Samstag, 15. August 2026

Die unselige, nachnicänische Kirche - Mutter der Sekten (1a)

 

 

 

 

                       Die unselige, nachnicänische                       Kirche- Mutter der Sekten 





                                                                2026


                                    Gerd Skibbe 

 

  

 

 

 

 

 

 

 Einführung

                           Die Macht der Gewohnheit ist keine Allmacht.





Wenn man das Schema Kopf stellt, wird daraus ein Sektenbaum.
 Rechts außen stehen die "Mormonen"- die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, der ich bewusst seit 80 Jahren angehöre.
Diese Denomination wurde, aus der Sicht eines redlichen Betrachters des 20. Jahrhunderts, korrekterweise als unabhängig von allen anderen dargestellt. Sie ist einzigartig.

Die römisch-katholische Kirche beansprucht den Vorrang vor allen anderen. 
Aber der Weg der nach-nicänischen Kirche (Kirchen) war nie ein kontinuierlich Gerader.

Nicht nur das, es ging viele Jahrhunderte hindurch steil bergabEs kam im Verlaufe des ersten Jahrtausends vom Schlimmen zum Schlimmsten: „(Papst) Formosus (891-896) krönte den Herzog von Spoleto, Guido, zum Kaiser. 893 wurde Formosus gezwungen, auch Arnulf zum Kaiser zu krönen. Von da an herrschte in Rom ständiger Bürgerkrieg… Es waren nur mehr Raufhändel der römischen Familien, die die Mitglieder ihrer Familien  stürzen suchten. Die Verwirrung war so groß, dass wir von manchem dieser Päpste, die oft nur Wochen oder Tage im Amt waren, nur die Namen wissen und nicht einmal immer feststellen können, ob sie rechtmäßige Päpste waren…. Von geordneter Aktenführung war keine Rede, Geschichtsschreibung gab es keine“ Prof. Dr Ludwig Hertling SJ “Geschichte der katholischen Kirche bis 1740”  
Inquisitoren begannen im zweiten Jahrtausend vermehrt Angst und Schrecken zu verbreiteten. Es kam ein Ungeheuer zu Tage das geldgierig und unfromm war. Irgendwann machten Ablasshändler Geld aus wertlosem Papier. Arme Mütterchen gab nicht selten den letzten Pfennig hin um eine sonst verlorene Seele aus dem Fegefeuer zu erlösen: Papst Leo X. hatte 1515 einen besonderen Ablass ausgeschrieben, um seine Schulden beim Bankhaus der Fugger zu begleichen. Denn er liebte die große Kunst: „von Raffael ließ er sich die Wände seines Badezimmers mit der Göttin Venus und ihrem Sohn, dem Liebesgott Cupido, bemalen und… laut seinen Zeitgenossen ... sei ein Teil des eingenommenen Geldes für die Aussteuer seiner Nichte Maddalena Cibò bestimmt gewesen...“ Maike Vogt- Lüerssen „Begegnungen mit Zeitgenossen der Renaissance“ Erst Luther schlug wirkungsvoll dazwischen, das ist sein größtes Verdienst. Kurz gesagt, die große Kirche war heruntergesunken bis auf den Morast eines tiefen Sees.
Sogar „Kurienkardinal Walter Kasper stellte fest, dass Luther… die Kirche vor dem inneren Verfall bewahrte...Welt 25.01.2011   . 
  
Zahllosen Geschichtsforschern verdanken wir Mitdenkenden, dass aus dem Nebel unseriöser Geschichtsschreibung, reale Strukturen sichtbar wurden, manchmal sehr deutliche, die zu gesicherten Erkenntnissen führten. 
Lügen wurden aufgebauscht zu Legenden umgebaut und diese wurden schier endlos als Wahrheit verkauft. Das konnte nicht gut gehen.
In jedem Detail jeder der zahlreichen Heiligenlegenden steckt jedoch ein Körnchen Wahrheit: 



 
"Fresko: Silvester bekommt von Konstantin die Papstkrone und einen Schimmel überreicht, 1246, im Silvester geweihten Oratorium an der Kirche Santi Quattro Coronati in Rom"  Ökumenisches Heiligenlexikon

Das winzige echte Körnchen reiner Wahrheit ist in diesem Bild, dass es einen Bischof Silvester zu Rom gab und ebenfalls, dass Kaiser Konstantin existierte. Der Rest ist Wunschtraum oder Lüge.


Schon der römische Statthalter und Richter Pilatus stellte dem Angeklagten Christus die Frage: Was ist Wahrheit? "quid est veritas?" 

Pilatus Ehefrau warnte ihren Mann: "Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten; denn ich habe heute im Traum viel erlitten um seinetwillen." Matth. 27:19 Im Fall Jesu Christi soll er nicht leichtfertig urteilen. 
Ist es wahr, was Rom lehrt, und das was die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verkündet?

Es ging und geht nur um die Wahrheit, da wie hier. 
Ist was ich glaube die Wahrheit? 
                    Und das was ich meinem Ehepartner sage?
Schnell stoßen wir an Grenzen. Das und das ist die reine Wahrheit der ganzen Geschichte, aber gibt es da einen wichtigen Rest?
Wahr ist, dass die Katholische Kirche, getrieben von hochrangigen Kritikern aus dem Sumpf des Mittealters mit bleischweren Schritten stieg. 

Aber erst 1956 zerriss sie das Beziehungsgeflecht, das sie seit Konstantin hinderte besser zu sein:  

Benedikt XVI.) sagte nach der Abstimmung durch die Konzilsväter: „Die Erklärung über die Religionsfreiheit des Zweiten Vatikanums bedeutet insofern kirchlicherseits das Ende des Mittelalters, ja das Ende der konstantinischen Ära… Und dass man ab jetzt nie mehr sag en könne, für die katholische Kirche sei die Religionsfreiheit kein Grundrecht, das in der Würde der Person begründet ist.“ Karl Hörmann „Willensfreiheit“

Welch ein Wandel zum Guten. Die furchtlose Kündigung ihrer quasi-Ehe mit dem Geist Konstantins ist bewundernswert.

Mitte des 4. Jahrhunderts kam es zur ersten Kirchenspaltung, vorangetrieben vom römischen Imperator Konstantin: hier die Traditionalisten (verfemt als Arianer die an drei göttliche Persönlichkeiten als Gottheit glauben) und da die Athanasianer, die Trinitarier (sie glauben „Es handelt sich nicht um drei verschiedene Götter, sondern um drei Seinsweisen desselben eines Wesens“ Heilige Dreifaltigkeit  Man sollte meinen, kraft des gesunden Menschenverstandes könnten beide Strömungen friedlich nebeneinander koexistieren. Sie beharren energisch auf dem Boden des Urchristlichen zu stehen. Grausame Kriege wurden im Besonderen auf Initiative der Trinitarier im Verlaufe vieler Jahrhunderte geführt. Es wuchs sich aus, weltweit herrschten Intoleranz und die ihm folgenden Übel. Zahllose Kreuzzüge, Inquisition, das ganz Klosterunwesen, Zwangsbekehrungen größten Ausmaßes folgten dem Ungeist Konstantins. 

Ein Statement der katholischen Union der Europäischen Konferenzen der Höheren Ordensoberen/innen (UCESM) zeigte im Jahr 2007, was Konstantin 325 in Nicäa mit seinem Konzil zu erreichen wünschte: „…. Aurelian führte (den) heidnischen Monotheismus ein. Während Konstantin den christlichen Monotheismus einsetzen wird mit Sol Invictus.“  

Solche Aussage kann nicht überschätzt werden. 

Sie war es, so ist es. Konstantin ist der Schöpfer der Orthodoxen und katholischen Kirchen zu Lasten der Urkirche.  Diese Offenlegung böser Absichten sollte eher von Atheisten als von „höheren Ordensoberen“ stammen. Aber genau, dieser Hinweis ist unleugbar korrekt. Die Trinitarier negieren. Aber die „katholische Union“ ist nicht irgendein Gremium,  sie repräsentiert 180 000 Ordensleute, die nicht leichtfertig Sätze wie diese hier zuletzt zitierten, verfassten.  Sie beruhen auf historische Tatsachen, die in die Vergessenheit gedrängt wurden, zugunsten der Kirche Konstantins.

Hunderte Konstantinspezialisten bestätigen, dass ein Nichtchrist auf Basis seiner militärischen Macht seinen Schutzgott ins Christentum hineinpressen wird.

