Montag, 17. August 2026

Die unselige, nachnicänische Kirche - Mutter der Sekten (4)

                                              

                                 Mein neues Buch: auf Basis von mehreren                                 hundert wissenschaftlich belegten Quellen







                                       Die unselige, nachnicänische Kirche

Mutter der Sekten

 

 

 

 

 

Gerd Skibbe

 

2026

 

Teil 4 

 

Wulfila (311-383) Bekehrer der Ostgoten und Ambrosius von Mailand (339-397)  

 


 

                                                      Züge der Ost- und der Westgoten 

Schon vor der Kindheit des Ambrosius nahmen die Angriffe der Hunnen auf die Goten zu. Bereits seit etwa 270 lebten einige ost-gotische Stämme nördlich der Donaugrenze.  Wo ihnen die asiatischen Aggressoren heftigst zusetzten „kamen sie mit Kähnen über die Donau... die Goten sollten (allerdings) für ihre Aufnahme ins Reich bezahlen, zu viel, (was sie nicht leisten konnten). So nahmen die (römischen) Kommandeure die Kinder der Goten… Darüber kam es (im August 378) zum Kampf ...     und in der Schlacht bei Adrianopel, in der Kaiser Valens fiel, siegten die Goten ...“  Leopold von Ranke    

   


 

Es gibt massive Hinweise, dass die Goten zumindest eng verzahnt mit den „verlorenen 10 Stämmen Israels“ sind. Ihre Überlieferungen passten zum christlich - arianischen Glaubens-gut, und das kam den Missionaren, die Zweit zu zweit unter Leitung Wulfilas arbeiteten, sehr entgegen.  Jedenfalls gibt es dafür Belege.  Zur Basis ihrer Grundüberzeugung gehörte die vor-arianische Vorstellung wie sie u.a. der Sohar der Juden lehrte: „…Tatsächlich gibt es, … zwei andere Persönlichkeiten in den Hebräischen Schriften, die dargestellt werden als anders, dennoch irgendwie gleich mit Gott.“  


 

                                                 Die rötlich gefärbten Gebiete standen unter dem

Schutz römischer Legionen

 

Die Berichte bestätigen, dass der Gelehrte Wulfila, (311-383) - selbst ein Gote – vom Arianer Eusebius von Nikomedia geweiht, unter ihnen seit 341 sehr erfolgreich wirken konnte. In der Tat,obwohl er, auch vom Sohar her, Arianer war, leugneten weder er selbst noch seine Ostgoten die Gottheit Jesu Christi.  Niemand von Rang unter den Arianern hat - soweit bekannt - je behauptet, Jesus Christus sei nur ein Halbgott.   Das Gegenteil zu sagen erlauben sich die Trinitarier typischerweise. Es ist ihre Propaganda. Übrigens ist in Betracht zu ziehen, dass die römischen Kaiser damals – zu Zeiten des Wirkens Wulfilas – fast alle, ebenfalls arianisch glaubten. Nämlich: Gratian (375-383) Constantius (337-361)  Vlavius Valens (364-370)  Magnentius (350-353) im Westen Valentinian (375- 393)   erst Theodosius (ab 38O) bekannte sich unter dem starken Einfluss und der Regie von Ambrosius von Mailand anti-trinitarisch. Ambrosius jedoch, völlig im Fahrwasser der Schriften des Athanasius, Damasus und des Epiphanius von Salamis (319-403), stemmte sich mit seiner kompletten Ideologie und Handhabe der Macht gegen eine friedliche Lösung des Problems. Er wünschte nicht zu denken, dass die bekehrten Goten seine Brüder sind. Gnadenlos und folgenschwer vertrat Bischof Ambrosius Konstantins durch und durch verlogenes Konzept: „Wer nicht nicänisch glaubt, ist kein Christ!“   Bis ins 21. Jahrhundert schlussfolgern gewisse Intellektuelle:  Man muss sie brandmarken.

 Intoleranz, nicht selten mit katastrophalen Folgen, ist sozusagen das wesentliche Kennzeichen des Trinitarismus.

Den jungen Kaiser Gratian plagte das Gewissen, denn noch war er Vollblut-Arianer, noch erpresste Ambrosius ihn nicht. Gratian wünschte, mit den Goten Frieden zu schließen.   Aber Ambrosius sagte: Nein! Bereits ab 370 wurde der Druck für die Gejagten unerträglich.  Die weiter nördlich siedelnden Goten flohen nun in Massen vor dem Hunnensturm südwärts.  Selbst die tapfersten Verteidiger konnten gegen Hunnen nicht bestehen. Dass die römischen Kommandeure, die im Allgemeinen die Kampfkraft der Germanen schätzten, bestrebt waren ihre Gegenüber zu

Verbündeten zu machen, wäre logisch. Doch wie behauptet wird, hätten die diesseitigen Verteidiger die Lebensmittellieferungen an die Flüchtlinge gesperrt, oder ihnen die Kinder weggenommen. Wer hetzte gegen wen? Da sind viele Fragen offen. Ambrosius wollte die Goten auf keinen Fall einbürgern. Er sah Ursachen zu befürchten, sein Fundament der Orthodoxie könnte ins Wanken geraten. Rücksichtslos kämpfte er deshalb für „sein“ Trinitäts-Dogma, das sich bis ins 21. Jahrhundert hinein „retten“ konnte, allerdings sehr angeschlagen.

Innerhalb des römischen Hoheitsgebietes lebten bereits allzu viele nichtgotische Arianer. Alteingesessene Nichtkatholiken, zäh und entschlossen im Bewahren ihrer ererbten Überzeugungen. Wie werden diese Kräfte reagieren? Was Gratian ganz und gar nicht verstehen konnte, warum sollen die beiden Christengruppen überhaupt „tödlich“ verfeindet sein? Gratians Bischöfe, besondern die zu Sirminum, seiner Heimatstadt, wirkten ebenfalls auf den Kaiser ein. Sie schrieben Briefe in der Absicht ein Gegengewicht zu Ambrosius zu bilden. Gratian widerstand seinem „Berater“: Das sind doch Mitmenschen, Christen die aus Verzweiflung bettelnd, sozusagen vor der Tür ausharren. Für ihn war es wichtiger „christlich“ zu handeln, als verstörend auf einer nicht nur ihm fremden Formel herumzureiten. Andererseits schätzte er Ambrosius den exzellenten Juristen zu sehr.  Verunsichert stand der nun, 378, 19-jährige Gratian da. Seit 375 amtierte er als Kaiser. Vor dem Ausbruch des für ihn ersten Krieges, musste er vor sich selbst verantworten was zu tun sei. Doch Ambrosius betonte nun zunehmend  seine persönliche Denkrichtung: Unser Staat ist wichtiger als der Häretiker Arius: Ich bin „fest davon überzeugt, dass der Glaube an Gott und die Treue zum Imperium Romanum untrennbar miteinander verbunden sind.“ Academia. edu    Da liegt der Pferdefuß. Er malte die bunte Welt Schwarz-Weiß. Er entmischte nicht. Im Interesse des Imperiums, dürfe Gratian nicht arianisch handeln, denn „der („richtige“) Glaube des Herrschers (gewährleistet) mehr als die Tapferkeit der Soldaten den Sieg...“ Ambrosius behauptete: „Jesus Christus soll das römische Heer (gegen die uns Wesensfremden) führen“.  Welches Urteil, angesichts der Tatsache, dass Arianer lediglich wagten ein anderes Bild von der Gottheit zu hegen: Trinitarischerseits hieß es erbarmungslos: „deshalb sind sie unsere Todfeinde.“ Welcher Unsinn!

Welches Bild!  Selbst Feldherr Hindenburg glaubte seine Gottesvorstellung sei die richtige. Eintausendfünfhundert Jahre später, stellte er sich den lieben Gott als auf einer Wolke sitzend vor, der den deutschen Truppen huldvoll zulächelt, während diese die Söhne und zukünftigen Ehemänner russischer Frauen, allesamt in die tödlich-tückischen masurischen Sümpfe treiben.  

Ambrosius hätte wissen müssen, mit Jesus dem Fürsten des Friedens und seiner Lehre der Versöhnung hatte seine Kriegstreiberei nichts zu tun. 

Finsterster Konstantinismus war das.  Angesichts der Tatsache, dass viele Goten sich auf den Namen Jesu Christi hatten taufen lassen, was einer Verpflichtung auf dessen Lehre von der Pflicht rechtschaffen zu handeln gleichkam,


                                                                          Münze Gratian (359-383)

damit wäre er zwingend dazu   verpflichtet gewesen diplomatische Schritte einzuleiten. Gratian grämte sich. Seitdem die Asiaten den Reflexbogen als Waffe erfunden hatten, war ihnen kein europäisches Heer mehr gewachsen, außer dem römischen, natürlich.   

Für die Goten ging es um Sein oder Nichtsein. Gratian handelte nun, Ambrosius zum Trotz, und veröffentlichte, in diesem kritischen Herbst 378, in Sirmium, sein Gesetz zur „Freiheit aller Glaubensrichtungen“ (ausgenommen wurden drei intolerante manichäische Gruppen). Das bedeutete: Er werde den Goten Schutz und Frieden geben. Eigentlich müsste Ambrosius dem Kaiser zugestehen, dass er größer ist. Aber, nun von Angst getrieben ging Ambrosius aufs Ganze und verlangte in seinen Briefen „de fide“: „Die Arianer (Italiens und die Goten, G.Sk.) haben sich gegen die Kirche Gottes verschworen…“ 

So, - woher weiß er das? Als Jurist kann er doch unterscheiden zwischen einer Befürchtung und einer begründeten Annahme. Wenn sie schon nicht deine unmittelbaren Glaubensgenossen sein sollten, sind sie doch Mitmenschen, die aus Kindern, Alten, Kranken und mehr bestehen.

