bewohnern seines oströmischen Reiches.  Wer von seinem, Justinians, „orthodoxen“ Glauben abfällt wird hingerichtet. Das zeichnet ihn aus: Die Brutalität in Geistlosigkeit.

Was kümmerte es Justinian, dass der „allein wahre Gott“ Gewalt-anwendung untersagte, nämlich indem Jesus sagte:

„Selig sind die keine Gewalt anwenden“ (35) Matth. 5

Unselig sind die Brutalen!

Seine persönliche, höchst ekelhafte Meinung ließ Justinian schamlos, in sein Gesetzeswerk „Codex Justinianus“ hineinschreiben. Wörtlich: 

 „das Festhalten am „hellenischen“ Glauben bzw. die Apostasie nach der Taufe wird mit der Todesstrafe geahndet... (36)  Codex Justinianus, 10,11 

Das erinnert an Lenins roten Terror.

Das war Hitlers, Maos, Pol Pots Trachten.

Justinian war es. Er verfügte auch die Kleinkindertaufe.                                                                                                                          

Aber!  „(nach Tertullian „(vgl. de bapt.18) ist (die Taufe) bis dahin keine Taufe von Säuglingen, sondern von reiferen Kindern oder Erwachsenen durch Untertauchung). In der Frühzeit wurden nur Erwachsene getauft“ (37) Anton Grabner-Haider-Maier „Kulturgeschichte des frühen Christentums“    

Kaiser Justinian hielt sich für den größten Herrn aller Zeiten, deshalb passte ihm nicht, dass es in seinem Imperium immer noch Christen gab, die an die Gleichheit aller glaubten.

Deshalb verfluchte er die ursprüngliche Lehre, nach der wir buchstäblich gleichberechtigte, ewige Kinder des Allerhöchsten sind.

Er hielt Synoden ab um, wie Konstantin, seine an sich unmaßgebliche Meinung für „heilig“ erklären zu lassen.

Die Verfluchung der erwähnten Lehren des Origenes erfolgte in der Zusammenkunft der Bischöfe, 543.

165 gleichgesinnte, „heilige Väter“ kamen (von ca 5 000 Bischöfen seiner Zeit)

Origenes Überlieferungen wurden feierlich verurteilt:  

„Wenn einer sagt oder dafürhält, die Seelen der Menschen wären präexistent gewesen, insofern sie früher Intelligenzen und heilige Mächte gewesen seien; ... so sei er im Banne....“ (38) Horst Robert Balz, Gerhard Krause, Gerhard Müller -Theologische Realenzyklopädie -2000

Wohin solche Eigenmächtigkeit führte liegt auf der Hand.

Papst Vigilius wurde auf Befehl Justinians nach Konstatinopel geschleppt, da musste er gewisse Beschlüsse unterschreiben - und immer ist in diesem Zusammenhang die Rede vom Monophysitismus, - doch der Schwerpunkt aller Theologie, das Wissen um das Vorherdasein der Seele versank im Meer der nun folgenden Spekulationen.

Vigilius bestritt jedenfalls, dass er die betreffenden Papiere freiwillig unterschrieben habe. (39) Aloys Grillmaier u.a. „Christ in Christian Tradition“

Das und mehr zu sagen ist mein Anliegen.

Die Themen verlangen Gründlichkeit.



Zum Thema „Buch Mormon“ an dieser Stelle, nur ein Wort: Viele der im Folgenden beschriebenen Szenen in den Bereichen Kirchen-geschichte werden verglichen mit den Grundlehren des Buches Mormon und ich verspreche bereits jetzt: Positives Erstaunen.



Das Nicänum



Zu den von Herrn Dr. Utsch oben erwähnten „unüberbrückbaren Differenzen“ gehört auch die angeblich falsche Gotteslehre der „Mormonen“.

Wohlgemerkt: „Mormonen“ wagen es - antitrinitarisch - zu glauben, dass Jesus Christus ein anderer ist, als sein Vater.

 Mormonen glauben sogar, dass Jesus und sein Vater ihr eigenes Gesicht haben.

Das sei falsch!

Das sei purer Tritheismus (die Glaubensvorstellung Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist sind drei Personen, - bei Origenes Hypostasen, - gleich drei eigenständige Gottheiten)

Wer immer, in allen nachnicänischen Jahrhunderten, sich herausnahm tritheistisch zu sagen:

„Gott hat ein Angesicht!“, wie Michael Servet, der berühmte Schweizer Arzt, wurde verfolgt oder verbrannt. (In diesem Fall von den Calvinisten!)

Diese rüde Gangart ist auf Athanasius (296-373) zurückzuführen, den wortgewaltigen Verkünder des gestaltlosen Gottes.

Nachdem er sich, 325, als Sieger von Nicäa betrachten durfte, schimpfte dieser Emporkömmling mit gemeinsten Ausdrücken auf die „Arianer“: Sie seien Schweine usw.:

„Sie, die sich Christen nennen (die Arianer), vertauschen die Herrlichkeit Gottes mit der Ähnlichkeit eines Bildes von einem vergänglichen Menschen.“ (40) Bibliothek der Kirchenväter, Vier Reden gegen die Arianer (Orationes contra Arianos, RFT Information, 1. Rede, Teil 2)



Wie erstaunt wäre der kleine Fanatiker Athanasius gewesen, wenn er in einem Wahrtraum Papst Benedikt XVI., 2006, im Vorab gehört hätte. Unerwartet mutig, sowie erstaunlich deutlich korrigierte Benedikt das Nicänum in seiner Unfrieden stiftenden Passage:

„Dantes „Göttliche Komödie“ habe ihn ... inspiriert, ... „wo ein „kosmischer Ausflug“ im inneren des Paradieses zum innersten Licht der Liebe führe, „die Sonne und Sterne zugleich bewege“. – Das tiefste Innere dieses unzugänglichen Lichtes sei jedoch nicht etwa ein noch gleißenderes Leuchten oder noch helleres Scheinen, sondern das zarte Gesicht eines Menschen, das dem Seher da endlich auf seiner Suche entgegentrete. Dies sei ...„noch viel bewegender als die Offenbarung Gottes in der Form des Dreifaltigen Kreises von Erkenntnis und Liebe. Gott, das unendliche Licht, ... besitzt ein menschliches Gesicht.“ (41) Erste Enzyklika 23. Januar 2006 

Dass Philipp Melanchthon, Luthers engster Freund, den Calvinisten, zur Verbrennung des Arztes Servet, schriftlich gratulierte, soll erwähnt werden, weil es zeigt, wie verbohrt die Lutheraner und die Protestanten überhaupt waren und sein können.

Wie war das noch?

Die Evangelische Weltanschauungszentrale, Berlin, verkündet:

„…aus der Perspektive des ökumenischen Christentums ist es legitim ihnen (den Mormonen,) die Christlichkeit abzusprechen.“ (42) Dr. Fincke

Amerikanische Evangelikale formulieren „aus der Perspektive des ökumenischen Christentums“ sogar scharfmacherisch: “Mormonen sind „definitely“ (eindeutig)  gefährlich!“, denn sie verweigern sich  dem nicänisch - trinitarischen Bekenntnis!“  

…The Mormons are dangerous, because they reject the Nicene-Trinitarian confession. (43) Religion Dispatches“of May 27th, 2011

Nun wissen wir, was uns so gefährlich macht!

Für die Mitglieder der christlich-ökumenischen Kirchengemeinschaft gilt der höchst kuriose, doch immer noch verbindliche Text:

Es sind es nicht drei Herren, sondern ein Herr. Denn wie uns die christliche Wahrheit z w i n g t, jede Person einzeln für sich als Gott und als Herrn zu bekennen, so verbietet uns der katholische (d.h. der allgemeine) Glaube, von drei Göttern oder Herren zu sprechen.“ (44) Der strittige Teil des Athanasianischen Glaubensbekenntnisses

Wissen die Verteidiger überhaupt wovon sie reden?

„Mormonen sind keine Christen weil sie der „christlichen Wahrheit“ den Vorzug vor dem „allgemeinen“ konstantinisch orientierten Glauben geben?



Auf dem 4. Latarankonzil, 1215, unter Papst Innozenz III. wurde der urchristliche, biblisch - mormonische „Tritheismus“ abermals als häretisch verurteilt. Dabei blieb es, dabei blieb Luther und Calvin, und die protestantische Theologie. Lediglich Papst Benedikt relativierte!

Allerdings steht fest: Nicht die christlichen Bischöfe sondern Kaiser Konstantin entwickelte, 325, zu Nicäa, die Idee vom Eingott. Er setzte sie durch, auf Biegen und Brechen.

Die gesamte Fachwelt weiß das.

Die von ihm nach Nicäa eingeladenen Bischöfe mussten hilflos zusehen, dass

 „Konstantin selber das nachher so sehr umstrittene unbiblische Wort wesensgleich griech. Homousios lat. ‚consubstantialis einfügen...(läßt). Die Unterordnung des Sohnes unter den einen Gott und Vater (der Gott) , wie von Origenes und den Theologen der Vorzeit allgemein gelehrt, wird jetzt ersetzt durch eine wesenhafte, substantielle Gleichheit des Sohnes mit dem Vater“ (45) Prof. Hans Küng, „Kleine Geschichte der katholischen Kirche“

Der Begriff consubstantialis ist die Erfindung eines Totschlägers, der selber Gott sein wollte. Davon, und den katastrophalen Folgen dieser nicänischen Häresie, wird nun lang und breit die Rede sein, um besser zu verstehen, dass die Kirche während des 1. Ökumenischen Konzils in die Grube stürzte.

Selbst namhafte Theologen können nicht umhin zu bekennen, dass zu Nicäa die Kirche Christi durch die „Reichskirche“ Konstantins ersetzt wurde:

„…die Kirche befolgte in Nicäa (325) die Wünsche Konstantins, obwohl sie sie nicht billigte... ... „Eben so wenig, wie Konstantin Christus erwähnt, ist die (neue, nachnicänische) Kirche auf Christus bezogen. (46) Heinz Kraft, Habilitationsschrift „Konstantins religiöse Entwicklung“ Heidelberg - Uni Greifswald

Und weil es diesen Abfall mit seinen entsetzlichen Folgen gab, wurden wir „Mormonen“.

Alle christlichen Denominationen stammen ab von diesem Urgetüm, ebenso die Zeugen Jehovas, die Siebten-Tags-Adventisten ebenso die nichtlutherischen Protestanten, ob sie das begreifen oder nicht, aber nicht die Mormonen.

Der Beweis dafür folgt hier, mit einem aus ehrlicher, katholischer Hand stammenden Schema:

Hier werden die Mitglieder der Kirche Jesu Christi nicht ausgegrenzt.

 Hier gehören sie zur Christengemeinschaft, auch wenn sie , wie die ins scheinbare Nichts weisenden Striche belegen, keine Verbindung zur römisch katholischen Kirche haben.

Tatsächlich schlug die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ihren eigenständigen Weg ein, den der Nähe zur Origenes, Hippolyt, Arius.

Damit ist klar, sie ist keine synkretistische Neureligion, wie einige pauschal und gelegentlich oberflächlich urteilende Sektenkundler meinen. Sie steht im Ganzen der Urkiche näher, als jede andere Religion!






Über zahllosen späteren, blutigen Kampffeldern der Nicäner gegen die Nichtnicäner flatterte das Zitat:

                    Arius und seine Anhänger sind keine Christen.

Darauf kommen wir zurück.

Lediglich zur Information: Das Buch Mormon lehrt deutlich, - 1830 offenbart -, dass Gott ein Gesicht und demzufolge eine Gestalt, wie ein Mensch, hat:

„Und es begab sich, dass der Geist zu mir sprach: Schau! Und ich schaute und sah einen Baum; und er war wie der Baum, den mein Vater gesehen hatte; und dessen Schönheit ging weit über, ja, übertraf alle Schönheit; und dessen Weiße übertraf die Weiße von frisch gefallenem Schnee.

Und es begab sich: Nachdem ich den Baum gesehen hatte, sprach ich zum Geist: Ich sehe, du hast mir den Baum gezeigt, der  kostbarer als alles ist.

Und er sprach zu mir: Was wünschst du?

Und ich sprach zu ihm: Die Auslegung davon zu wissen – denn ich redete mit ihm, wie ein Mensch redet; denn ich sah, dass er menschliche Gestalt hatte; und doch wusste ich, dass es der Geist des Herrn war; und er sprach mit mir, wie ein Mensch mit dem anderen spricht.“ (47) 1. Nephi 11: 8-11

Joseph Smith berichtet in seinem Zeugnis - das man durchaus ablehnen darf! -, was er selbst unerwarteterweise, in seiner Ersten Vision am 20. April 1820,  erleben durfte :

„... Nachdem ich mich an den Ort zurückgezogen hatte, den ich vorher dazu ausersehen hatte, und mich umblickte und sah, dass ich allein war, kniete ich nieder und fing an, Gott die Wünsche meines Herzens vorzutragen. Kaum hatte ich das getan, wurde ich sogleich von einer Macht gepackt, die mich gänzlich überwältigte und eine so erstaunliche Wirkung auf mich hatte, dass sie mir die Zunge lähmte und ich nicht sprechen konnte. Dichte Finsternis zog sich um mich zusammen, und ich hatte eine Zeit lang das Gefühl, als sei ich plötzlicher Vernichtung anheimgegeben. Ich nahm aber alle Kraft zusammen und rief Gott an, er möge mich aus der Macht dieses Feindes befreien, der mich gepackt hatte; und gerade in dem Augenblick, als ich in Verzweiflung versinken und mich der Vernichtung preisgeben wollte – und nicht etwa einem eingebildeten Verderben, sondern der Macht eines wirklichen Wesens aus der Welt des Unsichtbaren, das eine so unglaubliche Macht hatte, wie ich sie nie zuvor bei irgendeinem Wesen verspürt hatte –, eben in diesem Augenblick höchster Angst sah ich gerade über meinem Haupt, heller als das Licht der Sonne, eine Säule aus Licht, die allmählich herabkam, bis sie auf mich fiel.

Kaum war sie erschienen, da fand ich mich auch schon von dem Feind befreit, der mich gebunden gehalten hatte. Als das Licht auf mir ruhte, sah ich zwei Personen von unbeschreiblicher Helle und Herrlichkeit über mir in der Luft stehen. Eine von ihnen redete mich an, nannte mich beim Namen und sagte, dabei auf die andere deutend: Dies ist mein mein geliebter Sohn. Ihn höre!

      (48) Lebensgeschichte des Propheten Joseph Smith 15-17





Setzte Kaiser Konstantin, in Nicäa 325, ein Gleichheitszeichen zwischen Jesus Christus und Sol Invictus?



Von zahlreichen Lippen kommt ein glattes Nein.

Aber, haben die Urteilenden bedacht, was in Nicäa wirklich geschah?

Im Winter zu 325 lud Kaiser Konstantin rund 1 800 Bischöfe nach Nicäa, seinem Sommerlager, ein.

Die Vorstellung, Bischöfe damaliger Zeit wären hoch gebildete, große Herren über zehntausende Mitglieder gewesen, ist falsch.

Sie waren Vorsteher von Gemeinden zwischen 20 und 60 Mitgliedern, und allesamt berufstätig. Der Bischof aus Zypern war Schweinehirte. Einige konnten wahrscheinlich weder lesen noch schreiben.

Höchstens 220 Männer folgten der kaiserlichen Einladung.  Der Rest, etwa 1600 Unterschriftsberechtigte,  hatten den Braten vermutlich gerochen! Der stets von seiner Leibgarde umrundete Imperator erschien in Nicäa gekleidet wie Sol Invictus. Das geht aus Beschreibungen z. B. des Eusebius von Cäsaräa, hervor.

Anzumerken ist: Die Bischöfe gingen damals zivil gekleidet. Auch Kreuze kamen damals noch nicht vor. Sie erscheinen im Kirchenbild erst um 430.

Wiki Commons: Konstantin im Vordergund mit der Strahlen-krone des Sol.



























Die Angaben variieren etwas. Der "Evangelische Kirchenbote..." schreibt: 

 „... im Jahr 431 (wurde) das Kreuz als zentrales christliches Symbol beim Konzil von Ephesus eingeführt.“

Auf Inschriften begegnet das Kreuz in Rom, seit dem Ende des 4. Jahrhunderts, in Gallien fast ein halbes Jahrhundert“

Das Bischöfliche Ordinariat Regensburg, bestätigt 2010 im Internet: „Als allgemein verbreitetes und verwendetes Symbol der Christen lässt sich das Kreuzzeichen erst in der Zeit der Völkerwanderung nach 375 n. Chr. nachweisen.“


Wikipedia Common  Konstantin 285-337

Rom Museum



Im Nachhinein ergibt sich, dass Konstantin auch von den Christen als ihr Gott anerkannt werden wollte. Deshalb kam dieses Konzil zustande:

Und wissen die Urteilsverkünder auch, dass Konstantin sich mit Wortverstümmelung des Begriffes „Homo i usios“ in die Situation des Staatsgottes bringen wollte.

Was Konstantin mit der Entfernung des Buchstaben i (griech. Jota) anrichtete beschreibt einer der großen Theologen: Es war eine

„grosse Neuerung die Erhebung zweier unbiblischer Ausdrücke (Vater, Sohn und Heiliger Geist sind „unius substantiae“ G.Sk.) zu Stichworten des Katholischen Glaubens sicherte die Eigenart dieses Glaubens... Im Grunde war nicht nur Arius abgewiesen, sondern auch Origenes... fortan musste die Kirche die Last einer ihr fremden Glaubensformel tragen. (49) Adolf von Harnack, „Lehrbuch der Dogmengeschichte“

Neuerungen sind Abweichungen vom Original.

Und Abweichungen bezeichnet man als Häresien!

https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEgAcKS7L7vBOiPel8jTa0A6grMy04s-13n8NTaKHluF92hkFC-nXGAW9Depof2QYQt6ueNBjP95fcs7rxm9nLJejh9VFxA_Mxkw_j0vLCxi_tTf88O2jR5UQOhPs48XvZ6uIauhZ8jRpmFO/s640/Christassol.pngSol wollte er seit je werden, wie andere Kaiser vor ihm. Und neben ihm durfte es keine anderen Götter geben. So verstand Konstantin seinen Monotheismus.

Was er sich dabei dachte, und was die arglosen, von Konstantin bedrohten, Bischöfe meinten, das war zweierlei!



Nur fünf Jahre nach Nicäa, war es so weit. Als selbsternannter ‘Bischof der Bischöfe‘ durfte Konstantin unverschämt demonstrieren: „Ich bin der Gott dieser Welt!“

Wikemedia Commons: Mosaik der Vatikanischen Grotten unter dem Petersdom an der Decke, des Grabes der Julii. Darstellung Christi als Sonnengott Helios oder Sol Invictus auf seinem Streitwagen.

 

Mosaikkünstler brachten diese Zwangsvereinigung klar zum Aus-druck.

Christus der Fürst des Friedens fährt den altrömischen Streitwagen?

Kein Christ dieser Zeit schätzte Sol, den Gott der Krieger. Wer immer sich auf den Weg in die Gemächer des Vatikan macht kann es sehen, das Auftragswerk – vermutlich des Konstantin.

Eine Rückdatierung ist zweifelhaft.

Im Mai 330,  gab es in seiner neuen Hauptstadt, -  Konstantinopel - zu seinen Ehren, Festspiele im Zirkus. Er hatte sein Ziel erreicht.

 „Es wird berichtet, dass die Kolossalstatue Constantins auf der Porphyrsäule... von Heiden und wie Christen verehrt wurde und letztere versuchten das Bild Konstantins ... mit Opfern gnädig zu stimmen und mit Lampenfesten und Räucherwerk zu ehren, (sie) beteten ihn wie einen Gott an und leisteten Fürbitten die vor schrecklichen Dingen Abwehr schaffen sollten... Constantin als ApolloHelios entsprach der Darstellung Christi als Sonnengott...“ (50) Frank Kolb „Herrscherideologie in der Spätantike“

„Soldaten mit Kerzen in der Hand geleiteten die Statue Konstantins, die ihn in der Haltung und im Gewand des Sonnengottes darstellte…“ (51) William Seston „Verfall des Römischen Reiches im Westen

Ein namhafter Historiker bestätigt diesen häretischen Trend:

   „Wenn wir die Ebene der theoretischen Erörterungen verlassen und uns den Glauben der ‚kleinen Leute’ anschauen, dann verwischen sich die Unterschiede zwischen paganer und christlicher Frömmigkeit rasch, dann erfährt Konstantin göttliche Verehrung von Anhängern der alten heidnischen, wie der neuen christlichen Kulte (52) Manfred Clauss „Kaiser und Gott“, -Herrscherkult im römischen Reich

Alle Christen fürchteten ihn, den Strahlenkranzträger, vor dem 1. Ökumenischen Konzil.

Zunächst wollte Konstantin nur Christi Stellvertreter sein, dann gelangte er zur Überzeugung er sei auch Jesus Christus.

Zur Allmacht strebte er. Das brach den Stab.

Krieg und Sol das passt zusammen. Ebenso Sol und Konstantin, der nach der niederschmetternden Vormacht greift.