Es bedurfte den Zeitraum von 2 vollen Monaten um das „Nicänum – das Bekenntnis des Athanasius – als „christliche Wahrheit“ durchzusetzen. Und es erforderte die Eisenfaust eines mächtigen Tyrannen, um den kuriosen Athanasianismus durchzusetzen:  „Seitens des Kaisers … wurde mit Drohungen und Ankündigung von Repressalien gearbeitet. Jeder Bischof wurde einzeln vorgenommen. Ihm wurde das Bekenntnis (das Nicänum) vorgelegt, und er wurde sogleich vor die Alternative gestellt, entweder zu unterschreiben oder in die Verbannung zu gehen...“ Rudolf Leeb „Konstantin und Christus“ – die Verchristlichung der imperialen Repräsentation“    

"Alles schien in bester Ordnung, jedoch hatten einige Bischöfe nur ein Lippenbekenntnis abgelegt, da Kaiser Konstantin mit der Verbannung für jener Bischöfe gedroht hatte, die das Bekenntnis nicht unterschrieben..." Kath. Quelle "Familia Spiritualis Opus" 2013        Bereits Im Eingangstext des Athanasianums droht die Keule „Wer immer gerettet werden will, muss vor allem den katholischen Glauben festhalten.“ Vers 1     Wenig später heißt es im Kontext und zwar offiziell: „Denn wie wir gezwungen sind, in christlicher Wahrheit jede einzelne Person für sich als Gott und als Herrn zu bekennen, so verbietet uns der katholische Glaube, von drei Göttern oder Herren zu sprechen.“ Athanasianum Vers 19 Unter großkirchlichen Theologen herrscht bis heute Gruppenzwang, obwohl auf der Hand liegt, dass die „christliche Wahrheit“ den Vorrang haben sollte. Der Glaube an den „Dreifaltigen“ ist ihnen heilig.

Mormonen – Mitglieder der Kirche Jesu Christi Heiligen der Letzten Tage wagen es der „christlichen Wahrheit“ den Vorrang zu geben, statt dem „Dreifaltigen“, deshalb sind sie keine Christen: Dr. Kai Funkschmidt schreibt:„Wer die eigene Christologie ernst nimmt, muss feststellen: Gotteslehre und Christologie der HLT (der Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) sind nicht christlich.“ Lexikon der evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen  

Gewisse „Styler Missionare“ bekräftigen: „Mormonen“ „(lehnen) die Lehre von der Dreifaltigkeit strikt ab. Allein diese Tatsache abgesehen von den bisweilen mehr als seltsamen Offenbarungsinhalten, machen deutlich, dass wir es hier nicht mit einer christlichen Konfession zu tun haben.“ 01.04.2012 Pater Hans Peters SVD   Dr. Gassmann von der Bibelgemeinde Pforzheim veröffentlichte die folgende Schrift: „Antichrist – bei … Mormonen und Scientologen.“ ISBN: 978-3-944834-06-1  

Dr. Gassmanns Absicht ist zu belegen, dass im originalen Christentum monotheistisch geglaubt wurde. Er sagt: Der mormonische Gottesbegriff sei ebenso falsch wie andere ihrer Lehren: „… aus den Schriften der Mormonen geht ganz eindeutig hervor, dass sie keine Christen, sondern Polytheisten sind, sie glauben an viele Götter; Mormonen werden sich zur Götterstufe höherentwickeln; die Götter seien höherentwickelte Menschen. Dies ist reiner Spiritismus und Gotteslästerung!" 

Trinitarisch, wie Herr Dr. Gassmann zu glauben, bedeutet immer noch, anzuerkennen, dass die im Athanasianum erwähnte „christliche Wahrheit“ geringeren Wert hat als der katholische Glaube. 

Diese Realität scheint eine Kleinigkeit zu sein. Ist sie aber nicht.

Kritiker mögen bedenken: Im Zentrum des Athanasianums, im ersten Teil des 19. Verses wurde festgeschrieben: dasswir gezwungen sind, in christlicher Wahrheit jede einzelne Person für sich als Gott und als Herrn zu bekennen.“ 

Das ist Polytheismus pur. Oder: Das ist "Mormonismus pur. Das gilt.

Weder „chinesischem" Glauben, noch kruder Philosophie und selbst katholischem Glauben fehlt das Recht, diese Grundwahrheit zu verbieten, die es dennoch wagen mögen das dann irgendwann verantworten. Bedauerlich, dass an einigen Universitäten im Bereich der christlichen Dogmengeschichte teilweise noch der Stand von 1920 kolportiert wird. Einigen Sekten-Fachleuten fehlen wichtige Erkenntnisse. Das gilt besonders für einflussreiche Evangelikale in den Vereinigten Staaten. 

Im Juni 2026 schrieben US-Medien: „… Die meisten Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verstehen sich als Christen. Viele prominente Gelehrte widersprechen dem jedoch. Sie verweisen auf grundlegende Unterschiede in ihrem Gottesbild und ihrer Auffassung der Dreifaltigkeit“ „The Ass.Press“   

Gerd Skibbe September 2026

 

Glaubensfragen   

 

Die Gottesfrage beschäftigte selbst die Größten: Der Theologe Dr. Dr. Dieter Hattrup sagte: „In den letzten drei Jahrzehnten, von 1925 bis zu seinem Tod 1955, erkennt Einstein, dass die Wissenschaft nicht leisten kann, was er von ihr erwartet hatte, als er sich ihr verschrieb. Ja, umgekehrt, die Physik ist dabei, das Personale als den Grund aller Wirklichkeit plausibel zu machen. Wenn die Welt nicht nach einem mechanischen Plan abläuft, wenn es neben den harten Gesetzen der Naturwissenschaft auch Ereignisse gibt, die von diesen Gesetzen nur ungefähr vorausgesagt werden, dann wird Spinozas Formel hinfällig. Dann ist Gott nicht mit der Natur gleichzusetzen. Dann liegt es eher nahe zu sagen, der Grund der Welt, mit üblichem Namen Gott genannt, ist frei und handelt nach Plan. Sein Handeln in der Welt ist nicht durch Naturgesetze festgelegt, sondern er bestimmt die Gesetze.“   Die Tagespost, kath. Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur.  2004       Theologie, vor allem die christliche, basiert auf Wissen und ist zugleich Opfer von Spekulationen und Machtstreben.  Hätte Gott sich nicht während gewisser Perioden auserwählten Menschen offenbart, die hoher Gesinnung waren und Inspiration suchten, wir wüssten nichts von ihm. Frau Prof. Dr. Regine Schulz gab, 2012, mit ihrer Kanzelrede bei „Andreas um sechs“ tiefere Einblicke in die altägyptische Religion: „Auferstehung und Ewiges Leben“, im Alten Ägypten. Ihre Aussagen haben Gewicht. „Den Menschen des Alten Ägypten sei die Frage nach dem Glauben ganz fremd gewesen, sie hatten nicht einmal ein Wort dafür. Ihre Vorstellung von der Götterwelt und der Ordnung des diesseitigen und jenseitigen Lebens sei nach ihren Begriffen überliefertes Wissen gewesen, die Wahrheit. Sie fürchteten das Totengericht, denn das Weiterleben nach dem Tod hing vom Wohlverhalten im Diesseits ab. Es gab Hoffnung auf Gerechtigkeit, Hoffnung auf Gnade gab es nicht Der Maßstab für das richtige Leben sei zusammengefasst im Begriff Ma`at, der sich nicht übersetzen lasse, weil er viele Bedeutungen einschließt: Gerechtigkeit, Ordnung, Weisheit. Die Personifizierung dieses umfassenden Begriffes in der Göttin Ma`at schaffe eine Verbindung zur Person Christi, meinte Superintendent Helmut Aßmann im Gespräch mit der Museumsdirektorin.“ Sie sei Protestantin, „aber auch der festen Überzeugung, dass das Verhalten im Diesseits sich auf das Leben im Jenseits auswirke." Diese letzte Bemerkung ist zwar gut „mormonisch“-urchristlich, aber keineswegs evangelisch und schon gar nicht calvinistisch. Ebenso wie der Museumsleiterin geht es nahezu allen Christen die die Bibel lesen. Sie erkennen, dass Gott nicht nur gütig ist, sondern auch gerecht.


Ist Sol invictus dominierender Teil des „Dreifaltigen Gottes“?  

 

Die Autoren der „Union“ legten den Finger auf die Problemfigur „Sol“. Konstantin wollte und sollte auch nachnicänisch „mit So Invictus zusammenwirken“ Das verlangte Konstantins Aberglaube zum Verderben des schlichten Glaubens. 

 Wiki: Commons: Mosaik des Christus als Sol Invictus in der vatikanischen Nekropole  

„Nachnicänische    Christen identifizierten Christus als die wahre, spirituelle Erfüllung des Sol Invictus, oft als Solarisation“ Christi bezeichnet.“ Art & Theology 

Zu spät erkannten jene 11 Prozent aller Bischöfe des römischen Reiches, die auf Staatskosten nach Nicäa reisten, dass sie in eine Falle gelockt wurden.  Dass dies so war bewies Konstantin 330, nur fünf Jahre nach dem Ersten ökumenischen Konzil.   

Wiki: Commons
Weil Sol invictus Herkunft nicht gerade die Feinste ist, musste irgendwann erklärt werden warum im Reich des Glaubens Sol als Christus erhöht wurde. Die Sol-Einsetzung – seine Einfügung ins Christentum - sollte geschehen.