                  „Nein! Sie verdienen die Vernichtung!“

Eben das ist die Grundlüge die aus grimmigem Bauch kommt! Es ist eine erwiesene Dämonisierung. Sie betraf eine große Gruppe Menschen die lediglich jenen Trinitarismus abwiesen, den Sir Isaac Newton leidenschaftlich als „falsche, infernalische Religion …“ erkannte und „seine Bekenner … (als)  ‚Götzenanbeter …“ (bezeichnete). Harro Heuser: „Der Physiker Gottes – Isaac Newton

Ambrosius wütete weiter: „…Der Kaiser soll, gerüstet mit dem Schwert des Glaubens, dem Sieg entgegen ziehen... Der Krieg gegen die Goten und der Sieg über sie seien von Hesekiel geweissagt worden. Die Goten sind Gog, von denen der Prophet (Hesekiel) schreibt, dass er mit Gottes Hilfe vernichtet werde... Gunter Gottlieb „Ambrosius von Mailand und Kaiser Gratian“   

Gratian müsse sich ganz den militärischen Aktionen widmen „und daran denken die Siegeszeichen aufzurichten... so wollte Ambrosius „den Kaiser für seine kirchenpolitischen Ziele gewinnen und den (angenommenen) Gegnern der (katholischen Kirche) den Kampf ansagen.“  G. Gottlieb „Ambrosius von Mailand und Kaiser Gratian“   

Von welchen Siegeszeichen ist die Rede? Waren es die von Victoria im Jahr 309 an Konstantin angedeuteten? Ambrosius schloss von sich und seinem Wesen ausgehend, auf die Anführer seiner angeblichen Feinde, aber, keineswegs selbstkritisch. Die bedauernswerten Gegenüber hielt er für ebenso machtbesessen wie er selbst handelte. Hier liegt die kritische Schnittstelle. In dieser Situation hätte sich das Christentum als versöhnende Kraft erweisen müssen. Nach nochmaligem kurzfristigem Aufbäumen schwieg Gratian. Es hieß nur: fortan „wies Gratian die Arianer ab und folgte Ambrosius.“ Daran ist zu ermessen, wie sehr der „Berater“ dem jungen, Verantwortung tragenden Imperator geistig überlegen war. Gratian verlor die entscheidende Schlacht.

 

Man fragt sich, warum Ambrosius nach dieser Katastrophe von 378 seinen Einfluss beim Heer und vor Theodosius I. (- der schon kurz nach dem Desaster, im Januar 379 von Gratian zum Augustus erhoben worden war, -) nicht verlor. Alle maßgeblichen Kreise wussten, wie verderblich sich Ambrosius militärisch ausgerichtete, hetzerischen Parolen auswirkten. Die Militärs folgten ihm dennoch. Sie hatten die „Siegeszeichen“ aufgerichtet und dennoch verloren. Mit „de fide“ hatte Ambrosius die Legionen in die Kämpfe hinein gehetzt. Da sprach er noch kühn und: „mit Gewissheit von den zu erwartenden Erfolgen des Kaisers gegen die Goten...“   Unermüdlich hatte er prophezeit, dass schwere „Strafen …die Gegner des Glaubens und des römischen Imperiums treffen werde...“ Günther Gottlieb

„Ambrosius von Mailand und Kaiser Gratian“

Entgegen der Prophezeiungen Ambrosius „bot das römische Heer keinen Widerstand mehr... überall zogen die Goten ... durch das Land... bis an die Grenze  Italiens herrschten sie nach Belieben.“ Ebenda  

Gratian hätte in seiner ursprünglich toleranten Gesinnung festbleiben sollen. Das wäre, für das kriegsmüde Volk dies- und jenseits der römischen Grenzen der bessere Weg gewesen, Der Staat hat sich, erst recht nach Jesu Worten: „Gebt dem Kaiser was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist“, aus innerkirchlichen Angelegenheiten herauszuhalten, wie die Kirche aus den machtpolitischen Anliegen des Staates, sonst handeln auch die Menschen die in seiner Nachfolge stehen, eher aus Klugheit und Berechnung und nicht aus innerer Überzeugung. Demgegenüber ist Christi Religion darauf ausgerichtet Menschen zu überzeugen Frieden und Harmonie zu stiften, soweit es ihnen möglich ist. Darin zeigt sich der christliche Glaube, nicht in salbungsvollen Worten und dummen Parolen.  Dietrich Bonhoeffer, unser aller Vorbild, setzte sich, obwohl es höchst gefährlich für ihn war, für die Juden ein. Vor einer Gruppe Pfarrer forderte der großartige Mann: „Es reicht nicht, die Opfer unter dem Rad zu verbinden. Man muss dem Rad selbst in die Speichen fallen.“  Das hatte er bereits im April 1933 schon einmal zum Ausdruck gebracht, als deutlich wurde, was den Israeliten widerfahren wird. Bedauerliche Tatsache ist, dass sowohl die Geistlichen damals, sowie auch einige deutsche „Mormonen“ Dietrich Bonhoeffer nicht zustimmten. War es angst, oder Blindheit? Ambrosius von Mailand, der ein guter Christ sein wollte, und im Vollbesitz staatlicher Macht stand, war nicht blind, aber verrückt, versessen darauf seines Gottes größter Held zu sein. Alles wankte, Ambrosius stand. Auf Grundlage moderner Einsichten erhebt sich die Frage, wer war dein Gott Ambrosius von Mailand? Hast du jemals Entrechteten beigestanden? 

              Bonhoeffers Gott war auf jeden Fall ein anderer. 

Noch, nach der Niederlage der römischen Truppen, 378. deren Sieg er noch zwei Jahre zuvor prophezeite, blieb ihm ja Italien. Noch hätte er das Rad der Gewalttätigkeiten stoppen können. Wie ein leichtfertiger Kaiser zog er nicht die Konsequenzen in Richtung Frieden, sondern er konnte mit diesen Niederlagen leben. Er konnte seine Macht nach innen sogar noch ausbauen, auch weil die Goten mit dem Erreichten wider Erwarten zufrieden waren und ihren Arianismus nirgendwo mit Gewalt durchsetzen wollten.  Das nun folgende Geschehen wurde bis in die Gegenwart zum kirchenpolitischen Muster aller Kirchengroßen bis Vatikanum II.  

1500 Jahre hindurch sollte die konstantinisch-ambrosianische Drohbotschaft weiterhin von Kirchenkanzeln her, gelten: Gehorche! „… andernfalls kommst du in die Hölle“. Das änderte sich, wenn auch noch nicht endgültig, mit dem Ende des katastrophalen Ersten Weltkrieges. Bis dahin war die Verblendung der Dreifaltigkeits-Priester groß und ihre immer noch streckenweise widerliche Religion galt als Normalität: „...jubelnd begrüßten katholische und protestantische Geistliche den Ausbruch des Ersten Weltkrieges … Hei, wie es saust aus der Scheide! Wie es funkelt im Maienmorgensonnenschein! Das gute deutsche Schwert, nie entweiht, siegbewährt, segensmächtig. Gott hat dich uns in die Hand gedrückt, wir halten dich umfangen wie eine Braut...komm Schwert, du bist mir Offenbarung des Geistes... im Namen des Herrn darfst du sie

zerhauen.“ Pfarrer und Hochschullehrer Weber „Jugendlexikon Religion“ RORORO 

Mehr als 95 % aller Militärs zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren wenigstens dem Namen nach Christen, die einander „zerhauen“ sollten. Verwundert fragten sich nicht wenige danach von welchem Gott in solchen Predigten die Rede war.   Und im 21. Jahrhundert? „Patriarch Kyrill erklärte den Ukrainekrieg zum Heiligen Krieg. Er sieht Russland im Kampf gegen Satanismus.“  Frankfurter Rundschau 03. 24  Obwohl er diesen Unfug verkündete blieb die ROK Mitglied im Weltkirchenrat. Es gab heftige Proteste die abgeschmettert wurden, denn „diese Kirche bekennt sich doch zum Nicänum.“ Welch Kriterium! Sollte Putin siegen könnte er eventuell von einigen Mittrinitarier Glückwünsche erhalten.

Kein Wunder, das der Patriarch straflos arrogant auftreten darf, denn für ihn, Kyrill, steht die Welt ohnehin Kopf. Der blutige Kaiser Konstantin der Vater des trinitarischen Neugottes und Ambrosius von Mailand sind für ihn große Heilige. Ebenso zählt zu diesem illustren Kreis auch der Großfürst Wladimir I. (956-1015), als Urheber der Russisch-Orthodoxen Kirche.  Dieser Unhold, der nicht wenige seiner Frauen ins Verderben stieß, ... „befahl, 988, allen Stadtbewohnern sich im Fluss taufen zu lassen. Wer sich weigerte, wurde mit dem T O D bestraft... Die Druschina (das Kriegsgefolge des Fürsten) führte in allen Ecken des Reiches mit Gewalt Zwangstaufen durch.“ Fritz Pleitgen und Michael Schischkin „Frieden oder Krieg...“ So mittels Gewalt „… entstand, 988, die für die Orthodoxie typische Symphonia von Staat und Kirche.“ Ökumenisches Heiligenlexikon 

Unvergessen ist, dass Ambrosius an Gratian sozusagen im Befehlston schrieb: „…Der Kaiser soll, gerüstet mit dem Schwert des Glaubens, dem Sieg entgegen ziehen.“ Es ist an der Zeit, dass Korrekturen an veralteten Geschichtsbildern vorgenommen werden. Die arianischen Goten erfuhren bald entsetzt, Einzelheiten, bezüglich des Heidengottes Sol Wikipedia: invictus, dem die Katholiken des Typs Damasus, Athanasius, Ambrosius immer noch wohlgesonnen oder eher unbewusst Ehre erwiesen. Sie hörten später, dass im Lateranpalast sein Bildnis hinge, dass er - Sol - und Jesus in den Augen der Trinitarier miteinander 325 zu Nicäa verschmolzen wurden. Die germanischen Goten schüttelten zwar die Köpfe, aber propagandistisch beuteten sie - soweit bekannt - diese Ungeheuerlichkeit nicht aus, obwohl das angemessen, und vielleicht nötig gewesen wäre, um die gefährliche Großmäuligkeit der militanten Trinitarier zu bremsen.  

