Dieses Gutachten ist erbarmungslos, aber es hat seine Basis in der Bibel.
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Hiermit erteilen wir Auskunft: Da er vom Islam abgefallen ist, wird er zur Reue aufgefordert. Zeigt er keine Reue, wird er islamrechtlich getötet.
Was seine Kinder betrifft, so sind sie minderjährige Muslime. Nach ihrer Volljährigkeit, wenn sie im Islam verbleiben, sind sie Muslime. Verlassen sie den Islam, werden sie zur Reue aufgefordert. Zeigen sie keine Reue, werden sie getötet.
Und Gott der Allerhöchste weiß es am besten.
(unleserliche Unterschrift):
Der Vorsitzende des Fatwa-Ausschusses in der Azhar.
Datum: 23. September 1978
Siegel mit Staatswappen: Die Arabische Republik Ägypten. Al-Azhar. Der Fatwa-Ausschuss in der Azhar.“
Das Original lautet:
"Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn
hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und
auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn
Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu
dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn
ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und
ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute
seiner Stadt, dass er sterbe, ..."
5. Mose 21,18-21
5. Mose 21,18-21
Das Buch Mormon, als Teilbericht einer israelitischen Auswanderergruppe, die sich sonst eng an des Gesetz hielt, kennt diese unbarmherzige Praxis nicht. Im Gegenteil:
Laman und Lemuel, die Söhne Sarias und Lehis, sind äußerst widerspenstisch, sie sind zweitweise extrem ungehorsam, lenken gelegentlich zwar ein, dann, rückfällig werdend stehen sie erneut in offener Empörung gegen ihren Vater und ihren jüngeren Bruder Nephi.
Führte Lehi die Widerspenstischen im Verein mit Nephi und denen die zum ihm hielten, hinaus um sie zu Todes zu steinigen?
Nein!
Nein!
Geschah ihnen nichts, weil Lehi in Opposition zum mosaischen Gesetz stand?
Oder: waren seine Getreuen zu schwach um die Forderung der Thora zu erfüllen?
Diese Ansicht erscheint naheliegend.
Aber der Verlauf der Geschichte zeigt das ungebrochen hoffnungsvolle Ringen des alten Mannes, er könne die Aufsässigen doch noch zur Umkehr bewegen.
Oder: waren seine Getreuen zu schwach um die Forderung der Thora zu erfüllen?
Diese Ansicht erscheint naheliegend.
Aber der Verlauf der Geschichte zeigt das ungebrochen hoffnungsvolle Ringen des alten Mannes, er könne die Aufsässigen doch noch zur Umkehr bewegen.
Lehis Sorge bestand tatsächlich und nach seinen eigenen Worten darin, dass alle Mitglieder seiner Gruppe, die "Satzungen und Richtersprüche des Herrn " nicht genügend beachten würden. 2. Nephi 1: 16
Er wäre der Erste gewesen, die Steinigung seiner ungehorsamen Söhne zu fordern, wenn er in der Steinigungsaufforderung einen Richterspruch des Herrn erkannt hätte.
Was war es?
Joseph Smith zeigte deutlicher als andere Große vor ihm, dass "Kirche" (Bundesvolk, Synagogoge) immer auch ein Menschending ist, ein Mix aus Gottesführung und Menschenverstand.
Selbstverständlich erfasste er den Sinn der Sache besser als wir.
Selbstverständlich erfasste er den Sinn der Sache besser als wir.
Lehi liebte alle seine Kinder bis zum Ende seines Lebens. Er beschwört sie ausnahmslos, besonders aber die Aufrührer Laman und Lemuel und ihren Anhang:
"Und nun, damit meine Seele Freude an euch habe und damit mein Herz, (meine Seele, mein Geist), wenn es diese Welt diese Welt verlässt, froh über euch ist und damit ich nicht mit Kummer und Sorge in das Grab gelegt werde: Erhebt euch aus dem Staube, meine Söhne, und seid Männer. Seid mit festem Vorsatz eines Sinnes und eines Herzens - einig in allem - damit ihr nicht in Gefangenschaft geratet... Lehnt euch nicht mehr gegen euren Bruder auf... ich zittere und ängstige mich euretwillen" 2. Nephi 1: 21
Lehi spricht keinen Fluch aus, ... Konsequenterweise fügt er jedoch hinzu:
So dachten die Alten vor ihm, immer.
wenn ihr weiterhin verstockt bleibt (Vers 29) so nehme ich meinen ersten Segen von euch,
ja meinen Segen und er wird auf Nephi ruhen..."
So dachten die Alten vor ihm, immer.
