Samstag, 15. September 2012


Zu den  verrücktesten Ideen der Geschichte gehören einige, die sich als „erlösend“ anboten, aber ins absolute Elend führten.
 
Das haben im Verlaufe der letzten zweitausend Jahren vor allem führende Christen mit ihrem unangebrachten Hochmut bewiesen.

Mit leichter Hand wischten die machtsüchtigen unter ihnen, schon bald nach Nicäa, schwerste Anklagen beiseite, wie Bischof Damasus (305-384), der über genügend Geld verfügte die Richter zu bestechen, obwohl sie wussten, dass er durchaus schuldig und seine Hetzreden und Taten mörderisch waren.
Andere verwiesen darauf, dass sie persönlich lupenrein und in der Gnade Christi dastünden, nie Übeltäter gewesen sein konnten, obwohl sie das Übeltun durch Predigt und Theorie vorbereitet hatten, wie das der Judenverfolgung in Christi Namen. Das wurde im Zeitalter des Kolumbus, im Spanien Isabellas und Ferdinands deutlicher denn je. Und sogar am Holokaust trugen sie Mitschuld.

Man fragt sich wie die Päpste je ruhig schlafen konnten wenn sie das Wehklagen der im nahe beiliegenden Ghetto zusammengepferchten jüdischen Mitmenschen nicht überhören konnten.





Wikipedia: Das Römische Ghetto in einem Bild von E. Roesler-Franz


1555, von Papst Paul IV. installiert, mussten zeitweise mehr als 10 000 Menschen auf engstem Raum zusammenleben, wie in einem Gefängnis. Nicht die Kardinäle, oder gar die wenigen menschlich fühlenden „Heiligen Väter“ sondern die weltlichen Truppen Italiens setzten dreihundert Jahre später, 1870, dem Unrecht ein Ende, so wie Napoleon als Folge seines Einmarsches in Spanien der Inquisition den Todesstoß versetzte.

Die vorherrschenden christlichen Richtungen wurden groß, durch geschickt polemisierende Gewalttäter deren salbungsvolle Worte, nun nicht länger über ihr Wolfswesen hinwegtäuschen können. Sie erzeugten mit Verboten, dies- und jenseitig gemeinten Drohungen, Tricks und Lügen, Angst, statt Freude. Es war jene Angst die als Roter Terror, von den führenden Kommunisten, schon 1918, verbreitet wurde, sobald sie meinten Macht ausüben zu können,.

Wir führen nicht Krieg gegen einzelne. Wir vernichten die Bourgeoisie als Klasse“

So, wie die Lenin-Bolschewisten bald in den Parteien ihrer Halbbrüder, in den Menschewiki und den Sozialrevolutionären ihre Feinde erblickten die „zu erledigen sind“, so handelten die nachnicänischen Trinitaristen:

Wer von der athanasianischen Linie weicht ist ein Gottesfeind, ein Antichrist.“ (Ambrosius von Mailand)

Längst der historischen Lüge überführt, dass ihre Brüder in Christus, die Arianer keineswegs die Dissidenten, Abweichler oder Häretiker sind, sondern sie selbst die eigentlichen Ketzer, indem sie eine Neuerung ins Christentum einführten, - den katholischen Glauben, - mobbten sie weiter und immer weiter, im Rahmen ihrer in unserer Gegenwart glücklicherweise sehr eingeschränkten Möglichkeiten. Wie gleich zu Beginn, als der blubefleckte Imperator die „auri lustralis collatio“ ausschrieb, die praktisch eine Art Kirchensteuer war, so ist es prinzipiell immer noch in Deutschland.

Würde der Staat nicht für Instandhaltung bedeutender Kirchengebäude zahlen, und gäbe es nicht eine direkte und mehrere indirekte Finanzspritzen durch die Bundesrepublik, sie wären fast ohnmächtig. Die Macht der Wahrheit ist ohnehin nicht auf ihrer Seite.