Wikipedia Commons Sol Invictus und das Genie der Militär-einheit  














Wiki Commons: Konstantin der Große (306–337) als Sol Invictus. Geprägt ca. 309–310. Sol stehend mit dem Gesicht nach rechts, rechte Hand erhoben, den Globus in der linken.

Aus dieser Zielsetzung macht er, lebenslänglich, kein Hehl.

Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs mahnte eindringlich, sein Volk solle keinen König haben. Er ließ es lediglich zu.  (53) 1. Samuel 8  „Ich Gott warne euch.“

Auch das Buch Mormon schreibt:

 „Es ist nicht ratsam für euch einen König zu haben, denn so spricht der Herr: Ihr sollt nicht ein Fleisch höher schätzen, als das andere, kein Mensch soll sich höher dünken als andere.“ (54) Mosia 23: 7

Konstantin schritt über Leichen, wenn sein Machtwahn das verlangte. Vermutlich ließ er seinen Sohn Crispus nicht wegen einer angeblichen Affaire mit seiner Stiefmutter Fausta ermorden, sondern weil dessen Ruhm als Feldherr den Glanz des Vaters überstrahlte.  Konstantins Traum von der Weltmacht konnte ihn, selbst in den Stunden seiner Siege, nicht dauerhaft glücklich machen, weil er ungöttlich ist.

Christus wurde von Satan die Weltmacht angeboten, vorausgesetzt Jesus betet ihn an. Er schickte den Verführer von sich.

Denn

"Gott ist nicht die 'Macht an sich' ... Macht an sich ist böse . Der 'Allmächtige', das ist das Chaos, das Übel, das ist der Teufel ... Dieser Rauschgedanke der Macht, das ist das Chaos, das Tohuwabohu, das Gott ... nicht gewollt hat, als er den Himmel und die Erde schuf." (55) K. Barth „Dogmatik im Grundriss

Wie Konstantin, berief Hitler sich, auf die Vorsehung, die ihn zur „Machtergreifung“ ermutigte.

Was dabei herauskam wissen wir.

1941, als der „Verführer“ Hitler seinen Großplan „Barbarossa“ startete, indem seine waffenstarrenden Divisionen die Sowjetunion verbrecherisch überfielen, hob er, wie zuvor der römische Imperator, die Hände himmelwärts:  

„dass der Herrgott in diesem Kampf des kommenden Jahres uns nicht verlassen möge, das soll unser Gebet sein.“ (56)  Christian Dube „Religiöse Sprache in Reden Adolf Hitlers“          

Und nicht wenige Pfarrer - vor allem evangelische - sagten: Amen!

Die Widerstandsgruppe um Sophie und Hans Scholl mahnte (ähnlich wie die Widerständler gegen Konstantin) todesmutig:

 „Jedes Wort, das aus Hitlers (Konstantins) Munde kommt, ist Lüge. Wenn er Frieden sagt, meint er Krieg, und wenn er in frevelhaftester Weise den Namen des Allmächtigen nennt, meint er die Macht des Bösen, den gefallenen Engel, den Satan.“ (57)  Rainer Bucher „Vorsehung und Religiosität“     

Nachdenklich macht immer wieder das Bemühen nicht weniger Autoren, in Konstantin einen Förderer des Christentums zu sehen. Allzu deutlich liegt auf der Hand, dass er ein Doppelspiel zugunsten seines immerwährenden Gottesstatus, trieb.

Er änderte alles. Kraft seiner außergewöhnlichen Autorität presste Konstantin sowohl den Geist, ebenso wie andere Inhalte des Heidentums ins Zentrum des Christlichen.

 

Doch Gold kann man nicht veredeln, aber durchaus verunreinigen.

Gleich nach dem 1. ökumenischen Konzil sei ‚Gott’ ihm in einem Traum erschienen. Sein Gott wolle  die Grundlegung des ‚Neuen Rom’, - Konstantinopel – die Erweiterung des alten Byzanz. Und so

„assistierte ihm eine Schar heidnischer Priester bei der Zeremonie.... Als oberster Priester (des Sol Apollo – Helios – Mithras, und nicht des Christus G.Sk.) umschritt Konstantin die projektierte Stadt. Mit einem Stab zeichnete er die Stadtgrenze in den Boden... Seiner auf dem Reißbrett entstandenen, nach den städtebaulichen Idealen der Spätantike gebaute Stadt, versuchte Konstantin durch antike Bildwerke das Antlitz einer gewachsenen Struktur zu geben. ... Aus dem ganzen Land ließ er Kunstwerke zur Ausschmückung bringen. Tempelstatuen und Weihgeschenke wurden ihres religiösen Sinns entweiht. ... Dieser Vorgang wurde zuweilen als ein „schändlicher und massenhafter Kunstraub der Geschichte“ kritisiert... Indiz für das Weiterleben heidnischer Traditionen in der angeblich christlichen Stadt.“ (58) Monika Schuol, „Constantinopolis – die Stadt Konstantin des Großen“

Einige werden es Konstantin zugetragen haben, dass ihn selbst seine Senatoren kritisieren, den Dioskurentempel zu aufwendig finanziert zu haben, andere hingegen lobten ihn für sein erzheidnisches Denken.

Konstantins krude Religion ließ nicht zu, dass er die Wirkkraft irgendeines Numen (Göttergeistes) leugnete.

Die Dioskuren sind Zeussöhne und Reitergottheiten. Sie kämpften an Konstantins Seite!

„...die beiden jugendlichen Reitergottheiten hatten ‚Rom’ schon oft geholfen  und sind seine Schlachthelfer im Krieg gegen (Schwager) Licinius gewesen, (und zwar elf Monate vor Nicäa G. Sk.) folglich waren sie auch als Schutzgötter des ‚Neuen Rom’ geeignet...“  (59) Manfred Clauss „Konstantin der Große und seine Zeit“









Die Schlacht an der milvischen Brücke 312



    

Jesus habe dem Usurpator Konstantin eine Kreuzesvision geschickt! So steht es in vielen Geschichtsbüchern geschrieben. Doch dieser Mann ist ein Unhold:

Gefangene Offiziere und der Unfreiheit widerstrebende Germanenfürsten, ließ er im Amphitheater von wilden Tieren zerreißen, etwa in einer Arena in Trier...auch mit der Zivilbevölkerung kannte er keine Gnade und hinterließ in den unterworfenen Gebieten Tod und verbrannte Erde.“ (58) Bettina von Engel „Konstantin und seine Familie in Trier“ Vortrag bei der Ascoli Piceno-Trier Gesellschaft, 2007

Die gefangenen Frankenkönige Ascarius und Merogaisus wurden 307 ebenfalls, zur Feier eines Sieges Konstantins, in der Arena lebendig wilden Tieren vorgeworfen.

310 hatte er bereits seinen Schwiegervater Maximian genötigt sich selbst umzubringen. Jetzt, 13 Jahre vor seiner Einmischung in Christenbelange zu Nicäa, Ende Oktober 312, geht es dem harmlosen Maxentius, dem Bruder seiner Frau Fausta an den Kragen, und zwar weil der Rom beherrscht, nicht etwa weil dieser Noch-Mitherrscher die Christen unterdrückt. Konstantin zeigt seine wahre Absicht, deshalb befahl nach seinem Sieg an der milvischen Brücke, die eventuellen Machterben, die Kinder seines Schwagers, umzubringen.

Er war ein Meister der Täuschung.

Unmittelbar vor der mörderischen Schlacht soll Konstantin vom Himmel her gehört oder in den Wolken gelesen haben: „In diesem Zeichen sollst du siegen!“

Du, Konstantin“ sollst siegen – nicht das Christentum.

Übrigens, Kreuze befanden sich längst auf den römischen Standarten der Legionen.

Da gab es sie schon mindestens 100 Jahre vor Konstantin.

Das geht u.a. aus einem Aufsatz des Christen Felix Minucius hervor. Etwa im Jahr 200 schrieb er: im "Dialog Octavius", was er davon hält, das Kreuz, an dem Jesus starb, und das Kreuz der Kaiser und ihrer Legionen miteinander in Verbindung zu bringen:

 „Kreuze beten wir nicht an und wünschen sie nicht. Ihr allerdings, die ihr hölzerne Götter weiht, betet vielleicht hölzerne Kreuze an als Bestandteil eurer Götter. Was sind sie denn anderes die militärischen Feldzeichen und Fahnen als vergoldete und gezierte Kreuze? Eure (!) Siegeszeichen haben nicht bloß die Gestalt eines einfachen Kreuzes, sondern sie erinnern auch an einen Gekreuzigten... bei euren religiösen Gebräuchen kommt (das Kreuz) zur Verwendung.“ (59) Stemberger „2000 Jahre Christentum“

Unbestritten ist, Konstantin betete vor der Schlacht an der Milvischen Brücke. Aber welchen Gott rief er an?

„Wer bin ich?“ (Was hast du mir bestimmt? Bist du in mir? Sol Invictus: ich bitte dich G. Sk.) „offenbare mir wer ich bin!  Reichst du mir deine Rechte zum bevorstehenden Kampf?“ (43) Schlange-Schöningen, „Konstantin der Große und der Kulturkampf“

Eusebius sagt: Konstantin rief den Gott seines Vaters an.

„Constantius Chlorus war bekanntlich ein eifriger Verehrer des Sonnendienstes“ (60) Ed.Rapp „Das Labarum und der Sonnenkultus“  Er betete Herculus Invictus an oder Sol-Herculus.

 „Konstantins Vater war Herrscher auf Erden und ist Gott im Himmel." (61) Prof. Manfred Clauss „Kaiser und Gott“, - Herrscherkult im römischen Reich –  

Der Grundwiderspruch liegt offen zutage: Spätestens 312 wollte er der Sol Invictus sein und betete zur gleichen Zeit: offenbare du mir die Wahrheit.

Keinem Christen Roms wäre, solange er an den Christus der „Frohbotschaft“ glaubte, je in den  Sinn gekommen den altrömischen Sol Invictus anzurufen, wenn er Christus meinte, denn Sol Invictus ist Sol Apollo und dieser ist Mithra. Ihre Begleiterin nennt sich Victoria.

Beide sah er bereits Jahre zuvor: Sie verhießen ihm eine dreißigjährige Herrschaft: XXX

In Erinnerung daran ließ

„Konstantin ... lediglich eine Schlaufe an der vorhandenen Senkrechten anbringen.“ Doch trotz Hinzufügung der Schlaufe bleibt dieses X, das Zeichen des Sol Apollo, das Konstantin im Apollotempel gesehen hat. Ihm, dem Gott Sol Apollo, schrieb er seinen militärischen Erfolg zu, wie der Triumphbogen zu Rom beweist.“  (62) Bruno Blackmann "Konstantin der Große”

Allerdings erwähnt Konstantin selbst kein Wort von dem am Himmel erscheinenden Kreuz im Beisein seiner 40 000 Soldaten:

Konstantin hat sich, ... in den vielen Selbstzeugnissen, die seinen unmittelbaren Umgang mit Gott und seine göttliche Auserwähltheit betonen, nie auf das gallische Lichtwunder berufen.“ (63) Vittinghof, „Konstantin der Große“

Der Konstantin-Historiker Ramsey MacMullen, schrieb denn auch:

"Das eigentliche Wunder von der allen sichtbaren Himmelsschrift (in diesem Zeichen siege), ist das anhaltende Schweigen der zigtausende Männer.“

Erst drei Jahre später marschiert er (noch einmal) in Rom ein.

„Am 21. Juli 315 hielt Konstantin seinen feierlichen Einzug nach Rom zur Feier der Dezennalien. Das Fest wurde mit der üblichen Pracht begangen, das Volk beschenkt und große Spiele abgehalten. Zu dieser Feier war der die Schlacht am Ponte molle (milvische Brücke) verherrlichende Triumphbogen vom Senat errichtet worden. Sein Bilderschmuck nimmt vom Christentum Konstantins keine Notiz. Konstantin feiert den Sonnengott als seinen Beschützer... L‘Orange (ein Historiker) hat bewiesen, dass es der Sonnengott Sol Invictus ist, der hier als Gott des Kaisers gezeigt wird.“ (64) Heinz Kraft Habilitationsschrift „Konstantins religiöse Entwicklung“, Heidelberg –

Die „Union der europäischen Konferenzen der höheren Ordensoberen/innen“ erkannte das Problem. Die Herren und Damen schrieben 2007 im Internet, wo es bezeichnenderweise nicht mehr erscheint: 

„Als die Heiden nach einem Gedanken der Einzigartigkeit der Götter suchten, dachten sie nicht an Zeus, sondern an Apollo. Der einzige Gott der gebildeten und fast monotheistischen Heiden, gerade vor dem Aufkommen des Christentums, war Phebus Apollo oder Sol, der das Leben auf Erden spendende Gott. Aurelian führte einen Versuch eines solchen heidnischen Monotheismus ein während Konstantin den christlichen Monotheismus einsetzen wird mit Sol Invictus („die unbesiegte Sonne“) und Mithra bei den Soldaten, um spirituell dem Wedismus der Perser entgegenzuwirken. Aurelian wünschte, dass die Römer eine gleiche Religion hätten...“ (65) www.ucesm.net/ucesm_de/italie _religions_de, 2008

"Ursprünglich vereint Sol Invictus mehr oder weniger die orientalischen Religionen wie den persischen Mithras und den syrischen Baal. Die Wurzel dieses nach Rom exportierten Baal lässt sich zurückverfolgen nach Emesa, mit dem Stadtgott Sol Elagabal. Sol Invictus ist bereits unter Vespasian geläufig. Er stellte ihm zu Ehren schon im Jahre 75 eine Kolossalstatue auf, seit Commodus trägt jeder Kaiser den Titel Invictus." (66)  www. Uni- Protokolle

Hier erneut innezuhalten ist angebracht. Man bedenke die Nähe des Sol zu Baal.

An die Stelle altrömischer Religion sollte auf Kosten christlicher Basisüberzeugungen die neue, die nicänisch-konstantinische Glaubensordnung treten, ein Mix aus Sol und Christus.

Sie sollte Weltgeschichte übelsten Stiles schreiben.

Image result for jupiter, quirinus und marsAus der altrömischen heiligen Dreifaltigkeit von Jupiter, Quirinus und Mars, wurde die christliche, dominiert von Sol.

Selbst wenn die Frucht solcher Götterverschmelzungen auch nur einigermaßen genießbar gewesen wäre darf man nicht

Roman Gods io9.gizmodo.com



mit dem Zudrücken beider Augen vergessen, dass da geschrieben steht: „Ich bin der Herr dein Gott du sollst nicht andere Götter haben neben mir.“





Die nicänische Dreiheit



Drei in Eins, wie ist das zu denken?

Obiges Bild zeigt, dass die heidnischen Römer vor demselben Problem standen – diese Dreifaltigkeit von Jupiter, Quirinus und Mars war ebenfalls unvorstellbar.

So ist es im Hinduismus

Das Bedürfnis sich diesen einen Gott als Dreiheit zu denken führten zu verzweifelten Versuchen einer Darstellung:

Image result for Vishnu Brahma trinitarismus karikatur Hinduismus

„Die heilige Trinität“ im Hinduismus



                           Der dreifaltige Jesus.



Obwohl das Nicänum aus-schließt, dass Gott ein

Gesicht hat gab auch im Christentum Versuche einer Erklärung, - allerdings nie von Rom anerkannte.





Arius



Eine der Ursachen die christlicherseits zum 1. Ökumenischen  Konzil zu Nicäa führten, ergab sich um 318. Die Umstände brachten es mit sich, dass damals die späteren Kontrahenten Athanasius, damals 22-jährig und Arius um die sechzig im Priesterschaftskollegium einer nicht näher bekannten Gemeinde der großen Hafenstadt Alexandria beieinander saßen und heftig aneinander geraten sollten. Zu Tisch präsidierte Bischof Alexander.

Arius, einer der Gäste, hatte schon davon gehört, dass der hitzköpfige kleingewachsene, dunkelhäutige  Diakon Athanasius hoch hinaus wollte. Bis er sich einmischte herrschte überwiegend ein Geist der Offenherzigkeit, der auch querschlagende Reden und Ideen zuließ. Dann allerdings brachte jemand  in dieser Runde, wahrscheinlich ein Katechet, die Frage auf: Wie ist Gott?

Hat er ein Antlitz und menschliche Gestalt?

Oder ist er ein unfassliches Lichtwesen, ein gestaltloser, allgegenwärtiger Geist? 

Bischof Alexander, vom Gemüt her ein Grobian, schon kränklich  der sich im Fall von Meinungsverschiedenheiten nur schwer beherrschen konnte, hielt das Letzte für eine ausgemachte Grundwahrheit. Es stünde doch geschrieben: „Gott ist Geist“. So hieß es im Johannesevangelium. Damit war für ihn das letzte Wort gesprochen.

Arius konnte und wollte solchen Kurzschluss nicht akzeptieren.  Die Mehrheit der an jenem Tag des Jahres 318 versammelten etwa dreißig Männer - allesamt Älteste, Priester und Diakone die fast ausschließlich im Berufsleben ihren Mann standen,-  stimmten Arius zu, der gesagt hatte: ich glaube, dass Gott ein Angesicht wie wir hat. Er ist ein anderer als sein Sohn.

Der hochgewachsene Älteste Arius, ein behutsamer Herr, wie immer gekleidet in eine unauffällige Alltagstoga, fügte anscheinend hinzu, dass dies auch andernorts und in nahezu allen Gemeinden des Ostens so als zutreffend betrachtet würde: „Das Innerste Gottes ist Licht, ist Geist.  Dennoch erschien Gott Jehovah dem Mose und Salomo  in erfassbarer Gestalt, nach der wir gebildet wurden.

Von Angesicht zu Angesicht redeten sie miteinander. Denn auch das Innerste des Menschen ist Geist, unsterblicher Geist.  Wir sind Geister, die sich im sterblichen Leib wie in einem Gefängnis befinden.

Gott der Vater und Jesus leben nun in einem jeweils anderen, verherrlichten, ewigen Körper. Könnten wir die beiden größten Götter, des wahren Christentums  sehen, nämlich Gott den Vater und seinen Sohn Christus, wie Stephanus, der Held der Apostelgeschichte in seiner Vision, wüssten wir es aus eigener Anschauung.“

Es gab in jener historischen Altchristenrunde zu Alexandria  sofort Nachfragen. Streit erhob sich. Arius musste sich schuldig fühlen.

Er wird sich selbst angeklagt haben, der Verursacher einer Disharmonie  zu sein. Dennoch durfte er seine Überzeugung nicht preisgeben: Der Märtyrer Stephanus  habe doch in der Minute seines Todes bekanntlich eine Vision erlebt und danach ausgerufen, er sähe Jesus sitzend zur Rechten des Vaters, mitthronend, während die Pharisäer ihn gerade dieses Bildes und Glaubens wegen steinigten: „Glaubten wir diesen Zeugnissen,  würden wir erkennen, dass die Gesichter des ewigen Vaters und seines Sohnes leuchten, dass sie bedingungslose Liebe und Weisheit aussenden.“

Abgesehen von einigen Abweichlern, glaubten die meisten an eine Gottheit die man sich durchaus bildlich vorstellen kann.

Er warne, setzte Arius hinzu, wenn jemand Gott das Antlitz raubt, tötet er den Glauben.

Wahrscheinlich platzte es aus dem Mund des Diakons Athanasius: „Ihr, Herr Bruder Arius, tötet den Glauben an den wahren Gott!“ Das stach wie eine Lanze.

Dieser Zeitpunkt war es.

Worte flogen hin und her. Es wurde immer heftiger gestritten So oder so ähnlich, begann der tausendjährige Krieg unter Christen, der Millionen die Knechtschaft brachte.

Zu Nicäa, 325, hatten die Bischöfe immer nur ihre Seite im Auge, Konstantin dagegen betrachtete die Dinge aus seinem Blickwinkel.



Interessant: Mehrfach musste Konstantin, später, den wütenden Athanasius wegen Kompetenzüberschreitung und Unruheschürung maßregeln. 336 befahl der Imperator der seinem Lebensende entgegen sah - unerwartet -  die Versöhnung der Kirche mit Arius. Die ihm 309 von Sol zugesagten 30 Regierungsjahre gingen jedenfalls zu Ende.

Allen voran ging es dem Metropoliten Alexander von Konstantinopel gegen den Strich. Er war gleich nach Nicäa, 325, geistlicher Herr der neuen Hauptstadt geworden. Er prahlte ein guter Orthodoxer zu sein, als ob der angemaßte und frei erfundene Titel "Rechtgläubiger", je Garantie für die Richtigkeit irgendeines Glaubens sein könnte. Sein ganzes Gehabe ähnelte zu sehr den Manieren der Kommunisten die sich selbst für unfehlbar erklärten und die dieser „Unfehlbarkeit“ wegen den 3. Weltkrieg in Kauf genommen hätten. Dringender als je zuvor, erheben sich einige Fragen. Darunter die, ob es wahr ist, dass dieser fanatische Metropolit in seiner Basilika zu Konstantinopel laut gebetet hatte:

"dass entweder er oder Arius aus der Welt entfernt würden"11 (67) Sokrates Scholastikus (Kirchengeschichte I XXXVIII)

Unbedingt wünschte der athanasianische Metropolit die unmittelbar bevorstehende Aussöhnung des Großketzers Arius mit der Kirche unmöglich zu machen. Obwohl Kaiser Konstantin sie nun, 336, mit Nachdruck verlangte. 