Ambrosius förderte nach der großen Niederlage noch strengere Abgrenzungen zum Arianismus. So verkündete „der Staat“, den er dirigierte, das Zwangsgesetz Cunctos populos.  Kaiser Valens starb zu früh, er hätte mindestens der Gleichberechtigung das Wort geredet.

 
Valens  (328-378)                 

 Ambrosius und Athanasius (290-373) – obwohl räumlich und zeitlich ein wenig voneinander getrennt, hatten Valens wo sie konnten attackiert, denn „Valens versuchte in seinem Herrschaftsbereich im Osten des Reiches, die nicänische Orthodoxie zurückzudrängen und den Arianismus als verbindlichen Glauben durchzusetzen.       Dadurch wurde der unnachgiebige Bischof Athanasius automatisch zu seinem Hauptgegner.“ Bibliothek der Kirchenväter                                                          

Nun war der Weg frei von ernsthaften Hindernissen für Ambrosius Trinitarismus.  Es galt nun erst recht, für ihn, Gratian den Wankelmütigen völlig auf seine Seite zu ziehen. Und Gratian kuschte.

Wirklich? Wie auch immer, Ambrosius von Mailand legte die Gründe für die spätere Eliminierung eines harmlosen Volkes, das im Besitz des anscheinend echten Tempelrituals war.

 

Die Religion der Goten Wulfilas 

Linguist Boris Altschüler veröffentlichte interessante Sprach-Vergleiche, die nahelegen, dass die Goten nicht nur religiös-kulturell, sondern auch genetisch mit israelischen Gruppen verwandt sein könnten oder sind. Es gibt zudem sichere Erkenntnisse, dass zumindest die arianischen Ostgoten Ravennas im Besitz des salomonischen Tempelrituals waren und dass die Eingeweihten auf ihren Tempelkleidern Symbole trugen wie sie die Tempelinsider der Kirche Jesu Christi Heiligen der Letzten Tage kennen.  Im persönlichen Gespräch wurde deutlich, dass Boris Altschüler den 10. Glaubensartikel der „Mormonen“ kannte, der wie folgt lautet:  

„Wir glauben an die buchstäbliche Sammlung Israels und die Wiederherstellung der Zehn Stämme, dass Zion (das neue Jerusalem) auf dem amerikanischen Kontinent errichtet werden wird, dass Christus persönlich auf der Erde regieren wird und dass die Erde erneuert werden und ihre paradiesische Herrlichkeit empfangen wird.“





Mitglieder jüdischer Logen erkannten, und beschrieben im Internet, dass die gotischen Tempelrituale auf Hiram Abiff zurückgehen, den Baumeister des salomonischen Tempels. Von Bedeutung ist, dass der Altar vor dem Cover steht, der den Vorhang schützt. Etwa, dass Theodora oder ihr Ehemann Kaiser Justinian einen Schein vorweisen, der sie privilegiert am Ravennischen Kult teilzunehmen. Ebenso benötigen potentielle Tempelbesucher der Heute Zeit einen Empfehlungsschein ihres Bischofs. 

Albert Champdor belegt, aus neutraler Position, aber nur indirekt, dass die im alten Ägypten gepflegten Tempelrituale urjüdisch sind. „Das ägyptische Totenbuch“ 


                                                        Wikipedia;  San Apollinare


                                                             Wikipedia; San Apollinare



 

                                  Wikipedia San Apollinare: neben Theodora Kaiser Justinian

 

Kaiser Justinian kam von Konstantinopel herüber nachdem seine Armeen 553  die Ostgoten bezwungen hatten. Justinian hatte  diesen ungerechten Krieg als Rettungsaktion zu Gunsten des Trinitarismus gestartet.  Er wollte gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen, nämlich die alte Reichsherrlichkeit wieder herstellen und die arianischen Ostgoten entmachten.

 

Zurück in die Tage des Ambrosius von Mailand

 

Gewisse Geschichtsschreibung versucht bis jetzt ihr Bestes, Ambrosius aus der Schusslinie zu ziehen. Doch er ist mitverantwortlich für Justinians Gotenkrieg, denn Ambrosius hat es ihm beigebracht, dass Arianer Gottesfeinde sind.

Im Februar des Jahres 380 wurde das Staatsgesetz „Cunctos populos“ verkündet. Es führte zur Verfinsterung Europas. Zum Zeitpunkt der in-Kraftsetzung war Ambrosius de facto die oberste Instanz des römischen Imperiums. 

Aber die „Deutsche Enzyklopädie“ schreibt:   

Das Dreikaiseredikt „Cunctos populos“ wurde am 28. Februar 380 in Thessaloniki von den römischen Kaisern Theodosius I., Gratian und Valentinian II. verabschiedet. Es beendete die nominelle Religionsfreiheit des 4. Jahrhunderts und gilt als ein wesentlicher Schritt, um das Christentum zur Staatsreligion zu machen."  Unhaltbar ist die Behauptung die drei erwähnten Kaiser seien die Väter des Unrechtsgesetzes! Die Daten und Fakten passen nicht zueinander. Alle Kirchenhistoriker wissen: 

-                    dass Theodosius I. (347-395) damals, als er den Katholizismus zum "Sieger" der Geschichte erklärt haben soll, noch kein Christ war. Getauft wurde er erst sieben Monate nach Veröffentlichung von Cunctos populos. „Seine Taufe (im Herbst 380) durch einen nizänischen Bischof stärkte seine Entschlossenheit, die Lehre von der Dreieinigkeit radikal im Reich durchzusetzen.“   

-                    dass Kaiser Gratian (359-395) in Sirmium, im Spätsommer 378 n. Chr. das gegenläufige „Toleranzedikt“ veröffentlichte. Er gewährte allen Religionen Glaubensfreiheit, ausgenommen Eunomianer, Manichäern und Photinianern.  Danach allerdings stand er völlig unter dem Diktat seines Beraters Ambrosius (359-397)

-                    dass Kaiser Valentinian II. (371-392) damals, als er angeblich seine Unterschrift unter das Dekret der Intoleranz gesetzt haben soll, erst neun Jahre alt war. Er hätte sich damit gegen seine von ihm hochverehrte Mutter Justina erklärt. Sie stand, wie ihr Sohn, lebenslänglich auf der Seite der Arianer. Mit ihr gemeinsam kämpfte Valentinian II. nach der Inkraftsetzung des Gesetzes zum Glaubenszwang verzweifelt und lange Zeit vergeblich gegen die Maßregeln seines Ratgebers Ambrosius von Mailand.   

-                    Der Text des Cunctos populos bekräftigt mit Nachdruck, dass: Alle Völker, über die wir (Römer) ein mildes, gnädiges Regiment führen, sollen (müssen) das ist unser Wille, die Religion annehmen die der göttliche Apostel Petrus den Römern gepredigt hat, und der wie wir sehen werden, auch Bischof Damasus von Rom sich anschließt...“   

Alle Völker (sollen) müssen! 

Zuleide kamen denn alle, die nicht glaubten wie er, Ambrosius und Damasus der Totschläger. Insbesondere traf es die Juden, alle arianisch glaubenden Gruppen und die Hellenen.  

„Wer diese Gesetze befolgt soll den Namen eines katholischen Christen führen, die andern aber... sollen die Schmach ... tragen, ihre Versammlungshäuser dürfen nicht Kirchen genannt werden; sie selbst aber unterliegen der göttlichen Strafe...“   „Cunctos populos“ erlaubte fortan Gottesdienste nur den Katholiken.

 

Ambrosius hatte fortan nur noch einen ernst zu nehmenden Gegner, seine Erzfeindin Justina, die Mutter Valentinians. Seit seiner Taufe 374 musste die überzeugte Arianerin und Kaisergattin gegen Ambrosius` rüde Religion ankämpfen. Die Bearbeiter der Eintragung im Kirchenlexikon Bautz loben dennoch, Ambrosius sei „tapfer“ aufgetreten und er habe „mit der orthodoxen Bevölkerung dem Befehl, (Justinas) Kirchen an die Arianer auszuliefern, erfolgreich Widerstand geleistet.“ Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon Verlag Traugott Bautz   

Dieses Lob kann wohl kaum ein Demokrat teilen!   

Er hatte in seinen Predigten gewagt was wir heute „Hirnwäsche“ nennen. Aufklären darf jeder, manipulieren nicht.   

Ambrosius benebelte den Verstand seiner Hörer.  Die damaligen, zu allem entschlossenen oberen katholischen Trinitarier Mailands taten alles um den Bürgern das Recht zu rauben eigene Glaubensvorstellungen zu bewahren oder zu entwickeln: Ihr Slogan lautete wie gehabt: „Arianer sind keine Christen.“  

Die, die sagen „Mormonen sind keine Christen“ sind desselben Geistes der Arroganz den wir sonst noch bei islamischen Sittenwächtern finden, die den Frauen Kleiderschriften auferlegen, sowie andere Zwänge.   

Während der Tage des offenen Hauses, 1985, als im kommunistischen Osten zu Freiberg in der DDR ein Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zur Besichtigung freigegeben wurde, trat ein evangelischer Pfarrer mit den Worten auf: „Hätte ich eine kleine Bombe, würde ich sie gern unter das Fundament hier legen!“ persönliches Erlebnis  

Auch das zielte gegen Religionsfreiheit. 

Doch, bist du gegen Religionsfreiheit richtest du dich gegen das Individualrecht, dann sprichst du dich auch gegen den aus, der im Neuen Testament Christus genannt wird, auch wenn du seinen Namen unentwegt auf der Zunge trägst.   

Nichts kann das Recht auf Entscheidungsfreiheit ersetzen, das ER allen gewährt.  

Wo die Entscheidungsfreiheit fehlt, da kann die Kirche des Erlösers nicht sein.      