Zu Konstantinopel zeigte Konstantin sein wahres Gesicht, das   des unbesiegten Sonnengottes. Es wird berichtet, dass seine Gedenkstatue auf der Porphyrsäule: „von Heiden und von C h r i s t e n verehrt wurde und l e t z t e r e versuchten, das Bild Konstantins ... mit Opfern gnädig zu stimmen und mit Lampenfesten und Räucherwerk zu ehren.  Sie beteten ihn wie G o t t an und leisteten Fürbitten, die vor schrecklichen Dingen Abwehr schaffen sollten... Constantin als ApolloHelios entsprach der Darstellung Christi als Sonnengott...“ F. Kolb Herrscherideologie in der Spätantike“   

Bilden Konstantin, ApolloHelios und Christus zusammen den Dreifaltigen?  Wie soll man das verstehen? Die Verschmelzung von Geist und Körper geschah bei unserer Geburt. Aber die Verschmelzung verschiedener Personen ist undenkbar, außer wenn eine Eizelle befruchtet wird.

Wenn Konstantin mit Sol verschmelzen sollte und beide mit dem Vater sowie dem Gott „Heiliger Geist“, dann erhebt sich die nächste Frage: müsste es fortan nicht heißen wir glauben an eine heilige „Vierfaltigkeit“ statt an die „Dreifaltigkeit?“ Der Kaiser pochte doch darauf, dass da nur ein Gott ist. Letztlich wollte er die Christen überzeugen, zu bekennen:  „Es handelt sich nicht um drei verschiedene Götter, sondern um drei Seinsweisen desselben eines Wesens“ Heilige Dreifaltigkeit offizielle Erklärung     

Er wird die Bischöfe bearbeiten.

Konstantin hatte 324 die Alleinherrschaft im blutigen Ringen gegen Schwager und Mitkaiser Licinius errungen. Fast zeitgleich verschickte er Einladungen an die 2000 Bischöfe des Reiches und den Befehl zur Ermordung des gefangen gesetzten Licinius, den Ehemann seiner Halbschwester Constantia, obwohl er ihr geschworen hatte, Licinius Leben nicht anzutasten. Nach dem militärischen Sieg griff er, mittels beider Aktionen, nach den Sternen. Seine Absicht war Herrscher des „Weltalls“ zu werden. Während der Zeit seiner quasi-Geiselhaft zu Nikomedia hatte er es immer wieder in paganen „Gottes-diensten“ vernommen: „der Kaiser gleiche dem Gebieter des Weltalls.“ Alexander Demandt „Diokletian und die Tetrarchie“ – „Aspekte einer Zeitenwende“ 

Der deutsche Althistoriker Prof. Clauss: brachte es auf den Punkt. Konstantin „wollte der Christus sein.“ „Kaiser und Gott“ Herrscherkult im römischen Reich“ 1999.

Natürlich bestreiten glaubenstreue Katholiken und alle orthodoxen Kirchen das. Tatsächlich bestätigen nicht wenige moderne Forscher, dass: „...Konstantin eine neue Idee von der Kirche (hatte), die er verwirklichen wollte: ... nach dem ihm vorschwebenden Bild formt er… sein Reich, seine Kirche…. Die Diener Gottes, die Kleriker unterstützen den Kaiser, den Knecht Gottes dabei, das gottgewollte Friedensreich herbeizuführen. Das Konzil ist ein repräsentativer Staatsakt, aber der Staat, der sich ihm darstellt, ist die von Konstantin geführte Kirche (!), das Reich der Zukunft… Eben so wenig, wie Konstantin Christus erwähnt, ist die Kirche auf Christus bezogen...“  Heinz Kraft, Habilitationsschrift „Konstantins religiöse Entwicklung“ Heidelberg  

Bezogen auf Konstantin selbst ist die neue Kirche. Kein Wunder was folgte.

Es ist entschieden zu beachten, dass die Mitglieder der Urkirche die dreiköpfige Gottheit verehrten: 1. Elohim den allein wahren Gott, 2. seinen Sohn Jesus Christus und 3. den Heiligen Geist. Das war und ist urchristlicher Polytheismus, den Konstantin abschaffte. Um den „christlichen Monotheismus einzusetzen“..

Ein Kaiser, eine Religion, ein Gott 

Darum ging es ihm. Deshalb lud Konstantin die etwa 2000 Bischöfe des Reiches ein, auf Staatskosten nach Nicäa in Kleinasien zu reisen.  Es hieß, er wolle in der Kirche Frieden stiften.  

Welche Ehre für die überwiegend ‚kleinen’ Leute, in den Dörfern Palästinas und Kleinasiens, die den bis dahin nur innerhalb der Kirche geachteten Rang eines Bischofes trugen, eine Einladung vom mächtigsten Mann der Welt zu erhalten.  Umgehend erhoben sich seitens der absoluten Mehrheit der Postempfänger schwerwiegende Bedenken nach Nicäa zu gehen, obwohl die Versuchung verständlicherweise für jeden groß war, fortan geachtet und sogar berühmt zu werden. Die von den Paganen verspotteten kleinen Handwerker, Fischer und Bäckergesellen, hätten jetzt auftrumpfen können: „Seht meine Einladung vom Kaiser!“, und dann noch umsonst mit der kaiserlichen Post daher zu fahren und etwas von der Welt zu sehen, das stellte schon eine gewisse Verlockung dar. Die mutigen, im Glauben Gefestigten – und das waren nahezu 90 Prozent - wollten sich jedoch nicht selbst kompromittieren. Sie lehnten schweigend ab. Konstantin, dem bekanntlich grausamen Sol – Invictus - Verehrer den Gefallen zu tun, zu Füßen zu kriechen, kam für sie nicht in Betracht. Sie wussten es: Konstantin hatte „das aus dem Orient kommende Hofzeremoniell übernommen, das schon Diokletian eingeführt hatte: wenn er Bittsteller oder Gesandte empfing, trug er ein Diadem auf dem Kopf und schwere bestickte Kleidung aus Damast und Seide, die bis zum Boden reichte. Jeder, der sich ihm näherte, musste sich zu Boden werfen und den Saum des Kleides küssen, ehe der Kaiser ihm erlaubte, sich wieder aufzurichten… Gefangene Offiziere und der Unfreiheit widerstrebende Germanenfürsten ließ er im Amphitheater von wilden Tieren zerreißen, etwa in einer Arena in Trier.“ Er kannte „auch mit der Zivilbevölkerung … keine Gnade und hinterließ in den unterworfenen Gebieten Tod und verbrannte Erde.“    Bettina von Engel: Vortrag „Konstantin und seine Familie in Trier“  

Konstantins „Handlungen waren durchweg geleitet vom Ziel, die Macht auszubauen; sein Schwiegervater, Kaiser Maximianus, wurde 310 von seinen Soldaten an Konstantin ausgeliefert, der ihn schließlich zum Selbstmord zwang… seinen Schwager Licinius ließ Konstantin erwürgen, dessen Sohn degradierte er zum Sklaven und ließ ihn totschlagen;…“ später hörte man allerorten  „Crispus, seinen Sohn aus erster Ehe, und Fausta, seine Frau, ließ er 326 ermorden, weil er die beiden verdächtigte, eine Beziehung miteinander eingegangen zu sein.“      Ökumenisches Heiligen-Lexikon 

Jeder kann jeden des Schlimmsten verdächtigen, das alleine schadet noch keinem, außer dem der es sich erlaubt harmlosen Leuten reine Bosheit zuzutrauen. Dieser Kaiser hatte sein Gewissen längst umgebracht. Er präsidierte zu Nicäa seelenruhig. Er trug die neue Gottesformel längst in sich. Er brachte sie schließlich durch. Den Kollaborateuren Paphnutius von Ägypten, Bischof Hosius von Cordoba, Nikolaus von Myra, dem Schafhirten Spiridon von Zypern und vielen anderen suggerierte er gegen Konzilsende: Nur ihr steht im Recht euch Christen zu nennen. Auch die halbherzigen Konstantinianer sollten nach einigen Wochen der ideologischen Bearbeitung ihrer Seelen versprechen künftig zu predigen: „Es handelt sich nicht um drei verschiedene Götter, sondern um drei Seinsweisen desselben eines Wesens“ Heilige Dreifaltigkeit   Das behautet das Nicänum und mit ihm fast die gesamte Theologenschaft bis heute.            

Man kann Parolen verkünden, die aus reinen Lügen und sonst nichts anderem bestehen, wie Hitlers: „Die Juden sind unser Unglück!“  oder Marx und Engels Forderung „Proletarier aller Länder vereinigt euch“. An den Folgen zeigt sich der Lügengeist. Millionen kämpften für nichts. 18 Millionen Arbeiter und Intellektuelle vereinigten sich schließlich, wenn auch unfreiwillig im Archipel Gulak.  