Ganz unmissverständlich ging es um die Widerspenstischen, denn Geschichtsschreiber Nephi verweist ausdrücklich auf Lehis Vermächtnis - seinem Letzten Willen:
"Mein Vater ... rief die Kinder Lamans zusammen...
mahnend :... der Herr Gott spricht: wenn ihr meine Gebote haltet, dann wird es euch im Lande
wohlergehen, und wenn ihr meine Gebote nicht haltet, werdet ihr aus
meiner Gegenwart ausgetilgt werden..."
Da ist keine Drohung, es heißt ausdrücklich nicht, ihr werdet aus dem Leben getilgt werden, sondern nur der Hinweis; falls ihr ein Leben ohne Gott vorzieht und ihr euch von ihm entfernt, dann müsst ihr eben in der Gottesferne leben.
Mehrfach weist das Buch Mormon darauf hin, dass ein Leben in der Ferne von Gott wie ein Sterben betrachtet wird.
Die ganze Noblesse des alten Israeliten aus dem Hause Joseph, Lehi, wird erkennbar, wenn man bedenkt welche Schlusssätze er durch Nephis Hand niederschreiben ließ, die - wie gesagt - deutlich an Laman und dessen Nachkommen gerichtet sind:
Den ehrenwerten Mitgliedern des Fatwa-Ausschusses in der Azhar ist zu wünschen, dass sie solche Noblesse und Majestät als vorbildlich empfinden.
"Mein Vater ... rief die Kinder Lamans zusammen...
mahnend :... der Herr Gott spricht: wenn ihr meine Gebote haltet, dann wird es euch im Lande
wohlergehen, und wenn ihr meine Gebote nicht haltet, werdet ihr aus
meiner Gegenwart ausgetilgt werden..."
Da ist keine Drohung, es heißt ausdrücklich nicht, ihr werdet aus dem Leben getilgt werden, sondern nur der Hinweis; falls ihr ein Leben ohne Gott vorzieht und ihr euch von ihm entfernt, dann müsst ihr eben in der Gottesferne leben.
Mehrfach weist das Buch Mormon darauf hin, dass ein Leben in der Ferne von Gott wie ein Sterben betrachtet wird.
Die ganze Noblesse des alten Israeliten aus dem Hause Joseph, Lehi, wird erkennbar, wenn man bedenkt welche Schlusssätze er durch Nephis Hand niederschreiben ließ, die - wie gesagt - deutlich an Laman und dessen Nachkommen gerichtet sind:
"... ich kann nicht ins Grab hinabsteigen, ohne euch einen Segen erteilt zu haben...
darum falls ihr verflucht werdet, da gebe ich euch meinen Segen, damit der Fluch von euch genommen und euren Eltern auf das Haupt gebracht werde.
Darum wird der Herr Gott um meines Segens willen nicht zulassen, dass ihr zugrunde geht, darum wird er zu euch und euren Nachkommen barmherzig sein immerdar." 2. Nephi 4: 3-7
Das ist der Geist des Mormonismus der wie der Islam im AltenTestament zuhause ist. Dieser Wunsch nach der Versöhnung aller ist die Botschaft der Mormonenmissionare, deren Arbeit so häufig als plumpe "Bekehrungsabsicht" missdeutet wird.
Die katholische Theologin und Islamwissenschaftlerin Dr. Ulrike Bechmann, sagt:
"Vor allen 114 Suren, - außer vor Sure 9 - steht es geschrieben: Bismi llahi l-rahmani l-rahim
- Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Allbarmherzigen.
Überschriftartig steht dieser Satz am Anfang und
nennt gleich doppelt die herausragende Eigenschaft des einen Gottes, den
der Koran
verkündet: seine
Barmherzigkeit."
Den ehrenwerten Mitgliedern des Fatwa-Ausschusses in der Azhar ist zu wünschen, dass sie solche Noblesse und Majestät als vorbildlich empfinden.
Es scheint so, als ob die ganze Welt erwartungsvoll nach Kairo blickt, in der Hoffnung auf eine Fatwa der Versöhnung, die jede islambezogene Unbarmherzigkeit überwindet.
Im Grossen und Ganzen ein gelungener Beitrag! Uebrigens: was haelst Du von den B of M - Interpretationen von T. Givens und besonders G. Hardy? Ich bin betreffs der ueberwiegend apologetischen Intention von Givens eher skeptisch -- finde aber Hardy sehr lesenswert.
AntwortenLöschenUnderstanding the Book of Mormon: A Reader's Guide [Hardcover]
Grant Hardy
Hardcover: 368 pages
Publisher: Oxford University Press, USA (April 7, 2010)
Language: English
ISBN-10: 0199731705
ISBN-13: 978-0199731701
In alter Freundschaft,
Axel