Die unselige, nachnicänische
Kirche
Gerd Skibbe
2026
Vorwort
Ludwig Hertling S. J., Professor an der
Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, bestätigt
indirekt, doch schonungslos, was insbesondere durch den Paradigmenwechsel, der 325,
in Nicäa erfolgte, seitens der Gläubigen erlitten werden musste: „Auf die Zeit der Kirchenväter folgten lange
Jahrhunderte (!) ohne Glanz. Die Kirche, und mit ihr die europäische
Geschichte, tritt, nachdem sie noch soeben durch leuchtende Landschaften
gereist ist, in einen dunklen Tunnel ein... Viele
Umstände haben zusammengewirkt, um die antike Welt in diesen Zustand der
Ohnmacht oder Erstarrung zu bringen, der zeitweise einem wirklichen Sterben
ähnlich sieht...“ „Geschichte der katholischen Kirche
bis 1740“
Im Juni 2026 ging diese Meldung durch die
US-Medien: „… Die meisten Mitglieder der Kirche
Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verstehen sich als Christen. Viele
prominente Gelehrte widersprechen dem jedoch. Sie verweisen auf grundlegende
Unterschiede in ihrem Gottesbild und ihrer Auffassung der Dreifaltigkeit“ „The
Ass.Press“
Wie
lange noch, werte Trinitarier…? Das Wissen um die negative Rolle der unheiligen
„Dreifaltigkeit“ und, dass Kaiser Konstantin sie erschuf ist vorhanden.
Irgendwann müssen Konsequenzen gezogen werden. Emanuel Kant mahnte: „…
was heißt: Gott ehren? Doch so viel, als ihm dienen? — Wodurch kann ihm aber
gedient werden? Doch gewiss nicht dadurch, dass man durch allerlei
Lobpreisungen ihm seine Gunst ablocken will …, sondern einzig und allein
dadurch, dass sein Wille befolgt, und seine heiligen Gesetze und Befehle
beobachtet werden.“
„… Eben so wenig, wie Konstantin
Christus erwähnt, ist die Kirche auf Christus bezogen...“ Heinz
Kraft, Habilitationsschrift „Konstantins religiöse Entwicklung“ Heidelberg
Mit Nicäa wurde es
„seine“ Kirche. Der deutsche Althistoriker Prof. Clauss: brachte
es auf den Punkt. Konstantin „wollte der
Christus sein.“ „Kaiser und Gott“ Herrscherkult im römischen
Reich
Und so wurde die umgewandelte Kirche Christi
im Jahr 325 konstantinischer Gegenstand der Reichspolitik.
Isaac Newton
(1643-1727) las Griechisch ebenso, wie den Originaltext der Vulgata. Er wusste
im Gegensatz zu vielen anderen wovon er spricht: „Gegen das Trinitäts-Dogma seiner Kirche hatte sich der junge Isaak
Newton verstohlen in den Arianismus hineinstudiert. Athanasius verabscheute er.
Den Trinitarismus denunzierte er leidenschaftlich als „falsche, infernalische
Religion, seine Bekenner seien ‚Götzenanbeter …“ Harro Heuser: „Der Physiker Gottes –
Isaac Newton“
Leo Tolstoi sah das ähnlich. Der „Heiligste
Dirigierende Synod“ der ROK, exkommunizierte ihn im Februar 1901, auch da
Tolstoi „den als Dreieinigkeit gepriesenen Gott leugnete“. Des
Geächteten Antwort auf seine Exkommunikation lautete: „Die Lehre der Kirche
ist eine theoretisch widersprüchliche und schädliche Lüge, fast alles ist eine
Sammlung von grobem Aberglauben und Magien.“ Denis Scheck „Wer
Tolstoi liest, taucht in eine zweite Familie ein“
Erstaunlich ist, dass selbst hochgescheite
Bekenner der „Dreifaltigkeit“ selten wissen, wie und warum der Trinitarismus
entstand, sonst würden sie wenigstens der Solarisation Christi widersprechen.
Konstantin stürzte die Kirche ins Unglück
indem er sie und ihre Kinder des Geistes der Freiheit beraubte, jener
Handlungs- und Glaubens-Freiheit die der „allein wahre Gott“ dem Geringsten
gab.