Zu keiner Zeit konnte das Wortungeheuer: „… drei Seinsweisen desselben einen Wesens“ als korrekte Wiedergabe der Aussagen der Bibel erkannt werden. Hoch und niedrig nahmen diesen Unfug zunächst nur unter Zwang als bittere Pille hin, dann gleichgültig aus Gewohnheit. Die Mehrheit der Konzilsteilnehmer blieb ablehnend dabei: Trinitarismus ist Konstantinismus. Das verschwiegen sie wohlweislich

Bevor die Bischöfe anreisten, glaubten sie, noch laut bekennend, bis auf wenige Ausnahmen, so wie der damals noch weithin unbestrittene, wohl bedeutendste Kirchenvater Origenes (185-254) polytheistisch. Nahezu alle hatten bereits vor ihrer Taufe, als Katecheten Zeugnisse, auch vom Märtyrer Justin gehört, der um 150 schrieb und bezeugte: „Ich werde versuchen, dich, da du die Schriften verstanden hast, von der Wahrheit meiner Aussage zu überzeugen, nämlich dass es einen anderen Gott und Herrn gibt und dass es einen geben soll, der dem Schöpfer aller Dinge untergeordnet ist; dieser wird auch Engel genannt, weil er den Menschen verkündet, was auch immer der Schöpfer aller Dinge – über dem es keinen anderen Gott gibt – ihnen verkünden möchte.“ „Dialog mit dem Juden Tryphon“ Kapitel 56. Gott, der Moses erschien, unterscheidet sich von Gott dem Vater…   

Mit wenigen anderen aber ebenso deutlichen Worten sagte Origenes wieder und wieder dasselbe: „Rangältester von allen Geschöpfen ist der ewig aus dem Willen des Vaters gezeugte Sohn Gottes. Er ist dem Vater nur „gleich“ im Sinne von ähnlich... der Sohn ist das Abbild (Kolosser 1: 15) geringer als Gott selbst (Joh. 14: 28) an dessen Gottheit er nur Teil hat und dem er als der“ zweite Gott“ in jeder Hinsicht subordiniert ist... Der Sohn ist dem Vater nachgeordnet, er ist dem Vater nur ähnlich, er ist eine andere Person.“ Origenes „Die Religion in Geschichte und Gegenwart“ Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft 3. völlig neu bearbeitete Auflage Vierter Band   

 Das Kernproblem des Nicänums - die Unvorstellbarkeit oder Unerkennbarkeit der neuen Gottheit – musste die breite Mehrheit der Prediger aller nachnicänischen Zeiten kleinreden, weil unter Strafe gestellt wurde zu behaupten: „Jesus sieht seinem Vater ähnlich.“ Aber, selbst die redlichsten Bekenner des Trinitarismus konnten weder damals noch heute bestreiten, dass „alle großen vornizänischen Theologen die Subordination des Logos im Verhältnis zu Gott vertraten. Da wird es eindeutig als Subordination aufgefasst und dargestellt. Und der entschiedenste Subordinatianer des Neuen Testaments war gemäß den Synoptikern Jesus selbst.“  Dr. Martin Werner „The Formation of Christian Dogma“  Auch aus diesem Text folgt: „Da sind drei Götter,“ oder mehr. Origenes bedauerte den Zweifel daran, der also bereits in seinen Tagen aufkam „... "Manche schätzen nicht, was wir sagten, indem wir den Vater als den einen wahren Gott hinstellten und zugaben, dass andere Wesen neben dem wahren Gott Götter werden konnten, indem sie an Gott teilhatten.“    Origenes Kommentar zu Joh.: 2:3

Das war die Lehre der Kirche.

Im Unterricht lernten die Katecheten allesamt, jahrhundertelang, dass Jesus, als er aus dem Wasser seiner Taufe im Jordan heraufkam, ebenso wie die Abwesenden sah, dass sich der Himmel öffnete, und der Heilige Geist in Form einer Taube auf ihn kam und, dass eine Stimme aus der Höhe ertönte, die Stimme Gott-Vaters die bezeugte: „Jesus ist mein geliebter Sohn, an dem ICH Wohlgefallen finde“. Da waren also drei verschiedene Götter. Daran lässt sich auf biblischer Grundlage, nicht herumdeuteln! 

Diese Tatsache wird gern verborgen, sie passt nicht in moderne Definitionen. Hier aber liegt der Kern des Problems, zu wissen, dass nach Nicäa nicht der Wille Christi und seiner Kirche geschah, sondern Konstantins Eigenwille. Das aber muss vernehmlich gesagt werden-

Konstantins Reich der Zukunft, dass dem damals einflussreichsten Mann der europäischen Welt vorschwebte, diese Mixtur aus der Soldatenreligion des Mithraismus, plus einiger aus dem Christlichen entlehnter Elemente konnte dann doch überleben, aber schwer angeschlagen, weil es ehrliche, treue Christusgläubige gab die lehrten und predigten was ihnen die Heiligen Schriften und die Briefe der Apostel sagten.  

Aus heutiger Sicht bedeutete das Konzil zu Nicäa, 325, den Beginn des Niedergangs von dem Hertling allerdings mit anderen Worten sprach. Der Geist Christi der Wahrhaftigkeit wich vor dem grobdiktatorischen Konstantins zurück. Für nicht wenige, die noch lange keine Christen waren schimmerte jedoch schon bald das Geld verlockend. Der Kaiser wird zumindest die Bischöfe besolden! Das sollte viele Banausen wie das Licht, die Motten anziehen. So kam es.  Nachdem Konstantin sich „...zum Herrn der Kirche (gemacht hatte). In ihre Streitigkeiten hatte er entscheidend ein(gegriffen) und verteilte mit geschickten Fingern Recht und Unrecht. ...im Handumdrehen füllte sich der Hof des Kaisers mit einer Menge von Persönlichkeiten, die mit ihrem Christentum Geschäfte machen wollten. Edlere Naturen konnten neben ihnen kaum noch hervorkommen. (Sie) zogen sich angewidert zurück. Die siegreiche Kirche“ (kam hervor.) Pfarrer E. F. Klein „Zeitbilder aus der Kirchengeschichte“, Berlin, Ackerverlag, 1930, S. 144

Die alte, leidende, aber souveräne Kirche, verschwand zwar nicht sofort, aber sie geriet auf die Schattenseite und verkrüppelte. Konstantins Denomination, obwohl sie auf Eidbruch, Gewalt und große unerfüllbare Versprechen gegründet wurde wuchs nominell erheblich, weil man da was holen konnte, denn nun verwalteten Bischöfe des neuen Typs die staatliche Armenkasse. Diese Einrichtung bestand einige Jahrhunderte. Und, es gab keine Verfolgungen mehr. Christen wurden nicht ausgepeitscht…

Konstantin überrollte nicht nur Arius und Origenes Gotteslehre. 

Indirekt beeinträchtigte er auch andere Teile der generellen Christentheologie, wie die Möglichkeit der Allversöhnung in der Ewigkeit. Dieser „Apokatastasis“ genannte Vorgang wird im Buch Mormon 2. Nephi 28: 19 umschrieben mit den Worten: „Denn das Reich des Teufels muss erbeben, und diejenigen, die dazugehören, müssen notwendigerweise zur Umkehr aufgestachelt werden, sonst wird der Teufel sie mit seinen immerwährenden Ketten gefangen halten.“   

 Nun im 21. Jahrhundert erscheinen immer mehr origenes-freundliche Veröffentlichungen und Aussagen zum frühchristlichen Anti-trinitarischen Gottesglauben. Origenes, der nachweislich mit den originalen Kirchenlehren übereinstimmend schrieb betonte ausdrücklich, dass Christus von Ewigkeit her Gott war, sowie, dass wir Erdenmenschen – die zur Familie Adams gehören – ebenfalls Götter in der Ewigkeit werden können: 

Quintessenz einer Doktorarbeit über Origenismus ist die Erkenntnis: dass „…der Sohn auf Grund seiner in ewiger Gegenwart bestehenden Teilhabe am Leben Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit Gott ist, sind alle vernunftbegabten Kreaturen nach dem Sündenfall berufen, durch die Vermittlung des Sohnes und nach dessen ewigem Vorbild „Götter“ zu werden… nach Origenes besteht zwischen Vater und Sohn ein logisch-kausales Begründungsverhältnis, das die Nachordnung des Sohnes als selbständiger Hypostase zur Folge hat…  Als Wahrheit und Weisheit des Vaters ist der Sohn jedenfalls nur dann richtig verstanden, wie Origenes nicht müde wird zu betonen, wenn man nicht vergisst, dass er eine selbständige Hypostase ist.“ Christoph Brun 2013 „Zur Gotteslehre des Origenes“      

Eben das lehrt der nicht selten unter Trommelfeuer  stehende „Mormonismus.

 Selbst der berühmt-attackierte Bischof Novatian sprach von „Christus als »obersten Engel Gottes“ Vera Hirchmann „Die Kirche der Reinen“ Mohr Siebeck 2015  

Der Älteste Arius (260-337) argumentierte mit diesen und ähnlichen Zitaten in Nicäa so bald dort im Klartext gesprochen wurde. Natürlich erregte er damit auf Seiten der entschlossenen Fürsprecher pro Monotheismus Ärger.  So ist der Durchschnitts-Mensch. Er folgt der für ihn jeweils höchsten Sieger-Autorität widerspruchslos, schließlich will niemand sich selbst Ärger auf den Leib reißen. Das ist der Mitläufereffekt, und doch, es gibt immer Ausnahmen, gebildet von denen die im Stande sind eigenständig zu denken und die dann mutig ihr Denkergebnis verteidigen oder … manchmal, aus Klugheit verbergen. Athanasius (290?-373), der Diakon des Alexandrinischen Bischofs Alexander, warf sich umgehend in Nicäa zum Anführer der Unterstützer Konstantins auf. Damals mochte er um Mitte 30 sein, ein kleiner, schmächtiger Mann, unbeugsam und bissig. Sein Bischof Alexander von Aleyandriaus, und der Konzilsleiter Hosius von Cordoba feuerten ihn an. Allen anderen voran stärkte der Kaiser seinen Rücken.