Ist es völlig abwegig zu denken, dass einer der Ariushasser des willfährigen Klüngels des Metropoliten Alexander, diese an Gott gerichtete Bitte als Auftrag zum Mord verstand? Die bekannten Symptome die den jähen Tod des Ältesten Arius verursachten, - er brach auf dem Weg in den Kaiserpapast zusammen -,  weisen auf eine Vergiftung durch weißes Arsen hin.

Sollte sich dieser Verdacht erhärten, - und es sieht ganz danach aus, - dann hätte die gesamte „christlich-ökumenische Christen-gemeinschaft“ ein ziemliches Problem.

Das Motiv zum Mord liegt offen:  Eine Kursänderung Konstantins hätte das damals durchaus noch nicht gesicherte Lehrgebäude des neuen Kirchensystems in seinen Grundfesten erschüttert.

Um die Pfründe gewisser Neukatholiken wäre es geschehen gewesen. Er wurde, 325, zum Schweigen verurteilt. Dabei sollte es bleiben. Damals

„verlangten Arius und die beiden Eusebius vergeblich …, dass ausschließlich die Bibel als Grundlage des christlichen Glaubens gelte und alles, was nicht durch ihren klaren Wortlaut bezeugt sei, dem freien Denken überlassen bleibe.“ (68)  Otto SeeckGeschichte des Untergangs der antiken Welt“

Das Lesen seiner Bücher wurde damals, per Kaiserbefehl, unter Todesstrafe gestellt. Er sei ein Erzketzer, der die Einheit der Kirche bedroht.

337 sah Konstantin durchaus, das Athanasius die Bedrohung war.

Nur die Nicäner gaben das nicht zu. Bis heute halten zu viele Arius für einen Häretiker.

Aber sein Tag wird kommen, auch wenn es goldleuchtende Gemälde gibt die Arius Verurteilung zeigen. Das wird bald der unrühmlichen Vergangenheit angehören, wie die zahllosen Fälschungen die den nicänisch-konstantinischen Glauben zur Weltmacht bringen sollten.



File:Nikea-arius.pngDieses Gemälde hängt im griechischen Kloster Mégalo Metéoron und will darlegen was in Nicäa, während des 1. Ökumenischen Konzils der Christenheit geschah. Unter den Füßen Kaiser Konstantins kniet der gedemütigte Älteste Arius.

Es kommen zunehmend Nach-denkliche, wie Thomas Hägg, ein Forscher des 21. Jahrhunderts zum selben Schluß, wie die Kirche Jesu Christi der HLT vor zweihundert Jahren: 

"…der Erzketzer Arius ist Traditionalist. Er steht fest auf dem Boden der kirchlichen Lehrtradition." (69)  "Kirchen und Ketzer" 2004 mit Unterstützung des norwegischen Forschungsbeirates für Klassische Philologie und Religions-wissenschaft, Uni Bergen



Tatsache ist: Das Nicänum konnte sich, bevor Ambrosius von Mailand zur Keule griff, nicht wirklich durchsetzen. Im gesamten Osten glaubten, allen Drohungen zum Trotz, die Christen urchristlich. Das trifft sogar auf einen der drei Söhne Konstantins zu: Konstantius, der den Ostteil des römischen Reiches verwaltete, denn dort glaubte die Mehrheit arianisch.

Das änderte sich per Brachialgewalt.  Ambrosius von Mailand, der allmächtige Kaiserberater, verbot im Jahr 380 mit cunctos populos jede andere Religion als die von der antlitzlosen Trinität.





War er zwei in Eins?



Die Unterzeichnungsberechtigten zu Nicäa verstanden nicht, - nicht gleich - dass Konstantin vehement seinen Monotheismus in sie hineinpressen wollte: Man muss sich vorstellen, dass die kleinen Männer mit Bischofsfunktion an jedem Konferenztag durch einen Kordon von Gardesoldaten schreiten mussten. So beeindruckte und zwang der Kaiser sie.

   Seitens des Kaisers Konstantin wurde mit Drohungen und Ankündigung von Repressalien gearbeitet. Jeder Bischof wird einzeln vorgenommen. Ihm wird das Bekenntnis (das Nicänum) vorgelegt und er wird zugleich vor die Alternative gestellt, entweder zu unterschreiben oder in die Verbannung zu gehen... in Nicäa wird auch die Kirchenorganisation in die Organisation des Reiches eingepasst. Folgerichtig wurden alle in Nicäa gefassten Beschlüsse zum Reichsgesetz erklärt.“  (70) Rudolf Leeb „Konstantin und Christus“ – die Verchristlichung der imperialen Repräsentation, Walter de Gruyter, 1992, S. 154

Niemand vermochte jemals das Athanasium zu verstehen. Prosper Alfaric, ein Expriester der Katholischen Kirche, schrieb:

„Man kann einem Christen keinen größeren Streich spielen, als ihm die Frage zu stellen, was ist Gott?“ (71) „Die sozialen Ursprünge d. Christentums“

Prof. Bernd Oberdorfer, Augsburg,  gibt  zu:

„Verlegenheit  ist noch das harmloseste, was viele Christen (darunter nicht wenige Theologen) befällt, wenn die Sprache auf die Trinitätslehre kommt. Muss, wer an Jesus Christus glaubt, sich auch das paradoxe „Hexeneinmaleins“ (Goethes) zu Eigen machen, dass Gott einer und drei zugleich ist?“ (72) „Zeitzeichen“, evangel. Kommentare, Aug 2004

Viele Bischöfe murrten vergeblich. Dieser Fakt veranlasste den katholischen Kirchenhistoriker Hertling zu der Bemerkung:

„... solange freilich Kaiser Konstantin lebte, durfte niemand wagen, gegen das Konzil zu Nicäa und seine Definition aufzutreten...“ (73) „Geschichte der katholischen Kirche bis 1740

Eusebius von Cäsaräa wankte hin und her. Er weiß, dass Arius Recht hat, wohl aus Furcht zu missfallen oder aus taktischen Gründen  bestärkt er den Kaiser noch:

Eusebius nutzt jede der sich ihm bietenden Gelegenheiten auf gewisse Ähnlichkeiten hinzuweisen. Mit zunehmendem Alter lobt er den Imperator mit umso größerer Ergebenheit. Bis er ihn kurz vor seinem Ende sogar mit dem Messias vergleicht. Um 335 nennt er den blutigen Konstantin schließlich den ‚Engel Gottes’ den ‚Führer und Herr’, das ‚Werkzeug Gottes’, der ‚Ähnlichkeiten mit dem Logos’ (Christus) aufweise. (74) Patricia Just, „Zum Verhältnis von Staatsgewalt und christlicher Kirche zwischen dem 1. Konzil zu Nicea (325) und dem 1. Konzil zu Konstantinopel (381)





Noch einmal zurück



Schon am Kaiserhof Diokletians wo Konstantin (von ca. 300-306)  als Geisel, für die Loyalität des Vaters, leben musste - wurde es dem späteren Usurpator in die Seele gelegt:

„Der Kaiser gleiche dem Gebieter des Weltalls.“  (75) Prof. Alexander Demandt „Diokletian und die Tetrarchie“ – „Aspekte einer Zeitenwende“ 

„Diokletian war der „dominus et Deus“, der Herr und Gott, der Herrgott. Ein Lobredner schwärmte:  „der Du denen gleichst die Dich zeugten, durch sie regierst Du die Welt unvergleichlich, Du der diis geniti et deorum creatores, der von den Göttern gezeugte und Erzeuger von Göttern...in Dir leben die numina (die Geister) von Jupiter und Hercules - wir rufen Dich an, wir rufen Dir zu,  jeden Sieg zu erringen ist uns heilig und mit uns bist Du der Diokletian (244-311)     praesens deus - weshalb wir uns nicht fürchten, weshalb es uns eine Ehre ist, Dir unser Leben zu Füßen zu legen – Heil dir! Deine Herrschaft ist nicht nur durch die Erdgegenden begrenzt sondern sie reicht darüber hinaus in die Regionen ewiger Himmel. Wie wir auf Erden durch Dich glücklich werden, so als gelangten wir in Deine Gegenwart,  stehen wir heute im Adyton - dem Allerheiligsten und spenden Dir unsere Treue. Wie der Weihrauch Deiner heiligen Priester umweben wir Dich.“

Kaiser Diokletian war während vieler Reden gar nicht anwesend, aber

"…in solchem Fall hielt ein Jupiterpriester das Bild des Imperators in die Höhe, denn es wurde spätestens seit dieser Zeit geglaubt, dass der Kaiser und sein Bild eins seien." (76) Prof. Alexander Demandt „Diokletian und die Tetrarchie“ – „Aspekte einer Zeitenwende

Dass der Kaiser und sein Gemälde eins seien und Diokletian eins war mit Gott, war eine Vorstellung die Konstantin einerseits kaum logisch erscheinen konnte, andererseits bot sie ihm ein Denkmodell.





Getöteter Glaube – getötete Gläubige – ermordete Heilige



Der heiliggesprochene Papst Damasus von Rom, ein fanatischer Nicäner, unterhielt ein kriminelles Verständnis vom Christentum

"Eine Anzahl Arianer Roms gingen am frühen Morgen des 26. Oktober des Jahres 366 in ihre kleine Julii-Kapelle (heute: St. Maria in Trastevere)...Deshalb rückte „(um) acht Uhr morgens, Damasus mit seinem gottlosen Anhang heran. ... mit (dem) gesamten Klerus, alle mit Beilen, Schwertern und Knitteln bewaffnet... während kein einziger Damasianer fällt erliegen 160 Ursinaner dem Angriff." Bischof Ursinus entkommt mit einigen Freunden.“ (77) Martin Rade lic. Theol. „Damasus, Bischof von Rom“ _________

Obwohl diese Darstellung erwiesenermaßen zutreffend ist, und obwohl diese grauenhafte Aktion erst den Auftakt zum 2jährigen Krieg zwischen römischen Athanasianern und römischen Arianern bildet, erklärt die vatikanische Seite wohlwollend:

 (Damasus) musste sich gegen den Minderheitskonkurrenten Ursinius behaupten. Er baute seine Vormachtstellung erfolgreich als Nachfolger Petri aus, indem er die kirchliche Gerichtshoheit im Westen ausübte. Er verlangte einen gesetzlichen Zölibat.“ (78) Begleittext zur offiziellen Papstliste

Vormachtstellung! Das ist des schwarzen Pudels Kern.  Dass Damasus glaubt er sei Petri Nachfolger konnte ihm niemand verbieten, was allerdings Petrus oder der Herr selbst dazu sagen würden, ist kaum fraglich. Damasus Tun findet im Betragen von Wölfen seine Entsprechung. Auch da gibt es, im Raubtierrudel, gelegentlich tödliche Rangauseinandersetzungen, bis feststeht wer der Alpharüde ist. Beschämend ist, dass Leute wie Damasus, bis heute von Kirchen geehrt werden, die massiv den Anspruch erheben christlich zu sein. Damasus Gedenktag katholisch: 11. Dezember

Raffael: Gemälde, in der Loggia des Damasus-Palastes im Vatikan                            Raffael: Gemälde, in der Loggia des Damasus-Palastes im Vatikan.



Das„Nach Liberius' Tod wurde Damasus I. 366 zu dessen Nachfolger gewählt; eine Minderheit hatte schon zuvor aber Ursinus gewählt. Kämpfe und blutige Auseinandersetzungen folgten - zuletzt in der Basilika  Liberii (auch Sicinini) mit mehr als 100 Toten; die Unruhen nahmen erst nach zwei Jahren durch das Eingreifen des Kaisers ein Ende, Ursinus musste weichen. Die Gegner machten Damasus aber lange noch das Leben schwer; 377 wurde er des Mordes bezichtigt, eine von ihm einberufene Synode sprach ihn aber frei." (79) "Ökumenisches Heiligenlexikon"

„Eine Krähe hackt der anderen kein Augen aus“, sagte Shakespeare. Mit anderen Worten: Mit Geld kannst du alles kaufen, sogar einen Freibrief. Bekanntlich verfügte Damasus über Millionen.
Konstantins Idee, auch Jesus Christus in die Vielfachverbindungen seiner Götterwelt einzubinden, musste direkt ins Verderben führen, zu eben solchen Kapitalverbrechen. Der scheinbar persönliche Kampf  zwischen den Bischöfen Ursinus (-384) und Damasus (305-384) sollte einer von welthistorischer Bedeutung werden, denn mit Damasus „Sieg“ wurde der Kurs der konstantinischen Kirche in Richtung erbarmungslos-diktatorische Weltmacht fortgesetzt.
Nie vergessen: Alle Päpste samt deren, von ihnen geweihten, Bischöfen, führen ihre Legitimationslienie über Damasus von Rom.



Cunctos populos – kontra Arianismus und Individualrecht



Ambrosius von Mailand war es.

Er hat Cunctos populos zu verantworten!

Das Gesetz, dass den Arianismus erwürgen wollte, und die Antike zerstörte.

Das wird sich zeigen.

Ein paar Jahre ließ ihn die Frage kalt, ob der Gott des Arius oder der des Athanasius der richtige war. Bis er selbst, 374, von dem Strudel der oft hitzigen Debatten erfasst wurde. Gerade eben zum Statthalter von Oberitalien ernannt, wird Ambrosius von einer aufgeregten Menge Christen beider Glaubensrichtungen gebeten Bischof der verwaisten Zentralgemeinde zu werden. Der verstorbene Gemeindevosteher war Arianer gewesen und alle, sowohl die katholischen wie nichtkatholischen Bischöfe der Großstadt wünschten, dass im Brennpunkt des Zankes ein friedenstiftender Mittler steht. Anzunehmen ist, dass Ambrosius zuvor ein paar Tage lang ehrlich um die Erkenntnis rang, welche der beiden Gruppen er bevorzugen wird. Für die Arianer sprach ihre auffallend größere Toleranzbereitschaft, gegen sie jedoch, dass auch sie zerstritten waren.

Für die Katholiken sprach ihre Schlagkraft - wie sie Damasus bewies - und ihre Glaubensstärke, ihre Neigung zur Kompromislosigkeit.

Vor allem musste er bedenken, dass die Goten als Flüchtlinge vor den wilden Hunnen, vom Norden her kommend, zunehmend den Arianismus propagierten, und zeitgleich den  Wunsch äußerten ins Reich kommen zu dürfen. Ambrosius sah deutlicher als je zuvor, dass es zu einem Überfremdungsprozess käme. Das Reich könnte es nicht verkraften hunderttausende Antikatholiken aufzunehmen. Er wird den gotischen Familienvätern ein hartes Nein sagen. Sie sind personae non grata –.

Am 30. November 374 lässt Ambrosius sich taufen und wird nur eine Woche später Bischof der wohl wichtigsten Gemeinde Mailands.

Eins kam zum anderen, wie eine Lüge zur anderen. Die Lüge - Kompromislosigkeit führe zur Wahrheit - ist es, die immer und überall alles verdirbt, obwohl sie als Heilpflanze gedacht wird.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/b1/Roman_provinces_of_Illyricum%2C_Macedonia%2C_Dacia%2C_Moesia%2C_Pannonia_and_Thracia.jpg/800px-Roman_provinces_of_Illyricum%2C_Macedonia%2C_Dacia%2C_Moesia%2C_Pannonia_and_Thracia.jpgAmbrosius dachte wie Kaiser Konstantin:

„Der Glaube an Gott und die Treue zum Imperium Romanum können nicht voneinander geschieden werden.“

Wie sein großes Volbild strebt er danach im Reich einen Einheits-glauben durchzusetzten

Wiki Commons: Seit etwa 270 lebten einige ostgotische Stämme (Visigothi) nördlich der Donaugrenze.

Die rötlich eingefärbten Gebiete standen unter dem Schutz römischer Legionen. Dort und in jenseitigen Grenzgebieten wirkte der arianische Missionar Wulfila unter  den Goten seit 341 sehr erfolgreich. Er wurde von Eusebius von Nikomedia geweiht.

Ambrosius weiß das, und ärgert sich.

Als Arianer stieß Wulfila bei den Goten auf erstaunliche Gemeinsamkeiten im Gottesglauben. Die arianische Vater-Sohn-Gott- Beziehung entsprach in etwa der Religion der gotischen Germanen.

Wulfilas Credo lautete nämlich, (entgegen den Aussagen einiger Theologen, die Arius unterstellen, er  leugne die Gottheit Christi):

 „Jesus ist der „filius unigenitus, Dominus et noster... wir glauben an Gott den Vater und an seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn und Gott, Werkmeister und Bildner der gesamten Kreatur, der seinesgleichen nicht hat.“ (80) Gert Haendler „Die Rolle des Papsttums in der Kirchengeschichte bis 1200“

Damit fand er schnell Eingang ins religiöse Leben der frühen Deutschen.



https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/48/Moesia_Inferior_SPQR.pngWiki Commons:



Ein weiterer Blick auf Lage der Provinz Moesia in Europa zeigt, dass Ambrosius Überlegungen in gewisser Weise sogar verständlich sind, denn niemand wusste, wie viele Goten es gab, was sie wirklich begehrten und was bei alledem herauskam. Sie könnten letztlich Rom den völligen Garaus bereiten, falls aus dem weitem Norden noch mehr schutzsuchende Goten ins Reich drängten und mit ihnen starke Arianer.

Und so sollte es kommen: Die Hunnen verdrängten die im heutigen Ukrainegebiet  lebenden Deutschen.

 „Mit Kähnen kamen sie über die Donau... die Goten sollten (allerdings) für ihre Aufnahme ins Reich bezahlen, zu viel, (was sie nicht leisten konnten) so nahmen die (römischen) Kommandeure die Kinder der Goten… Darüber kam es (im August 378) zum Kampf ... und in der Schlacht bei Adrianopel in der Kaiser Valens fiel, siegten die Goten ...“ (81)  Leopold von Ranke „Werk und Nachlass“ 

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f4/Gratian_Solidus.jpg/220px-Gratian_Solidus.jpgBild: Münze Gratian (359-383)

Gratian, damals 18-jährig und in Sachen Religion sehr tolerant, wurde zu spät zur Hilfe gerufen. Ambrosius hatte ihm geraten, gemeinsam mit Valens die Goten zurückschlagen, um sie aus dem Balkangebiet zu verdrängen. Der Tod Kaiser Valens, der zu den Arianern gehalten hatte, kam den Nicänern jedoch sehr gelegen. Nun war der Weg frei für Gratian - der an Ambrosius Weitsicht glaubte, - als Gesamtkaiser zu herrschen. Andererseits plagte den jungen Kaiser das Gewissen. Er wünschte mit den Goten Frieden zu schließen.

Aber Ambrosius sagte erneut sein lautes Nein! Er behauptete, im Stil und Sinn des Athanasius, die Goten seien Gottesfeinde.

Er war Gratian an innerer Autorität überlegen. Er warnte ihn eindringlich, viele der Goten seien zwar getauft, doch auf den falschen, den arianischen Glauben verpflichtet. Sie seien ‚christusfeindlich’ eingestellt. Sie seien Feinde Roms.

Ambrosius, nun völlig im Fahrwasser des Athanasius, stemmte sich mit seiner kompletten Ideologie gegen eine friedliche Lösung des Problems Er wünschte nicht zu denken, dass die bekehrten Goten, seine Brüder waren. Hartherzig vertrat Ambrosius von Mailand ein Dogma und Urteil, das sich bis ins 21. Jahrhundert hinein „retten“ konnte: Antinicäner sind keine Christen.

In diesem Sommer, 378, drangen mehr als je zuvor Goten bis an die bewachten Grenzen des römischen Gebietes, einige setzten hinüber.

Und es sollte zunehmend heftiger strömen. Damit wird diese Flucht zur Völkerwanderung. Sie hätte auf Europa befruchtend einwirken können, denn wo es Goten gab, gedieh, ihrer intelligenten und toleranten Grundhaltung wegen, die Kultur.

Kaiser Valens, (328-378) ohnehin einsichtig, auch in Glaubensfragen, hatte ihnen wiederholt gestattet die Reichsgrenze zu überschreiten. Zumal die Goten, aus seiner Sicht der Dinge, gemeinsam mit den Legionen ihre neue Heimat und ihre gemeinsame christliche Religion, gegen das Hunnenvolk, verteidigen wollten. Vielleicht waren die Kaiser Valens erreichenden Informationen gefälscht. Unerwartet stellte er sich gegen sie  -  und verlor sein Leben.