Zuerst lebte die glaubensstarke Justina noch unter dem Schutz ihres Mannes, Kaiser Valentinians I. (der 375, möglicherweise infolge eines Schlaganfalls verstarb) Danach hatte sie nicht die Spur einer Chance sich gegen den mächtigen Kaiser-Beherrscher durchzusetzen, sonst hätte sie den Bürgerkrieg riskiert.    Wiederholt „verweigerte Ambrosius Justina (der amtierenden Kaiserin) die Erfüllung ihres Wunsches den Arianern Mailands zwei Kirchen zu überlassen.“ 

F- L. zu Stolberg-Stolberg „Geschichte d. Religion Jesu Christi“   

Justina erzog ihren Sohn Valentinian II. der als vierjähriges Kind Kaiser Roms wurde, natürlich in ihrem Sinne. Bis heute wird Cunctos populos dennoch als Dreikaiseredikt bezeichnet.     

Sieben Jahre lang widerstand Justina Ambrosius. „Sie war verärgert, weil Ambrosius (Jahre nach dem Tod ihres Gatten) um 379 ihre Bemühungen vereitelte ...einen Arianer auf den (Bischofs-)Stuhl zu Sirmium zu befördern“ F-L.  zu Stolberg-Stolberg „Geschichte d. Religion Jesu Christi“   

Ambrosius nervte beide, Mutter und Sohn, permanent. Was nahm sich dieser Emporkömmling gegen sie heraus?   

„Als der jugendliche Kaiser Valentinian II. für seine Arianer, die außerhalb der Stadtgrenze gelegene basilica Porciana extra murana forderte, wurde ihm dies von Ambrosius verweigert.“ Peter Grossmann „Ägyptische Architektur“   

 

 

 

 Solidus of Valentinian II showing Valentinian II and Theodosius I on the reverse, each holding a mappa (beide halten eine Mappe in der Hand.)

 

Auffallend ist, dass die Münze mit Valentinian II. demonstrativ keine Nähe des Kaisers zu Victoria zeigt. Das Erheben der rechten Hand bedeutet die Anerkennung des allmächtigen Gottes.

 

Kaiser Justinian I, Er zeigte sich mit der heidnischen Siegesgöttin

Nach der Ostsynode 543 verschwand Victoria von den Münzen. Das ist bemerkenswert.

Justinian war es denn auch der den „Origenismus“, verfluchte kurz vor dem Sieg, 553, über die arianischen Ostgoten.

Konstantin gelang es mit List und Tücke die Kirche zur Dienerin des Staates zu erniedrigen, doch Ambrosius kehrte den Spieß um: „Der Kaiser steht in der Kirche, nicht über ihr.“ Brief an den römischen Kaiser Valentinian II. (Epistula 75a / 21a, 36


Formaljuristisch kann man das hinnehmen. Aber die von ihm geförderten, wenn nicht von ihm initiierten Entrechtungsaktionen die sich massiv gegen alle nichtkatholischen Gemeinden richteten, waren illegal. Kein Christ war jemals berechtigt Unschuldige ins Abseits zu drängen. Ambrosius Egoismus sollte profitieren. So attackierte er das Erbe der Antike. Er löschte Licht. All das war zu viel für die Kaiserwitwe. In der Osterwoche 385 kommt es zu tumultuarischen Szenen. Ihre Soldaten umzingeln die Basilica Porciana, die Kirche, sowohl der Arianer wie der Athanasianer.   

Doch nicht Ambrosius, Justina musste der Gewalt weichen, die von der Straße kam. Dass sie sich nicht durchsetzen konnte ist leider wahr, aber nach Bischof Augustinus „Bekenntnissen“, bekam sie was sie seiner schlimmen Meinung nach verdiente, die Ohnmacht. Er, der von Ambrosius zum Katholizismus bekehrt worden war, blickte natürlich durch dessen Brille:   

„... Ein Jahr war es ungefähr oder vielleicht auch etwas länger, da verfolgte Justina, die Mutter des jungen Königs Valentinian, deinen Anhänger, den Ambrosius, um ihrer Ketzerei willen, zu der sie von den Arianern verführt worden war. Das fromme Volk blieb die Nacht hindurch in deiner Kirche, bereit, mit ihrem Bischof, deinem Diener, zu sterben... Dort war auch meine Mutter, deine Magd; vor allen eifrig im Sorgen und Wachen, lebte sie nur dem Gebete. Wir, noch nicht erwärmt von der Glut deines Geistes, wurden doch von dem Bangen und der

Verwirrung der Stadt mit ergriffen...“Augustinus von Hippo, Neuntes Buch -  Siebentes Kapitel    Ambrosius hätte um sein Leben fürchten müssen? Aber, wäre es so gewesen, dass sie bereit war die gotischen Militärs auf ihrer Seite in ein Abenteuer zu stürzen, warum unterliegt sie dann den angeblich Schwachen? Die Antwort lautet: Weil der Arianismus ihr das Blutvergießen untersagte, agierte sie friedlich!  Wie auch immer, Ambrosius blieb, wie eigentlich nicht anders zu erwarten war, der ‚Sieger’ in Glaubenssachen! Auch mit Hilfe von Unwahrheiten.

Ambrosius erweckt den Eindruck seine Nicäner seien zahlenmäßig den Homöern (eine Arianervariante) weit überlegen. Aber sein Handeln zeigt seine Befürchtungen. Andererseits ist schon denkbar, dass Justina in ihrer ohnmächtigen Wut auch ihre (arianische) Leibgarde aufmarschieren ließ, denn Augustinus lügt nicht.

Augustinus glaubt Ambrosius aufs Wort, so klingt es; „Damals offenbartest du deinem Bischof, dem schon erwähnten Ambrosius, wo die Leiber der Märtyrer des Protasius und Gervasius verborgen ruhten, die du so viele Jahre hindurch im Schoß deiner Verborgenheit unverwest verwahrt hattest, um sie zur rechten Zeit zur Bändigung der Wut jenes Weibes, das doch eine Kaiserin war, hervorzubringen. Denn als sie aufgefunden und ausgegraben mit den ihnen zukommenden Ehren zur Basilika des Ambrosius gebracht wurden, da wurden nicht nur die, welche von unreinen Geistern besessen waren, nach dem Bekenntnis ihrer Dämonen selbst, geheilt, sondern auch ein angesehener Bürger, der mehrere Jahre hindurch blind war. Als dieser nämlich nach der Ursache fragte, warum das Volk vor Freude jauchzte, und es hörte, da sprang er hinaus und bat seinen Führer, ihn dorthin zu führen. Nachdem er in die Kirche eingetreten war, bat er um die Erlaubnis, mit seinem Schweißtuche die Bahre der Heiligen berühren zu dürfen, deren Tod ist wert gehalten vor dem Herrn. Als er dies tat und dann seine Augen damit berührt hatte, da wurden sie sogleich ihm aufgetan. Der Ruf davon aber verbreitete sich weit und breit; alles war voll deines Lobes, und der Sinn jener Feindin wurde, wenn auch nicht zu gesundem Glauben fortschreitend, doch von der Wut zurückgehalten. Dank dir dafür, o mein Gott!“ Aurelius Augustinus „Bekenntnisse“   

Da mischten sich Wunschdenken und Absicht, Dichtung und Wahrheit.    

Die Leichen von „Protasius und Gervasius“ und die mit ihnen verbundenen „Wunder“ ins ohnehin unsaubere Spiel zu bringen, verschaffte Ambrosius die nun bedingungslose Anerkennung und Hingabe der Leichtgläubigen seiner Hauptstadt. Es bedeutete für viele Wankende: du musst mit den Wölfen heulen.

Natürlich macht bedenklich, dass Augustinus in seinen Bekenntnissen mit absolut märchenhaftem Text fortfährt, als sei es dringend notwendig Ambrosius wieder aufzuwerten.

Aus Sicht der Arianer sowie einiger Historiker ist Ambrosius unehrlich:   „Der Effekt besteht natürlich darin, seine Gegner zu isolieren, sodass sie als fremde Eindringlinge erscheinen, die eine reine und ungestörte Mailänder Gemeinschaft verunreinigenWenn die „Basilikakrise“ tatsächlich nur die jüngste Ausprägung einer etablierten Rivalität in der Stadt war, ist es schwer vorstellbar, dass sich jemand von Ambrosius’ Bemühungen hätte überzeugen lassen, sie als isolierten Angriff eines zugezogenen Bischofs und seiner ausländischen Günstlinge darzustellen. Vielleicht entschied sich Ambrosius dennoch dafür, die Situation falsch darzustellen… Sicherlich war er keineswegs ein unparteiischer Zeuge, und er war oft mehr daran interessiert, die Ereignisse zu beeinflussen – nicht zuletzt durch seine Darstellung – als sie korrekt wiederzugeben. Die gängige Lesart der Berichte des Ambrosius setzt jedoch voraus, dass sein unmittelbares Publikum in Mailand bereit war, eine verzerrte  Version der Ereignisse zu akzeptieren, …“ Michael Stuart Williams No Arians in Milan?   

Ambrose on the Basilica Crisis of 385/6    

Gemäß der Catholic Answers Encyclopedia und weiteren historischen Quellen wie dem Theodosianischen Kodex erließ Kaiser Valentinian II., als jetzt 15-jähriger Regent, am 23. Januar 386 ein Edikt, gegen die Absichten Ambrosius. Es garantierte den Arianern weitreichende Freiheiten und Schutz. Nun war er kein hilfloses Kind mehr.   Soll nun, im 21. Jahrhundert, die Unwahrheit weiterhin gelten, dass der Arianer, Kaiser Gratian, und Kaiser Valentinian II zu den Verfassern bzw. Unterzeichnern gehören?   