 Arius und Athanasius kannten einander bestens aus der Zeit, als die Gottesfrage in einer Zusammenkunft in Alexandria um 318 aufkam und dann ausuferte. Lautstark seitens Athanasius, blieb Arius selbstbeherrscht gelassen.  Er machte dort und andernorts, wenn er es für angebracht hielt deutlich, dass die „Drei-in-Eins-Lehre“ der Kirche Gottes fremd ist. Und eben das weiß die großkirchliche Theologie spätestens seit dem Ende das 19. Jahrhunderts. Die Dreifaltigkeitslehre, wie sie dann als Nicänum „verbschiedet“ wurde, war keineswegs eine kleine, sondern „…eine „große Neuerung, die Erhebung zweier unbiblischer Ausdrücke (Vater, Sohn und Heiliger Geist seien „unius substantiae“ G.Sk-) zu Stichworten des Katholischen Glaubens. Sie sicherte die Eigenart dieses Glaubens…

Im Grunde war nicht nur Arius abgewiesen, sondern auch Origenes, fortan musste die Kirche die Last einer ihr  f r e m d e  n  Glaubensformel tragen… Hätte Luther realisiert, dass in Nicäa das lebendige Evangelium in ein starres philosophisches Korsett gezwängt wurde, hätte er diese Formel als „fremdes“ Element abgelehnt, da sie seiner Sicht der biblischen Freiheit widersprach.““ A.  von Harnack „Lehrbuch der Dogmengeschichte“   und Universität Boston

Männer wie Konstantin stellen nicht viele Fragen. Sie „wissen“ ob oder wer und was Gott ist. Den Kaiser und seine Ideen anzuerkennen gehörte nachnicänisch für alle Christen zur obersten Bürgerpflicht. Er verlangte es. Es sei nicht ratsam einem wie ihn zu widersprechen.

Vor 318 gab es, soweit bekannt, in anderen Gemeinden nur selten Fragen oder Behauptungen in Richtung Trinitarismus. Gelegentlich ging es um die Auslegung des Wortes „Gott ist Geist“, das im Johannes-Evangelium auftaucht. Da gab es hinlänglich Spielraum, den Athanasius nutzte. Es fällt jedoch schwer diesem Monotheisten, der wüst fluchen konnte, länger zuzuhören. Er kämpfte mit allen Mitteln um dem Kaiser und sich selbst zu gefallen. Er baute die Nebel-Gott-Variante zu Gunsten der Ansprüche Konstantins nicht selten mit grobschlächtigen Worten aus. Dagegen wirkte der Älteste Arius, der Athanasius Vater sein könnte, nie unhöflich. Er verwies ihn allerdings mit starken Argumenten: „Denkt an das große Erlebnis des Stephanus der laut Apostelgeschichte Jesus sah, wie er an der Seite seines Vaters stand. Da sind mindestens Zwei.“   Apostelgeschichte 7: 59      Oder Arius zitierte Jesus: „Ich gehe zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.“ Joh. 20: 17. 

Dass Arius mit Bibelworten wie diesen und den Origenes-Texten im Lager der Konstantinianer ebenfalls Wirkung erzielte, konnten die Origenisten deren Gesichtern ablesen. Der Alexandriner Origenes, galt noch kirchenweit in Sachen Theologie als oberste Instanz. „Das Ansehen des Origenes war noch in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts in weiten Kreisen ein unbedingtes.“ Adolf von Harnack „Lehrbuch der Dogmengeschichte“ Mohr-Siebeck, 1990 S. 28   

Knapp zwei Generationen nach Nicäa traten erste Nörgler vom Format Epiphanius, Bischof von Salamis (320-403) auf, um den, nach Athanasius Hinscheiden, schwächelnden Trinitarismus zu stärken. Wir wissen, dass Kaiser Constantinius II. im Jahr 359 alle Bischöfe zurück zum Arianismus „bekehrte“.  Epiphanius galt bereits schon zu seinen Lebzeiten als unsachlich argumentierender, fanatischer Ketzerjäger. Er wusste anscheinend nicht, oder wollte nicht wissen, dass Christen immer auf Fairness bedacht sein müssen, wenn sie ihren Ehrentitel bewahren wollen. Er kämpfte gegen Origenes Gotteslehre, als wäre dieser Gelehrte der Erfinder der Theologie seiner Zeit. Überhaupt wütete er gegen alles was nicht im Einklang mit dem Nicänum stand. Das bekamen auch die Hellenen zu spüren.  

„392 lässt der heilige Epiphanius die meisten paganen Tempel Zyperns zerstören.“ Vlassis G. Rassias „Christians persecution against the Hellenes.” Greek Athen 2000      Sich vorzustellen wie das vor sich ging macht traurig. Diese, den Griechen heilige Häuser gaben Hunderttausenden innere Festigkeit und das Licht der Hoffnung. Epiphanius verurteilte den großen Lehrer zwar scharf, doch lediglich die „subordinatianische Logoslehre des Origenes“, wodurch dieser „zum geistigen Vater des Arianismus geworden“ sei. Josef Herman, „E. v. Salamis gegen die Antidikomarianten“ Kempten, München 1919

Diese Verurteilung ist in sich unehrlich, denn der Arianismus entsprach dem Original.  Andererseits schlägt Epiphanius seinen Trinitariern, deren ohnehin schwaches Argument aus der Hand: „Eine Unterordnung (Christi gegenüber Elohim) im Sein wird als Irrlehre abgelehnt“   (offizielle Erklärung) aber biblisch nicht haltbar

Man kann alles Beliebige als Irrtum oder Irrlehre abtun, aber nur solange bis das Leben selbst die Wahrheit zur Geltung bringt. Selbstverständlich gilt allemal, dass selbst ein höchstrangiger Legionskommandeur nicht der Kaiser ist. 

Dasselbe bestätigt die moderne Forschung mit Blick auf Christus. Auch Thomas Hägg, ein Historiker des 21. Jahrhunderts kommt, nach gründlicher Untersuchung der damaligen Umstände auf Basis verlässlicher Dokumente, zum Schluss: "…der Erzketzer Arius ist Traditionalist. Er steht fest auf dem Boden der kirchlichen Lehrtradition."    "Kirchen und Ketzer"  2004 mit Unterstützung des norwegischen Forschungsbeirates für Klassische Philologie und Religionswissenschaft, Uni Bergen     

Arius wich nie von Origenes Seite. Obwohl zeitlich getrennt wirkten sie im Verein bis in unsere Gegenwart.  „Epiphanius gilt als einer der eifrigsten Verfechter der Orthodoxie seiner Zeit und hat in den theologischen Streitigkeiten wiederholt eine wenig schöne Rolle gespielt. Er ist es gewesen, der den Kampf gegen den Origenismus erst richtig entfachte... er ist der „Patriarch der Orthodoxie“... alle Häretiker (bezeichnet er) als wilde und giftige Tiere, deren Gift die Reinheit des Glaubens gefährdet... Hier liegen offenbar... böswillige Verleumdungen vor.“ Kurt Rudolph „Die Gnosis” 

Im autoritär-rüden Geist und Stil Konstantins, den Epiphanius zeitweise an den Tag legte, handelten die Nazis Hitlers. Der Theologe Josef Herman sagte: „In diesem Jahr (392) blieb es leider nicht beim sachlichen Kampfe; es wurde ein persönliches Streiten mit allen Bitterkeiten und Peinlichkeiten eines solchen, ein unschöner Zwist, der die klaren Linien der Meinungen und Charaktere verzerrte... . Epiphanius sah im Origenismus die gefährlichste aller Häresien. Nicht die Ewigkeit der Schöpfung, nicht die Präexistenz der Seelen und nicht die allgemeine Apokatastasis oder die allegorische Auslegung gewisser Schrifttexte bildeten den größten Stein des Anstoßes, sondern ganz besonders die Anklage: der Origenismus sei durch seine subordinatianische Logoslehre der geistige Vater des Arianismus geworden.“ Josef Herman, „E. v. Salamis gegen die Antidikomarianten“ Kempten, München 1919, Übersetzer aus dem Griechischen

Während Epiphanius von seinen Gesinnungsgenossen den Titel ‚Rechtgläubiger’ erhielt, steht er heute weniger in Ehren. 

Wikipedia Epiphanius von Salamis   Seinerzeit kannten die Christen das jetzt übliche „Christuskreuz“ noch nicht.

 


Dennoch, unvergessen und zu loben ist, dass Epiphanius deutlicher, als zahllose Hochschullehrer unserer Zeit erkannte, dass die auch von Origenes vertretene „subordinatianische Logoslehre“ die Existenz von mindestens 2 Göttern bestätigt.  Epiphanius hätte klüger sein sollen, statt Origenes schwarz zu malen.  Seinerzeit kannten die Christen das jetzt übliche „Christuskreuz“ noch nicht.

