Montag, 16. Februar 2026

Lügen haben kurze Beine

 

Was treibt die „Enthüller“ angeblicher mormonischer Irrlehren dazu, Vermutungen als Fakten zu verkaufen? Obenan stehen zwei evangelische Geistliche. Gustav A. Zimmer mit seinem Buch „Unter den Mormonen in Utah“.

 Er beteuert:

  Bertelsmann Verlag 1908

Ihm folgt Pfarrer Rößle

  Veröffentlicht 1931

Unzählige Deutsche werden mit Lehren befleckt, die sie glauben machen, das sei alles himmlische Nahrung für ihre Seelen…  Diese gottlose Priesterschaft, die Tausende verführt hat, das Wort Gottes mit Füßen zu treten und die das Heilige durch den Staub zerrt... müsse entlarvt werden... 


Man könnte sagen, nun, das liegt sehr weit zurück. Doch im neuen Jahrtausend befürwortet die evangelische Bibelgemeinde Pforzheim unter Dr. Lothar Gasmann „das Buch von Prof. Samuel Leuenberger: MORMONEN – Heilsbringer aus Salt Lake City?, 3,50 Euro bestellen.) - 

See more at: http://bibelgemeinde-pforzheim.de/news/newsmailer.
Prof. Leuenberger behauptet: für "Mormonen" ist "keine der Gottheiten Schöpfer Himmels und der Erden. … Bei allen Gottheiten nimmt die Weisheit beständig zu. Deshalb kann bei Gott nicht von Allwissenheit gesprochen werden.

Aber der entsprechende Text erscheint im Buch Mormon entgegengesetzt:

„...der allmächtige Schöpfer Himmels und der Erde... kennt eure Gedanken.“ Buch Mormon, Jakob 2: 5, 2. Nephi 8:13 …„O wie groß ist die Heiligkeit unseres Gottes! Denn er weiß alles – es gibt nichts was er nicht weiß!“ 2. Nephi 9: 20

Weiter schreibt Prof Leuenberger: (für die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage gelte):

"Christi Kreuzestod hat kaum mit Tilgung von Schuld und Gerechtmachung vor Gott zu tun.  Sein Kreuzestod hat in erster Linie Voraussetzungen zur Höherentwicklung der Menschen geschaffen. Jesus ist also nicht Versöhner zwischen dem Himmlischen Vater und den Menschen..."

Denn demgegenüber steht im Buch Mormon und in anderen Schriften der Kirche Jesu Christi der HLT geschrieben:

Er (Christus) kommt in die Welt, auf dass er alle Menschen errette, wenn sie auf seine Stimme hören wollen, denn siehe er nimmt die Leiden aller Menschen auf sich, ja die Leiden eines jeden lebenden Geschöpfs der Männer und Frauen die zur Familie Adams gehören... er erleidet dies, damit die Auferstehung allen Menschen zuteil werde... er gebietet allen Menschen, dass sie umkehren und sich auf seinen Namen taufen lassen und bis ans Ende ausharren, sonst müssen sie verdammt werden... nur wo es kein Gesetz gibt, da gibt es keine Strafe, und wo es keine Strafe gibt, da gibt es keinen Schuldspruch und wo es keinen Schuldspruch gibt, da hat die Barmherzigkeit des Heiligen Israels wegen der Sühne Anspruch auf den Menschen, denn die Sühne tut den Forderungen der Gerechtigkeit Genüge ...“ 2. Nephi 2: 20-25 

Der Herr Gott … liebt die Welt (die Menschen), so dass er sogar sein eigenes Leben niederlegt, damit er alle Menschen zu sich ziehen kann. Darum verbietet er niemanden, an der Errettung durch ihn teilzunehmen.” 2. Nephi 2: 24

Bis zur Stunde, schwört der Schweizer Bibelkreis um Herrn Wepf im Internet:

"Die Mormonen sind eine der gefährlichsten Irrlehren der Neuzeit."

Wepf argumentierte – bis ich ihn darauf hinwies, - dass er falsch liege wenn er seiner Leserschaft  erzählt:  „Es gibt keine Zeugen für die Existenz der goldenen Platten“, die Joseph Smith erhielt.

Ich schickte dem Autorenteam um Herrn Wepf eine Kopie einer Buch-Mormon-seite mit den Aussagen der 3 und der 8 Zeugen, die mit ihrem Namen sagten: „Wir hielten die Platten in unseren Händen“.