Bestenfalls ist Cunctos populos ein „Einkaiseredikt“, schlimmstenfalls ist es das reine Produkt des Ambrosius.   Er hasste auch das Judentum. Er hielt seinen Regierungsstil für perfekt. Aber seine Überspitzungen und Änderungen sollten ungeheuren Schaden anrichten.  Das muss man näher betrachten. Die Arianer wurden angeklagt, weil sie wie ihre Eltern urchristlich glaubten.   So einfach geht das, wenn man, wie auch immer, an die Hebel der Macht gelangte. Die Nazis und die Sowjets machten es Ambrosius nach, wer sich eigensinnig gegen die „einzig richtige Politik der Partei“ aussprach, der war Feind. Bis heute kämpfen die Trinitarier gegen Windflügel.   

Alle Änderer des urchristlichen Systems, wie Callixt I., Ambrosius von Mailand und Augustinus, samt ihrem Anhang, müssen sich die Frage gefallen lassen, was vom Christentum übrigbleibt, wenn seine Exponenten zur Gewalt greifen, um sich durchzusetzen. Schon Laktanz (240-320) Elitechrist, eine Generation vor dem ersten ökumenischen Konzil, hatte gewarnt: „Das jemand unter Zwang etwas verehrt, das er im Ernst gar nicht verehren will, kann nur zur Heuchelei und Simulantentum führen.“ Hans Maier, „Compelle intrare“ Uni München     

Zudem förderte Ambrosius die Unmoral, obwohl er dies durchaus nie beabsichtigt hatte. Er suggerierte nicht nur den Priestern seiner Kirche:  Gott vergibt dir immer!   

Es kann sein, dass Ambrosius besonders an einen Satz des 1. Sixtus (Xystus), dachte, der von 116-125 als einer der römischen Bischöfe amtierte. Dessen Behauptung lautete (angeblich): „Die Kirche ist immer heilig, ganz gleich wie sündig ihre Priester sind.“ Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon Traugott Bautz   

Kein Dogma, abgesehen vom Nicänum, hat mehr Menschen in die Irre geführt. Ambrosius rundete diese Unwahrheit konsequenterweise noch auf: „Es kann keine noch so verruchte Schandtat begangen oder gedacht werden, welche die heilige Kirche nicht nachlassen könnte.“  Gerhard J. Bellinger „Der Catechismus Romanus und die Reformation“   

Allein dieser markante Ambrosius-Satz verleitete selbst sonst angesehene Geistliche zu Übeltaten und unzähligen Fehlentscheidungen. Umgehend tauchen bei Belesenen jene Bilder auf, die Martin Luther 1510 zeichnete: „Heiliges Rom“ betete er auf Knien liegend, als die Silhouette der Stadt auftauchte. Dann fiel er fast in Ohnmacht als er eine Messe besuchte und die Worte des Priesters hörte, während der die Hostie in die Höhe hielt: „Panis es, panis manebis; vinum es, vinum manebis.“, „Brot bist du, Brot bleibst du“

Anschließend umarmt er seine Konkubine, ihm wird doch mit der nächsten Beichte alles vergeben.

Aber! Wer seinen Nächsten um sein Erbe betrügt, Kinder schändet und Freien die Freiheit seiner Glaubensüberzeugungen verbietet, ist hinter Schloss und Riegel zu verbringen. Im 13. Jahrhundert galt es dann ambrosianisch: „Es ist tatsächlich ein ungeheurer Schatz an Verdiensten vorhanden, der sich aus den frommen Taten ... zusammensetzt, welche die Heiligen über das hinaus vollbracht hatten, was zu ihrer Seligkeit notwendig ist... dass den Treuhänder dieses kostbaren Schatzes den römischen Pontifex ermächtigt, denen die er für geeignet hält, einen Teil dieser unerschöpflichen Quelle des Verdienstes zuzuerkennen... so ausreichend, dass die Übeltäter von der für ihre Missetaten vorgesehen Strafe befreit werden.“ James Talmage, „Jesus der Christus“   

Nicht korrekt ist, zu sagen: generell gemeint wäre, die Kirche gewähre lediglich einen Ablass von Kirchenstrafen. Das beweist ein Urteil „im Fall des Mordes des Statthalters der Lombardei, Azzo Visconti an seinem Oheim Marcus im 14. Jahrhundert.  Papst Johannes XXII. nahm von diesem Mörder Geld und erklärte, Gott gedenke seiner Sünden nicht mehr. Visconti sei nun mit dem Reich Gottes ausgesöhnt.“  Schlosser, Weltgeschichte Bd VI. S. 390-391    

Dass Geld, auch schmutziges, jedes Tor zum Reich Gottes öffnen könne, wollte der heimkehrende Luther weder verstehen, noch unwidersprochen hinnehmen. Das brachte die Reformation zuwege. Die Priesterbeichten dienten nach Ambrosius dazu einander das Gewissen zu erleichtern, nicht jedoch vorrangig um ein bestehendes Problem zu lösen oder um die Besserung des Übeltäters zu erwirken, wozu sie ursprünglich gedacht waren. Es ist Ambrosius Mitschuld, dass Bischöfe der katholischen Kirche viele Jahrhunderte hindurch, weltweit ihren Priestern Kindsmissbrauch u.a. schwere Verfehlungen wie Fälschungen und

Gewaltanwendung, vergaben, statt nach der Regel zu handeln die Paulus gab: „Schafft den Übeltäter weg aus eurer Mitte“   1. Kor. 5: 13         

Aber die Übeltäter wurden nicht selten nur in eine andere Pfarre versetzt.

Solche Aussagen, wie die durch Ambrosius formulierten, richteten sich direkt gegen die Weisungen Jesu: „jeder Baum der keine guten Früchte bringt wird abgehauen.“ (ausgeschlossen, exkommuniziert)   Doch, „Ambrosius wird von allen christlichen Kirchen (katholisch, orthodox, anglikanisch und lutherisch) hochgeachtet. Er zählt zudem zu den vier ursprünglichen Kirchenlehrern des Abendlandes“ SmartGuide Leben des Heiligen  Ambrosius“  

Er hat es gut gemeint, keine Frage, aber sein eiserner Wille, die Knospe aufzubrechen, um schnell ihre Blüte zu sehen, zerstörte die Freiheiten sämtlicher Hellenen, die Rechte der Paganen aller Richtungen, die Religionen der Manichäer, Mandäer und anderer gnostischen Gruppen, wie die Lebensweise der hochchristlichen Priscillianisten und die Hoffnungen sämtlicher bereits genannten urchristlichen Splittergruppen und die der Goten. Schätzungsweise 70-80 Prozent der damaligen Bevölkerung des römischen Herrschaftsbereiches sollten fortan gegen ihr Gewissen „gehorchen“ , sonst kommen sie nicht in den Himmel.   Ambrosius zeigte der Welt wie man Kritiker kaltstellt.  Mit seinem Einverständnis, der Tempel- und der Synagogenzerstörungen beschwor er auf Basis von Cunctos populos das Dunkelgrau des Mittealters herauf. „Im Jahr 387 zündeten Christen in Rom eine jüdische Synagoge an. Ein Jahr später geschah in Kallinikum am Euphrat mit Zustimmung des dortigen Bischofs dasselbe. Theodosius befahl die Schuldigen zu bestrafen und die Synagoge wieder aufzubauen. Gegen diese Entscheidung wandte Ambrosius sich in einem langen Brief an den Kaiser. Darin solidarisierte er sich… mit dem brandstiftenden Bischof… „Ich Ambrosius erkläre, dass ich die Synagoge in Brand gesteckt (habe)… eine schwerwiegende Sache ist es, wenn du deinen Glauben um der Juden willen in Gefahr bringst… nichts ist erhabener als der Glaube“ … Theodosius gibt nicht nach, daraufhin suchte Ambrosius die direkte Auseinandersetzung(Ambrosius demütigt Theodosius öffentlich. G. Sk) Die Synagoge von Kallinikum … wurde nicht wieder aufgebaut.“ Herbert Gutschera, „Geschichte der Kirchen“        

Ambrosius glaubte seine Ideen würden nun unangefochten allgemeine Kirchenlehre. Sonderbar bis zur Stunde ist und bleibt, dass Konstantins „Jotaklau“ immer noch als hochchristlich gilt. Es ist fromme Überheblichkeit die ihre Daseinsberechtigung immer noch aus der Menge von Lippenbekennern ableitet. 

Dr. Kai Funkschmidt von der Evangelischen Zentralstelle für Welt-anschauungsfragen Berlin, goß sogar noch Wasser auf die Mühlen jener trinitarischen Eiferer, die tatsächlich über einen auffallend schmalen Horizont im Bereich Dogmengeschichte verfügen: „Wer die eigene Christologie ernst nimmt, muss feststellen: Gotteslehre und Christologie der HLT (der Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) sind nicht christlich.“ Lexikon der evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen  

Die „Styler Missionare“ bekräftigen: „Mormonen“ „(lehnen) die Lehre von der Dreifaltigkeit strikt ab. Allein diese Tatsache abgesehen von den bisweilen mehr als seltsamen Offenbarungsinhalten, machen deutlich, dass wir es hier nicht mit einer christlichen Konfession zu tun haben.“ 01.04.2012 Pater Hans Peters SVD   Verurteilung nennt man das.  Dass es Konstantins Geist ist, der sich hier zu Wort meldet, macht die Sache nicht besser.   Wer immer bemüht war sich ein eigenes Urteil zu erarbeiten, wird in jedem Fall nicht gerade auf das Bekenntnis von Nicäa schwören, jedenfalls nicht soweit es die Beschreibung der Gottheit betrifft. 

Noch 60 Jahre nach Ambrosius Ableben und mehr als 100 Jahre nach Nicäa „verbot Kaiser Markian (390-457) im Anschluss an das Konzil von Chalkedon (451) ... öffentliche Diskussionen über theologische Fragen. Denn die Beschlüsse von Chalkedon stünden im Einklang mit dem Konzil von Nicäa...“. Karl Leo Noethlichs

„Die Juden im christlichen Imperium Romanum“ Studienbücher, Akademie Verlag 2001   

Das lässt tief blicken.

Als käme es darauf an.  Gelegentlich bemühen sich gewisse Trinitarier darum zu belegen, dass Männer wie Tertullian und Marcion von Sinope (85-160) ihre Vorläufer im Glauben an den dreifaltigen Gott sind. 