Das Kloster Granicas im Kosovo zeigt ihn mit Heiligenschein und einem Gewand, das mit Konstantin-Kreuzen bedeckt ist. Origenes Grundwissen hätte nie vernachlässigt werden dürfen, denn es war in sich stimmig, durch und durch biblisch und völlig auf Gewaltlosigkeit, sogar auf Versöhnung ausgerichtet. Dieses Wissen wurde nicht nur mündlich von glaubwürdigen Zeugen immer wieder bestätigt. Der Mensch wird dort erhöht, er wird ermahnt Hass zu überwinden.  Der Konstantinismus dagegen konnte zu keiner Stunde darauf verzichten Menschen, die sich glaubensmäßig anders entschieden zu erniedrigen – natürlich stets unter schön klingenden Argumenten -. Man rechtfertigte selbst die Verbrennung eines „Ketzers“ salbungsvoll: „Es geschah aus Liebe zur Errettung einer sonst verlorenen Seele.“ „Spanische Inquisition“

Indessen gilt in jeder Zeit der Paulussatz: „Wer den Geist Christi nicht hat, gehört nicht zu ihm.“  Römer 8:9 

Wikipedia: wahrsch. nach einem Original. Lehrer in Alexandria 203-231

König Philipp II. von Spanien, trug um 1590 persönlich Holz heran, um einen jungen Mann zu verbrennen, der sich vom Scheiterhaufen her beklagte, er habe nichts verbrochen.Die Antwort lautete; „Niemand ist in unseren Landen seines Lebens sicher, der nur ein Haar breit vom Glauben der römischen Kirche abweicht...“ König Philipp II. von Spanien 1590 Zitiert in der Evangelischen Kirchenzeitung 1854.


Origenes wird nun wieder häufiger in Betracht gezogen und doch immer noch attackiert, gemieden und manchmal diffamiert. Origenes gelang es fast ausnahmslos in Streitfällen Einigkeit wiederherzustellen.   Das ist ein Fakt den niemand bestreiten kann.  Allein deshalb ist es unsinnig, dass großkirchliche Theologie ihm, seit Mitte des 6. Jahrhunderts – allerdings unterschiedlich in Details - widerspricht. Und das, obwohl zumindest die Kirchenhistoriker wissen, dass die damalige Eliminierung „origenistischer Lehren“ nicht aus theologischen Gründen erfolgte. Diekamp „Die originistischen Streitigkeiten und das 5. ökumenische Konzil“

„Origenes siedelte 231/32 nach Caesarea über, (weil die Neider Argumente gegen ihn vorbrachten, aber in Caesarea erkannten die Gastgeber die miesen Hintergründe der Verleumdung) (dort kam) seine Lehrtätigkeit zur größten Entfaltung. Eine ganze Generation von Theologen ist hier durch seine Schule gegangen... mehrfach holte man Origenes zur Widerlegung von Häretikern, die sich seinen Argumenten meistens beugten...“  Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft, 3. Auflage 1960    

Indessen soll Diakon Athanasius bereits 318, wie sein  Bischof Alexander, in Wut, geraten sein, wenn er den Origenes-Zitaten, die Arius vortrug, wenig entgegensetzen konnte. Alexander fluchte wie ein Berber: „Dem Arius muss man Widerstand leisten bis aufs Blut“ Ernst F. Klein „Zeitbilder de Kirchengeschichte“     

Möglicherweise kam dort bereits das durchaus unberechtigte Wort von der „arianischen Häresie“ auf.  Spätere Theologen, wie auch Ambrosius von Mailand, betrachteten, noch heftiger als Konstantin, den Arianismus als ihren Todfeind.  (Der Kaiser änderte wenige Jahre vor seinem Tod seine Überzeugung, nachdem auch Arius seinen Teil zur Versöhnung beigetragen hatte) Konstantin „musste“ weit zuvor, 325, gemäß seiner Logik, als „Reichsgott“ entschlossen, mit Unterstützung der Teilnehmer seines Konzils, unbedingt zwei Glaubenselemente korrigieren. Jede Art Polytheismus betrachtete er, unter gegebenen Umständen als ungeeignet „römische Staatsreligion“ zu werden. Zweitens: Er selbst war der Größte, er wird niemandem jemals nachgeordnet sein.  In ihm lebten doch die Numina der Götter.  Deshalb schuf er das trinitarische Bekenntnis, - nicht die Bischöfe. 

Er „fügtdas nachher so sehr umstrittene unbiblische Wort wesensgleich griech. Homousios lat. „consubstantialis“ ein …, „die Unterordnung des Sohnes unter den einen Gott und Vater, wie von Origenes und den Theologen der Vorzeit allgemein gelehrt, wird jetzt ersetzt durch eine wesenhafte, substantielle Gleichheit des Sohnes mit dem Vater“ Prof. Hans Küng „Kleine Geschichte der katholischen Kirche“    

Ersetzt!

Das Ändern theologischer Normen betrachtete Konstantin als sein gutes Recht. Ihn interessierte christliche Lehre und Sinn nicht, sondern nur die Eigenart dieser Menschen, ihre Zuverlässigkeit als Staatbürger und -beamte. Christen sind gewissenhafte Menschen die nie ihr Wort brechen. Davon ging der Imperator aus. Deshalb wollte er sie vor seinen Karren spannen. Das war Nötigung.  In der vornicänischen Zeit galt alleine schon Nötigung als unverzeihliches Verbrechen.

       Ende Teil 1



 

Donnerstag, 30. Juli 2026

Große Frage, die mich fast überforderte - als ich 17 war

 

1947, als siebzehnjähriges Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage las ich Lehre und Bündnisse 132: 37: „Abraham empfing Nebenfrauen, und diese gebaren ihm Kinder; und das wurde ihm als Rechtschaffenheit angerechnet, weil sie ihm gegeben worden waren, und er verblieb in meinem Gesetz; wie auch Isaak und Jakob nichts anderes taten, als was ihnen geboten worden war; und weil sie nichts anderes taten, als was ihnen geboten worden war, sind sie gemäß den Verheißungen in ihre Erhöhung eingegangen und sitzen auf Thronen und sind nicht Engel, sondern sind Götter.“

Das erschütterte mich. Später sagten mir Freunde, das es ihnen ähnlich erging. Abraham, Isaak und Jakob können doch keine Götter sein.



 Ich beruhigte mich damals und sagte zu mir: „man muss nicht gleich ausrasten, wenn man etwas nicht versteht." Viele Jahre später las ich, dass Dr. Kai Funkschmidt von der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen Berlin das anders sieht: Er argumentiert im Materialdienst der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen:

„Die (mormonische) Vorstellung, der zufolge … der Mensch Gott werden kann … steht im diametralen Gegensatz zur biblischen Unterscheidung von Schöpfer und Geschöpf.“ 

Evangelischerseits wird also abgelehnt, dass der Mensch vergottet werden kann, weil das unbiblisch sei.

. Dr. Gassmann von der Bibelgemeinde Pforzheim verfasste die theologische Spezialschrift: „Antichrist – bei Adventisten, Zeugen Jehovas, Mormonen und Scientologen.“ ISBN: 978-3-944834-06-1  



Er will zeigen, dass das Christentum Polytheismus verwirft und warum die mormonische Lehre von der "Vergöttlichung des Menschen" aus seiner evangelikalen Perspektive einen Irrweg darstellt. Wörtlich: „Dabei geht aus den Schriften der Mormonen ganz eindeutig hervor, dass sie keine Christen, sondern Polytheisten sind (sie glauben an viele Götter; Mormonen werden sich zur Götterstufe höherentwickeln; die Götter seien höherentwickelte Menschen). Dies ist reiner Spiritismus und Gotteslästerung!"

 Was die Forschung dazu sagt steht auf einem anderen Blatt geschrieben:






-     Der evangelische Spitzentheologe Adolf von Harnack (1851-1930) bestätigt,



dass die Lehre von der „Gottwerdung“ des Menschen sogar das Kernstück urchristlicher Tradition war:  „... der Gedanke der Vergottung (des Menschen) war der letzte und oberste gewesen; nach Theophilius, Irenaeus, Hippolit und Origenes findet er sich bei allen Vätern der alten Kirche, bei Athanasius, bei den Kappadoziern, Appolinares, Ephraim Syrus, Epiphanius u.a“ Adolf von Harnack „Lehrbuch der Dogmengeschichte“

-         Hippolyt von Rom (heiliggesprochener Gegenpapst um 220) sagt:„Durch den Logos brachte Gott Alles hervor, und anders als es gemacht wurde, konnte es nicht gemacht werden. Den Menschen schuf er als solchen; will der Mensch Gott werden, so muss er ihm gehorchen. Joseph Langen „Geschichte der römischen Kirche“ 


Hippolyt mit zwei weiteren römischen Priestern in Ravenna im Tempel um 450 verewigt. Der Arianer  Hippolyt verstarb 236. Er war eng befreundet mit Origenes  (185-254)


   „... Manche schätzen nicht, was wir sagten, indem wir den Vater als den einen wahren Gott hinstellten und zugaben, dass andere Wesen neben dem wahren Gott Götter werden konnten, indem sie an Gott teilhatten.“ Origenes Johanneskommentar, Buch II, Kapitel 2,

-          Jesus wurde auch attackiert als er sagte: „Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: "Ich habe gesagt: Ihr seid Götter.  So er die Götter nennt, zu welchen das Wort geschah, und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden.“  Johannes !0: 34

-         Entgegen großkirchlichen Praktiken und Theorien gilt ein für alle Mal: Dass jeder Mensch „...durch e i g e n e n  Eifer die Ähnlichkeit Gottes erwerben (kann). Unentbehrlich für das Erreichen der Gottähnlichkeit ist also die Entscheidungsfreiheit.“ H.. Benjamins „Eingeordnete Freiheit; Freiheit und Vorsehung bei Origenes.