Gratian stand mehr denn je verunsichert da. So manche Nacht wird der junge Mann  hinauf zum Himmel geschaut haben, ob Gott ihm ein Zeichen sendet. Gott! Aber wer war dieser Gott? Die weithin  gestreuten Biwakfeuer mahnten ihn, wie groß seine Verantwortung ist. Vor dem Ausbruch des für ihn ersten Krieges, musste er vor sich selbst verantworten, was zu tun sei und verfasste 378 sein Toleranzedikt zu Sirmium: Zur „Freiheit aller Glaubensrichtungen“.

Dieser Fakt ist von höchster Bedeutung!

Gratian liebte die Arianer und sein Berater Ambrosius grollte. Was Gratian ganz und gar nicht verstehen konnte, warum waren die beiden Christengruppen überhaupt „tödlich“ verfeindet. Er hatte die Geschichte von der Erschlagung der arianischen Nachbargemeinde des Ursinus durch einen Schlägertrupp des athanasianischen Bischofs Damasus von Rom schon vor Jahren mit großem Kopfschütteln zur Kenntnis nehmen müssen. Damals, 366, war er noch ein Kind gewesen. Doch erst jetzt erschütterte ihn diese Untat. Er hatte alle Ursache weitherzig zu regieren

Wütend, und alles auf eine Karte setzend schrieb Ambrosius in diesem kritischen Sommer 378, für Gratian zwei Bücher („De fide“)

Klipp und klar heißt es da, im Geiste Konstantins und im Sinne des Athanasius und des Damasus:

„Die Arianer (Italiens und die Goten G.Sk.) haben sich gegen die Kirche Gottes verschworen!“ (82) Günther Gottlieb „Ambrosius von Mailand und Kaiser Gratian“

Er malte Schwarz-Weiß, er entmischte nicht. Untrennbar gehörten für ihn Staat und Kirche zusammen. Dem jungen Kaiser suggerierte er: 

„der (richtige) Glaube des Herrschers (gewährleiste) mehr als die Tapferkeit der Soldaten den Sieg... Jesus  Christus soll das römische Heer führen.“ (83) ebenda

Das klang genau so als hätte er verkündet „Jesus Christus werde das römische Heer gegen die Arianer führen“. Welches Bild! Welche Dummheit. Feldherr Hindenburg dachte ähnlich wahnhaft. Er stellte sich eintausendfünfhundert Jahre später den lieben Gott als auf einer Wolke sitzend vor, der den deutschen Truppen huldvoll zulächelt, während diese die Söhne und zukünftigen Ehemänner russischer Frauen, allesamt, die einen wie die anderen Christen, in die tödlich-tückischen masurischen Sümpfe treiben. Ambrosius hätte wissen müssen, mit Jesus, dem Fürsten des Friedens und seiner Lehre der Versöhnung Aller, hatte sein Treiben nichts zu tun.

Rüder Konstantinismus war das. Angesichts der Tatsache, dass viele Goten sich auf den Namen Jesu Christi hatten taufen lassen, was einer Verpflichtung auf seine Lehre von der Rechtschaffenheit gleichkam, wäre er zwingend dazu verpflichtet gewesen angemessene diplomatische Schritte einzuleiten. Schließlich wünschten die Goten nur Sicherheit für ihre Familien.

Das wenigstens wusste Ambrosius.

Für die Goten ging es um Tod oder Leben.

Seitdem die Asiaten den Reflexbogen als Waffe erfunden hatten, war ihnen kein europäisches Heer mehr gewachsen.

Der junge Kaiser Gratian ließ sich indessen überzeugen, gegen seine Bedenken zu handeln und daran ist zu ermessen, wie sehr Ambrosius dem jungen, Verantwortung tragenden Mann geistig überlegen war. Es hieß nur: fortan „wies er die Arianer ab und folgte Ambrosius.“ Ambrosius hatte dabei als entscheidende Autorität die Bibel aufgerufen:

„Der Kaiser soll gerüstet mit dem Schwert des Glaubens, dem Sieg entgegen ziehen... der Krieg gegen die Goten und der Sieg über sie seien von Hesekiel geweissagt worden. Die Goten sind Gog, von denen der Prophet (Hesekiel) schreibt, dass er mit Gottes Hilfe vernichtet werde. Es ist nicht zweifelhaft, dass die ‚catholici’ welche die Strafe für den Unglauben anderer ertragen haben, bei Gratian Hilfe für den rechten Glauben finden. Der Glaube an Gott und die Treue zum imperium Romanum können nicht voneinander geschieden werden...(die Goten) die ‚Häretiker’ sind die ‚antichristi’; diese Häresie sammelt ihr Gift aus allen anderen Häresien.“  Ambrosius mahnte den Kaiser, er müsse „daran denken die Siegeszeichen aufzurichten... so wollte er „den Kaiser für seine kirchenpolitischen Ziele gewinnen und den Gegnern (des Nicänums) den Kampf ansagen.“  (84) Günther Gottlieb „Ambrosius von Mailand und Kaiser Gratian“

Diese Siegeszeichen waren die der Victoria welche sie bereits Konstantin gab: die XXX. So geschehen in einem gallischen Apollotempel im Jahr 309. Da war sie ihm erschienen.

Sie hatte ihr Versprechen gehalten. Sie ließ Kaiser Konstantin dreißig lange und doch so kurze Jahre siegen.

Es stellt sich heute, nach der fast 2000 Jahre währenden blutigen Geschichte des sogenannten Christentums, erneut die Frage, wann die Christen aufhören werden, das sogenannte Christusmonogramm der von Victoria verführten Kaiser als „Siegeszeichen“ (der ecclesia triumphans), und damit als christliches Symbol zu betrachten.

Gratian hätte in seiner ursprünglich toleranten Gesinnung fest bleiben sollen. Das wäre, für das kriegsmüde Volk dies- und jenseits der römischen Grenzen der bessere Weg gewesen. Der Staat hat sich, erst recht nach Jesu Worten: 

„Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist“, aus innerkirchlichen Angelegenheiten herauszuhalten, wie die Kirche aus den machtpolitischen Anliegen des Staates.

Sonst handeln auch die Menschen die in seiner Nachfolge stehen, eher aus Klugheit und Berechnung und nicht aus innerer Überzeugung.

Erst die konsequente, aktive Umsetzung dessen was man als wahr und richtig erkannte macht den von Gott geliebten Menschen aus.

Sonderbar, es geht uns zwar alle an, aber nur wenige sind daran interessiert auf den Kern ihres eigenen Wesens vorzudringen.



Das jedoch ist die Grundlehre der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage: nicht deine Kirchenzugehörigkeit - obwohl die wichtig ist - sondern zuerst zählt dein Tun vor Gott, deine Bereitschaft zu verwirklichen, was du als gerecht und richtig fandest.

Nur, wenn du unentwegt gesucht und dich immer selbstkritisch betrachtet hast, wird Gott dich erhöhen  Handle gemäß deiner besten Erkenntnis. Hananias und Saphira nutzte es nicht, dass sie der Kirche Jesu Christi angehörten. Ihre scheinbar harmlose Lüge verdarb sie. (85) Apg. 5: 1-11    

Kein „Mormone“ glaubte jemals, sein eigenes oder irgendein Lippenbekenntnis würde auch nur im Geringsten Gutes bewirken. Gehe hin und unternimm etwas zugunsten dauerhaften Glückes deiner Mitmenschen.

Eben das lehrt das Buch Mormon!

Hat Origenes nicht stets  dasselbe betont?

Mit der strikten Forderung der Bibel,  Recht zu schaffen hat der interessierte Leser zugleich die Moraltheologie des sogenannten „Mormonismus“ auf einen Blick vor sich. In seinem Zentrum steht der Begriff „Rechtschaffenheit“, das große Wort des Buches Mormon (65 Zitate).

Niemand kann selig werden, wenn er nicht das Recht des andern respektiert.

Nur der wahrhaft Bußfertige hat Anspruch auf Barmherzigkeit, die ihm eben nicht fast bedingungslos geschenkt wird.

Das ist Mormonismus.

Unser Potential die ganze Umwelt zu einem besseren Platz machen zu können, ist zu groß um im Fall unserer Passivität schuldlos dazustehen. Christi Religion ist darauf ausgerichtet uns anzuspornen Frieden und Harmonie zu stiften. Das jedoch war seit 325,  wegen der unseligen Verbindung der „Kirche“ mit dem jeweiligen Thron und seinen nach Vormacht süchtigen Inhabern und Interessen, nicht mehr zu leisten.

„Der Staat wirkt von außen nach innen, (echte) Religion von innen nach außen.“ (86) Ezra Taft Benson, Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage

Dieser Geist liebevoller Toleranz ist Ambrosius fremd, er wird der ecclesia triumphans länger als ein Jahrtausend fremd bleiben. 

Die Katastrophen und Ungerechtigkeiten jagten nun, erst recht ab 378, einander, während gemäß der Botschaft der Bibel „der Friede die Frucht der Gerechtigkeit ist.

Es ist nun einmal ein Gesetz des Himmels, dass alles Neue wenn es siegreich sein will, auf dem Boden des Bewährten stehen muss.

Das Unrecht dagegen bringt den nächsten Krieg hervor. 

Man fragt sich, warum Ambrosius seinen Einfluss nach der Katastrophe von 378 und nach dem Tod Gratians, 383, auf die römischen Offiziere und das Heer behielt, als die siegreichen Goten plötzlich ganz Italien so gut wie unverteidigt vor sich liegen sahen. Gegenüber Kaiser Theodosius I. (der schon kurz nach dem Desaster, im Januar 379 von Gratian zum Augustus erhoben worden war) vermochte Ambrosius es, sogar seine Macht auszubauen. Das war doch in ihren Kreisen nicht vergessen, dass er die  nicht  erfolgreichen militärischen Parolen ausgegeben hatte.

Sie folgten ihm, hatten befehlsgemäß die „Siegeszeichen“ aufgerichtet und dennoch verloren. Mit seinem Buch „de fide“ hatte Ambrosius die Legionen in die Kämpfe hinein gehetzt, denn da sprach er: 

„mit Gewissheit von den zu erwartenden Erfolgen des Kaisers gegen die Goten...“ und er sprach von den „Strafen welche die Gegner des Glaubens und des römischen Imperiums treffen werde...  Entgegen den Prophe-zeiungen Ambrosius „bot das römische Heer keinen Widerstand mehr... überall zogen die Goten ... durch das Land... bis an die Grenze Italiens herrschten sie nach Belieben.“ (87) Günther Gottlieb „Ambrosius von Mailand und Kaiser Gratian“ 

Alles wankte, Ambrosius stand. Noch blieb ihm ja der Süden Italiens. Wie ein leichtfertiger Kaiser zog er nicht die Konsequenzen, sondern konnte mit diesen Niederlagen leben. Er konnte seine persönliche Macht festigen, weil die Goten mit dem Erreichten wider Erwarten zufrieden waren und ihren Arianismus n i r g e n d w o mit Gewalt durchsetzen wollten! Ambrosius vermochte es gar nach Gratians Tod noch einmal aufzutrumpfen:  

Jetzt kommt er und fährt starkes Geschütz auf. Er initiiert  das „Dreikaiseredikt“ -cunctos populos - . Er setzt es 380 in Kraft.

Gratian der Tolerante soll es verfasst haben, gemeinsam mit dem neunjährigen Valentinian II. und dem Nichtchristen und späteren Kaiser Theodosius.

Das ist Propaganda.

Ambrosius war es!

Der Text verbietet „reichsweit“ jede andere Religion. Nur der katholische Glaube (wie ihn Damasus vorwies) war erlaubt:

   „Alle Völker, über die wir ein mildes und maßvolles Regiment führen, sollen (müssen) sich, so ist unser Wille, zu der Religion bekehren, die der göttliche Apostel Petrus den Römern überliefert hat, wie es der von ihm kundgemachte Glaube bis zum heutigen Tage dartut und zu dem sich der Pontifex Damasus klar bekennt ...nur diejenigen, die diesem Gesetz folgen, … dürfen …Christen heißen; die übrigen, die wir für wahrhaft toll und wahnsinnig erklären, haben die Schande … zu tragen. Auch dürfen ihre Versammlungsstätten nicht als Kirchen bezeichnet werden. Endlich soll sie vorab die göttliche Vergeltung, dann aber auch unsere Strafgerechtigkeit ereilen, die uns durch himmlisches Urteil übertragen worden ist.“ (88) Beginn und Ende des Textes Cunctos populos.   


Athanasius Hetzreden schufen die Voraussetzungen für solches Verbrechen der Entmündigung von schließlich Abermillionen. Der bekannte Theologe Schleiermacher kam jedenfalls nicht umhin festzustellen, dass

    „Athanasius... das Signal zu den Verfolgungen gegeben hat. Schon auf dem Nicänischen Konzil mag er die Hauptursache des strengen konstantinischen Dekrets gewesen sein... Er fängt überall mit Schimpfen und Heftigkeit an und ist unfähig und unbeholfen im Disputieren.“ (89) Joachim Boekels, Dissertation: Schleiermacher als Kirchengeschichtler“        

Bereits in seiner zuverlässig überlieferten 1. Rede gegen die Arianer tönt Athanasius bösartig: 

 „Wenn man sie aber logisch untersucht, so wird es sich herausstellen, dass sie (die andersdenkenden Christen) bitteren Spott und Hohn verdienen..., verdienen sie nicht allen Hass?” (90) Maßgebliche Werke des Hl. Athanasius in der Übersetzung der "Bibliothek der Kirchenväter" 2

Dissonanzen schrillster, unchristlicher Art!

Diesen Geist wurden sie nicht wieder los, die Nicäner. Man lese nur die Zänkerein an den Universitäten der Nicäner aller Schattierungen. Unübertroffen die des ausgehenden 19.und beginnenden 20. Jahrhunderts unter Theologen evangelischer Richtung.

Jeder möge sich die Details des 30-jährigen Krieges anschauen.

Beide Nicänergruppen, die der Protestanten sowohl wie der Katholiken taten ihr Äußerstes einander umzubringen. Davon wird noch die Rede sein: Purer Hass! Bittere Früchte, obwohl alle wussten, dass Jesus warnte: „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“

Auch Hans Lietzmann stellt fest:  

„Er (Athanasius) wird die nicänische, orthodoxe Leitfigur der kommenden Kämpfe.“ (91) „Geschichte der Alten Kirche“, de Gruyter                                                                                

Das Buch Mormon lehrt gegen diesen Trend zum Inhumanen: 

 „Es ist nicht meine, (Jesu), Lehre, dass den Menschen das Herz zum Zorn aufgestachelt werde, sondern es ist meine Lehre, dass es derartiges nicht mehr geben soll. ...Wer den Geist des Streites hat, ist nicht von mir...“ (92) 3. Nephi 11: 30 + 29                                                                                                                

Da ist er, der zu oft geleugnete, oft diffamierte Kern des Mormonismus.

Athanasius Anklagen verstummten nie wieder: „Unter Rückgriff auf typische Formen der Polemik greift Athanasius seine Gegner an und diskriminiert ihre Handlungsweise grundsätzlich... dass die Arianer sich wie dauernd umherschwirrende Stechmücken verhalten, ist eine Metapher, die Athanasius immer wieder verwendet.“ (93) Annette von Stockhausen „Athanasius von Alexandria Epistula ad afros.“           

So urteilt auch Adolf von Harnack, mit Blick auf Athanasius Wirken:

„die Sprache des Hasses erfüllte die Kirchen.“ (94) „Lehrbuch der Dogmengeschichte“        mmmmm

Schon die Art, wie Athanasius nach dem Tode seines Bischofs Alexander 327 sich „in einer Art Husarenritt von einer Minderheit zu seinem Nachfolger“ wählen ließ, hätte auch seine Sympathisanten stutzig machen müssen.

Schnell wollte er Metropolit und mehr sein! Unartig provozierte er den Widerstand seiner Gegenspieler um sich selbst wichtiger zu machen. Seine Reden wurden immer schärfer. Bald brachte der alexandrinische Volksmund das Sprichwort auf: Athanasius contra mundum. Athanasius gegen die Welt.

Er hält sich für den großen Sachverständigen.

Als einigermaßen umfangreich unterrichteter Mormone kann ich leider nicht anders, als zu formulieren: Vor allem die „Sektenkenner“, Sektenbeaufragten aller Couleur, sind, was „Mormonismus“  betrifft, häufig von Blindheit geschlagen.

Soweit zu sehen ist, orientieren sich hinterwäldlerische Theologen noch im 21. Jahrhundert am Ungeist des Athanasius. Der Schweizer Bibelkreis um Herrn Hans Peter Wepf warnt im Internet bis zur Stunde unter diesem Titel: „Die Mormonen, eine der gefährlichsten Sekten“

 

Zurück zu Ambrosius:

     „Ambrosius, Bischof von Mailand, beginnt (nach 380) alle Tempel seines Gebiets zu zerstören. Die christlichen Priester führen den hungrigen Mob gegen den Tempel der Demeter in Eleusis und versuchen, die Hierophanten Nestorius und Priscus zu lynchen. Der 95 Jahre alte Hierophant Nestorius beendet die Eleusinischen Mysterien und verkündet die Herrschaft geistiger Dunkelheit über die menschliche Rasse. Am 2. Mai 381 beraubt (der unter dem Einfluss des Ambrosius stehende) Kaiser Theodosius die Christen, die zur heidnischen Religion zurückkehren, aller ihrer Rechte. Im gesamten östlichen Imperium werden Tempel und Bibliotheken geplündert oder niedergebrannt. Am 21. Dezember stellt Theodosius auch einfache Besuche der hellenischen Tempel unter Strafe. In Konstantinopel werden der Tempel der Aphrodite in ein Bordell und die Tempel des Helios und der Artemis in Ställe umgewandelt.... „  (95) Vlassis G. Rassias, “Christian Persecution against the Hellenes“  

Dasselbe wagte Stalin: Er machte einige Kirchen zu Pferdeställen.  

Der noch von Hippolyt und Origenes wohl bewahrte Geist des Urchristentums wich vor der Gewalt in den Untergrund.

Was scherte es die angeblich christlich eingestellten Machthaber, dass Jesus gewarnt hatte: Alles was ihr wollt, das euch die Menschen tun, das tut ihr ihnen zuvor.

Antichristliches Denkgut dominierte fortan.

Unrecht durfte geschehen, wenn es der Vormacht der Kirche nutzte. Solcher Gesinnung würde sich jedes Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage mit aller Entschiedenheit widersetzen. Origenes und Hippolyt und die meisten Bischöfe ihrer Zeit hatten wieder und immer wieder angemahnt, dass Gott der Vater, von seinen Kindern vor Allem erwartet, statt nach Macht zu streben, das ihnen zugängliche und erworbene Licht und die Kraft der Liebe zu wahren und zu verbreiten. Vergeblich. Das Naturell gewisser Neuchristen erwies sich als stärker. Sie wollten reich und schnell bedeutender werden.

Origens und Hippolyts immer mächtiger werdende Feinde kamen aus den eigenen Reihen. Ellenbogenkämpfer. Um jeden Preis wollten sie vorherrschen.

Offiziell und wie selbstverständlich heißt es in der gegenwärtigen Literatur: 

„Ambrosius habe „mit der orthodoxen Bevölkerung dem Befehl (der Kaiserwitwe Justina, Mutter des damals neunjährigen Kaisers Valentinians II.) Kirchen an die Arianer auszuliefern, erfolgreich Widerstand geleistet.“ Er ‚überwand’ den Arianismus …durch die Synode zu Sirmium, auf der er 6 Arianer verurteilen ließ, und 381 durch die Synode zu Aquileja, die den der arianischen Häresie angeklagten illyrischen Bischof Palladius samt seinem Presbyter Secundinus schuldig sprach und absetzte.“ (96) Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon

Schuldig wurden schon viele gesprochen, Ambrosius.

Auch später vom deutschen Volksgerichtshof, in Stalins Schauprozessen, von Maos Roten Garden.

Seit seiner Taufe 374 wehrte sich die Witwe Kaiser Valentinian I. gegen den rabiaten Katholizismus des Ambrosius. Der Bearbeiter der Eintragung im Kirchenlexikon, lobt zwar, Ambrosius sei „tapfer“ aufgetreten, doch dieses Lob kann kein um Objektivität bemühter teilen, sei er Mormone oder nicht! Hier läuft der Grenzgraben entlang. Stellst du dich gegen das uns allen von Gott zugestandene Individualrecht, sprichst du dich gegen den „Erlöser“ aus.

Er ist es der Fesseln löst, nie aber knechtend bindet. 

Auch wenn du seinen  Namen unentwegt lobend auf der Zunge trägst fällst du ihm mit solchem Verhalten in den Rücken. 

Nichts kann das Individualrecht ersetzen. 

Das vertreten Irenäus, Origenes, Hippolyt und das „Mormonentum  machtvoll gemeinsam. Ambrosius dagegen verwehrte allen Arianern - und nicht nur ihnen - ihrer Glaubensart frei anzuhängen.

Diese Bosheit nahm er sich permanent gegen die in Mailand lebende Kaiserwitwe Justina heraus. Ihre zahlreichen Freunde, ihre Gefolgschaft, Sohn Valentinian II., hinderte er massiv die Religion ihrer Wahl zu vertreten.