Das ist sträflich inkorrekt.

Beschönigungen, sowie die Bemühungen Ambrosius rüdes Machtstreben klein zu reden, sind durchaus geeignet den Blick zu trüben. Er handelt, als wäre er von Gott gesandt, mit dem Auftrag möglichst viele Menschen unglücklich zu machen. „Ambrosius, der Bischof von Mailand, beginnt alle Tempel seines Gebietes zu zerstören. Die christlichen Priester führen den hungrigen Mob gegen den Tempel der Demeter in Eleusis und versuchen, die Hierophanten Nestorius und Priscus zu lynchen. Der 95 Jahre alte Hierophant Nestorius beendet die Eleusinischen Mysterien und verkündet die Herrschaft geistiger Dunkelheit über die menschliche Rasse. Am 2. Mai 381 beraubt (der unter massivem Einfluss des Ambrosius stehende G.Sk.) Kaiser Theodosius die Christen, die zur heidnischen Religion zurückkehren, aller ihrer Rechte. Im gesamten östlichen Imperium werden Tempel und Bibliotheken geplündert oder niedergebrannt.“  Vlassis G. Rassias, 

“Christian Persecution against the Hellenes “    

Im Jahr 385, - 5 Jahre nach der Veröffentlichung von Cunctos populos - werden zu Trier, Deutschland mindestens sieben spanische Bischöfe geköpft, obenan Priscillian von Avila. Sehr wahrscheinlich weil diese Bischöfe arianisch lehrten. Priscilian wurde angezeigt.  Die Petze kam von „den schlechtesten Elementen des spanischen Episkopats die gegen ihn in vorderster Front standen, Priscillian wurde der Zauberei angeklagt. Hauptkläger „Ithiacus wird als schamloser und sittlich verkommener Schwätzer bezeichnet und Ydascius wurde von seinem eigenen Presbyterium (Ältestenkollegium) in den Anklagezustand versetzt, sein Lebenswandel kam weiterhin in schlechten Ruf. Priscillian (dagegen) lebte der Welt vor, was er lehrte… Durch Folterungen und „inquisitorische Technik des Präfekten Euodius gelang es, Priscillian und die seinen das Verbrechen der Magie und der organisierten Unzucht gestehen zu lassen. Die meisten wurden mit dem Schwert hingerichtet.“  Lietzmann „Geschichte der Alten Kirche“ W. De Gruyter, 1999    

 Priscillian hatte sich zuvor Beistand suchend an Ambrosius und „Papst“ Damasus gewandt, leider umsonst. Natürlich war Ambrosius hinterher betroffen. Verhindert hat er diese Morde nicht. Santiago Fernández Ardanaz „Professor für Religionsgeschichte, Religionsanthropologie und Philosophie, sieht Priscillian als einen Systemkritiker, der die grundlegenden Werte der herrschenden kirchlichen und weltlichen Macht in Frage stellte. Ein System, das auf Geldmacht, Ruhm und Genusssucht beruhte, in dem Korruption, Betrug und die Gier nach Besitz und Reichtum bestimmende Maxime waren, obwohl die Kleriker am Altar Gottes vorgaben, andere Werte zu vertreten. Priscillian rüttelte vehement an den Grundfesten politischer Überzeugungen seiner Zeit… Priscillians politisches Programm lautete: „Haltet die Früchte des Lichts in euren Gedanken, Worten und Taten präsent: Nächstenliebe, Friede, Freude, Freiheit, Wahrheit, Herzenstreue, Gerechtigkeit, Freundlichkeit, Sanftmut, Geduld, Güte und Liebe. Fürchtet euch nicht. Schaut ohne Angst auf die Finsternis und wendet sie zum Licht.“  Priscillian und der Sternenweg“  

Dass Priscillian und seine Freunde Arianer waren, wird bestritten. Aber „1889 wurden elf Priscillian zugeschriebene Abhandlungen veröffentlicht, die seine unorthodoxe Trinitätslehre offenbarten, in der der Sohn vom Vater unterschieden ist. Das englische Original sagt es: „The question of Priscillian’s orthodoxy has been much discussed. In 1889, 11 treatises ascribed to Priscillian were published, revealing his unorthodox doctrine of the Trinity in which the Son differs from the Father.”  Encyclopedia Britannica 

Ana Maria C.M. Jorge Dean of the Faculty of Theology at the Portuguese Catholic University wrote: “Priscillian helps us to achieve a better understanding of the Christianization process and the orthodox/heterodox debate in late antiquity. …Against a background of the progressive “Constantinization” of the church, bishops become key figures who centralize the main forces of the day. … The confrontation between rival Christian communities – Priscillianist and Nicean Catholicism – reveals an important facet of the position adopted by Christians in their relations with civil authorities, as well as the close ties between Christianity, the top of the ecclesiastical hierarchy and the Empire. It also gives a clear picture of the work of the bishop of a city in antiquity, in which the emphasis was on the militant view of the kerigma.” The Lusitanian Episcopate in the 4th Century.

 

 Nach Ambrosius Ende legte Kaiser Justinius 543 mit seiner Ostsynode wohl den letzten Etappen- oder Grabstein für Konstantins „Reich der Zukunft“. Danach sah nicht nur die „christliche“ Welt chaotisch aus, sterbenskrank. Er löschte die Erkenntnis vom vorirdischen Sein des Menschen. Solange verstand jeder Christ, dass sein innerstes Ich aus der Ewigkeit stammt, dass er buchstäbliches Kind Gottes ist. Das fiel fortan in die Rubrik Häresie. 

Bist du aber erst ein Mensch von deiner irdischen Geburt an, ergibt das eine völlig neue Theologie. Das macht schon einen Unterschied ob der Vater Bäckergeselle ist oder der Kaiser des Himmels.

Ambrosius von Mailand verlieh der vorgeschädigten, im 5. Jahrhundert, faktisch den Status eines Sklavenhalterstaates, indem er seine Katholiken erheblich über die Arianer sowie über alle Angehörigen anderer Religionen stellte. Im 6. Säkulum löschte Justinian fast deren letzten Funken. Was war ab 543, nach seiner Ostsynode, die Kirche noch, nachdem er auf den Ausstieg aus ihr die Todesstrafe setzte?  „Das Festhalten am „hellenischen“ Glauben bzw. die Apostasie nach der Taufe wird mit der Todesstrafe geahndet.“ Codex Justinianus, 10,11.

Was war sie zwischen 550 bis Luther 1517? 

Ruiniert war sie, aber es gab noch ein paar Unerschütterliche.  Doch eine einheitliche Führung gab es nicht mehr. Der katholische Historiker Ludwig Hertling bestätigt es, sein Urteil bezieht sich auf die letzten Jahrhunderte vor der Jahrtausendwende: Die Verwirrung war so groß, dass wir von manchem dieser Päpste, die oft nur Wochen oder Tage im Amt waren, nur die Namen wissen und nicht einmal immer feststellen können, ob sie rechtmäßige Päpste waren…. Von geordneter Aktenführung war keine Rede, Geschichtsschreibung gab es keine“ “Geschichte der katholischen Kirche bis 1740”  Jeder Bischof lehrte was er für richtig hielt. Das galt besonders für die Gotteslehre. Keiner konnte etwas Verbindliches erklären und das ist heute noch der Fall. Es gab in den 1700 nachnicänischen Jahren niemanden, der sich und anderen je erklären konnte, wie man den „trinitarischen“ Neugott denken soll. Prof. Bernd Oberdorfer, Augsburg, Fachmann für systematische Theologie gibt zu: „Verlegenheit ist noch das Harmloseste, was viele Christen (darunter nicht wenige Theologen) befällt, wenn die Sprache auf die Trinitätslehre kommt. Muss, wer an Jesus Christus glaubt, sich auch das paradoxe „Hexeneinmaleins“ (Goethes) zu Eigen machen, dass Gott einer und drei zugleich ist?“ „Zeitzeichen“, evangel. Kommentare, Aug. 2004 

Im Johannes-Evangelium steht aber geschrieben: "Das aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ 17: 3    Doch der dreifaltige Gott ist unerkennbar.  

Ein bekannter Jesuit schmunzelt aus Verlegenheit: „In meiner SpessartGemeinde (Leidersbach-Ebersbach) erinnert man sich noch heute gerne an die Freude, die der alte Pfarrer Väth 34 Jahre lang (von 1936–1970) seinen Pfarrkindern jedes Jahr am Dreifaltigkeitssonntag bereitet hat. Nach dem Evangelium pflegte er zu sagen: „Das Geheimnis des dreifaltigen Gottes ist so groß und so tief, dass es selbst Euer Pfarrer nicht versteht. Darum fällt heute die Predigt aus – im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Amen.“ Medard Kehl SJ „An den dreieinen Gott glauben“ 5. Juni 2008 in Fulda  

                            

Justinian (482-565), Origenes (185-254) und die Ostgoten  

 Rund 150 Jahre zuvor hetzte Ambrosius und ging aufs Ganze. Zur Erinnerung: Er verlangte in „de fide“: „Die Arianer (Italiens und die Goten, G.Sk.) haben sich gegen die Kirche Gottes verschworen. … Die Goten sind Gog, von denen der Prophet (Hesekiel) schreibt, dass er mit Gottes Hilfe vernichtet werde... Gunter Gottlieb „Ambrosius von Mailand und Kaiser Gratian“   

Kaiser Justinian griff diese Idee um 530 auf. Nur, wie sah das Resultat dieses Krieges aus:

Rom glich später einer Wüste nach den Jahrzehnten dauernden Umsetzung der kaiserlichen Befehle durch die „christus-liebenden“ Armeen (griechisch: philochristos stratos).: „Zwar residieren die Päpste im Lateranpalast noch lange danach, mit einer Schar Eingeschworener, inmitten von Ruinen und hielten sich großspurig für die Sieger der Geschichte und Retter des Christentums, Wo einst 1 Million Bürger wohnten, hausten zwischen dem 6. und dem 14. Jahrhundert nur noch ein paar tausend Leute. Dieser verlorene Haufen, hielt sich allerdings für den Nabel der Welt.“ Annette Bruhns „Pest, Hunger und Schwert“. 