Es gab zwar keine Entschuldigung, aber die Falschaussage wurde umgehend gelöscht.

GotQuestion ist eine Gruppe, die im Internet Fragen zu christlichen Themen beantwortet. Ich schieb heute, am 16. Februar 2026 diese Erwiderung auf einige irreführenden Behauptungen:

Liebe Freunde, 

Ihr schreibt: die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage  wurde vor „weniger als 200 Jahren von Joseph Smith gegründet. Er behauptete, dass Gott der Vater und Jesus Christus ihn persönlich besucht (hätten) und ihm sagten, dass alle Kirchen und ihre Glaubensbekenntnisse abscheulich wären.“ 

Meine 1. Frage lautet: Warum zitiert ihr nicht den Originaltext, der jedem zugänglich ist, der über Google search , eingibt  „Joseph Smith—History Extracts from the History of Joseph Smith, the Prophet.”

Da heißt es: „Ich (Joseph) bekam die Antwort, ich dürfe mich keiner von ihnen anschließen, denn sie seien alle im Unrecht; und die Person, die zu mir sprach, sagte, ihre sämtlichen Glaubensbekenntnisse seien in seinen Augen ein Gräuel; jene Glaubensbekenner seien alle verderbt, denn ‚sie nahen sich mir mit den Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir; sie verkünden Menschengebote als Lehre, sie haben zwar eine Form der Gottesfurcht, aber sie leugnen deren Macht‘.“

Ihr wisst, liebe Freunde, dass die „Mormonen“ das Nicänum ablehnen, d.h weil sie nicht trinitarisch glauben, seien sie keine Christen. 

Tausendfach wird  das "erklärt", bis schließlich eine Mehrheit ernster Christen, diese Verurteilung akzeptiert. Daraus erhebt sich meine

Frage 2: Gibt es in der Bibel den geringsten Hinweis, dass das Bekenntnis zur „heiligen Dreifaltigkeit“ vor dem Konzil zu Nicäa Kirchenlehre war?

Bekanntlich haben alle vor-nizänischen Kirchenlehrer verkündet, dass der Sohn (Christus) dem Vater nachgeordnet ist.

Damit wäre Gott Vater und Jesus Christus zwei autonomen Götter.  Selbst Origenes (185-254), der wahrscheinlich größte unter den berühmten Kirchenlehrern spricht von der Trennung von Vater und Sohn. Sogar das Athanasianum sagt in seiner 19. Zeile: „…wir sind gezwungen, in christlicher Wahrheit jede einzelne Person für sich als Gott und als Herrn zu bekennen!“  19. Zeile

In der selben Zeile wird dann die "christliche Wahrheit" verleugnt, zugunsten des katholischen Glaubens.

 „Kein Theologe vor der Entstehung des Arianischen Streits - weder in der Ost- noch in der Westkirche - betrachtete den Sohn nicht irgendwie dem Vater untergeordnet.“ R. P. C. Hanson „The Search for the Christian Doctrine of God"

Alle KIrchenhistoriker wissen es!:

                   Das Nicänum war den Urchristen total fremd:

Der lutherische Dogmenforscher, Adolf von Harnack, (1851-1930) stellte es ebenfalls  sachlich fest: „Das war eine „große Neuerung, die Erhebung zweier unbiblischer Ausdrücke (Vater, Sohn und Heiliger Geist sind „unius substantiae“ G.Sk.) zu Stichworten des Katholischen Glaubens. Sie sicherte die Eigenart dieses Glaubens... Im Grunde war nicht nur Arius abgewiesen, sondern auch Origenes... fortan musste die Kirche die Last einer ihr   f r e m d e n  Glaubensformel tragen“ „Lehrbuch der Dogmengeschichte“

 Warum und wie entstand der Glauben an den trinitarischen Gott? Weil Konstantin es wünschte! 