Und nun die Frage an die Verfasser des Internetartikels vom „Dreikaiseredikt“: Der neunjährige Valentinian II habe seiner Mutter widerstanden und ihr den Mund verboten?

Hier der derzeitig verbreitete Text:

Das Dreikaiseredikt „Cunctus populos“ wurde am 28. Februas 380 in Thessaloniki von den römischen Kaisern Theodosius I., Gratian und Valentinian II. verabschiedet. Es beendete die nominelle Religionsfreiheit des 4. Jahrhunderts und gilt als wesentlicher Schritt, um das Christentum zur Staatreligion zu machen.

Wo die Entscheidungsfreiheit fehlt, da kann zwar die Kirche des Sonnengottes gedeihen, aber nicht die des Christus.

Welcher Hohn!

Sieben Jahre lang widerstand die tapfere Justina dem erbarmungs-losen Diktator Ambrosius, der, so weit zu sehen ist, bis zur Stunde, jedem Katholiken als leuchtender Held des Guten dargestellt wird. 

 „Sie war verärgert, weil Ambrosius (drei Jahre nach dem Tod ihres Gatten) um 379 ihre Bemühungen vereitelt (hatte) ...einen Arianer auf den (Bischofs-)Stuhl zu Sirmium zu befördern“  Sechs Jahre später, 385,  „verweigert Ambrosius Justina die Erfüllung ihres Wunsches den Arianern Mailands zwei Kirchen zu überlassen.“  (97) F-L. zu Stolberg-Stolberg „Geschichte der Religion Jesu Christ

Ambrosius hat sie permanent genervt und bis zu ihrem Tod, 385, erniedrigt, und Augustinus von Hippo lobt  seinen Freund. Was nahm sich dieser Emporkömmling gegen sie heraus? Es gibt Herzen die sich an dem Verhalten dieses Diktators  ergötzen. So gab es, 1938, in ganz Deutschland Menschenseelen die ihren Spaß daran fanden, wenn Juden litten. Die Kaiserwitwe wird ersucht, sie möge sich das nicht gefallen lassen. Wer darf ihr verbieten eine arianische Gemeinde zu besuchen? In der Osterwoche 385  kommt es zu tumultuarischen Szenen. Ihre Soldaten umzingeln die Basilica Porciana, die Kirche der Nicäner. Doch nicht Ambrosius, Justina  musste jener Gewalt weichen, die von der Straße kam. Dass sie sich nicht durchsetzen konnte ist leider wahr, aber nach Augustinus „Bekenntnissen“  bekam sie, was sie seiner schlimmen Meinung nach verdiente. Er, der von Ambrosius zum Katholizismus bekehrt worden war, blickte natürlich durch dessen Brille und Augustinus wagt es im Folgenden den Pöbel „frommes Volk“ zu nennen… Ambrosius blieb, wie nicht anders zu erwarten war, der ‚Sieger’ in Glaubenssachen und in Angelegenheiten der Staaträson! Man sieht etwas später den Judenfeind Ambrosius, wie er, den Blick gekonnt demütig bodenwärts gerichtet, aber im Geist unbeugsam herrisch, Kaiser Theodosius abkanzelt:                                                                                                                                       „Der Kaiser steht in der Kirche, aber nicht über ihr!“ Was hatte dieser damals vierzigjährige schlimme Knabe als Kaiser verbrochen?   

„Im Jahr 387 zündeten Christen in Rom eine jüdische Synagoge an. Ein Jahr später geschah in Kallinikum am Euphrat mit Zustimmung des dortigen Bischofs dasselbe. (Kaiser) Theodosius befahl die Schuldigen zu bestrafen und die Synagoge wieder aufzubauen. Gegen diese Entscheidung wandte Ambrosius sich in einem langen Brief an den Kaiser. Darin solidarisierte er sich… mit dem brandstiftenden Bischof… „Ich Ambrosius erkläre, dass ich die Synagoge in Brand gesteckt  (habe)… eine schwerwiegende Sache ist es, wenn du deinen Glauben um der Juden willen in Gefahr bringst… nichts ist erhabener als der Glaube“ oder mit anderen Worten: Der Kaiser steht in der Kirche aber nicht über der Kirche!“ Theodosius gibt nicht nach, daraufhin suchte Ambrosius die direkte Auseinandersetzung (Ambrosius demütigt Theodosius öffentlich. G. Sk) Die Synagoge von Kallinikum … wurde nicht wieder aufgebaut.“ (98)  Herbert Gutschera, Geschichte der Kirchen               

Die Kaiserin steht diesem eisenharten Mann gegenüber schwach da. Es ist schon denkbar, dass Justina in ihrer ohnmächtigen Wut ihre gotische (arianische) Leibgarde aufmarschieren ließ, - als Bluff - um ihren Willen zu behaupten.  

Doch Ambrosius, von Augustinus von Hippo angehimmelt, siegte!

Bei Augustinus mischen sich Wunschdenken und Absicht, Dichtung und Wahrheit. Augustinus erweckt wiederholt, wenn er von Gott spricht, den Eindruck, dass sein und Ambrosius "Gott" keine Ähnlichkeit mit Jesus Christus hat, denn der Gott dem Augustinus zu dienen meint, übt Wiilkür.





Glaubenskonsequenzen



Seit dieser Zeit regierte das Unrecht und das nannten die Priester die immer weiter den Namen Christi verwandten „christlich!“

„Orthodoxe Bischöfe kämpften mittels Staatsmacht gegen ihre häretischen Mitchristen... (die Arianer ua. Splittergruppen G.Sk) Die Vorgaben kamen von den orthodoxen Bischöfen. Häretischen Christen wurde verboten Gottesdienste abzuhalten, Kirche und Versammlungsorte wurden von der Polizei beschlagnahmt, ihre Schriften verbrannt. Ihnen wurde die Rechtsfähigkeit genommen. Sie durften keine Verträge und Erbverfügungen abschließen. Mehrere Gesetze drohten ihnen Konfiskationen ihrer Güter an, Ausweisung aus einer Stadt, Verbannung. Wer durch Bischöfe exkommuniziert wurde, wurde vom Staat mit dem Bannfluch belegt. "(98) Anton Grabner, Johann Maier "Kulturgeschichte des frühen Christentums Vandenhoek & Ruprecht

Konstantin, Damasus, Ambrosius, Augustinus und Ihresgleichen, wie Gregor der Große, Päpste vom Format Innozenz III. zerstörten  aus Gründen der Machtfestigung das Lebensglück zahlloser Menschen.

Jahrhundertelang herrschte Lieblosigkeit.

Seit der Verbrennung zahlreicher Mitglieder der Lutheranergemeinde zu Valladolid, 1559, galt in Spanien - aber nicht nur dort - immer noch, als oberster Grundsatz, das Wort ihres Königs

„Niemand ist in unseren Landen seines Lebens sicher, der nur ein Haar breit vom Glauben der römischen Kirche abweicht oder sich nicht unbedingt dem Willen der Inquisition unterwirft.“ (99) Evangelische Kirchen-Zeitung 1854

Zwang wo man hinschaute. Der spanische Bischof Priscillian wurde, wenn auch nicht mit direkter Zustimmung des Ambrosius, 385, auf der Basis von cunctos populos in Deutschland, Trier geköpft, weil er mit den Machenschaften der rüden Kirche nicht einverstanden war.

Er hatte sich in Wort und Schrift den Beschlüssen des ersten Konzils der Christenheit klar widersetzten.

Priscillian war, nach damaligem römisch-kirchlichen Urteil, ein hochgefährlicher Antinicäner und Propagandist der arianischen Gegenkirche gewesen! Punktum!

 Priscillian widersetzte sich der fortschreitenden Konstantinisierung der Kirche... (100) Ana Maria C.M. Jorge, Center for the Study of Religious History (CEHR) Portuguese Catholic University (UCP) “The Lusitanian Episcopate in the 4th Century. - Priscilian of Ávila and the Tensions Between Bishops”

Schon alleine Priscillians Behauptung, Kaiser Konstantin, statt Christus, sei der eigentliche Vater der katholisch-römischen Religion, war Grund genug gewesen ihm und seinen Freunden das Genick zu brechen. Der offiziell erhobene Vorwurf auf Zauberei stand jedoch zugegebenermaßen auf schwachen Füßen. Die Experten wissen, dass

„… es die schlechtesten Elemente des spanischen Episkopats waren, die gegen Priscillian in vordersten Front standen. Ithiacus wird als schamloser und sittlich verkommener Schwätzer bezeichnet und Ydascius wurde von seinem eigenen Presbyterium (Ältestenkollegium) in den Anklagezustand versetzt, sein Lebenswandel kam weiterhin in schlechten Ruf... Priscillian (dagegen) lebte der Welt vor, was er lehrte... Durch Folterungen und inquisitorische Technik des Präfekten Euodius gelang es, Priscillian und die seinen das Verbrechen der Magie und der organisierten Unzucht gestehen zu lassen... (Sie wurden in Trier, im Jahr 385), „...mit dem Schwert hingerichtet.“ (101) Lietzmann: „Geschichte der Alten Kirche“

Das laut Hippolyt und Origenes  vom allein wahren Gott eingesetzte Individualrecht wurde später auch von den Protestanten mit Füßen misshandelt. Sie glaubten nicht, was Jesus lehrte: Behandle deine Mitmenschenso, wie du behandelt werden möchtest. Sie glauben sie werden selig, andere nicht.

Dem widerspricht auch das Buch Mormon.









Er – Christus -  bringt sich selbst als Opfer für Sünde dar, um den Zwecken des Gesetzes Genüge zu leisten für a l l e, die ein reuiges Herz und einen zerknirschten Geist haben; und für niemanden sonst kann den Zwecken des Gesetzes Genüge geleistet werden... Darum hat Gott, der Herr, dem Menschen gewährt, für sich selbst zu handeln!“ (102) 2. Nephi 2: 7 u 16

Das unterscheidet uns.

Zwangsanwendung (zumindest im „Reich Gottes) führt zum sofortigen Legitimationsverlust – leider jedoch nicht zur Handlungsunfähigkeit:

 „Die Rechte des Priestertums (sind) untrennbar mit den Mächten des Himmels verbunden (doch) die Mächte des Himmels können nur nach den Grundsätzen der Rechtschaffenheit beherrscht und gebraucht werden.

Dass sie uns übertragen werden können, das ist wahr; aber wenn wir versuchen, unsere Sünden zu verdecken oder unseren Stolz und eitlen Ehrgeiz zu befriedigen, oder wenn wir auch nur mit dem g e r i n g s t e n Maß von Unrecht irgendwelche Gewalt oder Herrschaft oder Nötigung auf die Seele der Menschenkinder ausüben wollen – siehe, dann ziehen  sich die Himmel zurück, der Geist des Herrn ist betrübt, und wenn er sich zurückgezogen hat, dann Amen zum Priestertum oder der Vollmacht jenes Mannes.“ (103) Lehre und Bündnisse 121: 36-37

Die Geschichte des sogenannten Christentums wurde mit Blut und Tränen geschrieben, weil diese Prinzipien von Macht-menschen aller Kategorien praktisch erwürgt wurden.

Zwang ist immer teuflisch, das weiß jeder, der ihn je erlitt.

Origenes wäre erstaunt, dass es eine wachsende Menschen-gruppe gibt die wie er glauben und kraftvoll vertreten, dass

„Der Schöpfer den Intelligenzen, die er schuf, willens-bestimmte, freie Bewegungen gewährte, damit in ihnen eigenes Gut entstehe, da sie es mit ihrem eigenen Willen bewahrten ...der  f r e i e  Wille der Logika, den Gott durch Erziehung fördern und nicht durch Zwang vergewaltigen darf, sind die eigentlichen Pole des origenistischen Systems.“ (104) Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft ... „Origenes“  Mohr - Siebeck, 3. Aufl.                        

Es sollte heißen: Das sind die Pole des unverfälschten Evangeliums Jesu Christi.

Mormonismus lehrt, vom ewigen Gott inspiriert, und in diesem Kontaxt, dass der vorirdische Luzifer (Lichtträger)  teuflisch wurde

„...weil jener Satan sich gegen mich (den allein wahren Gott) auflehnte und danach trachtete, die Entscheidungsfreiheit des Menschen zu vernichten, die ich, Gott, der Herr, ihm gegeben hatte, und weil ich ihm auch meine eigene Macht geben sollte, ließ ich ihn durch die Macht meines Einziggezeugten hinabwerfen.“  (105) Köstliche Perle )ebenfalls Zusatzschrift der Kirche Jesu Christi der HLT Buch Mose 4. Kapitel Vers 3

Es stellt sich die Frage: Wenn Gott allen das Individualrecht gab, wie soll man diejenigen nennen, die es abschafften wie Ambrosius, oder die es, wie Calvin und Luther mittels ihrer Formeln beeinträchtigten oder sogar missachteten?





Kaiser Justinian verfluchte Origenes



Einige Ostkirchen betrachten Justinian  als Heiligen.

Es gibt extrem unsympathische Charaktere die getragen von gewisser Grundstimmung des Augenblicks emporgehoben werden. Stalin, Hitler, Justinian. 

Sie haben ein Gespür für den Willen des Zeitgeistes.

Bereits einhundert Jahre vor Justinians Kaiserkrönung, 527,  lebten in Konstantinopel etwa 10.000 bis 15.000 Mönche. (J. J. Ayaita)

Das Faulenzerleben dieser nur scheinbar  Frommen bestimmte auch das Stadtbild zu Justinians Zeit. Gelegentlich wurden die Mönche wegen ihrer anstößigen Lebensweise getadelt. Vor allem bildeten sie generell einen politischen Faktor, von erheblichem Einfluss. Mit ihren abgedroschenen Phrasen waren sie überwiegend Orthodoxe, in Wahrheit aber Opportunisten:

 „…(es) ist bekannt, dass es ein Mönch namens Isaak war, um den sich die gegen (Erzbischof) Johannes Chrysostomos gerichteten Mönche versammelten. Johannes (Chrysostomos, der Bibelübersetzer) hatte sie… gegen sich aufgebracht, da er ihr Herumtreiben in der Stadt kritisiert hatte. Isaak und den ihn umgebenden Mönchen wirft der Kirchenhistoriker vor, sie hätten das Volk durch … falsche Behauptung(en)… aufhetzen wollen., …Die Versuche der Mönche (waren) ohne Erfolg, doch bezeugt (dies)… den potentiellen Einfluss der Mönche auf die übrige Plebs.“ (106) 3Joanna Jessica Ayaita  „Justinian und das Volk im Nikaaufstand“                                               

Die Mönche hegten unterschiedliche politische Gesinnungen und so das Volk. Später entzündeten sie heftige Diskussionen zu heißen Themen, auch das Pro und Kontra um Origenes, der daran erinnerte, dass alle Menschen ein vorirdisches Dasein hatten und von daher frei sind. Die Gebildeten waren für Origenes.

Die Ungebildeten, meistens Sabaiten die nach griechischer Art einen „löwenfarbigen (Mönchs-)Rock“ trugen, standen gegen Origenes.

532 brachen in der Hauptstadt erhebliche Aufstände unzufriedener Gruppen aus. In der sogenannten Nika-revolution wünschten breite Bevölkerungskreise der etwa 500 000 köpfigen Hauptstadt mehr Mitspracherechte. 

Diese hatten sie bereits vor Justinian erworben.

Nur Kaiser Justinian, - der sich für einen Elitechristen hielt, - raubte sie ihnen wieder.

Jeder sah, wie raffgierig der eitle Diktator war. Einige Senatoren die unter seiner Abzocke litten  planten den Sturz Justinians. Sie hetzten gewisse ihrer Parteigänger auf.

Es kam zu Tumulten. 

Justinian beraten von seiner Frau Theodora wurde schließlich mitverantwortlich an der Ermordung von 30 000 Menschen, deren Wünsche und Überzeugungen ihm wenig oder gar nichts bedeuteten: Er glaubte und handelte wie Konstantin heidnisch.

 „... die Herleitung von Herrschaft und ihre Legitimation aus Gott erhob (mit Justinian)  einen neuen Ausschließlichkeitsanspruch. Kaiser und Kaisertum definieren sich von nun an nur noch aus ihrem Bezug zu Gott… Aufruhr im Volk sei nichts als Hundegekläff… Es war… Gott allein der Justinian die Herrschaft übertrug“ (107)   Mischa Meier „Justinian, Herrschaft, Reich und Religion“

Justinians Gott übertrug dem Soldatenkaiser die Macht zu grausamer menschenfeindlicher Herrschaft.  Konstantin genoss diese Allmacht zuvor, die später zahllose Päpste ausübten, die zu Kreuzügen gegen Heiden, Araber, Juden, Waldenser, Katharer und zur Vernichtung sogenannten Ketzertums drängte. Sol inspirierte Männer vom Schlage eines Innozenz III., die Millionen ins Elend stürzten.

Man muss ihn durchschauen, den Zeitgeist, sonst verstehen wir nicht was und warum es geschah.

Justinian hieß zuvor noch Petrus Sabbatius. Sechsunddreißigjährig erlebt er, dass sein betagter Adoptivvater Justin, 518, wahrscheinlich mit Hilfe von veruntreutem Geld, geheimen Absprachen und Zetteleien der Sprung vom Kommandeursposten der kaiserlichen Garde auf den Kaiserthron gelingt. Petrus Sabbatius solte Herrn Justin fortan maßgeblich beraten. Er führt Großes im Schilde. Wenn er seine Ziele, die bereits Ambrosius von Augen schwebten, verwirklichen will, muss Justinian, wie sein Vorbild, mit allen Konsequenzen Partei gegen die Arianer ergreifen.

Unbedingt ist er „Rechtgläubiger“ und deshalb will er die alte Herrlichkeit des konstantinischen Reiches restaurieren. Nur wenige Jahre benötigt der spätere Justinian, um die erste größere Hetze gegen die Arianer Konstantinopels zu inszenieren.

Er fördert ein Dekret, das sie wieder deutlich benachteiligte.

Zwei Jahre später, 525, wird er Cäsar, 527, nach dem Tod seines Onkels, Kaiser.

Der Blick auf Justinian als „Erbauer“ der weltberühmten Hagia Sophia, verrät, dass dieser Mann nicht von Liebe, sondern vom Größenwahn getrieben wurde: Überwältigt vor Freude, obwohl Weihnachten, 537, erst der Rohbau dastand, weinte Justinian gerührt: „Salomo, ich habe dich übertroffen“ Ich! Ich!

Nicht die Baumeister! Nicht Arbeiter die es vollendeten...

In einer Offenbarung hätte Gott ihm gezeigt wie das Gebäude aussehen soll. Gott?

Welcher Gott?

War es der Herrgott Konstantins, der spätere Herrgott Hitlers?

Mit dieser Kirche setzte Justinian sich selbst, - nicht dem Christengott! - ein Denkmal. Schaut, prahlt Justinian: Welchen Sieg die Orthodoxie durch mich erfocht!

„Die Christen, schreibt Tertullian, kennen keine Ruhmsucht und Ehrsucht, kein Bedürfnis nach einer Parteistiftung, nichts sei ihnen fremder als die (Macht-) Politik. Der eine möge Gott verehren, der andere den Jupiter; der eine zum Himmel, der andere zum Altar der Fides beten. Seht vielmehr zu, ob nicht auch das auf den Vorwurf der Gottlosigkeit hinausläuft, wenn man jemand die Freiheit der Religion nimmt und ihm die freie Wahl seiner Gottheit verbietet“. (108) Georg Denzler, Mutige Querdenker, der Wahrheit verpflichtet“


Des Oberchristen Justinians höchstes Anliegen bestand darin, keinem Heiden zu erlauben ungetauft in seinem Reich zu leben.

Jeder der nicht hinlänglich „rechtgläubig“ zu sein schien wurde bestraft, sein Vermögen eingezogen, denn des Kaisers Kriege, seine Bauten und seine Politik verschlangen Unsummen. Obendrein herrschte die Pest jahrelang.

Justinian schwor indessen, sein Herrgott, habe ihm gesagt was zu tun sei.                                                            

„Von Gott eingesetzt ...bringen wir Kriege glücklich zu Ende… wir richten unsere Herzen so auf den Beistand des allmächtigen Gottes, dass wir weder Waffen noch unseren Soldaten, noch den Generälen noch unserer eigenen Begabung vertrauen müssen, sondern jegliche Hoffnung allein auf die vorsorgende Umsicht der höchsten Dreifaltigkeit setzen…“ (109)  Mischa Meier „Justinian, Herrschaft, Reich und Religion“  

Unmissverständlich.  Unweigerlich kommen dem der hinblickt, die Worte Goethes in den Sinn:   

„Wie einer ist, so ist sein Gott, darum ward Gott so oft zum Spott.“

Justinians höchste heilige Dreifaltigkeit ist der von Kaiser Konstantin erdachte Nebel.

Angst und Schrecken verlieh ihnen was sie suchten.