Sabine Hübner, Friedrich-Schiller Univ. Jena schrieb 1976: „Konstantin hatte im Jahre 326 (das geschah unmittelbar nach dem Konzil zu Nicäa, auf dem Konstantin allen Bischöfe und bald auch den Priestern die seinen eigenen, heidnisch gewachsenen kuriosen Gottesglauben akzeptierten Steuerfreiheit und andere Privilegien zugesagt G. Ski.) eine Gold- und Silbersteuer eingeführt, die auri lustralis collatio oder auch chrysargyrion genannt wurde, die jeder zahlen musste, der ein Gewerbe betrieb. Sie wurde zunächst alle fünf, im 5. Jh. alle vier Jahre veranschlagt. Libanios beklagte kurz nach 387 n.Chr. die Ungerechtigkeit dieser Gewerbesteuer, die zu großem Leid und Schrecken führte. Handwerker, ... Gärtner, Fischer, zur See reisende Händler, Kaufleute sowohl in der Stadt als auch auf dem Land (vgl. CTh 13, 1, 10) und auch Prostituierte. ...Die Höhe der Steuer berechnete sich nach dem im Gewerbe tätigen Kapital des Betroffenen. Dazu zählten Werkzeuge, Vieh, Sklaven, sie selbst und ihre Familienangehörigen... Reiche Fernhändler, die diese Steuer zahlen könnten und sollten, setzten sich über See ab, zurück blieb nur der arme Handwerker mit seinem Werkzeug, mit dem er sich kaum ernähren könne... Hunde setzten die Steuereintreiber den fliehenden Händlern und Handwerkern nach, so dass es sogar vorkam, dass Eltern ihre Kinder in die Sklaverei verkaufen mussten, um die Steuer aufzubringen. Auch Zosimus zeichnete das gleiche Schreckensbild wie Libanios. Immer wenn die Zeit der Steuererhebung näher rückte, so Zosimos, erhob sich Jammer und Wehklagen in jeder Stadt... Die, die aufgrund ihrer Armut nicht zahlen konnten, wurden mit Peitschen und Martergerät gefoltert. So kam es, dass Mütter ihre Kinder verkauften und Väter ihre Töchter an Männer feilboten,um den Steuereintreiber das chrysargyrion liefern zu können. Jones hielt nach Auswertung der einschlägigen Quellen trotz der vielen Klagen der Zeitgenossen über die annona die Belastungen durch die collatio lustralis für härter... Wie eine Stelle aus der Vita des Johannes Eleemon schildert, war in Alexandria neben den öffentlichen Steuern und der Miete für den Laden zudem noch ein Handgeld für den Marktaufseher, der diese Gelder eintrieb, üblich. Hinzu kam für die in Kollegien organisierten Handwerker und Händler, zu denen ein Großteil der städtischen Gewerbetreibenden gehörte, die Verpflichtung zur Leistung von munera, deren Durchführung von den Kurialen der Heimatstadt organisiert wurde... Schuhmacher galten offenbar als besonders arme Männer, doch selbst auf ihr Schustermesser als ihr einziges Kapital würde, so Libanius, die Steuer von unerbittlichen Steuereintreibern erhoben (Lib., or. 46, 22)... Durch ein Edikt von 346 wurde wiederum bekräftigt, dass Kleriker keine munera sordida leisten und nicht für die Instandhaltung der Wege und Brücken aufkommen müssten. Allen im Handel tätigen Klerikern wurde wiederum auch die Befreiung von der Gewerbesteuer zugesichert, nun aber mit der hinzugefügten Einschränkung, dass sie mit ihren erwirtschafteten Gewinnen die Armen unterstützen sollten.” (186) „Der Klerus in der Gesellschaft des spätantiken Kleinasiens”, 2005 S.155:

Die entschiedensten Kämpfer für die neue Art Christentum die mit dem 1. ökumenischen Konzil etabliert wurde, und die heute noch in Rudeln auftreten und diffamieren, hatten nie begriffen, dass eben jener Christus, dem sie zu dienen meinten, Gewalt jeder Kategorie verabscheute, dass er in die Welt kam um dieses Grundübel zu überwinden.

Wäre mein Reich von dieser Welt, dann würden meine Diener kämpfen.“

Liebe und Zwang sind Todfeinde.

Diese schlichte Tatsache zu verinnerlichen, wäre ein wichtiger Beitrag zur Verteidigung der immerbedeutenden Wahrheit, dass jeder Mensch glauben und sagen darf was er will, dass er aber gemessen wird an dem was er tat und was dabei, zugunsten des Glücks anderer herauskam. Denn

Alles was ihr wollt, das euch die Leute tun, das tut ihnen zuvor.“

Wir werden von unserem Gewissen und vielleicht sogar von Gott gerichtet werden, weil sich irgendwann mit Macht die Frage erheben wird: hast du gemäß deiner eigenen Erkenntnis gehandelt?