„Die
Diskussion um die Trinität begann (erst) im
vierten Jahrhundert nach Christus. Sie
ist sehr philosophisch geprägt, da die Lehre von der Trinität in der Bibel
nicht explizit vorkommt.“ Evangelische Kirche Deutschlands 2020
Origenes
(185-254) stellte bereits 100 Jahre vor dem Nicänum klar was urchristliche
Überlieferung und Lehre war: „... Der Sohn ist dem Vater
nachgeordnet, er ist dem Vater nur ähnlich, er ist eine andere Person.“ „Die
Religion in Geschichte und Gegenwart“ Handwörterbuch für Theologie und
Religionswissenschaft 3. völlig neu bearbeitete Auflage Vierter Band
„Bis (etwa 530) (erwies sich selbst Kaiser Justinian) als Förderer der Anhänger
der Lehren Christi, wie sie Origenes beschrieb.“ Inauguraldissertation August Knecht
„Die Religionspolitik Kaiser Justinians I.” 1896
Ich lernte früh, dass jeder der Wahrheit
verpflichtet ist, sonst schlägt sie zurück!
Gerd Skibbe, Melbourne Juli 2026
Glaubensfragen
Die Gottesfrage beschäftigte selbst die
Größten: Der Theologe Dr. Dr. Dieter Hattrup sagte: „In den letzten
drei Jahrzehnten, von 1925 bis zu seinem Tod 1955, erkennt
Einstein, dass die Wissenschaft nicht leisten kann, was er von ihr
erwartet hatte, als er sich ihr verschrieb. Ja, umgekehrt, die Physik ist
dabei, das Personale als den Grund aller Wirklichkeit plausibel zu
machen. Wenn die Welt nicht nach einem mechanischen Plan abläuft, wenn es neben
den harten Gesetzen der Naturwissenschaft auch Ereignisse gibt, die von diesen
Gesetzen nur ungefähr vorausgesagt werden, dann wird Spinozas Formel hinfällig.
Dann ist Gott nicht mit der Natur gleichzusetzen. Dann liegt es eher nahe zu
sagen, der Grund der Welt, mit üblichem Namen Gott genannt, ist frei und
handelt nach Plan. Sein Handeln in der Welt ist nicht durch
Naturgesetze festgelegt, sondern er bestimmt die Gesetze.“
Die Tagespost, kath. Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur.
16.03. 2004
Theologie, vor
allem die christliche, basiert auf Wissen und ist zugleich Opfer von
Spekulationen und Machtstreben.
Hätte Gott sich nicht während gewisser
Perioden auserwählten Menschen offenbart, die hoher Gesinnung waren und Inspiration
suchten, wir wüssten nichts von ihm. Frau Prof. Dr. Regine Schulz gab, 2012,
mit ihrer Kanzelrede bei „Andreas um sechs“ tiefere Einblicke in die
altägyptische Religion: „Auferstehung und Ewiges Leben“, im Alten Ägypten. Ihre
Aussagen haben Gewicht.
„Den Menschen des Alten Ägypten sei die Frage
nach dem Glauben ganz fremd gewesen, sie hatten nicht einmal ein Wort dafür.
Ihre Vorstellung von der Götterwelt und der Ordnung des diesseitigen und
jenseitigen Lebens sei nach ihren Begriffen überliefertes Wissen gewesen, die Wahrheit. Sie fürchteten das
Totengericht, denn das Weiterleben nach dem Tod hing vom Wohlverhalten im
Diesseits ab. Es gab Hoffnung auf Gerechtigkeit, Hoffnung auf Gnade gab es
nicht Der Maßstab für das richtige Leben sei zusammengefasst im Begriff Ma`at,
der sich nicht übersetzen lasse, weil er viele Bedeutungen einschließt:
Gerechtigkeit, Ordnung, Weisheit. Die Personifizierung dieses umfassenden
Begriffes in der Göttin Ma`at schaffe eine Verbindung zur Person Christi,
meinte Superintendent Helmut Aßmann im Gespräch mit der Museumsdirektorin.“ Sie
sei Protestantin, „aber auch der festen
Überzeugung, dass das Verhalten im Diesseits sich auf das Leben im Jenseits
auswirke." Diese letzte
Bemerkung ist zwar gut „mormonisch“-urchristlich, aber keineswegs evangelisch
und schon gar nicht calvinistisch.