"Seitens des Kaisers Konstantin wurde mit Drohungen und Ankündigung von Repressalien gearbeitet. Jeder Bischof wird einzeln vorgenommen. Ihm wird das Bekenntnis (das Nicänum) vorgelegt und er wird zugleich vor die Alternative gestellt, entweder zu unterschreiben oder in die Verbannung zu gehen...“ Rudolf Leeb „Konstantin und Christus“ – die Verchristlichung der imperialen Repräsentation, Walter de Gruyter, 1992

Selbst Katholiken geben zu, dass das Nicänum erzwungen wurde: "Alles schien in bester Ordnung, jedoch hatten einige Bischöfe nur ein Lippenbekenntnis abgelegt, da Kaiser Konstantin mit der Verbannung für jener Bischöfe gedroht hatte, die das Bekenntnis nicht unterschrieben..." Kath. Quelle "Familia Spiritualis Opus" 2013 

Frage 3; Warum pocht ihr auf das Nicänum, obwohl ihr wisst, dass   „Die Diskussion um die Trinität (erst) im vierten Jahrhundert nach Christus begann. Sie ist sehr philosophisch geprägt, da die Lehre von der Trinität in der Bibel nicht explizit vorkommt.“ EKD 2020 (Evangelische Kirche Deutschlands)

Frage 4: Glaubt ihr wirklich, dass die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage „das Wesen Gottes“ deformiert?   Ihr schreibt¸ "Obwohl die Mormonen normalerweise freundlich, liebevoll und nett sind, so sind sie von einer falschen Religion betrügt  (betrogen), die Gottes Wesen, die Person Jesu und den Weg zur Rettung deformiert.“  (bzw. „verzerrt“)

Sir Isaak Newton las griechisch ebenso wie den Originaltext der Vulgata. Er, der beste Bibelkenner seiner Zeit, verurteilte den zu Nicäa geborenen Trinitarismus als Abfall vom Urchristentum.

Newton erkannte, dass die, durch das Nicänum erfolgte „wesenhafte, substantielle Gleichheit" (Gleichsetzung) des Sohnes mit dem Vater“ zur Entwicklung von Unvorstellbarkeiten führte. „Der Abfall vom Glauben sollte damit beginnen, die Wahrheit über die Beziehung des Sohnes zum Vater zu verzerren, indem er sie gleichsetzt.“ Untitled Treatise on Revelation (section 1.4), Yahuda Ms. 1

Kirchenvater  Tertullian bekennt ebenfalls, da sind drei verschiedene in einer Gottheit: der Vater Elohim, sein Sohn Jesus Christus und der Heilige Geist: 

Tertullians Bemerkungen zu ad Praxean c. 13 und 19. c. 13 lauten: "Wir lehren allerdings zwei, den Vater und den Sohn und eigentlich drei mit dem heiligen Geist, entsprechend dem Wesen der Ökonomie, die eine Mehrzahl bedingt... dennoch nehmen wir den Ausdruck zwei Götter und zwei Herren niemals in den Mund…Um ihnen (d. h. den Häretikern) kein Ärgernis zu geben, haben wir den Grund angegeben, warum man doch nicht von zwei Göttern und Herren spricht.“ Max Mühl „Zum Problem der Christologie ...“ 1968

Ich habe noch viele Anfragen zu eurem Text bezüglich eurer Darstellung der Lehren meiner Kirche. 

Kirchenhistoriker seid ihr nicht!

Ihr lästert.  Weil wir glauben, Jesus Christus habe im Himmel einen Leib aus Knochen und Bein, seien wir Betrüger. 

Nein, Blut gibt es in der ewigen Welt nicht.

Nicht wenige Anti-Mormonen behaupten diesen Unsinn.

Für die alten Christen bis etwa 540 galt dasselbe. Sogar der Trinitarier Augustinus (um 400) bekannte es:  Augustinus schreibt - an den spanischen Theologen Consentio  ‚Du fragst, ob der Leib des Herrn auch jetzt noch Gebeine und Blut (? auf keinen Fall G. Sk.) und die übrigen Bestandteile des Körpers besitze? (…) Ich glaube, dass der Leib des Herrn im Himmel sich so befindet, wie er auf Erden war, als er zum Himmel auffuhr.’“  Christoph Markschies Alta Trinita Beata „Die Frage nach der Leiblichkeit des mitthronenden Christi’ seiner Zeit“ 

Ihr müsst mir nicht antworten, aber ich behalte mir vor diesen Brieftext sowie die meinerseits euch noch nicht gestellten Fragen zu veröffentlichen. Bislang haben mehr als 420 000 Leser meinen Blog geöffnet.

Es lebe die Wahrhaftigkeit

Mit freundlichen Grüßen

Gerd Skibbe

 

 

 

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