Zuvor baten einige aus der Gruppe der uralteingesessenen, nun ostgotischen, katholischen Adligen, um eine Intervention gegen die Arianer-Herrschaft, andererseits fand Justinian „guten“ Anlass. Der von ihm geduldete Arianer-König der Vandalen, Hilderich, unterhielt zu ihm freundschaftliche Beziehungen, während das den einflussreichen Vandalen missfiel. Sie setzten den Vasallenkönig schlichtweg ab. Sie kürten ihren Favoriten Gelimer. Justinian erfuhr zuvor natürlich, dass den meisten Vandalen das Kriegerische abhandenkam und so schickte er Belisar, seinen besten Soldaten und der machte binnen weniger Monate dem Vandalenregime ein Ende.




535 setzte Belisar seine Armee nach Sizilien hinüber. Auch hier war ein Vorwand gegeben: Die Ostgoten Italiens hatten eine Landreform zugunsten ihrer Soldaten und der armen Bauern durchgeführt, die teilweise um ihren Besitz Geschmälerten beklagten sich bei Kaiser Justinian. Totila, der vorletzte König der Arianer, „warf den Prozessoren Italiens, den Mitgliedern des senatorischen Adels vor“, dass sie „obwohl an der Herrschaft beteiligt, die Byzantiner ins Land geholt hatten“ Ernst Pitz „Die griechischrömische Ökumene und die drei Kulturen des Mittelalters“    

Das erinnert an den Einmarsch der Sowjetunion in die Tschechoslowakische Republik die damals unter Dubceks Führung stand. Der sowjet-russische Generalsekretär Breshnev, bat im Sommer 1968 die wenigstens einigermaßen Linientreuen unter Gustav Husak darum eine Einladung seitens der „Arbeiterklasse“ zu fabrizieren, um gegen den Verfall des Moskau-Kommunismus im „Bruderland“ einzuschreiten. Das wäre dann eine Art Legitimation für den Einsatz von Panzern gegen die Rebellierenden. Dubcek hatte den Intellektuellen zu viele Freiheiten zugestanden. Das war so ähnlich wie unter Imre Nagy 1956 in Ungarn. Die „Einladung“ kam mit Ach und Krach zu Stande, denn Husak war von der im Kreml geborenen „Idee“ keineswegs begeistert. Von den 4 500 Arbeitern und Angestellten des Automobilwerk „Auto Praga“ unterzeichneten 60 Funktionäre sowie 39 ihrer Familienangehörigen die Einladung. Also zählten nur die 60 gleich 1.3 von Hundert. 

Gewissenslosen Diktatoren reicht das.  Um 540 baten vielleicht nur einige hundert Großgrundbesitzer Italiens um Justinians Eingreifen. Die dann bis an Zähne bewaffneten brutalen Orthodoxen Ostroms machten alle nieder die bibelgemäß evangelisch glaubten.  Es wurde berichtet, die Ost-Goten lebten gemäß dem was Christus predigte: Ein gutes Beispiel bot Theoderich (ca. 451–526 n. Chr. der streng arianische Ostgotenkönig) „Laut ... Prokop (Justinians Chronist) sei er ... ein wahrer Kaiser gewesen. Dazu trug auch seine kluge Ausgleichspolitik zwischen den arianischen   Goten und den römisch-italischen Italienern bei. Beide Konfessionen erhielten eine gleichwertige, wenn auch getrennte Behandlung. Auch gegenüber den Juden ließ er Toleranz walten. So hieß es in einem durch         den Staatsmann und Schriftsteller Cassiodor überlieferten Brief: „Religion können wir nicht anbefehlen, da es niemandem in den Sinn kommen wird, dass er gegen seinen Willen glaubt“. Karl Adam DAS GOTISCHE ITALIEN...      

König Theoderichs Mutter Ereleuva, zuvor arianischen Glaubens, wie ihr großer Sohn, ließ sich katholisch taufen, und erhielt den Namen Eusebia. Theoderich verstieß sie nicht. Zahlreiche Katholiken gehörten ohnehin zu seiner engen Umgebung und sogar zur Familie. "Nachdrücklich sorgte er für Gerechtigkeit. Seinen Untertanen tat er fast nie ein Unrecht an und ließ es auch von keinem anderen zu.“ Mehr als 30 Jahre lang herrschte Frieden in Theoderichs Provinz. Und dennoch kungelten römische Senatoren mit Byzanz und hetzten gegen Theoderichs unkatholischen Glauben, wiewohl er selbst ein frühes Musterbeispiel an religiöser Toleranz gegeben hatte.“ Annette Bruhn „Pest, Hunger und Schwert“. 

Justinian wünschte den Untergang dieses kleinen vorbildlich regierten Imperiums. Vergottung – ein Thema, das den Arianern immer heilig war – begann Justinian irgendwann zu hassen. Solche Lehre wertete kleine Menschen auf, …er jedoch trägt die Verantwortung für die Ermordung von mindestens 30 000 Menschen, deren Leben, Wünsche und Überzeugungen ihm gar nichts bedeuteten: Sie demonstrierten nämlich für die Wiederherstellung früherer Rechte. Er glaubte und handelte wie Konstantin heidnisch rücksichtslos. „... die Herleitung von Herrschaft und ihre Legitimation aus Gott erhob einen neuen Ausschließlichkeitsanspruch. Kaiser und Kaisertum definieren sich von nun an nur noch aus ihrem Bezug zu Gott… Aufruhr im Volk sei nichts als Hundegekläff… Es war… Gott allein, der Justinian die Herrschaft übertrug.“ Mischa Meier „Justinian, Herrschaft, Reich und Religion“   

Ein Seitenblick auf Justinian als „Erbauer“ der weltberühmten Hagia Sophia verrät, dass dieser Mann nicht von Liebe, sondern vom Größenwahn erfüllt war: Überwältigt vor Freude, obwohl Weihnachten 537 - als die Schlacht um Neapel tobte - erst der Rohbau dastand, weinte er gerührt: „Salomo, ich habe dich übertroffen“ Ich! Ich! Doch „die Christen“, schreibTertullian, „kennen keine Ruhmsucht“. Georg Denzler, „Mutige Querdenker, der Wahrheit verpflichtet“   

Jeder, der nicht hinlänglich „rechtgläubig“ zu sein schien, wurde bestraft, sein Vermögen eingezogen. Justinian schwor indessen, sein Herrgott habe ihm gesagt, was zu tun sei, auch die Vernichtung des arianisch ausgerichteten Gotenreiches. 

Obwohl die Arianer tapfer gegen die „christusliebenden“ Heere Justinians  kämpften, eine reale Chance hatten sie nicht. Die Oströmer setzten ihre Bogenschützen als Berittene ein, während die Arianer zu Fuß  gingen und fochten.

Sonderbar ist, wie wohlwollend einige der derzeitigen Althistoriker Persönlichkeiten wie Kaiser Justinian (482-565) beurteilen.  Nachdem seine Armeen nach fast 20-jährigen Kriegen die Arianer Nordafrikas und dann die Italiens im 6. Jahrhundert zu Boden geworfen hatten, - und hunderttausend  Familien ins Elend geworfen - jubelte er:  „Von Gott eingesetzt ...bringen wir Kriege glücklich zu Ende…Wir richten unsere Herzen so auf den Beistand des allmächtigen Gottes, dass wir weder Waffen noch unseren Soldaten, noch den Generälen, noch unserer eigenen Begabung vertrauen müssen, sondern jegliche Hoffnung allein auf die vorsorgende Umsicht der höchsten D r e i f a l t i g k e i t setzen…“M. Meier „Justinian, Herrschaft, Reich und Religion“    

Er, den die orthodoxen Kirchen für einen Heiligen halten und dem auch die evangelische und die katholische Kirche ehrende Gedenktage widmen,ließ 545/546 nichtchristliche Grammatiker, Rhetoren, Ärzte und Juristen verfolgen“ Ökumenisches Heiligenlexikon   




Mitten im Vernichtungskrieg, nun in Italien geführt, als sich sein „Endsieg“ bereits abzeichnete, wollte Justinian auch den inneren „Krieg“ gegen Origenes gewinnen. Seltsam, Bis (etwa 530 erwies dieser Kaiser sich) als Förderer der Anhänger der Lehren Christi, wie sie Origenes beschrieb.“ August Knecht „Die Religionspolitik Kaiser Justinians I.” 

