Montag, 19. Januar 2026

NATO ablehnen oder befürworten? (1)


Sehr wenige Zeitgenossen kennen die Hintergründe für die Entstehung sowie die Ursachen für die Notwendigkeit des Fortbestandes der NATO. Als damals 18-jähriger, sensibler Zeitgenosse erinnere mich und euch: Am 24. Juni 1948 sperrten sowjetische Truppen alle Zufahrtswege nach Westberlin.  Die Versorgung der dort lebenden 2.2 Millionen Menschen war gefährdet. Hauptsache für den Personenkreis um den obersten deutschen Kommunisten, Walter Ulbricht, war die Idee, dass die „Amis“ kapieren sollten, dass sie damit massiv aufgefordert sind nachzugeben, um ihren Platz zu räumen. Das war der Fehdehandschuh, der den westlichen Mächten vor die Füße geworfen wurde. Das war ein klarer Rechtsbruch. Das war der eigentliche Beginn des Kalten Krieges. Die Stalinregierung setzte diesen Schritt, weil Walter Ulbricht, damals Generalsekretär der SED, der Noch-Ostzone sehr wohl wusste, dass die Anwesenheit von „Westtruppen“ mitten im Körper der bald zu gründenden DDR ein Störfaktor sein würde, - der voraussichtlich peinigende Splitter im Fleisch des Ostens. Dem galt es aus kommunistischer Sicht vorzubeugen.



Das geteilte Deutschland zwischen 1945 und 89. Inmitten des roten Ostens lag Westberlin. In den drei Westsektoren gab es zu dieser Zeit nur 12 000 Soldaten insgesamt. Davon waren etwa die    Hälfte US-amerikanische Militärs. Denen gegen-über standen rund 200 000 sowjetische Truppen die Berlin umrundeten und weitere 180 000 auf ostdeutschen Boden mit 7 500 Panzern und 800 Bombern einschließlich Jagdflugzeugen. Das US-Establishment wurde damals auch von Historikern darauf hingewiesen, dass die III. Internationale bzw. die Komintern zwar am 15. Mai 1943 durch Stalin offiziell aufgelöst wurde, (auch um die Sorgen der Alliierten (USA und Großbritannien) zu dämpfen: Russland suche die Weltherrschaft auf ihre Kosten - um deren massiven Waffen- und Lebensmittelzüge nicht zu beeinträchtigen. Aber das Ziel, das die Kremlunterstützer die „Weltrevolution“ nannten, hätten sie nie aufgegeben. Die von Karl Marx ausgegebene Parole: „Proletarier vereinigt euch“ wirke fort, und es käme hinzu, dass der Panslawismus nicht tot sei.


Prof. Beier-Red und andere kommunistische Zeichner, stellten damals mehrere Karikaturen her, die dazu passten, einige die spaßig aussahen und todernst gemeint waren: Genosse Lenin fegt seine „Klassenfeinde“ vom Erdball.


Das Kalkül des Kremls, soweit es Berlin betraf war für jedermann durchschaubar:  Wenn 2 Millionen Menschen nach Brot rufen, das Westberlin nicht aus eigenen Möglichkeiten zur Verfügung stellen kann, dann spätestens, muss die DDR einspringen und die Versorgungslücke schließen. Damit und danach gewinnen die Roten zunehmend an Einfluss.

Der US-Militärgouverneur Lucius D. Clay agierte nicht kopflos wütend, sondern entschlossen und angemessen klug. „Er initiierte umgehend eine Luftbrücke, „da eine militärische Durchbrechung der Blockade zu riskant war.“ 

Diese Variante erschrak die Ostplaner. Für sie war es unvorstellbar, dass der weite „Westen“ Milliarden Dollar opfern könnte, um ihre ohnehin kostspielige Position zu halten. Und doch war er so. Eingeflogen werden mussten Nahrungsmittel, Brennstoffe, Maschinen und anderes. Welche Logistik, im Minutentakt mussten Flugzeuge landen, entladen werden um wieder zu starten.

Und es gab zuvor einen zweiten Punkt des russischen Pokers: Noch war die Stimmung gegenüber den Besatzermächten in Ost und West nicht gut. Noch lagen, zu dieser Zeit, auch in Berlin, große Stadtteile in Trümmern. Noch lebte in den Köpfen das Urteil „Amerika samt England sind Feinde“.  Sie haben nicht nur diese Stadt zerstört. 

Es war Gail Halvorsen ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, der mittels einer umgesetzten guten Idee, einen entscheidenden Anteil zur Verbesserung des Verhältnisses beitragen sollte. Er „bombardierte“ nun, 1948, die Stadt mit Süßigkeiten.  Candybomber wurde er genannt. An kleinen Faltschirmen befestigt hingen Schokoladen.



Oft sind es nur scheinbare „Kleinigkeiten“ die das  Gute bewirken. 

Berlin setzte Gail Halvorsen ein Denkmal. Alta, seine Ehefrau und er dienten von 1986 bis 1987 als Missionare der HLT-Kirche in London, England, und erneut von 1995 bis 1997 in St. Petersburg, Russland. Er verstarb 101-jährig.


Das Ringen um die weltweite Vormacht ging fort, Woche für Woche. Weltweit zischte es anti-amerikanisch:

 Im September berichte der Spiegel 9-1948: „Das russisch besetzte Nordkorea wurde zur »Volksrepublik« ausgerufen. Mit eigener Verfassung, einem 200 000-Mann-Heer und Hammer und Sichel als Hoheitszeichen. Die politische Taufe des längst geborenen Bankerts Nordkorea ist ein erstes offenes „Gardez“ (ein Ausdruck der im Schach verwandt wird) der Russen an die UNO. In Moskau waren die Alliierten übereingekommen, nur eine gemeinsame Regierung für das russischbesetzte Nordkorea und das amerikanische Südgebiet zuzulassen. Einer UNO-Kommission, die dazu freie Wahlen durchführen sollte, wurde die Einreise in die russische Zone verboten… Die neugebackene Volksarmee Nordkoreas marschierte im Paradeschritt durch die ebenfalls neu gebackene Küstenhauptstadt Gensan. Über hundert russische Offiziere auf der Ehrentribüne salutierten. Auch zwei amerikanische Verbindungsoffiziere waren gekommen. Sie bereuten es bald. Eine aufgeputschte Menge riss ihnen die Uniformen vom Leibe und prügelte auf sie los. Die Russen salutierten ungerührt weiter. Der US-Oberbefehlshaber in Korea, General John Hodge, protestierte bei seinem russischen Kollegen…“

 Ende Teil 1

 

 

 

 

 

 

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