Justinians römischer Götze  stand auch in Adolf Hitlers Hirn als höchste Größe da. Er sagte 1941:

„Ich danke dir mein Herrgott, dass du mich jetzt dorthin gebracht hast, wo ich endlich mein Programm verwirklichen kann!“ (110) Christian Dube „Religiöse Sprache in reden Adolf Hitlers“

Wir wissen was Hitlers Programm wollte – und Millionen nicänische Gläubige wussten es. Spätestens nach der Reichskristallnacht 1938 wurde es sichtbar. Der Weg zur Errichtung der Konzentrationslager war nicht mehr fern.

Sein „Programm“, es stand ja in seinem Buch „Mein Kampf“ geschrieben.



Wenn auch formal gerechtfertigt, begehrte Justinian durch die Wiedereinverleibung Italiens ins Imperium, die Vergrößerung seiner eigenen Herrlichkeit und das um jeden Preis – Hitler und die Stalinisten hatten wohl  von ihm diesen Ungeist übernommen.

Im Sinne seines Vorbildes Konstantin und des Ambrosius von Mailand hatte Justinian sich geschworen den Arianismus und mit ihm die Arianer endgültig auszutilgen.

Justinian konnte nicht leugnen, dass die arianischen Goten die eroberten Landesteile gut regierten.

Sie waren zwar nicht gerade Freunde des Papsttums, aber auch nicht dessen Feind! Das muss betont werden.

Diktator Justinian suchte und fand seine Gelegenheit kriegerisch einzugreifen.

Es sei nur eine Strafoperation, sagte er zu Beginn des Krieges. Die arianischen Vandalen hätten in Nordafrika ihren König Hilderich abgesetzt. Was immer ihre Gründe dafür gewesen sein mögen. Anmaßend fühlte Justinian sich als Schutzherr jener Territorien die einst Teil des großen Rom waren.

Provozierend  bestand er auf die Wiedereinsetzung seines entmachteten Vasallen Hilderichs.

Die Vandalen wiesen ihn ab. Das war die Gelegenheit die er gesucht hatte.

Justinian schickte kaltblütige Generäle des Typs Belisar und Nardes mit ihren Truppen um mit seinem „christusliebenden Heer" die alte Ordnung wiederherzustellen.

Am 15. September 533 stand Belisar mit seinen 15 000 Mann vor Karthago. Alles lief bestens zu seinen Gunsten. So leicht war es gewesen die Stadt der auf Friedfertigkeiten eingestimmten Arianer einzunehmen.

Die bitterarmen Soldaten Belisars glaubten sich im Himmel, weil ihnen alles zufiel, was ihr Herz begehrte.

Als Justinian, nur Wochen später in Konstantinopel die Militärparade abnimmt und sein Feldherr Belisar triumphierend seine Gefangenen vorführt, beschließt der Kaiser nun ganz Italien zu „befreien“.

Als Staatsrechtler von Format war ihm klar, es bedarf einer juristisch vertretbaren Begründung, bevor er da einmarschiert. 

Er befand sich in einer Situation die gewisse Ähnlichkeit mit den mitteleuropäischen Ereignissen von 1967 aufweist: Die Sowjetunion wollte ihre alte, volle Vorherrschaft in der Tschechoslowakei wiederherstellen, die sie infolge des „Prager Frühlings“ verloren hatte, weil Alexander Dubcek den kremlhörigen Generalsekretär Novotný ablöste. Die Tschechen waren aus guten Gründen vom orthodoxen Kommunismus abgefallen, wie zu Justinians Zeiten zahllose Italiener die zuvor als gute Katholiken galten und nun arianisch  glaubten.

Die Sowjets brauchten einen „guten“ Grund um dort militärisch einzuschreiten. Irgendwer mit Stimme aus diesem Ostblock-Land musste sie um Hilfe bitten. Aus Reihen der über fünftausendköpfigen Belegschaft der Skodawerke fanden sich schließlich etwa 100 Personen bereit den Hilferufbrief an den Kreml zu unterzeichnen. Zwei Prozent… Der Rest lief wie geschmiert.

So hatte Justinian Briefe von einigen erzkatholischen Priestern erhalten die ihn angeblich ermutigten militärisch zu intervenieren.

https://blogger.googleusercontent.com/img/b/R29vZ2xl/AVvXsEjtNvpCwF4dADuTc_pbeTlbErqtoEEKwzwjqW6G0pmjEBy0GgEDacsEROiMwDlpYewzW7BBgYIa0F_wUb-d7f8NbKLEBB3w3A3_xWZo3Gucu6UFbnsRQ-4AUUMJK2F-wheLuVoR2IQOUF6J/s640/Erster_und_Zweiter_Gotenkrieg+-+Copy.pngAuch die romanischen Großgrundbesitzer baten ihn einzugreifen, weil die Arianer Gesetze zugunsten der kleinen Bauern erlassen hatten.

Wiki Commons

Es war, seitens der rechtschaffenen Goten eine Bauernbefreiung gewesen, die den sehr Reichen… „alle Herrenrechte entzog“…

Eine kleine Notiz, die jedoch große Beachtung verdient, denn Christen sind Menschen, die sich entschlossen für das Recht  der Benachteiligten einsetzen.

Eben daran, dass sie Liebe haben, wird man sie erkennen, sagte Jesus wieder und immer wieder.

Rechtschaffenheit ist ihr Kennzeichen.

Als das orthodoxe Byzanz das bislang von Arianern hervorragend geführte Italien nach 17 Kriegsjahren verwüstet hinterließ und der Handel völlig niederlag, nachdem die einfachen Menschen hüben wie drüben den letzten Pfennig für die Aggression der fanatischen Nicäner hergegeben hatten, brach der ganze Zorn aus Totila, dem vorletzten König der Arianer heraus. Er, der unselige Verlierer gegen die byzantinische Streitmacht,


„warf den Possessoren Italiens, den Mitgliedern des senatorischen Adels vor, dass sie „obwohl an der Herrschaft beteiligt, die Byzantiner ins Land geholt hatten“ (111) Ernst Pitz „Die griechisch-römische Ökumene und die drei Kulturen des Mittelalters“


Auch deshalb muss es dermaleinst ein Weltgericht geben, wie Jesus von Nazareth versprach. (112) Matth. 25

Die Byzantiner, nicht die Goten, hatten „gehaust wie die Vandalen“. Jedes Schulkind kennt dieses überaus verlogene Zitat. Sie waren, das sagt die moderne Geschichtsforschung… jedenfalls, keineswegs so schlimm wie ihr Ruf. Und wie die Vandalen, so die Goten. Die Überlieferung war die, den Christen untersagte: plumpe Propaganda, Unwahrhaftigkeit aus Gründen der Rechtfertigung bösartigen Vormachtstrebens.



Um 550 erringen die Orthodoxen, mittels der Heerscharen Kaiser Justinians ihren Pyrrhussieg. Das Heidentum, und die Goten (als einheitliche Volksgruppe) verschwinden im sechsten Jahrhundert von der ‚christlich’ dominierten Bildfläche. Und das Land stöhnte wegen der Öde:

"Die Erschöpfung und das Elend Roms konnte zu keiner Zeit, selbst nicht in der Periode des sogenannten Exils der Päpste zu Avignon, größer sein als nach Beendigung des Gotenkriegs

Die beste Apologie der Gotenherrschaft ist in Wahrheit das lange, grenzenlose Elend, in welches Italien versank, nachdem das Reich Theoderichs (das Reich des arianischen Gotenkönigs) gefallen war." (113) Ferdinand  Gregorovius „Geschichte der Stadt Rom“

Prokop, der Zeitgenosse und Justinians Berichterstatter schreibt: Überall waren die Lebensmittel inzwischen knapp. In Picenum seien Bauern verhungert. Alle magerten ab und verloren die frische Gesichtsfarbe. Bei weiterer Verschlimmerung verloren die Menschen jede Spur von Feuchtigkeit, und die gänzlich ausgetrocknete Haut sah wie Leder aus. Die Leute selbst wechselten von Grau in Schwarz und glichen völlig abgebrannten Fackeln.

Sieger Belisar nahm Vitigis, den Hofstaat und den gotischen Königsschatz mit nach Konstantinopel. Dort staunte Kaiser Justinian über die schönen und hochgewachsenen Barbarengestalten.

Doch die unterlegenen Goten in Italien schmiedeten Rachepläne. Nach einem kurzen Interregnum von Ildibad wurde der junge Totila gekrönt. Mit diesem ersten gotischen Usurpator auch Badu(il)a, der Streiter, genannt wendete sich das Blatt.

Totila gelang es, große Teile Italiens wiedereinzunehmen. Byzanz hatte sich mit hohen Steuern und wenig Sold unbeliebt gemacht. 545 lagerten die Goten wieder vor Rom. Byzanz schickte erst Belisar, dann dessen Konkurrenten, den armenischen Eunuchen Narses, mit zwei Heeren los. Diesmal aber machte der Hunger Rom zur leichten Beute. Die Menschen ernährten sich von Brennnesseln und sahen ganz wie Gespenster aus. Selbst Prokop ist beeindruckt vom jungen Gotenkönig Totila. Der habe in allen eroberten Städten die Einwohner geschont und von Brandschatzungen und Plünderungen abgesehen.

Justinian tat  was er konnte. Das flache Land und selbst die Großstadt Rom glichen später einer Wüste:

„Zwar residieren die Päpste im Lateranpalast noch lange danach, mit einer Schar Eingeschworener, inmitten von Ruinen und hielten sich großspurig für die Sieger der Geschichte und Retter des Christentums. Gespenstisch ging es zu. Wo einst 1 Million Bürger wohnten, hausten zwischen dem 6. und dem 14. Jahrhundert nur noch ein paar tausend Leute. Dieser verlorene Haufen, hielt sich allerdings für den Nabel der Welt.“ (114) Spiegel „Geschichte  Annette Bruhns „“Pest, Hunger und Schwert“

Kurz vor Kriegsende, 550, fiel Justinians voller Zorn auf Origenes. Dessen Lehre, jeder Mensch stamme von Gott ab und niemand dürfe jemals die WÜRDE des Geringsten antasten, missfiel dem Herrn auf dem Kaiserstuhl zunehmend.

Zu vernehmen, Gott habe jedem das Individualrecht zugesichert, störte ihn. Und seine langbärtigen, sabaitischen Mönche hetzten ihn auf, nun das Lehrgut des Origenes ganz auszulöschen.

Sich selbst und ihren Lebensstil betrachtend konnten die Herumlungerer wahrscheinlich selbst nicht glauben, sie hätten auch nur einen Funken Göttlichkeit in sich, hätten sie sich sonst in stinkende Lumpen gehüllt?

Da liegen die Gründe für die Verfluchung der angeblich origenistischen Aussagen, von der Präexistenz der Menschen, vom Verwandtsein des Menschen mit Gott, die jedoch nichts weiter waren, als die Summe der Christus- und Apostellehren.

Justinian, in seiner Arroganz, verfluchte Origenes! Widerlichste Anmaßung erhielt Gesetzeskraft.

Nicht die Orthodoxen, die selten oder nie einschritten, wenn die Gottesprinzipien der Wahrhaftigkeit, der Liebe und des Individualrechtes bedroht wurden, sondern Ausnahmechristen, wie der deutsche Mystiker Meister Eckhart (1260-1328) mahnten später ebenso eindringlich, wie zuvor Origenes:

„Gott hat die Seele auf Freiheit und Eigenständigkeit ausgerichtet, so, dass er ihr über den freien Willen hinaus nichts aufzwingen will, auch will er von ihr nichts fordern, was sie nicht will.“

Es scheint, dass wenigen Betrachtern bewusst ist, was es für Gott bedeutet, wenn er hilflos! zusehen muss, wenn seine Kinder ihm das Wort im Mund umdrehen.

Er gewährte uns das Recht auf Entscheidungsfreiheit, womit er selbst seine Hände band,  und wir treiben damit Schindluder. Er gab uns das Licht Christi, doch obendrein muss er erdulden, dass die Menschen ihn anklagen, er lasse das Unrecht zu, dass wir gegen seinen Willen, gegen unser Gewissen und gegen unsere Vernunft in die Welt gesetzt haben.



Es ginge den Menschen und der Theologie besser, wenn sie zurückkehrten zur Wahrheit. Denn

„aus vielen Zeugnissen geht hervor, dass außer Origenes auch andere bedeutende frühchristliche Theologen, Philosophen und Kirchenlehrer - so zum Beispiel Justinus, der Märtyrer (100-165), Tatian (2. Jhd.), Clemens von Alexandria (150-214), Gregorios von Nyssa (334-395), Synesios von Kyrene (370 413) ... der Bischof Nemesios von Emesa (um 400-450) glaubten, dass die Seelen der Menschen schon vor der Entstehung der materiellen Welt vorhanden waren.“ (115) Ein Katharer im Internet www.thorstenczub.de

Hildegard von Bingen wusste es durch Offenbarung:  „Die Seele stammt vom Himmel, der Leib von der Erde; die Seele wird durch den Glauben, der Leib aber durch das Sehvermögen erkannt.“   (116) Dr. Beat Imhof, 'Wegbegleiter' Nr. 3/2006 zitiert Hildegard (1098-1179)

Selbst die jüdischen Kabbalisten hatten Ursache an ihr voriridisches Dasein zu gleuben sowie die daraus resultierende Möglichkeit der Vergottung des Menschen in der jenseitigen Welt – wie Hippolyt und Origenes gemeinsam mit der Mehrheit aller Bischöfe ihrer Zeit:

„Das Passah ist das Aramäische pacach (paw-sakh) und bedeutet soviel wie 'hinüber gehen'. … Im Ursprung war das 'Hinübergehen' die Bedeutung des Hinübergehens des Menschen aus seinem fleisch(lichen Körper) hinüber in die körperlose 'Welt', der Heimat der Seele. Dieses Hinübergehen ist im Buche Exodus (Shemoth) der Juden, als der 'Auszug der Seele aus dem fleischlichen Körper' in dieser Welt in das Hinübergehen in die fleischlose Welt der Seele als Parabel niedergeschrieben, aber das Thema kehrt auch in vielen anderen Geschichten der Thora als Parabel auf.  ... Symbolik ist eine Sprache, welche auch durch die Begriffe in den gesprochen Sprachen ausgedrückt wird. So ist das 'über den Jordan gehen' dieselbe Symbolik wie das Passah. Das Yardana, Jordon, ist im Aramäischen 'der Strom oder Fluss des Lebens'. Abseits des Streites der Theologen kann man allein in der Aramäischen Sprache Mosaiksteine finden, für ein Bild, das es erlaubt auch das Bewusstsein der Menschen besser nachvollziehen zu können. So bedeutet im Aramäischen 'Bit Nitupta' das 'Haus der Präexistenz'..“ (117) Volker Doormann, ‘PhilTalk Philosophieforen’ Thema „Präexistenz und zur Passah Symbolik“  

Erst mit der Lehre von der Präexistenz macht die Eingangs-Aussage

des Epheserbriefes Sinn. Paulus singt nämlich ein Loblied auf den

Heilsplan Gottes:

“Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus…in

ihm hat er uns erwählt, vor der Erschaffung der Welt...“

Jede andere Deutung verführt zu eher inhumanem Denken im Sinne Augustinus, der sich die Spekulation von der „Vorbestimmung“ (Prädestination) zum Nachteil Millionen Gläubiger ausgedacht hatte.  

Gut wäre es ebenfalls, in diesem Zusammenhang, das „Perlenlied der Thomasakten“ zu betrachten: Apostel Thomas,

„der Zwillingsbruder des Christus, der Miteingeweihte in das verborgene Wort des Gesalbten (Christus)“, schildert die Situation aus der wir auf die Erde kommen:  „Als ich ein kleines Kind war“ (nämlich in meinem vorirdischen Leben) „und im Reich meines Vaters wohnte und am Reichtum und der Pracht meiner Erzieher mich ergötzte, sandten mich meine Eltern aus dem Osten, unserer Heimat mit einer Wegzehrung fort ... Wenn du nach Ägypten hinabsteigst und die Perle (findest und wieder-) bringst, die im Meere ist, das der schnaubende Drache umringt, sollst du dein Strahlenkleid wieder anziehen...“ das du hier in deinem vorirdischen Elternhaus zurückgelassen hast und dessen erneuten Besitzanspruch du mit deinem Perlenfund erworben hast. „wirst du mit deinem Bruder, unserem Zweiten, (Christus) Erbe in unserem Reich werden.“... K. Beyer, kommentiert hier in Übereinstimmung mit den Lehren der Kirche Jesu Christi der HLT (Mormonen) das „Syrische Perlenlied: „Die Botschaft des Liedes lautet: Die unsterbliche menschliche Seele göttlicher Herkunft darf sich erst dann endgültig vereinen mit ihrem unvergänglichen geistigen Leib der gleichfalls von Gott abstammt, aber immer bei ihm bleibt, wenn sie zuvor auf der Erde in einem vergänglichen fleischlichen Leib und in feindlicher Umgebung mit göttlicher Hilfe Selbsterkenntnis erlangt und mutig die ihr von Gott gestellte Aufgabe erfüllt hat. Das ist eine synkretistische Religion in der Nachfolge Platons, die sich leicht mit der christlichen Ethik verbinden lässt. Ihre Bilder teilt sie mit der Gnosis und den anderen antiken Erlösungsreligionen, ohne dass man sicher sagen kann, wer sie von wem übernommen hat. Das führt schließlich zu der Frage, ob der gnostische Anteil am spätantiken Synkretismus wirklich so hoch ist, wie meist angenommen wird. Denn, dass der Mensch die Erde als Fremde empfindet, ist ein weit verbreitetes Lebensgefühl…” (118) W. Rebell, Lehrbuch "Neutestamentliche Apokryphen und Apostolische Väter",



Jedermann im Herrschaftsbereich Justinians musste gewahr sein verleumdet zu werden, wie zu Hitlers und Sowjet-Zeiten. Diejenigen die auch nur den leisesten Zweifel am Kriegs- und Verderbenskurs des Größenwahnsinnigen aufkommen ließen mussten oft mit dem Schlimmsten rechnen.

Justinians Rechtspraxis war die durch nichts zu rechtfertigende  Bekräftigung des mit den Lehren Christi unvereinbaren Gesetzes zum Gewissenszwang „cunctos populos“ von 380. 

Geschichte zwingt uns aus Fehlern zu lernen. Fehler klein zu reden ist ein Vergehen, sie gut zu reden ein Verbrechen. Nach Justinian ging es nur noch ums Überleben auf möglichst hohem Niveau des persönlichen Wohlergehens gewisser römischer Familien. Prinzipien die Christus gab interessierten nur noch wenige Leute. Selbst die Päpste hätten sich für einen Tag des höchsten Glücks dem Teufel selbst verschrieben. Titel, Absichten, Meinungen und Lippenbekenntnisse kann man wechseln wie ein Hemd, den Charakter nicht. Nebenbei gesagt, schockierend ist, wie gerissen gewisse Schönredner und Fälscher vorgingen. Nichts war ihnen heilig. Geschichte und Religion war in ihren Händen Knetmasse. So ist es in Teilbereichen leider heute noch.

Theologie ist unter den Händen einiger ständig in  Bearbeitung.

Gelehrte Dogmatik kommt dabei heraus, wobei geflissentlich ignoriert wird, dass Gott da - in eigener Sache - ein Wörtchen mitzureden hätte, wenn man ihn nur ließe, oder glauben die Betreffenden etwa: Es gibt IHN nicht?

Justinians Geist ist nicht verschwunden. Die „Mormonen“ haben ihn 1838, zu Missouri USA, heftig zu spüren bekommen.

Kein Wunder, der Geist der Missourer war schon seit den Gründertagen der Kirche Jesu Christi der HLT ein besonders fanatischer. Eigenartigerweise fühlen führende Evangelikale dieses Bundesstaates sich heute noch dem Cäsaropapisten Justinian verbunden.

Im Gedenkkalender der Lutherischen-Missouri-Synode fand der bösartigste Terrorist des sechsten Jahrhunderts, Kaiser Justinian der die Todesstrafe auf den Abfall vom christlichen Glauben setzte, einen Ehrenplatz.

Wegen ihrer demonstrierten Geistesverwandtschaft zu diesem Mann,  stehen ihnen die „Mormonen“ besonders fern. Kein anderes Land der Welt hat jemals eine gegen die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage  gerichtete „Ausrottungsverordnung“ beschlossen. Aber die Missourer haben es getan, mit ihrer Executive Order 44, vom 27. Oktober 1838.

 (Erst) im Jahr 1976 wurde die Verordnung formal aufgehoben.“ (119) Wikipedia



Ein kleiner Blick nach Russland



Der "Sieg des Christentums" wird in Russland mit der Taufe des Großfürsten Wladimir am 28. Juli 988 gleich gesetzt. 