Ist Sol invictus dominierender Teil des „Dreifaltigen Gottes“?
Die katholische Union der Europäischen Konferenzen der Höheren
Ordensoberen/innen (UCESM) fasste mit wenigen Worten zusammen was Konstantin
mit dem ersten ökumenischen Konzil zu Nicäa 325 zu erreichen wünschte: „Der einzige Gott der gebildeten und fast monotheistischen Heiden,
gerade vor dem Aufkommen des Christentums, war Phebus Apollo oder Sol, der das Leben auf Erden spendende Gott.
Aurelian führte einen Versuch eines solchen heidnischen Monotheismus ein. Während Konstantin den christlichen
Monotheismus einsetzen wird mit Sol Invictus („die unbesiegte Sonne“)
und Mithra bei den Soldaten, um spirituell dem Wedismus der Perser
entgegenzuwirken. Aurelian wünschte,
dass die Römer eine gleiche Religion hätten...“ Die
Die Sol Einsetzung – die Einfügung ins Christentum - sollte geschehen.
Wiki Commons: Mosaik des Christus
als Sol Invictus in der
vatikanischen Nekropole, 3. Jahrhunderts
Zu spät erkannten jene 11 Prozent aller Bischöfe
des römischen Reiches, die auf Staatskosten nach Nicäa kamen, dass sie in eine
Falle gelockt wurden. Dass dies so war
bewies Konstantin, nur fünf Jahre nach dem Konzil.
„Nachnicänische Christen identifizierten Christus als die wahre,
spirituelle Erfüllung des Sol Invictus, oft als Solarisation“ Christi
bezeichnet.“ Art &
Theology
„Sol Invictus in seiner späten römischen Form ist das Produkt einer Verschmelzung, …bei der die Allmachts-vorstellung der syrischen Baals-Götter auf den römischen Sonnengott übertragen wurde.“ Imperium Romanum
330, zu Konstantinopel zeigte
Konstantin sein wahres Gesicht, das des unbesiegten Sonnengottes. Es wird
berichtet, dass seine Gedenkstatue auf der Porphyrsäule:
„von Heiden und von C h r i s t e n verehrt wurde und l e t z t e r e versuchten,
das Bild Konstantins ... mit Opfern gnädig zu stimmen und mit Lampenfesten und
Räucherwerk zu ehren. Sie beteten ihn
wie G o t t an und leisteten Fürbitten, die vor schrecklichen Dingen Abwehr
schaffen sollten... Constantin als ApolloHelios entsprach der Darstellung
Christi als Sonnengott...“ Frank
Kolb Herrscherideologie in der Spätantike“
Konstantin
hatte 324 die Alleinherrschaft im blutigen Ringen gegen Schwager und Mitkaiser
Licinius errungen. Nach dem militärischen Sieg griff er, mittels eines Konzils,
nach den Sternen und vollzog den nächsten Schritt um Herrscher des „Weltalls“
zu werden. Während der Zeit seiner Geiselhaft zu Nikomedia hatte er es immer
wieder in paganen „Gottesdiensten“ vernommen „der Kaiser gleiche dem Gebieter des Weltalls.“ Alexander Demandt „Diokletian und die
Tetrarchie“ – „Aspekte einer Zeitenwende“
Ein Kaiser, eine Religion, ein Gott.
Deshalb
lud Konstantin die etwa 2000 Bischöfe des Reiches ein, auf Staatskosten nach
Nicäa in Kleinasien zu reisen.
Es
hieß zunächst er wolle in der Kirche Frieden stiften.