 „Kaiser Justinian I. erließ 543 ein klares Edikt, das die Lehren des antiken Theologen Origenes verdammte. Papst Vigilius, der sich zu diesem Zeitpunkt noch in Rom aufhielt, stimmte dieser Verurteilung des Origenes schriftlich zu.“ New Advent   

Aber, die Forschung fand jedoch die ganze Wahrheit heraus: “Vigilius later spread it about that he has been forced to produce the indication and that he had been insufficiently informed.“  Aloys Grillmaier u.a. „Christ in Christian Tradition“, 1995   

Kaiser Justinian inszenierte die möglicherweise größte „Räubergeschichte“ aller Zeiten, die von Seiten der Trinitarier, möglichst unter dem Deckel gehalten wird: „Im November 545 ließ Justinian den Papst mitten während eines Gottesdienstes in Rom festnehmen und per Schiff nach Konstantinopel bringen, wo er Anfang 547 eintraf.“ Catholic Answers

Ihm wurde sodann zugemutet der Eliminierung, der immer noch weithin gültigen, antitrinitarischen Lehren wie sie durch Origenes bewahrt wurden, zuzustimmen. Erst als es für ihn, viel später, nach der acht Jahre währenden Haft unerträglich wurde, nahm der Papst die Feder in die Hand.  Das geschah zum ungeheuren Nachteil einer zuvor stimmigen Theologie. Der schließlich erschöpfte, hart bedrängte Vigilius könnte sich gesagt haben: „Der Wahrheit kann man keinen Schaden zufügen.“ Aber die Wirklichkeit lehrt uns, dass Lügen und Irrtümer zählebig sind, wenn auch glücklicherweise nicht unsterblich. Nach 543 war es nicht mehr möglich den Sinn des menschlichen Erdenlebens zu erfassen, insofern man auf die ab da geltende Theologie angewiesen war. Vermutlich werden wir staunen, wenn uns später weiterführendes Material zur Verfügung steht. Aber, wie auch immer: „Origenes” und “Arius” gediehen im Untergrund. Justinian, Herr des oströmischen Reiches, verdammte die Ur-lehren nicht wegen theologischer Bedenken seiner Geistlichkeit. Eben dazu sind wir alle verpflichtet auch in der Gotteslehre zu bekennen, dass wir nur Suchende sind. Justinian wurde von den Primitiven unter den Mönchen seiner Zeit gedrängt, Origenes Glaubenselemente zu annullieren, insbesondere die vom vorirdischen Dasein aller Menschen die zur Familie Adams gehören.  Diekamp bestätigt indessen in seinem Werk „Die originistischen Streitigkeiten und das 5. ökumenische Konzil", dass es für Justinian politisch um Sein und Nichtsein ging. Justinian bedurfte der Unterstützung von wem auch immer: Missernten, Revolten und Kriege auch unter beiden Zirkusparteien und mehr Unheil bestimmten sein Handeln. Gerade die Eremiten, vornean die grasfressenden Anachoreten die bereits zu Epiphanius Zeiten die Stimmung erhitzten, waren es. Als Vorhut der eigentlichen Streitmacht fielen sie über das Land her. Mit Brechstangen stürmten sie und andere Geistlose voran und zerschlugen alles was ihnen satanisch vorkam. Die verstümmelten Gesichter auf den Reliefs des heute in Berlin befindlichen Pergamonaltar sind nicht das Resultat christlichen Glaubens, auch wenn ein Satz in der Offenbarung Johannes darauf verweist, dass in Pergamon der Sitz Satans stünde, sondern, die Zerstörung ist ein Ergebnis der blinden Wut der Dummen. 

Schon „…Johannes (Chrysostomos war von 397-404 streng katholischer Erzbischof zu Konstantinopel) (er hatte) gewisse Mönchgruppen (der mehr als 15 000) …gegen sich aufgebracht, da er ihr Herumtreiben in der Stadt kritisierte... Den ihn umgebenden Mönchen wirft der Kirchenhistoriker vor, sie hätten das Volk durch … falsche Behauptung(en)… aufhetzen wollen., …Die Versuche der Mönche (waren) ohne Erfolg, doch bezeugt (dies)… den potentiellen Einfluss der Mönche auf die übrige Plebs.“ Joanna Jessica Ayaita „Justinian und das Volk im Nikaaufstand“   

Rückblickend muss noch einmal festgestellt werden „…was da in der kirchlichen Dogmatik gelehrt wird und was im 4. und 5. Jahrhundert in den großen Konzilen verabschiedet worden ist als Dogma des christlichen Glaubens, das alles hat, sehr seine ungeheuer menschliche Geschichte. Das ist nicht vom Himmel eingegeben, sondern in höchst menschlichen Machtkonstellationen, zum Teil gewaltsamen Prügelsituationen auf Synoden, wo Mönchshorden eingefallen sind und die Konzilsväter verprügelt haben, wenn sie sich nicht richtig entschieden haben und nicht richtig votiert haben.“ Theologieprofessor Matthias Kroeger „Adolf von Harnack und die

Kritik der kirchlichen Dogmen“ Gesprächsreihe zu Stationen des liberalen Protestantismus,  

Unter den bedeutenden Hofleuten, drängten ebenfalls einige aus ebenfalls nicht-theologischen Gründen auf die Verfluchung des Origenes.   

 

Unter den bedeutenden Hofleuten, drängten ebenfalls einige aus ebenfalls nicht-theologischen Gründen auf die Verfluchung des Origenes.   Zu fragen ist, wer sonst, außer den genannten, Justinian bedrängte. Etwa Theodora seine Ehefrau? Ihre Sympathien

gehörten den Mesophysiten, die nicht ins Bild Justinians passten.  Sie aber schützte deren Mönche in der Absicht eine Gegenkirche aufzubauen. Justinian vermochte es nicht seine Frau zu bremsen. Er sah wie bedeutend ihr Anhang war. Während des Nika-Aufstandes, 532,  rettete sie ihren Mann, auch indem sie ihm Mut machte, nachdem die Aufständischen im Begriff standen ihn zu entmachten.

Seitdem teilten sie die Macht, ein wenig mit Übergewicht auf ihrer Seite. Diese Umstände nutzten die Monophysiten, (die Väter der heutigen SyrischOrthodoxen Kirche). Sie hetzten, „mit Unterstützung Theodoras, um sich selbst vor dem Vorwurf der Häresie zu schützen, gegen Origenes. Religion war für sie ein Mittel zur Stärkung ihrer Machtposition. Britannica „Mit ihrer Unterzeichnung reihte die Kirche den bedeutendsten und herausragendsten Theologen des frühen Christentums, Origenes, aus w e l t l i c h e n Gründen unter die ketzerischen Irrlehrer...“ Hermann Bauer „Der Einfluss Ostroms“   

Von den etwa 3000 Bischöfen seines Herrschaftsbereiches, kamen nur 136 zu seiner Ostsynode. So ähnlich war es bekanntlich auch zu Nicäa, 325. Justinian nannte seine Gefolgsleute „heilige Väter“. „Die Bannflüche wurden... unter dem unnachgiebigen Druck Kaiser Justinians von sämtlichen Patriarchen unterzeichnet…“ Hermann Bauer „Der Einfluss Ostroms“  

Jeder Bischof der dem nicht zustimmte verlor sein Amt. Im Jahr 543 hieß es für die Pro-„origenistischen“ Mehrheitschristen plötzlich: „Wenn einer sagt oder dafürhält, die Seelen der Menschen seien präexistent gewesen, insofern sie früher Intelligenzen und heilige Mächte gewesen seien; ... so sei er im Banne...“ Balz, Krause, Gerhard Müller – Theologische Realenzyklopädie - 2000 - Religion – S. 3    Das ist typisch für Justinian. „Auf den Abfall von der katholischen Kirche setzte er die Todesstrafe.“ Codex Justinianus I, 10, 11   Für die Unverständigen unter den primitiven Geistlichen lehrte Origenes zu viel für sie unverständliches Wissen.

Etwa, wenn er sagte „Im Urzustand waren alle Logika (alle Heutemenschen) körperlose Geister und als solche Götter,…“

Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft 3. völlig neu bearbeitete Auflage  

Nach der Zerschlagung des arianischen Ostgotenreiches, 553, durch Justinians Armeen, wollten die in Spanien lebenden Arianer (Westgoten) ihr System bewahren, sogar ausweiten und alle Iberer zu Arianern machen. Sie mussten dem Schicksal ihrer italienischen Brüder entgehen. „Westgotenkönigs Leovigild wollte sein Reich unter dem arianischen Glauben religiös vereinen.  580 berief er die Synode von Toledo ein. Er erhielt jedoch nicht hinreichend Unterstützung und scheiterte (mit seinem Vorhaben) endgültig mit seinem Tod im Frühjahr 586. Sein Sohn Reccared I. (damals 28-jährig) herrschte über fast die gesamte Iberische Halbinsel… bis zum Jahr 587.“  Enzyklika Brittanica   und   Katholische Akademie in Bayern   

Dann folgte das Konzil zu Narbonne 589… Reccared bekannte sich zum Trinitarismus.  So mussten neue Kirchengrenzen gezogen werden und dort wurde festgelegt, dass „Kleriker“ sich äußerlich von anderen unterscheiden sollten, auch dass es Juden fortan verboten ist, bei Beerdigungen Psalmen zu singen. Hertling bestätigt: „…erst ab dem Konzil zu Narbonne gibt es liturgische Kleidungsstücke...“ , Hertling „Geschichte der Katholischen Kirche bis 1740“       

Viele arianische Bischöfe Spaniens übten scharfe Kritik: „Man darf doch seinen Glauben nicht wechseln, nur weil es dafür politische Gründe gibt.“

Die bis dahin noch fast schmucklose katholische Kirche entwickelte sich nun zu einer Institution des Bunten: „Für die große Menge bestand die christliche Religion nur in den äußeren Gottesdiensten, in welchem Gott auf pomphafte Weise wie ein orientalischer Despot verehrt … wurde. …Das Christentum, seitdem man es zur Staatsreligion erhoben hatte, ward seinem eigentlichen Wesen und Zwecke völlig entfremdet…Man verwandelte die Lehre des Evangeliums in gelehrte Dogmatik.” . Schlosser, „Weltgeschichte“ Bd. 3, S. 576 

 

Indessen verteidigte Bischof Theodoros Askidas von Cäsarea sonst oft beneideten Origenes in den Jahren vor 543 auf hohem Niveau. Justinian schätzte sein politisches  Talent, weshalb er ihm vertraute.  Domitian von Ankyra, Abt und späterer Bischof von Ankyra   (Ankara)    war

Askidas bester Freund. Er selbst galt in seiner Laura, dem bedeutenden

Mönchskloster seiner Zeit als der Anführer der Origenisten. Dass alle Menschen (der Familie Adams lt. Buch Mormon 2. Nephi 9: 21), im vorirdischen Dasein Mitschöpfer waren, könnte selbst Papst Vigilius akzeptiert haben, denn „noch Papst Siricius (384399) hatte nichts gegen den Origenismus einzuwenden, was ihm Vorwürfe aus den Reihen der Gegner des Origenes einbrachte.“  Waltraud Große „Entwicklung der Theologie in den ersten Jahrhunderten…“ Nun wurde kaiserlicherseits unerbittlich erwartet, dass auch Papst Vigilius seiner persönlichen Überzeugung widerspricht.




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