Alle Menschen die des Großfürsten Befehle em-pfingen, hatten wie er das angeblich christliche Wasser-bad zu nehmen:  






Wiki Commons Wladimirs Untertauchung (Taufe)






Das "Ökumenische Heiligenlexikon" schreibt: 

"Mit seiner Taufe ... am 28. Juli 988, ... erhielt (Wladimir) den Taufnamen Basil. Nun wurde das christlich-orthodoxe Bekenntnis zur Staatsreligion. Große Teile des Volkes wurden - gegen (ihren) Widerstand, der massiv unterdrückt wurde - noch im selben Jahr... - getauft, die Heidenbilder in den Fluss Dnjepr geworfen.... Wladimir führte nun wegen seiner überirdischen Schönheit den byzantinischen Ritus und auch die byzantinische Kultur in Russland ein: er ließ Kirchen bauen, verbot das Heidentum ...es entstand die für die Orthodoxie  typische Symphonia von Staat und Kirche. Da die Christianisierung als Anordnung des Herrschers empfunden wurde, lebten in der bäuerlichen Bevölkerung allerdings alte heidnische Bräuche noch lange weiter.“

Darf man das, was da im Sommer 988 in Russland passierte wie einen Sieg der Freiheit und der Wahrheit feiern?

Den Vorgang Menschen gegen ihren Willen eine Gesinnung über den Kopf zu stülpen, kennen wir zur Genüge.

Um 1780, schildert Charles F. Ph. Masson, ein Mann mit Augenmaß, welche Früchte Wladimirs Religion noch Jahrhunderte danach trug:

"Der Russe hat an nichts Interesse, weil er nichts besitzt... er lebt ohne Vaterland, ohne Gesetze, ohne Religion... er hat noch gar keinen Grund die Scholle auf die er gefesselt ist zu verlassen (er kann es sich nicht vorstellen....)  Er hasst alle Arbeit, weil er niemals für sich gearbeitet hat, er hat sogar noch keinen Begriff von Eigentum. Seine Felder, seine Habseligkeiten, sein Weib, seine Kinder, er selbst gehören einem Herrn, (- einem christlichen Herrn, G. Sk.-) der in Willkür darüber schalten kann, und es auch wirklich tut...

Und dann formuliert Masson diesen Satz:
"Die Philosophie, die seit langen Zeiten der Religion den Vorwurf macht, dass ihre eifrigsten Anhänger gemeinhin die schlechtesten Menschen sind, findet vorzüglich in Russland unzählige Gründe zu dieser schrecklichen Behauptung..."
(120) "Geheime Nachrichten über Russland unter der Regierung Katharinas..." Paris, 1800, S.15 u119

Masson findet allerdings auch Ursache für Lob in Ausnahmefällen. Zu den wenigen die sich aus reinem Humanismus Sorgen um ihr Land und ihre Kirche machten gehören der damalige Moskauer Erzbischof Platon, Direktor der Akademie. Er sei ein Mann voller Verstand und Beredsamkeit. Er sei einer, der alles versuchte was in seiner Macht stand um sein Volk zu erheben... allerdings fast vergeblich, weil vor allem die Popen auf dem Land mangels Bildung nicht ausführen konnten, was er wünschte...

Masson berichtet: Bis in die Gegenwart hinein bedeutete das Christentum in Russland selbst in Kreisen der Gebildeten nichts als eine Art Götzendienst.

"Außer einem geweihten Amulett, das jeder Russe von der Taufe an, wo er es bekommt, am Halse trägt und nie ablegt, hat er gewöhnlich noch ein Bild von Kupfer in der Tasche, das den Heiligen Nikolaus oder einen anderen Heiligen, der sein Patron ist, vorstellt. Er nimmt es mit auf Reisen. Nichts ist sonderbarer, als wenn man einem Bauern oder Soldaten zusieht, wie er seinen kleinen Gott aus der Tasche zieht, darauf spuckt, ihn mit der Hand reibt, und sich plötzlich vor ihm auf die Erde wirft,hundert- mal das Zeichen des Kreuzes macht, die tiefsten Seufzer ausstößt und seine 40 "Gospodi pomiloi" (Gott sei mir gnädig) hersagt.

Ist das Gebet zu Ende so tut er den Gott wieder in die Büchse und steckt sie in die Tasche..."

Natürlich gab es zu allen Zeiten und in allen Religionen der Welt Priester und Gläubige die den tieferen Sinn ihres Glaubens suchten und ihm nahe kamen.

Sie wissen, dass da ein guter Gott ist, der uns, gemäß unserem Wunsch,  zur Welt niedergeschickt hat, damit wir aus eigener Erfahrung  lernen Gut von Bose zu unterscheiden, der uns aus der Misere erretten will, indem wir seinen Geboten zur Toleranz, der Grundsatztreue und der Wahrhaftigkeit folgen.

Immer wieder, in allen Zeiten der Christenherrschaft, gab es neben dem sehr negativen Teil auch Positives.

Das Gegenteil des jahrhundertelangen russischen Volksaberglaubens, erlebte ich selbst:

Ich werde ihn nie vergessen, diesen etwa dreißigjährigen, hünenhaften Goten im Gewand eines russisch-orthodoxen Priesters, 1972, in Leningrad (St. Peterburg). Sein junges, weißes Gesicht, der ganze wunderbare Ausdruck seiner Persönlichkeit. An diesem Herbstmorgen wollte ich ihn ein zweites Mal sehen und bin früh aufgestanden um ihn, vor dem Morgenausflug unserer Reisegruppe, sprechen zu hören.

Aber, das gibt es ja nicht bei den Orthodoxen, dort wird herrlich gesungen und innig gebetet.

Ein hakennasiger Sechziger, mit langem, schmalen Gesicht und gewisser Hohheit, der ein Intellektueller sein musste, kam mit anderen Besuchern nach vorne. Der junge Priester nahm ihn unter die Stola und gab ihm, wie ich vermute, einen Segen. Beider Mienenspiel bewies mir ihre ganze Ergebenheit gegenüber Gott. In Moskau bewunderte ich, ein Jahr später, die schlichte, einfarbige, aber ergreifende Deckenmalerei eines Künstlers der in der Epiphanien-Kathedrale eine Geschichte aus dem Johannesevangelium, in einem Zyklus darstellte. Es war die Atmosphäre die mich ansprach, es war die Jahreszahl 1922, die mir sagte, dass in der

Wiki Commons: die Epiphanien-Kathedrale

bittersten Zeit der Nachrevolution einem bewundernswerten Mann dies da wichtiger war als alles andere. Hingebungsvoll erzählt der Maler, wie Jesus zum Jakobsbrunnen geht und eine Frau anspricht, die fünf Männer gehabt hatte und die nun unverheiratet mit dem sechsten zusammenlebte, was Jesus wusste. Ihr Erstaunen: „Wie kannst du als Jude, mich eine Samariterin, um Wasser bitten”, beschwichtigte er beeindruckend. All das fand hier seinen schönsten Ausdruck.

All das lässt jedoch nicht die ungenießbaren Früchte vergessen die auf dem Baum des Zwangschristianisierung in den Weiten Russlands wuchsen. Unter den ausgespannten Flügeln einer Religion die sich golden kleidete, herrschte Unwissenheit und graues Elend.  

Da gab es bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts wenig Gesittung weithin, und viel Alkohol, das bewies die Rote Armee nicht nur während der Revolutionszeit.



Viele Jahre später, etwa 1995, besuchte ich in der Nähe von Orlando, Florida, USA einen Gottesdienst der Baptisten. Die hübsche Dame auf der Bühne, deren Beine auch meine Blicke auf sich zog, rasselte mit einem holzfarbenen Tamburin um die etwa sechshundert Anwesenden, - die allesamt den Eindruck gut situierter Bürger erweckten, - in Schwung zu bringen....

Alles was folgte sollte gefallen, hatte jedoch, nach meinem Eindruck, eher den Charakter einer Show. Dagegen waren die Versammlungen die in der naheliegenden Mormonengemeinde stattfanden langweilig und nüchtern.

Der Lehrer in unserer Priesterschaftsklasse war kaum imstande eine lebhafte Diskussion zu entzünden und doch... da war ein Satz:

                 "Laßt uns das Beste sein, das wir sein können."

Eine Woche zuvor, bei den "Born again" gab es etwas ganz anderes zu sehen und zu hören, das tief in meinem Bewußtsein drang:

                                  "Jesus lebt! Hallelujah!"

Ein korpulenter Mann im noblen Dress eines Londoner Bankers war aufgesprungen und rief es ins Mikrofon: "Hallelujah!" 

Begeistert wiederholten Farbige und Weiße dieselben Worte, auch sie erhoben sich, warfen, wie ihr Prediger, die Hände in die Höhe: "Jesus lebt". Sie jauchzten geradezu. 

Mich beschlich jedoch die Frage: "Wieviel hast du heute mit deinem Rollenspiel  verdient, Prediger?"

Verfolgte dich jemals jemand deines Glaubens wegen?

Und in Gedanken sah ich wie Pfarrer dieser Christengruppe den Pöbel Missouris, 1838, aufhetzten:

                             "Schickt sie zur Hölle, die Mormonen!"

Und sie taten es.

Ehrlich gefragt: Was ist das, ein Christ?

Mir schien, nach dieser amerikanisch übertriebenen Jesus-Show, dass der Leningrader Priester wahrhaft ein Christ war.



Großfürst Wladimir hatte mit seinem Entschluss sich taufen zu lassen eine Entscheidung zugunsten des goldstrahlenden Byzantinismus getroffen, aber nicht zugunsten des eigentlichen Christentums.

Nicht die Lehren Christi hatten Wladimir überzeugt, sondern die politischen Vorteile die sich ihm als Folge eines Militär- und Kirchenvertrages mit dem "justinianisch" orientierten Byzanz boten. 

Wladimir und seinen Gesandten gefielen insbesondere die goldenen Gottesdienste.

Vor Staunen gingen ihnen die Münder auf. Wer je in der Hagia Sophia zu Wladimirs Zeiten einen "Gottesdienst" miterlebte – und vom Christentum der Urzeit nicht die geringste Ahnung oder Vorstellung besaß -  der musste tief beeindruckt sein. 

Nicht wenigen arbeitsscheuen Karrieristen kam der Glanz des byzantinischen „Christentum“  gelegen. Auch sie durften fortan glänzen.

Das war es was sie wünschten.  

Und genau das hatte Jesus mit seinem Lebensstil abgelehnt.

Seit 988 bewahrte die Russisch-Orthodoxe Kirche den damals übernommenen Ritus. Und so, wie heute die hochrangigen Geistlichen Russlands einherschreiten, so gingen die Kaiser der Metropole (Byzanz) Konstantinopel damals gekleidet.

Der Glaube an Christus alleine kann nicht zur Fülle der Freude führen, weil wir zuvor das Licht des Guten und der Wahrheitserkenntnis in Bescheidenheit erlangen müssen. Andernfalls müssen wir umkehren und uns dem Licht Christi - statt dem Goldglanz - zuwenden, um einer Schuldigsprechung zu entgehen. Das sichtbare Zeichen der Umkehrwilligkeit ist die Taufe und zwar eine Taufe die Gott eingesetzt hat, die niemals an Ohnmächtigen oder Unwilligen vollzogen werden darf.



D. Martin Luther

Er war ein Held wie David, als der sich Goliath zum Kampf stellte. Und Luther verlor wie David, als er heftigst das Falsche begehrte, - die bedingungslose Unterwerfung der Juden unter sein „Evangelium“

Luther hielt sein „Erlösungsverständnis“ für das einzig richtige. Hexenverbrennungen unterband er selten.

Den ausgebeuteten Bauern kam er nicht zur Hilfe, sondern, so sehr er Ausbeuter anklagte, fordte er  doch die Fürsten auf: Steche, schlage, würge hie, wer da kann“, um zivilen Gehorsam zu erzwingen, weil doch die Obrigkeit, nach Paulus, von Gott eingesetzt worden war.

Dennoch, Luthers Glanzseite wird nie verblassen, weil er Roms und der Habsburger Allmachtstreben, zu unser aller Gunsten, brach:

Wie er dasteht nach durchwachter Nacht, an jenem 18. Apriltag des Jahres 1521, vor den Fürsten Deutschlands, unter Beobachtung tausender Zeugen und vor dem lässig sitzenden, noch jungen, doch sehr besonnenen Kaiser Karl V. der kein Deutsch versteht, bewegte Freund und Feind.  Es ging um Tod und Leben - und zwar nicht nur um das des Martin Luther.  Er solle seine Bücher und Ansichten widerrufen, denn diese rüttelten, nach Kardinal Cajetanus Urteil, an jenen Pfosten auf denen die Macht des Papsttums ruhte.  Mit dem Bekanntwerden seiner berühmten 95 Thesen, die schon wenige Wochen nachdem er sie formuliert hatte in ganz Deutschland Aufsehen und fast ausnahmslos Zustimmung gefunden hatten, drohte dem Vatikan vor allem das Versiegen des Geldflusses aus dem Ablasshandel. Das war aus Roms Sicht sträflicher Abfall von Gott. Martin hatte es auf den Punkt gebracht:

„Der Papst möge die Basilika St. Peter aus seinen eigenen Mitteln bauen und nicht mit dem Geld der armen Gläubigen.“ (121) 86. These       

Es war nämlich kirchliche Sitte geworden, eine eigensinnige Deutung von Matthäus 16: 19 (122) „Ich (Jesus) werde dir (Petrus) die Schlüssel des Himmelreiches geben, was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“

gemäß der Meinung des Ambrosius von Mailand, buchstäblich auszubeuten: 

„Es kann keine noch so verruchte Schandtat begangen oder gedacht werden, welche die heilige Kirche nicht nachlassen könnte. Aufgrund der von Gott verliehenen Gewalt wird die von Gott geliebte Kirche einmal gleichsam in einem Atemzug, mit Gott genannt.“ (123) Gerhard J. Bellinger „Der Catechismus Romanus und die Reformation“   

Aus dieser bewusst gewagten Behauptung eines der berühmt-berüchtigsten Männer aller Zeiten, entstand eine Denkweise, die heute wahrscheinlich kein Mensch mehr unterschreiben würde. Ambrosius Zeilen wurden tatsächlich als Freibrief für Christen vom Typ Epiphanius (um 390) oder eines Bischof Cyrill von Alexandria (um 432) verstanden, die rücksichtslos und unehrlich im Kampf um die eigene Macht agierten. Ambrosius Aussage wurde immer wieder genutzt, um alles zu entschuldigen was an Kapitalverbrechen geschah, solange es letztlich der Festigung der Position des ‚heiligen Stuhls’ diente.

Nicht nur der Dominikaner Tetzel auch andere Ablasshändler waren zu Luthers Zeiten durch die Lande gezogen und hatten jedem Sündenvergebung versprochen.

Jedem!

Es wurde seitens der Gläubigen als eine in der Ewigkeit gültige Freisprechung vor Gott als Weltenrichter verstanden. Nämlich, die Kirche kann dich von allen Sünden freisprechen, wenn du deine Vergehen bekennst – und zahlst.

 Da ist der „Fall des Mordes des Statthalters der Lombardei, Azzo Visconti an seinem Oheim Marcus im 14. Jahrhundert.  Papst Johannes XXII. nahm von diesem Mörder Geld und erklärte, Gott gedenke seiner Sünden nicht mehr. Visconti sei nun mit dem Reich Gottes ausgesöhnt.“ (122) Schlosser, Weltgeschichte Bd VI. S. 390-391

Dass Geld, auch schmutziges, jedes Tor im Reich Gottes öffnen könne, wollte Luther weder verstehen, noch unwidersprochen hinnehmen. Mit einer riesigen Kreuzesfahne, militärisch geschützt war Tetzel quer durch Deutschland bis in Luther Nähe gereist. Er kam bis Jüterbog. Nach Wittenberg wo Bruder Martin lehrte durfte er nicht gehen, denn Kurfürst Friedrich der Weise hatte Tetzel untersagt Kursachsen zu betreten. Friedrich wollte nicht, dass sein Geld und das seiner Untertanen irgendwohin abwandert. Deshalb liefen die Wittenberger, abergläubisch wie sie durch ihre Geistlichen erzogen worden waren, nach Jüterbog. Bald spürte Beichtvater Luther die Auswirkungen direkt. Er zeigte sich nicht gewillt, alle Männer und Frauen von ihren Sünden zu absolvieren, solange sie nicht aufrichtig Umkehr geübt hatten. Deshalb lautete seine 1. und vielleicht wichtigste These: „So unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: Tut Buße, will er, dass das Leben der Gläubigen eine stete und unaufhörliche Buße sei.“ In Bruder Martins Kopf und Herz stand an dieser Stelle das griechische Wort: metanoia, und das meinte innere Umkehr.

Wie er glaubte, müsste das doch jedem einleuchten. 

Nur, wie sagte er das seinem Kaiser?

Er hätte es leicht erklären können: Was hat eine Ehefrau davon, dass ihr Mann bekennt, ich habe dich betrogen, solange sie nicht sieht, wie sehr es ihm im Innersten weh tut, und solange sie nicht fühlt, er würde es niemals wieder tun. Erst echte Reue (Buße, wie Luther sie verstand)  kann alles bessern.

Der Bußkatalog nannte statt Umkehr jedoch eine Geldsumme und das brachte Luther in Wut.

Außerdem hieß es, Papst LeoX. hätte 1515 den Ablass ausgeschrieben um seine Schulden beim Bankhaus der Fugger zu begleichen. Denn er liebte die große Kunst:

  „von Raffael z.B. ließ er sich die Wände seines Badezimmers mit der Göttin Venus und ihrem Sohn, dem Liebesgott Cupido, bemalen und… laut seinen Zeitgenossen ... sei ein Teil des eingenommenen Geldes für die Aussteuer seiner Nichte Maddalena Cibò bestimmt gewesen...“ (123) Maike Vogt- Lüerssen „Begegnungen mit Zeitgenossen der Renaissance“ 

Luther war auch nur ein normaler Sterblicher, er durchlief einen Prozess. Das ganze Jahr 1516 hindurch glaubte er noch gutwillig, dass der Papst Christi Stellvertreter auf Erden ist. Selbst im Jahr 1517 sagt er noch:

„Die freche Ablasspredigt macht, dass es auch gelehrten Männern schwer wird, des Papstes Ehre rein zu halten von Verleumdungen oder wenigstens vor scharfen Fragen der Gläubigen“ (124)  82. These

Den Papst stellte man sich zugleich als Christi Stellvertreter und als Kaufmann vor. Er sammelte die guten Werke seiner Frommen ein, darunter die vielen Gebete die vor allem die Nonnen und die Bruderschaften, über das notwendige Maß zur eigenen Erlösung, gesprochen hatten. Über dieses Plus konnte der heilige Vater verfügen, er konnte es verkaufen oder sogar als Gnade Christi verschenken. Supererogation nannte man das. Seit dem 13. Jahrhundert galt:

„Es ist tatsächlich ein ungeheurer Schatz an Verdiensten vorhanden, der sich aus den frommen Taten ... zusammensetzt, welche die Heiligen über das hinaus vollbracht hatten, was zu ihrer Seligkeit notwendig ist... dass den Treuhänder dieses kostbaren Schatzes den römischen Pontifex ermächtigt, denen die er für geeignet hält, einen Teil dieser unerschöpflichen Quelle des Verdienstes zuzuerkennen... so ausreichend, dass die Übeltäter von der für ihre Missetaten vorgesehen Strafe befreit werden.“ (125) James Talmage, „Jesus der Christus“ zitiert Mosheim, Geschichte der Kirche, XII. Jahrhundert II.

Die Statistiken ‚guter Werke’ wurden gewissenhaft geführt. Das „Vaterunser“ - das zwar nur wenige Worte umfasst - wurde in manchen Klöstern rund um die Uhr gebetet: Sieben Millionen Ave Maria hatte

„... die Bruderschaft der 11 000 Jungfrauen auf Vorrat gebetet, dazu 200 000 Rosenkränze und  200 000 TeDeum laudamus, sowie 3500 ganze Psalter“  (126) Gustav Freytag Deutsche Bilder 2

Luther war in der durchgekämpften Nacht vor diesem Verhör mancherlei durch den Kopf gegangen. Er fühlte sich elend und verlassen.

Doch seit seinem Turmerlebnis - einer Erfahrung, nachdem er wieder einmal  mit sich gerungen und doch im Kampf gegen die Lust unterlag - weiß er, dass Tetzels Lehre und damit des Papstes Auffassung nicht richtig sind. Denn niemand, der voll Selbstgerechtigkeit ist, kann mit der Gerechtigkeit Gottes erfüllt werden. Dass jedermann sogar seine sündigen Vorfahren, die im Purgatorium große Qualen erleiden, freikaufen könne, hält er noch nur für eine Übertreibung und das Tetzelwort: Sobald das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt, ist in seinem Augen einfach eine dreiste Werbung. Doch eigentlich hatte sich sein Bruch mit dem Papsttum bereits einige Jahre zuvor vollzogen.

1510 war er nach Rom gewandert.

Mit hochgespannten Erwartungen fiel er angesichts der am Horizont auftauchenden Türme der ewigen Stadt auf die Knie und dankte Gott: „Heiliges Rom!“

Unheiligeres sollte er nie wieder sehen, nie wieder so lästerliche Reden wie die seiner römischen Brüder hören, die die Messe mit unbeschreiblich obszönen Redensarten verlachten und die sich den Gedanken der Vorfreude hingaben, gleich danach Vergnügen in den Armen ihrer Geliebten zu finden.