Welche
Ehre für die überwiegend ‚kleinen’ Leute, in den Dörfern Palästinas und
Kleinasiens, die den bis dahin nur innerhalb der Kirche geachteten Rang eines
Bischofes trugen, eine Einladung vom mächtigsten Mann der Welt zu
erhalten. Umgehend erhoben sich seitens der absoluten Mehrheit der
Postempfänger schwerwiegende Bedenken nach Nicäa zu gehen, obwohl die
Versuchung wohl für jeden groß war, fortan geachtet und sogar berühmt zu
werden. Die von den Paganen Verspotteten, hätten jetzt auftrumpfen können: „Seht
meine Einladung vom Kaiser!“, und dann noch umsonst mit der kaiserlichen
Post daher zu fahren und etwas von der Welt zu sehen, das stellte schon eine
gewisse Verlockung dar. Die mutigen im Glauben Gefestigten – und das waren
nahezu 90 Prozent - wollten sich jedoch nicht selbst kompromittieren. Sie
lehnten schweigend ab. Konstantin, dem bekanntlich grausamen Sol – Invictus -
Verehrer den Gefallen zu tun, zu Füßen zu kriechen, kam für sie nicht in
Betracht: Er
hatte „das aus dem Orient kommende Hofzeremoniell übernommen, das schon
Diokletian eingeführt hatte: wenn er Bittsteller oder Gesandte empfing, trug er
ein Diadem auf dem Kopf und schwere bestickte Kleidung aus Damast und Seide,
die bis zum Boden reichte. Jeder, der sich ihm näherte, musste sich zu Boden
werfen und den Saum des Kleides küssen, ehe der Kaiser ihm erlaubte, sich
wieder aufzurichten. In Rom, als einstiger Verkörperung der Republik, wurde die
Proskynese natürlich verachtet“. Bettina von Engel : „Konstantin und seine Familie
in Trier“
Man ahnte oder wusste wer er war: „Gefangene
Offiziere und der Unfreiheit widerstrebende Germanenfürsten ließ er im
Amphitheater von wilden Tieren zerreißen, etwa in einer Arena in Trier.“ Er
kannte „auch mit der Zivilbevölkerung … keine Gnade und hinterließ in den
unterworfenen Gebieten Tod und verbrannte Erde.“ Bettina
von Engel „Konstantin und seine Familie in Trier“
Konstantins „Handlungen waren durchweg
geleitet vom Ziel, die Macht auszubauen; sein Schwiegervater, Kaiser
Maximianus, wurde 310 von seinen Soldaten an Konstantin ausgeliefert, der ihn
schließlich zum Selbstmord zwang…“ Später hörte man mehr und sah sich
doppelt bestätigt: „seinen Schwager Licinius ließ Konstantin erwürgen,
dessen Sohn degradierte er zum Sklaven und ließ ihn totschlagen; Crispus,
seinen Sohn aus erster Ehe, und Fausta, seine Frau, ließ er 326 ermorden, weil
er die beiden verdächtigte, eine Beziehung miteinander eingegangen zu
sein.“ Ökumenisches Heiligen-Lexikon
Den
Kollaborateuren Paphnutius von Ägypten, Bischof Hosius von Cordoba, Nikolaus von
Myra, dem Schafhirten Spiridon von Zypern und vielen anderen wurde gegen
Konzilsende suggeriert: Nur ihr steht im Recht euch Christen zu nennen. Sie
sollten sich fortan als „Orthodoxe“ bezeichnen. Auch die halbherzigen
Konstantinianer sollten nach einigen Wochen der ideologischen Bearbeitung ihrer
Seelen, gegenüber den Zweiflern, darauf bestehen zu sagen: „Es handelt sich nicht um drei verschiedene Götter, sondern um
drei Seinsweisen desselben einen Wesens“ Heilige
Dreifaltigkeit
Noch
weiß niemand, wer wann in diesen Text sogar das Gegenteil dieser sinnwidrigen
Behauptung hineinmischte: „…die
christliche Wahrheit zwingt uns, jede Person einzeln für sich als Gott und als
Herrn zu bekennen…“ 19. Zeile
Kann es einen größeren Widerspruch geben? Man
sollte jedenfalls meinen, dass nichts über „die christliche Wahrheit“ gestellt
werden kann und darf, schon gar nicht der Monotheismus.
Ende 1
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