-         Jüdische Traditionalisten lehren: „Wir Kabbalisten stehen keineswegs gegen Christi Aufforderung, dass der Mensch in einem ewig währenden Prozess perfekt wie Gott werden kann...Jeder gute... Gedanke und jedes ebensolche Tun zeugt unverlierbare geistige und reale Energien (bis zur) Veredlung und Emporhebung in die reinen Höhenregionen, (tätig) an der immer fortschreitenden Vergottung.“ Erich Bischoff „Kabbala“

-         „Erst aufgrund der Tugend wird man ein Kind Gottes, und erst in der Erwerbung der Tugend durch eigenen Eifer erwirbt der Mensch die Ähnlichkeit Gottes. Unentbehrlich         für    das Erreichen     der    Gottähnlichkeit ist also die Entscheidungsfreiheit.“ H. Benjamins „Eingeordnete Freiheit; Freiheit und Vorsehung bei Origenes“  

-

-         Sogar der Elitechrist Laktanz sagte um 320) :Wer die Tugend bewahrt, gleicht am Ende notwendigerweise Gott“. G. Sadler “Lactantius, On The Anger Of God, Humans, Reason, and Religion - Philosophy Core Concepts

Dienstag, 28. Juli 2026

Arius (260-339) gehört zu den tapfersten Christen aller Zeiten

 

Arius senkte den Kopf, biss sich wohl auf die Zunge, als schließlich das kaiserliche

Urteil fiel: „dem Besitz arianischer Schriften folgt die Todesstrafe.“

Tatsächlich sollte es so kommen. Arius ein großer, ruhiger Mann, widerstand dem hartgesottenen Imperator unerschrocken bis zuletzt, - wenn auch vergebens.

     


Im griechischen Kloster Mégalo Metéoron soll und will dieses Gemälde darlegen was in Nicäa wirklich geschah.

Mittwoch, 15. Juli 2026

10 Folgen "Das Licht scheint in der Finsternis"

 

 

 

 

Die unselige, nachnicänische Kirche

 

 

Gerd Skibbe

 

2026


 

 

Vorwort

 

Ludwig Hertling S. J., Professor an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom, bestätigt indirekt, doch schonungslos, was insbesondere durch den Paradigmenwechsel, der 325, in Nicäa erfolgte, seitens der Gläubigen erlitten werden musste: „Auf die Zeit der Kirchenväter folgten lange Jahrhunderte (!) ohne Glanz. Die Kirche, und mit ihr die europäische Geschichte, tritt, nachdem sie noch soeben durch leuchtende Landschaften gereist ist, in einen dunklen Tunnel ein... Viele Umstände haben zusammengewirkt, um die antike Welt in diesen Zustand der Ohnmacht oder Erstarrung zu bringen, der zeitweise einem wirklichen Sterben ähnlich sieht...“ „Geschichte der katholischen Kirche bis 1740“

Im Juni 2026 ging diese Meldung durch die US-Medien: „… Die meisten Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage verstehen sich als Christen. Viele prominente Gelehrte widersprechen dem jedoch. Sie verweisen auf grundlegende Unterschiede in ihrem Gottesbild und ihrer Auffassung der Dreifaltigkeit“ „The Ass.Press“

Wie lange noch, werte Trinitarier…? Das Wissen um die negative Rolle der unheiligen „Dreifaltigkeit“ und, dass Kaiser Konstantin sie erschuf ist vorhanden. Irgendwann müssen Konsequenzen gezogen werden. Emanuel Kant mahnte: „… was heißt: Gott ehren? Doch so viel, als ihm dienen? — Wodurch kann ihm aber gedient werden? Doch gewiss nicht dadurch, dass man durch allerlei Lobpreisungen ihm seine Gunst ablocken will …, sondern einzig und allein dadurch, dass sein Wille befolgt, und seine heiligen Gesetze und Befehle beobachtet werden.“

„… Eben so wenig, wie Konstantin Christus erwähnt, ist die Kirche auf Christus bezogen...“ Heinz Kraft, Habilitationsschrift „Konstantins religiöse Entwicklung“ Heidelberg

Mit Nicäa wurde es „seine“ Kirche. Der deutsche Althistoriker Prof. Clauss: brachte es auf den Punkt. Konstantin „wollte der Christus sein.“ „Kaiser und Gott“ Herrscherkult im römischen Reich 

Und so wurde die umgewandelte Kirche Christi im Jahr 325 konstantinischer Gegenstand der Reichspolitik.

Isaac Newton (1643-1727) las Griechisch ebenso, wie den Originaltext der Vulgata. Er wusste im Gegensatz zu vielen anderen wovon er spricht: „Gegen das Trinitäts-Dogma seiner Kirche hatte sich der junge Isaak Newton verstohlen in den Arianismus hineinstudiert. Athanasius verabscheute er. Den Trinitarismus denunzierte er leidenschaftlich als „falsche, infernalische Religion, seine Bekenner seien ‚Götzenanbeter …Harro Heuser: „Der Physiker Gottes – Isaac Newton“

Leo Tolstoi sah das ähnlich. Der „Heiligste Dirigierende Synod“ der ROK, exkommunizierte ihn im Februar 1901, auch da Tolstoi „den als Dreieinigkeit gepriesenen Gott leugnete“. Des Geächteten Antwort auf seine Exkommunikation lautete: „Die Lehre der Kirche ist eine theoretisch widersprüchliche und schädliche Lüge, fast alles ist eine Sammlung von grobem Aberglauben und Magien.“ Denis Scheck „Wer Tolstoi liest, taucht in eine zweite Familie ein“  

Erstaunlich ist, dass selbst hochgescheite Bekenner der „Dreifaltigkeit“ selten wissen, wie und warum der Trinitarismus entstand, sonst würden sie wenigstens der Solarisation Christi widersprechen.

Konstantin stürzte die Kirche ins Unglück indem er sie und ihre Kinder des Geistes der Freiheit beraubte, jener Handlungs- und Glaubens-Freiheit die der „allein wahre Gott“ dem Geringsten gab.

„Die Diskussion um die Trinität begann (erst) im vierten Jahrhundert nach Christus.  Sie ist sehr philosophisch geprägt, da die Lehre von der Trinität in der Bibel nicht explizit vorkommt.“ Evangelische Kirche Deutschlands 2020    

Origenes (185-254) stellte bereits 100 Jahre vor dem Nicänum klar was urchristliche Überlieferung und Lehre war: „... Der Sohn ist dem Vater nachgeordnet, er ist dem Vater nur ähnlich, er ist eine andere Person.“ „Die Religion in Geschichte und Gegenwart“ Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft 3. völlig neu bearbeitete Auflage Vierter Band

„Bis (etwa 530) (erwies sich selbst Kaiser Justinian) als Förderer der Anhänger der Lehren Christi, wie sie Origenes beschrieb.“ Inauguraldissertation August Knecht „Die Religionspolitik Kaiser Justinians I.” 1896

 

Ich lernte früh, dass jeder der Wahrheit verpflichtet ist, sonst schlägt sie zurück!

 

Gerd Skibbe, Melbourne Juli 2026                                        

 

 

 

 

 

Glaubensfragen

 

Die Gottesfrage beschäftigte selbst die Größten: Der Theologe Dr. Dr. Dieter Hattrup sagte: „In den letzten drei Jahrzehnten, von 1925 bis zu seinem Tod 1955, erkennt Einstein, dass die Wissenschaft nicht leisten kann, was er von ihr erwartet hatte, als er sich ihr verschrieb. Ja, umgekehrt, die Physik ist dabei, das Personale als den Grund aller Wirklichkeit plausibel zu machen. Wenn die Welt nicht nach einem mechanischen Plan abläuft, wenn es neben den harten Gesetzen der Naturwissenschaft auch Ereignisse gibt, die von diesen Gesetzen nur ungefähr vorausgesagt werden, dann wird Spinozas Formel hinfällig. Dann ist Gott nicht mit der Natur gleichzusetzen. Dann liegt es eher nahe zu sagen, der Grund der Welt, mit üblichem Namen Gott genannt, ist frei und handelt nach Plan. Sein Handeln in der Welt ist nicht durch Naturgesetze festgelegt, sondern er bestimmt die Gesetze.“   Die Tagespost, kath. Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur. 16.03. 2004

Theologie, vor allem die christliche, basiert auf Wissen und ist zugleich Opfer von Spekulationen und Machtstreben.