Gespannt starrte der bleiche, spanisch sprechende Kaiser auf den Mund dieses Aufrührers, der wie er hörte, so schlau gegen den Papst von der Gnade und dem Glauben an den Erlöser Jesus Christus sprach und der sich damit um Kopf und Kragen redete. Er starrte auf den Mund des Mönches, der seine Überzeugungen gerade mit den Worten zusammenfasste:

„Ich kann meinen Schriften nicht anders beistehen, als wie mein Herr Christus selbst seiner Lehre beistand, indem er dem Diener...  der ihn ohrfeigte, antwortete: Habe ich übel geredet, so beweise, dass es böse sei.“ (127) Wachsmann, „Die Dokumentenplattform: Luthers Verteidigungsrede auf dem Reichstag zu Worms.“   

Martin stand nun im 36. Jahr seines Lebens, er ist Doktor der Heiligen Schrift, die er, wie sonst keiner, in diesem Raum, kannte.

Er hatte sich nicht leicht durchgerungen, mit klaren Worten abzulehnen was von ihm gefordert wurde, denn er hatte zu viel erfahren und gesehen. Die den Kaiser beratenden schwarz-weißgekleideten  Dominikaner forderten angesichts der übergroßen Geduld ihres Herrn und der trotzig-zögernden Haltung des Augustinermönches Luther, seine sofortige Bestrafung:  „Er ist ein Ketzer, ... ins Feuer mit ihm!“ Das hörten nicht nur die ihnen Nächststehenden.

Martin ist sich darüber im Klaren, ein kleiner Wink des mächtigsten Mannes der Welt genügte, um es auszuführen.

Es ist wahr, er ist ein Ketzer!

Keck hatte er in seinen Schriften behauptet, die Maximen des römischen Klerus seien Pfründe und Vormacht. Er ist ein Ketzer mit dem stark begründeten Anspruch die Wahrheit auf seiner Seite zu verteidigen. Er ist ein sonderbarer Ketzer, einer der intensiv um Toleranz warb,  um wenig später selbst unbeugsam intolerant zu handeln.  Bald wird er knapp und ungnädig sagen:

„Mit Ketzern braucht man kein langes Federlesen zu machen, man kann sie ungehört verdammen!“ (128) Tischreden, Bd.III. S. 175

Da bricht er durch der Ungeist des Damasus, des Augustinus von Hippo, des Ambrosius von Mailand, des Justinian, und vieler Päpste. Natürlich, der liebste Mensch kann in einem ungerechten Wutausbruch vergessen, dass „alle Menschen Brüder werden können, wo der sanfte Flügel des Gottes der Freude weilt“ (129) frei nach Schiller Ode: An die Freude.

Doch die eiskalte Enge und Engstirnigkeit war für das damalige Kirchentum, ob von Rom oder Wittenberge geprägt, sytemimmanent.



Der spanische Kaiser der Deutschen, vor dem Luther zu Kreuze kriechen soll, ist zwar jung, aber Karl V., obwohl als Habsburger, streng katholisch erzogen, hat sich selten darum geschert, was ihm Geistliche  rieten.

Er wird sich, wie stets, sein eigenes Urteil bilden.

Niemand darf ihn tadeln!

Er, als Imperator, sah die heilige Pflicht vor Gott, das Evangelium Roms zu bewahren und dem Papst zu Dienste zu stehen. Andererseits wollte er gerecht richten.

Er ahnt damals nicht, dass selbst er, wie sein hagerer Gegenüber, sehr bald ins Gegenteil seiner romfreundlichen Absichten fallen wird.  

Er wird sechs Jahre später Truppen gegen Papst Clemens VII. schicken, der so unklug war, sich mit den Franzosen gegen ihn zu verbünden.

Es sind die einmaligen Umstände die beide jeweils dahin bringen die eigentlich ‚andere’, die falsche Rolle zu spielen.

Mangelnde Besoldung der Söldnertruppen, schlechte Führungsarbeit und der allgemeine antipäpstliche Hass, zerbrachen während dieses kuriosen Feldzuges bald jede Disziplin.  Ungestraft zogen die katholischen wie auch die lutherischen Soldaten Karl V. monatelang plündernd durch die Straßen der „heiligen“ Stadt, begleitet von üblen Spaßmachern. Darunter war einer, der mit einer Tiara gekrönt und im Chormantel wie der Papst auftrat.  Als „Sacco di Roma“ ging dieses Zwischenspiel, im römischen Drama, in die Geschichtsbücher ein.



Luther, ehe er an diesem 18. April 1521 erneut zu Wort kam, betrachtete den nachdenklichen Kaiser mit seinen rotblonden Haaren nicht furchtlos. Er schaute nur kurz in die gewaltigen Augen seines Herrn, die aus einem ungesund blassen Gesicht herausquollen.  Ihm wurde bedeutet, er möge es nun in Deutsch wiederholen, damit auch bei den deutschsprachigen Hörern kein Missverständnis sei.  Luther sprach lange. In seinem Kopf sind all diese Bilder seiner meist unguten Erfahrungen und der Geschichte, die ihn beunruhigen. Er muss diese Vergangenheit für sich und andere überwinden.

So konnte es nicht weiter gehen.

Die christliche Welt war am bisher tiefsten Punkt ihrer Verkommenheit angelangt.

Es war die Zeit der unmittelbaren Nachwirkungen der Ungeheuerlichkeiten des spanischen Großinquisitors Torquemada, der die Juden und Mauren erbeben machte, indem er sie massenweise verbrennen ließ. (130)  Dieter Wyss, „Kain: Phänomenlogie und Psychopathologie des Bösen“, Königshausen & Neumann,1997: „Llorentes, Sekretär der spanischen Inquisition berichtet, gestützt auf Archivmaterial, Torquemada habe 10 220 Menschen lebend verbrannt, sowie mit Unterstützung Ferdinands und Isabellas 114 300 Familien für immer ruiniert.“  

Es war die hohe Zeit des religiösen Betrugs, der hysterischen Frömmigkeit, der Massenwallfahrten und einer weit verbreiteten Unwissenheit. Nicht wenige Klöster waren zu Herbergen von Gesindel geworden, andere zu Bordellen verkommen. Mancherorts war jeder dritte  Mann ein Mönch oder Geistlicher der auf Kosten der geschundenen Bauern lebte.

Luther ist zuversichtlich.

Er vertritt doch die Sache Jesu Christi. Andererseits weiß er von Jan Hus. Dem hatten sie zwar ebenfalls freies Geleit und sichere Rückfahrt nach Prag zugesagt und dennoch waren 1415 Krone und Kurie darin überein gekommen: Hus muss brennen.

Ja, Luther hatte von dieser Prophezeiung des Hus gehört:

„Sie werden jetzt eine Gans braten (denn Hus heißt eine Gans) aber über hundert Jahren werden sie einen Schwan singen hören, den sollen sie leiden." (131)  Die evangelische Kirche zu Ebersgöns: 2009

Er war dieser Schwan.

Zitternd war er einmal, in der Zeit seiner größten Romgläubigkeit, in einer Prozession hinter einer Monstranz hergelaufen. Dr. Usingen, Lehrer seines  Ordens, der das bemerkte hatte ihn angestoßen und besorgt nachgefragt ob Martin sich unwohl fühle. Da bekannte Luther, den Blick auf das Türlein der kristallenen Monstranz gerichtet, hinter der sich Jesu Fleisch in Form der geweihten Oblate, der Hostie, befand, wie sehr er sich fürchte dermal einst diesem Weltenrichter gegenüber zu stehen und verurteilt zu werden... 

Dr. Usingen meinte es gut, doch Menschenworte, so gut sie auch gemeint waren, konnten ihn nicht trösten. Erst der Römerbrief vermochte es, später.  Er wollte durch Hungern, Frieren und Kasteiungen einen gnädigen Gott bekommen und stellte entsetzt fest, dass er sein starkes sexuelles Naturell trotz der Schikanen die er sich antat, nicht kontrollieren konnte. Er fühlte sich schuldig und von Gott verdammt. Bis eines Tages, sein Blick auf den Schlüsselvers im Römerbrief 1: 17 fiel: „Der aus Glauben Gerechte wird leben.“  Wie ein Blitz traf ihn damals die Erkenntnis: Nicht durch gute Taten, sondern durch Glauben wird der Mensch gerettet.

Das war das eigentliche Turmerlebnis.

Der Kerngedanke seines neuen Glaubens und Denkens war geboren. Er fühlte es sofort freudig erregt, dies würde seinem Leben eine völlige Wende bringen. Er wollte nun „tapfer sündigen, aber tapferer glauben!“  Sich selbst zu fragen, ob die Wahrheit, - wie so oft, - vielleicht auch diesmal in der Mitte liegen könnte, fiel ihm nicht ein. Und so sollte Luther aus einer Religion des übertriebenen Tuns, leider eine der Kontemplation bilden.

 

Nicht nur das ganze Worms, halb Deutschland bejubelte Martins Mut, denn diejenigen, die freiheitlich denken konnten, hatten schon lange nach einem Mann wie ihn Ausschau gehalten.

Luthers Theologie ist weit gespannt, sie ist partiell auch für ‚Mormonengroßartig, oft missverstanden allerdings, aber auch offensichtlich nicht mehr schlüssig, wenn er sie auf sein „Sola gratia“ verkürzt.

Wer jemals den Geist Christi bewusst wahrnahm, der weiß, dass er reine Liebe und Freiheit ist, beide müssen wir erwerben und bewahren. Das ist Mormonismus










Anhang

Zwei Negativstichworte  sobald es um „Mormonen“ geht lauten: Totentaufe und „Vielweiberei“

Falsch ist die Behauptung: Mormonen übten die stellvertretenden Taufen zugunster Verstorbener, um den Mitgliederstand  in geheimen Listen zu erhöhen. Denn, alle Seelen (Geister, Intelligenzen)  sind im Besitz des nie endenden Individualrechtes.

Niemand darf diese Eigenständigkeit brechen!

Selbst Gott darf es nicht!

Das hat er uns versprochen!  

Die Taufe für einen Verstorbenen ist wie eine ausgestreckte Hand zu verstehen, die jenseitig vom Betreffenden erwünscht und ergriffen werden muss, ehe sie Bedeutung erlangt.

Um deutlicher den Hintergrund zu sehen:  Augustinus von Hippo lehrte um 400:

(Es) schmoren all jene in der Hölle welche das Sakrament der Taufe nicht erhalten haben und deshalb von der Erbsünde ...befleckt sind – also auch ungetauft1verstorbene Kleinkinder und vorchristliche Gerechte... Eine Lösung dieses Dilemmas bot die Vorstellung vom Limbus, welche sich im Mittelalter durchsetzte. Dabei handelt es sich um einen neutralen, freud- und schmerzlosen Jenseitsort. Dahin gelangen all jene, die weder Lohn noch Strafe verdient haben. Abstiegs- oder Aufstiegsmöglichkeiten gibt es nicht: Wer im Limbus ist, der bleibt dort für immer.” (132)  Didaktische Materialien „Dialog mit dem Jenseits“, Museum für Kommunikation 2008

Dem widerspricht nicht nur unser Rechtsempfinden, sonder die, in der Tat, anders geartete Erlösungslehre der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Das Buch Mormon verkündet, dass Gottes ewiger Plan auf Chancengleichheit ausgerichtet ist.

Dem will die Taufe für Verstorbene entsprechen, weil Jesus verfügt hatte: „Du must getauft werden - zur Vergebung deiner Sünden, als Symbol der Abwaschung - sonst kannst du nicht in Reich Gottes gelangen.“ (133) sinngemäß nach Johannes 3: 8

Du musst keineswegs getauft werden , aber wenn du Bürger SEINES Reiches werden willst, musst du sauber werden.

Es liegt alleine in unserer Hand was, diesseits und jenseits des Grabes aus uns wird.

Genau dem widersprachen Augustinus, Luther, Calvin.



Ein anderes Beispiel für kursierendes Nichtverständnis bietet der Begriff „Vielweiberei“

Mein alter Freund Walter Rohloff wurde zwanzigjährig, 1941, zur Wehrmacht eingezogen. Er war, bis er nach dem Krieg heiratete, sexuell unerfahren, wie die meisten Ledigen seiner Kirche. Er musste einen Fragebogen ausfüllen. Oben links auf dem Vordruck hätte er lutherisch oder katholisch schreiben sollen.

Richtig fromm war er nicht, aber ehrlich und so zeichnete er: K.Jesu Chr. der HLT Der zuständige Offizier wollte wissen was das bedeutet.

Walter riß die Hacken zusammen, wie sich das gehörte und sagte: „Ich bin ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Da war nicht genug Platz in der Rubrik“.

„Ich habe niemals von dieser Kirche gehört.“

„Oh, Herr Major, Sie kennen diese Kirche. Man nennt uns „die Mormonen“

„Und was heisst das?“

Der Major zuckte die Achseln: Haben Sie Literatur?“

Walter überreichte ihm später an diesem Tag ein Buch Mormon.

„Nun ich kann nicht garantieren, dass sie ihre Offiziersausbildung fortsetzen. Die Herren der Militärakademie werden sich damit befassen.“

Walter überreichte ihm später an diesem Tag ein Buch Mormon.

Zwei Wochen danach wurde Walter zu den „Herren“ gerufen. Ihm wurde migeteilt, er darf die Ausbildung fortsetzen, aber die Leitung der Akademie würden es wertschätzen, wenn er die „Mormonen“

verlassen würde. Ihnen gefiel vor allem nicht, dass in dieser Sekte „Vielweiberei“ praktiziert wird – und wie anzunehmen ist, missfiel den Herren Gutachtern, die im ganzen Buch dominierende Juden-freundlichkeit.

„Als er Vielweiberei sagte, beugte ich mich über und erwiderte: „Herr Major, was wir um uns herum sehen, ist Vielweiberei. Männer die verheiratet sind und Sex mit anderen Frauen haben!“

Walter links

Er hatte sich herausgenommen seine Hände auf die Platte des Schreibtisches des Kommandeurs zu legen. Das kam nicht gut an: „Roloff!“ schnauzte er, nehmen Sie Haltung an!“

Ja, ich war nur ein Unteroffizier und er ein Major: Dieser Mann behandelte mich dennoch immer fair, doch blieb ich, trotz guter Zensuren, was ich war, ein einfacher Unteroffizier.“ (134) „The Roloffs“



Zwischen 1840 und 1890 lebten fast alle führenden Persönlichkeiten der HLT-Kirche polygam.

Es ging darum, dass möglichst viele Kinder in Familien dieses Glaubens hineingeboren würden, und dass Witwen und deren Kinder sozialer Schutz gegeben werden sollte. Bekanntestes Beispiel ist der Nachfolger des 1844 ermordeten Präsidenten der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage,  Brigham Young (1801-1877). Er führte 1846 die etwa 14 000 Mitglieder der Kirche von Nauvoo, der von ihnen selbst errichteten Stadt in Illinois in die Täler der Felsengebirge Utahs. Aufgehetzt durch namentlich bekannte Geistliche verschiedener Denominationen gab es für sie keinen Ausweg. Der Auszug wurde zur Winterzeit erpresst. Gnade zugunsten der „Polygamisten“ gab es nicht.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/e/ee/Young.jpgMahonri Mackintosh Young, ein Enkel Brigham Youngs schuf diese Statue. Sie befindet sich in der Statuary Hall zu Wahington, USA

Im Buch Mormon Jakob Kapitel 2 heißt es unmissverständlich: Ein Mann – eine Frau.

Wer fremd geht verliert seine Mitgliedschaft.

Ausnahmefall war die Situation in der Frühzeit dieser Kirche.

Entsprechend dem Bild, das evangelikale Prediger vom „Mormonentum“ zeichneten, kursierten im 19. Jahrhundert im Westen der USA zahlreiche Witze, die den allgemeinen Kinderreichtum der „Mormonen“ belächelten.

                                                                                                                         B. Young Foto um 1856



Susa Young Gates, Tochter Brighams   - eine bekannte amerikanische Frauenrechtlerin, Missionarin und  Schriftstellerin - verneint entschieden die Ansicht, ihr Vater hätte sich zu wenig um seine vielen Kinder gekümmert:

„Er pflegte zu jedem einzelnen Mädchen und Jungen eine vertrauliche und liebevolle Beziehung.“ 

(135) Leah E. Dumford Widtsoe „Brigham Young – Der Mann der Stunde“,



Susa hielt eine Aussage ihres Vaters fest: „Ich möchte ein wenig aus dem Leben meiner Familie plaudern. Ich besitze eine große Familie, habe viele Kinder. Viele von ihnen sind klein. Dennoch glaube ich nicht, dass sie jemals Kinder in einer Familie haben zusammenleben sehen, die sich so wenig zanken.

Susa Young Gates (1856-1933)  



Beobachten sie die Kinder. Sie werden feststellen, wie sie ein guter Geist beeinflusst. Ich weiß von keinem Fall, wo man einem Kind, dem man Leid zufügte, nicht auch mehr Liebe erzeigte, als den anderen zusammengenommen. Sie fragen, wie ich das alles zuwegebringe. Ich schelte nie ein Kind, ich streite selten mit einer meiner Frauen. Ich sage meinen Frauen, niemals einem Kind Ursache zu geben, an ihren Worten zu zweifeln.“ (136) ebenda



Brigham Youngs  Enkelin Leah D. Widtsoe beurteilt ihren Großvater mit den Worten:  

„Dieser fähige Pionier hatte klar die Notwendigkeit der sittlichen und religiösen Ausbildung erkannt. Er glaubte an die Trennung von Staat und Kirche. Er war dagegen, dass die religiöse Erziehung ein Teil des Unterrichtsplanes der Staatsschulen bildet... deshalb gründete er neben den öffentlichen Schulen, Kirchenschulen.“ (137) Leah Dumford Widtsoe, „Brigham Young – Der Mann der Stunde“

                             Das Abraham O. Smoot –Verwaltungsgebäude der Brigham-Young Universität Utah

Im Sommer 1859, wollte die Regierung der USA „den Mormonen“ die „Vielweiberei abgewöhnen.  Präsident  Buchanan  schickte  ihnen eine

3 000 -köpfige Armee auf den Hals.  Zeitgleich reiste der 48jährige Herausgeber der New Yorker „Daily Tribune“ Horac Greely, nach Salt Lake City, Utah. Er war schon, obwohl erst ein Mann in den Vierzigern, bereits berühmt. Er wollte unbedingt Brigham Young sehen, den Mann des Westens, den Nachfolger Joseph Smiths.

Allein deshalb hatte er sich auf den weiten, nicht ungefährlichen Weg gemacht. Die Begegnung kam zustande.

Ihm wurde mitgeteilt, er dürfte fragen was immer er wünsche. Da damals die Sklavenfrage in den USA viele Gemüter beschäftigte wollte Greely wissen, wie Brigham und seine Kirche dazu stünde:


„Darf man schlussfolgern, dass Utah wenn es Mitglied der Föderation würde, den Status eines Sklavenhalterstaates erhielte?“

Nein!“ erwiderte Präsident Young, wir wären dann ein freier Staat... ich betrachte Sklaverei als einen großen Fluch.“

Wovon wollen dann ihre Priester leben?“

Durch die Arbeit ihrer eigenen Hände, gleich den ersten Aposteln... wir denken, dass ein Mann sein Leben nicht abseits vom Dienst an Christus (Dienst an den Mitmenschen) führen kann, das würde ihn unfähig zum Amt machen... Man sagt, ich sei reich. Gewiss, ich selber betrachte mich als einen Mann der seine viertel Million Dollar wert ist, aber von der Kirche erhielt ich bisher keinen Dollar.“


Horac Greely (1811-1872)



Greely schrieb in seinem Blatt, er sei überrascht gewesen in Brigham einen Mann zu sehen, der „freimütig und gut verlagt“ schien, „dem Scheinheiligkeit und Großspurigkeit völlig fremd war, der, getrieben von dem Wunsch nichts zu verbergen, offen antwortete.“ (138) Prof. Leonard Arrington „Brigham Young: American Moses“, „Zwei Stunden mit Brigham Young“

Greely fragte Brigham natürlich auch nach der Anzahl seiner Frauen. Präsident Young bestätigte, was alle wussten.

Die Großfamilie des Neffen Joseph Smith, Joseph Fielding Smith  umfasste bereits zu seinen Lebzeiten mehr als einhundert Personen.

Mitglieder der Familie Joseph F. Smith's sowie die Familien seiner Söhne und Töchter um 1900

Wie die Israeliten vor alters, die allesamt einer polygamen Familie entstammen, sind Leute wie ich stolz darauf, dass eine Anzahl unserer Glaubensvorfahren den Mut aufbrachten ein anderes, damals angebrachtes Familienmodell zu leben. Wie Im Buch Mormon niedergeschrieben, gilt seit 1890 wieder der Normalfall: „Ein Mann, eine Frau!“

Sie sollen und wollen in Treue und Liebe zusammenhalten – für immer und ewig. Sie möchten ihren Kindern Sicherheit geben und wertvolle Bürger ihres Landes sein, sowie ihren Nachbarn, gleichgültig welcher Religion oder Weltanschauung sie sind, ehrliche Freunde.

Das ist Mormonismus.