Das Gewissen läßt sich nicht betrügen, sondern nur zeitweise zurückdrängen.
Sogar Adolf der Schrecklichste war nicht bar dieses Teils seiner Seele. In seinem Buch „Mein Kampf“ bekennt er das auf seine Weise:
    In der Zeit dieses bitteren Ringens zwischen seelischer Erziehung und kalter Vernunft hatte mir der Anschauungsunterricht der Wiener Straße unschätzbare Dienste geleistet. Es kam die Zeit, da ich nicht mehr wie in den ersten Tagen blind durch die mächtige Stadt wandelte, sondern mit offenem Auge außer den Bauten auch die Menschen besah. Als ich einmal so durch die innere Stadt strich, stieß ich plötzlich auf eine Erscheinung in langem Kaftanmit schwarzen Locken. Ist dies auch ein Jude? war mein erster Gedanke. So sahen sie freilich in Linz nicht aus. Ich beobachtete den Mann verstohlen und vorsichtig, allein je länger ich in dieses fremde Gesicht starrte und forschend Zug um Zug prüfte, um so mehr wandelte sich in meinem Gehirn die erste Frage zu einer anderen Frage: Ist dies auch ein Deutscher?Wie immer in solchen Fällen begann ich nun zu versuchen, mir die Zweifel durch Bilder zu beheben. Ich kaufte mir damals um wenige Heller die ersten antisemitischen Broschüren meines Lebens.
    {Absatz 060 „Wandlung zum Antisemiten“}
    Sie gingen leider nur alle von dem Standpunkt aus, daß im Prinzip der Leser wohl schon die Judenfrage bis zu einem gewissen Grade mindestens kenne oder gar begreife. Endlich war die Tonart meistens so, daß mir wieder Zweifel kamen infolge der zum Teil so flachen und außerordentlich unwissenschaftlichen Beweisführung für die Behauptung. Ich wurde dann wieder rückfällig auf Wochen, ja einmal auf Monate hinaus. Die Sache schien mir so ungeheuerlich, die Bezichtigung so maßlos zu sein, daß ich, gequält von der Furcht, Unrecht zu tun,wieder ängstlich und unsicher wurde....
Eigentlich unvorstellbar ist, das bekennende Christen gegeneinander die Hand heben. Völlig unverzeihlich, dass jemand der an den Gott der Güte glaubt, seinem vermeintlichen Gegner ins Auge blickt und ihm - seinem Mitmenschen - dann irgendein Eisen in den Leib rammt.

Die griechisch-orthodoxe Kirche sprach den Gläubigen der römisch-katholischen Kirche lange Jahrhunderte den Titel „Christen ab“ weil das, was die Kreuzfahrer in Konstantinopel angerichtet haben, insbesondere mit ihrem 4. Zug, mehr als barbarisch war.

Das kam nicht einfach vor, sondern das war oft Tagesgeschäft aller wehrhaften Männer jahrhundertelang, nachdem das Kreuz christliches Symbol geworden war.
In vergleichbares Elend führten auch die Ideen des hochgescheiten, sicherlich gutmeinenden Karl Marx, oder des Diktators Lenin, sowie die Hitlers, den im Verlaufe der 30er Jahre immer mehr Deutsche als Messias bewunderten, weil er gehalten hatte, was er vor seiner Wahl zum Reichskanzler versprach: Arbeit und Brot für jeden.
Als Nichtchristen werden bis zur Stunde in den USA, von törichten Predigern und Predigerausbildern, diejenigen bezeichnet, die die in Nicäa, vor 1700 Jahren beschlossene „Neuerung“ , Gott sei gesichtslos nicht mittragen.

Für diese Klassifizierer sind die Verweise der deutschen Spitzentheologen Adolf von Harnack und Hans Küng absolut bedeutungslos:



dass in Nicäa nicht Gottes, sondern des Kaisers Wille geschah



Wisst Ihr komischen, voreiligen Gospelpreacher nicht, dass Jesus gesagt hatte:

Richtet nicht (ungerecht) ! auf dass ihr nicht gerichtet werdet.“ ?


Christen sind Leute die jedem Menschen zugestehen, dass er glauben darf was er will, dass jedermann Respekt und Mitgefühl verdient, jedenfalls solange er, wenn er sich morgens im Spiegel betrachtet, sich selbst fragt: Mein Lieber, bist du ein Christ? Du weißt doch: an deinen Früchten wirst du erkannt werden.

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