Hätte Gott sich nicht während gewisser Perioden auserwählten Menschen offenbart, die hoher Gesinnung waren und Inspiration suchten, wir wüssten nichts von ihm. Frau Prof. Dr. Regine Schulz gab, 2012, mit ihrer Kanzelrede bei „Andreas um sechs“ tiefere Einblicke in die altägyptische Religion: „Auferstehung und Ewiges Leben“, im Alten Ägypten. Ihre Aussagen haben Gewicht.

Den Menschen des Alten Ägypten sei die Frage nach dem Glauben ganz fremd gewesen, sie hatten nicht einmal ein Wort dafür. Ihre Vorstellung von der Götterwelt und der Ordnung des diesseitigen und jenseitigen Lebens sei nach ihren Begriffen überliefertes Wissen gewesen, die Wahrheit. Sie fürchteten das Totengericht, denn das Weiterleben nach dem Tod hing vom Wohlverhalten im Diesseits ab. Es gab Hoffnung auf Gerechtigkeit, Hoffnung auf Gnade gab es nicht Der Maßstab für das richtige Leben sei zusammengefasst im Begriff Ma`at, der sich nicht übersetzen lasse, weil er viele Bedeutungen einschließt: Gerechtigkeit, Ordnung, Weisheit. Die Personifizierung dieses umfassenden Begriffes in der Göttin Ma`at schaffe eine Verbindung zur Person Christi, meinte Superintendent Helmut Aßmann im Gespräch mit der Museumsdirektorin.“ Sie sei Protestantin, „aber auch der festen Überzeugung, dass das Verhalten im Diesseits sich auf das Leben im Jenseits auswirke." Diese letzte Bemerkung ist zwar gut „mormonisch“-urchristlich, aber keineswegs evangelisch und schon gar nicht calvinistisch.

 

Ist Sol invictus dominierender Teil des „Dreifaltigen Gottes“?

Die katholische Union der Europäischen Konferenzen der Höheren Ordensoberen/innen (UCESM) fasste mit wenigen Worten zusammen was Konstantin mit dem ersten ökumenischen Konzil zu Nicäa 325 zu erreichen wünschte: „Der einzige Gott der gebildeten und fast monotheistischen Heiden, gerade vor dem Aufkommen des Christentums, war Phebus Apollo oder Sol, der das Leben auf Erden spendende Gott. Aurelian führte einen Versuch eines solchen heidnischen Monotheismus ein. Während Konstantin den christlichen Monotheismus einsetzen wird  mit Sol Invictus („die unbesiegte Sonne“) und Mithra bei den Soldaten, um spirituell dem Wedismus der Perser entgegenzuwirken. Aurelian wünschte, dass die Römer eine gleiche Religion hätten...“  Die

Die Sol Einsetzung – die Einfügung ins Christentum - sollte geschehen.




Wiki Commons: Mosaik des Christus als Sol Invictus in der vatikanischen Nekropole, 3. Jahrhunderts

Zu spät erkannten jene 11 Prozent aller Bischöfe des römischen Reiches, die auf Staatskosten nach Nicäa kamen, dass sie in eine Falle gelockt wurden.  Dass dies so war bewies Konstantin, nur fünf Jahre nach dem Konzil.

„Nachnicänische Christen identifizierten Christus als die wahre, spirituelle Erfüllung des Sol Invictus, oft als Solarisation“ Christi bezeichnet.“ Art & Theology


„Sol Invictus in seiner späten römischen Form ist das Produkt einer Verschmelzung, …bei der die Allmachts-vorstellung der syrischen Baals-Götter auf den römischen Sonnengott übertragen wurde.“ 
Imperium Romanum  

330, zu Konstantinopel zeigte Konstantin sein wahres Gesicht, das des unbesiegten Sonnengottes. Es wird berichtet, dass seine Gedenkstatue auf der Porphyrsäule:   

„von Heiden und von C h r i s t e n verehrt wurde und l e t z t e r e versuchten, das Bild Konstantins ... mit Opfern gnädig zu stimmen und mit Lampenfesten und Räucherwerk zu ehren.  Sie beteten ihn wie G o t t an und leisteten Fürbitten, die vor schrecklichen Dingen Abwehr schaffen sollten... Constantin als ApolloHelios entsprach der Darstellung Christi als Sonnengott...“ Frank Kolb Herrscherideologie in der Spätantike“          

Konstantin hatte 324 die Alleinherrschaft im blutigen Ringen gegen Schwager und Mitkaiser Licinius errungen. Nach dem militärischen Sieg griff er, mittels eines Konzils, nach den Sternen und vollzog den nächsten Schritt um Herrscher des „Weltalls“ zu werden. Während der Zeit seiner Geiselhaft zu Nikomedia hatte er es immer wieder in paganen „Gottesdiensten“ vernommen „der Kaiser gleiche dem Gebieter des Weltalls.“ Alexander Demandt „Diokletian und die Tetrarchie“ – „Aspekte einer Zeitenwende“

Ein Kaiser, eine Religion, ein Gott.

Deshalb lud Konstantin die etwa 2000 Bischöfe des Reiches ein, auf Staatskosten nach Nicäa in Kleinasien zu reisen.

Es hieß zunächst er wolle in der Kirche Frieden stiften.

Welche Ehre für die überwiegend ‚kleinen’ Leute, in den Dörfern Palästinas und Kleinasiens, die den bis dahin nur innerhalb der Kirche geachteten Rang eines Bischofes trugen, eine Einladung vom mächtigsten Mann der Welt zu erhalten.  Umgehend erhoben sich seitens der absoluten Mehrheit der Postempfänger schwerwiegende Bedenken nach Nicäa zu gehen, obwohl die Versuchung wohl für jeden groß war, fortan geachtet und sogar berühmt zu werden. Die von den Paganen Verspotteten, hätten jetzt auftrumpfen können: „Seht meine Einladung vom Kaiser!“, und dann noch umsonst mit der kaiserlichen Post daher zu fahren und etwas von der Welt zu sehen, das stellte schon eine gewisse Verlockung dar. Die mutigen im Glauben Gefestigten – und das waren nahezu 90 Prozent - wollten sich jedoch nicht selbst kompromittieren. Sie lehnten schweigend ab. Konstantin, dem bekanntlich grausamen Sol – Invictus - Verehrer den Gefallen zu tun, zu Füßen zu kriechen, kam für sie nicht in Betracht: Er hatte „das aus dem Orient kommende Hofzeremoniell übernommen, das schon Diokletian eingeführt hatte: wenn er Bittsteller oder Gesandte empfing, trug er ein Diadem auf dem Kopf und schwere bestickte Kleidung aus Damast und Seide, die bis zum Boden reichte. Jeder, der sich ihm näherte, musste sich zu Boden werfen und den Saum des Kleides küssen, ehe der Kaiser ihm erlaubte, sich wieder aufzurichten. In Rom, als einstiger Verkörperung der Republik, wurde die Proskynese natürlich verachtet“.  Bettina von Engel : „Konstantin und seine Familie in Trier“

Man ahnte oder wusste wer er war: „Gefangene Offiziere und der Unfreiheit widerstrebende Germanenfürsten ließ er im Amphitheater von wilden Tieren zerreißen, etwa in einer Arena in Trier.“ Er kannte „auch mit der Zivilbevölkerung … keine Gnade und hinterließ in den unterworfenen Gebieten Tod und verbrannte Erde.“ Bettina von Engel „Konstantin und seine Familie in Trier“

Konstantins „Handlungen waren durchweg geleitet vom Ziel, die Macht auszubauen; sein Schwiegervater, Kaiser Maximianus, wurde 310 von seinen Soldaten an Konstantin ausgeliefert, der ihn schließlich zum Selbstmord zwang…“ Später hörte man mehr und sah sich doppelt bestätigt: „seinen Schwager Licinius ließ Konstantin erwürgen, dessen Sohn degradierte er zum Sklaven und ließ ihn totschlagen; Crispus, seinen Sohn aus erster Ehe, und Fausta, seine Frau, ließ er 326 ermorden, weil er die beiden verdächtigte, eine Beziehung miteinander eingegangen zu sein.“ Ökumenisches Heiligen-Lexikon

Den Kollaborateuren Paphnutius von Ägypten, Bischof Hosius von Cordoba, Nikolaus von Myra, dem Schafhirten Spiridon von Zypern und vielen anderen wurde gegen Konzilsende suggeriert: Nur ihr steht im Recht euch Christen zu nennen. Sie sollten sich fortan als „Orthodoxe“ bezeichnen. Auch die halbherzigen Konstantinianer sollten nach einigen Wochen der ideologischen Bearbeitung ihrer Seelen, gegenüber den Zweiflern, darauf bestehen zu sagen: „Es handelt sich nicht um drei verschiedene Götter, sondern um drei Seinsweisen desselben einen Wesens“ Heilige Dreifaltigkeit

Noch weiß niemand, wer wann in diesen Text sogar das Gegenteil dieser sinnwidrigen Behauptung hineinmischte:  „…die christliche Wahrheit zwingt uns, jede Person einzeln für sich als Gott und als Herrn zu bekennen…“ 19. Zeile

Kann es einen größeren Widerspruch geben? Man sollte jedenfalls meinen, dass nichts über „die christliche Wahrheit“ gestellt werden kann und darf, schon gar nicht der Monotheismus.


Ende 1